dem ßieiche verbletav, 185 110 V00 Wtart weniger auf—
gelkomnen. Ta der Ausgabebegart unt 680 119 V00 Mart
hinter dem Bin schtuge zuruckgeblieben ist, ergibt sich fur
das Rechnungs,ahr 1908 ein Fehlberrag von ruund
121 996 V00 Wiart. VWehrerzrage brachten die Zigakerten
teuer, die Zuckeriteuer, die Salzsseuer. Zuruugedrieden ge—
zen den Sorauichlag jaid die Zolle um 121 018 000 Ne.,
die Braufteuer. die Erhdichaitsiteler und die Fahrtarten—
teuer.
Das Ergebnis ist allo vesser, als in den letzten Wo—
hen erwartet urde, in denen von enem Fehldeirag von
200 Miltonen die iede war. Abver es ist noch immer
ehr schlecht. Nienials uberschritt seit Bestehen des viei—
hes der Fehlbeirag visher 31 Willlonen MNart. Die Sum—
ne von 122 Millionen giot naturlich nich. den Äusgaben—
etrag jur lausende, nicht proonboe Aufwendungen an,
der durch laucende Einnahmen nicht gededt ist, sondern
um desen zu verechnen, mussen die Ausgaven, die ban
ornherein aus Anleihen zu vestreiten waren, Jinzugetenn
tet werden, und das sind sür 1908 261 Winl onen. Es
ind also 383 Willionen Mart Ausgaben im Rechnungs—
ahr 1908 durch lausende, oder doch wenigstens wirkliche
uind nicht nur sittive Einnahuen nicht gedechtt gewesen.
Bon den 500 Millionen Mark, die die neuen Steuerge—
etze breingen sollen, würde osfsenbar uner diesen Werhalt—
tissen für die vielen Aufgaben, für die sie dienen iollen
venig übrig bleiben.
Die 63 Millionen MNark Minderausgaben
ind teineswegs ein erfreuliches Zeichen, denn die Aus—
zaben-Etats sollten von vornherein so sparsam angesehl
verden, daß es nicht möglich sein sollte, so hohe Betrage
ju sparen. Es wird die Aufgabe des Reichstages sein,
iber diese Angelegenheit Klarheit zu bringen.
HGeer und Flotte.
— * Die Karsermansver der deutschen Flotte
nahmen ihren Fortgang mit einer mehrtägigen strat e—
zischen Uebung. Der Kaiser bleibt während der—
selben auf der „Hohenzollern“, auf der sich auch die Ma—
növerleitung unter dem Chef des Admiralstabes, Admiral
Braf Baudissin, befindet. Die aus Küstenpanzerschiffen,
Schul- und Versuchsschiffen gebildete feindliche gelbe Flotte
unter dem Besehl des Vizeadmirals Zeye hat die Reede
oon Swinemünde wieder verlassen. Die blaue Partei,
»on der gesamten Hochseeflotte dargestellt, wird von dem
Prinzen Heinrich befehligt. Die blauen Aufklärungsschiffe
sind in See gegangen, die Linienschiffe sind gefolgt. Die
Torvedobootsstreitkräste sind auf beide Partelen verteilt.
Auf der „Hohenzollern“ befinden sich außer dem militäri—
schen Gefolge des Kaisers noch Admiral Tirvitz. Admiral
Jon Fischel.
— l a —
Neneste Weldungen.
* München, 4. Sept. Der Vandtang ist auf Diens—
ag, den 28. Septeniber, einberufen worden.
*Paris, 4. Sept. Das „Journal“ meldet aus Bor—
»eaur: Der Deputierte Lassies hat eine Interpellation
angekündigt über die Maßnahmen, die gegenuüber der aus—
värtigen Spionage zu ergreifen sind.
