Full text : Dudweiler Zeitung

—V das letzte Reuens zeichen, das nian von dem
sidampser „Prinz Willem 2.“ vernomnmien hat.
eberschwemmung Ganze Bezirke Alsantens ste—
aniet Waͤsser. In Mitrowitza sind nach den letzten
n über mindert Haͤuser eingestiirzt. Ale Gebäude,
denen ie bosnischen Sinwanderer untergebracht wer—
n sind zerstört. I Hier verlautet, daß das ösierreichi—
e granzerschiff Erzherzog Ferdinand War“ und ein Tor—
dob rot Ordre erhalten haben, nach der alban. schen XAüste
Adampfen

* * —
Von der Lustschiffahrt.
ppelinus, Fahrt nach Wien. Zu der
iner meldung, daß der Bürgermeister von Prag den
nZe ppehbin eingeladen habe, auf der Fahrt von
ien nach Dresden, Prag zu besuchen und dort eine
ualdigung in tschechischer Sprache enige enzuuehmen, er—
hrt man von der Luftschissbau Gesertscheest Zeppelin, daß
—W seineswegs fesctedi, oh bie Fahrt von Wien naich
enden überhaußpt durch Boymen geyt. Vieilcicht wird
it n“cAsicht auf die auf dieseni Wege zu überrindenden
hen beschlossen. en dit arer Vornien den Weg nber
— Bretlau zu netnneit uie damtt gea e
rean euischlands, der noch itie Udn eencein e,
sch unt wurde, diezes Schaustpiel zu bieien.
Hiffe ,„3. 6n0 5.“ Aus Friear schshafen
wpe i. Tie Seasselert leldiing. Draf Zeppelin
e Juni ziit 3.5 Wrinnen! und hatte dort
oͤrtr ne uer dae narre Sast au, st galiz zanch. Um die
nen? Jeit un; — Lu iih p eich n edors
nien ein. uh die »oltier g, bie Sreetes
rwlbung auje sorzort 34 55 3564 U.rfinhtenz aci
oͤin ist uncichzis. Hier ist nich!s von ener jonrchen Ab—
hi beiaunt. Be Sertigsteiluna n dukuchtien daner!
och zwei Woegen.
ATer Wettiezug Bondoen—ianchestert. Ee
jat sid bereits in Manchester ein ziomitee zu dem Zwoece
sebrdet, Pau l'han ein Tentmal an der Stelle zu er—
ichten, an der er gerandet ist. Ven anderer Seite wird
erichtet, daß der Praͤsiden des enzlischen Aero-Kluvbes
echlessen hat, sosort eine Suösltription ins Leben zu
ifen, um sie GrahamwWihite als Zeichen ver Frcuode
ugzlischen Bevölterung zu überreichen. Zu diesem
wed veröffentiicht der Präsident des englischen Aerotlubs
den Blättern einen Aufrui

Zur Weilburger Katastronke.
imburg, 28. April. Aus sehr gut unterrichteten
ceisen wird der, „Rh. W.⸗8. zu der Katastrophe des „3.
noch mitgeteilt, daß die Meteorologen nach der ge⸗
auen Fesistellung der Wetterlage eine Abfahrt des „B. 20
on Homburg morgens um 5 Uhr für tunlich hielten.
3 Magischiff häitte, wenn es um 5 Uhr morgens aufge.
hren wäre, nach der Ansicht der Meteorologen Röln ganz
cher erreicht. Die Abfahrt wurde aber leider bis 8 Uhr
——— militärische Leitung jedensalls Schuid
raͤgt. Im übrigen ist in den beteiligten Kreisen von Un—
simmigleiten zwischen Meteorologen und militärischer Lei⸗
ung, wovon vielfach die Rede war, nichts bekannt. Die
Zeherwissenschaftlicher gaben ihr Gutachten ab und ihren
sal und konnten fich um die anderen Vorgänge nicht
ummern, schon deshalb nicht, weil sie ja in keinem mili
ärischen Verhältnis stehen.
die Aufräumungsardeiten an der Unfallstätte des „Z.
«siind beendet. Die Ueberreste des Luftschiffes wurden
msechs Eisenbahnwagen von der Station Guntersau nach
söln abgefandt. Die Bewachungsmannschaft der ersten
ronipanie des 160. Infanterie-Regiments von Diez ist nach
hret Garnison zurück. Die Abschärnigsarbeiten des ver—
rsach en Schadens erscsaen nach heute

