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Montag, 30. Aug. 09
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war und dem Sieger du 000 Mart, dem Besiegten 20 000
Mark einbringt, soll, wie nunmehr festsiebt, am 20. Ok—
tober in der NRähe von Lendon zum Austraa kommen.
— ——
⸗ 9 4 D, ⸗
Die Fahrt des „3. 3“ nach Berlin.
die Ankunft des Grafen Zeppelin in Bitterfeld.
Halle, 28. Aug. Graf Zeppelin war am Frei—
ag bei seiner Durchfahrt imn Schnellzuge durch
aumburg und Halle der Gegenstand großer Hyvationen.
ZAberpräsident Hegel begrüßte ihn bier
Bitterfel d, 28. Aug. Trotzdem ein andauernd
feiner Regen fiel, hatte sich Vor dem hiesigen Bahnhofe
am Freitag eine nach Tausenden zählende Menschenmenge
»ersammelt, die in freudiger Erregung die Ankuͤnft des
ßrafen Zeppelin erwartete. Zur Begrüßung am Bahn—
teig waren u. a. erschtien: Hauptmann von Hehler, Land—
tat Freiherr von Bodenhausen und der Kommandeur des
Pionierbataillons. Püntktlich um 8 Uhr 45 Min. lief der
zug unter brausendem Jubel in die Halle. Graf Zeppe—
in, der jsehr heiter war und wohl aussah, enistieg dem
Vagen, gefolgt von Direktor Colsmann und Oberinge⸗
ncur HRober, sowie in Begleitung des Oberpräsidenten
degel und des Regierungspräsidenten von Borries. Nach—
»em der Graf sich bei den zum Empfang herbeigeeilten
derren bedanlt hatte, begab er sich, dichtumdrängt von
er frohen Menge, welche ihm herzlich zujubellte und
„Deut'chland, Deutschland über alles“ sang, zu Fuß nach
dem Hotel, wo er sich sofort in sein Zimmer zurückzog.
Bitterfeld, 28. Aug. Das Wetter ist andauernd
chlecht. Der Regen hat seit gestern morgen noch nicht ei—
ien Augenblick aufgehört. Graf Zeppelin ist übrigens durch
den kleinen Unfall seines Lustschiffes nicht im geringsten
entmitt at. Dieser Unfall, so äußerte sich der Graf, sei
eine Kinderkrankbeit. die iede Zeyneline einmal durchmo
hen müsse.
Bitterfeld, 28. Aug. Der deutscheKron—
»Rrimnz ist im Automobil hier eingerroffen und im Hotel
daiserhaf abgestiegen. Er begab sich sofort in die Gemä—
her des Grafen Zeppelin, mit dem er im Auf—
rage des Kaisers eine eingehende Besprechung über die
äheren Ejinzelhetiten der Tahrt noch Bersin bhau—
Redaktion, Druck und Verlag von J. Unterkeller, Dudweiler
*
4 2
Volitische Rundschau.
Deutsches Neich.
* Der Reichskanzler wird seinen Landaufenthalt diese
Voche auf einige Tage unterbrechen und nach Berlin kom—
nen, wie man annehmen darf. in den Tagen. in denen
ber Kaiser sich hier aufhält
*Vei den Vorbereisungen für die A ufstel rTung
»es Reichshaushaltsetats für 1910 bedarf es, schreibi
»un „RNeite posische Korrespondenz“, im Hinblick auf die
gebnisse des Finalabschluises der Reichshauptkasse für
908 einer besonders vorsichtigen Schätzung der im näch—
ten Jahre zu erwartenden Einnahmen. Bekanntlich schließt
e Rechnung für 1908 mit »em erheblichen Fehlbetrag
n den Einnahmen ao. Insbesondere haben die gölle
21 Millionen Mark weniger eingebracht, als veranschlag:
var. Unter diesen Umstäuden werden auch bei Hinzuͤ—
echnung der durch die neuen Steuergesetze zu erwarten—
en Mehrerträge, welche naturgemäß im ersten Jahre ihre
olle Höhe nicht errcichen können, die Reichseinnahmeöß
us Zöllen und Steuern im Jahre 1910 kaum einen
weschen 1400 und 1500 Millionen Mark liegenden Be—
rag übersteigen. Daneben ist zu berücksichtigen, daß auch
sie Einnahmen der Reichspost- und Telegraphenverwalt—
ing um 21 Miltionen, die der Reichseisendahnen um 9
Rillionen und die enigen aus dem Bankwesen ebenialls
im 9 Millionen Mar? hinter dem Voranich aa für n
urückgeblieben sind.
