Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 96
Postschließfach Nre

Mittwoch, den M. April 1910.
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Amtliches Publikationsorgan c
Abonneme nis prer für die Bürgermeifterei Dudweiler.
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vei der Post bestellt A 2,25 vierteljährlich. Fexnlprech⸗ Anschluß Saarbrucken Nr. 60, 288, 269 u. 1201
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23. Jahrgang

Postschließfach Nr. 14.

Redaktion, Druck und Verlag von J Unterkeller Dudweiler. —AX—D——————————„—„———⏑ 2⏑ 2 —

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veit, da diese in den meisten Fragen stimmberechtigt und
ur in wenißgen Fällen beratend an der Erledigung der
lusgabe der Verbände telzunehmen und den Verwaltungs
uuschüssen ihr Gutachten abzugeben haben, ehe diese über
»de Höhe der Strombau- und Unterhaltunskoften, Zinser
in» Tilgungsraten, Abgabentarise, Beginn der Abgaben
re unzg, der Zahlungen der Stromverbesserungen und
»ꝛe Bildung zu Ausgleichsfonds beschließen. Außerdem
ind sie von den Verwaltungsanusschüssen über die Strom—
»ausen, sowie über die meisten übrigen Arbeiten aui dem
Lau,enden zu erhalten.
Für die Güter, von denen Schiffahrtsabgaben erho—
hen werden, werden in allen drei Verbänden einheitliche
Tarife in fünf Klassen gebildet, die nach Tonnenkilome—
lern gestaffselt sind und von unten nach oben 0,02, 0,04.
,06, 0,08, 0,10 Pfg. betragen sollen. Wenn neue Fluß—
trecken in den Verband aufgenommen werden, etwa die
Nosel, so könen die Verwaltungsausschüsse Zuschläge zu
den festgesetzten Tarifen beschließen, falls die Beiräte da
min einverstanden sind. Für den Rhein und Main unter
halb Offenbach beginnt die Abgabenerhebung, wenn etw
25 v. H. der gemeinsamen Baukosten für Main- und Nek
tarkoenalisierung und Rheinregulierung zwischen Sondern
he'm und Straßburg ausgegeben sind. Die Abgaben sin
von den Schiffern zu bezahlen, doch sind außer ihnen
Zechessseigentümer und entsprechend ihrem Anteil an der
Ladung Absender und Empfänger für die Bezahlung haft—
har. Auf Hinterziehung der Schiffahrtsabgaben, welcher
Art sie auch sein mögen, stehen Geldstrasen vom vier- bis
zum zwanzigfachen des hinterzogenen Betrags, der geeich—
alls noch zu entrichten ist. Ebenso werden für die falsch
fẽinziehung der Abgaben hohe Geldstrafen festgesetzt. Auch
rerden scharfe Kontrollbestimmungen vorgesehen. Der
zeitbunkt, von dem das Gesetz, das alle bestehenden
zchiffahrtsabgabenverträge innerhalb des Reiches aufhebt,
n Kraft tritt, bestimmt der Bundesrat; da aber der
keichstag auf keinen Fall vor Wiederbeginn seiner Sitz
inz nach der Vertagung sich mit dem Entwurj beschäftigt
vürde das Gesetz schwerlich vor Anfang 1911 in Kraft
reten können, falls es überhaupt zustunde kommt.
— — —
Volitische danudschau.
Deutsches Reich.
* Die erste Lesung in der Kommission für den Ent—
vurf eines Arbeitskammergesetzes ist beendet und die
weite Lesung dürfte noch im Laufe der Woche stattfin
en Das Plenum des Reichstages wird sich jedoch mit
er Vorlage erst nach seinem Wiederzusammentritt im
derbst beschäftigen. Nach dem Ergebnis der Kommis
sons beratungen, an dem auch die zweite Lesung nichté
nehr ändern dürfte, scheint es, als ob diejenigen recht
ehalten werden, die einer erneuten Einbringung des Ge
tzes widerrieten, weil auf ein Zustandekommen der Vor—
age doch nicht zu rechnen ist. Die Kommission hat ir
ebereinstimmung mit den Beschlüssen in der ersten Ses
on der laufenden Legislaturperiode eine Reihe grund