kFür die Flugwoche in Johannisthal
ei Berlin vom 19. bis 16. Biai sind solgende internauo—
ale Konturren en vorgeseen: Rauecstiigt drei Preise
O OD), 2000. 1000 Stari; Preis sur den ttenfen geflo—
senen Kree ohne Zai hen enennng ves Erdbogens:
00. 30200 Mart; Lantu nus brgehrienenen Plate
tz estimnmter Höhe: AU, 1, tart; Höhen—
urren Preis: 4060, 203f3 3039 AMar; itei seig: 54601),
000 Mark; täglicher Fptets: 1064, . cek; Pho—
ograhier-PRreis: 300, Zz art. Dazn ontinen natio—
iale Woettbewerbe: WReihederaris 1910 (reimalige
mlüressung der Flugocen mit zjicti dargeschriebenen Zwi—
Hen IAndungen): 10 006 16090 rt; Lanreis: 7000,
900. Mark; Preise des ztatictliceen itonobitttubs und
os Berliner Vereins für Luititinalte 2, 1505309, 16660
dart. Es haben sah ricter als Telnehmer jest gemel—
et: Amerigo Sorinee Apoerachh, de Caters Vvoi—
n), Frey (Farnean, Grade ergenes Sostem),
deaunin Garnen,, Svendsen (Sossi).
*Ruftschisfstationin Luzern. Seit dem
raf eetin auf einer tadelle? verttisenen Fanrt narch
Uzern eibenmen ist, hal miean bart unernt diich den Ge—
anken versolgt, cine ifesünfistatinn ut ecrcoien wmad die
todernifte Ersiinczun; der „Srembenintjttiet nuneen zu
iachen. Selbstoerjt noriich richte vian zntit urln doer
zeppelrnn Luitsanssesu Gesetfcieft in ribetee basen er—
indunsen anzitepien: die echn nntuza haren uch
edoch zerchnaen — en i een e otee rit
— —— E
ehagt es auf dem Vande besser, als in der gerauschoouen
Itadt, deren Getriebe mich beirren würde; ich bin in einer
tloster, also abgeschlossen von der Welt, erzogen worden,
ind hatte selbst die Absicht, Nonne zu werdenl“
Eie hatten“, fragte Krause, die Ablicht, den Schleler
u nehmen?“
„Ja; ich kannte nichts von der Welt, als die vier
Nauern des Klosters, ich halte nie anders reden gehört,
ls von klösterlichen Dingen, eine Heimat habe ich nicht.
a lag der Wunsch nahe.“
„Was hat Sie denn veranlaßt, Ihr Vorhaben aufzu⸗
eben?“
Tiese Röte bedecte plötzlich die Wongen Barbchens;
e anneortete nicht.
Ich will es Ihnen sagen: Ihre eigene Auschauungs—
nd Eckennenisweise, die, sobald Sie das Leben von einer
udern Seite kennen lernten, eine andere geworden ist;
ielletat ist auch Ihr Verhälinis zu Heinrich ...*
Hu Heinrich?“ rief das Mädchen mit einer Stimne,
aie Unrhillen und Schrecken verriet. „Wer hat Jonen dies
»enn gesagt? Wahrhaftig, Herr Krause, Sie sind kaum
on der Universität nach Hause in die Ferien gekommen
nd kümmern sich schon um Dinge, die in einem Dorfe
n werden: ich hahe übrigens mit Heinrich kein Ver-—
iltnis.
Wan spricht nur davon; — aber wie kaun Sie eine
che Vermutung denn erzürnen?“
eil sie eine müßige Erdichtung ist.“
»Ich glaube es Ihnen. — aber ist der Geinrich kein
den!licher Wensche
Freilich; muß ich aber mit jedem ordentlichen Men—
hen näher bekannt sein und mich für ihn üuteresieren?
err Krause, — — die Summe des Mähchens wurde
eich und eine Träne trat in die großen Ausen, — „der
eintich ist ein guter Bursch, — er hat mich auch recht
eb, das weiß ich aber des ist gerad', was mir wehe
ut. — — ich mag ihn leiden, aber ihn een — etn
as ann ich nichti⸗
Als schänie sie sich des Geständnisses, drückte sie die
drze wider das Gesicht. Ter Studeunt sah den Seelen—
n Jand los tieser in der Seele des Madethens, als es
J icht dessen Absicht gewesen.
ych ĩpreche sa dtien imd voritrauf mitf Rhpen“, sodte

