durch Erzächo— Wuliges Aund. Willisis yane den
Donibau 978 begonnen; die Bauzeit nahm 38 Jahre in
Unspruch. Die Einweihungsfeierlichkteit des Domes im
FJahre 1009 gab aber auch gleichzeitig zu dessen Unter—
zjang Verantlasfsung. Am Abend fand nämlich im Dom
ine Illinnination statt; durch Umvorsichtigkeit sing das
Dachwert des Domes Feuer und das ganze Gebäude ist
ein Raub der Flammen geworden. Wi ligis begann aber
1.sbald wieder mit einem neuen Dombau, doch wurde
dieser erst durch seinen dritten Rachfolger, den Erzbischof
Bardo 1037 vollendet. Aber schon 10801 brannte auch
dieser Bau vollständig mit noch drei onderen Kirchen wie—
der nieder
Aurh ein Zeichen der Zeit! Das Kammacher-Ehe—
aar zarpe in Halie a. S. begab sich in das Etablisse—
nent „Volisparkt. Seme Rinder im Alter von sechs Wo—
hen bis fünj Jahren ließ es alen in der verschlossenen
Wohnung. Nach dem Fortgang der Eltern fsingen die
Finder zu weinen an, und schrien die ganze Nacht hin—
zurch. Als die Eltern früh um 4 lihr zurückkehrten, war
das jüngsse Kind tor. Der Arzt stellte als Todesursache
Stimmritentrampf fest. Gegen das pilichtwergessene Ehe—
»aar wurde ein Verfahren eingelciet.
Ein tapferes Mädchen. In einem kleinen Badeort
n Galway schlug ein Boort um, und zwei junge Män—
ner, die darin gesessen, kämpften in der hestigen See um
hr Leben. Dutzende von Menschen sahen zu, aber keiner
vagte zu helsen. Da rief ein junges Mädchen vom Dock:
„Wenn ihr Männer keinen Mut habt, ich wag' es!“ Sie
hatte einen Lebensrelitungsring umgelegt und sprang ins
Wasser. Allcin vor ihren Augen, kaum zwei Meter ent—
ernt, versank einer der jungen Männer in die Fluten.
Das kühne Mädchen selbst wurde von den Wellen zurück—
reworsen Den anderen Ronftésini-sfien vettete die Polizei
Ein mißverstandenes Geschenk. In der Septem—
nernummer des „Windsor Magazine“ findet sich folgende
zübsche Erinnerung an den verstorbenen chinesischen Staats—
nann Li Hung-Tschang: Als Li Hung-Tschang London
gejuchte, beschloß ein Mitglied der Börse, dem berühmten
Dipsomaten eine Aufmertsanmkeit zu erweisen. Nach lan—
gem Ueverlegen versiel er auf den Gedanken, dem Chi—
iesen zwei tleine, sehr kostspielige Schoßhündchen zu ver—
hren. Gesagt, getan. Nach einigen Tagen erh elt er von
Li Hung-Tschang folgenden überraschenden Dankbries
„Ich habe mich über Ihr Geschenk sehr gefreut, leider
zwingen mein Alter und meine Gesundheit mich zu einer
ehr strengen Diät. Ich habe daher angeordnet, daß die
eiden Hündchen für einige Herren meiner Begleitung her—
jerichtet werden. und sie haben ihnen vortreifflich ge—
chmeckt“
Ehefeindliche Trustbildungen sind die neueste „Er—
eungennchaft“ aus Amerika. Es ist das Syndikat der Ge—
schiedenen, das ein gewisser Herr Bierson, ein wegen sei—
ner ehelschen Verdrießlichteiten vielgenannter Millionär,
kürzlich in New-York gegründet hat. Um in diesen Klub
rufgenommen zu werden, muß der „Kandidat“ nicht nur
geschieden sein, sondern auch über zwei gleichsalls geschie—
dene „Taufpaten“ verfügen. Dem neuen Verbande ver—
wandt sind die Vereinigungen von Hagestolzen, die sich in
Franzisko, in Buenos-Atres, der Kapstadt und Stockhoim
aufgetan haben. Hier werden hohe Strafgelder von den
Mitglie ern erhoben, die sich zur Fahnenjlucht entsch.ossen
zaben und sich zu beweiben suchen. Die Strafgelder wer—
den dann in Allohol umgesetzt und damit auf die Ge—
undheit der Abtrünnigen getoastet... New-York ist jer—
ner auch der Schutze und Trutzverband älterer unbegede—
ner Mädchen, die sich gegen das starle Geschlecht verschwo—
cen haben und sich materiell und moralisch durch alle Mit—
lel unterstützen. Sie suchen sich durch Lektüre und end—
otes Geschwätz über die Mühsal der Lebensexistenz han—
vegzutrösten. Brasilien erfreut sich fernerhin eines Klubs,
der der Eigenart gleichfalls nicht entbehrt. Er zählt näm—
lich zu seinen Mitgliedern nur Witwer, die mindestens
iermal verheiratet gewesen sein müssen. Und nach der
Mitgliederzahl zu schließen, scheint es unter dem glühen—
den Himmel Brafiliens an vierfachen WBitwern nicht zu
ehlen.
