aatfeld. Obgleich es bet dem gan—
omvurg —— geheimnisvoll n ist, 8*
mvLuftmanövrer se 8*
h die Kunde von der Homburger Fahrt doch schnett ver⸗
————
rden,
Din wei enn in weitem Umkreis von einer nach Tau—
en aͤhlenden Wenschenmenge umitellt. Zu Wagen,
tmobil und zu Fuß sirsmten die Neugierigen am
dien drmburger Bahnhof vorbei zur Höhe hinauf. Das
ußn der Homburger Infjanterie und ein Bataillor
Bvier besorgten die Absperrung, die anfanglich ziem⸗
suteng gehandhabt wurde Spätet, als sich die bei
n ersten Ballons auf die Erde niedergelassen hatten.
herach die Menge die Postenkette und stürmte über die
aaifelder. Kurz vor drei Uhr vertündeten Fanfaren—
Anne das Nahen des kaiserlichen Hofs Zunachtt kam
aaiser mit Gefolge, später die Kaiserin mit der jzun⸗
Pinzessin. Wähtend sich der Laiser mit seinet Um,—
ebung lebhaft unterhielt, lamen die Luftschiffe immer
aͤher Zuerst Parfeval, dann Zeppelin und ————
ergrund der Großsche Ballon, der zum erstenmal unsere
Hegend aufgesucht hat. Man hörte das wohlbelannte Rau⸗
chhen der Maschinen, das zuweilen wie dumpses Kirchen⸗
slodengelãute auf den Platz herniedertlgng Da ihne
die lehten Vorbereitungen für die Veran erung, sta⸗
ee auf und tran zportierte Wasser
n Berg hinauj, das als Ballast in die leeren Säcle nach⸗
sain werden sollte. Kutz wath 3120 Ubr wat der ·W
us der Höhe der Landungsstätte angekommen e um
ühr ding das Luftschiff bei starkem Wind auf einem
atfeld mieder, nicht an der für die Verankerung bestimm⸗
gate ile, aber in unmittelbarer Nahe. Das Lufischiff
rv e Sberleumant Sauelliamng geführt. das Kom⸗
e 3 dhahe, Hauptmann von Jenagube
ommen, das des —6 — en
Landung des „P“ kreuzte „Z. in maßiger P *
ne din navbr npohes ʒe ——
5 *der etwa 3 Kilometer entsernt von der — ⸗
roe dirind tete lag nieber Ddas Luftichiss verhte
bis zur Höhe zu kommen, wurde aber von dem in⸗
vischen aufgekommenen starken Wind abgetrieben und lan⸗
e Lendlich fast ohne Hilfsmannschaften hinter Kalbach,
enfalls mitten in Saatfeldern. Man konnte aus der
erne beobachten, daß irgend etwas in Unordnung gera—
har In der Tal hatte das Luftschiff eine lleine Ha—
rrie — welcher Art ist nicht bekannt geworden, — die
ne Reparatur, die Wage ee hee e
ztig macht. Das Luftschiff wurde dann dur militärische
id Wn zur Landungsstelle heraufbefördert. Als letzter
ng „383. 2nieder. Er sollte am äußersten Ende des
gesperrten Platzes landen, kam aber trotz der Flaggen—
nale, die man von Zeit zu Zeit von unten auf dem
uftschiff gab, am wgegengesetien pe zur b alen
Wohne jede Schwierigkeit. Der Kaiser, der bisher mi
iner e auf einem Ackerfeld gestanden hatte,
m eilig über die Saatfelder und erkundigte sich lebhaft
ach dem Verlauf der Fahrt. Man konnte ihm ien
7I5 alles gut von statten gegangen sei. Darauf wurde die
vorgenommen, die sich der Kaiser erklären
—D Kaiser
fohlen und man besprach sich über die Abfahrt. Sie
zilte ursprünglich nach kurzem Aufenthalt erfolgen, denn
je Gasnachfüllung und die Einnahme des Wasservorra—
s wurde fofort vorgenommen. Da inzwischen aber ein
arker Wind aufgekommen war, beschloß man auf freiem
elde zu übernachten und die Rückfahrt nach Köln erst
n Sonnabend früh anzutreten. Gegen 54 Uhr verließ
er Kaiser im Automobil den Ankerplatz und es verlief
h bald auch der größte Teil der Zuschauer. Die Luft—
hiffe bliben unter militärischer Bewachung.
