Ar. 214. 23. Jahrg. 7T J 37 — R 4 Dienstag 14 Sept. 09
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Sozialdemokratiscuer WParteitag.
Der sozialdemokratische Parteitag ist
zonntag Abend in den üblichen Formen in dem eben
ertiz gestellten Saalbau des Volkshauses in vLeipzig er—
ffnet worden. Ueber 400 Delegierte sind anwesend, dar—
inter die meisten bekannteren Parteiführer. Bebel, der,
vie man weiß, seit längerer Zeit krank ist, fehlt noch,
vird aber für die nächsten Tage erwartet. Eröffnungs—
eden hielten Lipinski namens der Leipziger Rid Sien—
ger für den Par-eivorstand. Die Reden enthielten haupt—
ächlich historische Erörterungen. Lebhasten Beifall fand
Zinger mit einer Sympathie-Erllärung für die ssch we—
»ischen Streikenden. Zu Vorützenden wurden
Zinaer und Liyinski gewählt
Leipzig, 13. Septbr.
Heute, Montag, wurden die Verhandlungen fortze—
etzt. Singer teilt mit, daß der Parteivorstand an Schwe—
den außer den vereits früher bewill gien 20000 Mart
weitere 30 000 Mart überwiesen habe. Die Sitzung be—
zinnt im übrigen mit einer Anzahl Begrüßungsanspra—
hen ausländischer Gäste. Beer (Wien) spricht namens
der deutschen Sozialdemokraten in Oesterreich. Im Hin—
olick auf die bevorstehende Debatte zur Maifeier hob er
jervor, daß die österreichischen Genossen ein starles Inter—
sse an der Erhaltung der Maifeier hätien. Zur Be—
zründung wies er darauf hin, daß neben der nüchternen
ßzerechnung auch Leidenschaft ein Erfordernis jeder
ämpfenden proletarischen Partei sei. Für die Tschechen
prach Ulinee (Prag), als Slovene Kristian (Laibach)
ind für die russischen Juden Frau Schönberg, die ei—
nen langsamen, aber deshalb vielleicht umso sicheren
lufschwung der russischen Arbeiterbewegung feststellte.
Darauf erstattete Mlkenbuhr den Geschäftsbe—
icht des Parteivorstandes. Der Kassenbe sricht, den
ierauf Gesrrisch erstartet, schließt überaus günstig ab.
die Einnahmen betragen rund 1.105 000, die Ausgaben
;320 000 Mark, so daß ein Ueberschuß von einer halben
Nillion verbleibt. Die Entwicklung der Parteipresse hat
agegen unter der Ungunst der wirtschaftlichen Konjunktur
jelitten. Kaden-Dresden erstattet den Bericht der
dontrollbkommission.
Dr. Liebknecht wirft dem preußischen
dultusministerium bei seinem Vorgehen gegen
die Arbeiterturnvereine „bewußte Rechtsbeugung“ vor und
pricht die Hoffnung aus, daß wegen dieses Vorwurfes
Inklage erhoben werde, damit die Sache klargesiellt wer—
sen könne. Es bhbedqinnt sodannß die Mittaaspause
Sozialdemokraten gegen die Maifeier.
das Organ des sozialdemokratische Maurer-—
erbandes tritt in seiner neuesten Nummer für den
Zßerzischt auf die bisherige Form der Maifeier,
Iso für die Be eitigung der Arbeitsruhe am 1. Mai, ein.
diese Stellungnahme des Maurerorgans ist um so wich—
iger, als sie erst erfolgt, nachdem eine Umfrage bei etwa
0 Zweigvereinsvorsitzenden ihr vorausgegangen ist. Nach
inaehenden Erörterungen gelangt das Maurerorgan zu
»em Schluß, daß entweder der RAoene des J. Mai odern
»er erste Sonntag im Mai die geeignetsten Zeitpunkte fün
zie sozialistische Maifeier seien. Unter den übrigen Aus—
ührungen verdient noch das Eingeständnis Beachtung,
»aß Großbetriebe ihrer Natur nach aus rein wirtschaftli—
hen Gründen der Arbeitsruhe am 1 Mai wideritreben
nüßten
Die Euntdecker des Nordvols.
