Lokales
Voraussichtliche Witterung. Meist trüb, Nieder—
chlage, Abkühlung.
Unglücksfall. In der Scheidterstraße geriet gestern
zas etwa 2 Jahre alte Buübchen der Eheleute Krafft unter
in Fuhrwerk. Ein Rad ging dem Kinde über den Kopf.
die Verletzungen waren derart, daß der Tod sofort eintrat.
Die Martern der Gesangenen in Fez. Die Grau⸗
amkei, mit der Mulei Hafid seine überwundenen Gegner
ur ihre Treue gegen den Peätendenten bestraft, schildert ein
Augenzeuge, der auf dem Plaze vor dem Sultanspalaßt in
yez die grautnvollen Szenen mit angesehen hat. Am Fre'‘⸗
ag vahmen die Soldaten Mul⸗ei Hafids vor dem Palafie
Baradeausstellung, und dann erschien der Sultan mit seinen
Zezieren. 200 Gefangene, halbneckte Gestalten, die duirch
Seile von Nacken zu Nacken aueinandergef sselt maren, wur⸗
en om Sullan vorübergezert. Zu gleicher Zeit brachte mar
ine Reihe Körbe auf den Platz, die mit abzeschlagenen
zövfen geflüllt waren, dann die 32 Frauen, die den Hatem
Ais Prätendenten bildeten, sowie das ecbeutete Stoatszelt,
einen Thron — einen halb zerfetzten Armstuhl aus rotem
Zawmmei —, einige Maultiere und Kühe, kurz alle Kriegs⸗
rephäen. Am Nachmittag nahmen die Truppen wieder
Zatadeaufstellung ein; in dret Reihen flankierten sie den
blatz in Richtung auf die alte Stadtumwallung und das
cot. Ueber dem Tor sah man 75 abgeschlagene Köpfe,
inige schwarze, andere weiß, alles mit den Nacken auf Lanzen
espiizt. Aber was folet', war noch schlimmer. Unter dem
dore an der Mauer hockten 24 Gefangene, über und über
nit schweren Eisenke'ten behangen. Es waren die Gefange⸗
sen Keiths und Häuptlinge. Soldaten umgaben sie als
Vächter. In der Nähe biodelte ein großer Kessel mir Pech,
im den die Barbiere der Stadt sich versammelt halten.
5Nner nach dem anden wurden die Gefangenen ihrer Ketten
rledigt und von den Soldaten zu den Barbieren gebracht,
zie als Henker fungierten. Die rechte Hand wurde frei ge⸗
nacht und dann am Handgelenk mit einem Rasiermesser ab⸗
zettennt. Der blutige Stumpf wurde daun in das kochende
hech gesteck.. Alle Gefangenen ertrugen die gräßlichen Mar—⸗
ern mit stolzer Selbstbeberrschung. Nicht ein einziger Schrei
am von ihren Lippen. Einige stießen mit verachtungsvoller
Zeberde die Soldaten zu ück und streckten selbsi ihre rechten
zände den Henkern enigegen; nur ein wenig wandten sie
sen Kopf zur Seite, um nicht selbst Augenzeuge der Ver—
tümmelung zu werden. Vir der Gefangeren wurde auch
der iinke Fuß abgeschnitlen. Einige wurden ohnmächtig und
nehrere ftatben am Blutverlust. Die Ueberlebenden schleppte
man in Ketten zum Gefängnis zurück. Bei jeder Hand und
edem Fußze, der abgeschnitten ward, ertönten triumphierende
Trommelschläge. Ir den nächsten Tagen sollen noch mehr
B fangene eintreffen. „Es ist ein schrecklichtr G danke“, so
chließt der Berichterstatter seine Schilderun, sich auszumalen
was geschehen wird, wenn Mulei Hafid seine graufame
daune beibehält.
Ein strenger Winter soll nach einer alten Jägerregel
u erwarten sein, wenn das Heidekraut zeitig und stark blüht
So früh wie in diesem Jahre hat nämlich das Heidekraut
och selten in Blüte gestanden.
