Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
An die verehrte Einwohnerschaft von Dudweiler,
hzerrensohr-Jägersfreude. Vielfachen Wünschen aus
inserem Abonnentenkreise entsprechend, haben wir einen
Vertrag mit einer Lebensversicherungsgesellschaft zur Ver—
icherung unserer Abonnenten gegen Unfall mit Todesfolge
ibgeschlossen. Außerdem haben wir die Dudweiler Zeitung
edeutend vergrößert, wodurch wir in der Lage sind, unsere
Abonnenten mit mehr Lesestoff zu versehen. wie früher.
Leitartikel, politische Nachrichten, lokaler Teil, Vermischtes,
Feuilleton usw. wird in solcher Reichhaltigkeit geboten,
daß die Dudweiler Zeitung getrost eine Vergleichung mit
Zeitungen in größeren Städten aushalten kann. Um die
Zeitung jedoch auf der jetzigen Höhe zu erhalten und
mmmer weiter auszugestalten, bedarf es kräftiger Unter—
tützung unserer Bürgerschaft, sowohl durch reichhaltiges
Abonnement, wie auch durch Anzeigen. Wir geben uns
er angenchmen Hoffnung hin, daß dies wie bisher auch
ürderhin geschehen wird. Neue Abonnements werden jeder—
eit sowohl bei der Geschäftsstelle wie auch von den Zei—
ungsträgern entgegengenommen. — TDer Versicherungs—
bschluß tritt am 15. Mai in Kraft.
Voraussichtliche Witterung: Fortgesetzt veränderlich,
itweise Regenfälle, wenig wärmer.
Fahrplan. Der diesjährige Sommerfahrolan bringt
segen den Winterfahrplan nur ganz geringfügige Ander—
ingen. Ab Station Dudweiler fahren die Züge
In der Richtung nach Saarbrücken:
152 5,53 918 10,335 1136 12392,2 237354 441
D,Il 5,55 7,07 8,099 926 9,42 11,532 P,50.
in der Richtung nach Neünkirchen:
547 606 6,18 738 8,22 1011 11,13 2,37 1.47 249
3,08 3,44 4558 558 644 8,02 9,10 10,07 Ii Is
mas wl
Der Kaisersithe ederete in welchem Se. Maiestät
nit Gefolge sich —3* Neorlin befand, pas—
erte gestern mittas dit 5 weifee
Verleihung. Der Titel Sanitétsrat wurde Herrn Dr.
zprecht verliehen. Eßs wird wohl dem größten Teile
inserer Bürgerschaft eine große Frende sein, daß diesem
erdienstvollen Manne eine solche Ehre zuteil geworden ist.
VLir sprechen dem Herrn Sanitätsrat unsern herzlichen
Hlückwunsch aus!
Rathaus. In unserem neuen Rathaus haben sich die
decken sämtlicher Räume so gesenkt, daß sie alle erneuert
berden müssen. Herr Bürgermeister Jost ist gezwungen,
ine andere Wohnung zu beziehen und hat in dem neuen
dause des Herrn Aug. Strohfus auf der Sudstraße gemietet.
— Die Decken sind damals nach einer neuen Konstruktion
i„ne Balken eingebaut worden. Die Konstruktion hat sich
richt bewährt. Alle Decken werden herausgerissen und
vieder mit Balken neu eingebaut. Die Bureauräume
erbleiben vorläufig im Rathaus und werden teilmeise in
indere Räume verlegt.
Die Zeit des Einmachens der Früchte und der Gemüse
iaht wieder heran und wollen wir nicht verfehlen, unsere
zeehrten Leserinnen auf den am Freitag den 6. Mai im
Hottfreund'schen Saale zu Sulzbach stattfingenden Weck!
chen Frischhaltungskursus aufmerksam zu machen.
Der Vater. Eine in Boston erscheinende Zeitung
childert in einem langen Artikel die der in derselben Stadt
ebende Tischler Joseph Lears empfand, als ihm dieser
kage die Hebamme meldete, daß seine Gattin ihm soeben
das vierunddreißigste — Kindlein geschenkt habe. Der
zlückliche Vater war einen Augenbiick stumm und starr;
dann aber legte sich ihm ein Schleier vor die Augen, er
enkte das Haupt, nahm seinen Hut und verließ das Haus
nit den Worten: „Solche Weiber, lieber Gott, solche
Weiber!“ Das war eine Art Anerkennung der Tüchtigkeit
der beiden Frauen, die er sein eigen hatte nennen dürfen.
