Full text : Dudweiler Zeitung

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Freitag 17. sSept. 09

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Sonntagsblatt und Humoristische Blätter. 484
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stedaktion, Druch und Verlag von J. Unterkeller, Dudweiler. J höchster Rabatt
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empfohlen.
*Im 5. Berliner Landtagswahlkreis ist an die
Stelle des Stadtverordneten Goldschmidt, der bei den
allgemeinen Wahlen kandidierte, der Schriftsteller und
Syndikus Hermann Schöler als Landtagskan—
didat der Freisinnigen Volkspartei aufgestellt worden.
* Dem Bureau des Reichstags ist eine Anzeige des Ab—
geordneten Schack, daß er sein Mandat niedergelegt habe,
bissher nicht zugegangen

Fernsprech-Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259 269 u. 1261.

Die neue Berliner RNord-Südbahn.
Durch die Stadt Berlin ist jüngst ein Aufatmen ge—
gangen, als die Kunde von der Geneymigung des Baues
der Nord-Südbahn sich verbreitete. Die Vorgeschichte die—
es Projektes ist allbekannt, und schon seit dem Zahre 1905
sogen sich die Verhandlungen hin, an deren guten Aus—
zang gelinde Zwesfel zu hegen, berechtigt war. Die Bahn
oll 14 Haltestellen erhalten, von denen die wesentlich ten
— — —— —

zunge, die die Szagunen des Bar Chica vom offenen Meer
rennt, und deren Dünen durchstochen werden sollen. Am
stlichen von Melilla abgewandten Ende dieses Mar Chica
iegt das in den letzten Kämpfen viel genannte Suk el
Arba, wo heute mindestens eine Division konzentriert steht.
34 Kilometer östlich davon, also abermals von Melilla
veiter entfernt, liegt nahe bei der Mündung des Muluya,
lusses das spanische Fort Cabo de Agua, das bereits vo—
iges Jahr (!) von den Spaniern angelegt und durch sehr
tarke Befestigungen, die als uneinnehmbar für marokkani—
che Waffen gelten müssen, geschützt wurde. Dieses Cabo
»e Agua bedeutet den östlichen Grenzpuntt der spanischen
rinflußsphäre in dem englisch-französisch-spanischen Ge—
eimvertrage über Marokko. 27 Kilometer von Suk el
Irba landeinwärts liegt Seluan, eigentlich überhaupt kein
Irt, sondern nur eine Marktstätte, aber, als im Rücken
des Gurugu gelegen, von hohem strategischen Wert.
In dieser, eben sktizzierten Gegend von Cabo de Agua
is Suk el Arba, haben sich die letzten Kämpfe abgespielt.
zunächst handelt es sich hier um den Vorstoß des Gene—
als Aquilera von Suk el Arba aus in der Richtung nach
Zzeluan, um die Eingeborenen zu entwaffnen und zum
linschluß an Spanien zu zwingen. Dieses Motiv veran—
aißte wohl die Kabylen, in die Ebene herabzusteigen. Die
3panier rückten in 2 Kolonnen vor, eine in der Ebene,
ie andere auf den diese Ebene auf der Guruguseite be—
zleienden Höhe. Die Kabylen versuchten, sich zwischen
iese beiden Kolonnen einzuschieben, gerieten aber dabei
n ein fürchterliches Kreuzfeuer und erlitten schwere Ver—
uste

