Full text : Dudweiler Zeitung

ind zu fördern, besazen die Worte des preußischen Kultus⸗
ministers in der Bekanntgabe des Erlaßes vom Oberpräsi⸗
enten: „Alle Schulabteilungen der Regierungen sollen da⸗
sin wirken, daß die zur Entlassung kommenden Schuler bal⸗
igst einem Verein der deuschen Turneischaft zugeführt wer⸗
jen, deren große Verdienße um die Pflege der körperlichen
Jusbildung ihrer Mitglieder und die Hebung deutschen
Bolksbewußtseins besondere Anerkennung findet. Die Or—
ane der Staatssegierung sollen daher die Bestrebungen der
eutichen Tucnerschaft nach Kraften unterftützen. Geiade die
etzten Worte mögen in den Rethen der Heirrn Geistlichen
ind Lehrer besondere Anerkennung- finden, denn an ihnen
iegt es, schon frühzeilig in das jugendliche deutche Herz den
deim zu lezen, der dann zur Eikenntnis auswächst, daß nur
ine sittlich und köperlich gestählte Jugend, gereift zu tat—
räftigen und entschlossenen Männern, demAnptall hochgehen⸗
et Wogen standhallen kann.
Mancher Jüngling zeigt in seinem Herzen Spuren und
ẽEmpfinden für die wohltuende Leibeslibung, es liegt ihm
zahe, seine Körperteile zu kräften und zu srählen gegen alle
auhen Stuͤrme des Lebens, und er folgt gern dem Rufe
er deuischen Turneischast.
Aber wie so mancher wehrt ab mit Händen und Füßen
ind wie viele sind in dem Glauben, ihr Religionsbekenntnis
jertrage nicht, daß sie mit Andersgläubißgen gemeinsame
Ziele erstreben, wie viele irten umher, den schädlichen Em—
lüssen und Genüssen folücnd; hier fällt natürlich der Samen
der deuischen Turnerschait auf unfruchibaren Boden und da
däre vielleicht eine Aufkärung oder ein Zureden einfluß⸗
eicher Persoͤnlich'eiten sehr zu begrüßen.
Ein großer Teil unserer Jugend sieht sihnsuchtig dem
Treiben auf den Turnplätzen zu, aber es fehll ihnen die
kinwilligung ihrer Eltern, meistens der geriagen Auslagen
vegen dem Unternehmen beizutreten. Ven Eitern aber, die
zieser Meinung sind, möchten wir den warmen Appell der
eutschen Turneischaft zutufsen: „Daß das Turnen und
Spielen in erster Linie zur Stär kung und Kriäftigung des
dörpers und zur geistigen Frische beiträgt.“
Zum Schlusse möage das gute Beispiel, daß Über 20
heamten der Grube Camphausen dem Allgemeinen Turn⸗
erein Dudweiler beigetreiez, um gemeinsam mit ihren
Zöhnen und Töchtern der edle Turrsache zu huldigen, zur
stachahmung dringend und warm empfehlen.
Einige Turner.
Metzer Dombau Lotterie. Nach Zeitungen aus dem
Saarrevier soll das größe Loos, 100000 Mark, an einen
daufmann in Saarbrücken-Maistatt gefallen sein. Jetzt lesen
vir in der Frankfurter Zeitung, Arbeitern in Elberfeld sei
as große Loos zugefallen. Wer dat es nun?
Der Jahrmarkt in St Johann findet nicht am
Hienstag sondern am Freistag din 3. Seplember statt.
