Metern. Die aus Sschenholz verfertigte Gondel ist 5
Meier, der aus Mahagoniholz hergestellte Propeller 4,
Meter lang. Eingebaut ist ein Benz⸗-Motor von 110 PS
im Gewicht von 420 Kilo. An dem Lufftschiff sind zwe
Benzinkessel angebracht; der aus Aluminum wiegt 4 Kilo
her aus Kupfer verfertigte ist 17 Kilo schwer. Besonders
bemerkenswert ist der Kühler, ein der Firma Basse u.
Selve patentamtlich geschützter Apparat zur Ausgleichung
des Gasverluftes durch Abgabe warmer Luft an den Balb—
lonet. Die Kosten für das fertige Luftschiff belaufen sich
auf etwa 200 000 Mark. Es wird in den nächsten Tagen
seine Probeflüge beginnen, um dann bei zufriedenstellen—
den Leistungen in die dafür im Laufe des Sommers er—
richtete Ballonhalle bei Leichlingen, seinen Standort, über⸗
geführt zu werden.
Vermischtes.
Die Töchter Misdroys. Ueber einen interessanten
Depeschenwechsel wird berichtet. Von Misdroy sandte
eine Anzahl lustiger junger Fräuleins folgenden Draht—
—
Deutschen Kaiser und König von Preußen, an Bord S.
M. S. „Hohenzollern“, Saßnitz.
Majestät!
Wenn's noch geht,
dann, o bitte, bitte,
Schick' auch uns doch Schiffe her —
rAch, wir freuten uns so sezr —
Vor Misdroyens VWiitte!
ztrahlenweis!
seih'n im Kreis
Zich die Flottensterne,
Leihend Glanz
dem Bäderkranz,
Rur Misdroy steht ferne!
And so sehn
wir zu flehn
heute uns gezwungen:
Schick' auch uns, wie vor'ges Jahr,
Deine blauen Jungenl — —*—— —
In alleruntertänigster und wärmster Verehrung Sei—
ner Majestät Die Töchter Misdroys.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. 10
Uhr 55 Minuten abends wurde von Swinemünde fol—
gendes Telegramm aufgegeben:
An die Töchter Misssdroys, Seebad Misdroy.
Seine Ma.estät der Kaiser haben sich sehr über
Ihr Telegramm und das darin ausgesprochene Inter⸗
esse für die Marine gefreut, können aber dem Wunsche,
Kriegsschiffe nach Misdroy zu senden, nicht nachkoͤmmen
Auf Allerhöchsten Befehl von Müller.
Es klappte also diesmal nicht so gut wie mi
krefelder Tanzhusaren. 2
8Sokales
Berufungssenate. Nach dem Entwurf der neuen Straf—
rozeßordnung sollen bekanutlich besondere Berufungssenate
eingerichtet werden, die zuständig sind für Berufungen gegen
Arteile der aus zwei gelehrten und drei Laten-Richtern zu—
ammengesetzten Strafkammern. Wie die Saarbr. Ztg. er⸗
ährt, ist sür den Oberlandgerichtsbezirk Köln die Schaffung
weier solcher Berufungssenate in Aussicht genommen, und
war soll der eine an das Oberlandgericht Köln und der
widere an das Landgericht Saarbrücken eingegliedert werden.
Die örtliche Zuständigkeit des letzteren Berufungssenats wird
ich auf die Landgeri btsbezirke Saarbrücken und Tr'er erstrecken
Vorsicht beim Pflaumenessen. Das Mitessen der
die Hülle der Pflaumen bedeckenden staubahnlichen Pilze zieht
aachteilige Folgen nach sich. Heftige Leibschmerzen, Eibrechen
ind sogar Vergiftungserscheinungen sind eine Folge von
reichlich gegessenen Pfllaumen, die mit Pilzen bedeckt waren.
Namentlich Kinder werden von diesen Keankheiten schwerer
ind nachteiliger betroffen.
Das nächfte Jahr wird ein Festjahr. Mit Ausnahme
jon Weihnachten fallt 1910 kein einziges Fest auf einen
Sonntag uad es gibt nich: weniger als sieben Doppelfeier⸗
age. Innerbalb der 11 Tage vom 24. Juni bis 4. Juli
liegen fünf Sonn⸗ und Feiertage.
Aus Vah und Fern.