Wer Bierflaschen behält, macht sich eirer Unter⸗
hlagung schuldig. Das Landgericht in Ansbach hat eine
Frau, die Bierflaschen nicht zurückgegeben und sie als Essig⸗
laschen usw. im Haushalte gebraucht hatte, wegen Unter—
chlagung zu 15 Mark Geldstrafe verurteilt. Jetzt zur Ein⸗
nachzet soll dieses Urteil besonders beachtet werden.
Die Schlichtheit, die sich in der räglichen Kost, in
Haustat, Kleiduna, Geselligkeit des ganzen Hauscs wider⸗
piegelt, ist der Quell der Zufriedenheit und des Gleichae⸗
vpichts, der allen Wechselfällen des Lebens mit Gemütstube
ntgegenzusehon nrmo
Aus Nah und Fern.
Saarbrücken, 7. Sipt. Beim Spieleu tötlich verun⸗
Mückt ift das dret Jahre alte Söhnchen des im Rotenweg
wohneuden Hütitenarbeiters Sieuet. Das Kind war auf
einen Stacheldrahtzaun geklettert, von dem es herabstürzte.
dierbei fiel es zus eine tiserne Spitze, die ihm tief in den
Leib drang. Das Kind vermochte sich noch aufzuraffen und
inige Schriite weit zu gehen, dann blieb es auf der Stelle
egen und eilag der schweren Verletzung. Als man es auf⸗
and war es berieils tlot. Sbr. Z3tg
Louisenthal, 5. Sept. In dem Querschlag der 5.
Siefbausohle aus dem Flötz Cäcilie der Grube Serlo, wel⸗
her zur Einspülung des Bergeversotzes in de ausgehauenen
Räume der Fettkohlengrube gçetrieben wird, ist in den litzten
Tagen ein vohlenflötz von 1 Meter Maächtigkeit durchfahren
vorden, welches einen rentablen Abbau zu ergeben verspricht.
Dieses Flötz ist für die Erhaltnng der Förderung des Albert⸗
chachtes von großer Bedeutung, da der Kohlervortrat des
Flötzes „Cacillte“ dem Ende zuneigt und die tägltche För—
'erung ditses Schachtes noch nicht ganz 100 Tonnen be⸗
rãgt. Sbr. Volksztg.
Saargemünd, 7. Sept. In dem Hoynger Hochofen⸗
»ctrieb enistand eine Explosion, wobei ein Arbeiter gerötet
ind zvei schrecklich verbtannt wurden.
*Bonn, 7. Sept. Der Hühnerzuchter Eich in Aoger—
deich wurde in der Waschküche seines Hauses ermordet auf⸗
zefunden. Ec ist erschossen und die Leiche dann ausgehäugt
vorder. Eich war allein im Haufe, Frau und Tochter waren
ibwesend.
*Köln, 7. Sept. So zialpolitit der Städtey
In einer im Rathaus abgehaltenen Städtetonferenz ift
die Bekämpfung der Arbeitslosigtkeit beraten
vorden. Die Städte Köln, Mülheim am Rhein, Kait,
Düsseldorf, Mainz. Barmen, Bonn, Elberfeid, Aachen,
Zolingen, Krefeld, Koblenz, Essen und Frankfurt a. M.
jatten Vertreter der Verwaltungen entsandt. Beigeordne—
er Fuchs referierte über die Arbeitslosenfürsorge in Köln
ind die Zukunstspläne der Verwaliung. Der Direttor
Dr. Most des Statistischen Amts in Düsseldorf bezeichnete
als den besten Weg zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
die Versicherung auf kommunaler Grundlage mit Bei—
rittszwang. An die Vorträge schloß sich eine lebhafte
diskuyson. Von Beschlussen sah man ader ab, weil die
Lerhältnisse und das Arbeitermaterial in den einzelnen
Städten zu verschieden seien. Die Konferenz soll nun
äher ich stattfinden, die nächste in Düsseldors, wo man
uber die Frage der Arbeitslosenversicherung zu einem Er—
zebnis zu gelangen hofit, eine Frage. die hente noch minß
pruchreif sei.
.*Köln, 7. Sept. Wom Dache gestürzt.) Ein
dienstmädchen stürzte beim Kleiderbürsten vom Bleidache
ines Hauses auf dem Hansaring in den Hof und blieb
nit zerschmetterten Gliedern don liegen. Das Mädchen
tarbauf dem Transport zum Krankendause.