Personalnachrichten. Der Steiger Konrad Trenz
es Steinkohlenbergwerls Camphausen ist vom J. September
1909 ab zum Fahisteiger unter gleichzeitiger Versezung an
‚as Steinkohlenbergwerk Dudweiler befördert worden. —
hom 1. Oktober d. J. ab fsind versetzt worden: Steiger
dugo Dörr von Camphausen nach Kronprinz und Steiger
geter Schwmeer von Hemitz nach Comphausen. — Der
dohlenmesset Philipp Müllet des Steinkoclenbe rgwerks Sulz⸗
ach ist auf seinen Antrag vom 1. Oktrber d. J. ab in den
stuhestand versezgt worden. — Der Kleinkinderschullehrerin
Zophie Meinerzag zu Hilschbach ist die nachgesuchte Entlass—
ing zum 1. Oktober d. J. ab bewilligt worden. Ihre
Stelle wird von demselben Zeitpunkte ab der bisherigen
zlfelehrerin Wilhelmine Metzger zu Altenwald übeirtragen.
HDie Hilfslehrerin Mina Poller zu Heiligenvald ist zum 1.
IAtober an die Kleinkinderschule zu Altenwald in Ileicher
kigenschaft versetzt. An deren Stelle tritt zum 15. Novem—
ꝛer d. J. Kleinlindergärtnerin Mathilde Pitz aus Nohselden.
uschneidekursus Archimedes. Die Gelegenheit eine wirklich leicht⸗
aßliche sichere Tusehneide-et hodé zu lernen, ist allen Frauen
nd Töchtern fürHausbedarf und allen Damenschneiderinnen von Be⸗
if, geboten, durch die überall beliebte Einrichtung, Abhalten von
uschneide-Wanderkursen der best einceführten und renomierten
)eutschen Bekleidungs-⸗AkademieArchimedes Sgarbrücken und Frank⸗
urt a. M. Welche Anerkennung sich diese neuzeitliche gesetz gesch.
zuschneide-Methode Archimedes erfreut, geht schon daraus hervor,
a in verhältnißmäßig kurzer Zeit dieselbe schon ca. über 30
tändige Akademien und Industrieschulen in den größten Städten
eingeführt ist. Aus den vorliegenden Gutachten von Fachkreisen
ind Akademien, scheint die Methode eine völlige Umwaͤlzung auf
»em Gebiete der Zuschneidekunst im Bekleidungs-Gewerbe hervor—
zurufen, dadurch, daß jede Schülerin garantiert die gesamie Zu—
chneidekunst für jedes neue vorkommende Kleidungsstück erlernt und
ei jedem Modewechsel verwerten kann, sind die Ausgaben für
Damengarderobe, welche eine der vielen Sorgen in jeder Familie
ind, durch Erlernen dieser Methode ganz erheblich verringert
Es kann jede Dame auch ohne besondere Vorkenntnisse ihre ge—
amte Garderobe zuschneiden und verarbeiten. Der Vortrag und
Bratis⸗Vorführung des Systems, Montag den 80 August abends
3.30 Uhr in der Wirschaft P. Bayer, sowie der Besuch des Unter—
sichtkursus am 1. Sept. sind daher allen Intressen sehr zu em—
fehlen, da diefe Methode in dem Bekleidungsfach Neues und In—
ressantes bieten wi d z. Zt. auf der Kunst- u. Gewerbe⸗-Ausstellung
Wiesbaden ausgestellt und erregen die täglichen Vorführungen der
eralteten Methode berechtigtes Aufsehen.
Prospekt und Auskunft jederzeit durch Karl Sommer,
zulabhach, Saar Squntstrape—*