ter franzosischen Gesellschaft abgeschlossen worden, die auf
nang ini oen Beirieb ver Lufdehi stalivn Luzern er—
nen wint. Es sind Fahrien mit LBctonilons um den
Ugi, nach Engelbea, Unch Brunnen usw. vorgesehen: auch
zrcibattensaerien und lige mit Aerxpptanen sallen von
ieser Lustschfstatiern aus in Szene gesetzt werden. Das
Aerobrem“, bas von der Stadr Luzern im waauerbe—
bhiten Tribscen noos ersellt wird und das auf den 1.
Zuni bezonen werden kann, soll aber nicht ausschließlich
n Zwecken ver frauzeiichen Gesfetischäft dienen: uen
— nach der
riten schmetzerischen vu schefsstaluen kommen werden.
diese Statien, die mit Hailen und Reparaturweisi tien
Asacruüstet witd, setl zu einer Art internationaiem Lust—
chiffyafsen ausgeunnut werden. Ta über bie Rsinattage in
rledrichzdasen Lereris Fahrten mit „Zeppelin“jchisen für
as Priisuen arrangiert werden, dürften regelntige Lust—
chiffahrten vom Boden,ee nach Luzeen wohl nicht mehr
ange auf sich warten lassen

—— — —
Gerihtszeitang.
Schäfer Ast vor Gericht. Der durch seine Kuren
resonnte Schäser Ajt aus zigdboruch hatte sich vor dem
-zchössengericht n Lüneburg wegen sahrässiger zrör—
erlerung zu verantworren. Zu ihm war der Invalide
Leter RMege aus Harburg getommen, um Heilung von
inem Ohrenleiden zu fuchen. Wahrend der Behandlung
ourch Ast starb Riege. Tie als Sachverständige vernom—
nenen Aerzte erstatteten ein Gutachten dahin, daß die von
Aft verschriebenen Mittel gunz unschädlich gewesen jeien
ind daß sie datzer zu einer Verschlimmerung des Zustan—
des des Riege nicht beigetragen haätten. Inolgedessen kam
das Gericht zu einem Freisspruch. DTer Sidatzanwalt
zatie zwei Monate Gefänanis beantragt

Arbeiterbewegung.
— Angedrohte Massenkündigung. Wegen des Strei
es der Gieberetarbeiter bei dem Gevelsberger Such werk
a Hagen hat der Arbeitgeberverein sür die Kreize Ha—
en⸗Zchweim beschlossen, daz spätestens bis 4. Mai die
älfte der Velegschast in den Giefcreien gotündigt wird,
und daß 14 Täge später die Kündiczung für die andere
ülfte der Belegschast eintreien soll, satts bis dahin der
ireitk noch nicht deigelegt ist. Nach weiteren 14 Tagen
oll dann gegebenenfalls der Hälfte der Ardeiter in säint⸗—
ichen dem Arbeitgeverbenano angeschlossenen Vetrieben
ie Kündigung zugesietit werben.
— Bäckerstreik. Eine stark beuchte Aiiglieder⸗-Versamm—
ung des Verbandes der Bäcker in Magdeburg be—
chloͤß die sofortige Arbeilsniederlegung. Die Bäcker⸗Inn⸗
ing zeigt keinerlei Entgegenkommen.
Auͤsschreitugnen Streitenver. Die Marienwerder
treitenden organisierten Maurer und Zinnnerleute haben
ich schere Ausschreitungen zu Schulden konrmen lassen.
Szie übersfselen eiwa hundert Mann stark die nicht orgoni—
serten Maunrer und Banhilssarbeiter in der Nachbarstadt
denendurg, als diese sich zur Arbeit begabden. Die Strei⸗
inden hatten sich versteckt gehalten und sielen über die
uchts Ahnenden mit Stöcken und Knüppeln ꝛc. her. 5
Arbeitswillige wurden bei dem KHandgemenge derart ver—
etzt, daß sie ärztliche Hilse in Anspruch nehmen mußien.
ZRe Rädelsführer wurden verhaftet