*Düsseldori, 7. Sept. Messerstecherei) Bei
vo GRngere IR Meo —,—,⏑— R—— 25.7.
ern wurde ein Arbeiter durch mehrere Säche so schwer
erletzt, daß er alsband starb.
*Oberpleis, 7. Sept. (Tödlich verungläckt.)
im Limberge verunglückte der Steinbrucharbeiter Wilhelm
)Rresler aus Hasenboserotz tödlich. Er stand in den 40e1
jzahren und war Familienvater.
* Altenefsen, 7. Sept. Kinderkrankheit.) Die
kdinderlähmung hat auch hier in verschiedenen Familien
)ren Einzug gehalten.
* Bingen, 7. Sept. (EEntgleister Arbeiter—-—
u g.) Insolge eines Maschinenachsenbruchs entgleiste zwi—
hen Gaubickelheim und Sprendlingen Strecke Alzey—
Zingen) ein Arbeiterzug Die schleifende Achse demolierte
»as Geleise auf mehrere hundert Meter, sodaß der Ver—
ehr nur durch Umsteigen aufrecht erhalten werden kann.
Sersonen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden.
* Aschaffenburg, 7. Sept. (Ein Scheusal.) We—
en Sittlichkeitsverhrechens verhandelte unter Ausschluß der
deffentlichlent die Strafkammer gegen den jetzt 23 Jahre
lten früseren Hilfslehrer August Metzger aus Lohr.
Netzger war von 1906—–1908 in Eichenbühl als Hilfs⸗
ehrer angestellt und hat sich, wie er selbst zugibt, an ei—
er Reihe von Schulmädchen des 1., 2. und 3. Volks—
hulahrganges, die er zu unterrichten hatte, fortgesett
iach 5—176 3. Z bezw. 8 174 Ziff. 1 des Srrafgesetz⸗
uches sittlich vergangen. Das Gericht erkannte auf 12
dzahr Gefaängnis. Der Staatsanwalt hatte 5 Jahre Ge—
ängnis beantragt.
* Kempten, 7. Sept. (Entsetzhiches Brandunglücck.
In Römerau bei Schöngau brannte das
Anwesen des Söldners Lercher niedet. Zwei Mädchen
ind ein Knabe kamen in den Flammen um.
* München, 7. Sept. (Kaiserbesuch.) Der Kai—
er wird am 18. September vormittags zur Eröffnung der
ieuen Schacigalerie hier eintreffen. Der Kaiser hat seden
»ffizsellen Empfang abgelehnt. Noch am gleichen Tage
ibends begibt sich der Kaiser nach Altenburg zum Be—
uche des dortigen Hofes. Der Reichskanzler v. Beth—
nann-Hollweg, der am 18. September ebenfuls
ier eintrifft, und sich dem Prinz-Regenten vorstellen wird.
»egibt sich tags darauf nach Wien.
* Friedrichshasen, 7. Sept. (Wom ‚38. 3. „Z. 3*
vird in der Reichsballonhalle für die Fahrt nach der Ila
n Frankfurt sertiggeftellt. Die Fahrt so“l am Samstag
tatefinden. Der Aufenthalt in Frankfurt ist auf 8 Tage
erechnet. In allernächster Zeit soll eine Fahrt des Lust
chiffes nach Luzern stattsinden.
* Straßßburg, 7. Sept. (MMassenkündigung,
die Spinnerei und Weberei Godefroh u. Elsässer in Buüͤhl
ei Gebweiler hat nach der „Straßb. Post“ allen Spin—
weren, die seit kurzem in Streik getreten sind, gekündiat.
Es war einmal ... Wan schreibt aus Paris: Der
Tannhäuser hat an der Pariser Großen Oper seine 200
luffahrung erlebt. Mit dem Lohengrin gehört er heut
u den allerbesten Einnahmequellen der Oper, nur Gou—
ods Faust kann es noch mit den Wagnerwerken aufneh—
nen und übertrifft sie an Beliebtheit. Ein Pariser Blatt
rinnert bei Gelegenheit dieses „Jubiläums“ Tannhäuser?
in die Kritiken, die nach der ersten unglücklichen Aufführ—
ing 1861 erschienen. Damals schrieb kein Geringerer als
Berlioz: „O Gott im Himmel, was für eine Vorstellung!