Homburg, 23. April. „M. 1“ wurde entleert und
ach der Demontage auf die Bahn verladen. Auch das
ll pi esden. um in dieser Hinsicht neue Eriahrun—⸗
en zu sammeln.
Homburg, 23. April. Der Kaiser verlieh fol—
ende Auszeichnungen: v. Lyncker, Inspekteur der
zerlehrstruppen, erhielt die kgl. Krone zum Roten Adler—
rden zweiter Klasse, Major Groß das Bild des Kai—
rs mit dessen eigenhändiger Unterschrift, Major Neu—
ann die Krone zum Roten Adlerorden vier Klasse,
ie Hauptleute v. Jena und George den Roten Ad—⸗
den 8 — Oberleutnant Geerditz den Kro—
— — —
Handel und Verkehr.
Zur Lage der Seidenindustrie. Die ewigen
lagen über eine schlechee Geschäftslage in der Seidenin—
ustrie erscheinen nach dem letzten Ausweis der Handels—
aimmer in Krefeld, die in ihrem Bezirte gegen das
zorjahr einen Mehrumsatz von über 5 Millionen M. sest—
ellte, nicht mehr begründet. Das Geschäft liegt bei wei—
m besser, als es immer wieder geschildert worden ist.
S gibt eine ganze Reihe von Spezialbetrieben, die an—
auernd ihre Betriebe vergrößern und ihre Produktion er—
öhen. Was gerade im Kreselder Induftriegebiet im ar—
en liegt, das sind die Stapelartikel, die bei den herr—
henden Lohnverhältniffen hier auch nicht annähernd kon—
irrenzfähig hergestellt werden können, selbst wenn man
e ganz gewaltigen Fortschritte der Seidenfärbereien mit
Rechnung stellt. Diesen Artisel überläßt deshalb die
endustrie fast durchweg dem Auslande, was sie nicht zu
edauern braucht, denn diese Stapelsachen werden augen—
Füleh in Mreisen gevandelt die jeder natürlichen Grund—
— mehr im Unklaren darüber, wie das⸗
auten würde. — — — — J— —
In diesem Augenblick machte sich eine Beweg an
r bemerkbar, und der Doktor Castell * mit
em Schritt in den Saal. —
„Ich habe dem Gerichtshof eine wichtige Mittellung
uu machen, welche dem ganzen Prozesse ein anderes Am
ehen geben dürfte“, sagte der junge Arzt. *
pregen een Herr“, erwiderte der Prästdent.
oltor leistete den vorgeschrtiebenen Eid un ⸗
aͤhlte dann, wie er die Juwelen gefunden. Er e
i der Dieb, der vor einer Stunde verschieden, ihm
— —
ekenntnis beigewohnt habe. ———
——
atte sich im Zimmer
8 — versteckt. Er stand im Schatten der Bettvor—
* cn der alte Mann sich plötzlich erhoben hatte und,
82 ssel in der Hand, auf den Schrank zugeschritten
2 enn pec Augenblidk bemerkte Bley das Pistol auf
räumte es bei Seite und sprang dann schnell
Wee ge die Vorhänge. Dann nahm James Carl—
3 Anpe in die Hand, und Bley erkannte, als
— vdich auf sein Gesicht fiel daß er einen Nachtwand-Den
sich hatte. Nun blictte Carlton in den Schrank,
neneieg etwas heraus und blieb in Gedan—
8 dann ging er plötzlich zu dem Kamin, nahm
— Pistol, ging zum Nachttisch und machte einige
* 5— als wenn er es lud. Darauf kam er, ohne
—* F zu gehen, nach dem Bett, legte das Pisiol,
7 keug dahin, wo das andere sich befunden haͤtte,
e ne sich wieder nieder. — Bley wartete num noch
Innn inuten, eilte auf den Schrank zu, nahm die
e und verschwand aus dem Zimmer.