Aus RNah und Fern.
Saarbrücken, 26. Aug. Wegen Kohlenraffens bezw.
Diebstahls im Frafschärfenden Rücktall wird die Egefrau des
Bergmanns Friedrich G. zu Neunkirchen zu einer Gefäng
uisstrafe von drei Monaten, deren Kinder Uunna G. und
Uugun G. mit einem Tag Gefängnis resp. mit einem Ver—
vets beftraft. Die Luise W., die an dem „Spaziergang“
nete ligt war, erhält gleichsalls einen Tag sefangnie.
Saarbrücken, 27. Aug. Vor dem Kriegsgericht der
6. Division stand der Unterofizier Adolf Rieß wegen Miß—
andlung in 387 Fällen, Verleiturg zum Meineid und
stichtbefolgung der Dibisionsbefehle. Bezüglich des zweiten
ind dritten Paunktes erfolgte Freisprechung; wegen der Miß—⸗
zandlungsfälle wurde auf 9 Monate Gefängnis und De—
zradierung erkannt. Unter diesen Fällen waren 380 gering⸗
ügiger Natur; bei den einsteren Fällen handelte es sich um
Faustschläge, in einem Fall um einen Schlaa mit der Erd—
chaufel auf das Gesäß.
*Trier, 27. Aug. Die Hinrichtung des Mörders Franz
Maagh wurde hente Freitag] morgen Punkt 6 Uhr untet
sem Geläut des „Armsünderglöckchhens“ voollzogen. Wie be—
annt hat er am 9. Dezemder dea Justrumentenhändler Kurt
stegel im Koblenzer Eisenbahnzuge er chossen. Wenige
Stuunden nachher erfolate schon seine Festnahme. Anfänglich
eugnete er die Tat, gestand aber schleßlich ein den genannten
Kengel mit einem Revolber erschossen zu haber. Maagh will
uh Mord en einem Zustande hochgradiger Erregung ausge.
ichrt haber, um den fortgesetzten Erpressungen, die er angtb⸗
ich von Regel zu erleiden hatte, aus dem Wege zu gehen
di⸗ Neberlegung hat er von Anfang an beftritten und er