Was für Lachstürme! Der Pariser zeigte sich in einem
ieuen Lichte; er lachte über den schlechten musikalischen
ztil, er lacht?e über die rohen Witze einer keifenden Or
jestration: endlich begreift er, daß es in der Musik einen
ztil gibt! Man hat die gräßliche Musik gänzlich ausge—
fiffen!“ — Emile de Giardin meinte: „Wenn das Wusitk
väre, hätten die Hunde, die im ersten Akt auf der Bühne
rschienen, gebellt.“ Ebenso ging Henri Rochesort auf die
dagdhunde des ersten Aktes ein: „Wie hat man es wa—
en können, eine Meute in eine große Oper zu bringen?
Larum nicht? ,‚Man wußte ja doch, daß bei der dritten
ßorstellung keine Katze im Saale sein würde.“ Die Zei—
en haben sich gewandelt. Einer aber ist sich im Urteil
iber Wagner doch treu geblieben: eben Rochefort, der sonn
aum noch eine von den Ansichten, die er 1861 hatte, sein
igen nennt. Vor wenigen Tagen hat er wieder einmal
rklärt daß die Wagnersche Musik überhaupt keine WMe
ei. Aber die Geschichte ist auch in anderen Dingen üher
enu ehemaligen Marocuis hinwengdeschritten
—
Teleuramme.
Saarbrücken, 8. Sept Der Bauarbeiterstreik
n Saarbrücken beendet. Eine von streikenden
zauarbeitern einberufene Versammlung im Saale des Lussen⸗
„arters hat mit 100 gegen 27 Stimmen den Beschluß ge⸗
aßt, die Arbeit zu den alten Lohnsätzen sofort wieder auf—⸗
unehmen. Damit ist ein wirtschaftlicher Kampf beendet, der
5 Wochen lang von der christlichen und der freien Gewerk—
dafts Organisation und dem Arbeitgeberverbande für das
augewerbe mit großer Schärfe und Erbitierung durchge—
ochten wurde und bie Bautätigkeit in unserem Siadtgebiet
ür dissen Sommer fast ganz lahmgelegt bat. Das für
mser Wirtschafisleben so bedeutungsvolle Ringen begann
knde Mai. Bis zu jener Zeit erhtelten die tuchtigsten
Naurer 52 Pfg. Stundenlohn. Die Albkeiter forderten einen
5tundenlohn von 58 Pfg. für sämtliche Maurer ohne Unter⸗
died und stellten, wie es in einer Ertlärung hieß, auf 6
zaustellen, die 6 rerschiederen Baufiemen gehörten, die Arkeit
in, „um ihren Forderungen Rachdruck zu verleihen“. Es
jandelt sich um Bauten, die eine dringende Fertigstellung er⸗
seischten. Der Arbettgeberverband beantwortete dieses Vo:⸗
ehen am 29. Mai wit einer Gesamtaussperrung aller Bar⸗
zrbeiteter und faßte den Beschluß „unter allen Umständen
zen aufgedraͤngten Streik auszufechten“. In Betracht
ommen bei der Sperre 1900 Arbeiter. Hie' auf beganu
mun der hartnäcktge Kampi, den die Arbeitnehmer in einer
ür sie nicht glücklichen Zeit begonnen hatten. Waährend son st
Ur Saarbrücken durchschnitilich 4200 Baukonzessionen vorlagen
detrug die Zahl für diesen Sommer nur 104.
*Berlin, 8. Sept. Wie die „Morgenpost“ erfährt, ist
ls Rtachsolger des verstorbenen Polizeiprasidenten v on
szrnoenrauch der vandrat des Kreises Niederbar
um, Stegwart Graipon Möodorn, in Mussich!
lenommen.
*Hamburg, 8. Sept. Hier wurde ein Reichstagsab
eordneier unter dem Verdachte des Wadchenhandels ver
aßet. TDieser Abgeordnete ist, wie die „Pandlungsgehu
nisZettung“ micteilt, der Vorsteher des Deutschnanonailen
»anotingegehfen-Vervandes, der deutich joziole Ahneord⸗
Rte Wilhelm Schachk.