Den Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen sind
ie beiden Nordpolfahrer Pear y und Cootlt eben im
Begriff zu tun. Ein heißer Streit über die Frage, wer
en Nordpol erreicht hat, ist entbrannt. Peary ist augen—
cheinlich sehr erbost, daß ihm Cootk zuvorgekommen iit,
ind setzt jetzt alles daran, denselben als Schwindler hin—
ustellen. Es wird Sache der wissenschaftlichen Kommis—
ion sein, deren Einsetzung Dr. Koot zur Uederprüfung
einer wissenschaftlichen Aufzeichnungen erbeten hat, fesi—
ustellen, wer von den beiden feindlichen Polarforschern
m Recht ist. Während man d'e Kunde, daß Cook den
ordvol erréeicht 64abe in Nmerika mit Mißtrauen auf—
Im Buchenhof
r. UNeberrascht schaute ihn die Sust an. „Bleibft denn
nicht beim Buchenhofer? Ich habe aber doch vorgestern
xjt gehört, daß Du mit der Tochter verivrecen din
8 vielleicht nicht wahr das?“
„ Wahr ist 's8. Aber ob sich der Verspruch nicht wie—
der aufhebt, das weiß ich nicht. Erfahren tu' ich es heut
ioch, wie es ausgehl, das. Und nachher — kann sein,
aß ich morgen schon weit fort bin. Und so behüt' Dich
svott! Und Nnoch enimal sag' ich Dir, „Vergelt 's Gott!“
ür das, was Du an mir getan hast. Ist mir leid. wenn
ch Dich nimmer sehen sollt'!“
Sie standen zu Ansang des Dorfes, da sie sich ver—
abschiedeten; schneller schritt das Dirndl nun allein wei—
er. Als es sich bei einer Biegung der Dorfstraße um—
dandte, um dem Lenz noch einmal zuzuwinken als letz—
en Abschied, da sah sie ihn in das Torjirthaus u
'ingehen. Ihr Winken hatte er nicht mehr bemertt —
In der Wirtsstube saß nicht ein einziger Mensch. Der
denz ging hinein, bestellte sich ein Glas Bier und wollte
»ie Frau Wirtin eben fragen, ob denn der Stallbube Zeit
zu einem Gang habe, da wurde die Tür ungestüm auf—
Jerissen, und zwei neue Gäste standen auf der Schwelie
der Bergmehr Peter und der Pauli. Sie hatten zu⸗
ammen eine laute Rede geführt durch den Flur bis zur
Türe, nun schauten sie jäh verstummend in den großen,
on, kleinen Fensierchen erhellten Raum herein. Man
unerkte an ihren betroffenen Gesichtern, daß sie nicht er⸗
artet hatten, gerode diesen einen Gast, den Lenz hier
atreffen. Der Peter faßte sich zuerst. Mit, gewichtigem
Hritt trat er tieder in die Sinbe denin dabe ant un
—D
ahoer so was! Gerad' haben wir geredet
nz, nd der seg:“ ät da gane unver—
7* ' das ine Ueberrap. zun
Peter und der Pauli! Jöß hatte
Noenz
— — — — — —
Mahm, erwegte die Bdachricht von dem Ersolg Pearys gren—
enlosen Enthusiasmus. Peary sendet gehässige Depeschen
n die Welt, in welchen er seinen Rivalen herabzusetzen
ersucht, und es macht den Eindruck, als ob die Freunde
ßearys ein frömliches Kesseltreiben veranstalteten. Ob die
nschuldigungen Pearys auf Wahrheit beruhen, oder ob
5ook unschuldig verdächtigt wird, darüber läßt sich bis
etzt kein Urteil bilden. Jedenfalls verliert der Erfolg
der beiden Forscher durch den häßlichen Streit an Wert,
peil man den Eindruck erhält, daß es weder dem einen
toch dem andern darum zu tun war, im Interesse der
Vissenschaft zu wirken, sondern daß nur persönliche Eitel—
eit und — materielle Interessen sie azu ihren
ẽxpeditionen veranlaßt haben.
