—7 9 E — 4
— — —— —— — 22 8 — —Z —— W M —* *
—M Amtliches Publikationsorgan —*
monotlich 70 frei in's für die Bürgermeisterei Dudweiler.
Haus gebracht,
ei der Post hestellt A 2,25
vierteljährl. Fernsprech-⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259 269 u. 1261
vonnersteq, 26. Aug. vp
Anzeigen
kosten 10 4 pro 6Espaltig
Petitzeile,
auswärtige 15 4
Reklamen
25 4 pro 3spaltige
Petitzeile.
Bei Jahres-Abonnement
höchster Rabatt
Redaktion, Druck und erlc
Unterkeller, Dudweiler
⸗ *
Die Bevölkerungsabnahme
J.
in Frankreich.
Die fatale Tat 'ache, die die Zeitangen zu Aussatztiteln
vie „Ein neues Unglückt oder „Eine neue Niederlage“
era laßt, ist abermals da: für das Jahr 1908 bat die
ztatistik, wie Dr. Beriillon im „Figaro“ zeigt, nur eine
zeburtenzahl von 791 712 zu verzeichnen. Damit kommt
zrankreich, das im Jahre 18908 745 271 Todesfülhe ge—
ähit hat, zu einem schwachen Ueberschuß von 46 441. Taß
as bei weitem nicht genug ist, um dem Lande den qus—
chtsreichen Weitbewerb mit den Nachbvarvölkern zu er—
nöglichen, ist klar. Es verstär t sich damit die Beweg—
ing, die etwa Ende der 1860er Jahre einseßte und die
ie Geburtenzahl in Frankreich in immer steigendem Maße
erabsetzte, während das Land, wie bekannt, vor hun—
ert Jahren das bestbevölkerte Europas war. Heute er—
een nur noch enige im Norden und Westen gelegene
departements insbesondere Nord, Norbihan, Aisne, Scine—
znierieure) einen andauernden Ueberschuß der Geburten
wWer die Todesfälle, weil sie starkbevölkerte Industriesiẽt—
en bergen. Man hat berechnet, daß auf edes Quadea
ilometer französischen Bodens 74 Einwohner kommen: in
deutschland ist die entsprechende Zahl etwa 120. Natür—
ich ist die Aussicht für die französische Nation in Zu—
unft nicht sehr trostreich, nachdem alle Mittel, Veremnme
ind Verbände „gegen die Entvölkerung“, die man ge—
zründet hat, offenbar keinen Erfolg gebracht haben. Wor!l
rösten sich manche fretlich, so gut es geht, und erklären,
aß Frankreich einen Ersatz in der steigenden Einwander—
ing fände. In der „vibliotheque Universelle“ schreibt
akrüber der bekannte Schrifisteller Albert Bonnard fol—
endes: „Die Einwanderung ist für Frankreich gefahr—
os, dank der Anziehungskraft des Landes und seiner un—
ergleichlichen Aufnahmefähigkeit. Wir haben an nicht
aturalisierten Ausländern mehr als eine Million. Das
gesetz sorgt dasür, daß sie durch eine Art von selbsttäti—
sem Prozeß Franzosen werden. Uebrigens, bei neun
Fällen unter zehn, kommen die Absichten und Wünsche
er Ankömmlinge dem Gesetz zuvor. Anderswo bleiben
ie Fremden Fremde; bisweilen liegt ihnen selbst daran,
3 zu bleiben, und sie setzen ihre Eigenliebe darein, das
u zeigen. In Frankreich ist gerade das Gegenteil der
Fall. Sie haben nach Verlauf einiger Jahre keinen grö—
zeren Wunsch, als für Einheimische genommen zu wer—
zen und sie bekunden oft einen Chauvinismus, wie er
sdeulinge kennzeichnet. Nichts wäre drolliger als die Liste
der nationalisüschen Kandidaten für die jüngsten Wahlen,
die das Monopol des Patriotismus in Anspruch nabmen;
ast alle tragen sie ausländische Namen. Es ist das ein
ZSeismittel, dessen Wichtigkeit man gegenüber unserer un—
ureichenden Geburtenzahl un erstreichen muß.“ Das mag
ichtig sein, aber daß das Heilmittel ausreiche, daran wer⸗
zen felbst nicht allzuwiel Leute in Frankreich grauben
eirchen sind, soun verringert und ihre Jurtsdittion duf
die Geistlichen ihrer titularen Kirchen beschrantt werden.