— —
Vermischtes.
Zwei Städte übereinauder! Die seit längerer Zeit
itemommenen Ausgrabungen in Ostia, der alten Hasen—
ladt Roms, haben allmählich zu so merkwürdigen Er⸗
ebnissen gesührt, daß diese Ausgrabungen jetzt zu den
edentendsten und lehrreichsten gezählt werden müssen, die
egenwärtig im Gange sind. Was zunächst ans Licht ge—
ommen ist, das ist eine vollständig regelniäßige, auf
zrund eines einheitlichen, von einem Architetten entwor—
een Planes angelegte Stadt, die etwa dem zweiten nach⸗
zristlichen Jabhrhundert augehört und auf den Besehl des
aisers Hadrian erbaut orden zu sem scheint. —R
dertwürdigste aber ist, wie Prosessor Luctani ig einem
espräche mit eincan WMitarbetier der römischen „Tribung“
ervorhebt, daß diese ganze kaiserliche Stadt übher einer
steren repubtikanischen Stadt erbaut ist. Man hat hier
wei Städie vor sich, die zu einer gewissen Epoche se
iemlich gleichzeltie undß uehuuanser eristtert haben
tüisen: anf den Stcahen und Plätzen Ser Stadt cus der
epublitanischen Zeit erheben sich einsach die, die in der
daiserzeit neu angelegt wurden. Die Ursache dieser merk—
bürdigen Erscheinung liegt in der Bedrohung der Stadt
urch den Tiber, dessen Fluten ihre Gebäude bebrohten.
zie mußte daher, um vor dem Unergange gerettet zu
verden, wenigstens um 2,25 Meter höher gelegt werden.
die neue Stadt ist nun durchaus nach dem Typus der
nodernen amerikanischen Städte erbaut worden: rechtwink—
ig sich schneidende, gerade Straßen von erheblicher, zum
Teil'b's 20 Meter gehender Breite. Imeressant ist da—
bei, daß der moderne Grundsat der Trennung von Wohn—
ind Geschäftsvierteln in dem kaiserlichen Ostiag bereits ver—
virklicht worden ist; ein Teil der Stadt ist die Bade- und
Zatrizierstadt, die andere die Handelsstadt. Die Ausgrab—
ingen cröffnen hier einen annahernd ebenso unmittelbaren
nslick in das Leben und Treiben des römischen Groß—
andels und der Industrie, wie ihn uns Momweii in das
338 F—ddesteben ooestattot

e noach einet Pause, „wie mit Riemand; ich meine, Sie
erstehen mich am Besten und werden meine Worte nicht
nißbrauchen; weil Sie seibst von Anfang ae so ofsen zu
alt gerebet und mir alles erzühlt Haben, babe ich Rutrauen
u Ihnen gefaßt.“
„Und dies Zutreuen sollen Sie keinem schlechtän Manne
geschentt haben, ich weiß es zu ehren. Tas Vewußtsein
ich geliebt zu wissen, schmerzt Sie also?“
„Es ist mir unangenehm, drückend; weil meine Költe
den armen Menschen beleidigen muß. Aber ich kann mir
zoch delne Gefühle gewaltsam einssöhen, ebensowenig, wie
ch jermand fatraten kaem, den ick nicht liebe.“
Letzteres geschieht nun sehr häufig, und wenn Sie
twas wmieößr Lebenser'ahrung unk enichentenninis besä—
zeit, wirden Ste üder diejsen Puntt vpetteicht weniger
Wrolt denten; Vheruis, daß mancbhtes mädchtu Heinrichs
uttag stotrirendig cunetmen würte; cni jeden Jad iif
nas Gesnte, deitert zu sein, Abne Geerentieße zu em plin—
veit, ickt so Prtteent As tu tielben. 2Bus αrν Geliett
wrrien“
Tas ubcten halchte etstauut auf; bet batite Deu'zer,
Wr et cesen Worten ber des Foreerd vren rm.
chien ein sittler Verräter zu sein.
„Situd Sie vielleicht in diesen Slle?“ irgate Nart
heu lacheud,
„Nein“, beisettte Arause heastia; aber diese Hast, niit
er er cnen folden Gedanfen zurüdmies, flang eter ke—
ahenb ats verrteinend. Schnell leerte er dat zwete Glas,
ahlte und vertieß mit einen flüchngen Aoschiedsguuße die
Fatm, un den Syezierzang en sie Bode eiter inrizu
e e r

AWie soönderbat ist et dech heutet, murmelte dat Mab—
hen, während es dein Tabontisenten helb verwandert,
olbete ig näachblickte, bis er zwischen den Bänmeneines
anneunwöültchen? verichwunden war, „uttig, fast übecmütis
roblich kehrre er ein, und nun dieier pretztiche Umschlag
er hriteren Stimmung; habe ich ihm wehe getan, hahen
neine Börte eine zarte Seire seines Herzens berühtit —
Sieletden das babe ich erkannt. — — und ich, ich loide
ueh“ Genttsjam unterdrückte Barbchen die Traͤne, die
bewider iaren Wellen in dem Auge bilden wollke, und
Arte zu ihrer durch Rrauies Gricheinen umerernchenen
Aftigung zurück.
Dor titdarrt molchor ftich Jegensfpärfio In setlner Seéei—