* Paris, 4. Sept. Der „Matin“ meldet aus Madrid:
Nach hier eingegangenen Depeschen übten die Kämpfe bei
El Arber eine bedeutende Wirkung auf die Eingebo—
tenen aus. Zahlreiche Mauren aus der Provinz Que—
dana, u. a. die Söhne des Kaids dieses Gebiets und meh—
tere Führer der Artaman, die an den letzten Kämpfen
eilgenommen hatten, kamen nach Restinga und erbaten
die Ermächtigung, sich nach Melilla begeben zu dürfen, um
sSeneral Marina ihre Unterwerfuünng anzubieten und
nit ihm zu unterhandeln, was ihnen auch verwoilligt wor
den ist. (Dergleichen Madrider Siegesberichte, die schon
zfter gemeldet wurden, dürften mit einiger Vorsicht auf—
unehmen scein. D. Red.)
* Moskau, 4. Sept. Die Stadtvertretung erhielt aus
Petersburg die ofsizielle Mitteilung, daß das Zaren—
aar dieses Jahr Mostau nicht besuchen wird.
* Madrid, 4. Sept. Nach der Ansicht des Gouver—
ieurs von Barcelona hat Franscisco Ferrer sich vor sei—
ner Verhaftung in der Ortschaft Premia del Mar ver—
boraen gehalten, dessen Bürgermeister und stellvertretender
Bürgermeister wegen geheimer Verbindungen mit Ferxrer
ebenfalls verhaftet wurden.
* Konstantinopel, 4. Sept. Der Sultan hat das
Irade unzerzeichnet, wodurch dem Generalissimus Scche f—
kent Pascha und dem Majsor Tewsitk Bey die Erlaub—
nis zur Teilnahme an den deutichen Manövern gegehen
wird.
* Washington, 4. Sept. Die Regierungseinnahmen
betrugen im August 51 Millionen Dollars, die Ausgaben
58 500 000 Dollars. Die Staatsschuld nahm um 1071000
Dollars ab. Der Barbestand des Schatzes beträat rund
759 3220 000 D47
s
Aus Wert- uud Sud⸗Deutschlaud.
* Köln, 3. Sept. (Fe uer.) Ein gestern abend 74
ühr ausgebrochenes Großfeuer äjscherte den Pioner-Pon—
onschuppen in dem benachbar en Deutz ein. In dem
S5chappen besand sich vorneymlich ein großer Kriegsbestand
au Pontons. Der Schuppen Vis äauf die anmsassungs—
mauern ausgebrannt. Die gesanne Feuerwehr konnte sich
nur darauf beschramten, die denachvarien Häuser zu schützen,
von denen bereits einige vom Feuer ergriffen waren. Die
Irfache des Brandes ist unbekannt, ebensowenig, ob Per—
onen umgekommen sind. Um 10 Uhr war das Feuer
zelbscht. TVer Schaden veläust sich auf eine haibe Milllon.
* Essen, 23. Sept. Grubenunglück.) Gesiern
ibend gegen acht Uhr eregnete sich ein schweres Gruben—
ingluck. In dem im Umdau vegriffenen Schacht „Fried—
cich Joachim 1“ dr Heche Elisabeth in Schönebeck wurde
durch gerernvrechee Gesteinsmassen eine Sicherheitsbühne
urdadtagen 88 ehrete Arbeiter in die Tiesfe gerissen.
Zle nzten uder 100 Meter tief und dürften tot sein
der Betrieb erleidet teine Unterbrechung.
* Trier, 53. Sept. Manöoverunfall.) Ins hie—
ige Lazareen wurden zwei im Manövergelände bei Mün—
siermaifeld ner ein Geschütz geratene KRanoniere ichwer
bertetßt ein eesert.
