Full text : Dudweiler Zeitung

ouverneur beschlotsen fein souun. Ungefahr 60 Neger
ollen in Haft genommen worden sein, darunter der Füh⸗—
er der unabhangigen Neger. Die Vorhaftungen erfoldien
menilch in Havanng, Santa Clara und den öjtlichen
vinzen. Als die Nachricht von diezen Verhastungen
lannt wurde, machten die Neger in der Provinz Pinar
iid den Versuch, fich zu erheben. Die Regierung, dic
Nodalen Verhaltens der bäuerlichen Provinz versichert
inn sest die Untersuchung in dieser Angelegenheit fort.

* * ⸗2
Von der Luftschiffahrt.
„Zeppelins 2.“ Zerstörung.
wWeilburg, 26. April. Ucber die Katastrophe, des
3 7wird gemeldet: Die vordere Gondel steht bereits
Nelest vom Schisfstörper am Boden. Die Ballonnetts
bis anf einige im Vorder chist, die sräter enilcer:
enelnnsen. Ter Wind bohrt sich in den Olue
oed per, vrot in hean nd brot an, den Vers
8 Inz die BRengieregen u werfen. Ueer der
* hIn der it chere icein, igenzes festäne en i⸗
Hean na unmnr der enige Ten diaa eraftes in der —AV —
neren oilden on denn vornnei — Vovorn verau⸗
ute Tragseil wie die alt. sie icle der oräα sich oan
en, durch das⸗ jai isuene Hercten Dadlait actoorben
7* bgelrechen, als plötztich an hesüger Sindioß den
i er ersabte. Die noch an der henieren nael po—
erien Soldaten, die noch eine ceie weit geschleist wur—
en onnen das bereits n die Höhe gehende Schisf nicht
dehr festhatten, wesyalb der bie vin sicht übrende Oisi.
ier kommandierte: Loelu — Ein Mon eur, der sich, in
er Gondel befand, konnie in dieem Augenblick noch her⸗
ospringen, sodaß er otne —VW ngtn davon kani. Run
hurde das Luirschiff rasch vom Sturme Wweggetrieben
lus südwestlicher Richtung kam das Lustuschiff gegen Kirch
ofen direlt auf das Lahnthal. Es gun mit der Spitze
Zran und streifte die Baumkronen. Im Lahuthal riß
ine Windböe den Schiffskörper heftig herum und führie
hn mit der Längsseite am Fluß vorüber zum Wever—
berger Kurz vor dem Berge wurde das Luftschiff noch
inige Male herum geschleudert und kam dann zur Erde.
z8 wurde mit der Breitseite gegen den Berg geworfen,
vobei einige Telegraphenstangen geknickt wurden. Der
machtige Schiffskörper krachte mitten entzwei. Der Wind,
Fer immer heftiger wurde, hob das Vuftschiff noch emmal
n die Höhe und schob es ganz auf den Berg hinauf. Der
zintere Teil des Ballons wurde fast völlig zertrümmert,
vährend die vordere Hälfte verhälinizmäßig unbeschädigt
sieb. — Die Demontage des „Z. 2* hat unter Oberleit—
ing des Majors Neumann begonnen— Maior Neunmann
laubt, daß einige Tage bis zur völligen Verladung al—
zt Teile nötig sein werden. Die beiden Gondeln sind
ahezu unversehrt, die Mptore völlig intabt. Nuch die
znstrumente und der sonstige Inyalt der Gnen sind
Abeschädiat, ebenso die Benzin- und Oelbehälter.
Weilburg, 26. April. Heute früh war überall das
zerücht verbreitet, der Kaisser habe Straßburg verlas—
en und werde bald zur Besichtigung des Lufstschiffwracks
intreffen, ebenso Graf Zeppelin, der sein zertrümmer—
es Wert noch einmal ansehen wohle, bevor es einge—
chmolzen wird. Es handelte sich aber nur um Gerlichte
yne jede tatsächliche Unterlage. Von der militärischen Luft—
h fferschule in Friedrichshafen sind zwei höhere Offziere
wecks näherer Informatien hier eingetrosen.
Friedrichshafen, 26. April. Oberingenieur Dürr
ind Dr. Eckener sind heute Vormittag an die Unglücks—
tätte des „3. 2“ abgere st.
Köln, 26. April. In militärischen Kreisen ist man
der Ansicht, daß das Lufischiff „J. 32 vom Ree auge—
au't und sofort nach hier überfülert werren wie damit
die Luftschiffübungen keine Unterbrechungen erleiden