* Herrensohr, 11. Sept. Verhängnisvoll sollte die
kinquartierung für das etwa 2jährige Kind des Bergmanns
Hieringer werden. Das Kind war auch auf der Straße, um
dem Einzug der Eirquartierung zuzusehen. Hierbei geriet es
inter die Räder einer Saarbrücker Brotsuhre und eilitt so
hwere Verletzungen, daß es verstarb.
Herrensohr, 13. Sept. Die wegen der Bierfrage auf
em hiesigen Marktyplate anheraumte Versammlung war gut
vern geyen nicht auf vem einen inen wert And u⸗
benselend ist einem, wenn man den einzigen Menschen.
den man so gern hat, lassen muß! Ich glaub' es Dir
schon. Dirndl daß Dich s Leben verdrießt wegen dem.⸗
Die Susi hatte ihr Tüchlein wieder um den Kopf ge⸗
lungen. Nun sagte sie mit einet müden. sehr dbigen
Stimme: ZJa, bis gestern ist mir so gewesen, heut bin
.unferemn Herrgott dantbar, daß VLeben hab.
Ddenn inein' Valer hat gestern der Schlag getroffen und
er kann sich nimmer rühren seitdem; jegt geh' ich hin
— er wenn ich
nicht mehr leben taler Ridiremoe Leut!, die sich nich
techt umschauen wurden um ihn. Und ich kann ihm jett
das abzahlen wag er aues sue mich getaͤn hat. Er wan
ja ein so gquter Vater zu mir⸗⸗
Wieder einmal sah der Lenz das Mädchen an, eine
Zeit Aang sich sever vergessend. So, daft leine ¶ Mutte⸗
mehr? fragte er. Nur Deinen Balere Wo bist denn
eigentlich daheim? 1 I
»Eh da im, Dorf, Mein Vater hat ein kleines Hãu⸗
mit zwei Küh. Im Mai ist es ein Jahr gewesen.
daß de Ruaiter —E ift.
Wegen was bist nicht amgegangen. wie Deine
Mudlier gestorbea iste Hat Dich denn Dein Valer da
nicht notwendig gebraucht daheim?⸗ ogte der Lenz. J
ie 5Es ist halt eine alie, terrifche Verwandte bei ihm,
die hin fein Efsen gerichtet hat und ein wenig in der
Virtshaft geholfen. Zu einem kranken Nenschen ilt be
die nicht zu brauchen.*
Hast wenigsteas ein Heimatl, wo Du gern gelitten
ist —2 troͤst Dich!“ meinte der Lenz jebtsast darnck
Und die hellen Augen des Dirndl schauten auf einmal
icht meht fo srube dacin. „Ei ja, und ein liebes Hei—
atl ist es, wenn es auch krieta isti Magsi nicht einmal
mmen und dDir ichauen Kenz? btäi
wWer
»efucht. Es wurden dieselben Beschlüfse gefaßt wie in Dud—
veiler. Ferner wurde arch dieselbe Strafe für zuwiderhan—
elnde Biertrinlker, 3 Mark fuͤr jeden Fall, festgesetzt. Die
ztrafzahlung ist allecdings eine ganz illusorische Sache, wenn
ie nicht freiwillig erfolgt: gerichtlich beitreibbar ist fie nicht!
SEaargemünd, 11. Sept. In Straßburg ist ein Ge—
ichtssekretär namens Kaltenbach, um die Ankunft Zeppelins
u erwarten, auf ein Glasdach gestiegen; dieses brach durch
daltenbach stürzte in den Lichthof und brach das Genick.
Telegramme.
Mannheim, 11. Sept. Zwischen Ketsch und Brühl
ämpste das durch den Defelt des einen Motors behinderie
Lufischiff fasft eine Stunde lang mit dem hefligen Nordwind.
deber Rheinau ging es dann flotter. Das Luftschiff fuhr
irekt über die Lanzsche Lust'chiffwerft, wo sein Konkurrent im
Bau begriffen ist. In Mannheim, wo man es nach der
bdis Karlsruhe bezeichneien Fahrtgeschwindigkeit um 4 Uhr
rwartete, harrten Tausende auf sein Eintreffen. Die beiden
Afer des Rheus und die Rheinbrücken waren dicht besetzt.
kWenso hatten sich auf allen freien Plätzen große Ansamm⸗
ungen gebe ldet. Um 6 Uhr wurde das Luftschiff in Mann⸗
deim gesichtei, es verließ aber dann die programmäßige
soute und bog, Mannheim links liegen lassend, nach Osten
ab. Ueber die Vororte Kaͤferthal und Waldhof schlug es dann,
ich im Zick-⸗Zack bewegend, die Richtung nach Lampertheim⸗
Frankfurt ein
Frankfuti, 11. Sept. Um 9.40 wurde das Luftschiff
jon der Ila aus gesichtet. Um 9,50 erfolgte die Landung
zlatt in der Nähe der Halle. Wenige Minuten darauf war
s in der Halle geborgen.