Der arme Teufel ist jetzt 7 Jahre alt; mit 17 Jahren
seiratete er Lucie Bandrie, die ihm 17 Jahre später durch
den Tod entrissen wurde, nachdem sie ihm 18 Kinder, da—
unter drei Zwillingspärchen, geboren hatte. Der Witwer
ührte nach ihrem Ende die offenbar mit hohem Mute be—
gabte und von keiner Gefahr zurückschreckende Rosalinde
Lhamberlam heim, und die tapfere Rosalinde ließ kein
Jahr ins Land gehen, ohne einen Sprößling zur Welt zu
zringen. Sie hatte bis jetzt 16 Kinder, die zusammen mit
»en 18 Kindern der ersten Frau das staatliche Sümm—
hen von 34 Sprossen des geseegneten Hauses Lears bil—
»en. Der Papa erklärt treuherzig, daß er nicht genau
hzisse. wie iedes seiner Kinder bheiho, d d er i Nev
A·
zetesse desselben zu erwecken. Barbchen, der diese Art der
Anterhaltung neu war, fühlte in der ersten Zeit durch die
jeistige Ueberlegenheit des Studenten eine Art von Be—
chämung; bald aber lauschte sie mit Vergnügen den Wor—
en des jungen Mannes, wenn er über das Leben im all—⸗
gemeinen, über den Zweck des Daseins, über das Treiben
»et Menschen in der Stadt und auf dem Lande, über die
deidenschaften, die Stellung des Mannes und der Frau im
zesellschaftlichen Leben sprach, und bald das Leben und
ie Welt mit dem Messer nüchterner Philosophie secierte,
ald die Sauce heiterer Scherze darüber ausgoß.
Julius, der diesen Stoff der Unterhaltung anfangs
vohl nur aus dem Grunde gewählt hatte, um mit Barb—
hen plaudern zu können, gesiel sich zuletzt darin, auf den
Beist und die Denkungsart seiner aufmerksamen Schülerin
u wirken, und es berührte ihn eigentümlich, das schöne,
iefe Auge des Mädchens mit begeistertem Blicke auf sich
— DDDDV
um Bedürfnis geworden war, bei seinem Spaziergängen
uuf der Farm eine halbe Stunde zu verweilen als Varh—
hen die Gesellschaft angenehm fand.
Heinrichs Antrag hatte das Mädchen weniger deshalb
rappiert, weil er überraschend und schnell gekommen, son—
dern weil sich neben den Werber das Bild des Studenten
rängte und sie beide neben einander verglich. Man würde
Barbchen unrecht tiun, wollte man glauben, daß spekulative
kücksichten sich veranlaßt hätten, Heinrich keinen desinitiven
zescheid zu geben; ein solch' diplomatisches Spiel zu spie—
en, war sie nicht welterfahren und weltklug genug; ihr
herz war zu rein und underdorben, als daß sie mit den
derzen der Männer kokettiert hätte, wie dies manche Welt—
ame mit dem ausgesuckhtesten Rafftnement versteht; es
var die Unklarheit mit sich selbst, das Schwanken des Gei—
tes und das Erwachen neuer, bisher un'ekannter Gefühle,
velche sie in ein Stodium der Ungewißheit versetzten, so
aß sie fast an sich selber irre ward.
Sie schätzte den jungen, gradsfinnigen Landmann, aber
ꝛs war natüriich, daß der Vergleich mit dem geistig un—
zleich höher stehenden, gebildeten und heitkeren Sohne der
Stadt zum Nachteil des ersteren aussallen mußte. Wäre
das Mädchen in der Schule des Lebens gewitzigt worden
md in der Tot eine Spekulantin gewesen, so würde es
Rc Quiai al Mia mi hair oiεν Queein e

egenheit sei, weil er nicht wisse, wie er den Jüngstgeborenen
iennen solle, da er in seiner Familie bereits alle „gang—
aren“ Namen erschövpft habe ...
Personalnachrichten des Bargwerksdirektionsbezirké
Zaarbrücken. Vom 1. Mai d. J. ab ist der Schichtmeister
dirsch des Bergwerks Reden nach dem Steinkohlenbergwerk
Zergmannsglück versetzt, während der bisher beim Ober—
ergamt Bonn beschäftigte Zivilanwärter Karl Kuhn und
er Militäranwärter Heinrich Hilgers zu Schichtmeifteru der
zergwerke Reden bezw. Dudweiler ernanut worden sind.