Straßenschilder mit Biographien. Wie aus Char
ottenurg berichtet wird, ist dort eine Einrichtung getrof
en worden, die den Ztraßendafsanten, sozusagen im Zpa
ierengehen, historischen und kunstgeichichtlichen Schneltun
erricht geben will. Ueber den Straßenschildern an den
—sen der Straßen werden kleinere Schilder angebracht
velche als Erläuterung zu den Straßennamen dienen. Au:
diesen Schildchen wiederbolt sich der Name des Dichlers
des Komponisten, des Stanlsmannes und so weiter, nach
dem die Siraße benuint worden ist, unter Ergänzung
durch einige biographische Daen, zum Beisplel durch An
gahe seines Bernses, seines Fleburtstanes und seines To
destages. Eine wil!dmaene Neteßrung für alle diejeni
gen Poersonen, denen der Zhutiack länest entiolien ist und.
die genetrit sind, die Lücken ibter Jenntnisse ein wenit
auszufitisen

— —— —— —
Eine nuene Garnuison
st in diesem Mynat an unserer Nordseetküste in aller
Stille geschassen worben, und zwar eine Garnison von
hoher mititärischer Bedennuig sür den Kriegsfall. Es
var schen ngft lein Geneninis mehr, daß vie an der
-Insmiindeng getegene Intiel Borlum, die größste und
vestlichste der fir einen Krieg in den nordenien Ge
vässern wichligen Gruppe der ostfriesischen In,ein mit Be
seistigungsanlagen versehen wurde. Der Zweck lebtere
tonnle nur darm bestehen, unsere Floite bei der Äbwein
einer Blockade der Nordsechaäfen durch feindliche Schiijs,
mit einem festen Ztürpunkt auszurüsten und einem geg
nerischen Geschwaver die Möglichleit zu nehzmen, von der
als Basis seine Unternehmungen gegen unsere Küne mi
ihren bedeutenden Werten, dem Reichskrieshafen Wil
eimshaven und den reichen Handel-zzentren Bremen und
amburg, ins Werk zu seßen. Ein Blick auf die Narteé
eigt, daß Borkum gcaen das Vocgenen eirer feinlichet
Flotte in der michtung auf die Weser und brnrindun
ine flontierende Positton vietet, während das befestigt,
Zelgokand den Schntz in der Front zu bilden hätte. Nach
ent nunmetzr die Befestigungsanlagen auf Borkum so
veit fertiggestellt sind, daß sie bei einer notwendig wer—
enden Verteidigung mitzuwirken in der Lage sind, ist
Inmn eine danernde Besatzung gegeben worden, und zwar
Zurden hierzu vom Kriegsmimisterium drei Batterien des
Fußartillerie⸗Regiments von Hindersin (Pommerschen) 2
Jestimmt. Jedes der drei Bataillone dieses Regiments
velches in den drei bedeutendsten Hafenpunkten der Ost—
de — Swinemünde, Danzig (Neufahrwasser) und Pillau
— garnisensert und eine besondere Ausbildung in der
zedlenung der Küstengeschütze und im Seeschießen erhält,
hat eine Batterie abgegeben, so daß gewissermaßen ein
iertes Batailkoön unter dem Kommando des Stabsoffi—
zers vom Stabe gelildet worden ist. Der eigentliche Gar—
risonort soll Emden sein, jedoch mit der Maßgabe, daß
ets eine der Batierien im laufenden Wechsel auf Vorlum
nterkunftt zu nehmen hat. Bis zur Fertigstetlung des noch
u Bau befindlichen Emdener zRarsenements, die im näch—
en Srützzahr zu erwarten ist, verbleiben alle drei Batte—
en in Bortfumm Die Wahrnehmung der Geschäfte des
ommndensen für die neue Besestigung ist den Kom
santcur des Oldent urgischen Infanterie-Regiments Nr
1 neurnanmtlich übertragen worden.
— —
2
Zum Tode Björnson.
Paris, 29. April. Gestern Abend 11 Uhr reiste die
Familie Björnson über Körn und Hamburg nach Ropen—
jagen ab, woyin mit gleichem Zuge der tote Dichter ge—
racht wurde.
Christiania, 29. April. Der deutsche Geschäftsträger
n Christ'ania überreichte dem Minister des Aeußern ein
Schreiben der deuischen Regierung, worin diese ihr in⸗
astes Mitgesehl und die Teitnahme antäßlich des sehr
rohen nud schnirzlichen Sentuastes ausdrückte, den das
raische Woll duch Biörnsons Tod erlitten bat