Die Klecsen der Kardinaldiakone, in ihrer Zahl gleich—
alls veschränkt, sollen dagegen mit speziellen Befugnissen,
esonders in der Administration ausgestatet werden.
Wir müssen die Verantwortung für die Richtigkeit dieser
Neldung dem Figaro“ überlaisen. D. Red.)
ausgestellt. Ba aver jahrlich etwa 125 000 Deutsche sich
in der Schweiz niederlassen, erwächst der Gesandtischaft
daraus eine überaus starke Arbeit. Sie möchte sich gern
twas entlasten und diesen Zweig ihrer Tätigkeit ein—
hränken, aber die schweizerischen Behörden betrachten
iese Zeugnisse als eine vorzügliche Garantie für das
rand und miöchten deshalb nicht so bald davon absehen;
ie haben es deshalb nicht so eilig mit einer Aenderung.
Nun hat die deutsche Gesandtschasft dem Bundesrat ein
xxemplar des zwischen Deutschland und den Niederlanden
ibgeschlossenen Niederlassungsvertrages unterbreitet mit
er Anfrage, ob es nicht möglich wäre, einen ähnlichen
Lertrag mit der Schweiz abzuschließen. Der Bundesrar
sat von diesem Aktenstück den nördlichen Grenzkantonen
denntnis gegeben und sie ersucht, sich darüber auszuspre—
hen, aber, wie die Sache liegt, wird wohl eine Aender
mag nicht so hald zu erreichen sein.
Schweden.
* Die Oberstatihalterei hat der Schadenersatz-Uage
der bürgerlichen Zeituß verleger Folge gege—
en uͤnd den Typographenvund zur Zah ung von insge—
amt 52 000 Kronen verurteilt.
* Sichere Anzeichen eines valdigen Friedensschlufses
n dem Riesenarveiterkampf sind immer noch nicht vor—
sanden. Während das „Stockholm Tagblatt“ die val⸗
»ige Beendigung des Streits wegen Geldmangeis bei den
ztreikenden in Aussicht stellt, fordert die Streitzeitung
Sporet“ wieder zum Ausharren im Kampse auf und
preicht sich ehr erbittert uber das Telegramm des Mini⸗
sers des Innern an die Provinzialbehörden aus, die dem
orwegischen Sozialdemokraten Cuntervold behördlicher—
eits das Auftreten als Anstationsredner verboten
Heer und Flotte.
— * Die beiden Seekadetten- bezw. Schiffs-—
ungenschulschiffe ‚Viktoria Luise“, Kom—
nandant Kapitän zur See Mauve und „Her th a“, Kom—
nandant Fregaitenkapitän Engelhardt, haben von Wil—⸗
seimshaven aus die auf sieben Monate berechnete Use b⸗
ungsreise in das Ausland angetreten. Die beiden
Zchiffe waren vor zehn Tagen, aus Norwegen kommend,
n Wilhelmshaven eingetroffen, um ihre Ausrüstung für
die Uebungsreise zu vervollständigen. „Viktoria Luise“
wird nach Westindien, „Hertza“ nach dem Mittelmeer ge—
sen. Im Miärz werden die Schiffe, deren jedes 50 See—
adetten an Vord hat. in die Heimat zurückkehren.
Türkei.
* Divisionsgeneral Dscha wid Pascha ist mit zwei
zatgaillonen und Gebirgsgeschützen nach der Gegend von
diakowo abgegangen, um den Rest des Widerstandes
er aufrührerischen Bergstämme der Albanesen zu
rechen. Husni Pascha entsandte Verstärkungen von
lestüb nach Verisowitzs, um auch dort jeden wei—
eren Widerstand der auigewiegelten Albanesen unmöalich
u machen.
* Der türkische Ministerrat hat nunmehr definitiv
ie Trace für den Weiterbau der Bagdadbahn
ber Alexandrette genehmigt. Da von der Bag-⸗
adbahn-Direktion schon seit Monaten alle Vorbereitungen
jr den Weiterbau von Bulaurlu über den Taurus
Die Kretafrage.
Die Generalkonsulate von Englband und Ita—
ien haben der Pforte angezeigt, daß zwei griechische
Zchifse, die die englische oder italienische Flagge führen.
inter dem Schutz dieser Mächte stehen, und daß jede Be—
ästigung solcher Schifse eine itrenge Abndung nach sich
iehen werde.