Londoner Zeitungen stellten eine Reihe grober Irer⸗—
dümer und Widersprüche in Pearys Nordpol—
ber icht jest und nehmen nunmehr für Cook Vartei,
essen Haltung weit würdevoller sei.
Die „Times“ berichten aus Sidney auf Neu—
zchottland, Frau Peary sei in Begletunzg ihres Soh—
ies und ihrer Tochter dort eingetroffen. Sie erhielt von
hrem Gatten die Nachricht aus Battle Harbourt, daß er
ndiesem Hafen zurückgehalten werde, weil sein Schiff
kohlen einnehmen müsse. Die Ankunft Pearys in Sid—
iey wird in 2 bis 3 Tagen erwartet, die Ankunft der
Roosevelt“ am Freitag. Es werden großartige Vorbe—
reitungen getroffen, um dem Polarforscher einen glänzen
en Empfang zu bereiten. Die Behörden werden ihm
ine Glückwunsch Adresse überreichen. Ferner findet eine
devue der anwesenden Dampfer statt Am Abend wird
»in Bankett und ein Feuerwerk veranstalte Frau Peary
vird ihrem Gacten an Bord eines Privatdampfsers ent—
egen fahren
Cooks Nordpolreise.
Unser Bild schildert uns den Eindruck. den ber An—
lick der Cooks-Erpedition machte. Der Aluminiumschlit⸗
en hat sich als durchaus prattisch erwiesen und nur die
Zunde sind zu bedauern, weil sie nach der Anstrenqung
2
224 —
AJ menichticisen Mangen
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13 Nahrung dienen müsie
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vesen, ein, und er erfaßte, er degriff! Ter Peter wußte
les! Kraftlos sank er wieder auf die Bank nieder, von
er es ihn so gewaltsam im ersten Schreck emporgerissen.
die beiden setzten sich an seinen Tisch. Aus den kleinen,
chwarzen Augen des Peter brach ein höhnisch funkelnder
Zlitz, als er den ihm gegenübetsitzenden Lenz fest an—
»lidte. Erkannte er es nin 5 sein Gniet verloren
par?
„Gelt, da schaust halt, daß ich auch mit dem Pauli
ekannt bin?!“ sagte er mit spöttelndeni Nachdruck. Hast
emeint, es wär nur Dir vorbehalten, die Bekanntjschaäͤft?
zchau, so geizig sollt'st nicht sein und alles nur für Dich
ehalten wollen, Ich mein', die Franzi hätt' eine nar—
ensgroße Freud', wenn sie zu der Bekanntschaft käm'!“
Unter dem beißenden Spott des Peter richtete sich
die zusammengesunkene Gestalt des Lenz allgemach höher
uuf. Bis aus seinen grauen Augen ein wunderlicher Blick
ber das Angesicht des Peter ging — ein Blick, der aus
inem unsagbar gequälten Herzen kam und dennoch ver—
iet, daß dies Herz von einem ehrlichen Stolz durchglüht
var. „Ja, jetzt ging' ein End' her mit meiner Herrlich—
eit, ich merk' es schon,“ sagte er tonlos. „Da freut mich
iur das eine, daß ich nicht so lang gewartet hab'. ion
hern freiwillig ein End gemackt hab'l“
Der Peter machte eins Gebärde heftigen Erstaunens
uind, völlig betroffen schaute er den Lenz an. „Ja, hast
vielleicht gar der Franzi schon alles gesagt und sie, sie
at Dich gehen geheißen, ha?“
„Na, so weit ist es noch nicht,“ entgegnete der Lenz
angsam und zog seinen Brief aus der Rocktasche. „Aber
ufgeschrieben hab' ich ihr heut die ganze Sach', und den
brief will ich ihr jetzt hinschicken.“
„Ah so!“ Der Weter schaute eine Weile angelegentlich
uf das Schre' „Sie muß erst die Sach' erfahren!