rug sich auch mit der Hoffnung, er werde nur wegen Tot⸗
hlags bestraft. Das Schwurgericht verurteilte ihn aber nach
weizägiger Verhandlung zum Tode. Die gegen das Ucteil
ingelegte Revision hatte keinen Erfolg. ebenso wurde das
in den Köntig eingereichte Gnadengesuch zurückgewlesen.
Maagh war in letzter Zeit sehr niedergeschlagen. Tag und
dacht brachte er im BSebete zu, bereitete sich auf die Sterb⸗
unde vor. Die Usteilsoollstreckung hatte sich o lange hin—⸗
ezogen, weil gegen Maagh noch ein Verfahren wegen Ur⸗
undenfälschung und Betruas schwebt⸗. Die Strafkammer
jzat ihn deswegen zu einer laͤngeren Zuchthausstrafe verurteilt
diese Strafe brauchte er selbstverständlich nicht zu verbltzen.
zeit 14 Jahren ist dies die eiste Hinrichtung im Landge⸗
ichtsbezirk Trier. Das letzte Todesurtei“, das in Trier voll⸗
treckt wurde, war eine Doppelhinrichtung im Auqgust 1895.
der Zimmeigeselle Meurer aus Stipstausen hatte gemein⸗
chaftlich mit einer dortigen Frau den Ehemann der letzteren
imgebrecht. Der Mann wurde mit Arsenik vergiftet, der
hm im Pfannkuchen Überreicht wurde. Die Mörder waurden
n derselben Stunde hingerichten. Kurz vorher wurde die
—ANfrau Ktickel aus Pohlbach wegen Gattenmordes und der
Naurer Blatts aus Mischelbach wegen Muttermordes zum
Code verurteilt. Bei diesen machte der König von seinem
tegznadigungsrechte auch keinen Gebrauch. Die damalige
ßefängnis-Obe raufseherin Frau Witwe Becker aus Trier hat
eiden Frouen in der schweren Stunde beigestanden und
znen das Gelette zur Richtstätte gegeben. In späteren
jahren wurden noch der Steinbrecher Brück aus Wasserbillig
ind der Ackerer Johann Mercher wegen Mordes zum Tode
erurteilt, vom König aber zu lebenslänglichem Zuchthaus
egnadigt. Die Ehefrau Lachmuth, die gemeinschaftlich mit
zrem früheren Gelisbten Pioretzki ihren Gatten ermordete,
zurde mit 15 Jahren Gefängnis besttaft. Ploretzki erhielt
5 Jahre Zuchthaus wegen Beihise zum Mord. — An den
Unschlagsäulen erschienen heute früh nach 6 Uhr die roten
Llakate der Staateanwaltschaft und verkündeten die kurz
orhei vollzogene Hinrichtuug des wegen Mordes von dem
iesigen Schwurgerichte zum Tode verurteilten Technikers
zranz Maagh. Der König hatte, wie schon berichtet von
»er Beanadigung keinen Gebrauch gemacht. Die bezügliche
dabinett? ordre war vor einizen Tagen bei der Saatsanwalt⸗
chaft eingetroffen. Gestern Donnerstag nachmittag wurde
er Verurteilte durch den Staatsanwalischaftsrat Pfeffetkorn
‚on der bevorstehenden Hinrichtung in Kenntnis gesitzt.
Naagh nahm die schreckliche Nachricht ziemlich ruhig auf.
Die Tat hatte er schon lange bereut. Er erhielt öfters den
zesuch des Pfarrers Schmitz von Liebfrauen, dessen Trost
vorte er willig entgegennahm. Die letzte Nacht verbrachte
r mit dem Geistlichen zusammen in eiftigem Gebet. Seit
zestern wies er olle Nahrung zurück. Um einhalbb Uhr
vohnte er der hl. Messe bei und empfing die hl. Kommunion
kKuhig und gefaßt trat er gegen 6 Uhr unter dim Geläute
»es Armsünderglöckchens din Weg zum Blutgerüste an. Zum
dichtpaz hatte außer den nötigen Zeugen, Gerichtspersonen
ind Polizeibeamten niemand Zutritt erhalten. Der Staats-⸗
inwalt verlas das Urteil und zeigte Maagh die mit der
Anterschreift des Königs volzogene Bestätigung. Dann wurde
r dem Scharfrichter Gröller aus Magdeburg Übergeber.
dunz darauf meldete der Sarfrichter: „Herr Staatsanwalt
ꝛas Urteil ist vollstreckt“ Der Hingerichtete starb eines