*wPosen, 8. Sept. Der Landtagsabgeordnete für den
Lahltreis FraustaorVLissa-Rawitjsch-Gosihn, Rittergutsbe—
itzer Sch warz auch dieichenau (freitonservativ) hat in—
oige schwerer Erkraniung sein Wandat niederge—
egt; eine Ersatzwahl findet demnächst statt.
* Petersburg, 8. Sept. Der Zar bestätigte d'ie Ver—
ügung des, Wiinisterrates, laut der den in Moskau woh⸗
enden jüdischen Kaufleuten erster Gilde gestattet wird,
auernden Aujsenthalt in Vostau zu nehmen.
* Paris, 8. Sept. Der Abg. ð Hopiteau benachrichtigte
en Kriegsminister, daß er ihn über die unglaubliche und
»icht zu verstehende Sorglosigkeit interpelliéeren
verde, mit welcher die Kavallerieruppen bei den Mand—
iern in Benauzßze die Ernte zeritört hapben Ferner wirs
der Abg Allemanne den Rriegsminister uber die Wieieß—
anudezungen uinterpellleren, welche an verurteilten
SZoldaten in Algerien begangen wurden.
*Rom, 8. Sept. Auf Grund einer Einladung der
ranzustichen Regierung entsendet Italien eine muitärische
Spezlälmiston zu den franzosischen Ranövern. An der
zpitze dieser Wiässion steht General di Maalid und HMheia
aglttari.
London, 8. Sept. Die Landeslulturgesetzvorlage, die
ich im wesentlichen ars eine Erganzung des Budgetis dar
tellt, wurde in zweiter Lesung mit 137 gegen 37 Stim
nen angenomnmen. Die Vorlage ermächtigt die Regierung
ur Verausgabpung von Geldern für Aufforstungen, fur
ue Forderung der Landwirrschaft in den nördlichen In—
ustriebezirken und sür den Bau- von Häfen und Kans—
en. Die Vorlage trifft Bestiumungen über die Verwend
ing der durch die Steuer auf Motorwagen und Petro
eum eingehenden Gelder zur Verbesserung der Land
traben.
* Konstantinopel, 8. Sept. Der jungtürkische „Ta—
nin“ wird heute eine von 106 Abgeordneten unterzeichnete
Lufforderung an den Handelsminister Nora,
»unghran verößssentlichen, daß er die Demission
inreichen jolle, da er nicht mehr das Vertrauen der Kam
nermehrheit besitze.
* Konstantinopel, 8. Sept. Die Pforte beabsichtigt,
vie die Blätter melden, nach der Reorganisation des
Lostdienstes durch den velgischen Generaldirektor Sterpen
vegen Aufhöfung der fremden Postanstalten in der
kürkei an die Mächte heranzutreten; dadurch sollen die
xinnahmen der Postverwaltung um 500 000 Pid. steigen.
* Salonik, 8. Sept. Fünf Wasser holende türki—
sche Soldaten wurden an der montenegrinischen
zrenze bei Peschterkule von Montenegrinern beschossen.
Zwei Mann sind tot, drei verwundet und ein Tragtier
ot. Bei Rodolahan in der Umgebung von Gussinye ist
ürkisches Militar von Albanien angegrifsen worden, ein
Afizier ist tot, zwei Mann verwundet. Die Albanesen
chleppien ihre Toten mit sort.
* Uesküb, 8. Sept. Der neue Wali Mazhar Bey
st hier eingetraffen. Es tritt langsam eine Beruhigung
vegen der albanesischen Aufstände ein. Der Daman ist der
deberzeugung, daß die Albanesen keine Forderungen stel—
len werden, sondern vielmehr sich unterordnen werden.
Mailand, 8. Sept. Der Apviattker Bossi, der hier
estern Fluaversuche mit seinem Eindecker machte, ist verun⸗
zlückt, et hatte noch einen Vassagier bei sich. Ein Motor
zersagte plötzlich und der Eindecker stürzte nieder. Beide
Personen sind schwer verletzt. Bossis Tod wird standlich er—
vartet
Paris, 7. Sept. „Pelit Journal“ meldet aus Lorient:
Fine große Feuersbrunst zetstörte des Dorf Kerpepene bei
Merlan, 14 Gekäude wurden eing äschert. Zwei Dienstboten,
velche ihre Habe retten wolltey. sind in den Fammen umge—
ommen.