Fremdenbuchpoesie. In einem Ostseebadyotel fand
nan, wie wir den „Leipz. Neuest. Nachr.“ entnehmen,
ieulich im Fremdenbuche folgende zeitgemäße Verse:
Wohl mangelt Schonheit mir und Jugend
And was den Jüngling sonst entzückt.
Doch hab lch eine andre Tugend:
Ytein Geldschrank ist sehr reich gespickt.
Der mich er iest, der wackre Knabe,
Jjt aller Nasrrungssorgen quitt:
Ich bringe ihm als Morgengabe
Zwölf Dutzend Streichholzschachteln mit.
Darunter hatte ein spöttisch veranlagter männlicher
Kadegast geschrieben:
Z3wölf Dutzend Schachteln, liebe Liese,
Und dich dazu, o welch ein Glück!
Das wären ja nach Adam Riese
Finhundertfünfundvierzig Stück!
Bindungen den Abrang yinabfuyrte. Die Augen des
peter folgten dem Nenz eine kleine Weile ait bösem
Blick; als er sich herumdrehte, dem Feuer zu, schritt die
Franzi eben an ihin voriüber. Und er sah, daß ihre os—
senen Augen ein starres Schauen hatten nach vorwärts, in
die Richtung hin, in welcher der Venz ging. Eine jähe,
zornige Eifersucht befiel ihn. Mit einem Schritt befand
rsich bei der Franzi und schritt neben ihr weiter. Du
ust ja heut gerad' so, als wie wenn Du mich gar nicht
ehen tät'st!“ sagte er halblaut, voll Heftigkeit. „Meinst
Du, das ließ' ich mir gefallen, daß ich wie die Luft bin
für mein zukünftiges Weib?!“
Der Blick der Franzi wanderte zu ihm. Es war ein
rotziges, zorniges Aufflammen in ihren Augen. Was
rallt denn Dir eigentlich ein jetzt? Ich bin ja doch nicht
»ersprochen mit Dir. Oder hohe ich mich Dir zugesgaat —
zielleicht?“
Ihre Worte fielen wie ein Wasserstrahl auf feurige
Blut — so mit einem Mal wurde seine Erregung dadurch
jedämpft. Er ducktte seinen dunkelhaarigen Kopf zwischen
die Schultern. „Na, Du hast schon recht, versprochen bist
Du ja noch nicht mit mir — Du laßt Dir ja so viel Zeit,
»is Du ja sagtst! So lang schon geh' ich zu Dir und laß
ꝛs Dich erkennen, daß Du mir alles und alles bist; und
die Leut' fangen schon an, mich zu verspotten. Leicht
vürd' das einem andern zu dumm, so ein langes Zu—
parten — mir nicht! Noch einmal so lang geh' ich zu
Dir und wart' zu — aber tu nicht so, als wie wenn ich
der Nixl für Dich wär'! Nur das, nur das ertrag' ich
nicht, FFranzi.“ Klang die Rede bisher in einem Ton, der
eine heiße, starke Zuneigung zu dem Mädchen verkündete,
o lam nun endlich der Bauernstolz in ihm zum NMus—
»ruch. „Es konmt mich eh hart genug an, wenn ich so
ang bitten muß rg Dich, als wie wenn ich ein Bettler
vär', der zu tausendmal froh sein muß, wenn er eine
nit Geld oder mit einem Haus erwischt. Ich darf ja
nur mögen, so kann ich eine jede Bauernstochter von da
herum haben, von den saubersĩten und reichsten eine darfft
es glauben!“
„Wegen was bild'st Dir nachher gerad' mich ein?“
ragte die Franzi und sah ihm mit ihren großen braunen
Augen ernsthaft ins Gesicht. Ah ja, sie wußte es ja, daß
—Bä—
eine der Bauerntöchter da herum, die nicht eben schon ihr
Herz an einen andern gehänat hatte. nein sogen würd—
Rrieger⸗u. Waffenbrüder
Verein Dudweiler.
m Sonntaa den 52. tember findet die
edan-Ffeier
tatt.
Morgens 9. — Uhr: Antreten auf dem Marktslatze
9.15, Abmarsch nach dem Friedhof, alsdann gemein
schaftlicher Kirchgano
Abends 8.30 Uhr
D. AIMÆ. —
kür die Bezirke 154 im Lokale Peter Bayer
en u 6 528 n n Wwe. Riedschy
da der Saal von V. Baldes für diesen Sonntag anderweitia ver
geben war.