— Das Entfsernen von Flecken. um vemiegen
us Teppichen zu entfernen, lege man auf den Flecken ein
Zlück dickes, brunies Papier und stelle darauf ein heißes
Zügeleisen. Nach einigen Minuten wird das Fett an dem
Papier sein. Wenn der Flecken das erstemal nicht vollstän⸗
zig verschwumden ist, wiederhole man den Vorgaaug. —
Roͤstflecke entfernt man aus Weißzeug, indem man den Saft
iner Zitrone in einen silbernen Eßlöffel träufelt und letzte—
en über eine Spirituslampe hält. Sobald der Inhalt kocht
legt man die fleckige Stelle des Zeuges hinein; in einigen
Sttunden wird der Fleck spurlos verschwunden sein

Bergoldete NRahmen reinigt man mittels In
Weinessig getauchten Schwammes, übersireicht den Rahmen,
äßt ihn damit 5 Minnuten stehen, spült dann mirt kaltem
Wasser nach und läßt ihn an mäßig warmem Ofen trocknen.
zie rochne man Rohmen mit Tüchory

Wurmstichige Holzmöbel vehandele wie
solgt: Nimm ein Stückchen Watte und reibe es mit trockenem
Naphtalin ein, scedaß die kleinen Bohrlöcher damit gefüllt
sind, und lasse die Möbel dann rihig einige Tage unbenutzt
stehen. Nötigenfalls wiederhole diese Einreibung noch ein—
asl

Untersatzteller für Blumen. Bei der Kun—
tur umserer Zimmerpflanzen werden vielfach Untersatzteller
verwendet; dieselben müssen aber außen und innen gléesiert
tein; haben sie den Zweck. das abtropfende Ber quftzun
nua vesand, um daselbst bei seinen Eltern die Vertenzer.
u verbringen, war der einzige Sohn des Kaufmannes
krause, oder vielmeht der Adoptivsohn desselben, wie man
zin und wider munkelte; ob Julius wirklich in verwandt⸗
chaftlichem Verhältnisse zu seinen Adoptiveltern stand,
vußte niemand mit Gewißheit zu behaupten, und der junge
Nann hatte nur ein einziges Mal versucht, hierüber miit
eitlten Eltern, die ihn wie ihr eigenes Kind liebten, zu
prechen, war aber mit der kurzen, fast unwilligen Bemerk
ung des Vaters abgewiesen worden, daßk er sein Kind sei
und dies möge ihm genügen
Und das Verhältnis zwischen Julius und seinen El—
tern war in der Tat ein so herzliches und inniges, wie
s sich nur dann bilden kann, wenn wahre Elternliebe
ind kindliche Pietät sich zum harmonischen Einklang ver—
inen. Noch nicht viele Jahre hatte die Krausesche Fami—
ie sich in der Stadt niedergelassen; st war von einem
twa zwanzig Meilen weit entfernten Orte eingewandert,
»a der Vater es für seine geschäftlichen Verbindungen für
Lorteil erkannt hatte, den früheren Wobhnort mit de
etzigen zu vertauschen.
Gern hätte er es gesehen, wenn Julius sich dem kauf—
nännischen Stande gewidmet und sein Geschäft übernom—
nen bätte, da dieser aber von früh auf für die Wissen⸗
chaft eine ungemeine Vorliebe an den Tag geleat batte,
'o ließ er dem Sohne freie Wahl.
Der alte Krause war ein ernster, bereits stark ergrauter
Mann; ein geheimer Gram schien auf seiner Seele zu la—⸗
ten, denn selten sah man ihn recht heiter und fröhlich,
daher war auch sein einsilbiges, wortkarges Wesen erklär—
sich; aus seinem düstern, umwölkten Blick und dem Run—
eln der tief gefurchten Stirn sprach ein stummer Seelen—
chmerz; er hatte ein gutes Herz, aber er war ebenso eisern
ind unerbittlich, wenn man seinem Willen und dem von
hm als Recht anertannten schroff entgegentrat. Auch seine
Frau schien mit ihm ein verborgenes Leid zu tragen, aber
wenn dies der Fall war, so geschah es schweigend, denn
riemals ward zwischen Beiden eines Umstandes Erwähn
mg getan, der auf einen tiefen Kummer schließen ließ.
ẽs schien ein Schwur oder ein stillschweigendes Ueberein—
ommen die Lippen der Eheleute zu schließen, die, wenn in
Lauf der Zeit das Schicksal ihren Herzen eine blutend
Wunde geschlagen hatte, es vermeiden wollten, durch gegen
eitftla- Eröorferuna Me vernarhte Wunde Pon Bbeuem —vin

