Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Lokales
Der Knappsfchafts-⸗-Verein zu Saarbrücken ließ an
ille Saarinspektionen folgende Mitteilung ergehen: Es
jegen uns wiederum Fälle vor, in denen Bergleute sich un⸗
er Entnahme eines Krankenscheines krank melden und Kran⸗
engeld beztehen, tatsächlich aber nicht krank sind, sondern
zurch Ausführung von schwerer Feldarbeit, durch Wirishaus—
zesfuch und auf andere Art deutlich zeigen, daß sie nicht
ank sind. Wer sich, ohne krank zu sein, krank meldet und
ich dadurch den Genuß des Krankengeldes verschafft, schädigt
biderrechtlich die Knappschaftskasse, das h. zu gleichen Teilen
ie Bergverwaltung und seine Kameraden. Eine Duldung
jeses, nicht scharf genug zu verurteilenden Unwesens würde
absehbarer Zeit den Knappschafteverein nötigen, die
rankerkassenbeiträge weiter zu erhöhen, d. h. den fleißigsten
ind ehrlichen Teil der Belegschaft für die unberechtigten
drankentage der oben geschelderten Leute bezahlen zu lassen.
da auch die dankenswerten Mahnungen der Knappschafts⸗
iltesten keine Aenderung gebracht haben, sehen wir uns ge⸗
zwungen, gegebenenfalls den 8 55 Ziffer 3 der Arbeitsord⸗
iung in Anwendung zu bringen und mit Eatlassung vorzu⸗
ehev.
Wie staatlichen Gruben haben im Monat August in
25 Arbeitstagen gefördert 981897 Tonnen. Von Plrivaten
wurden im fislalischen Felde 308 Tonnen gewonnen. Die
Besamtförderung hat also betragen 919 706 Tonnen. Ab—
gesetzt wurden mit der Eisenbahn 615 746 Tonnen, mit
Schiff 38 394 Tonnen mit Fuhre 31422 Tonnen, mit
Zeilbahnen 114738 Tonnen. Es lamen also zum Verkauf
00 209 Tonnen. Hiervon wurden den im Beziirk gelegenen
rokereien zugeführt 218767 Tonnen.
Wenn alles liebt, kann Karl allein nicht hassen! So
denken jetzt auch die deutschen Rechtsanwälte und erhöhen,
inem auf dem Anwaltstage gefaßten Beschlusse gemäß, ihre
chon jetzt nicht zu knapp bemessenen Gebührensätze.
Wie kann ich sparen? Diese Ftage wird sich wohl
ede Hausfrau votlegen und oft nicht leicht eine Antwort
inden. Vor allem wird die Selbstanfertigung der Kleider
und Wäsche für Erwachsene und Kinder eine Quelle der Er⸗
parnis sein, aber auch in Haushalt und Küche heißt es, neue
Wege zu fiden, um die Ausgoben den Einnahmen anzu⸗
bassen. In allen dieser Fragen ist ein treuer, nie versagender
 prakischer Ratgeber „Vobachs Frauen- und Moden⸗
Zeitung“, die im wahren Sinne des Wortes das Blatt der
davefrau ist. „Vobachs Frauen und Modezetung“ veriinigt
 in sich eine vollländige Moden⸗, Wäsche- und Hand⸗
arbeits-Zeitung mit gebrauchsfertigen Schnittmusterbogen und
eine reichhaltige Familienzeitschrift mit gediegenen Romanen
ind belehrenden Artikeln, serner bringt die Gratisbeilage
„Illustriette Zeitgeschichte“ alle interessanten Zeitereignisse im
Bilde. Der haus wirischaftliche Teil ist bedeutend erweitert
worden, so daß er alle Interessengebiete der Hausfrau er—
chöpfend behandelt, während zahlreiche Abbildunzen nach
Zemälden unsrer vamhaftesten Künstler dem Kunsisinn Rech—
rung tragen. Abwechselnd bringen die einzelnen Hefte fol⸗
jzende Beilagen: 1) Moden für Erwachsene, 2) Wäsche für
ẽErwachsene, 3) Kinderganderobe, 4) Wäsche für Kuder und
Dustervorlagen für weibliche Handarbeiten. Jedes Hest
lostet nur 15 Pfg. wöchentlich. Wer sich aber nur flür
NRoden interessiert, kann die Modenbeilage auch apart be—⸗
tellen unter dem Titel: „Moden-Zeitung fürs deutsche Haus“
Alles Nähere wolle man aus dem unsrer heutigen Nummer
eiliegenden Prospekt ersehen. Abonnements auf berde Zeitchriften
 nmmte dio Ruchhendle j na Nuguff darcher entgegen.