Die Luftschiffbau-ZeppelinG. ni. b. H.
n Friedrichshafen äußert sich zu dem Unfall wie
olgt: Eine Darstellung des Unsalles legt bis zur Stunde
iicht vor, sodaß wir uns über die Situat'sen fetbst nicht
zussern können, vor allem auch nicht, ob der Unfall so
chwer ist, daß man von einer Zersterung des Luftschisfes
prechen kaun. Ist das Lustschift, wie nach den neueren
Nitteilungen gemeidet wird, zerbrochen, so ist dieser Un—
all zwaor schwer. aber die Röovparotur önlii

»Rosch ein LuftschifsAnglüct. Das neue
aglische lenkbare Militär-Luftschifsf wurde bei Farnoorcugß
om Sturme schwer beschädigt. Eine Abteilung Infan erie
og es aus dem Schuppen, wobei es von einem Wind—
oß ersaßt und die Ballonhülle von einem bis zum an—
eren Ende aufgerissen wurde. Nur mit großer Schwie—
igkeit gelang es, die Trümmer wieder in den Schuppen
u bringen. Das Luffschiff ist der zweite Nachfolger des
mulli seneundus“, der 1907 im Garten des gKristall⸗Pa⸗
astes vom Sturme zerrissen wurde. Von den Ingenieu—
en und den Insassen des Luftschifses wurde niemand ver—
ebt, auch die Maschinerie erlitt keinen sehr wesenilichen
zchaden

— —— —
Gerichtszeitung.
P Prozeß Böhler-Zeppelin. In dem Entschädigungs—
ozeß des Mechaniters Böhler gegen den Grasen Zep—
elin wurde der Kläger a base wie sen und zr zyan
nig der Kosten verurieist
24.ver

4
α
ine Begebenheit aus der Gegenwart.
MNachdruck verboten.)
„Es gwkeine Nomantik wehr.“ Wic cit hört man es
on den Lipyen derer, die vas Leben auf der Buhne stu—
deren zu koönnen glauben. „Es gibt keine Romantit mebr
enist gestorben mit ibren Dichrern, se haf sicz zurückgezugen
n die verborgensen Winkelalter Bibligtheten Und er suert nn
ber in den überspannten Köpfen schwärmender Vackfische und
Heten; past aber nicht in den Nabmen umeres modernen
zeitalters.“
di Und doch, trotz Danpf und Eletktrizität, trotz Eisenbahn
u Telegraphen, es gibr eine Romantik, die jüngsten Tage
Ie es wieder bewiesen; aber keine blumendurchduftete,
hein mwobene, sondern eine schauerliche, blutige Ro—
n Mit grausiger Deutlichkeit ist es herausgetreten mit⸗
ð — unserem modernen Leben, ein Stück Mittelalter, w'
Poeten vergangener Jahrzehnte so gern besungen.
et dung und lebensfroh ist der uuge Hilfszager Harl War.
———— Wacanen zu seinem nach dichen Potrouillengang
de p seinem Freunde, dem Wirtschaftsgehütfen Erich
ine Wgdiier plaudernd siud sie dahingeschritten durch den
a Ve d in dem nur der Abendwind geheimmnigvoll swi.
Ricn wußte der junge Jäger, daß ein Wilderer in
ie eevier Fein Unwesen trich, wohl wußte er, daß es
* e Kampf kosten würde, diesen schündlichen Trei—
88 nge zu machen, denn: er schießt nur nach dem
ninee deatte er selost seiner besorgten Mutter gesagt. Aber
Aiceden rünen Rocke schlug ihm ein echtes Jagerhzerz,
e i dnte ibn das nicht ünd so schritten vielleicht beide
rzend und plaudernd dabin vergesseund daß es überhaupt
—ugten gab auf Goltes sahnee Weit
bnenicht abnend. daß vielleicht nur wenige Schritte von
ien nt —B— in der Faust, mit glüuͤhenden Au⸗
dnd nnerbegemn Schritt ein Mensch schlich, der von Lei—
n eingehegtcht seiner Sinne nicht mächtig war, denn
wld — nlaß genügte, um das Blei. daß für ein
an —— dem ZJäger ins derz zu seuden, der ihn da⸗
en. in suchen pürne inke Geidenschaft zu fyößhhb
—ãV weltey durch das Dunkel schreitend zu der
— —* WMosdennse gelangt. als Wanjek plötzlich lau—
— —8 Auch Müller trat horchend einige Schritte
nann don der einen mit einer Büchse bewaffneten
—*85x ;c de er Gestalt mit einem großen roten Bart er⸗
n und deen anries Die Antwort war ein Schuß, der
erinken ließ sinat, gu Kopfe und am Lrme getrossen nie—
— Die Gefahr ertennend, sprang der junge Dä⸗
m den Mordbuben seitzimehinen fan