— Der Militäranwärter Albert Heinrich und Ernst Ruff,
owie die Zivilanwärter Albert Feld und Karl Hoffmann
aben die Beamtenprüfung für den höheren Bureaudienst
er Bergverwaltung bestanden. — In der Bergwerksdirek—
'on Saarbrücken betrug Anfang dieses Jahres bei einer
jelegschaft von 50439 Mann die Zahl der staatseigenen
däuser 577; davon 219 Einfamilienhäuser, 335 für zwei,
für 3 und 14 für vier Familien. Der Bar- bezw. Kauf—
dert dieser Gebäude betrug 4946 499 Mark oder pro
Vohnung 5089 Mark. Der Mietserlös belief sich auf
78 000 Mk., die Unterhaltung auf 49000, sodaß ein
deinertrag von 129 000 Mark verbleibt, was etner Ver—
'nsung (einschließlich Amortisation) von 2,60 Prozent ent—
richt.
Die Feier des 150jährigen Erscheinens begeht am
.Mai die „Saarbrücker Zeitung“. Das Blatt wurde im
zahre 1761 durch deu Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau—
zaarbrücken ins Leben gerufen und hat die wechselvollen
zeschicke der westlichen Grenzmark Preußens geteilt. Nach
er glücklichen Zeit des fürstlichen Begründers geriet es
n Jahre 1763, nachdem ein franzbsisches Revolutionsheer
zaarbrücken besetzt Hatte, in Bedrängnis und wurde schließ—
ich von den Franzosen suspendiert. Rald darauf erschien
8 zwar wieder, war dann aber nur, der Not gehorchend,
in Werkzeug in der Hand des Präfekten es Saardepar—
ements, der es als unfreiwilligen Verkünder napoleonischen
Vaffenruhms bis zum Jahre 1815 benutzte. Mit Jubel
egrüßte es die Befreiung durch Preußen, die Saarbrücken
em Vaterlande wieder gewann. In spöteren Zeiten trat
as Blatt durch seine mutvolle deutsche Haltung hervor
ei den wiederholt auftauchenden Annexionsgelüsten Frank—
eichs, die sich stets in erster Linie auf die Wiedergewinn—
ing des kohlenreichen Saartals richteten. Im Gegensatze
u der Stellung der Zeitung wandten sich noch im Juli
866 die Wahlmänner der Kreise Saarbrücken, St. Wendel
ind Ottweiler mit einem Apell an das französische Volk
ind erwartete von dem Gerechtigkeitssinn und dem Edet—
nut Napoleons und der „werten Nachbarn“, daß nman
zas Saartal bei Deutschland ließe. Der deutsch-französische
drieg ließ dann endlich diese Sorgen verschwinden. Die
Saarbrücker Zeitung“ gelangte nach dieser Zeit auf
beraler Grundlage stehend zu einer schönen Entwicklung.
das Blatt.ist, jedenfalls eine seltene Erscheinung, von der
zründung bis zum heutigen Tage im Besitze der Familie
dofer geblieben. Aus Anlaß der Jubelfeier hat die Firma
ine Pensionseinrichtung getroffen für die älteren Beamten
ind deren Ehefrauen im Falle der Witwenschaft. Die
rasten für die soziale Einrichtung hat die Firma in voller
döhe übernommen.
Saarbrücken, 2. Mai. Die „Saarbrücker Zeitung“
eierte gestern das Jubiläum ihres 150 jährigen Bestehens
im Vormittag mit einem feierlichen Festakte in dem großen
Ukzidenzsaale der Druckerei. Herr Karl Hofer gab einem
inleitenden Liede des Gesangvereins der Buchdruckerei be—
annt, daß die Firma aus Anlaß des Tages eine ausreich—
nde Pensionseinrichtung gestiftet für alle Beamten, die über
O Jahre im Geschäft tätig sind, ebenso auch für derern
*zhefrauen im Falle der Witwenschaft. Die Kosten dieser
ozialen Einrichtung trägt die Firma in vollem Umfange.
erdies erhielten aus Anlaß des Jubiläuns die Beamten
iamhafte Geldgeschenke und sämtliche Angestellten doppelten
Vochenlohn, auch das weibliche Personal bis zur letzten
zeitungsträgerin erhielt Geldzuwendungen. Herr Landrat
»on Miquel übermittelte im Auftrage des Regierusgspräft—
»enten Dr. Baltz die Glückwünsche der Regierung. Ver—
iehen wurde dem Chef der Firma der Rote Adlerorden,
em Chefredakteur der Kgl. Kronenorden; weiterhin ausge—
eichnet wurden ein Faktor, ein Maschinenmeister und mehrere
lrbeiter. Ihre Glückwünsche übermittelten der Deutsche
zuchdruckerverband, der Verein Deutscher Zeitungsverleger,
id nationalliberale Partei durch Herrn Abg. Boltz, der
zerband der Saar-Presse durch Herrn Dr. Krückemeyer,
»andwerkskammer, Gewerbeinspektion uspw. Der Abeud
ereinigte die Inhaber der Firma mit dem gesamten Per—
onal zum Festmahl und Feier in der Tonhalle.