J

— 33

Frankreich.
* Bezüglich der Unterredung des Reichskanz—
kanzlers Bethmann-Hollweg mit dem framn
zösischen Botschafter in Berlin Cambon will der
„Temps“ wissen, daß die beiden Staatsmänner sich ge
genseitig zu den seit Abschluß des Marokkoabkommens?
zwischen den beiden Nationen bestehenden guten Bezieh
ungen beabückwünscht haben. Sie stellten das
wischen französischen und deutschen Interessenten in Ma—
okko herrschende Einvernehmen fest, welches es ermöglich
jabe, dem zwischen der deutschen Firma Renchhausen und
dem Maghzen anläßlich der Bezahlung für die Tangerer—
Hafenbauten entstandenen Zwiste ein Ende zu machen.
Man glaube in den berufenen deutschen Kreisen, daß die
don Frankreich zugestandenen Vereinbarungen Deutschland
und Frankreich gleich nützlich sein werden für die Ent
wicklung ihrer Handelsinteressen in Marokko. Der Reichs
kanzler und der Botschafter Cambon haben auch verschie
dene Fragen der gegenwärtigen Politik berührt.
England. ——
Lord Tweedmouth 5. —
* In der Nacht zum Donnerstag ist in Dublin Lord
Tweedmouth, der frühere Marineminister im jebigen
Kabinett, nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Wie
bekannt, wurde sein Sturz durch die Veröffentlichung deẽ?
Inhalts eines an ihn gerichteten Privatbriefes des deut
schen Kaisers herbeigeführt, in dem in wenig schmeichel
hafter Weise über Lord Elher, einen Freund des König
Eduards, und die Imperialisten geurteilt wurde. Der
Brief kam zur Kenntnis des militaärischen Mitarbeiters der
„Times“ und wurde in diesem Blatte im Auszuge mitge—
teilt. Der gänzlich unschuldige Tweedmouth mußte den
ausbrechenden Sturme weichen. Er verfiel bald darau
in eine geistige Störung. Diese dürfte jedoch nicht blof
seinem politischen Mißgeschick, sondern auch dem Verluf
des größten Teils seines Vermögens zuzuschreiben sein
welches in einer Brauerei investiert war. Tweedmout!
war ein Onkel von Herrn Winston Churchill, der soeben
als Gast des Kaisers Wilselm den deutschen Manövert
bheiwohnt

Größere und bedeutungsvollere Erfolge aber erzielten
die Spanier in dem Gebiet zwischen Cabo de Agua und
Suk el Arba. Der in Suk el Arba kommandierende Oberst
Larrea, der die ganze Gegend vorzüglich kennt, soll nach
den neuesten Meldungen das ganze Land am Muluya—
lusse zum Anschluß an Spanien bewogen haben. Die
Aufgabe, das Gebiet zwischen diesen beiden Plätzen, die
zurch eine recht brauchbare Straße mit einander verbun—
den sind, zu befriedigen, ist heute jedenfalls noch nicht
dauernd gelöst, trotz der großen Erlolge, die die Spanier
m den letzten Tagen hier errungen haben. Freundschafts—
erklärungen und auch die Auslieferung überflüssiger Waf—
en bedeuten nicht allzu viel bei den Riffkabylen. Ein
Mißerfolg der spanischen Waffen wird d'iese ganzen Ge—
hiete sofort wieder im Aufstand sehen.
—r r — — —
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Anläßlich der Anwesenheit des russischen Ministers
»es Aeußern von Iswolski in Berlhin sand beim
russischen Botschafter Grafen v. d. Osten-Sacken ein Diner
tatt, zu dem der Reichskanzler v. BethmannHoll
veg und der Unterstaatssekretär Stemmerich Einlad—
ingen erhalten hatten und erschienen waren. Bei dieser
zelegenheit fand eine länzgere int me Aussprache zwischen
em Reichskanzler und dem russischen Minister des Aus—
värtigen statt.
* Der Unterrichtsminister sagt bezüglich der, Schüler—⸗
elbstmorde in Charlottenburg in einer Verfügung: „Auj
shrund der eingehenden Ermittelungen trete ich der An—
icht des Königlichen Provinziasschulkollegiums bei, daß
in der beklagenswerten Tat der beiden Schüler des Real—
zymnasiums in Charlottenburg die Schule keine Schuld
rägt. Uebrigens hat sich bei den amtlichen Feststellungen
rgeben, daß die an anderer Stelle ausgesprochenen Be—
jauptungen über unangemessene Führung des Unterrichts,
owie über das Ergebnis mehrerer deuticher Aufsätze un—
zutreffend sind.“
*Der Fürsorge für die gefährdete Jugend ist
ndlich ein alle praktischen Tendenzen auf diesem Gebiet
usammenfassendes Zentralorgan erstanden. In Karl Hey—
nanns Verlag in Berlin ist das Zentralblatt für Vor—
nundschaftswesen, Jugendgerichte und Fürsorgeerziehung
zegründet worden. Das zweimal monatlich erscheinende
Zentralblatt ist of izielles Organ des Allgemeinen Für
orgeerziehungstages, und wird unter ständiger Mitwirk
ung des Archivs Deutscher Berufsvormünder publiziert.
jer Minister des Innern hat im letzten Heft des Mini—
*ashlatts für die preußische innere Nerwactuna die