P Der Prozeß Bleriot. Der Zivilprozeß Bleriot ge—
in die Berliner Flumplabtetesettschait wurre jezt zum
nufen Mase verhandelt und abermais vertagt, da noch
mige Berliner Zeugen vernommen werden sollen.

vüößten
een d
er
E
rd
e.

nner: una: Die eingeklaumrmerten: Zahlen geben die Lage
der Scen über (bejw. unter dem Meeresspiegel an.
—— —
Nermichtes.
Ans Freude üher den Renugeiun gestorben.
zin ragischer Zwischenfall ereignete sich auf der menn—
ahn Weisensee bei Verlin. Dort geriet ein Besucher des
weiten Platzes, cin Restaurateur aus der Lüneburgerstr.,
n GBlücksrausch über den ihm zugefallenen Gewinn in
ylche Erregung, daz ihn ein Herzschiag traf, der ihn auf
er Stelle tötele . . . Eng gedrängt steht das Publikum
es zweiten Piatzes an der Barriere und versolgt mit ge—
»annter Ausmerksamkeit das Rennen der Traber, das
ste des Tages. Näher und näher rücken die Pferde in
eschlossenem Zuge dem Ziele zu, da plößlich löst sich ein
raber mit mächtigem Ruck aus dem Rudel und zieht
lit weit ausholenden Schritten davon. „Hanf gewinnt!
anf gewinnt!“ schrillt es plötzlich mit zitternd erregter
timme durch die Menge ... 104 für 10! kündet der To—
alisator. Mit wilden Gesten, hochgerötetem Gesicht drängt
nd drückt sich ein Mann durch die Schar der über den
zieg des Aeußenseiters bitterlich Ettäuschten und sagt,
uft, schreit, es schier jedem zu: „Ich habe 100 Mark au
em Gaull! Hundert Mark auf dem Gaul!“ Plötzlich ein
rampfhastes Zucken der Lippen und der schwere Körper
hlägt zu Boden. Rasch wird ein Arzt zur Stelle ge—
solt. Umsonst. Tot. Ein Herzschlag hatte seinem Leben
in Ende gemacht

Sellepriepüree. Die geschälten, nach Belieben in
tücke geschnittenen Selleriekauden kocht man in gesalzenem
Laßser weich und sireicht sie durch ein Sieb. Daun dünstel
ian etwas Mehl in zerlassener Butter ganz hellgelb, ver⸗
zcht diese Einbrenne mit etwas Wasser, Fleischbrühe oder
er Brühe, in der der Sellerie gar kochte, fügt nach Ge—
hmack Salz, Pfefser und noch ein Stücschen frische Burder,
enn man es liebt, auch mit Vorsicht etwas Zucker dazw.
Neist wird der Zucker fortaelassen; es kommt dabei ganz auf
en Geschnot

