Full text : Dudweiler Zeitung

ind ch erhtelt von der NMof den weicheid daß wieisch
um eholen ftur mich dereir bige Freudestrautend sandte
sich wiederum meinen Haustinecht zur Postzollstelle. Der
Mann kam zurück natürtich ohne Fleisch' mit dem Be
nerlen, das Fleisch müsse zunächst untersucht werden. Nach
Verlauf einiger Stunden erschien dann in meinem Burecu
een Posibote und forderte von mir die mir durch die Post
vorher zugesandee Paketbegleitadresse. Auf meine ganz
erstaunte Frage, was er damit machen wolhe, wurde mir
der Besch id: „Das Fleisch muß wieder nach Holland zu—
cüzefandt werden, weil es in zwei Stücken gesandt wor—
den ist und jedes einzelne Stück weniger als vier Kilo—
iramm wiegt! So gaeschehen im Deunschen Reich anno
1909

Seueste Weeldungen.
* Athen, 3. Septvr. Ein konigliches Detret dehnt
die Ammestue für Teilnehmer an der Bewegung vom
27. und 28. August auch auf Zivilpersonen aus.
*Wien, 3. Sept. Die Konferenzen beim Ministerprä—
sidenten Bienerthd wegen Flottmachung des böhh—
mischen Landtag-es werden Montzag mit den
Vertretern des Großgrundbesitzes begtnnen; Dienstag
solgen Vertreter der Deutschen, Mittwoch der Tschechen.
In maßgebenden Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß das
Schicksal des Parlaments von dem des böhmischen Land—
ages nicht abhängig gemacht werden könne.
* Tanger, 3. Sept. Durch besonderer Kurier ist den
dosuln der Mächte in Fez die Weisung zugegangen, dem
Zultan Muley Hafid eine Kollektivnote zu überrei—
hen, die das Verbot der Torturen und Züchtigungen
derlangt, die Verstümmelungen oder den langsamen Tod
ur Folae haben.
57 * —22 *
Aus Wesrt⸗ und Süd-Deuntschland.
*Bonn, 2. Septbr. Kinderaussagen. Wie
vorsichtig die Gerichtshöfe den Kinderaussagen gegenüber
werden, ging aus einer Verhandlung hervor, die vor der
hiesigen Strafkammer stattfand. Angeklagt war der Gärt⸗
ner Georg Sieppen aus Lannesdorf wegen Vergehens
gegen 8 176 Abs. 3 des R.Str.G.B. Er wurde durch
die Aussagen zweier Kinder belastet, die sich aber in
Widersprüche verwickelien. Während der Staatsanwalt
dennoch 9 Monate Gejfängnis beantragte, hielt es der Ge—
richtshof für angezeigt, ein freisprechendes Urteil zu er—
assen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß
der Angeklagte nur durch die Aussagen zweier Kinder
zelastet werde. Kinderaussagen müsse man aber mit
Vorsicht gegenübertreten. Im vorliegenden Falle, wo die
Kinder sich in Widersprüche verwickelt hätten, sei ihnen
überhaupt kein Glauben zu schenken und daher der An—
zeklagte von Schuld und Kosten freizusprechen.
* Herne, 2. Sptbr. (Leichenfund.) In Horst⸗
jausen wurde der Arbeiter Büdenbender, der auf der
Zeche „Friedrich der Große“ beschäftigt war, als Leiche
ius dem Kanal gezogen. Ein Verbrechen scheint ausge—
chlossen zu sein.
* Alf (Mosel), 2. Sept. Unglücklicher Sturz,)
Bei einem Spaziergange fiel der 18jährige Sohn einer
zier zu Besuch weilenden Düsseldorfer Familie so un—
zlücklich zu Boden, daß der Tad infolae Schädelbruchs so—
fort eintrat.
* Mainz, 2. Sept. Eine Bluttat) Hier ereig⸗
iete sich in der Familie des Hintere Flachsmarktstraße 1
vohnenden Goldarbeiters Widmann ein schreckliches Ver—
zrechen. Der 33 Jahre alte frühere Feldwebel und jetzige
Zchreiber an der Landesbank zu Wiesbaden, Wilhelm
Appermann, welcher die 19jährige Tochter des W.
nit Liebesanträgen verfolgte, besuchte dieselbe in der el—
terlichen Wohnung und schoß ihr nach deren Abweisung
eine Kugel mit einer Browningpistole in die rechte Brust⸗
jeite. Die Mutter, welche beherzt zwischen den sich wie
casend gebärdenden O. und ihre Tochter trat, erhielt eine
Schußwunde in den rechten Oberarm. Darauf ging O.
n die Küche und schoß sich eine Kugel in den Mund.
* Frankfurt, 2. Sept. (Selbstmord.) Heute früh
Uhr stürzte sich der vom Bezir? Kommando Mühlhau—
en i. Els. nach hier abkommandierte Unterofiizier Aigie
vom zweiten Stock des Hauses Taunusstr. 32 und wurde
schwer verletzt in das hiesige Garnisons Lazarett gebracht.
Das Motin der Tat ist unbekannt