Toulon, 8. Sept. In dem 148. Infanterie⸗Regiment
st ein groker Skandal entstanden. Ein Gefreiter und 2
Nann wurden auf Patrouille ausgeschickt, von dem die beiden
Zoldaten um Mitternacht heimkehilen. Der Gefreite kam 3
Uhr morgens in seine Kaserne zurück, jedoch ohne sein Ge⸗
vehr, und erklärte, nicht zu wissen wie ihm sein Gewehr ab⸗
Janpden gikommen sei. Es soll sich um eine Spionage⸗-Affäre
dandeln.
London, 8. Sept. „Eotning Newes“ veröffentlicht
heute ftüh ein Telegramm aus Newyork, nach welchem laut
einer Drahtmeldung aus St. John Peary und seine Beglei⸗
sung die Sehauptung Cooks, er habe den Nordpol er'eicht,
tark in Zweisel ziehen. Sie eikiären, die Ausrüstung Cooks
et gar nicht fuͤr eine solche Fahrt ausr ichend Fewesen.
Man könne Cook keinen Glauben beimessen, da es von vo n⸗
serein auffällig erschien, daß er westlich von den Routen aller
inderer Polarforscher gegangen sei, wo ihnen keine Koetrolle
zurch Rivalen irgendwie zu befurchten gewesen sei. Diese
Keröffenlichung erregt in Rewyort ziemliches Aufsehen.
Newyortk, 8. Sept. Eine Fluiwelle hat den Ort Satola
Marina zum größten Teil zerstört. wobei 200 Versonen er⸗
trunken sind.
Newyork, 8. Sept. Der Direktor der geographischen
HZesellschaft in Waehington erkllärt: Ec finde eine Verherrli—
hung Cools, wie sie in Amerika zu Taze getreten sei, nicht
im Plotze Man könne weder Cook noch Peary ala Ent—⸗
»ecker des Nordpols anerkennen oder fseiern, ebe durch ein—
vandfreie Gelebrte hafer lihor konforiorit coi
Das Kasein der Kuhmilch gerinnt in schmer verdauliche
Zlumpen, die der Säugling zu bewältigen kaum imstande ist.
Tritt zu diesem Nachteil noch der Umstand, daß die Milch
im Sommer leicht säuert, so rückt die Gefahr der Magen⸗
ind Darmerkrankungen immer näher und räher heran. Wer
iun sein Kind diesen Gefehren nicht aussetzen will, ernähre
sg mit Nestle's Kindermehl, und er wird mit dem E.fola
ufrieden sein
Polizei⸗Berordnung.
Auf Grund der 88 5 und 6 des Gesetz's über die Poli⸗
ei-Verwaltung vom I1. Maäͤrz 1880 und nach Beratung
nit der Bürgermeisterei⸗Versammlung der Blulrgermeistere:
dudweiler wird für den Un fang der Bürgerme sterei Dud—
vciler nachstehende Polizei⸗Berordnung eilassen:
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Auf ollen Wegen und Straßen, welche ein öffentlicher
Iinschlag odee Warnungstafel der Polizeiverwaltung als ge⸗
perrt bezeichnet, ist der Verkehr mit Fuhrweik, Automobilen
ind Fahrradern, sowie der Reitverkehr verboten.
2.
Zuwiderhandlungen heet diese Polizei-Verordnung wer⸗
)en mit Geldstrafe bis zu 9 Maik und im Unvermögensalle
nit Hast bis zu 3 Tagen h
3.
Vorstehende Polizel-Verordnung tritt au dritien Tage
nach Ablauf desjentgen Tages in Kraft, an welchem das die
Berordnung enthaitende Kreioblatt ausgegeben worden ift
Dudweiler. din 10. August 1909.
Die Polizei⸗Verwal tung.
Der Bürgermeister J o st.
—»wAMMAAArrr
—*8