Aus RNah und Fern.
*Altenwaald, 16. Sept. Schwere Verletzungen erlitt
zestern in Abteilung 5 der Gtube Altenwald der 17jährige
Schlepper Joh. Seibert. Ein durchgehender Förderschlitten
chleuderte ihn mit großer Wucht gegen die Holzzimmerung.
Un seinem Aufkommen wird gezweifelt.
* Fraulautern, 16. Sepp. Em schwerer Unfall ereig⸗
tete sich gestern nachmittag um 4 Uhr in der Lehmgrube der
ziegelei von Werth u. Co. hier. Der daselbst beschäftigte
Arbeiter Peter Trentz von hier glitt aus, stürtzte rückwärts
ind brach das Genick. Trentz ist 30 Jahre alt und ver—⸗
eiratet; er hinterläßt eine Witwe mit 4 Kndein.
Fraulautern, 16. Sept. Töilich verunglückt ist gestern
nuf dem Walzwerk der Dillinger Hüttenwerke ein am Binn—
jos wohnender Arbeiter. Eine schwere Mutterschraube, die sich
don der Walze löste, prallte dem Unglücklichen derart an den
dopf, daß er bereits auf dem Transport zum Krankenhause
tatb. Der Verunglluickte hinterläßt eine arme Witwe' mit
nehreren unerzogenen Kindern.
Aachen, 16. Sept. (Brerkrieg.) Die Sperr«
jegen die Wirte, weiche das Bier nicht zum alten Preise
»erkausen, ist in Kraft getreten. Eine Anzahl Wirte har
ich das vom Börgezausschuß herausgegebene Plalkat ge—
hen lassen und ausgebingt. Der Terxt desselben lautet:
„Kein Bierpre sautsenag. Vieselbe Qualität, dasselb
Maß und der elbe Preise pur vor der Steuer!“
* M.⸗Gladbach, 16. Sept. (Unter den Trüm—
wern begraben.) In Anrath stürzte nachts ein
Wohnsaus ein und begrub die Familie Gosfings, die
noch in den Betten lag, unter den Trümmern. Drei Er—
vachsene wurden leicht verletzt herausgeholt. ein lleines
Kind wurde tödlich verletzt.
*Rheydt, 16. Spt. ÖOpfer des Leichtsinns.)
Zwischen hier und Wickrath entflog einem zur Arbeit sah—
tenden jungen Manne, der sich auf dem Vorderperron ei—
nes Straßenbahnwagens befand, infolge eines Windfioßes
zie Mütze. Noch ehe der Wagenführer es verhindern
onnte, sprang der Mann von dem fahrenden Wagen her⸗
mter. Dabei kam er zu Fall uͤnd schlug mit dem Kopfe
o heftig auf den Boden, daß er beroußtlos liegen blieb.
Schwere Verletzungen fübrten nach wemigen Sune den
dod herbei.
*Gelsenkirchen, 16. Sept. (Der Seuche erle—
hen) Im hiesigen katholischen Krankenhauseift ein drel—
ähriges Kind an Kinderlaäͤhmung gestorben.
*Bochum, 16. Sept. Dasvte Lise d.) Das ein⸗
ãhrige Kind einer Arbeiterfamisde wurde von seittem drei
dahre alten Brüderchen beim Spielen mit einer peiro—
eumlanne in Brand gesteckt. Das Kind siarb bald darauf.
Sörde, 16. Sept. (SSchwerer Unglücks⸗—
alI.) Gestern abend schlug im Preßbau des Hörder
berens beinr Verladen ein Kesselboden um uòd begrub
b Vorarbeiter Pecher, den Kolonnenführer Krause und
en Arbeiter unter sich. Pecher erlitt lebensgefährliche
Lertezungen, Krause wurden beide Beine ehneuer
er Dritte kam mit leichteren Verletzungen davon.