RWpPüttlingen, 29. April. Heute nacht auf der Nacht—
hicht ereignete sich im Viktoriaschacht 1ein gräßlicher Un—
lücksfall. In einer Tiefe von etwa 200 Metern ist man
ugenblicklich damit beschäftigt, einen Querschlag anzu—
auen, um das neueste Meterflöz aufzuschließen. Die Ar—
æF M 2

Se I y Dbol, veir ugepißhett, od08 IRTause
wärmere Gefühle für sie hege, vorgezogen haben; denn letz—
tere Annahme war durch nich!s, als eine ungewisse Ahn—
ung, die wie ein mattes Dämmerlicht in Barbchens Her—
en flackerte, begründet. Wie ein unter der Asche glim—
nendes Feuer nur eines Windstoßes bedarf, um in hellen
zlammen aufzulodern, so hätte auch freilich bei dem Mäd—
hen nur die Erklärung Krauses genügt, daß sie ihm lieb
ind teuer sei, und sie würde ihm ihr Herz mit der ganzen
sAlut der darin schlummernden ersten Liebe, mit dem gor—
en Reichtum ihrer Gefühle zugewandt haben; aber diele
Srklärung war nicht erfolgt, obwohl das sich stets eleich
leibende Verhalten des Studenten, der nur hin und wie—
der einen Strahl tieferer Wärme durchblicken ließ, eboer de—
zu beigetragen hatte, die erwachten Keime und die Funten
iner noch nicht zum klaren Bewußtsein gekommenen Lei—
denschaft zu schüren als zu dämpfen. Julius selbst machte
ich, sobald ein schärferer Biick ihm die Zuneigung des
Nädchens verraten hatte, die bittersten Vorwürfe, hier eine
Leidenschaft entzundet zu haben, über deren Ausgang er
ich keine Rechenschaft ablegen konnte; Barbchens unbefan—
genes Wesen war einer seltsamen Scheu gewichen, die, je
nehr sie sich bemühte, unbefangen zu erscheinen, umsomehr
um Verräter an sich selbst ward; es genügte dem jungen
Lanne nicht das Bewußtsein, einen gleich großen Grad der
zuneigung erweckt zu haben, als er selbst für das Möd—
zen empfand, auch war er nicht leichtsinnig genug, das
delste Gefübhl eines jungen Herzens als Spielball müßiger
Lanne zu betrachten, sondern er erwog die Angelegenheit
nit dem Erunste, der ihrer würdig war.
Was die Persönlichkeit des Mädchens, sowie dessen
harakter anbelangte, so war er eben so sehr mit sich im
dlaren, als er für seine eigene Person über gewisse Vor—
rteile erhaben war; allein er hatte andere Rücsichten ins
Auge zu fassen, und um diese zu heben. mußte er sich sei—
em Abdoptivvater entdecken.
Es ist ein gar eigen Ding, wenn Kopf und Herz,
ziebe, Vorurteile und Vernunf— einen Kampf um die He⸗
emonie kämpfen; und der Zustand, den ein solcher Kampf
erbeiführt, ist eigentümlicher, peinlicher Natur, bevor der
ville eines denkenden und liebenden Mannes einen Ent—
hHluß faßt, der den Würsel fürs Leben wirft. Denn es
t ein entscheidender Schritt, wenn ein Mann ein Madcher
umm Meihe üon— 2 4R I2 ..-den

 40 Jahre alten Schachtzimmerhauer Papsft von hie:
ablösen wollte, glitt Papst beim Zurücktreten aus und
türzte in den Schacht, der im ganzen etwa 5300 Mete
ief ist. Man suchte sofort den Schacht und den Schacht
umpf ab, doch fand man gleich nur einige Kleidungs—
tücke, eine Hand und mehrere Schädelknochen. Ver au
o gräßliche Weise ums Leben gekommene Bergmann i
nerheiratet und Vater von 4 noch unversorgten Kindern.