rommen gottseligen Todes; er fühlte große Reue und hatte
ich ganz daran ergeben, seine Blutschuld zu sühner. Der
deichtam dis Gerichteten wird heute, Freitag, nachmittag
ngeweihter Erde bestuitet. Sehr auffällig ist es, daß der
Crierer Presse der Zuttitt zur Richtstätte von der Staatsan—
valtschaft nicht gestattet worden ist, welches Verfahren do
em allerorts geübten Brauche zuwider'äuft.
* Düsseldorf, 28. Aug. (Zwei tödliche un—
äslle.) Das 148 jährige Töchtercheun eines Formermei—
ers in Hinden wurde durch heißes Wosser so schwer ver
rannt, daß es bald darauf starb. — Auf dem hiesiger
dauptbahnbose wurde ein 40jähriger Wagenreiniger von
inem Versonenzuge überfahren und sofort getötet.
*Solingen, 28 Aug. Ueberfahren.) Ein Wa—
jenputzer vom Zuge 519, Lennep—Düsseldori, wurde über—
ahren und sosort getotet.
*Oberhausen, 28. Aug. (Der tödliche Strom.)
luf der Eisenhütte Oberhausen wurde ein Lampenwärter
urch Berührung einer mit 190 Rolt Spannung gespeisten
ichcleitung getötet.
* Essen, 28. Aug (Bom Fuhrwerkgetötet.)
luf der Steelerstraße wurde ein zehniähriger Knabe von
inem schweren Lastfuhrwerkt überfahren und getötet.
* Niederau, 28. Aug. EErtrunken.) Das 14
zahre alte einzige Söhnchen einer hiesigen Familie fiel
aeinen Teich und ertrank.
* Gelsenkirchen, 28. Aug. Todesstur z.) Auf der
zeche „Hibernia stürzte ein jugendlicher Arbeiter in den
chacht Nr. 2 und fand dabei den Tod.
* Fraukfurt a. VBi., 28 Aug. Ueberfahren.)
Izn Brüssel wurde ein Mann namens Moritz Hirsch, 45
zahre alt, welcher von hier stammt, von einem elektrischen
Strraßenbahnwagen überfahren und so schwer verlietzt, daß
r bald darauf starb. Hirsch hatte einen Bruch der Ge—
zirnschale und innere Verletzungen erlitten.
* Zum Katholikentage iñ Breslau hat Graf Schaff—⸗
otsch für die in seiner weiten Herrschait bestehenden katho—
chen Vereine einen EItrazung ab Greiffenbera über
irichberg zur Verfügung gestellt
* Raubmord. In Bornim bei Potsdam wurde in
hrer Wohnung die verw. Frau Regisseur Rudolphi in
hrer Wohnung ermordet aufgefunden. Es liegt anschei—
end Raubmord vor. Ermittelungen sind eingeleitet.
Zur Bierpreisbewegung.
*x Altenessen, 28. Auz. Eine slark vesuchte Versamm—
ung nahm Stellung gegen die Erhöhung der Bier—
»reise und verlangte die Wiedereinführung der alten
87
*Rüdesheim, 28. Aug. Die heesigen Gastwirte
raben einstimmig beschlossen, von etzt ab vier Zehntel
ziter Bier zu 14 Pfg. und drei Zehntel zu 12 Pfa. zum
lusschank zu bringen.
* Berlin, 28. Aug. Im Bierkriege ist den Ber—
iner Biertreniern ein unerwarteter Bundesgenosse erstan—
»en. Die Reichs- und städtischen Behörden haben sich
iämlich dahin geeinigt, in den Kantinen der Kasernen
ind Militärwerkstätten und den Eisenbahnbetrieben ꝛc. nur
ziere zu verschänken aus Brauereien, deren Preisausschlag
nit der Steuererhöhung konform geht. Da damit der Ab—
oß von täglich Hunderten von Tonnen aus Ringbraue—
eien lahmgelegt wird, so wird dieser Entschluß der Be—
örden vielleicht nicht obne Giniluk auf die Mieryreiser—
röhung sein.
* Breslau, 28. Aug. Zum oberschlesischen Bierkrieg
vird geschrieben: Angesichts der entschlossenen Haltung
es Publikums gegenüber der Bierpreiserhöhung hat die
donvention nunmehr die Gastwirte von der Ver—
»flichtung auf die vorgeschriebenen Verkaufspreise entbun—
ꝛen. Soweit heute also noch von einem Bierkrieg gespro—
hen werden kann, spielt dieser nur noch zwischen Gast,
irten und Lonsumenten

