Full text : Dudweiler Zeitung

v
Spiel⸗Plan
zes Stadtiheater-Ensemble in Dudweiler
m Etablissement zum „Nassauer Hof.“

SZonntaq, den 12. September O9, abends 8.45 Uhr
Abschieds⸗Voritellung
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§
Sonntaꝗg den 12. Sept. nachm.
Uhr
Gesamatii hung
»er Spiellente vom ganzen
lorps Richardschacht) ohne Uni—
orm mit Instrumenten.
Montag abend halb7 uhr letzte
SommerUehung
er Löschzüge 1 und 2.
Keraqer Oberhrandmeister.
* *83 Curner⸗
Bund
Dudweiler
Am Sonntag den 12. September
iachmittags A30 Uhr findet in
inserem Vereinslokale F. Reiter
rie dritfte
Rerirs-Vorturnerstunde

tatt.
Um zahlreiches u. pünktliches
kricheinen der Turner bittet
der Vorstand,

VORMIEIGE!

Samstag den
8. September
EINLaADduns
des neuen —
Apollo⸗Theator

und
cräffnungs-Galla⸗
Vorstellung.

Schönstes und
Trösstes Theater der
Saar-, Nahe- und
Mosel-Gegend,
zowie der Pfalz und
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Naàheres folgt.
Der Direktor
R. Roth.

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BSERIM S. B. Lανεr.“ St 50. Pf. bei: Ernst Loerke
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vas meinft dennre Veeinst denn, ich sollte mein sauberes,
einzig's Töchterl und mein schönes Gütl herschenken? Da
müßt' ja doch der Buchenhofer rein seinen Versiand ver—⸗
loren haben! Na, na, Dirndl aus dem Handel wird schon
nichts. Schaut '8 da her, 's Dirndl und 's Gütl her⸗
schenken an den ersten besien! Na, so was!“
Dabei stemmte der Bauer beide Fäuste in die Seiten
und sah sein Kind einen Moment mit verstellter, strenger
Miene an. Aber die Franzi hatte es schon am Klange
seiner Stimme herausgehört, daß die Worte nicht ernst ge⸗
meint waren. „Na, Vater, der erste beste ist 's nicht! Dem
Du mich geben sollst, das ist er, dem ich meinHerz ge—
schenkt hab' und den ich gern hab über alles!“
.Als der Lenz dann vom delde kam und das glüd—
liche Gesicht seiner Franzi sah, da hielt er kurzerhand um
das geliebte Mädchen an und der Buchenhofer sagte: „Es
ist so recht! Habt euch gern das ganze Leben durch und hal—
tet Frieden miteinander!“ und dann fügt der Bauer noch
hinzu: „Und jetzt feiern wir gleich den Verspruch und
über sechs Wochen ist die Hochzeit.“
Die Franzi nickt lächelnd und sieht dem Lenz mit
ihren lieben Augen tief in die seinen. Und der Blick ver—
schließt ihm den Mund — er kann nicht reden von dem,
was die zwei da wissen sollten, er kann es jetzt nicht, weil
er es sicher weiß, daß er sie verlieren wird darüber, sie,
seine Franzi. Als er in die Stube da vorhin hineingetre—
ten ist, da ist er fest entschlossen gewesen, fortzugehen, und
zwar sobald wie möglich, am naäͤchsten Tage schon; jetzt,
wo es soweit gekommen ist und er sie in den Armen hält,
völlig als sein eigen, da findet er keine Stärle in sich,
ihr zu entsagen. Und dqzu steigt eine leise Hoffnung in
ihm auf, daß sie, die Franzi, ihm vielleicht vergeben
wird, wenn sie allein es erfährt, alles erfährt. Ihr, ihr
will er es sagen, zu gelegener Stunde — und dann, wenn
sie ihn von sich stößt, dann ist es immer noch Zeit, daß
er geht. Bis dahin — so viel Tage oder so viel Stun⸗
den, wie lange Zeit es eben sein mag — will er sein Glück
haben, will er sich freuen an dem lieben Dirndl und an
dem Beisammensein mit ihr, dann, wenn es dann anders
vird, dann ist ja das Ende all seiner Freuden da und
das Leben wird für ihn sein — wie eine schwere Last,
hon der man seufzt um Erlösung. — Und mit Augen,
n denen etwas von der verzweiflungsvollen Liebe seines
Zerzens liegt, sieht er in das lachende, glüdselige Gesicht
Sp Franzi ni⸗den und drückt sie nohnnals mit storkom