Srrabbarg, 26 t Ter Rarser mchte heute
zormittagin Beatctung des Aroscors Dr. Hergesell
nen Spaziergen; und solgie um 12 Uhr einer Einladung
es Staatssesretärs, Fryrn. Born von Bulach zur
rühst ckstasel.
Verden, 27. April. Im Gegensatz zur nationallibe—
len Parlei Hannovers, die Dr. Knester aus Bremen
s Reichssstagskandidaten sür den 6. hannoverschen Wahl—
eis (Voerden Hoya) aufgestellt und den ehemaligen Reichs—
igsabgeordneten Held zum Rücktritt von der Kandidatur
ufgefordert hatte, hilt dieser in einer Erklärung an sei—
er Kandidatur fsest.
New-York, 27. April. Während der Weizen und
dais bisher noch keine sonderliche Schädigung erlitten,
immen die Meldungen aus den Baummwolistaaten dahin
berein, daß beträchtliche Neupfianzunzen notwendig sein
erden. Baumwollsamen ist übrigens schiwer zu erlangen
ie Wetterberichte über die letzte Nache nd weiter un
ünstig. In Tenue ee, Nordfaroftina. Birginien aud Keu
berrschte Trni—

icht dazu, ein zweiter Schuß aus sicherem Hi
hnutot neben den Freund ...
Der Gastwirt Hübner aus Schonowitz hatte sein Lokal
eschlossen und sich zur Ruhe begeben. Plötzlich ließ ein
autes Klopfen am Fenster und das Klingen einer zerbroche—
en Fensterscheibe ihn aufsahren, das Fenster öffnend prallte
r entsetzt zurück, vor ihm stand, ein Tuch auf das zer—
chossene, bsutüberströmte Gesicht gedrückt, Erich Müller, der
ich trotz seiner durch den Schrotschuß aus unmittelbarer
afhe hervorgerufenen gräßlichen Minden erhoben und nach
Im Dorfe geschleppt hatte.
In wenigen Augenblicken verbreitete sich die Kunde von
em schrecklichen Verbrechen in dem sonst so friedlichen Scho—
iowitz. Während man dem Verletzten in der Hübnerschen
zastwirtschaft einen Notverband anlegte, wurde nach einem
—DVV
iach der Stelle, wo der unglückliche Jäger lag. Das Geficht
z»es in einer Blutlache Liegenden war durch die Schrotla—
zung völlig zerfleischt; in jedes Auge waren sechs Schrotkör—
er gedrungen; die Stirn war durch 23 Körner zerschmettert;
uch in Nase, Lippen und Hals fanden sich Wunden vor.
Erschüttert bettete der Gastwirt den so grausam aus
deben und Jugend gerissenen Jüngling auf seinen Wagen
md fuhr der elterlichen Behausung in Czerwentzütz zu .
Was das Herz des seiner Stütze in dem schweren Be—
uf beraubten Vaters bewegte, was in der Brust der Mut—
er vor sich ging, als der traurige Zug anlangte, das ver—
nong dleine Feder zu schildern, kein Mund zu sagen, das weiß
uꝛr der, der über den Wolken tront, nur der lann Belfam
räufeln in die Wunden, die er in seinen uneriorschlichen
qäorichsusse schlagen ließ—

—

Mie der Natzer en Uand.

Die ganze Geschichte des Tanzes ist, wie Oskar Bie in
einem schönen Werke über den Tanz ausgeführt hat, nur
in Emporheben der alten Volksüberlieferüung in die glän—
endere Ephäre einer gesellschaftlichen Kultur, ein Läutern
ind Umbilden schon vorhandener Reigen zu der reizenden
dunst des Gesellschaftstanzes. Darum läßt sich, auch der
ürfinder eines solchen Tanzes so wenig neunen wie der Dich—
er eines alten Voltsliedes. Wohl mag in vergangenen fer—
len Zeiten auf irgend einem Wiesenplaͤn, da die alten Deut⸗
chen ein Fest feierren, zum erstenmal ein Bursche sein Mädel
n den Arm genommen haben und mit ihr in jenem Trei—
ierteltakt sich gedreht haben, den wir heute einen Walzer
ennen, aber er bedursie einer langen kulturellen Enwmvick
ung, mannigscher Vorzufen, einer besonderen Gesellschafts,
immung, bevor dieser Tanz' wirklich in die Säle der Gro—
en und zu den Festen der Vornehmen eindringen durfte
—nhor ün 2 Ddem muure maß — B— — 4