Für den Waffenbrüder-Verein im Lokale „Zur Post“
Die Vorstände.
— Evangelischer
J B8 *
72
NnNlrbeiter-Verein
5 7
α dudweller.
Am Sonntag, den 5. Sentenher nachmittaas 4 Uh-:def
die diesjqorin⸗
v*
Sedanmfeier
nit Ansprachen, Muñk- und Gesang-Vorträagen im
L2okale Riedschy sautu
Die Festrede wird voraussichtlich ein auswärtiger Redner
jalten.
Am zahlreiche Beteiliaung bittet
der Vorstand.
Stenographen⸗Verein
Stolze Schrey“ Dudweiler.
Am Sonntag, den 5. September findet ein
—
Ausflug
tatt. Wegfahrt mit der Straßenbahn um halb 5 Uhr
on der evang. Kirche aus nach Saarbrücken, von da aus
ꝛin kleiner Spaziergang.
Die Mitalieder werden gebeten, sich zahlreich zu be—
eiligen
Der Vorstand
WichschastUn. zleetg(hliller)
Achtung! Achtung!
Hier in Dudweiler noch nicht dagewesen
J 3 66
„Die tokschicke Rosel
aus Wien
zugleich erstklassige Chansonette und Humoristin
20 Jahre alt. 350 Pfd. schwer.
Zu dieser außerordentlichen Sehensmürdiakeit ladet böfl.
Ph. 5„tiller.
venn er eine haben wollte IIch hab' es DOst za Ichon
zesagt, ich spür' noch nicht ein bissel Freus? in mir zum
heiraten.“
„A so wart' ich halt noch,“ sagte er kurz, trotzig.
Eine Weile blieb es still zwischen den beiden. Die
ỹranzi schaute zu den Bergen hinüber, wo ein Feuer um
as andere aufloderte, wo zahlreiche Lichtlein aufzuckten,
ie da und dort einen lustigen Reigen aufführten — von
iner Schar Buben mit brennenden Besen verursacht. —
Zie kämpfte einen schweren Kampf mit sich, die Franzi.
Nußte sie nicht den Peter erkennen lassen, daß ihr nuͤn
eiin anderer in Herz und Sinn lag, und daß darum all
ein Mühen um lie umsonst fein würde? Hatte sie
ich bisher nicht ernstlich gesträubt dagegen, daß er
im sie freite, weil sie gemeint hatte, sie würde sich viel—
eicht mit der Zeit darein fügen können, eines Mannes
Veib werden zu müssen, zu dem sie nichts anderes trieb,
ls wie der Wille und Wunsch ihres Vaters, so lag die
Zache nun, wo sie wußte, daß der Lena ibhr absonderlich
vohlgefiel, ganz anders.
Der Peter vertat seine Zeit wegen ihr umsonst, er
onnte sich eine andere nehmen, wenn sie ihm sagte, daß
ie sich lieber keinen nehme, als wie einen, zu dem sie
chon einmal gesagt, und er hatte damals I gemeint,
r warte ja noch gern eine Weile zu, bis ihr ein anderer
ßedanke komme; diesmal müßte sie es ihm also völlig
lar machen, daß sie ihn heuft nicht und nimmermehr
nochte, daß es ihm nie etwas nützen mürde, sein Mübhen
im iiee.—
Aber ihm die Sache klar zu machen, dagegen wehrte
ich wieder etwas in ihr; der Peter konnte dann vielleicht
arauf kommen, daß der Lenz die Schuld trug an ihrem
bwehren. So blieb sie eine Weile siumm und mit sich
elber im Unfrieden und ging langsam weiter neben dem
Zurschen, der nun meinte, sie wäre einverstanden mit sei—
iem Zuwarten. Die ehrliche, stolze Natur Franzis ließ
hr keine Ruhe und drangtdurch in dem Zwiespalt ihrer
ẽmpfindungen. „Na, Peter, Dein Warten wär' umsonst,“
agte sie da endlich halblaut, bewegt. Ich spür' es, ich
'ann niemals ja sagen, magst mir noch so lang schön—
un! Den nimm ich mir, zu dem mich mein Herz einmal
zieht, keinen andern.“
Der Peter stand plötzlich still. Sie waren schon zu
deit den Weg hinabgeschritten, der Feuerschein vom Berge
irohon erreichto sie nicht mobhr ind 15 soh die Tron
Virtschafls-Utbernahmt.
Ourch gegenwärtiges gestatte mir, dem geeerten Publikun
on Dudweiler und Umgebung die ergebene Mitteilung ze
nachen, daß ich vom 1. September ab, meine Wirtichast
em Herrn Viktor Bier übertragen habe und bitte ick
höfl, das mir bisher geschenkte Vertrauen auf meinen Nach—
laer zu übertragen
dochachtungsooll
Aug. Wunn.