Wie aus Kanena gemeldet wird, hat auf der Insel
Rreta als Vergeltung für den antigriechischen
bdoykott in der Türkei der Bovkott der kürkischen
staufteute begonnen.
Neues von der Luftschiffahrt.
Zeppelins Fahrt nach Berlin.
Die Sicherungs- und Absperrungsmaßnahmen aus
sinlaß der am 28. August zu erwartenden Ankunsft des
3. 30 sind dem Generalkommando des Gardekorps über—
ragen worden, das aus diesem Anlaß eine längere Be—
anntmachung erläßt. Ihr ist zu entnehmen, daß den
Lertretern der Presse der Zutritt zum Land—
ingsplatz gestattet wird, doch ist vorher Antrag zu stellen.
Veitere Einlaßkarten können nur noch an amtlich betei—
igte Personen und an die Verwandten des Grafen Zep—
elin ausgegeben werden. An dem der Landung folgen⸗
»en Tag soll das Publikum, soweit es tunlich ist, zur
Besichtigung des Luftschiffes zugelassen werden. Das Ge—
neralkommando richtet zum Schluß die Bitte an die Ber—
iner Bevölkerung, an diesen der unmittelbaren Anregung
zes Kaisers zu verdankenden Fest⸗ und Freudentagen eine
daltung zu bewahren, die des großen Erfinders und der
zevölkerung der Reichshauptstadt in gleichem Maße wür—
dig sei. Namentlich sei vor und während der Landung
Stille geboten, damit die Kommandos des vVuftschifffüh—
ters von der Mannschaft verstanden werden können.
Ueber die Dispositionen, die Graf Zeppelin für
einen Aufenthalt in Berlin getroffen hat, ist Endgültiges
noch nicht festgesetit. Der Graf wird Gast des Kai—
ser s sein und ihm in erster Linie zur Verfügung stehen.
Er hat deshalb alle Einladungen von Vereinen abgelehnt.
kei der Tegeler Landung wird der Graf von viner D ee⸗
77F5ι Beoariiße
etroffen waren, so nimmt man in informierten Kre''en
n, daß die Arbeiten in den nächsten Tagen begonnen
erden.
* Man befürchtet weitere Ausbrüche der bestehenden
zärung in Al banien., weshalb der Wali die Erlaub—
is nachsuche, das Standrecht zu verhängen. Damtit
züren bedeut nere Truppenverichiebungen für Nordalba—
ien unvermeidlich Von Monastir trifft ein Batail—
on bier ein.
Davidsch Pascha hat Auftrag, die Albane—
o»n mit Wasffenagewalt endgültig zu Uunterwerfen.
China.
* Die „Times“ melder aus Pekinz: Die Verhand—
ungen zwischen Japan und China sind beendet wor—
en. Das Abkommen regelt iämt'iche Streitäöragen mit
lusnahme der Rechtsprechung in dem Grenzdiitrikt von
zuschau und Nentai
240 2 *
Volitijche Ruudschaun.
Deutscheas Reich.
eDer „Reichsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz über die
dartung des Staats und anderer Verbände jat
ꝛe Amtspflichtverlezungen von Beamten
»ei Ausübung der öffentlichen Gewalt. Das Gceießs wreti
im 1. Oktober 1909 in Kraft.
* Im vVaufe der nächsten Woche finden im Reichs—
umtdes Innern die kommisarischen Besprechungen
äüber die Aufbesserung der Besoldungen und die Neu—
tegelung der Wohnungsgeldzuschüsse für die Reichsdankbeamten
siacu. Die endgültige Feststellung kann
iach 8 28 des Ban'gesetzes erst nach dem Wiederzuiam—
nenfritt does Wandesrats oriotogen
Marokko
x* Spanische Kavallerie ist nach Nador aufgebrochen.
die Kabylen konzentt eren sich dortselbst, um Widerstand
u leisten. Sie haͤlten sich aber außerhalb des Bereiches
er Ge'chütze.
* Wie nachträglich aus Afrika gemeldet wird, haben die
Franzosen nach den Berichten über das letzte Gefecht
uü Mauretanien einen Truppvon 400 Mauren
erstreut. Die Marokkaner verloren 6 Tote und zahlreiche
derwundete. Die Franzosen erbheuteten 60 Kamele
zum deutscheschweizerischen Niederlassungsvertrag.
Schon seit zwei Jahren werden zwischen Deutsch—
and und der Schweiz Verhandlungen über die Revision
es gegeneitlaen Niederlassungsvertrages gepstogen und
iWerstöndignng au finden.