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Paul Jennewein.
die Zähne auseinander — fret muß Ne wieder werden, die
Franzi, alles setzt er daran, um das zu erreichen und
dann von neuem selber um sie werben zu können! Er hat
ich einmal die Franzi in den Kopf gesetzt, und er gönn
iie keinem andern, dem dort schon am allerwenigsten!
Der Peter bleibt ni⸗ht lange im Buchenhofe, es treibt
hn fort. Er kann es nicht ansehen, wie die Franzi jo
chön und lieb tut mit dem Lenz. Und an ihrem glüd—
eligen Wesen, das sie zur Schau trägt, erkennt er, daß
x recht tut, heute noch nicht zu reden — die Franzi würde
hm äja vielleicht nichts glauben von dem Schrecklichen! Er
nuß einen Beweis haben für seine Worte.
Ein Tag um den andern schwindet. Der Franzi
'ommt es oft vor, als ob sie wunderschön träume; sie
'ommt aus der tiessten Glückseligkeit nimmer heraus. Das
Zerz lacht ihr, wenn sie den Lenz sieht. Und in diefer
Hlückfeligkeit erscheint sie immer schöner; ihre Augen er—
halten einen wunderbaren Schimmer und die Wangen
järben sich so eigen zartrosig. Des Buchenhofers Blid
ruht oft freudestrahlend auf ihr; dann fühlt er jedesmal
eine tiefe Zufriedenheit in sich aufsteigen darüber, daß
er nicht gegen der Franzi ihre Lieb' gestanden. So eine
Lieb' in der Eh', die bringt Segen alerwegen — und zu
»iesem Segen, der seiner Franzi zu gute kommt, hat er
in gut Teil beigetragen. — Fuͤr den Lenz bringen die
Tage Stunden hoͤchster Lust und Stunden bitterster Qual.
Bei der Arbeit vergißt er freilich oft alles; er ist so ein
Nensch, der sich in dieselbe versenken kann mit allen Kräf⸗
en, allein Denken; er weiß nichts mehr von sich selber
»abei. Doch wenn er bei der Franzi ist, dann kommen
bie Empfindungen in ihrer wechselnden Macht über ihn.
Manchmal ist es, als wollten sie sein Herz jäh zerreißen.
Die Franzi lassen? — Ehe möchte er sein Leben hingeben.
Und doch wieder spürt er es mit einer unwiderstehlichen
Bewalt, daß er sie so nicht nehmen kann, daß er reden
nuß, ehe ihr Leben und das seine eins geworden.
Ein Tag um den andern vergeht, und er bringt es
nicht zuwegen, zu reden. So kommt der Samstag her—
in, und am frühen Morgen, wie er aufsteht, setzt er sich
iesen Tag als letzten. Heute muß er sein Zaudern und
zögern beenden. Er hat ja so keine Stunde des Frie—
»ens. — Am Abend desselben Tages sitzen er und die
Franzi allein beisammen auf der Bank vor dem Hause.
der Buchenhofer macht eben einen Rundgang um den
Zof herum in Begleitung seiner geliebten Pfeife; di⸗
—6bo bhbäbonn fiü frnobhben 21 Biorhe B3235*

urm an sich. „Dirndi, Du mein wunderlieb's Dirndu!e
lüstert er und schaut dann rasch auf, denn an die Wohn⸗
mubentür ist foeben geklopft worden, und nun wird die—
elbe aufgestoßen.
Der Bergmeyr Peter steht auf der Schwelle, schaut
inen Augenblid mit weit offenen, starren Augen auf die
zrei in der Stube und tritt dann mit einem in ausdruds⸗
osem Ton gebotenen ‚Grüß Gott!“ herein.
Der Buchenhofer ist aber auch schon neben ihm, und
trekt ihm dann die Hand hin. „Komnist gerad' zurecht,
heter, zu der großen Neuigkeit,“ sagte er freundlich, ANöd⸗
hei et schwer seine große Freude über das Glück seiner
Tochter etwas verbirgt. „Die Franzi hat sich gerad' jetzt
nit dem Lenz versprochen! Und da bleibst halt' ein we—
uig da und hilfst uns den Verspruch feiern, gelt ja? Tät'
ins freuen! Gib mir Deine Hand. auf eine aute Nacharschaft
 wie bisher, ha?“
Der Peter legte seine Hand in die des Buchenhofers.
Ah freilich, ich und der Buchenhofer bleiben unser Leb⸗
ag gute Freund! Und zu derer Heiraterei da wünsch' ich
)ait viel Glück.“ Ueber den Buchenhofer hinweg fliegt
ein Blick zu dem Lenz hin und gleitet haßvoll funkelnd
ber dessen Gestalt. Dann schaut er festen Blickes in des—
en Augen, und ein kaltes, grausames Lücheln zieht um
einen Mund auf, deutlich sichtbar.
Unter diesem Blick richtet sich der Lenz auf einmal
och auf. Eine jähe Eifersucht auf diesen früheren Be—
erber der Franziserfaßt ihn. Was hat der Peter so
öhnisch zu schauen? Horn und Trotz wallt im Herzen
zes Lenz auf, duntel gieitet es über jein Gesicht hin. Er
abßtt die Franzi von neuem umn den Leib und zieht sie nä⸗
— —
der heutige Tag eingebracht!“ sagt er. „Gelt, so ein wun—
herschönes Blüimerl wächst nicht in einem jeden Garten
pie meine Franzi eines ist?! Und ich hab' es dabonge⸗
ragen, für mich ist's aufgeblüht!“
Die, letzten Worte klingen wie ausbrechender Jubel.
finen Augenblid ist es, als wolle der Peter etwas her⸗
orstoßen in verbissener Wut, dann jedoch schließt sich sein
ereits halb geöffneter Mund und das unbeimliche, ralte
rächeln erscheint wieder um denselben. Für eine Weile
oll er halt noch stolztun, der dort, mit seinem unrechten
zut, das er mit freblerischer Hand an sich gerissen — um
o tiefer wird es ihn dann treffen, werin er es verliert!
nnd ar muß es urrlieren d Qe “Q—
            
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