bure *8 dann von dem jungen Carlton angerufen
*— se das Pistol vor, das er vorher an sich ge—
e e aber, bevor er noch zum Schusse kommen
einen Knall und fühlte, daß er selbst getroffen
par. Nur mit größter Muhe konnte die Tü
— — onnte er ür errei—⸗
em Dn W enet Zeit, in der James Carlton mit
— eigentlich geschah, konnte nicht ge⸗
erden. sopiel aber war oqewitt. dak er
ige entbehren, jelbsr wenn man vie nliedrigsten Tages—
reise der Rohstoffe bei der Berechnung heranzieht. Die
Ichweizer Produzenten graben sich gegenseitig das Wasser
b und der Tiesstand der Preise für fertige Ware ist fast
leich den Notstandspreisen, die nach den letzten Konjunk
trjahren bedauerlicherweise haben eingeräumt werden
lüssert, um den betreffenden Unternehmern einen halb
»egs brauchbaren Arbeiterstand zu erhalten. Tie bezeich
endste Erscheinung in der gegenwärtigen Situation ist
ie, daß die bessere Konfektion sich fast durchweg von Taf
etgeweben, die fast ein Jahrzehnt die Mode beherrschten,
ossagt und sich den fließenden, weichen und faltenreichen
ztoffen zuneigt, besonders in mittleren und besseren Qua—
itäten. In den unteren Preislagen behauptet sich das
“daffetgewebe aus dem einfachen Grunde, weil sich in die—
er Preislage ein halbwegs konfektionierbares Gewebe in
eichen Gebinden, wie Messaline und Lumenieux, nicht her⸗
ellen läßt. Weiche Stoffe in niedrigem Preise würden
elbst den geringsten Anforderungen, die man an solche
toffe zu fiellen pslegt, nicht genügen. Die Nähte können
icht halten, auch wenn sie schräg genommen sind. Aus
iesem Grunde wird Tafsset in billigen Preislagen immer
n führender Artikel bleiben. — Nach all den fehlgeschla—
enen Typs, die von verschiedenen Seiten gebracht wur—
en — wir erinnern nur an den Augenblickserfolg der
hwarz⸗weißen Mode — tritt heute eine Geschmacksriching
in die Erscheinung, die auch Aussicht hat, für den
erbst von tonangebender Richtung zu sein. Es ist dieses
er Kaschmirgeschmack in der Zusammensetzung von Alt⸗
arben. Fast in jedem Zweige der Textilbranche, sei es
zchappe, Seide, Baumwolle oder sonst ein Gespinst, wird
ieser Geschmack in einer Ausfahrung gemustert, die so
echt an die Schals und Kopftücher der alten Trachten er—
nnert. Man wählt mit Absicht diese alten unausgespro—
henen Farben, um ein Kolorit zu erzielen, das den alten
Z„chals zu Großmutter Zeiten eigen war. In frischen Far—
zen hat sich diese Geschmacksrichtung längst überlebt. Man
chwächt deshalb die frischen Farben ab und gewinnt ein
dolorit längst getragener Sachen. Diesem Geschmack dürfte
ür die nächste Saison eine führende Rolle zueacht sein,
da er äußerst vornehm und in jeder Bezien n kieidsam
wirtt. Die schreienden Farben haben ausgespielt.
— —
WBermischtes.
Keine Geburtstagsfeier. Japanische Kinder feiern
nicht ihren Geburtsstag. Statt dessen findet alljährlich im
März ein Fest für alle kleinen Mädchen und im Mai ei—
ies für sämtliche Knaben statt, und an diesem Tage er—
halten die Kinder Geschenke von Verwandten und Freun—
»en. Das Fest der Knaben heißt „das Fischfest“. Jede
Familie, die einen Sohn besitzt, befestigt dann an ihrem
dause eine lange Fahnenstange, an deren Spitze eine ver—
soldete Kugel glänzt. An der Stange flattern eine An—
ahl Fische aus Oelpupier oder sonst dergleichen. Die gol—
dene Kugel symbolisiert einen Schaß, den die Fische zu
rreichen bemüht sind, und das Ganze soll besagen, daß
der Knabe, wenn er ein Mann geworden, sich ebenso
zurchs Leben kämpfen muß, wie der Fisch sich durch die
Ztroͤmu:g kämpft. Es bezweckt eine Art Lehre, eine Mah—
iung zur Steosamleit für die japanischen Knaben.