fangen und Boden und Möbel zu schützen, so ist gegen de—
den Verwendung garnichts einzuwenden; soll abew der Ber
quemlichleit halber das Wasser hier hineingegossen werden
hble es vielfach geschieht, damit es durch das Abzugslece
ach oben ziehe ooder ist man zu bequem, das Ablropfwesse.
ah dem Gießen zu entsernen, dann kann die Verrendung
solcher Untersätze nicht genug verworfen werden. Trus Bii
erriatürliche dieser Gießmethode von unten läßt sich schee
barzus erkennen, daß alle Pflanzen der Natur den Regen
d. h. das zu ihrer Erholung nötige Wasser von oben, abe
Zicht von umten bekommen. Eine Vernachläfsigung uisere—
gzimmerpfsanzen nach dieser Richtung hin hat ein Sauerwer—
den der Erde, Absaulen der Wurzel und schließlich Eingehen
der Pflanzen zud Folae

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 30. April. Der nationalliberale Verei
für den Kreis Saarbrücken hält am Sonntag, den 8. Ma
im Saalbau zu Saarbrücken eine allgemeine Wählerver—
sammlung ab, in der Landtagsabgeordneten Dr. Lohman;
und die Landtagsabgeordneten unseres Kreises spreche
werden.
Berlin, 29. April. Ein folgenschwerer Unfall wir
aus Thorn gemeldet. Tort stürzte beute vormittag be
einem Uebungsritt insolge Durchgehens des Pferdes ei—.
Einjöhriger des 4. Ulanen-Regiments kopfüber vom Pferde
r fiel auf ein am Weg spielendes etwa vierjähriges Kind
Der Einjöhrige brach das Genick und war sofort tot. Ta—
Wius erüirt eine schwere Rückgratsverletzung und wurde i
hosffnungslosem Zustande nach dem Kranfenhaus trans
vortiert