Eidenborn (Lebach), 29. April. Heute mittag stürzt
ie Giebelmauer des Oekonomiegebäudes des J. Baus hier
elbst ein. Baus wollte ein Wohnhaus an das Gebäud—
nbauen. Turch die Grabung eines Kellers hatte man
»as Fundament geschädigt. Während die Bauleute am
Neubau beschästigt waren, sah der Bauleiter den Giebel
hwanken, rief seinen Bauleuten zu, und kaum hatte der
etzte die Stelle verlassen, da stürzte der Giebel ein. Im
iebenliegenden Statle lagen sechs Srück Vieh unter dem
Hebälk begraben. Fünf Stück konnte man, wenn auch be—
chädigt, retten, wo hingegen eine Kuh mit dem Halse
zwischen dem eisernen Träger und der Krippe eingeklemmt
var, während auf dem Hinterkörper ein Teil des Gebälkes
ag. Nach vieler Mühe konnte man die Kuh, unter steter
Befahr eines Nachsturzes retten. Doch scheint sie sehr ge—
itten zu haben.
*Köln, 30. April. (Schweres Automobilunghückh
 Auf der Aachener Stratze inbr heute morgen
ein von Aachen kommendes Rutonioril gegen einen Baum,
wodurch die Inaisen heraustesch zudert wurden Der Fuh⸗
ler wurde getöltet, zwei Injassen schiuer und der Chauf
eur leicht veeletzt
* Bingerbrück, 39. April. Bissmarck National
enftmnall) Das Interesse jar das auf der Elisenhöte
u errichtende Naticnaldenemat wird immer lebhafter. In
en leblien Tagen haben sich dee in Moskau lebenden
teichsdeutschen zu einem Orausschuß zusammengetan und
ie behördliche Genet migung zur Cinteiung von Samm—
ungen erhalien. An der She dieses Ausschusses, umn
essen Zustandekommen sich en Kölner, Herr J. Steffens
esonders verdient gemacht hat, stehyt Herr Dr. A. Krü—
er. Die Geschäftsstelle zur Errichsung eines Bismarck
dationadenkmals, Köln, Königsplatz 17, gibt gerne jede
luskanft über Schassung von Organisationen. Die An
egung, für das auf der Elijenzöhe geplante Jahrhundert
enkmal eine Frauenspende zu sammeln, hat lebhafter
zetfall gesunden. MAus verschiedenen Gegenden Deuisch
Ands sind zussimmende Erklärungen eingelausen mit der
lufforderung, diese Frage zur vraktischen Durchführung zu
rinden

— MBeä—e8òò2ò
Anus aller Welt.
Beppeliu-Denkmal in Zeppelin. Ein Zeppelin
denmal wolsen die Erbpächter des mecklenbvurg-schweriner
)orfes Zeppelin bei Bütoww dem Grafen Zeppelin ecrich
en. Die Genehmigung des Ministeriums ist erteilt, auel
Ait den Vorarbeiten ist schon begennen. Das Denkma
ofl auf einer künstlich geschasfsenen Anhöhe nach solgenden
entwurf errichiet werden: auf cinem Felsenfundament dre
rösecer Felsblörle, die gerrönt sand von einem drei Me—
er lanzen, mit Inschrift versehenen Block. Umgrenzt wirt
zas Denkmal in geschlossenem reis von 21 größeren Stei
ien. Jeder der 21 Eropüchter des Dorses wird einer
zieser Steinec anfahren, in den dann der Name des Be—
refsfenden gemeißelt wird. Das Dorf Zeppelin bei Bützon
ist der Ursprungsort der Familie des Grasen.
Aus der WMuünchener Gesellschaft. Der drohende
ZSkandal-Prozeß gegen zahlreiche Mitglieder der Muünche—
er Aristokratie wegen Verfeh ungen gegen 8 175, in den
ngeblich zwei Füefien, ein Graf, ein Baron, Ritter undt
»utsbesiter verwickelt sind. und der ansangs Mai verhan
elt werden sollte, dürfte nicht zur Verhandlung kommen
a der einzige Kronzeuge, der Installateur Hoffmann, der
ie Sache der Volizei verralen hat, sich im Gefänanis er—
ängte.
Aufsehen erregende Verhaftung. Der bekannte
Zportsmann und Gutsbesitzer Julius Letaffy in Budapes
vurde verhaftet. Er wird beschuldigt, einen reich begü—
erten, in einer Irrenanstalt befindlichen Hauptmann Emil
doch um mehr als 300 000 Kronen beschwindelt zu haben.