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die Berlinen Nard Sudbahn
in den Hauplstreuzungspunklen der Straßen sich befin⸗
den sollen. Der mittlere Abstand der Staͤüonen betragen
20 Meter. Die Fahrpreise sind genau so veranschlagt,
vie bei der Stadtbahn, nämlich 10 Pfg. in der drilten
classe für fünf Stationen, in der zweiten Klafse werden
15. bezw. 30 Pig. erhoben. Die Kosten werden auf 60
HNillionen veranschlagi und die Bauzeit vier Jahre in
Inspruch nehmen
Die Kriegslage bei Melilla.
Nach den spanischen Meldungen sollen die Spanier
n den letzten Tagen bedeutende Erfolge errun—
zen haben, allerdings nicht auf demselben Boden, auf
dem sie am 27. Juli ihre schwere Niederlage erlitten,
in den Abhängen und in den Schluchlen des Gurugu.
Aer es ist dies vielleicht der größte Erfolg, daß sie den
Zatz der modernen Strategie zur Durchführung gebracht
jaben, daß nicht derjenige ein Gebirgsland beherrsche, der
die Höhen besetzt halte, sondern dersenige, der die Täler
abe. Die Erfolge wären also zunächst einem planmäßi—
zen Ausbau der strategischen Stellung zuzuschreiben.
Wie wurde nun dies erreicht? Die Spanier haben
den Gurugu, der die schmale Halbinsel, auf der Melitla
iegt, und aus dessen Schluchten immerwährend, und auch
ioch in den letzten Tagen die Angriffe, auf die am Küsten
aum sich bewegenden Truppentransporte, Bahnzüge er—
olgten, umgangen. Das Hauptquartier Marimas isin
zeute nicht mehr Melilla, sondern es lieat auf iener Land—
1

—

Japan.
* Der Premierminister Katsura hielt im Banlier
hlub in Tokio eine Rede über die Finaunzlage und sprack
sich über de finanziellen Aussichten sehr zuversichtlich aus
Die englischsapanische Allianz werde fortbe
stehen auf der Grundlage der festesten Freundschaft. Fer
ner hob der Premierminister die bestehenden innigen Be—
ziehungen zwischen Japan und den Vereinigter
Staaten hervor, bemerkte bezüglich der Mißverftänd—
nisse zwischen Japan und Chimna, daß zuviel We—
sens daraus gemacht werde und erklärte, die Differenzer
zwischen den beiden Ländern seien durch gegenseige Zu
reständnisse beigelegt.