»gender Aenderungen aͤn dem Entwurf vorgenommen
ämlich: die Herabsetzung des Lebensalters für die Wahl
eteiligung und die Wählbarkeit, die Einbeziehung der
Verkmeister in- die Arbeitskammern, die Errichtung der
dammern durch den Bundesrat an Stelle der Landeszent
nAbehörden, die Unterstellung der Arbeiter in Eisenbahn
verkstätten unter die Kammern und die Wählbarkeit de
Arbeitersekretäire. Die Hauptschwierigkeit bildet der Be
chluß der Kommission — der voraussichtlich auch im Ple—
ium gutgeheißen werden wird — die Unterstellung der
xisenbahnarbeiter unter die Arbeitskammern. Die Regie
ung ist hiermit unter keinen Umständen einverstanden. Ar
»ieser Frage kann das ganze Gesetz scheitern, um
essen Einbringung der Reichstaga sich üher 10 Tahre lan⸗—
emüht hat.
* Die von der Sozialdemokratie anläßlich der Mai—
eier am Sonntag, den 1. Mai geplanten Straßenumzüge
ind in Treptow, Oberschönweide und Zehlendorf durch
»ie Amtsvorsteher polizeilich verboten worden mit der Be—
zründung, daß der öffentliche Verkehr auf den Straßen
urch die Umzüge gefährdet werde. In Mariendorf ist
ie Erlaubnis zum Umzuge ebhenfalls versgat. aber nur
ir die Haupistrafen.
*Dem „Hann. Cour.“ wird aus Wien gemeldet, daß
»ei Gelegenheit der Taufe des Erbgroßherzogs von Meck—
enburg-Schwerin eine Zusammenkunft zwischen Kaiser
Wilhelm und dem Herzog von Cumberland statt
inden wird. — Aus Gmunden wird demselben Blatte
weiter berichtet, daß von herzoglich cumberländischer Seite
diese Meldung nicht dementiert wird.
* Der Magistrat von Frankfurt a. M. hat dem Reichs—
lag eine die Reichs-Wertzuwäachssteuer betressende Einn
rabe zusehen lassen. In erster Linie wird um grund—
ätzliche Ablehnung ersucht, in zweiter Linie werden Ver—
»enerungsnnrichläge gemacht.
Frankreich.
* Der „Matin“ veröffentlicht eine Aufstellung über die
ztimmenzahlen der verschiedenen Parteien
ei den am Sonntag stattgesfundenen Wahlen. Es geht
araus hervor, daß die Partei der republikanischen Kon—
entration, welche die radikalen Sozialisten, die Links-Re—
ublikaner und die unabhängigen Sozialisten umfaßt, rund
909-347 Stimmen erhalten hat. Die Progressisien und
ziberalen erhielten 1524622 und die geeinigten Soziali—
en und Revolutionäre 1094 837 Stimmen
Rußland.
* Die diesjährigen großen Manöver finden vom 8.
»is 11. September im Gouvernement Wilna statt. Daran
nerden das 2., 3. und 4. Armeekorps teilnehmen.
Italien.
* Dem „Secolo“ wird aus Konstantinopel telegraphiert:
das italienische Königspaar werde nach Beendigung
er Festlichteiten für den Fürsten von Monaco sich nach
ettinje und Konstantinopel begeben. Tie Nachricht wird
son autoritativer Seite heitätigt.
Griechenland.
* Dienstag Nachmittag traf in Korfu auf einem öster—
richischen Lioydschiff der griechische Kronprinz und die
ronprinzessin, sowe Prinz Georg von
zriechenhand mit Famitie ein. BZum Enpfang an
er Landungssielle bere sich die gesamte königliche Fa—
zilie mit dem Hoisi eAngefunden. Die Begeisterung der
zolksmenge, die den njen dicht umdrängte, war bei—
iellos Die Begrußung zwischen dem Kronprinz und
em König war äußerst herzlich. Die Polizei war machtos
 gegen den Andrang des Publilums., das riej, es hätte
unmehr die Kaseruen-Bereitschaft satt, es wolle ohne Po—
zei und Absperrung den Kronprinzen begrüßen. Mit Mühe
urden erneurze Zusammenstöße verhendert. Auf einen
Kink des Rönigs zog sich die Polizei zurück. Die Menge
gleite:'e die Herrschafren bis zum Schloß. Als der Kron⸗
rit oRo MAIA ——cHhHion t— 8⸗ç