Weißt wos* den Pauli jetzt hinschicken wolen
uf den * RWer der Faitzzi alles ersöhlt
a kann d brau⸗
Red
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ssen or
26. Deutscher Weinbaukongreß.
Oer 26. Deutsche Weinbaukongreß, dem auch Regie—
ungsvertreter der verschiedenen, am Weinbau interessier—
ierten deutschen Vundesstaaten, sowie Luxemburgs bei—
vohnen, begann am Sonntag in Badenweiler unter dem
Präsidenten Buhl-Deidesheim seine geschäftlichen Berat—
ingen. Justizrat Ful dMainz referierte über das neue
Weingesetz. Er kennzeichnete dieses als ein Kom—
»romißgesetz. Das Referat war im übrigen charalteristisch
zurch die gegen früher schärsere Betonung des Konsumen—
enstandpunktes, sowie der natürlichen agrikolen Grund—
sagen der Weinfrage und des Strebens nach einem In—
eressen-Ausgleich zwischen dem juristischagrarischen und
virtschaftlichen Standpdunkt. Der Resferent hob hervor,
aß die jetzt im Gesetz angenommene Herkunftsbezeichnung
ils geographischer Begriff und nicht mehr als Gattungs—
harakter der Gesetzgebung der romanischen Länder, be—
onders Frankreichs sich anschließt. Neben dem Weinge—
etz seien noch das Nahrungamittelgesetz und das Gesetz
zgegen den unlauteren Wettbewerb für die Produzenten
und den Handel zu beachten. Das Gesetz werde auch ge—
eignet sein, den Ruf des deutschen Weins im Auskande
und den Export neu zu heben. Die Voraussetzung sei
eine schonende Behandlung des Ueberganas vom alten
in den neuen Zustand.
Die Dtiskussion gestaltete sich interessant, namentlich
»urch die von prast schewirtschaftlichen Gesichtspunkten aus
rehenden Ausführungen des Prof. Kulisch-Colmar.
Volitische Rundschan—
Deutsches Reich.
*Der Verband reisender Kaufleute
deutschlands hat eine Broschüre herausgegeben, in
»er er sich gegen die Trinkunsitte beim Abschluß
son Geschäften wendet, eine Unsitte, die überall im
deutschen Reiche herricht. Der Verband zeigt in der
z„chrift, wie durch den Trinkzwang der gesamte Kauf—
nannsstand und damit das deutsche Volk als solches auf
»as empfindlichste geschädigt werden. Die Reisenden wer—
den in ihren besten Jahren, ein Opfer ihres Berufes, da—
zingerafft. Aber auch die Firmen, für die die „Saufge—
chäfte“ gemacht werden, sind im Nachteil, denn sie verlie—
ren vorzeitig ihre besten Vertreter. Durch Einwirkung auf
die reisenden Kausleute, auf ihre Firmen, auf die Kund—
schaft soll der Unsitte begegnet werden. Es soll aber auch
auf die Hoteliers ein Einfluß dahin ausgeübt werden, daß
der lästige Trinkzwang bei der Table d'hote wegfalie.
* Im Laufe des nächsten Winters werden dem preu—
zischen Landtage Gesetzesvorlagen zugehen, auf
Brund deren auf die Prorinzen Schlesien, Wesstfa—
ven und Pommern nach dem Vorbild Hessen-Nas—⸗
saus und Hannovers Gesetze betr. die Verpflichtung
zum Besuch ländlicher Fortbildungsschulen
ausgedehnt werden. Während die Anträge Wesisfalens
und Pommerns die unveränderte Uebertragung des Ge—
setzes für Hessen-Massau befürworten, wird für Schlesien
mit Rücksicht auf die eigenartigen Verhältnisse in Ober—
schlesien eine Erweiterung der gesetzlichen Befugnisse ver—
rangt, welche dahin geht, daß der Besuchszwang auch
durch Kreisausschußbeschluß für den ganzen Kreis oder
einzelne Teile begründet werden kann. Im wesentlichen
handelt es sich darum, daß sonst den Gemeinden die Be—
fugnis verliehen wird. den Besuch durch Ortsstatut ⸗im
zuführen.