4 *
Zur Bierpreisbewegung.
Köln, 2. Septbr. Die Bierpréeiserhöhung
hält fortgesetzt das biertrinkende Publikum in starker Er—
tegung und bestimmt letzteres, fast ausschließlich jene Lo—
ale aufzusuchen, die zu alten Preisen und zum früheren
Maße zurückgekehrt sind, während die Besitzer der mit
erhöhten Preisen arbeitenden Wirtschaften vor leeren Büän—
ken sitzen. Die Kölner Biertrinker setzen Listen in Um—
lau', nur solche Wirtschaften zu besuchen. die zu alten
Preisen verkaufen. —
Hemer, 2. Sept. Der Streik der Biertrin—
ker hat es hier fertiggebracht, daß in fast allen Wirt—
schaften das alte Maß wieder eingeführt ist. Ein Umzug
von etwa 100 Biertrinlern wurde in dem nahen Sund—
wia unter Vorautragaen von Wlafkaten voramiiagstet

J.
Im Buchenhoß
Aur ame ie ein Weib geworden, so
An ramytigks Wesb, daß ich sie micht un die gange Welt
ergegeben häaut fur eine andere. Ja, ja, hergeben hab
ch sie halt doch einmal müssen — unserni Herrgott dro⸗
en! Da gibt es kein Aufbegehren — dagegen. Aberb
venn man eines gern gehabt hat — magst es glauben,
Zub'! — da wird einems Sterben völlig leicht und gut.
Serad' meine Franzi, die muß sich noch zuerst besinnen
und dew Peter sein Weib werden — nachber geh' ich fehr
zern!“ — —
Verloren starrte der Bauer auf die Diele nieder; er
mochte sich nun schweigend seinem wehmütigen Sinnen
singeben. Drüben aber saß der junge Bursche beim Tische
und schaute mit trübem Blick der großen Fliege zu, die
D auf einem angebrochenen, auf dem Tisch liegenden
tück Brot herumkroch und dann auf dem Rand des Kru—
ges herumlief, alle Augenblicke in Gefahr geratend, in
das goldige Naß hinunterzustürzen, zu einem kläglichen
Ende. Sie lag auch auf einmal drinnen und schwamm
ein Weilchen in der beinah bis zum Rande reichenden
rIlut, aber so viel sie sich auch anstrengte, um wieder
erauszukommen, es gelang ihr nicht. Da heschah es, daß
vorenz seine Rechte hob und der Fliege seinen Zeigefinger
sinstreckte. Als sie auf denfelben hinaufkroch, legte er die
dand auf den Tisch und sah darauf, bis sie sich erholt
jatte von dem unfreiwilligen Bade, und endlich davon⸗
log. Ein völlig verlorener Blick aus den blaugrauen
Augen folgte dem Tiere, und der Blid zeigte, daß der
Bursche, ohne zu denken, bloß einem inneren Drange
nachgebend, derart gehandelt hatte. Und als das mitlei—
dige Werk eben geschah, da kam es, daß der Bauer aus
seinem Sinnen sich riß, aufblickte und verwundert, mit ei⸗
sem merkwürdigen Lächeln dem Tun des Burschen zu—
'ah. Doch ließ er kein Wort darüber hoͤren.
Im nächsten Augenblick wurde die Tür geöffnet, die
Zroßinagd kam herein, deckte den Tisch und trug vorerst
ine Schüssel voll Milchsuppe, sodann Sauerkraut, mit fein—
schnittenem Schnittlauch bestreut, danach erst kamen die
ae an die Reihe — tellergroße Stüce, von denen acht
auf eine Person berechnet waren. Der Renz mertte es
deig an diesem ersten Abend, daß es mit dem Essen im
chenbof ein qut Dino wor