Getöteter Polizist. In Chrzanow wurde ein Po—
izeibeamter, der zwei verdächtige Personen verhasten
vollte, von einer derselben durch Schüsse getötet; auch ge
sen einen zweitoͤn Polizeibeamten wurden Revolverschüsse
ibgefeuert, jedoch ohne zu tresffen. Die beiden verdächti—
gen Personen entkamen.
Baronin Vaughan bedroht. Einem französischer
ßrovinzblatte zusolge wurde die Baronin Vaughan, di
norganatische Gaättin des verstorbenen Königs Leopold
ils sie mit ihren Kindern im Wagen das Schloß Balin
ourt im Departement Seine et-Oise verließ, von einer
Frau, die plötzlich in einem Automobil austauchte, mit
inem Revolver bedroht. Die Frau feuerie jedoch nicht
ib und suhr rasch davon. Es heißt, diese Frau sei eine
Zchwester der Baronen Vaughan und habe sich an ihr
vegen verweigerter Geldeutschädigung rächen wollen.
Menschenfresser. Ein von den Tongainseln in New—
hork eingetrossenes Schiff brinat die Nachricht, daß die
Nissionare Hopkins und Pherfon auf Savage-Island über
alken und mi dreizehn beteten Eingeborenen in die
wmorren ins Anos Tage und Nächt—

Leben folgen und dessen Geschick so sehr und 10
dem seinigen verbunden werden soll ...
. Die letzten Strahlen der sinkenden Abendsonne über—
gossen den fernen Osten mit fslammendem Purpur, und
leichte, goldgeränderte Wölkchen zogen ihre ruhige, stille
Bahn an dem tiefblauen Firmamente. Es war so fried⸗
lich, so grabesstille in der dämmernden Natur, daß das
Kauschen jedes Blattes an den Blütenstauden und auf den
Bäumen vernehmbar war, wenn der leise Ahendwind die
Zweige schaukelte.
Die Feier des Abends zu genießen, Frieden zu suchen
tür das unbefriedigte Herz in der allgütigen Natur, schritt
Jultus zwischen Hecken und Haselnußstauden einen sanit
aufsteigenden Hügel hinan. Die Abendkühle tat ihm dop⸗
helt wohl nach der Schwüle des Tages, sowie die Ruht
z»e? Natur im Vergleich zu dem bewegten Treiben in der
Stadt. Nur eine Grille zirpte in dem Raine ihr mono—
ones Liedchen, die einzige Unterbrechung der geheimnis—
yollen Stille. Das Tierchen freute sich seines Lebens und
juielte lufstig drein, — und er, ein Mensch, sollte sich mit
nnerem Kummer quälen und Grillen fangen. er. der lu—
stige Student! —
Unbewußt, aber unwiderstehlich zog es ihn in die
Nähe der Farm, schon konnte er die Dächer derselben zwi⸗
chen dem Grün hindurch erblicken. Er war entschlossen ge—
vesen, einen andern Weg zu wählen, das Haus zu mei—
den; aber wie er so daherschritt über die Berge und Wie—
en und durch die Hecken, da schien eine dämonische Ge—
valt ihn in die Nähe des Gehöftes zu treiben, wie der
Nordpol die Magnetnadel zieht. Noch war er unschlüs
sig, ob er das Haus umgehen oder, wie er des Morgens
zu tun pflegte, einsprechen und ein Glas Milch nehmen
solle, als er plötzlich bei einer Biegung des Weges Barb—
chen erkannte, die auf einem nach dem Dorse führenden
Fußpfade der Farm zuschritt. Eigentümlich durchschauerté
es Julius in diesem Momente, denn wenn sein Geist sich
auch eben jetzt mit, dem Mädchen beschästigt hatte, so
iberraschte es ihn doch, sie hier so allein zu treffen; er sah
»eutlich, wie auch Barbchen zusammenschrak, und eine tiefe
Nöte Wangen und Nacken übergoß.
„ECi, Barbchen woher denn noch des Weges?“ fragte
r lächelnd.
„Das möchte ich Sie fragen, Herr Krause; in ve
2BWVmerina — Sie nöoch sy we ßbaroe—

hindurch führten die Wilden Tanze auf. Dann wurd
die Missionare geschlachtet und gegessen; die Eingeboren,
konn en flieten.