— Recklinghaufen, 16. Sept. GergifteteWursi.)
ach, dem Genuß von Wurst erkrankte eine Bergmanns—
amilie. Zwei Knaben im Alter von acht und zehn Jah—⸗
en sind gestorben.
* Metz 16. Sept. (Dieb stahll.) Bei dem Oberarzt
ardiewski wurden für 48 000 Mark Wertpapiere und
mucksachen im Blerte non Vnn Marf gettahen
doöon

m Hanan, 16. Sept. (Maurerstreik.) Am Beu—
bau des städischen Gaswerles legten heute Vormittag
siie Maurer die Arbeit nieder. Sie fordern
Viedereinstellung von einigen gestern entlassenen Arbeits—
ollegen. sowie Lohnerhöhung.
* Frankfurt, 16. Sept. (Jwischensall beim
Lufstiseg.) Der „Parseval 3“ stieg gestern nachmittag
im 55 Uhr auf. Dabei ereignete sich ein aufsehenerre—
sender Zwischenfall: Ein Artillerist, der zur Bedienungs—
nanuschaft gehörte und eines der am Lufstschiff befestigten
Zeile halten wollie, wurde beim Aufstieg mit in die
döhe gezogen. Das Seil hatte sich bei dem Auffahren
im die Beine des Soldaten geschlungen. Das nach Tau—
enden zählende Publikum wurde zunächst vor Schrecken
prachlos. Der Mann schrie, hatte aber die Geiftesgegen—
vart, ein wenig emporzuklettern und mit einem Fuß in
ine Schlinge des Seiles zu gelangen, sodaß er ziemlich
esten Halt hatte. Die Insassen der Gondel des „Parseval“
»emerkten anfänglich nichts; erst als ein Beamter eine
veiße Fahne schwang, wurde man aufmerksam. In ei—
ier Höhe von ungefähr 50 Mietern stockten die Motore,
iine Landung war jedoch nicht möglich, da man sich über
dem Eisenbahndamm befand und in der Nähe von Häu—
sern. Das Luftschiff mußte eine Linksschwenkung machen
ind landete nach 3 Minuten auf dem Flugplatz. Dort
vurde der arme Soldat aus seiner gefährlichen Lage be—
freit. Nach Aufnahme neuen Wasserballastes unternahm
odann das Vuttschiff ohne Störung den Aufsstieg.
* Frankfurt. 16. Sept. („3. 3. und „Parseval.“)
3. 3“ kehrte um 11. 40 Uhr von einer Rundfahrt in
Begleitung des Parseval zurück. Beide Luftschiffe kreuzten
usammen über dem Flugplatze der „Jia“, bald neben—
inander, bald hintereinander fahrend. Um 11.50 Uhr
rfolgte auf dem Flugplatze die Landung des „Z. 3“, der
ofort ein weiterer Aufstieg mit geladenen Gästen folgte.
das Parseval-Luftschiff landete aui dem Korbplaß und
vurde in die Halle gebracht.
* Maxdorf (Pfalz), 16. Sept. (Im Alkoholdu—
e l.) Der Poststallhalter Sattel von hier geriet in der
kdrunkenheit mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in
ztreit. Der von der Mutter derbeigerufene 19jährige
zohn Lambert, der den Vater zu beschwichtigen suchte,
rgriff, als er in dessen Hand ein Messer erblickte, zur
Ubwehr eine Hacke, mit der er den Vater so unzlück—
ich am Kopfe traf, daß er tost zuinmmensffürzte. Es
iegat offenbar Notwehr vor

Verkehrsnachrichten.