Berlin, 29. April. Das Arbeitskammer-Gesetz ist heut
in der Reichsstaas-Kommission in der, Gesamtabstimmunsg
gegen eine Mehrheit des Zentrums, wirtschaftlichen Ver—
einigung, fortschrittliche Volkspartei, Sozialdemokraten unt
Polen gegen die Nationalliberalen, Reichspartei und —X
Konservativen angenommen worden. Der Bericht so
möglichst noch vor Pfingsten fertig gestellt werden.
München, 29. April. In der Jiertalstraße wurde de
40jaͤhrige Kommissionär Kroner, als er aus einem Haus:
trat, von einem Lastwagen so an die Wand gedrückt, das
er auf der Stelle tot war.
Wien, 29. April. Aus dem Geständnis Hofrichtere
geht hervor, daß er aml4. November v. J. um 6 Uhr Mor—
gens die Giftbriefe — es waren 12 — in den Postkasten
beim Cafe Westend in Maria geworfen habe. Das Cyan—
kali hat er nach seiner Angabe sich schon vor längerer Zei
bdon einem Verwandten in Schlesien unauffällig verschafft
Hofrichter bat gestern nachmittag, vor den die Untersuchung
lihrenden Major-Auditor Kuntz geführt zu werden, wo e⸗
nisehr aufgeregtem Zustande das Geständnis nur stoß
weise hervorbringen konnte. Nach dem Geständnis war
Hofrichter aufs tiefste erschüttert und es wurde ihm Ruh—
vergönnt und wieder in seine Zelle geführt. Von dem Ge—
ständnis Hofrichters wurde sofort der Kaiser in Kenntnis
gesetzt. Bekanntlich hätte, Hofrichter, wenn er nicht gestan—
den hätte, nach dem noch jetzt geltenden alten Militärstraf—
prozeß⸗Gesetz nicht zum Tode verurteilt werden können
Dagegen kaun jetzt, nachdem er das Geständnis abgeleg
hat, eine Verurteilung zum Tode erfolgen. Frau Hofrichte
wurde erst vor Beginn ihres Verhörs von dem Geständnis
ihres Gatten in Kenntnis gesetzt. Sie nahm diese Mittei—
lung mit einer ziemlichen Ruhe und ohne sonderliche Ueber—
raschung auf, als ob sie mit diesem Geständnis schon seir
ängerer Zeit gerechnet hätte.
London, 30. April. Auf etner Versammlung de
Maschinisten und Heizer des Kohlenbergbaues von Südwales
in Swansea, bei der 47 Bergwerke vertreten waren, wurd
einstimmig beschlossen, am J. Mai zu kündigen. Ale
Kündigungsgrund wird angegeben, daß die Vorschläge der
Arbeiter, betreffend eine neue Lohnliste, keine Beachtung ge—
funden hätte. Nach Ablauf der Kündigunagsfrist werden
gegen 15 000 Mann feiern müssen.
Bukarest, 29. April. Wie die hiesigen Zeitungen zu
melden wissen, sollen gestern in Kiew große Progrome stattgefunden
 haben. Es sei zu erbitterten Kämpfen zwischen
Huligans und Juden gekommen, wobei hunderte von Juden
getötet und viele schwer verletzt worden seien. Frauen und
Kinder seien niedergemacht worden. Einer schwangeren
Frau wurde der Leib aufgeschnitten und sie dann aus dem
zweiten Stock zum Fenster hinausgeworfen. Polizei und
Gendarmen hätten dem Treiben ruhig zugesehen und viel
von ihnen hätten sich sogar daran beteiligt. Eine Deputation
der Juden, welche bei dem General-Gouverneur um Schut
bitten wollte, sei von diesem nicht vorgelassen worden. Di—
Spitäler sind von Verwundeten überfü
—*
zureißen. Ihr Stolz, ihre Freude war Julius, ein ebenso
quter Sohn als trefflicher Mensch, der nur sich darin von
seinen Eltern unterschied, daß er den geheimen Graw
nicht teilte, sondern als fröhlicher Studkosus das Leber
bon der heitern Seite anzusebeß vlegte; wenn auch, wi
dies bei lustigen Lemperamenten sehr oft zu geschehen
pflegt, diese Heiterkeit leicht in Melancholie und Wehmun
sich verwandeln konnte. — Der Genuß, den das Zerien—
leben in der „Philisterstadt' dem Studenten bot, waren die
Morgenpromenaden in die freten Berge hinein, die Julius
mit feltener Pünktlichkeit vom ersten Tage an ununterbro—
hen gemacht hatle; in der Farm, deren einladendes Aeu
zere, Reinlichkeit und wohlgeordnete Wirtschaft ihmn an
prachen, pflegte er regelmäßig Milch zu trinten, — viel
leicht auch fuͤhrte ihn noch ein anderes Motiv so pünkt
lich an jedem Morgen nach dem Gehöfte; hierüber mocht
ex sich selbst keine Rechenschaft ablegen.
Es war an dem Nachmittage dessellen Tages, ar
dem Julius hastig, fast ohne Gruß am Morgen weiterge
eilt war als Barbchen in der Wohnstube, mit einer Hand
arbeit beschäftigt, saß; sie war allein. Die Töchter des
Hauses hatten einen Gang nach der Stadt angetreten, un
eine Freundin zu besuchen. Barbchen konnte sich heute
— sie wußte selbst nicht weshalb und hätte fast mit sick
gezürnt — des Gedankens an den Studiosen Krause, sei—
ner Worte und seines sonderbaren Wesens nicht erwehren
immer stand sein Bild vor ihrem geistigen Auge. Weni
ie sich scharf prüfte und ihr Herz befragte, so mußte sit
ich sagen, daß sie eine geheine Furcht vor dem lustig
poöͤttischen Tone des Mannes empfand; und doch war e
so interessant; vielleicht war es eben das geheime Grauei
bdor ihm, das ihn interessant machte, vielleicht war eit
nstinktives Gefühl der Furcht der erste Grad der Sym—
pathie gewesen — wer mochte das wissen? Dies Mäd—
chen hatte, seit es das Kloster verlassen, sein stilles, ein
tames Leben in dem Dorfe fortgesetzt und — da es höchi
Alten die Stadt besuchte, — mit Wenigen vertehrt; abe
diesen Wenigen wußte das ganze Wesen Barbchens, ihr
sittsame, jungfräulich stolze Erscheinung und ein höhere
Grad der Bildung, wie er in der Regel auf dem Land
nicht gesunden wird. zu imvonieren
            
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