Die Plauderecke

*
RX
xX

xzin Telephon von London nach New
DVortk.
Die britische Postverwaltung hat bereits ausgedehnte
Versuche gemacht, um zunächst innerhalo Großbritannien die
Telephone für lange Entfernungen zu verbessern; mit Hilfe
von Indultionsrollen, die in bestimmten Zwischenräumen in
die Telephondrähte eingefügt sind, hat man eine größer
Zeichtigkeit in der Verbindung und längere Entfernung er
zielen können. Man hofft nun, wie der „Daily Telegraph
berichtet, bald auch ein Unterseekabel bauen zu lönnen, des
sen Induttionsrollen einen so kleinen Turchmesser haben, daf
ie in der Schutßzhülle eines Ozcankapels Platz finden. Die
Brundsäte, auf dem dieses Induttiengsuistem beruht, wurder
oor mehceren Jahren von dem Engländer Oliver Heavhiid«
aussgearbeitet; aber erst der Amerikauer Professer Pupin ha
sie far Laudlinien in der Präis überirafen. Erst seit kur
zem arbeit!e Prosesser Tuein daran, durch ein Tesephbonte
bel auf dem Grunde des Auantischen Ozeans sprecten 31
vbnnen. Ter Bau eines Teschphonkabels zur Verbindung mii
cwrork würde allerdinas bedeutende Schwierigkeiten ble
en. Diese sind mechanischer atur und nicht elektrischer: zwan
liegt die Schwierigkeit in dem jetzigen Umfang der Induk
ienzrollen, und es ist zweifelhaft, ab genügend kleine Rol
en erfelgreich und leistungsfähig arbeiten können. Die Ein
jücung von Industionsrollen in die jettt rach Frankreich un
Irland gehenden Telephonabel hat ihre Leistungsfähigteit umn
wenigstens 109 Prozent verbessert, aber bei läͤngeren Ent
sernungen braucht man noch größere Rollen. Bei den jetzi
gen schnellen Fortichritten der Wissenschaft ist es indessen nich
ausgeschlossen, daß man besd eine neue Art Unterseekabel mi—
den nötigen Induktionsrollen herstellt, die dann auch au
sange Entiernungen bin erfolgreich arbeiten können.

Vas kostet ein Sitz im englischen Par—
lament?
Diese Frage hat heute nicht mehr den ironischen Bei—
klang wie in den alten Zeiten vor den großen Parlaments—
esormen, da das Kaufen von Wahlstinmen namentlich in
leinen Gemeinden mit geringer Wählerzahl landesüblicher
ßebrauch war. Aber sie hat noch immer ihre Berechtigung
»a die Wahlen zum Parlament in England wie in anderen
Ländern auch Geld, viel Geld losten. So werden ganz ein
jehende Bercchnungen darüber aufgestellt, wieviel für dieser
»der jenen Kandidaten die Eroberung seines Parlamentsitzes
 oder auch sein — Durchfall bei der Wahl getkostet hat
Bei der letzten Wahl beliefen sich z. B. die Ausgaben des
dandidaten in Mid-TDevon für Wahlagitation auf 27 800 M.
er haßte also 6,17 Mi. für jede Summe aufwenden müssen
die auf ihn abgegeben warde. Noch größere Ausgaben hatte
sein Gegner umsonst gemacht; er bezablte 28 600 Vik., alse
7,68 Mk. für jede Stimme, die er erhielt. Natürlich stellen
ich die Kosten in Wahltreisen mit ausgedehnten ländlichen
Bezirken erheblich höher als in Stadtkreisen mit ihrer dicht
gedrängten Bevölkerung. Besorders kostspielig aber wird es,
einen Wahllkreis zu bearbeiten, zu denen auch Inseln gehö—
ten, oder der ganz aus Inseln gebildet ist. Bei den letzter
aUlgemeinen Wahlen stellten daher die Sheilandinseln einer
Rekord auf; jede Stimme, die Mr. Cathchart Wason erhielt,
oerursachte ihm ein Aufwand von 14,850 Mk., während der
interliegende Kandidat fast 10 Mk. für jede ihm zugefallene
ztimme bezahlt hatte. Im Turchschnirt kostet in dem Verei—
aigten Konigreich jede Stimme allerdings nur 3,785 Mtk. un
die Ausgaben im ganzen betrugen für jeden Kandidaten imn
Durchschnitt 13 600 Mk. Die höchsten Ausgaben haite der
sandidat für Romford, der 88 520 Mk. aufwandte, während
sein Gegner sogar 42 660 Mk. für nichts ausgegeben hatte.
Den größten Posten bilden in diesen Rechnungen immer die
Flugblätter und Broschüren; sehr viel koften auch die Bilder
und Karrikaturen, mit denen in dem englischen Wahlkamp
diel gearbeitet wird. Aber auch die Wahlzettel, für die mar
30 Mk. pro Tausend rechnet, kommen den Kandidaten teue!
Jenug zu stehen
Aus der Klinik. Vlrofessor Dr. Lebermeier pflegt
bei seinen Krankenvorstellungen gegen den Attohol, den er
rls grimmigen Feind erkannt hatte, zu agitieren. Stellt er
da 'mal einem wohlgenährten Paurer vor, der außer an—
deren schönen Dingen auch ein sogenanntes Bierherz spazie
ren trug, sich aber dabei noch recht wohl fühlte.
„Wieviel Geld geben Sie für Ihr Mittagessen aus?“
tragt der Professor.
„A' Markl“, antwortet de. Waurer.
„Was kaufen Sie sich Safür?“
„Drei Maß Bier — sind 78 Pfennig — und a' bißl
ZIchwartenmag'n und a' Brot!“
„Seh'n Sie“, lehrte ihn der Professor, „wenn ich eine
Nark für den Mittagtisch ausgeben will, mache ich es um—
zelehrt: ich kause mir für 78 Pfennig Fleisch und für 22
3Rfennig etwas zu trinken — aber nicht etwas Bier, sondern
rimonade!“
„Mei“, sagt der Arbeiter mit einem geringschätzigen
Blick auf den Gelehrten — „Sie schau'n aber aa' danach
rus