*Arnsberg, 2. Septbr. (Wor de) Hier wurde rn
einem Bassin eine kopflose Kindesleiche aufge unden. Von
der Mutter fehlt jede Spur.
Solingen, 2. Septbr. In Solingen, Wald und
Dhligs fanden von sozialdemotrat scher Sete einberufene,
on mehreren Tausend Personen besuchte Massenversamm—
sunzen zur Biersteuser statt, in denen beschlossen
vurde, die Brauereien, die hier beabsicht'gen, 4 Vi. per
dektoliter mehr zu verlangen und die Wirte, die durch
Lerteuerung des Bieres oder Verkle nerung der Gläser die
Zteuer auf die Konsumenten abwälzen woͤllen, solange zu
»ovptottieren, bis die Preiserhöhung überhaupt aufgehoben
 oder nur auf ein von dem Akaonsausschuß der
dersammelten genehmigtes Maß zurückgeführt wird.
* Munchen, 2. Septbr. Gegen das schlechte
Siuschenken. Die Münchener Staatsandvaltschaft
eitete gegen die Schankkellner von zwölf großen Bier—
estaurants Verfsahren wegen Betruas ein, begangen durch
chlechtes Einschänken.
Aus auer xXWelt.
* Doppelselbstmord. Gleichzeitig mit dem Unterpri—
naner Curt Stala in Chariottenburg erhängte sich der
hm befreundete Obersekundaner Adols Brück. Ermitte un—
sjsen über die Ursache des Doppelselnitmordes sind einge—
eitet
* Typhus-Epidemie. Die Krankenhäuser in Kassel
ind überfüllt. Als schwere Erkrankungen im Zusammen—
Ang mit der Typhus-Epidemie werden jetzt 180 ange—
zseben. Die Stadt hat Isolierbaracken für den Notfall
ereit gestellt.
* zZum Akten-Diebstahl. Als dringend verdächt'gt,
den LSiebstahl der gerichtichen Urkunden über die Werfi—
innee ausgeführt bezw. begünstigt zu haben, wurden der
2. hrige Gerichts-Attuar Zander und der jetzige Hilfs—
zernisdiener. ehemalige Gefänanis-Aufieher Halbach ver—
aftet.
* Ein früher Winter wird in Frankreich durch das
orzeitige Abfsliegen der Schwalben nach dem Süden in
lussicht gestellt. Aus Rodez im Departement Aveyronu
Arß nämlich gemeldet, daß in den letzten Tagen unge—
eunre Schwärme von Schwalben in Paris und der Um—
sesung versammetiten, um in geschlossenen Zügen nach
dent Muttelmeere und über dieses hinweg in die subtropi—
schen Gegenden zu ziehen, die einen euroväiichen Winter
nicht kennen.
*Russen und Chinesen im Kampfe. Bei Charbin
teßz der russische Dampfer „Olonetzt“ mit einer chinesi—
chen Barke zusammen. Die Chinesen eröffneten ein Ge—
ventcieuer, stiegen auf den Dampfer, schlugen die Mann
chesten mit Gewehrkolben nieder und fesselten den Kapi—
än Russische Soldaten vertrieben die Chinesen und be
reten den Kapitän.
* Gefangenenrevolte. Im Schlüsselburger Zuchthaus
n Rußland brach eine Revolte aus. Während die Ge—
jangenen von zwei Aussehern auf den Hof geführt wur
zen, schlug ein Gefangener einen Aufseher nieder, wäh—
end sich die anderen Sträflinge auf den zweiten stürz—
en Dieser gab mehrere Schüsse ab und verletzte einige
Baangene. Die herbeieilende Wache trieb die Gefange—
ien in ihre Zellen zurück.
* Er hatte es satt. Ein alter 70jähriger Mann in
London war in die bitterste Not geraten und hatte sich
m die zuständige Armenverwaitung um Unterstützung ge—
vandt. Aber das Vorgehen dieser Behörde fand nicht
einen Beifall. Jedes Mal, wenn er ihre Hilse in An—
pruch nahm, legte man ihm eine Menge Fragen vor,
zie er für vollständig überflüssig hielt. Der alte Mann
irgerte sich schließlich so sehr über die „Neugier“ der Ar—
menpfleger. daß er sich im Lea-Flusse ertränkte