Teseuramme.
* Berlin, 30. Aug.“ Ueber die Aus7?gung des 8 13
es Zolltarifgesetzes von 1902, durch welchen
die Aufhebung der kommunalen Besteuerung von Vieh,
Fleisch und Fleischwaren festgelegt wird, sind Zweifel ent
tanden, die zu einer Petition verschiedener Städte an
»en Reichstag geführt hatte. Es handelt sich dabei um
iie Frage, ob Wild und Geflügel unter Fleisch und Fleisch⸗
varen zu verstehen sind. Wie eine hiesige Korrespondenz
nitteilt, geht die Auffassung der Reichsregierung nach
tattgehabten Erwägungen dahin, daß Wild und Geflügel
iicht als Fleisch anzusehen sind und daher auch weiterhin
ur kommunalen Besteuerung herangezogen werden dür—
sen. Diese Auffassung steht im Einklang mit den Bestim—
nungen im preußischen Kommunalabgabengesetz, das den
sßemeinden die Neueinführung von Steuern auf Fleisch
erbietet, die Einführung einer Wildpret- und Geflügel—
teuer jedoch ausdrücklich erlaubt.
*Tounlon, 30. Aug. Die fortgesetzten Schießversuche
jegen den alten Panzer „Jena“, die von dem Panzer
Conde“ ausgeführt wurden, galten der Wirkung der Ge—
chosse auf die Panzer. Es zeigte sich, daß die Wirkung
iuf die mittleren Panzer ganz bedeutend waren. Meh—
ere Granatsplitter drangen in das Innere des Kriegs—
schiffes ein und richteten dort entsetzliche Verheerungen an.
* Athen, 30. Aug. Einer Abordnung von Armee⸗
uind Marineoffizieren, die dem Ministerpräsiden⸗
sen eine Zusammenstellung von Beschwerden über—
eichen wollte, wurde der Empfang verweigert,
veil die Abordnung aus bestraften Offizieren bestände und
ie Art der beabsichtigten Ueberreichung der Beschwerde—
chrift gegen die Vorschriften verstoße. Die Offiziere ha—
ven sich infol zedessen zusammengetan und wollen, wie es
seißt, eine militärische Demonstration veranstalten. Der
Pinisterrat trat zusammen, um über die Lage zu beraten.
* Salonik, 30. Aug. Bulgaren, welche Sandansky bei
»em Hotel Colombo auflauerten, haben auf ihn geschos⸗
en und an der Brust verwundet. Fünf verdächtige Bul—
zaren sind verhaftet.
*z New⸗York, 30. Aug. In der Angelegenheit des
Ztreiteis au den Pressed-Steelwerken erfolgten weitere
Aussagen über erzwungene Arbeit. 400 Streikbrecher ver—
ließen das Etablissement.
Essen, 30 Aue. Eine gestrige von 3000 Personen
»esuchte demokratische Versammlung beschloß den Bierbohlott
zis zur Wiedereinführung der alten Preise.
Bräussel, 30. Aug. In Neerpelt sind gestern drei Per⸗
onen an Arsenik-Vergistung gestorben. Es handelt sich um
ine 75jährige Witwe, ihren 30jährigen Sohn und eine 12⸗
ährige Enselin. Das Mädchen hatteder Mutter beim Kuchen⸗
»acken der Großmutter versebentlich Arsenik siatt Mehl ge⸗
reicht.
Reimes, 30 Aug. Bei dem gestrigen Wettbewerbe ex⸗
lodirte das Benzinlicht des Emdeckers Bleriots, als derselbe
ich 1 Meter über der Etde defand. Bleriot erlitt einige
zcandwunden.
Sosnowice, 30. Aug. In der Nähe des Dorses Dom⸗
rowa, gelegenen Bergwerls, Jan“ drang estern früh4 Uhr
vährend der Arbeit Wasser aus einem alten Schachte in
»er Grube und übeischwemmte dieselbe in dem Augenblicke,
ils gerade 26 Mann bei der Arbeit waren. Man hegt die
die Befsuschtung daß alle Bergleute ettrunken sind.
New-Yortk, 30. Aug. Aus Mixiko treffen Nachrichten
bon etnem ungeheuren Hochwasser ein. Veele Orischasten
sind zerstört und zahlreiche Menschen umgekommen.
F diehbei eine Raitage ver Firma Martens und
Fo Rapkaoschäs⸗ Anwohn

Trennung unser Loos;
Wiedersoh'n uns're Hoffnuna.

Tolles-FeIweiht.

Dem Herrn über Leben und Tod hat es ge—
fallen nach seinem unerforschlichen Ratschlusse,
unser einziges, innigstgeliebtes Töchterchen
insere Schwester und Ghwtßderie

Elise Katharina

nach mehrmaligem Empfange der Tröstungen
unserer hl Religion im Alter von 13 Jahren
zu sich in's hessere Jenseits zu nehmen

Heinrich Helfgen
nebst Familie.

Dudweiler, 29. August 1909

Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den
31. ds. Mts., früh 8,45 Uhr vom Sterbehause
Marktolaß Nr. 18.

*
bchühen-Nerein
Dudweiler.
Wegen Beschlußunfähigkeit der letzten
Beneralversammlung wird eine neue
auf Mittwoch den 1 September, abends
7 Uhr auf dem Schützenhause anberaumt
Der Doritand.
            
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