Die Entdecker des Nordpols.
In einem weiteren Interview, das Pearr
einem Vertreter der Associated Preß in Battle Harboui
gewährte, erklärte er, er habe das Sternenbanner,
das Banner der Flottenliga und das Frie
densbanner auf Zeltstangen am Pol gehißt, pPhoto—
graphische Aufnahmen gemacht und Dokumente in eine:
wasserdichten Büchse hinterlassen.
Nach einer Meldung aus New-York ist der amt
liche Empfang Cosorks bis auf weiteres verschoben
worden.
Der neuesten Version zufolge war der Neger Henson,
sowie vier Eslimos mit Peary am Nordvol.
αιαισ — — — — — —
xui Sertanen ver Kirche hart er ach dice d/
dem Dirndl — etwa hoͤrt er zufällig, wer sie ist ode
sie heißt. Wissen möcht er das gar zu gern.
Außen bei der Kirchentür sieht sich das Dirndl
wvenig um, dann geht es schnell durch das Gewirr der
Leute auf einen grotßzen, kräftig gebauten Bauer zu. Der
Ferdl sieht plötzlich schärfer zun das muß ja der Ober⸗
leitner sein — freilich ist er es! Er hat denselben in der
Kirche und auf dem Weg manchmal gesehen, im Wirts⸗
haus ist der Oberleitner selten zu treffen
Gehört dem das Dirndl zu eigen oder ist es nur
auf feinem Hof bedienstet? — — sieht der Ferdl um
sich, dann stößt er seinen Nebenmann in die Seile und
raunt ihm zu: „Du, Bernhardl, weißt nicht, ist das
Dirndl, dort 'leicht dem Oberleitner seine Tochter? Gerad'
aus, ein kleines Stückel vor uns steht sie.“
Im nächsten Augenblick nict der Angesprochene:
„Freilich, dem Oberleitner seine Sephi ist das. Gelt, dos
n ein Dirndl, ein besonderes? So viel sauber, wie die
ist!“ — —
5Hat er 'leicht nur die einzig' Tochter?“ frägt der
Ferdl hastig weiter.
„Ist gewiß! Und Söhn' hat er auch nicht! Du, das
ist eine Schwere, die! Fällt ihr einmal der Hof zu und
Geld auch noch.“
Der Ferdlnickt. „Das weiß ich, daß der Oberleitner
volle Taschen hat. Da geht es gewiß recht zu um das
Dirndl?“
Ja, ja, schon. Aber die Seppi schaute keinen an. Ihr
Vater und ihre Mutter sind ihr halt all's. Na, ja, sind
die Jahrl noch nicht recht da, wo sich eins um d' Buben
ordentlich umschaut — ist ja erst siebzehn Jahr alt ge—
wesen. Der Killinger Peter hätt' halt seinen Gusto draufl
Aber der darf sein Gesicht erst ein wenig umformen lassen,
daß er zu dem saubern Dirndl paßt!“ Und der Spre—
cher lachte, leise unterdrükt — das aufgedunsene Geficht
des Besprochenen mit dem breiten, wülftigen Mund, dem
Minigturstück von einer Nase und den Glotzaugen mußte
deutlich im Geiste vor seinen Augen stehen.
Der Ferdl, der den Peter auch gut kannte, lachté
mit, dabei aber sah er dem Dirndl nach, wie es sick
u der Seite des Vaters nun durch das Gedränge ent
ernte. —

Im Buchenhof

xin paar Sangesluftige unter den Burschen und Dirn⸗
eln fingen zu singen an, diesmal freilich nicht“ die alt—
zewohnten Schnadahüpflun — damit durfte der feierliche
Abend nicht entweiht werden — sondern ein frommes Kir⸗
henlied. Die andern plauderten zusammen, scherzten und
ieckten einander. Der Buchenhofer ging mit seinem Bru—
»er, dem jetzigen Bergmeyrbauern, voran; ein gutes Stück
jinter ihnen, inmitten einer fröhlicher Schar, befand sich
der Ferdl. Eifrig, in bester Laune, plauderte er mit sei⸗
nen Begleitern. Selbst die Kremhoͤfer Rosi, die eine
aubere, reiche Bauerntochter war und die den Ferdl be⸗
onders gern sah, empfing mauch scherzhafte Anrede von
hm. Sonst tat er immer ein wenig stolz und spröde,
benn er sie traf — sie ließ es ihn zu viel merken, daß sie
hm zugeneigt war. Wenn er sich einmaleine nahm,
»ann mußte die sich suchen lassen, nicht ihm von selber
in die Arme laufen. Heute schlug ihr das Herz bis an
den Hals hinauf vor Freude und der urploͤhlich erwachten
doffnung, sie sei dem Ferdl doch nicht gleichgültig. Sehr
ange dauerte freilich ihre Glückseligkeit nicht, denn auf
ainmal geriet der Ferdl in eine neu hinzugekommene
Schar, und nun schaͤute er sich auf dem ganzen Weg nicht
ein einziges Mal mehr nach ihr um— Nach der — Messe
iber sah sie ihn gar nicht mehr. Er ging als einer der
etzten aus der Kirche. Dazu⸗ hatte ihn ober nicht etwo
eine innige Andacht veranlaßt, sondern ein junges Dirndl,
das auf der untersten Stufe vor dem Marienaliar kniete.
Es trug das Haupt tiefgesenkt, und er sah das Gesicht
non der Seite. Dasselbe erschien ihm fremd. Möglicher.
veise, daß er es schon einmal gesehen, aber nicht in Ge—
danken behalten hatte. Doch mußte das dann schon lange
her sein, derweilen das Dirndi noch ein Kind gewesen.
—.Denn wenn es erst vor kurzer Zeit gewesen waͤre vies
sosige, feine Gesichtlein hätte er gewiß nicht vergeffen.
Wie ein schönes, zartes Blumei komm ihm dies Gesicht
dor. Eine innige Frömmigkeit liegt auf den hübschen
Zügen, und immerzu bewegt sich leise der blůhende und
veiche Mund in dem Lispeln eines Gebetes. Er kann
den Blick nicht wenden von ihr, bis sie auf einmal un—
ꝛermutet einen flüchtigen Blid herüberwirft zu ihm; da
chaut er in zwei schimmernde, große, helle Augen. Wie
in sanfter Schauer geht es zu seinem Herzen, und dann
suillt es warm, wohlig in seinen Adern — ein wunder
iches Empfinden. das er deure zum eritenmal sour