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xnihusasunis ver Beunge teine Grenzen. Der Kronprinz
zankte mit wwenigen Worken für den abermaligen rühren—
zen Veweis von Zuncigung und Treue und schloß mit
inem Hoch auf GEriechenland.

Deutuser veichstag.
Nachm. 2 Uhr Berlin, 27. Aprin
(74. Sitzung.)
Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lef
ung der Vorlage betr. Verlängerung des deutsch-ichwedi
schen Handelsabkommens.
Abg. Graf Kanit (kons.): Wir sollten Schweden
gegenüber nicht so nachgiebig sein, fondern nötigenfalls
unseren Generaltarif zur Anwendung brin n. Redner sor
dert Maßnahmen gegen die französischen „esserhöhungen
Ohne weitere Debatte wird hierauf die orlage defi
nitis angenommen.
Es folgt die dritte Lesan: des Gesetzes vetr. Haif
hunmna des Reiches für seine Beamten.
Abg Heine Goz.) erklärt nochmals, daß sein«
Freunde nach wie vor gegen den Ausschluß der farbiger
Beamten seien.
Damit schließt die Generaldebatte. In der Spezial
heratung wird bei 8 4 ein Antrag Schulttz (Rchsp.) und
Erzberger (Zitr.) angenommen, der auch das Schutz
zebiet Kiautschou in das Gesetz einbezieht. Mit dieser
Aenderung wird das Gesetz definitiv genehmigt.
Debattelos wird das Gesetz betr. Aenderung des
Reichsschuldbuchs in dritter Lesung erledigt.
Eine Uebersicht über die Ausgaben und Einnahmer
des Reichs für 1906 wird debattelos angenommen
ebenso die Uebersicht für das Schutzaebiet Kiautschou fü
190 4 - 05.
Es solgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfes über
die Gewährung von Beihilien für Krieasteisveßb
mer.
Abg. Prinz SchönaichCarolath bemerkt 11
der Generaldebatte, es sei eine patriotische Pflicht, für di
LBeteranen zu sorgen. Zu bedauern sei die Ablehnung de
Vehrsteuer-Resolution. Der in der Resolution Ablaß vor—
geschlagene Weg, die Beihilfen durch Verkürzung der Lie
besgaben aufzubringen, sei nicht gangbar. Redner schläg—
yor, in einer freien Konferenz über die Deckunasfraae 3
eraten.
Schatzsekretär Wermuth: Ich habe die Hoffnung
»aß sich noch ein Weg zur Deckung der Ausgaben finder
vird. Vielleicht läßt sich ein Teil des Ertrages der Reichs
vertzuwachssteuer sür diesen Zweck verwenden.
Abg. Arnstadt (cons.) erklärt, seine Partei halte
in der Wehrsteuer fest. Jedenfalls müssen unsere alter
Leteranen jetzt endlich einen Ehrensold erhalten.
Nach längerer Debatte über diesen Gegenstand wirt
der Veteranen-Gesetzentwurf a n gen om men und zwor
e i n sti m mmig. (GGravo!)
Freitag 2 Uhr: Handelsvertrags-⸗Abkommen mit Egyp
ten, Nachtrags-Etat betr. Aufstand-Ausgaben für Südweñ
afrika und Siellenverwittelungsgesetz.