Hotelbrand. Das Roßnmore-Hotel in Cornwall (
tario) brannte gänzlich ab. 12 Gäste verbrannten ind
Betten, 20 erlitten Brandwunden.

Hofrichters Geständnis.
Aus dem Geständnis Hofrichters geht—
vor, daß er am 14. November v. Is. um 6 Uhr me
gens die Gistbriefe — es waren 12 — in den Postkasp
am Cafe Westend in Mariahilf geworfen habe. Das Zya
tali hat er sich nach seiner Angabe schon vor längerer 30
von einem Verwandten in Schlesien unauffällig verschaf
Die Szene, in der Hofrichter das Geständnis ablegte,
spielte sich folgendermaßen ab. Oberleutnant FHofricht,
bat, vor den die Untersnchung führenden Majoraudit
Kunz geführt zu werden, wo er in sehr au'geregtem
stand das Geständnis nur stoßweise vorbringen kom
„Ich bin der Absender der Giftbriefe. Um wieder in
Gene ralstab zukommen, habe ich mich entschlossen, —
Anzahl Generalstabsoffiziere durch Zusendung von Cya—
kalibriefen zu vergisten. Ich glaubte so die Narriere
Generalstab wieder erlangen zu können. Nach einer Pau
fügte Hosrichter dann noch hinzu: Maßgebend für mi—
war auch die Liebe zu meiner Frau; als der Frau ein—
Generalstäblers wollte ich ihr ein sorgenfreies Leb,
sichern.“ — Nach diesem Geständnis, das Hofrichter ar
das tiefste erschüttert hatte, wurde ihm Ruhe gegönn
Er wurde daher wieder in seine Zelle geführt. Von der
Eeständnis wurde sofort der Kaiser in Kenntnis gesetz
Betanntlich hätte Hofrichter, wenn er nicht eingestande
—
zeßordnung nicht zum Tode verurteilt werden können. D
gegen kann jetzt, nachdem er das Geständnis abgelegt ha
eine Verurteilung zum Tode erfolgen. Frau Hostrich
wurde ebenfalls verhört. Schon vor Beginn der Ve
nehmung wurde sie von dem Geständnis ihres Gatten
Kenntnis gesetzt. Sie nahm diese Mitteilung mit zie,
icher Ruhe und ohne sonderliche Ueberraschung auf,
ob sie mit diesem Geständnis schon seit langer Zeit
rechnet hätte.
Die Polizei hat das Verhör mit Frau Hofrichter so
zesetzt. Da die Vernehmung völlig ergebnislos verli
beschloß man, Frau Hofrichter vorläufig in Verwahrung
haft zu behalten. Das Verhör wird hauptsächlich in d
Richtung geführt, ob Frau Hofrichter sich bei ihren Au
sagen vor der Volizei und vor der Kommission des eu⸗
usonsgerichtes an die Wahrheit gehalten oder sich dur—
Rücksicht auf ihren Gatten zu einer falschen Zeugen-Aue
sage verleiten ließ. Die Wiener Sich-rheitsbehörde ha
hereits der Staatsanwaltse aft einen Bericht über der
VBerlauf des Verhörs mit &rau Hofrichter eingesandt. —
Im Sicherheits-Bureau fand eine Konferenz zwischen er
ier Konimission des Landgerichts, des Garnisongerichte—
uind zwei hinzugezogener Funktionäͤre der Wiene
Polizei statt. Ein Begehr des Rechtsanwalts der Fam
ie Hofrichter, Frau Hofrichter aus der Haft zu entlasser
wurde nicht bewilligt. Die Staatsanwaltschaft wird en
cheiden, ob sie gegen Frau Hofrichter Anklage wegen fa
scher Zeugenaussage erheben wird. Hofrichters Zustar
war nach seinem Geständnis derart, daß die Aerzte ger—
fen werden mußten, die bis spät abends nicht von sein
Zeite wichen Er verfiel miederholt in Weinkrämpfe

———
Von der Luitschiffahrt.