Auch ein Patriot. „.25. Also, Herr Leut—
iant, eine halbe Million gebe ich meiner Tochter gleich mil
— später mehr!“
Heryp Tireftor 2—* *

r onta netter allen Tanzen. Die Form des Rund—
tanzes, das Unmsfassen der Damen wäre in der Renaissan—
cezeit, die doch wahrlich nicht prüde war, als eine ungehener—
leche Verletzung des Anstaerdes erschienen. Diese Zeit kannte
den Tanz als ein feierliches Schreiten, eine gravicduiche Ab—
solgße schön formierte Aufzjüge. Die wild ins Ohr sallenden
und im Rhrthmus aufreizenden Töne der Naätionallänze
der Maerisker- umd Bagamaskertänze lehnte sie qb; ste formti
uzelne Voltsreigen zu promencdenartigen Umzügen und
rfand die fünf Tanzfschritte, die später äls Gailllgade nad
Frankreich übergingen und erst von unserm Walzerschritt ver
»rängt worden sind. In Deutschland aber kicherle und hüpft
in den alten Drehern bereits die Walzermelodie, und tro“
nannigfacher Anstrengungen der Franzosen, auch den Wal
zer für ihre Erfindung in Anspruch zu nehmen, bleibt dieser
Tanz ein echtes Find germanischer Lusitharköait und Derh
heit.

Schon auf deutschen frühen Holzschnitten haben die Paacreé
inander angefaßt und drehen sich im Kreise; in den Hech—
„eitlzänzen der Schäuffelin und Aldegrever halten sie sick
mischluügen und scheinen, freilich eibas derber und um
nranierlicher, die Att unseres Walzers schon vorweg zu neh—
nen. Der Gesellschaftstanz des „grand siecle“ aber bestant
amals nicht in einem fröhlichen Trehen, sondern in einen
zruwpe fein ausgeführter Bewequttgsfornten, elegamer
5chritte, seriöser Verbeuctungen. In dieses sieife, cher nadnd—
ich sein abgeintmte Schreiten, des eine wundervorle Ert—
aang graziöser Bewegungen gewährte, brochte das Rotofc
inc acwisse väffigkeit Und Freitßzeit. Die eigentliche Umfor.
niteg des Tatites aber lami aus demselhen Laude, das auc
mert die neue ultur des 18. Jarrbunderts entwiselte, aus
sland. Wie die LAnns und Litercint dieser zu Ende ge
den fendalen Zeit Meledien des Volkes und schäferliche
ahmneien hereinklingen, so verschönten die alten Tänze eauct
den neuen englischen Modetanz, den „Country-dance“ oder
Lontre, durch aumntige Eintagen und Touren. Zwar lief
nan nicht. alle mit allen tanzen; die seste Form einer tan—
zenden Gruppe wurde beibehalten, aber allerlei lustige Ge—
ellichaftsspiele wurden eingescheben, unter ihnen auch die
Ulemande, ein Tanz mit Verschränkung der Arme, der sich
us dem alien, in Süddeutschland besonders ausgebildeten,
dreher entwickelt hatte. Armtouren, vielfaches Kreuzen und
Jdühren der Arme wie bei unseren Menuett- und Schlittschuh—
aͤnferwalzern, dazu ein Drehen vieler Paare, ein Herum—
chwenken auf den Zehenspitzen, das ist es, was im Anfang
zdes 18. Vahrhunderts den Boden für den Walzer vorberei—
etoe