* Reuftant, 3. Sept. Das dicke Ende.) Die
Hambacher „Hnenaffäre wird noch ein gerichtliches Nach—
spiet haben Wie bekannt, haben die Sozialdemokraten
hren Sieg vei der letzten Reichsstags-Ersatzwahl im Wahl—
reise Neu ada Landau durch Aufpflanzung einer roten
Fahne au dem historischen Hambacher Schsoß in beson—
derer Weise gefeiert. Am Hambacher Schloß waren aber
am Stichwanetage, wie auch zu gewöhnlichen Zeiten, bei
Nacht Tore und Türen verschlossen. As der Schloßhüter,
interstützt durch andere Polizeiorgane, die Begeisterten
zerade im letzten Augenblick am Aufftecken der blutroten
Fahnen verhinderte, waren sonderbarerweise, die vorher
zut verschlossenen Türen und Tore erbrochen. Da nun
nicht wohl angenommen werden kann, daß diese Schlösser
über dem Siegesjubel auseinander fuhren, wie einstmals
die BRauern von Jericho über dem Schall der Schofar—
rompeten, so ist gegen die Leute, weiche die Fahne auf
dem Hambacher Schloß hissen wolten, ein gerichtliches
berfahren eingeleitet worden. Demnächst wird also diese
ozialdemotratische Fahnensektion sich vor dem zuständigen
ZSerichte zu verantworten haben.
* Mainz, 8. Sept. Parsevalfahrt nach
mainnr s)Ohoeorsenittunnt Stelline der Führer des Mar—
seval 38, schreivt dem „WMainzer Anz.“: Zeh vestätige mit
zestem Dank den Empifang Ihres eingeschriebenen Brie—
es, in welchem ich mit großer Freude von der Stiftung
Ihres Zusatzpreises gelesen habe. Ich werde nunmehr
jersuchen, die eine der beiden erforderlichen Landungen
an einem Sonntag Nachmittag auszuführen und boise,
daß das Wetter mir günstig ist.
* Passau, 3. Sept. (Ueberfall.) Auf der Strecke
wischen Simbach a. S. und Mühldorf wurde ein von
Vien nach München reisender Schneidermeister im Eisen—
ahnabteil von zwei Burschen überfallen. Der eine be—
rohte ihn mit dem Revolver. Die beiden Räuber ver—
jeßen in Mühldorf den Zug, sie wurden hier aber vom
ZzZahnpersonal festgenommen
dot
MNenues von der Luftschiffahrt.
Latham kommt nach Berlin.
Berlin 3. Sept. Die Berliner Flugversuche von
atham sollen etwa am 20. September auf der Trab—
ennbahn Ruhleben ihren Anfang nehmen. Da Orvitlle
Vright drei Wochen in Berlin zu bleiben gedenkt, wird
ian intecessante Vergleiche zwischen den beiden Fluqmen—
chen ansteilen können.
Berliner Flugwoche.
Berlin, 3. Sept. Herr Kluytmann, der Ver—
rauensmann der deutschen Flugplatzgesellschaft, der aus
Baris hier eingetroffen ist, berichtet, daß für die Berliner
roße Flugwoche vom 26. September bis 5. Oktober mit
zestimmtheit auf die Teilnahme einer Anzahl der berühm—
esten französischen Aviatiker an den ausge—
chriebenen Konkurrenzen zu rechnen st
Vermischtes.
Künstliche Augen und Zähne für Tiere. Ein
kierarzt einer größeren Stadt erzählte jüngst, daß er in
inem Jahre nicht weniger als 200 Hunde mit Glasau—
jen versehen habe. Dies läßt erkennen, daß der vierber
nige Beschützer und Begleiter des Menschen ofjt ein künst—
iches Auge für das in einem Kampf verlorene oder von
iner Katze ihm ausgekratzte natürliche erhält. Der Preis
ines Glasauges stellt sich, je nachdem, ob es genau dem
och vorhandenen natürlichen entspricht oder nicht, auf 26
is 60 Mark. Verschiedene Löwen und Tiger großer zoo
ogischer Gärten tragen gleichfalls künstliche Augen. Kost—
are Pferde sind wiederholt mit einem Glasauge verse—
sen worden und erst jüngst wurde, wie eine englische
Wochenschrift berichtet, einem amerikanischen Vollblut ein
Slasauge eingesetzt. Anfangs versuchte das Tier, sich
Aieses künstlichen Auges wieder zu entledigen, indem es
nit seinem Kopf an der Wand des Stalles rieb, doch in
urzer Zeit hatte es sich daran gewöhnt. Kostbaren Renn—
ferde hat man ebenso zu wiederholten Malen künstliche
jebisse eingesetzt. Auch das gewöhnliche Wagenpferd muß
ch oft die Erneuerung seines Gebisses gefallen lassen.