Ein etwas eigentümlicher Humor. scheint der
arkeische Humor“ zu sein, an dem bisweilen die Polar—
eisenden kranien. Dieser „Humor“ enisteht bei besonders
enzwierigen Erpeditionen als eine Folge vom abgeson—
ersen Leben der Reisenden, von der langen Einsamkein
nd ven laͤnzen Dunklelperioden in den arktischen Gegen—
en In einer norwegischen Zeitung wird von einem al—
en Nordpolfahrer einiges über den arktischen „Humor“
rnitgeteilt. Auf der ersten Framerpedition setzte dieser „Hu—
nor“ erst im zweiten Winier 1895 en, befiel aber dann
ast alle Teilnehmer der Expedition. Alle wurden nach
ind nach nieehr oder weniger irritabel, eine Kleinigkeit
onnte sie in Harnisch bringen und das Leben am Bord
egann bedenklich darunter zu leiden. Man hatte eben
liicht für gerug Abwechselung in der Lebensweise gesorgt
In nächfter Zeit soll nun wieder eine Framexrpedition statt
inden und zwar unter Führung des Roald Amundsen;
da diese Expeditien auf mehrere Jahre berechnet ist, so
vird man Fürsorge tresfsen, sich gegen den arktischen „Hu—
nor“ zu schützen. Von jenem alten Kenner des eigenar—
igen Humors wird als Verhütungsmittel empfohlen: Eij—
ige Handarbeit; man soll Tischlern, Schnitzen, Bücher
inbinden, malen, brennen, Laudsägearbeiten machen ꝛc.
das sei um so mehr zu empfehlen, als man ja nach der
rückkehr die fertiggestellten Sachen sehr passend als Er—
nnerungen an die Mitternachtreisen preiswert verkaufen
önne. Der alte arktische Humorist empfiehlt aber noch
ines gegen die Kraänkheit: er bittet nämlich seine schönen
zandsmänninnen, den Ausreisenden liebenswürdige Ge—
chenle und Andenken mitzugeben — als Mittel gegen den
Humor“.
Ein Dohblar für ein Wott —
berhonorar. Ein Londoner Blatt erzählt, wie die
Slav. rumänische Korresp.“ mitteilt, der bekannte eng⸗
ische Schriftsteller Rudyard Kipling habe eines Tages
yon einem amerikanischen Verleger einen Brief erhalten,
vorin ihm dieser schrieb: „Ich höre, daß Sie Ihre Ar—
zeiten zum Preise von einem Dollar fürs Wort verkaufen
ind indem ich Ihnen diesen Betrag übersende, bitte ich
im eine Probe.“ Dem Briefe lag ein Dollar bei. Kip—
ing schrieb mit der nächsten Post als Antwort das Wort
Danfe“ zuriick und behielt den 9D*
die Rubinen selbst in das Pistol lud und John Cailton
dieselben dem Diebe in die Seite schoß.
Es bedarf wohl keiner Erwähnung, daß der Ange—
lagte freigesprochen wurde. Der alte Carlton zog sich,
in anbetracht seines krankhaften Zustandes, den er übri—
jens erst durch die Prozeßverhandlung erfuhr, von den
veschäften zurück und überließ seinem Sohn, der sich
urze Zeit darauf mit der schönen Anna Talbot ver—
nählte, die Leitung desselben. Zu den treucsten Freun—
en des jungen Hausstandes aber gehörte der fsunge Ook—
or ECaoftolss
—42 .
Was die alte kahenmaierin
zu ihrer Freundin
Frau Bittermaul übers Heiraten von heutautags
erzählt.
Aus dem badischen Musterländle.4
NMachdruck verbofen
„Jetzt sag' Se mer emool,“ sagt sie, un fecht mit de
zänd in d'd Luft rum, „wie soll's heitzudag so e Meedl
nache? Soll se Schaat mache, oder soll se ken Schtaat ma—
he? Wie iss es, wann se len Schtaat macht? Wann eeni
ohraus, jaohrein im Hauskleed daheem rumsitzt? Iss se
ann recht? Hen? Odder aach nit! Dann kann se erscht
echt schimmle! Dann werd grad gar nix aus d'r Hochzigchees
vor'm Haus. Dann kann eeni, die nix aus sich macht,
rscht rehht Hawer derre. Also froog ich Se, wie soll's un⸗
er Dechter mache, wann se unner die Haub wolle? Mache
e Schtaat, do ferchte sich die Herrn vor de neie Hiet, mache
2 ken-Schtaat, do ferchte se sich vor d'r zukinftige altgebak—
ene Hausfraa, die se emool kriche kennte. Also mache un—⸗
er Dechter Schtaat, do bleiwe se sitze. Mache se ken, ggt
ich ken Mensch um se um. Es kummt also uff een Rech—
tung raus. Ich will' '»rs awer besser sage, seggt se. Faule