Der geehrten Einwohnerschaft von Dndweiler und Um
zegend hiermit zur gefl. Kenntnißnahme, daß ich seit
Zepteim ser d
Gastwirtschaft
»on Herrrn Auguist Wunn „AAum Adler“ am Markt übher
rommen habe.
Da es mein Bestreben ist das geehrte Publifum flott
ind reell zu bedienen bitte ich um ihr Wohlwollen
eichne
mit vorzüglicher Hochachtung
—
Viktor Bier.
J —— —
elchäfls-Uebernahmre.
Dem geehrten Publikum von Dudweiler und Umgegend
naache ich hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem
eutigen Tage meine elterliche
Gastwirtschaft Bum Lowen“
ibernommen habe.
Indem es mein Bestreben sein wird, meine Kundschaf
uf's beste zu bedienen, bitte um geneiaten Zuspruch
Hochachtunasvoll
Fritz Maul
Dudweiler, den 1. Sept. 1909
Gelchüfts-Urhernahre
4
Die werten Enwohner von Dudweiler und Umgebung
nache ich darauf aufmerksam., daß ich das von Herrn Nal
zaldes innegehabte
26 mit
Restanrant aen Gartenanlagen
ibernommen habe.
Versichere meiner werten Kundschaft, daß auch wie früher
gute und reelle Bedienung zusichere und zeichne, indem ich
inen geneiaten Zuspruch erwarte
mit vorzüglicher Hochachtung
Ph. Biüch.
Unterholtungs-Verein
Deutsche Einigkeit“
Am Sountag 5. Sept. abends
3 Uhr findet im Vereinslokale
Fritz Reiter) ein geschlossener
æFß I A F.
tatt. Die Mitglieder sind freundl
eingeladen.
seue Mittglieder können aufge
nommen werden.
Der Vorstand.
NB. Nachmittags 4 Uhr
Veriammlung.
Klub
„Deulsche Rrüder
Am Sonntag, den 5. Septemb
nachmittags 2 ühr findet in un
3 Vereinslokale Fritz Reite
ine
Versammlung
statt. Die Mitglieder werden ge
eten recht zahlreich zu erscheinen
Tagesordnuna wird in de
dersammlung bekannt gegeben.
Der Norstand
Ol ia“
„Olympia
G V. D.
Samstag abend 9 Uhr gemi
Zusammenkunft
m Vereinslokale Kliebenstein.
Unm zahlr. Erscheinen bittet
Hreh. Kahm. der Vorstand
— — —
nicht, daß er veide Fäufte zornig vare, und eine erre
Wut aus seinen Augen funkelte. Es war ihm, ais tauchte
dor ihm aus der Finsternis ein bräunliches Mannesge—-licht
aus, das heute er zu hassen angefangen. „Und den
zaft Du leicht schon gefunden jetzt, hat“ stieß er hervor,
auh, heiser, voll mühsam unterdrüdter, eifersüchtiget Wut.
„Aber hüt“ Dich, Dirndl, hüt' Dich! Ich bin keiner, der
ich zwei Jahre lang zum Narren halten läßt und nachjer
gutwillig einem andern Plag macht.“
Jetzt hatte aber die Franzi genug. Herrisch, harten
Tones stieß sie hervor: „Mit Dir ist heut nicht zu reden!
Du hast kein Recht auf inicht Geh' zurück, ich will nichts
nehr zu tun haben mit Dir.“
Hinter der rasch Davongehenden ertönte ein kurzes,
mgutes Lachen, und eine tleine Weile später drang ein
lauter, etwas heiserer Gesang, den ein tiefhöhnischer Klano
zurchzog, an Franzis Ohr:
Mei' Dirndl hat mir d' Lieb' aufg'sagt,
Hat gar nöt g'fragt —
Jatzt pad' i“ mei' Binkerl (Bündel) z'samm'.
Beh in Gott'snami.
Mei' Dirndl hat g'heirat't,
Und warum denn nöt mi'?
Und vor Load (Leid) muß i sterb'n,
Verzweifeln muaß i',
Verzweifeln muaßt nöt.,
Verzweifeln is' Sünd',
Hat a andere Muatter
Wohl a' ein schön's Kind.“
Der Sänger dort oben strengte sich umsonst die Kehle
m, das höhnende Lied verfehlte seine Wirkung. Die
Franzi zuckte bei den ersten Worten leicht die Achseln und
zjing dann langsam und jtill ihren Weg dahin, ohne auf
»en Gesang zu achten. Ihre Gedanken weilten bei dem
— sie grübelte. weshalb er heute wieder sa seltsam geyesen.
mit Steiligem Oelbebälter billigl
zu vnorkaufen