zo bezieht ein Tierzahnarzt New-NYorks das stattliche Ein—
ommen von 40 000 Mark dafür, daß er Pferden und
datzen ihre Gebisse erneuert. Für ein vollständiges Ge—
iß, das eine englische Dame ihrer wiederholt preisge—
rönten Dogge einsetzen ließ, zahlte sie 500 Mark. Ein
khefant des Parifer Zoo litt an heftigen Schmerzen, die
in hohler Backzahn verursachte. Da das Tier durch die
zchmerzen wild wurde, beschloß man, den Zahn zu zie—
sjen, doch genügten die Hilfsmittel des Zahnarztes nicht,
»en Zahn zu ziehen, und so wurde derselbe plombiert,
ind der Slefant befindet sich heute wieder wohl und
uunfor
4
Zur Entdeckung des Nordpols?
Am 21. April 1908 ist der Schleier vom Nordpol
sezogen worden. Auch er hat sich der Forschung ergeben
nüssen, er ist entdeckt Und was hat man gefunden?
zine trostlose Eiswüste, welche hunderte von Meilen weit
mabsehbar sich erstrechte und keinem Lebewesen einen Au—
enthalt ermöglichte. Nicht einmal die unvermeidlichen
xisflöhe finden hier noch Exiftenzmöglichteit. Es verlohnt
iso kaum die weitere Forschung. Und mit seinem Bru—
er in Süden dürfte es nicht anders bestellt sein. Ameri—
anische Zähigkeit ist der Erfolg, wenn man überhaupt
on einem solchen reden kann, beschieden gewesen und als
e/ Frpedition Cook nach aweitäaigem Verweilen den
J—
4
dordpol verl'eß, wehte stolz als Andenken die amerikani—
he Flagge im Südwinde — es gibt hier bekanntlich nur
inen Südwind — ihr die Abschiedsgrüße des Pols nach.
insere Karte schildert unsern Lesern, welchen Weg Coot
senommen. Nur auf Ellesmere und Jleiberg Land hat
r Wild getroffen, aber auch in so großer Zahl, daß er
Jazdfreunden rät, dorthin ihre Pacht zu verlegen. Im
illgemeinen scheint die Expedition glatt von statten ge—
jangen zu sein, wenigstens ist sie von arökeren Unnasüdsällen
verschont gebliehon
e
Geheimrat Hergesell über Dr. Cook.
Geheinrart Hergefell äußerte sich uver die an—
t: yje Entderfuna ds ordnols diren Jr Gonf nunnß
tyren Sinfluß auf die Zeppelunsche wotharerpe
Ribdon dein „E egenübet, wie loigt:
Ich freue mich aurichtig gerade inn Sinne unseres
Pro,eites, odaß der aueriianiscehe Forscher bis zum Rord—
pol gerangt isn. Tenn nun wird erst recht unsfere Sache
in bdas rechle Licht gerucht werden. Das Unternehmen ei
ner Rordpotar-Snfstjchierpedition wird durch die Tat des
Dr. Coot taum veruhrt. Als Graf ZJeppelin und ich den
Plan faßten, ein Lufstschesj zur Ersforschung der unbelann—
en uretischen Regtionen zu verwenden, war uns, wie ich
chon meyrfach berdorgehooden habe, die Erreiaung des
Pols im Prinzip geeichgülng, in ersier Linie galt es und
zirt es uns noch zu zeigen, in welcher Wene das Zeppe⸗
insche Lustschiff als wissenschaftliches Forschungsinstruüment
u verwenden ist. Es soll in erster Linie als Vermess—
angsluftschiff gebaut verden. Turch photomrammerrische
Nethoden ist man inmmande, die übersahrenen Gegenden
genau aufzunehmen. Ferner beabsichtigen wir, das Lufft