Posen, 12. Sept. In einem Wahnsinnsanfalle durch⸗
chnitt die Ftau des Wirts Fehlau in Czarnowken zweien
heer Kinder, einem 4jährigen Knaben und einem 2jährigen
Nädchen, mit einem Messer die Kehle und tötele sich auf
icselbe Weise.
Posen, 13. Sept. Ein Zadlmeisteraplikant vom Jnf.⸗
keg. 149 in Schneidemühl ist unter Mitnahme von 16000
Nark, die er seinem im Manöver befindlichen Bataillon in
dempelberg überbringen sollte, flüchtig gegangen. Der De—
raudant hat von Berlin aus seine Uniform an das Regi⸗
nent zurückgeschictt.
Stendal, 10. Sept. Der Einjährig⸗Freiwillige Baum—⸗
art vom Magdeburgischen Husarenregiment Nt. 10 in Sten⸗
dal, dec in der Nacht zum 16. Juli den Fahnenjunker von
zeuner erschoß und sich seithzer zur Beobachtung seines
Zeistes zustandes in einer Heilanstalt befand, st runmehr von
den Aerzten als unzurechuungsfähig erkärt worden.
München, 11. Sept. An dec bahyerischböhmischen
Brenze unweit Eichicht stießen Zollwächter mit 20 Schmugglern
usammen, die zehn Ochsen nach Deutschland schaffen wollten.
Zei dem sich entspinnenden Kampfe wurde der Gutsbesitzer
sosbach aus Bergen durch Schüsse in den Rucken und den
Magen getoͤtet.
München, 11. Sept. Der hiesige Kunstmaler Heniy
Albrecht, Mitarbeiter der „Fliegenden“, des Kladeradatsch“
ind „Ullks“, ertänkte sich gestern abend im Starnberge.see.
der Grund ist jedenfalls Nervenüberreizung.
Neu⸗Ulm, 11. Sept. Ein 7jähriger Knabe sperrte das
kindchen von Nachbarsleuten in einen Schacht der Wasser⸗
eitung, wo das von der ganzen Bevölkerung gesuchte Kind
erst nach 2 Tagen im Wasser sitzend völlig erstarrt aufge—
unden wurde. Es wird kaum mit dem Leben dabon
ommen.
Wien, 12. Sept. Der Hoͤrer der Wiener technischen
hdochschule, Muck, hat ein neues Flugmaschinen ˖ System er⸗
unden, durch welches eine bedeutende Geschwindigkeit, erhöhte
Tragsähigkeit und bessere Lenkbarkeit ermöglicht ist. Dae
ieue System wird von fachmännifcher Seite günftig beurteilt
London, 13. Sept. Ueber Melbourne wird gemeldet,
daß in Deutsch⸗Reu ⸗Guinea ein Australier namens Lindsey
on Eingeborenen ermordet wurde. Lindsey war mtt einem
Schooner nach Neu⸗Guinea gekommen, um Arbeiter anzu⸗
verben. Er hatte bei dieser Gelegenheit die Lieblingsftau
eines Padua⸗Häuptlings geraubt, worüber fich die Wilden so
rbosten, daß sie den Australier und die ganze Bogtsmann⸗
chaft totschlugen.
Saigon, 12. Sept. Bei einem Bajonett⸗Angriff fran⸗
zsischer Truppen auf ein Dorf, worin sich Seeräuber ver⸗
chanzt hatten, wurden drei weiße und ein eingeborener Sol⸗
zat gelötet und neun verwunden. Vier Soldalen starben am
Sonnerstch. Die Piraten hatten 10 Tote.
Newyort, 13. Sept. Gestern fand die Beerdigung des
kisenbahnkönigs und Milliardärs Harrymann statt, der im
ßerke seines Besitzes Harden beigesetzt wurde. Nur 600
zeamte durften an den Trauerfeierlichkeiten zeilnehmen, die
ämtlich riesige Kränze trugen. Neugierige waren vollständig
nusgeschlossen. Zum Zeichen der Trauer mubten zur be—⸗—
timmten Zeit alle Züge der Strecken vom allantischen bis
um Stillen Ozean 8 Minuten halten.