Auf einem Bilde des jüngeren Watteau hat sich unsre
eutige Walzerstellung bereits herausgebildet. Ganz Paris
isst von diesem neuen Tanz entzückt, seit 1787 in einer Oper,
der „Cosatrara“ Martinis, zum erstenmale auf der Bühné
ein Walzer getanzt worden war; in zierlichen Versen wirt
die glückliche „Germanie“ gepriesen, die in der schlichten An—
uß ihren Beweounogen iene schänen Umichlinaamon um

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 26. April. Im unteren Moseltal ging gestern
in orfanartiger Sturm mit Regen und Schneegestöben
nieder und richtete an den in Blüte stehenden Bäumen
zroßen Schaden an.
Straßburg, 26. April. Der Kaiser ist um 2 Uhr nach—
nittags mit der Kaiserin und Gefolge im Automobil nach
dem Schloß Urville abgefahren. Das Wetter ist kühl un?
regnerisch.
Köln, 26. April. Die Köln. Ztg. meldet aus Uesküb
Sämtliche Stämme Oberalbaniens haben sich im Aufstand
solidarisch erklärt, mit Ausnahme einer Anzahl Djakoware,
Notabeln, die mit ihren Anhängern eine regierungstreue
Haltung hekunden. Die Lage ist ernst, weil die Albanier
den Widerstand gegen die Truppen mit Bessa besiegelten.
und deren Vordringen unmöglich machen wollen. Der Ver—
kehr nach Oberalbanien ist vollständig eingestellt.
Berlin, 26. April. Um der übermäßigen Geschwin—
digkeit der Automobile in den Straßen Berlin entgegen zi
irtten, ist vom Polizeipräsidium eine Kontrolle durch Be—
amte mittelst Stoppuhren angeordnet worden.
Berlin, 26. April. Die Nachricht, wonach der „Z 3*
vom Reich angekauft werden soll, ist, wie dem „Lok.Anz.
ain amtlicher Stelle mitgeteilt wird, falsch.
Berlin, 26. April. Zwischen Spandau uund Rathenow
türzte die achtiährige Polin Bourowski aus dem Zug auf
)en Bahndamm. Sie starb im Krankenhaus bald darauft
in den erlittenen Verletzungen.
Berlin, 26. April. In militärischen Kreisen erhält sich
mit großer Bestimmtheit die Nachricht, daß der Kronprinz
anläßlich seiner bevorstehenden Beförderung ein Kommando
in Posen erhält und einen Teil des Jahres im dortigen
Residenzschloß Wohnung nehmen wird.
Berlin, 26. April. In dem Prozeß wegen des Raub—
anfalles auf den Geldbriefträger Eulenburg verurteilte das
Schwurgericht des Landgerichts Berlin 1 den Schneider—
gehilfen Emil Drechsler wegen Mordes zu 8 Jahren Zucht—
haus. Diese Strafe wurde mit der bereits früher gegen
Drechsler erkannten Zuchthausstrafe von 4Jeinhalb Jahren
Zuchthaus zu 11 Jahren Zuchthans zusammengezogen
Der Handlungsgehilfe Wilhelm Kayer wurde wegen Bei—
hilfe zu schwerem Raube zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt
Beiden Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte
auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Zugleich wurde
auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt.
Bremen, 26. April. Gestern nachmittag ist infolgée
Sturmes ein mit drei Insassen besetztes Segelboot auf der
großen Weser gekentert. Zwei der Insassen ertranken
während der dritte von zwei Arbeitern gerettet wurde.
Homburg v. d. H., 26. April. Dig Kaiserin wird,
wie die „Frkft. Ztg.“ meldet, im Juni oder Juli zu einer
vierwöchigen Trink- und Badekur hierher zurückkehren.
Paris, 24. April. Nach einem Streit mit einer be—
freundeten jungen Dame, mit welcher er einen Ausflug
gemacht hatte, tötete sich der hier lebende, etwa 40 Jahre
alte amerikanische Millionär W. in einem Wagenabteil
erster Klasse durch einen Schutz in die Schläfe.
Paris, 26. April. Im Keller eines Landhauses in der
Nähe von Paris wurde die 84jährige Rentnerin Greindorge
nit eingeschlagenem Schädel tot aufgefunden. Wertsachen
cheinen nicht geraubt zu sein.
Bern, 26. April. An der neuburg-⸗schweizerischen Grenze
zlitt am Sonntag nachmittag ein Deutschschweizer bei einem
Ausflug in den Jura aus und stürzte in die Schlucht
eines Flusses. Er wurde als Leiche aufgefunden.
Konstantinopel, 26. April. Der Ministerrat beschloß,
die Redifbataillone in Saloniki zu mobilisieren und nach
Albanien zu entsenden.
Konstantinopel, 28. April. Bei dem Tempel um die
Höhe von Cronoljora verloren die Albanier etwa hundert
Tote. Der Verkehr auf der Straße Vedissowitz nach Prizrend
 ist wieder hergestellt. Die Albanier zogen sich in die
Berge zurück.
Bukarest, 26. April. Blättermeldungeu zufolge wurden
aus dem von der rumänischen Königin gegründeten Blinden—
Institut alle ausländischen Blinden ausgewiesen. Die
Presse bespricht die Ausweisungen mit Entrüstung und
weist darauf hin, daß das Ausland für das Institut bei
dessen Gründung mehr als 500 000 Franes gespendet hat
London, 25. April. Gestern wurde ein Liebespaar in
der Nähe von Dover am Fuße eines hohen Felsens am
Meer bewußtlos aufgefunden. Das Paar war von einem
Windstoß erfaßt und herabgeschleudert worden. Beide dürf—
— RA