chiff so einzurichten, daß wir au dem Treibeise nieder—
jehen können, um dort verschiedene Messungen geopoysi—
alischer Natur vorzuneymen. Auf Einzelheiten möchte ich
nich noch nicht einlassen. Wenn Sie die neuesien Polar⸗
'arten betrachten, werden Sie erkennen, wie viel dort noch
uszuklären ist. Daß wir das Zeppelinsche Luftschifj als
vissenschaftliches Instrument gerade zuerst in den arkti
chen Regionen verwenden wollen, hat verschiedene
Bründe, einmal die leichte Möglichkeit, dort neue geogra—
hische und geophysikalische Enideckungen zu machen, dann
iber auch der Umstand, daß der Polarsommer jehr gün—
stige Fahrbedingungen usw. schafft. Niederschläge sim
nicht ausgeschlossen und für das Luifschiff unangenehm
Wir glauben aber auch in dieser Beziehung die Schwie—
rigkeiten überwinden zu können. Ich wiederhote also,
inser Plan, das Zeppelinsche Luftschiff zu wissenschaftli
hen Zwecken in den arktischen Regionen zu verwenden,
vird durch die Erreichung des Nordpols in keiner Wen⸗
jestört. Schon in nächster Zeit findet unter dem Vorsitz
»es Prinzen Heinrich eine Sitzunzg des Arbeitsausschufses
ür unser Unternehmen siatt, das dann in seinen groker
Zügen festgeleat werden wird.
Ueber Coot selbst äußerte der deutsche Gelehrte, daß
er nach seiner ganzen Vergangenheit durchaus ern si
zu nehmen sei; da er jedoch keine größere Erpedition
bei sich gehabt habe, sondern nur von zwei Eskimos be—
gleitet gewesen sei, so werde die Wissenschaft auf eine we—
sentliche Bereicherung nicht zu rechnen haben, da Cook ja
doch nicht in der Lage gewesen sei, viele Instrumente mit
zuführen und er im wesentlichen nur das heimbringen
tönne. was er mif seinen Nugen beobachftet hobe
Kopenhagen, 3. Sept. Bei günstigem Winde wird
die Ankunft Dr. Cootks auf der hiesigen Reed—
nöglicherweise schon für heute erwartet. Der Vorstand der
egl. Geographeschen Gesellschaft wird ihm entgegenfahren
Die Regierung schickt ein Torpedoboot aus, um den Grön—
anddampeer, an dessen Bord sich Dr. Cook befindet, nach
dopenhagen zu geleiten Die Stadt bereitet einen feft
ichen Gmfang hHhor
öö sn
„BZeppelin 3“
Der „Z. 3“ ist nach nicht ganz dreiundzwanzigstündi—
jer Fahrt glücklich in Manzell gelandet. Kurz vor 11
Ahr nachts war er von Bülzig, wo er durch Mißgeschick
zur Landung gezwungen war, aufgestiegen, am andern
bend um 410 Uhr kam er in Friedrichshafen an. Tau—
ende begrüßten ihn dort mit Jubel, Hunderttausende und
Yillionen haben mit herzlicher Anteilnahme ihn auf die—
er Dauerfahrt veriolgt und jede Nachricht von scinem
veiteren Vordringen mit Freude aufgenommen. Nun isi
ie Fahrt gut vollendet, nachdem sie unter nicht sehr gün—
tigen Umstanden begonnen hatte. Rund 530 Zilometer
sat der „Z. 3“ in der Luftlinie ohne Unterbrechung, ohne
dast zu machen, zurückgelegt. Man hatte wiederum eine
Landung in Nürnberg erwartet, der Luftkreuzer zeigte
iber nur den Nürnbergern, daß er wieder völlig herge—
tellt ist und führte ihnen seine eleganten Manöver vor.