zier sinn's. Ausredde sinn's mit dem Schtaat, vor dem
ch die Herrn angeeblich so ferchte. Ich weeß, wo so Herrn
deiratskandidnte, die zu kem Ziel kumme, heitzutag d'v
zchuh drickt. En Sack voll Geld wolle se jetzt gleich mit
ape wann se heinee— As Naotier um Mutlter solle wo
Neuer Gaunertrick. Ein Gaunerstreich, vor dem ge—
warnt sei, ist ausgedeckt worden. In den leßten Tager
sind in den verschiedenen Teilen von Leipzig Berrüger
aufgetrelen und haben mit gutem Erfolg gearbeitet. E—
sonimen zwei Personen in Belracht, von denen sich de
uine in einem Geschäft eine Kleinigkeit kaust und dade
unter der Angabe, er wolse in einem Briefe Geld ver
enden, einen Füns-, Zehn- oder Zwanzigmarkschein er
ittet. Erhält er den verlangten Schein, so steckt er ihn
in ein Kuvert und zaühlt dann den Letrag dafür auf der
Laͤentafel auf. An dem Vetrage fehlen aber in der Re
gel zwanzig oder dreißig Pfennige, worauf er diesen wie
hder einstreicht und das Kuvert, in dem der Schein ein
oll, mit dem Beuierten wieder auf die Ladentafel legt
daß er in der Nachdarschaft zu wenig herausbekommen
jabe und sich das Geld noch holen müsse. Der Gauner
ommt aber nicht wieder. Wenn die Geschäftsinhaber das
zuvert öffnen, so finden sie den Geldschein nicht darn
or. Der Gaumer arbeltet nämlich mit zwei Kuverts, die
ruim gegebenen Augenblick verwechselt. Bis jetzt liegen
icht Fälle vor, bei denen die Beirager Erfolge gehabt
haben In Verbinduig mit ihnen arödeitet sicher eine
Frau, die in einem Geschäft ein Oberheurd kaufte, das
ie mit einem Fünfzigmartschein bezahitte. Kurze Zeit
darauf ist nun der eine Gauner, ohne Kopfbedeckung und
mit einem Bleistift hinter dem Ohr, in dasfelbe Geschäft
gekommen und hat eine Kravatte gekauft. Dabei hat er
um ernen Fünzzigmarkschein gebeten, da das in der Nähe
gelegene Banktgeschäft schen geschlossen dei. Die Geschäfts—
inhaberen hat ihm den kurz zuvor erhaltenen Fünfzigmark—
schem gegeben, und nun hat er dasselbe Manöver mit
den Aufzählen des Geldes und Verwechseln der Kuverts
in Szene gesetzt. Dadurch ist die Geschäftsinhaberin um
50 Mart betrogen worden
—
Humoristisches.
*»Kleines Gespräch. „Auuste, wie stellste Din
denn ne Resormehe vor?“ — „Nu, ich denkt' mir, daß da
die Frau den Mann baut!“
Anzeige. Der junge Wn, der mich gestern
aus dem Wasser zog und dann davonlief, wird ersucht,
sich zu melden. Er wurde ertannt. Eulal:a Stacheldradt.
Schlau. Freundin (zur Professorsgattin); Warum
machst du denn deinem Manne einen Knoten ins Taschen—
tuch?“ — Professorsgattin: „O, ganz einfach! Wenn er
ihn dann findet, und kann absolut nick darauf kommen,
was er zu bedeuten hat, rede ich ihm ein, er habe ver—
tprochen, mir ein neues Kleid zu kausen, und er lauft
rir 7*
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Kleinrosseln, 22. April. Die von den Brandwunden
ebensgefährlich verletzte Ehefrau Steiger ist an den Folgen
zgestorben. Sie hinterläßt ihrem Manne, einem ruhigen uud
»raven Bergmann, fünf unerzogene Kinder.
Diedenhofen, 28. April. Auf der Karlshütte in Die—
denhofen kippte gestern morgen beim Entladen von Schlacke
in Wagen um und erschlug zwei italienische Arbeiter.
Metz, 24. April. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich
gestern nachmittag laut „Lothr.“ auf der Georgsbrücke.
Der 9 Jahre alte Schüler Drouchon der Vinzenzschule wurde
von einem Kameraden gestoßen und fiel vor einen Wagen
der Straßenbahn. Der arme Junge wurde buchstäblich in
wei Teile geschnitten, die nur durch die Kleider noch zu—
ammenhielten.
Straßburg i. E. 22. April. Nach Eintreffen des
Zaisers im Kaiserpalast wurden die Fahnen der Garnison
dorthin gebracht. Die Stadt ist allenthalben reich geschmückt
Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg ist hier eingetroffen
Abends 8 Uhr fand bei Ihren Maiestäten im Kaiserpalast
eine Tafel statt.