(z3) Das Fernsprechnez der Erde. Eine Statistik
es Fernsprechnetzes der Erde hat soeben das Bureau des
Weltelegraphenvereins in Bern vom Jahre 1907 zusam—
nengestellt. Die Zusammenstellung ist freilich nicht voll—
ändig, da u. a. ganz Amerika und das im Fernsprech—
vesen klafssische Land Schweden fehlt. Unter den aufge—
ührten Ländern steht aber Deutschland nach der Zahl der
dernsprechstellen weitaus an der Spitze. Es zählt deren
97 249. Einigermaßen nahe kommt ihm nur Großbr'tan⸗
iien mit insgesamt 536 460 Fern'prechstellen. Von diesen
ind 456 533 in Händen von Privatgesellschaften und nur
er leine Rest von 79 927 Sprechstellen im Staatsbe—
riebe. Frankceich hat noch nicht einmal den vierten Teil
»er Zahl der Sprechstellen von Deutschland, nämlich
184 714. Kein anderes der in Betracht gezogenen Län—
sern hat 100 000 Anschlüsse. Selbst ganz Rußland zählt
tur 98 340 Sprechstellen. Nicht viel weniger, naͤmlich
1880 private Sprechstellen hat das kleine Dänemark,
nehr als ganz Oesterreich mit 69 600 Sprechstellen. Es
olgen de Schweiz mit 65 679, dann Japan mit 62 407,
sorwegen mit 49 167, sowie die Niederlande mit 40 381.
Veniger Anschlüsse haben Italien mit 41 959 und Ungarn
nit 30 712. Fast ebenso viel hat Belgien mit 34378,
Löhrend Neuseeland schon 23 993 Fernsprechstellen besitzt,
at es Spanien ießt erü ⸗f 17 724 Sprechstessen gebracht.
— — —
Landwirtschaftliches.
()) Erntestand in Bayern. Im größeren Teile des
dönigsreich Bayerns ist die Getreideernte unter den gün—
cigen Witteruingsverhältnissen der letzten Wochen gut ein
ebracht worden. Kartoffeln zeigen Mitte September be—
riedigenden Stand, leiden jedoch beträchtlich unter Feuch—
gkeit und Nachtfrösten. Sehr befriedigend ist nach Menge
ind Beschaffenhest das Ergebnis der GrummetErnte.
dingegen sind die Aussichten der Weinernte in anbetracht
»er kühlen Witterung, welche die Reife der Beeren ver—
ögert und infolge Auftretens von tierischen und pflanz—
ichen Schädlingen nur mittelmäßig. In Unterfranken ha—
en in den letzten Tagen schwere Niederschläge in den dor—
igen Weinbergen großen Schaden angerichtet. Mit den
Urbeisen für die Winterbestellungen könnte bis ietzt nur
n wenigen Gegenden hegonnen werden

Humoriftische Ecke
Praktische Hausfrau »raunn (brummend):
Schöne Wirtschast; an dem einen Hemd fehlt der rechte
ermel und an dem andern der linkte!“ — Frau: „Nun—
»ann ziehe doch einfach beide übereinander an!)
Malitiös. Herr (beim Morgenkaffee): „Wo bleibt
enn die Frau, Anna?“ — Köchin: „Die liegt noch im
Zett; mir scheint, sie hat sich gestern abend, wie der gnä'
herr so spät z' Haus 'kommen sind, die Hand verstaucht!“
der Reichstag und der Bundesrat bei
Zeppelin. —E
die Herren folgen gern dem Zug der Zeit 3
Nur hoch hinaus! Heißt es bei jedem Werke;
ur hoch, hoch, hoch! Ertönt es weit und breit,
daß sich das Volk die schönen Ziele merke.
Richts ist zu hoch, was nicht erreichbar wär',
And keine Jacht, kein Kriegsschiff ist zu teuer.
1nüberwindlich ist die deutsche Wehr,
Und hoch, hoch, hoch ist gleichfalls uns're Steuer!
Aus KFalau. Dem Grafen Zeppelin hat man seyr
ringend geraten, statt der bei der Rückfahrt von Berlin
ebrochenen Luftschraube eine Steuerschraube anbringen zu
assen, da lebtere bei arößter Wirlsamkeit garantiert nicht
achaibt.
Der Dauersfskat. Eintretender Belannter: „Wie,
Nensch, du sitzest hier im Wirtshaus beim Skat? In der
zeitung steht ja schon eine Annonce von deiner Frau:
Kehre zurück, Fridolin“.