* Wie verlautet, ist die Meldung ausländischer Blät—
er, die mecdlenburgische Ritterschaft habe beschlos—
en, die Verfassungsvorschläge abzulehnen, durchaus
alsch. Die Verhandlungen werden noch in der nächsten
Voche fortgesetzt. Man glaubt auf veiden Seiten, durch
lbänderung resp. Neueinbringung der Regierungsvorlage
u erner Einigung zu kommen. Auch die Blättermeldung,
aß die Bürgernieister die Steuern verweirern worlten.
it ersunden. Die Verhandsungen unter den 18 H6erren
ind vertraulich.
* Im oberpfälzischen Wahlkreis Sulzbach ist
ie liberale Kandidatur zurückgezogen worden. Dee
riberalen haben nun bechlossen, von einer Kandidatur
berhaupt abzusehen und die Abstimmung frei zu geben.
Fas der Bund dar Gandwirte tut. At noch nicht belanut
Spanien.
*In Barcelhona wurde der Anwalt Rafael Guerra
eingetertert, der verdächtig ist, an dem Au siland teilge⸗
tommen zu habven. Wie verlautet, ist Senator Sobor—
Sega über die Grenze gestüchtet. Die französischen Grenz—
»rte sjind voll katalonischer Flüchtlinge. Am Freitag wur—
den neun Todesurteile gesprochen. Nach amtlicher Er—
ung wurden während des Aufruhrs in Barcelona und
n den Vorstädten 247 Barritaden errichtet und 6000
Quadratmeter Straßenpflaster aufgerissen, wodurch die
*tant verwaltuna um 54 421 Pesetas geschädiat wurde
Marokko.
* Der „Matin“ meldet aus Madrid: Eine Gruppe
don etwa 50 RNauren griff gegen Abend das bei El
Ar ba eingerichtete spanissche Lager an, wurde
aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Die Spa—
nier bhatten cinen Verwundeten. Infolge der sehr strengen
Zeniar trittt diese Nachricht verspätet »
Sine Rede des Kaisers.
Dor Kaiser zeichnete das im Dorte Fischbeck (Kreis
stinteln, Reg.-Bez. Kassclh) liegende Stift Adeliger Fräu—
ein durch die Ueberreichung des Aebtissinnen-Siabes an
die ältesie Stistsdanmse aus. Bei dieser Gelegenheit hielt
der Kaiser eine Ansprache, in der er, seiner tiefreligiösen
Befühlsstimmung entsprechend, den Stab als Sinnbild
des götilichen Stabes bezeichnete, dessen alle Gläubigen
ruf ihrer Pilaeriahrt aur ewigen Seimat dringend bo—
ürfen.
„Meinem lebhaften Interesse an dem adeligen Da—
menstijst Fischbeck mit seiner fast 1000fährigen Geschichte
und seinen wechselvollen Schicksalen habe ich bereits vor
5Jahren Ausdruck geben können, als ich in Gemein—
chaft mit Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin,
neiner Gemahlin, hier an der Jubelfeier des Stiftes
ind der Wiedereinweihung der altehrwürdigen Stiftsrirche
teilnahm. Damals habe ich — wie einst König
Otto 1., der spätere erste Kaiser der deutschen Nalion,
zurch seinen Gnadenbrief vom 10. 1. 954 — das Stift
inter meine besondere landesherrliche Schirmherrschaft
estellt. Heute bin ich in Ihrer Mitte erschienen, um
Ihnen einen neuen Beweis meiner Huld und Gnade zu
zeben. Ich habe beschlossen, dem Stift einen Aebtissin—
ienstab zu verleihen, welcher von der jedesmaligen Aeb—
ijsin bei feierlicher Gelegenheit als Zeichen ihrer Würde
setragen werden soll. Nehmen Sie, hochwürdige Frau
lebtessin aus meiner Hand diesen mit meinem kaiser—
ichen Wapyen und demjenigen des Stiftes geschmückten
ztab. Möge er Ihnen und den Ihrer Leitung anver—
rauten Damen, wie allen Ihren Nachfolgerinnen ein
Zziinbild des göttlichen Stabes und Steckens sein, des—
sen wir alle auf unserer Pilgerfahrt zur ewigen Heimat
o dringend bedürfen. Möge Gottes Segen alle Zeit
iuf dem Stist und seinen Insassen ruhen. Das walte
Bott!