—
seinen Schritte gelehtt. Bie Fuhrung der Arme wird jetz
die Hauptfache; der Schritt, früher mannigfach variiert, wird
nun g er wird zu einem Dreiviertel-oder Dreiachtel⸗
schritt geregelt, und so wandelt sich der Alemandenschrät!
zum Walzep. Alle Abstusung und Rangordnung des alten
Tanzes verschwindet nun allmählich; während man zunäch,
noch ein Paar isoliert und, allein tanzen läßt, wird bald
das Tanzen aller Paare eingeführt, und der demolhratische
Eeist des neuen Jahrhunderts zeigt sich in dem wirbelnden
Gewirr des Ballsaales, wo alles nun durcheinanderwalzt,
während irüher einzelne Paare in schöner Ordnung schrit
ben

4

7

.Ddie Jugendpos.
Judendpost.. 3

7,8*
*
76
7

Geh, schäme dich, du hast genascht!,
Ist das denn eine Art?
Grad' habe ich dich überrascht, —
Hast ja 'nen Honigbart.
Boeschämt steht Klein-Lottt ein Weilchen, —
Dann läuft sie zum Spiegel hin:
Das kleine verräterische Mäulchen
Besieht sie sich trauria darin. —
Willst bitte, lieb Muttchen, mir wafre
Den häßlichen Honig fort.
Ich will ja niemals wieder naschen,
Darauf gebe ich dir mein Wort
Nein, ganz gewiß tu' ich's nimmer,
Will hoͤren siets auf dein Geheiß.
Doch, ob nun Klein⸗Lotti hat immer
Ibr Wort gehalten? — Wer weiß!

Die Furcht vor der Schwiegermutter
Mutter: Das schwör ich dir, wenn du di Menschen bei
ratest, werde ich nie dein Haus betreten!“
Techter: „Gib mir das, bitte, schriftlich. Endlich weiß
ich, womit ich Emil zi unserer Hochzeit eine be hers große
Xreude machen köng
            
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