Cooks Vordringen zum Nordpol.
New-York, 2. Sept. Von den Morgenblätiern
iehmen nur „Herald“ und „Worid“ rückhalt'os die Meld—
ingen betreffs Coots Nordpolfahrt als durchaus lorrekt
n. Manche bringen die Depeschen ohne Kommentar, an—
ere meinen, ein Irrtum sei nicht ausgeschlossen. Cool
zatte vor fünf Jahren eine lebhafte Kontroverse mit ei—
ier Reisegesellschaft, welche mit ihm den Mount Me Kin—
ey in Alaska besteigen wollte; die Gesel schaft behauptete,
Coots Anaaben. er habe den Gipfel ⸗erreicht iseien un—
ichtig.
New-Pork, 2. Sept. Der „Herald“ veröffentlicht
ine 2000 Worte lange Depesche Cooks, welche in Ame—
ika und Europa gesetzlich geschützt ist, so daß die aus—
ugsweise Wiedergabe verboten ist. Uebrigens bleibt das
Tatsachenmaterial in der Depesche hinter dem zurück, was
nan bei solchen Anlässen erwarten dürfte. Augenschein⸗
ich erwartete der „Herald“ Cookts Erfolg, da er letzten
zonntag, anscheinend ohne äußere Veranlassung, einen
imfangreichen Artikel über dessen Expedition brachte, in
velchem jein Vordrinagen zum Nordvol vorausgesagt wor⸗
en r — α
New-York, 2. Sept. Da Cool am 17. März
908 an Francke schrieb und nach seiner Behauptung
in 21. April am Nordpol war, muß er etwa 500 Mei—
ien in 35 Tagen gemacht haben, was ene bemerkens—⸗
werte Leistung ist, da die Eslimos hier allgemein als
iußerst lanagsam im Reisen hekannt sind—