*Es befinden sich eine Reihe von Zollfragen zwischen
Deutschland und OesterreichUngarn in der
Schwebe. In Oesterreich-Ungarn bestehen bestimmte Wün—
sche, die sich auf dee Handhabung der veterinärpo—
hizeilichen Bestimmungen beziehen. Wie die „Na—
tionalzestieng“ erfährt, ist eine Konferenz von Vertretern
beider Stoaten für diesen Herbst geplant, nachdem die Ab—
sicht, die Besprechungen im Sommer abzuhalten, nicht ver—
virklicht werden konnte. Im Falle streifge Fragen nicht
ur Entscheidung gelangen, würde ein Schieds gericht an—
gerusen werden, über das in dem Handelsvertraage Be—
imititrraen norgesehen 5*8*
Oesterreich⸗Ungarn.
* Der für die Klärung der politischen Lage ent—
icheidende Ministerrat. der am Montag seine Beratungen
ανι —n
dabei,“ gestand er. VDann vbesann er sich eine kurze Weile,
um dann in müdem Ton zu sagen: „Na ja, wenn der
Pauli gehen will, nachher soll er gleich gehen! Der Stall—
»ub hat schon keine Zeit mehr heut, das seh' ich; kommen
ja schon eine Meng' Gefährt an! Entweder gibt sie Dir
meine Sach' mit, oder —“ es würgte den Lenz in der
Kehle, es mochte nur eine schwache Hoifnung in ihm lo—
den — „oder ich darf zurück.“
Der Peter merkte es, wie wenig der Lenz von der
Franzi erhoffte, nun trug er es darauf an, mit schlim—
men Worien dies kleine Flämmchen der Hosfnung gänz—
ich zu erlöschen. „Ich mein', ich geh' nicht irr, wenn ich
Dir rat', mach' Dich auf den Abschied gefaßt! Die Franzi
ist so stolz, als sie sauber ist! Ich kenn' sie seit ihrer
Jugend auf, ich weiß, wie sie ist. Der geht die Ehr'
übers Leben. Und bei ihrem Vater ist es gerad' so.“
Es schien, als hätte der Lenz die Rede gar nicht ge—
hört, der müde Ausdruck in seinem Gesicht veränderte sich
nicht. Er schob dem Pauli, der eben sein volles Glas
Bier auf einen Zug leerte, den auf dem Tisch liegenden
Brief zu. „Da nimm und geh' ein wenig schleunig. Ei—
nen guten Botenlohn sollst haben, ist es so oder so.“
Der Pauli stand auf, fragte dabei aber den Veter—
.„Das Glasl da bezahlt der Peler, gelt?“
„Ist gewiß,“ versetzte der andere, aber während der
kurzen Rede ging ein bedeutsames, verständnisvolles Span⸗
nen zwischen den beiden hin und her. Der Lenz hatte
das nicht bemertt. Als der Pauli schon die Türklinke er—
faßte, rief er auf einmal hastig: „Hörst Du, laß Dir
eine schriftliche Antwort geben von der Franzi, sonst müß—
lest noch einmal gehen. Verstehst mich?“ Es mochte ihm
aun zuletzt doch wohl ein Bedenken gekommen sein üher
den Boten und dessen Ehrlichkeit.
Wie lange es dauerte, bis der Pauli von seinem Bo—
engang zurückkam, davon erhielt der Lenz keinen Begriff.
Er saß schweigsam da und siarrte in sein Glas, das erst
ur Hälfte geleert mart Auf dem braunen Tranke da
2 ·Hman noishon 54 imkringel⸗