ie ja alle enthusiasmieren. Aber der Wind war zu jener
zeit günstig, und so fuhr das Luftschiff weiter. Die 230
dilometer lange Strecke Nürnberg-Friedrichshafen ward,
iachdem die Windverhältnisse sich gebessert haiten, in 6
Ztunden zurückgelegt, während für Bülzig-Leipzig-Hof—
Bayreuth-Nürnberg, eine Strecke von rund 300 Kilometern,
nehr als 16 Stunden gebraucht wurden. Taraus ist zu
rehen, mit welchen Schwierigkeiten der „Z. 3“ zu Be—
sinn der Fahrt zu kämpfen hatte. Ueber die Ankunit *
Friedrichshafen liegen folgende Nachrichten vor:
Ankunft und Landung in Friedrichshafen.
Friedrichshafen, 3. Sept. Nachdem „83. 3*
gegen 156 Uhr bereits über Nördlingen fuhr, erhoßte man
die Ankunft hier, wenn die Fahrt im Tempo der letzten
Stunde ohne Zwischensall forigesetzt werden kann, gegen
10 Uhr abends. Die aufkommenden östlichen Winde sind
der Fahrt günstig. Eine ungeheure Fremdenmenge erwar—
tet das Luftschiff und brinat dem Graien ständia Ova—
ionen dar.
Friedrichshafen, 3. Sept. Früher als er.
wartet, traf soeben, d Uhr 253 Min. bei prachtigem und
klaren Mondscheinwetter und mäßigem Ostwind „3. 3“
von seiner Berliner Fahrt in seiner Heimat ein. Um 9
Ahr 11 Min. wurde er schon in Ravensburg gemeldet und
eine viertel Stunde nachher flog er in rascher Fahrt über
unsere Stadt seewärts, um in großem Bogen nach Man—
zell abzuschwenken. Der Juhel der vieltausendköpfigen
Menge ist enorm.
Friedrichshafen, 3. Sept. „83. 3z1landetum
9 Uhr 40 Min glatt in Manzell.
Der Reichstag bei „Z. 3.“
Friedrichshafen, 3. Sept, Gestern ist bereits
eine Auzahi von Reichstagsabgeordneten eingetroffen, da
sie die Rücksahrt des „3. 3“ heohaechten wollten Dos
—öX
Friedrichshafen, 3. Sept. Heute wurden die
letzten Vorbereitungen für den Empfang von Bundes
cdat und Reichstag getroffen. Die Luiftschiffbau-Ge—
ellschaft wurde in ein festliches Gewand gesetzt. Die
Abfahrt der Pressevertreter von Friedrichshafen findet vor—
mittag 11 Uhr 15 Min. auf dem Dampfer „Stadt Mers
»urg“ statt, auf dem sich auch eine Musikkapelle befindet.
Außerdem sind bie beiden Dampfer „Friedrichshafen“ und
Vürttemhero“ für die ührigen Gäsftoe reierpiert
*
Sie will den Zeppelin nicht sehen. Man berichtet
uus Göttingen: Aus Furcht vor dem Erscheinen des Zep—
pelinschen Luftschiifes wäre eine alie Frau in Eichenbergz
zeinahe in ihren Rissen erstickt. Es war nämtich dort die
dachricht verbreitet, Zeppelin komme auf seiner Fahrt
iber unsere Gegend; auch hatte man von dem Getöse der
zuftschiffmotoren, das eine halbe Siunde weit gehört wer—
»en könne, erzählt. Der Zufall wollie es nun, daß am
indern Morgen der Nachbar, ein Landwirt, sehr srüh mit
dem Reintgen seines Getreides mireln der Windfege
egann. Dieses Geräusch erwechte bei der Frau den Wahn,
Zeppelin sei über ihrem Hause. Es wurde 9 Uhr, und
zdie alte Frau war noch nicht aufgestanden. Endlich be—
rat man die Stube und fand die Alte m die Decken
ingehüllt, in Schweiß gebadet vor. Sie erklärte, sie
abe in ihrem Alter nicht mehr sehen wol'en, idie die
Nenschen immer ubderspannter würden und wie sie sogar
etzt das Wandern nun Sonno und Mond am Himmel
ü⏑