Ein Zeitkind. Mama: Nun, Kurtchen, wie ist
ie Prüfung verlaufen?“ Kurtchen: „Famos, Mama! Wir
aben lauter verkehrte Antworten, der Lehrer hat vor
Vut gebheult!“
—D;DERAÆE— —
Sprachecke.
Weinverfälschung und Sprachverwelschung.
Schenkt dir ein Wirt verfälschten Wein
Statt eines echten in den Becher,
Wirst du darob entrüstet sein
And weidlich schimpfen, deutscher Zecher;
doch wenn mit Welschzeug reich durchspickt
dir einer aufträgt deutsche Rede,
Das findest du wohl gar geschickt
Uund weihst ihm nicht ein Wort der Fehde.
Run sag, was ist ein größres Gut: —
3—— 642 53 21.—274

Telegramme.
Frankfurt 17. Sept. 3. 3 wurde heute frilh
zeinhalb Uht aus der Halle gebracht, stieg etwa 10Mi⸗
miten später auf und wird sich ins Kaisermanöver begebeu.
Braf Zeppelin nimmt an der Fahrt teil.
Halle a. d. Saale, 16. Sept. Im Mansöodergelände bei
Ischersleben sind auf einem Patrouillenritt ein Sergeant
ind zwei Soldaten in einen verlassenen Foͤrderschacht gze⸗
düczt. Die beiden Soldaten ertranken in dem Grubenwasser.
der Serzeant wurde mit Mühe gerettet.
Barmen, 165. Sept. Selbstmord eines jungen Mädchens.
Zestern maxgen gegen 6 Uhr hat sich zwischen Krebsöge und
dennep, in der Nähe der Lenneper Badeanftalt, ein Mädchen
m Alter von 20 Jahren von einer Lokomotive überfahren
assen. Es hatte sich im Gebusch verborgen gehalten, war, als
ie Maschine herannahie, hervorgesprungen und direkt vor die⸗
elbe gelaufen. Die Unglückliche wurde sofort getötet.
Viersen, 15. Stpi. Ja der Zelle erhängt. Cin 40 jäh⸗
iger, aus Holland mit seiner Familie zugezogener Fabrikar⸗
»eiter wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen dem Amtsgericht
ugesührt und in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Er soll
ich schon seit langer Zeilt an seiner jetzt 18 Jahre alten Toch⸗
er vergangen haben. Der Gerichtsdiener fand heute den
Herhafteten in der Zelle erhängt vor.
Berlin, 17. Sept. Von den sozialdemorrarischen Ge⸗
vertschaften wurde in einer Massenversammlung gegen
ede Erhohung des Bierpreises in schärfster Weise pro—
estiert. Es soll der Bierbohkott von den Gewertschamen
protlamiert werden.
Paris, 17. Sept. Das Zuchtjtpolizeigericht verurteilte
oler Samelois du Roi, welche in das Vereinslokal der
repabeikanischen Jugend im 9. Bezirk eingedrungen wa—
en, zu Gefaͤngnissirafen von 10 Tagen ois 3 Monaten,
sowie zu Geldbußen. Einer der Camelots rief bei der
Verkündung des Urteils: „Nieder mit der Republik! Die
stichter sind Fälscher! Es lebe der König!“
London, 17. Sept. Der in Genf tagende jung⸗
»gyptische Kongreß hat das britische Par—
bament telegraphisch aufgefordert, dafür zu sorgen, daß
die britische Armee Egypten wieder rä ume. England
ꝛrfülle damit nur ein von Gladstone abgegebenes Verspre—
hen. Ein anderes Telegramm wurde an Hilmi Pa—
scha nach Konstantinopel abgesandt, in dem dieser gebe—
ten wird, seinen Einfluß auf England aufzubieten, um
den Abzug der fremden Armee herbeizusühren. — Aus
Tairo wird gedrahtet, daß sich dort anläßlich des 27.
Jahrestages der brutischen Okkupation etwa 6000 Perso—
ien zu einer Protest-Versammlung vereinigten und ein
Tecezramm an den Premierminister Asquith richteten,
des Inhalts, daß das egyptische Volk auf den feierlichen
Fid der britischen Regierung baue und hoffe, daß diese
endlich ihr Versprechen erfüllen und das Land an seinen
Figentümer zurückgeben werde.