44 — — —
Sonnenwende! Ein glühheißer, sonniger Taͤg mit
ꝛinem klaren Himmel, an dessen tiefer, satter Bläue nicht
in einziges Wölkchen zum Vorschein kam. Die Arbeiter
uf dem Felde verwünschten freilich diese unmäßige Hitze,
enn der Schweiß rann ihnen in Strömen vom Gesichte.
der Buchenhofer indes rieb sich in bester Zufriedenheit die
zände, da er sah, wie prächtig in der heißen Sonne das
m Tage zuvor in aller Gottesfriihe“ gemähte Gras auf
den Wiesen dörrte. Am Spätnachmittag konnte mit dem
Finfahren des Heues von der Bergwiese, einem größeren
Brundstüdk an einer Berglehne, begonnen werden, und am
Abend war diese Frucht des Feldes geborgen. Sonst
vurde ja der Sonnwendtag als halber Feiertag gehalten,
iber diesmal vermochte der Bauer bei allem guten Wil—
en seine Leute von der Arbeit nicht loszugeben, da nach
»en vielen Regentagen ieder schöne Taa ausgenustt wer—
en mußte.
Bei den ersten Fuhren, die, von stattlichen Ochsen
zezogen, schwer beladen in den Hofraum hereinschwank—⸗
en, half der Bauer fleißig selber mit beim Abladen; als
iber dann die Wagen auf dem Felde alle beladen wa—
en, und der Großknecht hei jeder Fuhre mitging, da
atte der Bauer nur das Zusehen fuͤr sich übrig. Der
denz stellte seinen Mann für zwei; er ordnete an, half
elber tüchtig mit und überwachte dabei die Arbeit der
mdern mit kundigem, scharfem Blick. Es war eine Her—⸗
—
virtschaften zu sehen: auf den durfte er sich verlassen wie
auf sich selber.
‚Bist ein Bub', der mich g'freut!“ redete er den Lena
in, als die Wagen endlich alle lerer waren. Da hab' ich
inen Fang' gemacht mit Dir, das muß ich sagen. Und
den diesmaligen Namenstag darf ich mir im Kalender
anmerken mit einem doppelten, roten Strichl.“
Der Lenz wischte sich mit seinem roten, baumwolle⸗
ien Sacktuch den in großen, unzähligen Tropfen herab⸗
innenden Schweiß vom Gesicht. Mit, glänzendem Augen
ah er den Bauer an. ‚ist also zufrieden mit mirde
das will ich haben und das ist mir ein große Freud'.
MNein ver soll einen Knecht haben an mir, der ihm in
einert ixtichaft norfommt ols mie das Salgawe hei
*Noer 3

„Zeppelin 3.“
An der Unfallstelle.
Büälzig, 2. Septbr. Der rechte vordere Dreiflügel—
bropeller aus Köln wurde wieder abmontiert und durch
inen Zweiflügelpropeller aus Friedrichshafen ersetzt. Auck
der noch fehlende vierte Propeller ist von innen her an
nontiert worden. Die Hülle ist gleichfalls vollkommen
wieder hergestellt Die Flickarbeiten sind so geschickt aus—
zeführt, daß die Hülle den Eindruck macht. als sei sie ni—
eschidigt gewesen.
Bülzing, 2. Septbr. Auf der Landungsstelle har
sich ein schwerer Unfall zugetragen. Ein elf ähri—
ges und ein vier Monate altes Kind wurden durch Ex—
plosion eines Spirituskochers schwer verbrübt und in ei
iem sofort zur Verfügung gesiellten Automobil in di—
Iterliche Wohnung in Zahbne geschafit
Unser Bild läßt die beschädigten Stellen an de
dũle des „Z. 3* erkennen, welche der abgeflogene Pro
peller an der rechten Seite verursacht hat. Da auch der
pordere linlse Propeller verloren gegangen war, so konnte«
das Lustschiff natürlich nicht weiter fahren. Die völig
erbogenen Stangen des Propellergestänges zeigen von
der kolossalen Wucht, mit der sich die Flügel losgerissen
zjaben und bilden zugleich den Beweis dafür, daß der
Verwendung des Aluminiums bestimmte Grenzen gezogen
ind. Man wird also in Zulkunft wohl an allen den Stel—