.

—

China.
* Nach einem Tesegramm der „Times“ aus Schanghai
ind dort mehrere Telegramme eingetroffen, wonach di
Lage in Tichaugscha als von neuem sehr schwie
ring bezeichnet wird. Einzelheiten sind in dem Tele—
gramm nicht angegeben. Es geht aber daraus hervor, daß
nder letzten Zeit die Unzufriedenheit der Eingeborenen
ioch verschürft hat, und daß die Regierung nicht in de
Lade ist der Situation KHerrt zu werden

An unsere verehrl. Abonnenten!
Einem vielseitigen Wunsche aus unserem
Abonnentenkreise entsprechend, haben wir mit einer
rroßen Lebensversicherungs-Gesellschaft einen Ver—
rag
zur Versicherung unserer Abonnenten
ß ö—
jegen Todesfall, hervorgerufen durch Unfall. ab—
eschlossen.
UAbh 1 Mai sind unsere Moxrnenten für

Der Kampf im Bangewerbe.
Berlin, 27. April. Die Zentralverbände der Arbei
er haben jetzt ihre Zusammenstellung über den Umfan—
er Bauarbeiter-Aussperrung im Reiche fertig gestellt. Dar
ach sind noch rund 150 000 Arbeiter von der Aussperr
ing im Reiche fertiggestellt. Darnach sind noch rund
50 000 Arbeiter von der Aussperrung betroffen und zwar
0000 Maurer, 24 000 Zimmerer, 24 000 Bauhilfsarbei
er von den freien Gewerkschaften. Der Rest entfällt au
die Mitglieder des christlichen Verbandes und auf unor—
zanisierte Arbeiter.
Berlin, 27. April. Dienstag Abend kam es in Ber
in abermals zu blutige Zusammenstößen zwi
chen arbeitswilligen und streikenden Gerüstarbeitern. In
er Isoldestraße zu Friedenau wurden einige Arbeitswil—
ige, als sie von der Arbeit kamen, von Ctreikenden an
lefallen. Es entstand ein Handgemenge, bei dem Revol—
zerschüsse abgegeben wurden, die jedoch fehl gingen. —
Fin Arbeiter wurde durch einen Messerstich schwer ver—
etzt. Der Polizei gelang es schließlich, die Parteien zu
rennen. Die Streitenden entzogen sich ihrer Feststellung
urch die Flucht.
Essen, 27. April. Die Zahl der Ausgesperrten im
Jaugewerbe in Rheinland und Westfalen wurde in einer
zersammlung der Arbeitgeber auf 22 000 von 35 000 Be—
häftigten angegeben.
Biörnson gestorben.
Paris, 27. April.
3 nach Vollendung seines 77. Lebensjah—
res ist hier der norwegische Dichter Björnson qge—
storben.
Norwegens geistiges Haupt, der Mensch und Dichter
n dem wie in keinem anderen typisches Norwegertum. au
iverragender Größe gesteigert, sich verkörperte, hat nun
doch die Augen geschlossen. Man erinnert sich in dieser
Ztunde der Worte, die Knut Hamsun, sicherlich der be—
leistertste Bewunderer, den Björnson je gefunden, in der
doman „Mysterien“ über ihn geschrieben hat: „Er ist der
inzige wahre Dichter, den wir haben, und der einzige
virklich große Mann unserer Zeit. Wie ein Feuerbal
zurch das Weltall, so rast er durch das Leben.“ In die
en Worten liegt — trotz allem Ueberschwang — ein gu—
es Stück Wahrheit. Björnson war wirklich wie ein Feuer—
ball — immer voll An voll Bewequnga. Glui. di—

SD.