Stockholm, 17. Sept. Die Verhandlungen zwischen
dem Arbeitgeberverband und der Landesorganisation ha—
ben begonnen. Der erstere erklärt, seine früheren Forde—
trungen nicht verlassen zu können. An ein Ende des Ge—
neralstreils ist vorläufig nicht zu denken.
Madrid, 17. Sept. Die Bergarbeiter einer engli—
schen Minengesellschaft im Minenbezirt Huelva verlangten
Lohnerhöhung; als die Forderung abgewiesen wurde,
bombardierten sie mit Steinen die Wohnung des Direkl—
tors und verletzten den Direktor. Daraufhin stellte die
Minenzesellschaft zur Strafe den Grubenbetrieb ein, wo—
durch 100 Arbeiter brotlos wurden. Die Behörden ver—
nitteln zu Gunsten der Ausgesperrten.
Konstantinopel, 17. Sept. Die Blätter melden ei—
ien siegreichen Kampf der türkischen Truppen gegen die
Bbeduinen unweit Medina. — Nach einer amtlichen Mit—
eilung der Pforte meldete der Kommandant des 4. Korps
einen siegreichen Kampf im Dersim-Gebiete mit dem Kur—
»en⸗Stamme der Haidarauly, der die Flucht ergriff und
zundert Tote zurückließ. Die türkischen Truppen sollen
eine Verluste erlitten haben.
Kalkutta, 17. Sept. Abends wurde auf der Eastern
Bengal Railway der Versuch gemacht, einen mit einer
zroßen Geldsendung nach Naraingunj gehenden Zug in
zdie Luft zu sprengen. Der Versuch ist jedoch gescheitert.
Ein Schaffner und ein Wächter wurden leicht verletzt.
Paris, 17. Sept. Jaures beschuldigt in der heutigen
humanite die spanische Polizei, den Pariser Bomben⸗-Anschlag
in der Rue de Rohan, der den König Alfonso und dem Prä—
identen Loubet beinahe das Leben gelostet hätte, selbst ver⸗
instaltet zu haben. Voss. Zig.)
Nancy, 17. Sept. Sämiliche deutsche Madchen, die hier
ils Säugerinen in Tingeliangels während der Ausftellung
zuftreten, haben einen Ausweisungsbefehl erhalten. Die
Answei'ung soll mit den jüngsten Spionageaffären in Zu⸗
ammenhang stehen. Schon seit längerer Zeit werden die
Mädchen scharf von der Polizei beobachtet. Die Presse und
zehörde ist überzeugt, daß die Mädchen sich an der Sptonage
eteiligen.
Konstantinopel, 17. Sepi. Auf der Pforte wird ver⸗
ichert, sdaß der Besuch des Königs von England und des
eutschen Kalsers im nächtten Frühiahr aanz bestimmt au er⸗
varten sei.
Madrid, 17. Sept. Wie berichtet, wurde oor einigen
Tagen der Ballon des spanischen Luftschiffers Martinez auf
»as Meer hinausgetrieben. Trotz eifrigen Absuchens ꝛec in
Betracht kommenden Meerresdteile ist es nicht gelungen, eine
5pur von dem Vermißten zu finden. Marttinez muß des⸗
salh alg verloren hetrachtet werden.

Vekanntmachung
Am Kirmes-Montag (20. September) sind die
Büreaus des Bürgermeister⸗Amtes geschlossen. Nur
das Standesamt ist für die Anmeldung von Sterbefällen
mid Totgeburten vormittaas von 9 bis 10 Uhr
geöffnet.
Dudweiler, den 14. September 1909.
Der Bürgermetsier und Standesbeamte J o st.

6
Einladung.
Sämtliche Wirte, welche über Canzsäle ver—
fügen werden hiermit zu einer Besprechung betr.
Stellungnahme zum Boypkott während der Kirch—
vweih im Nebenzimmer von Gastwirt Valentin
Kollmannsperger Sudstr. 2. Stock heute Freitaa
ibend 8 Uhr eingeladen.
Um vollzähliges Erscheinen bitten
mehrere Saalbeßitzer
            
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