Nach der kirchlichen Feier pflanzte der Kaiser im Guts—
rof des Stists eine Linde
Neues von der Luftsciffahrt.
Die aviatische Woche von Reims.
Reims, 28. Aug. Farman hat sämtliche Re—
orde *ir Distanz, auch den Lathams von 154 Kilometer,
Ir ist also der Gewinner des 50000
Der Champagne. Zweiter ist Latham,
»*EGraif de ombert auf
Oesterreich-Ungarn.
* Der griechisch-⸗atholische Erzbischof von B'asendorj
at für Mitte September eine griechisch-katholische Synode
inberufen, um gegen die Verfügung des ultusministecs
jrafen Apponnyi. daß der Rerigionsunterricht in den
umänischen Schulen in ungarischer Sprache zu
rteilen sei, wogegen sich bekanntlich die gesamte griechisch—
tholische Geis Ichleit entschieden erklärte, Stellung zu
ehmen. Die Synode beabsichtiat. die Sutervension des
zapftes anzurufen.
* Der ungarische Handelsminister Kossuth begab sich,
mer Einladung Köenig Eduards zum Lunch solgend,
nch Marienbad
Zur Landung und Abfahrt in Nürnberg.
Bei der Landung senkte sich das Luftschiff in elegan
er durve zum Landungsplatz und wurde dann vom Mi
litür zum Ankterplatz gezogen. Die Landung erfolgte voln
zändig glatt und ohne jeglichen Unfaäll für Schiff und
Publicum. Die Veranserung war um 414 Uir, also eine
Bliertestunde nach der Landung vol zogen. Bürgermeister
ron Jäger begrüßte den Grafen Zeppelin jun. und den
Oberingenieur Dürr und beglücwünschte sie zu ihrem
Srfolg. Die riesigen Volksmassen hatten unterdesfen den
sordan durchbrochein und stürmten unter braufenden Hur
rarufen gegen das Lustichiff vor. Graf Zerpelin zun.
danlte von der Gondel aus für diese Ovationen und soob
»en Oberiagenicur Dürr dabei vor. Auch nach dem Ver—
assen der Gondel brachte das Publikum den beiden Her⸗
ren auf ihrem Weg nach dem Automobil, das sie nach
der Stadt vrachte, begeisterte Ovanonen dar.
Rürnberg, 28. Aug. Der „Z. 3* ist um 2 Uhr
15 Min. wieder aufgeciegen und über den Schmaufen—
zuck in nörslicher Richtung auf Bayreuth zu gefahren.
Der neue Motor wurde vor der Ab'ahrt über eine Stunde
lang ausprobiert und zeigte durchaus befriedigende Re—
ultate. Nach Ei inabme des nörigen Proviants erhob sich
das Luftsjchiff steiz und sicher. Tas Weiter ist troden.
Aug. „3. 3* war sehr früh hier:
D5 wieder über der
nerifehe!t hatte;
—
Schweden.
„Im Staatsrat hat der König nach Auhßzrung
t Wiinistervortrage ertlärt. den eingelaufenen Anfuchen
mi eine Vermutzeltung im Arbeitskonfiiit nichr
utsprechen zu können. — Das lettzte amtliche Re—
at der von den Amtshehörden vorgenommenen Zäh—
Ir91 i7