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ersichert.
Unseren Abonnenten haben wir im Laufe
es Monats Gelegenheit geboten, sich von dem
eichlichen Inhalt und dem vorzüalichen Lesestoff
*
⸗
Dudweiler Zeitung
u überzeugen.
Die Dudweiler Zeitung kann sich betr. In—
zalt und Schnelligkeit in telegraphischen Nachrichten,
zolitischen Berichten und anderem Stoff getrost
eder größeren Tageszeitung an die Seite stellen.
Aus diesem Grunde hoffen wir auch auf
eichliche Unterstützung unserer verehrten Einwoh—
ierschaft.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Redaktion und Verlag.
J. Unterkeller.

2 Z
Letzte Telegramme.
Berlin, 28. April. Das Berliner Tageblatt teilt heut
rüh mit, daß die Vertrauensmänner der Fortschrittlichen.
Volkspartei und der Nationalliberalen gegenwärtig Ver
sandlungen angeknüpft hätten, die auf ein gemeinsame—
Lorgehen bei den nächsten Reichstagswahlen hinzielten
Die Zweigorganisationen sollen aufgefordert werden, sid
obald als moͤglich über die Kandidatenfrage zu einigen un
odann der Partei von den Resultaten Mitteilung zu macher
London, 28. April. Graham White und Paulhar
saben gestern mit ihren Apparaten den Flug um der
200 000 Mark⸗Preis angetreten. Das Aufsteigen am Vor
mittage mußte wegen des starken Windes unterbleiben, de
Start wurde auf die ersten Nachmittagsstunden verschoben
White unternahm einen Probeflug, landete aber bald wie
»er, da sein Flugapparat in dem starken Winde bedenklid
chwankte. Das nach vielen Tausenden zählende Publikun
»enahm sich sehr ordnungswidrig. Es stieg über die Bar
ieren und lief schnurstracks in den Kurs des Aviatikers
hinein. Nur mit Mühe konnte aus diesem Grunde Whit
iner Katastrophe entgehen. Gegen 85 Uhr flaute der Wint
ib; sofort erschien Paulham und stieg auf. Kaum hatt:
White dies gehört, als auch er zu seiner Halle eilte unt
»en Preisflug begann. Um 5 Uhr 26 Minuten strebter
eide Aviatiker dem Ziele Manchester zu. Man folgte ihren
Fluge in bereitstehenden Extrazügen. Paulham legte als
erste Strecke 120 englische Meilen zurück und kaum bi—
viohfield. White ging bei Roade nieder. Von diesen Stel—
en werden die Flüge bis Manchester fortgesetzt.
London, 28. April. „Daily Chronicle“ teilt mit, dal
hraham White bei seiner Landung im 200000 Mark-Fluc
rauria und bedrückt gewesen sei uͤber den Vorsprung, dern
ein Konkurrent Paulham bis jetzt erreicht habe. Whit—
zlaubt aber dennoch an seinen Sieg und hofft früher al⸗
Laulham Manchester zu erreichen. Heute wird der weit
Weitflug am Vorn'tag begin
Lokales und Vermischtes.
Die neue Lustbarkeitssteuer- Ordnung der e
meinde Dudweiler liegt in einer besonderen Anlage der heu
igen Auflage bei. Alle Interessenten seien darauf mit dem An
heimgeben aufmerksam gemacht, diese neue Ordnung gru
aufzubewahren, da hier die einzelnen Bestimmungen übe
die Handhabung der neuen Lustbarkeitsstener niedergelegt sind
Theater. (Gin gesandt.) Die Theatersaison hier sieh
in Folge des schlechten Besuches ihrem Ende entgegen, und
s ist tief zu bedauern, daß man hier ein derartiges wirk
ich gutes reelles Unternehmen nicht zu schätzen weiß, inder
doch von Seiten unseres Publikums gar keine Beteiligunc
tattsindet! Wir können von den gebotenen Leistungen nu
lobenswertes berichten und man ist erstaunt, stets gähnent
Leere zu sehen, was Direktion und Mitglieder nicht be
Jeistern kann und dennoch bleiben die künstlerischen Leistuv
zen auf der Höhe! — Morgen geht „Johannissfeuer“
Sudermanns bedeutenstes Werk, in Szene als Benefiz fü—
wei sehr beliebte Mitglieder, Frl. Marga Granzius un'
Herr Rohr, welche uns durch ihre Darbietungen schon
rfreuten. Jedenfalls steht uns durch die morgige Vorste!
lung ein großer Genuß bevor und dürfte doppelte Anziehungs
kraft besißen. Darum hoffen und wünschen wir Direkm
und Benefizianten ein volles Haus.
Frost hatten wir in beiden letzten Nächten. Ein wahr«
hlück ist es, daß wir am Tage keine RNasse Witterung ha
»en, da sonst der Schaden ein bedeutend größerer gewe
en wäre. Auch vom Hochnosd Sunsrück usm wird rĩte
»A f Ist Jonos—