— —

1

2

—
—
4 n

*
ẽ —
s — —
der beschãdiqte ZeppelinIbeĩ Bötziq
en, welche der Rotation oder der Reibung unterliegen,
u einem ha tbaren Metall greifen müssen. Dadurch wird
illerdings wieder das Gewicht beeinflußt werden, und es
vird wieder langwieriger Versuche bedürsen, um das ge—
eignete Material zu finden. Jedenfalls hat die unfrei—
villige Landung des Lustschiffes bei Bülzig erwiesen,
daß es für eine Landung auf festem Boden keine Hinder—
nisse mehr giebt und daß notwendige Reparaturen jeder—
»eit und überall vorgenommen werden können.
BGera, z Sepr. „B. 38 in vor Zeitz rommend, um
7 Uhr 49 Min. gesichtet worden. Es herrscht ein ziem—
ich starker Westwind. Das Wetlier ist schön.
Plauen, 2. Sept. „Z3. 38 hat die Stadt um 9.45
Uör in sicherer, ruhsger Fahrt passiert. Er hat gegen sebr
tarken Westwind zu kämpien.
Baureuth, 2. Sept. „Z. 3* traf 12 Uhr 41 Min.
mittags hier ein und manövrierte über der Stadt. Er
fuhr um 1 Uhr in flotter Fahrt in südwestlicher Richtung
diresft auj Nürnberg zusteuernd weiter. Die Propelle
unktionieren tadellos.
Mürnberg, 2. Sept. 3 Uhr 30 Min. traf,3.*
hier ein und suhr weiter. ohne zu landen. —
e J —8— w—e —*
Die Pariser Presse über die Zeppelin-Fahrt.
Alle Blätter haben sich eiingehend mit der Reise des
‚Zeppelin 3“ nach Berlineschäftigt. Sie meinen, daf
»ie Notlandung des en der deutschen Nation um
nmehr Vernrimmunmno nfjen müsse., als der Enthu
T. er uoensofer nurere gewichtig. Za, Vu bit ein
lolcher. Schad' um Dich;, Du —X — ——— Bauer.
der es zu etwas bringen könnt'!“ 4
NMeinst?“ fragte der Lorenz. Nur das eine Wort
prach er, abey es lag eine Fuͤlle don frohem Hoffen,
on stolzer Freude und eigner vust in dem einzigen Wort;
und dann glitten seine Blicke aufleuchtend auf die hoch⸗
Jewachsene Mädchengestalt im blauen Kattuntleid hinüber.
die eben unter die Hoftür drüben trat. Wie heller Son—
genschein brach es qus seinen Augen, als der Franzi
Besicht sich seinem Blid zuwendete. Ihr Blick traf voll
den seinen. Und unter dem herzinnigen, seligfrohen Blick
der blaugrauen Mannesaugen ging es heiß über dos
schöne Madchengesicht hin; eine waͤrme, lese Rote färbte
es bis zur Stirn hinauf, die so reizvoll schön von dem
veichen. goldiabraunen Saar umrahmt wurde.
ESie schritt hastig heran, die Franzt. „Vater,“ sagte
sie, „ich mein', jetzt wär' es halt doch einmäl an der Zeit
zu essen! Alles wär' schon lang gerichtet und vergeht der
ganze Geschmack daran mit dem langen Stehen. Isit eine
Zeit zum Arbeiten und eine Zeit azum Essen. Alles wie
zs sich gehört.“
Lächelnd betrachtete der Bauer das Mädchen. „Gelt,
heut hast Du halt eine Angst, daß Du mit Veiner Koch—
unst sonst keine Ehr' einlegst, wenn es so lang hergehtẽ1
Na, wir gehen schon, richt nur gleich an!“
Nach dem Essen richteten sich die Dienstleute und die
Haustochter rasch ein wenig zusammen, um in halbwegs
ordentlicher Kleidung und sauber gewaschen und gekämmt
zu erscheinen. Es sollte zum Bergmeyr hinaufgehen auf
—DD—
euer angezündet wurde und sich eine praͤchtige Rund-⸗
chau auf nah und fern. auf Täler und Reraesspitzen er⸗
dot — —
Der Bauer blieb allein daheim, als Haushüter.“
Schwatzend, scherzend und lachend erstieg die kleine
Schar initsammen den Berg, zuerst dicht auf einem Häuf⸗
ein beisammen, dann sich ein wenig voneinander tren⸗
gend. Die Franzi ging neben dem Lenz dahin, wie es
ich schier von ungesähr so gefügt hatte. Nach dem Aus—
ruck ihrer Züge zu schließen, mochte die Stimmung der
Franzi nicht die beste sein. Ihre feinen, dunkeln Augen⸗
rauen waren dicht zusammengeschoben, und die Muͤnd⸗
ninfol 290en sich ⸗4moe fiefen wie sonft herh
            
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