Newyork, 13. Sept. Frau Peary hat mit ihrem Sohn
ind ihrer Tochter heute früh sich nach Stiney eingeschifft und
thielt im letzten Moment ein Telegrumm von ihrem Gatten
mis dem Hafen Harbour. In dieser Meldung teilt Peary
nit, daß sein Schiff „Roosevelt“ noch einen Tag zurückge⸗
salten wird, um ein größeres Quantum Kohlen an Bord
u nehmen. In Stinay rüstet man, sich um den Polarforscher
u empfangen. Sämtliche DTampfer des Hafens fuhren „Roose⸗
elt“ eine Strecke mit vollem Flaggenschmuck entgegen. Die
zpitzen der Behörde werden dem Polarsorscher eine Glückwunsch⸗
dresse überreichen. Zu Ehren Vearys veranstaltetet die
kerwaltung ein Banket. Abends wird riesiges Feuerwerk
ibgebrannt
Figenllici war 8 (ock furcitbar ulkig!
Ddenken Sie sich ein kleines Gasthaus. Die Gasistube
8 oon durchnaäßten, hustenden, erkaͤlteten Menschen über⸗
— uillt, da holt einer eine Schachtel Fays ächte Sodener
—8 Mineral⸗Paftillen aus dem Ruckseck, dann noch ein
annderer, und schließlich saß die ganze Gesellschaft da
aund lutsch(le Pastillen. Und was soll ich Ihnen sagen:
auch nicht einer hat Nachteil von der Eilältung gehabt
und das danken sie doch nur den Sodener, die ebeu
u den notwendigen Reiserequifiten gehören. Fays
ichte Sodener kauft man für 85 Pig. in jeder Apo⸗
bete Dioadetie und Mieneralmasserhandslung
VBekanntmachung.
Zur sofortigen Alarmierung der Feuerwehr und schneenll
qzülfeleistnng bei Bränden sind in Dudweiler, Herrensohr u.
zaͤgersfreude eine Anzahl Feuermeldestellen eingerichtet wor⸗
den, und zwar:
a in Dudweiler.
1. Brückenstraße Ne. 7 Rathaus,
2. Ptovinzialstr. 2789 bei dem Feuerwehrhornist F. Flegel,
3. „ 2759 „ „ Küster Schueider,
b. „164 , „ Feuerwehrhornist L.Schulde
. Tierbachstraße, 22 —A
3. Ktichenstreaße, 18 — L. Wunn
p in Herrensohr:
J. Johannesstr. Ne. 29 bei dem Polizeisergeant Heyer,
3. Petrusstr. Nr. 23 bei dem Brandmeister Nik. Britz
e in Jägersfreude:
d. St. Johannernr. Ne. 14 bei den Brandm. L. Brückner,
10. Bismarckstr. Nr. 77 bei dem Feuerwehrhornist J. Holzer.
An den betreffenden Häusern sind rote Schilder mit der
Aufschrift „Feuermelde⸗Stelle“ aungebracht.
Dudweiler, den 7. Sept. 1909.
Der Buͤrgermeister J o st.
J. KURZ, Rechtskonsulent
CÆX BURO
er Bearbeitung von Rechtssachen. Auskunftoi
— —FiilicBüro Dudweoilor Sear
Sulzbach- Saar Provinzialstr. B2I
Hauptstrasss 25 I. bei Gastwirt Vel. Bohn
naho dor ovanreol. Kirche
—E ron Schuldsor·
Mpen aller Art, Inkasso,
at und Bolokrungen in allen
NMehtasachen. Beaerbeitung
ny LUrτοαααεε Keageneahe
jeder Art, Alimenatiorua.
Lehlungsbosehle,
—EEEEC
aer IMοhilor - und Geld-Andungen.
Pfandungsauf-IXXEX
Erbschaftssachen.
totemente, Nechlass und
Teilungssachen eteo.
XX Auskũrute jeder Art
Nuurer- und Grundatucks- Mobila- und WVaren-Ver-X
steigerungen.
zprechstunden in Dudweiler, Hachm. 1 -5 uhr
Sonntags 10 — i21,
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eingetroffen.
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