—

— — — — *

—

ov i —7
Das Schiffahrtsabgabengesetz.
Der Gesetzentwurf über die Einführung von Schiff—
ahrtsabgaben liegt bekanntlich noch im Bundesrat, der
ie Beschlußfassung über den Entwurf erst kürzlich —7
er bis auf weiteres vertagte. Troßzdenn c.0 ber den
entwurf in seiner nenen Gestalt noch nicht einmal vom
zundesrat eine Entscheidung gefällt worden ist, macht
ie „Straßb. Post“ über den Jühalt dieses Entwurfs schon
iemlich eingehende Mitteilungen, die sich naturgemaäf
auptsächlich auf den Rhein beziehen.
Danach sieht der Entwurf vor, daß die Abgaben aus
iatürlichen Wasserstraßen für Einrichtungen, die der Er—
eichterung des Verkehrs dienen, und auf künstlichen Was—
erstraßen zu erheben sind. Der Entwurf bestimmt ferner,
aß die Abgaben nicht die zur Herstellung und Unterhal—⸗
ung der Wasserstraßen nötigen Kosten überschreiten dür—
en. Die Kosten für Aknngen, die auch andern Zwecken
ils dem Verkehr dienen, dürfen nur teilweise von den
Zchiffahrtsabgaben gedeckt werden. Für Rhein, Weser
ind Elbe, in deren Stromgebiet Abgaben zu erheben
ind, werden Stromverbände gebildet. Der des Rheins
imfaßt den Rhein und Main von Aschafsenburg und den
Neckar von Heilbronn an, aber nicht die Mofel' Zu ihm
Jehören die Staaten Baden, Elsaß-Lothringen, Württem—
erg, Hessen, Bayern und Preußen. Im Rheinverband
nüssen die Ertraͤge der Saaahrtsabgaben verwendet
verden für die Herstellung einer Fahrwässertiese, die un—
er Zugrundelegung des Wasserstandes von 1908 zwischen
Straßburg und Sondernheimee Meter, zwischen Mann—
)eim und St. Goar 2,50 Meter, im Main zwischen Aschas⸗
senburg und Offenbach 2,50 Meter und im Reckar zwi—
chen Heilbronn und Ranndeim 50 Meter veträgt. In
die von den Abgaben zu bestreitenden Ausgaben sind alle
den Stromverbänden bei der Durchführung ihrer Aufga—
en erwachsenen XRXosten einzurechnen einschließlich der ün
erhaltung älterer im Schiftahrtsverkehr stehender Anla
en für das Moselgebiet. Wichtig ist die Bestimmung, daß
ie Mittel der Verbände auch für solche Flüsse mitver—
vendet werden können, die in eitem der drei Stromge—
Riete auf deutschent Böoden liegen, falls sowohl die zu
ildenden Verteilungsausschüsse, wie die gleichfalls einzu—
ebenden Strombaukäte es mit zwei Trittel Mehrheit be—
chließen. In dem Verwaltungsausschuß. den der Rhein—
Tomverband für die Besorçung seiner Rngelegenheiten ein—
usetzen hat, follen sich drei Kertreser von Preu“en, zwei
'on Baden, je einer von den übrigen beteiligten Staa—
en besinden. In fim lichen Verwaltumngsausschüssen führt
or uzen den Vorsitz. Die Strombeiräte, die den Verwal—
ngsausschessen beisgegeben werden und sich ous den am
usbdau der Wasserftraven und am Schifsahrtsoerlehr im
esten Umfang beteiligten Kressen zusammensetzen, er—
aben gleichfals e ne Toeft umte Amzahl ven Mitgliedern,
d zwar far den Nh iwersiand, 18 devon entfallen auf
eunen 6Grauf Baden ie 4 a4u' die AInzeren beteiligten
Dioe Aeinaniine der Sitrom herte e—n sehr