*»Das Luftschiff Schütte. Auf der Lanzsch
Lutschiffwerst bei Rheinau vollzog sich Samstag früh
feierlicher Weise die Taufe des Vuftschiffes Schütte. Nach
dem der Großherzog von Baden gegen 104 Uhr im A
tomobil von Schloß Zwingenberg eingetrofsen war, ver
sammelten sich die geladenen Gäste auf dem Baugerüsttu
ter dem Bug des Fahrzeuges. Dr. Lanz hielt die J
ansprache. Er wies auf den Wettstreit der Kulturnatiun
hin, die Luft für den Verkehr zu gewinnen. Man sei bi
»ereinigt, um einen neuen Abschnitt auf diesem Weg
naugurieren, ein Luftschiff aus der Taufe zu heben
»em neue Prinzipien der Konstruktion im Körper, in
MNotoren, in der Steueranordnung binnen kurzer Zeit
Probe ablegen sollten. Der Redner dankte dem 6
serzog für sein Interesse, dem Erbauer des Luftschan
Prof. Schütte, dem Konstrukteur Ingenieur Huber-Ber!
ind den anderen Mitarbeitern und taufte schließlich
Schiff auf den Namen „Schütte⸗Lanz“. Bei den leo
Worten schleuderte Frau Julia Lanz eine an einer Schu
befestigte Bombe mit flüssiger Luft an den Bug und dan
pfend zerschellte das Gefäß. Hierauf erfolgte eine Beñ—
tigung des Luftschiffes. Die rautenförmige Maschen
dende Holzkonsteuktion macht einen wunderbar leichten
ierlichen Eindruck. Der Körper hat die Form eines
sches. Im ersien Drittel steigt der Durchmesser bis au
Meter, um sich achterwärts zu verjüngen. Die Balloner
und Ringballons im Innern sind teilweise gefüllt, vw
das Luftschiff in der Schwebe zu erhalten. Die noch nic
aufgelegte ungeheure gelbe Hülle, die aus gummierte
Stoff bestesyt, damit e'in Vollsaugen mit Wasser unmögli
gemacht wird, wurde in ihrer ganzen Länge emporgezt
gen. An sie wird die aus Röchlingschem Elektrostahl ge
baute Gondel angehängt. Nach der Besichtigung wur'
noch ein Miloihbefon qauifgefasfsc

„Sus inn ein wahres Wort, umherirren; ja, das
ich. Der Friede des Abends lockte mich ins Freie.—
war eine schöne, belohnte Irrfahrt, da ich Sie traf.“
Mädchen warf ihm einen stummen, fast schmerzlichen B
zu und senkte dann seine Augen wie beschämt zu Bode
„Sie eilen, Barbchen; schenken Sie wmir die Freu
ines kleinen Geplauders und schlagen Sie diesen Weg
mir ein.“ Sie zögerte, als kämpfe sie einen innern Kam
dann plötzlich stehen bleibend sagte sie: „Herr Krause, jed
andern würde ich diesen Vorschlag übel genommen habe
— Ihnen kann ich es nicht, — ich weiß nicht, was Ihn
diese Gewalt über meinen Willen gibt; ich folge Ihne
„Wie scköen, wie erhaben und feierlich ist es ringsun
hub der junge Mann nach einer Pause an, „ist es da ⸗
Wunder, dak auch bas Borz sich seichter innd —ehhabe
ühlt?“
„Vielleicht empfinden nur solche Menschen die Sca—
heit der Natur in vollem Waße, die selbst ein autes
pfängliches Herz besitzen“, meinte Barbchen.
„Sehr wohl, mein gutes Mädchen, und das sind a
liche Menschen. Ich preise sie alle glücklich, deren
und Geist sich über den Staub der Alltäglichkeit zu her
und in die reinen Regionen emporzuschwingen vermag,
jene Freuden, die Natur und Kunft mit ungfräulich
Händen bieten, zu finden sind, die süt cine gange Ker
von Miseren entschädigen. Ernst ist das Leben, —
gen Sie nie diesen bittern Ernst kennen lernen. Eine za
Jepflegte Blume im Treibhause weiß nichts von den Sti
nen, die so manche Knotzernaicken, so manches aufkeimen
Leben ertöten. Eine solche Blume sind Sie; es er'
mich mit Schmerz, zu denken, daß einst ein Tag komm
önnte, der auch Sie in den Strudel des Lebens mes
vürde.“
„Ihre Teilnahme, Hert Krause, in ein süßer Tro'
mich; mir bangt so vor der Zukunft.“
„Sie — Sie haben Kummer; Sie sind nicht ganz al'
lich? Darf ein Kanarienvögelchen iin Korbe, darf
Boldfischlein im Kristallalase klagen““
*Doch etwas. „Können Sie auch fremde —
hen, Fräulein?“ — „G'rad nur a bissel wienerisch.“
*“Münchner Fremdensaison. —zEchutzma'
somme ick hier nach dem Zoologischen Jarten?“ —
nei, der wird ia ericht haut aenag S derweiloen
*oibräuhaus.“

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