Was sie selder entbehren hatte mussen, für den
Sohn erwuünschte sie es aus tiefstem Herzen, eine echte,
jeiße Lieb', die er in seine künftige Eh' mit hineintra
jen dürfte. Und seit langem beobächtete sie ihn, ob er
ucht an der einen oder anderen tiefen Gefallen fände,
iber sie hatte nichts entdect — er blieb gleichmütig neben
»em hübschesten Dirndl. Und eigentlich hatte ihr selber
uuch keine so recht gefallen — für ihn. So — aus diesem
heweggrunde heraus hatte es sie vorhin interessiert, wer
ꝛei der betreffenden Hochzeit die Zubraut sein würde; —
denn bei einer Hochzeit gibt es cine gar gute Gelegen—
jeit für junge Leute, einander kennen und lieben zu
ernen.
Drinnen in der Küche, als die Franzi vor dem kal—⸗
en Herd stand, bereit, ein Feuec anzumachen, faltete sie
lötzlich die Hände. ,Wenn“mr nein Bub, mein Ferdl.
inmal glücklich wird in seinem Leben!“ muͤrmelte sie in
nbrünstigem Flehen.
Still und klar, in fruh beginnender Dämmerung
enkte sich der Weshnachisabend nieder.
Im Buchenhef war reges Leben. Die Arbeit mußte
ald getan sein, fruher beendet wie fonsft, damit die LTente
en Abend würtdig feiern konnten. Eegessen wurde zu
bend nichts, mit Beten und Singen von heiligen Lie—
ern brachte man einige Stunden zu, dann wurde der
sang zur „Wette“ angetreien Es wat eine hübsche Scher
eissammen, da alle Dienstleuie mitsamt dem Bauern und
essen Sohn giagen, nur die Bäuerm dlieb daheim, um
em Hof zu hülen. Sie mußte „gennen“, wie der Aus—
rudk dafür lautet. — Erjt ichrilt an ein wenig wort—
arg dahln durch den tiefen Schnee. Die mitgeñommene
dakerne fandte nur einen sjpärtichen Schimmer durch die
ziemlich dunkle Nacht. Die Mondscheibe stand in Sichel⸗
orm am Himmel und gab schier gar keine Helle.
Allmählich wurde es lebhafter“ guf dem Weg. Erst
tießzen die Teule vom Bergmeyrhof u den Wanderecn.
ann kamen immer wieder don dem nd jenem Bauern—
aus Kirchgänger dazu. Und jetzt wurde es laut. fustia.
            
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