Berlin, 23. April. Das Abgeordnetenhaus setzte heute
die Beratung des Kultus-Etats fort. Montag Weiterbe
ratung.
Berlin, 23. April. Die Geschäftsordnungs-Kommission
»es Abgeordnetenhauses setzte gestern abend die Beratung
iber die Abänderung der Geschäftsordnung zum Schutze
jegen die grobe Verletzung der Ordnung im Hause durch
Mitglieder unter Zuziehung eines Kommissars des Justiz—
ninisteriums und einer Kommission des Ministeriums des
Innern fort und bestätigte dabei ihren früheren Beschluß.
Berlin, 23. April. Ueber die nächste Zukunft de
„reußischen Prinzen berichtet die „Neue pol. Korresp.“
der Kronprinz behält zunächst das von ihm zur Zeit be—
ehligte 1. Bataillon des 1. Garderegiments zu Fuß, ebense
Prinz Eitel Friedrich die Leibeskadron des Leibgardehusaren—
egiments, Prinz Adalbert, der gegenwärtig Kommandandt
des Toepedoboots S 142 ist, wird auch fernerhin im Be—
eiche des Torpedowesens Verwendung finden, Prinz August
Wilhelm wird in nächster Zeit seine Referendarprüfung ab—
egen und sich dann weiter Verwaltungsangelegenheiter
widmen, Prinz EOskar verbleibt im Frontdienst des 1. Garde—
Fearsoa uread Adri⸗» NAnyaesime soll 21n4.ĩ ner
meeglich grier in's Schbital gehn, wann eener um ihr Doch—⸗
ter anhalt. Geld wolle sel Viel Geld! Do liggt d's Haas
im Heiratspfefser. Zoppe wolle se — zoppe. Die Roßhopr
aus d'r Schwiggermutter threr Matratz, die sich nooch diurt
Hochzig glei uffs Stroh leege soll. Bedracht Se sich doch
emool die leddig Männerwelt vun heitzudag. Wie unser
eens, mit Arweit, Mieh un Sorge, wolle die junge Herrn
jetzt nit mehr anfange, wie mir seiner Zeit, Bittermaulin.
Gleich drin wolle se siize in de warme Feddere, glei im
Weißzeig bis an die Schtuwedeck wolle se ligge, glet im
Butterhaffe wolle se schtecke biss iwer die Ohre. Wer alse
heitzudag sein Dechterle unnes die Haub bringe will, sorg
vor alle Dinge for lange Vorhänk un korze Wechsl, die noch
drei Dag vor d'v Hochzig eingeleest werre. Ja, norr vor d'r
Hochzig de Geidsack uff de Disch g'schtellt, dann man hott
Exempl vun Beischbiel, daß d'r Herr Breitigamm noch drei
dag vor d'r Hochzeit zurickgang iss, weil'm d'v zukinf⸗
rige Schwiggewatter nit glei 's ganze Haus im Heiratskunm⸗
drakt verschriewe hott. — So iss's, Bittermaulin, wann Se's
wisse will, un nit annerscht. Vun der Seit kann Se also
rach emool die gllgemein Heiratskrisis beleichte, vun dey Se
oft babblt. Jawohlche! Mir leewe aweil in ganz annere
da Dess Ding iss nit mehr, wie zu unserer Jugendzjeit,
ie junge Herrn un die neigebackene Madamcher schneide jetzi
en Lewerworscht mehr mizanner zum Nachtefsse durch, wie
nirz seiner eu — hawe, wann mer oowend'z mied⸗
schafft vun d'r Arweiz deg lumme sinn. Aweil heeßt's
9 gelebt und seelig a'schtorwe, heeßt'm Deiwle
Schpiel verdorwe. D'r junge Herr Gemahl muß jetz
oowends sein Extraworscht in d'd Eierpann ligge hawe, un.