Rißrusfon *

Begeisterung war, und Bewegung, die Entwickelung war
Björnson hatte immer ein Gestern überwunden und war
»eshalb zu jeder Zeit seines Lebens ein anderer. Mar
sat ihn daher der Unbeständigkeit geziehen, der Wandel—
»arkeit, ja sogar der Prinzipienlosigkeit. Aber das alle—
ag in seinem Feuerball-Temperamente begründet. Er be
ovegte sich immer, mußte sich bewegen. In seinem Leber
ind Fühlen gab es keine Schlußpunkte und markant trit
siies in seinen dramatischen Werken hervor: die Schluf
kte gelangen ihm nie. So wuchtig seine Dramen sich ent
vickelten — so schwach schlossen sie. Er hatte Ausrufezei
hen zur Verfügung, aber leine Schlußpunkte, nur gleickh
artig in der Begeisterung, mit der er alles wurde, aleich
rurtig in dor starkon Miüurht forner NMorfjönlichte

Ueber die letzten Augenblicke des in Gegenwart seiner
zchwester verstorbenen Dichters Björnson wird berichter
aß einige Sekunden, bevor Biörnson seinen Geist auf
ab, er sich mit seinem Oberkörper vom Beit aufhob, seh—
nühsam die rechte Hand in die Nähe seines Herzens
rachte und dann mit schwacher Stimme zu seiner neber
hm sitzenden Tochter saase 64 in zu Ende Sieroui fie
r 2urit und mar t—

Kopenhagen, 27. April. Der Tod Björnsons ho
sier und in seiner Heiniar die größte Bewegung hervo—
serufen. Nach französischem Gesetz muß eine Leiche, di
licht in der Stadt begraben werden soll, in der der Toͤ
rfolgt ist, vor 24 Stunden aus dem Stadtgebiet seir
die Ueberführung der Leiche nach Christiania, soll aber
venn die Erlaubnis dazu gegeben wird, erst morgen er
olgen. Der Kondukt wird am Samstag früh 410 Uh
n Kopenhagen eintreffen. Schon vor dieser Zeit wirb
in norwegisches Kriegsschiff iB Hafen bereit liegen, un
em toten Dichter das Geleit in die Heimat zu geben
zjörnsons Leiche wird hier in Kopenhagen mit den größ
en Feierlichkeiten empsangen werden und durch die Haupt
traßen der Stadt nach dem Hafen überführt, um dor
Juf einen norwegischen Kreuzer gebracht zu werden. Ir
zhristiania werden die Trauerfeierlichkeiten für Bijörnsor
nit dem geplanten Besuch Roosevelts zusammentreffen
Nan wird daher Roosevelt zu bewegen suchen, zuerj
ztockholm zu besuchen, falls er es nicht vorzieht. der
— IAIEk 5 von Dichtor 6042—6Br-—
            
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