morgens am zehne iss's aach schun Dag. Die groß Frank⸗
forter Brodworscht, in d'vy Fleeschbrieh uffgezoge, schmeckt
aach nit iwl zum Frihschtick. Herngege, Bittermaulin, seggt
se, hott se g'saggt, die alt Katzenmeiern, un holt frische
Dodem — wie weit sinn mir noch mit unsere Männer nooch
d'r alte Mode kumme, un wie weit kumme alleweil noch
die junge gnädige Herrschaft nocch d'r neie Mode? Wo
kumme die sauer zammeg'schrappte Notpennig hin, die mer
jetzt unsere Dechter mitgewe misse, wann's ke alte Vogl⸗
scheiche gewe soll? Nooch alle vier Wind fliegt allez inne
paar Jährlin zum Fenschter naus. Alle Johr erde was
davun in die Supp eingebrodt, bis die Hamlichkeit Feier—
oowend hott. Und do soll man nit fu⸗ abeiwlswild werre
vann man noch e paav von denr Frankedhaler Borzlan
bebbcher daheem rumhocke hoh, bie uͤff gut Wetter warte
ois se gusfliege tönne! n bo soll man 8 Kind nit aach
wiog fin B Mame enne dirfer Ich weeß norv noc
en Junn Bin emtaiee Gneirn Echteler Cheert eing sivrt
Zeeit der t e u o enua
Woynsitz in Plön behalten und von dort Vorlesungen an
der Kieler Unioersität hören. Prinz Waldemar, der älteste
Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen, wird seine an
der Straßburger Universität begonnenen Studien an der
Kieler Universität beendigen, während der jüngere Prin?
Sigismund seine Ausbildung im Elternhause erhält. Die
drei Söhne des Prinzen Friedrich Leopold setzen ihre Stu—
dien an der Prinzenschule in Groß-Lichterfelde gemeinsan
mit anderen Kadetten fort.
Güstrow, 24. April. Die Mörderin der Schauspielerir
Berthold, Auguste Zobel, ist vom Großherzog von Mecklen—
burg zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.
Innsbruck, 24. April. In ganz Tirol sowie im Salz—
kammergut besteht infolge des anhaltenden Regenwetters
große Hochwassergefahr. Die Flüsse steigen rapid und sind
—DVD
Gleiwitz, 23. April. Seit heute früh herrscht in ganz
Oberschlesien heftiger Schneefall,
Paris, 24. April. Nachrichten aus Madrid zufolge
hesteht an dem dortigen Hofe der Eindruck, daß der drei—
ährige spanische Thronfolger Alfonso Herzog von Asturien.
der bisher noch kein Wort gesprochen hat, taubstumm zur
Welt gekommen ist. Berühmte Arzte wurden konsultiert,
doch vermochte keiner an dem Zustande des Knaben etwas
zu ändern.
Paris, 24. April. Der Verband der Pariser Arbeiter—
syndikate beschloß, dieses Mal den 1. Mai durch ein Massen—
meeting im Boulogner Wäldchen zu feiern. In dem an
die Arbeiterschaft gerichteten Aufruf heißt es: „Vor einigen
Monaten haben sich Hunderttausende von Arbeitern bemäch
tigt, um gegen die Hinrichtung Ferrers zu protestieren
Wir wollen am 1. Mai zahlreich im Boulogner Wäldchen
sein und die Freiheit, uns dort zu versammeln, uns erfor—
derlichenfalls erzwingen.
Paris, 24. April. König Eduard wird am nächsten
Dienstag abend 9 Uhr auf der Heimreise in Paris ein—
treffen und Mittwoch nachmittag zwischen 6 und 6 Uhr ir
London ankommen. Ein Aufenthalt des Könias in Paris
ist nicht vorgesehen.
Brüssel, 23. April. Die Streikbewegung im belgischer
Kohlengebiet ist nunmehr auch auf die Borniage und au
die Gegend von Lüttich ausgedehnt worden.
Amsterdam, 23. April. Fünfzehn Fälle von Fleckfiebe
wurden konstatiert, von denen mehrere tötlich verliefen.
Prag, 23. April. In dem böhmischen Grenzorte Asck
beging ein junger Mann dadurch Selbstmord, daß er in
eine Felsenhöhle kroch, diese zumauerte und das dort auf—
bewahrte Dynamit zur Explosion brachte.
Prag, 24. April. Auf der Straße von Jung-Bunzlar
nach Kossmanos stieß ein Automobil gegen einen Chaussee—
stein. Die beiden Insassen, Ingenieur Knopp und Kauf—
mann Nebozizek wurden herausgeschleudert und auf de
Stelle getötet.
Petersburg, 24. April. Nach hier eingetroffenen Mel⸗
dungen haben persische Seeräuber im Kaspischen Meere ein
großes russisches Handelsschiff überfallen, die Mannschaften
getötet und das Schiff vollständig ausgeraubt.
Petersburg, 24. April. Der Polizeibeamte Janke—
witsch hat auf den Kommandanten der Festung Schlüssel—
burg, den Major Rybinski, mehrere Revolverschüsse abge—
feuert, durch welche der Major schwer verwundet wurde.
Der Attentäter verweigerte die Angabe des Motivs.
Moskau, 24. April. Der Dieb, der die Juwelen aus
der Uspenskij⸗Kathedrale gestohlen hat, ist in der Person
eines jungen Bauern namens Femin ermittelt worden. Die
geraubten Kostbarkeiten sind an einer von dem Dieb an—
gegebenen Stelle wiedergefunden worden.
London, 24, April. Der englische Gesandte in Peking
meldet, daß die Unruhen in Tschanscha und an anderen
Punkten der Provinz Honan wieder aufzuleben scheinen.
Die eingegangenen Berichte seien aber sehr unklar und zum
Teil wiedersprechend.
London, 24. April. Um einen Gegeneinfluß gegen die
Berichte der konservativen Arbeiter über ihren Besuch in
Deutschland auszuüben, beabsichtigt die Arbeiterpartei, eine
aus leitenden Mitgliedern zusammengesetzte Deputation nach
den Industriezentren Deutschlands zu entsenden zur Fest—
tellung der wirklichen Tatsachen bezüglich der Löhne, Ar—
beitszeit und Kosten bes Lebensunterhaltes. Die Deputation
hofft, am 3. Mai aufbrechen zu können.
Newyork, 28. April. Von den bei der Explosion in
der Kohlenmine bei Amsterdam Ohio) Verunglückten wur—
den zehn Mann lebend und 13 tot zutage gefördert; zwei
Mann werden noch vermißt.
— —
wann'r aach noch dem Schteterminister ui Berluin noch nit ge⸗
nug Ooder gelost kricht hott. Unser Jungg'selle g'heere
verschteiert, un zwar all vum dreißigschte Johr an. Danñ
breicht sich d'r Finanzminischter nit mehr lang de
Kopp zu verbreche. E Zungg'selleschteier g'heer
ring fihrt. Dess gääbt Geld vor de Schaat. Dagege g'heert
sedem leddige Meedt iwer finfezwanzig Rieweherbcht t
Breismedallje um de Hals g'henkt, daß se in de Handl
kummt, dann annerscht kaum man die Helratsg'schäfte vun
heitzudag doch nit mehr heeße. Sie lacht, Bittermaulin?t
Ja, sinn dann unter Heiratsabschliss noch was annerschts,
en Handl? D'r erschte Schritt mit dir erklärle Braut geh.
zum Notar, der setzt dann die zikinstige eheliche Liewespa
ragraphe Punkt vor Punkt ulf. D'r „Hawig“ sowohl wie
d'r „Hätig“ werd do for alle Schterbfälle ganz genau XX
g'ischielt. Ta, schlatt an's Lecwe, dentt die heitig Welt bei
Seitateg schafte glei an de Dod, un d'r Schiller mit seim
„Drum prüsfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum
Herzen findet,“ iss schunn çhr zu lang aus d'r Mode kumme
dess iss unser neigebriesene Welt, Bittermaulin! Dess. ij
der Fortschritt, die Liweralität un die Humanität, die vuꝛ
Ille Voͤllsdribune so scheen runnergebreddigt werd. — Soo—
dele, seggt se, hott se g'saggt, die alt Katzemeiern, un nimm
ihrn Henkkorb widder in de Arm, iwer den die Leit in d'uy
Markreih a'schtolpert suun. — Sordele! Jetzt is mer's
Me plauderecke
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⸗reun bis in den Todv—
. Bei einem großen Brande, devr in Los Angelad wũtete
unmd ein ganzes Haus zerstörte, fand der Besitzey desselben
seinen Tod. Als man die Trümmer entfernt hatte, sah man
neben den Ueberresten des Herrn auch die Leiche seines Hun—
des. Der Verunglückte lebte sehr einsam und der Hund war
sein einziger Freund, der ihm bis in den Tod treu geblie—
ben war, denn es isi festgestellt worden, daß es dem Hunde
ein leichtes gewesen wäre, sich zu retten. Er hatte bei sei—
nem Herrn ausgehalten und ist mit ihm gestorben. Als An—
erkennung für diese Anhänglichkeit legte man Herr und
Hund in einen Sara und brarub sie beide in dem aleicher
Mrob.