Nummer 21 A. v9, 250, 260 udb 1261. Dienstag, den 26. Jannar 1969. Zeitunge liste 301
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23. Zahrgans .
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Mit Weilagen: „Welletristische Wochenschrift“ und
„AXuslige Blätter“.
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Allgemeiner Anzeiger für den Zürgermeistereibe⸗
Dudweiler.
Abonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der Pos
besteilt Ai. 2,25 vierteljährlich.
Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint täglich mit Ausnahme der S—
und Feiertage.
MPolitische Rundschau
Deutsches Reich.
*Aus Aeußerungen, die der Staatssekretär des Aeu—
zern in der Budget. ommi sion getan hat, jchließen einige
Ziätter, daß das angelündigte Weißbuch über Ma—
ottko in einigen Tagen erscheinen werde. Es wird
ich aber doch woht noch einige Zeit verzögern, weil, wie
erlautet, über einzeine Teile desselben noch mit den be—
ezligten Staaten verhandelt wird. Im übrigen wird die—
es Weißbuch so wenig wie andere, Ueberraschungen
Ungen.
* In achtzehn ftark besuchten Versammlungen demon—
trierten am Sonntag Mittag die Sozialdemsbtkraten von
Zerlin und Vororten für das allgemeinegleiche
WBahlrecht gegen die Mandatskassierung und Aus—
iahmegesetze. In sämtlichen Versammlungen sprachen be—
unnte Abgeordnete. Eine gleichlautende Resolution für
reies Wahlrecht wurde überall angenommen. Nach Schluß
er Versammlungen bildeten sich starke Demonstra—
tons züge, die singend und Hochrufe auf das freie
Lahlrecht ausbringend, von Zeit zu Zeit „Nieder mit
zulow!“ rufend, nach dein Zentrum in die Gegend des
Zzchlosses zu gelangen suchten. Die Umgebung des Schlos
es, die Linden und die Wilhelmsstraße waren in wei—
em Umkreis von Schutzmannschaft zu Fuß und zu Pferde
bgesperrt, ssßaß keiner der Züge dort) in gelangen konn—
Sie wurden, ohne daß es zu Zusammenstößen kam,
urückgedrängt und abgelenkt.
*Die Sozialdemokraten veranstalteten auf
em Breiten Weg in Magdeburg nach mehreren Versamm—
ungen einen Demonstrationszug, den aber ein sehr
larkes Schutzmannsaufgebot sprengte und dessen Fortsetzing
verhindert wurde. Besondere Ausschreitungen sind
richt vorgekommen.
* Die in einem Leipziger Blatt verbreiteten Nachrich
en über den Rücktritt des sächsischen Staatsministers
zrafen von Hohenthal und die Person seines Nach—
olgers entbehren, wie an zuständiger Stelle er—
tlärt wird, jtder Begründung.
Desterreich⸗ garn
ü Das offiziöse Fremdenblatt stellt fest, daß die Meld—
ing ausländischer Blätter tatsächlich unbegründet sei,
odonach ein österreichtscher Marine-Offizier bei einem Ban—
ett in Pola einen Italien verletzenden Trinkspruch aus—
zebracht hätte, weshalb der italienisiche Botschafter in
Pier beguftraat worden sei Grktskrnunaen zu verlangen.,
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Anzeigen
5375. dir paltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
g vor J. Unterkeller
Tudweiler.
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dakti.
tuf den 8. Februar verschoben worden Im Laufe die—
er Sitzung wird ein Bericht des Ingenieurs Wallot über
e Cisenbahn Colmar-Münster-Gerardmer zur Verlesung
Clongen, wescher durch den Bürgermeister von Colmar.
dr. Blumenthal eingebracht wird. Tieser Versammkung
verden ebenialls beiwonen ein Delegierter der Indu—
tric-Gesel'schaft von Marlkirch, sowie der dortige Bürger—
neister Götel, welcher die Antwort auf eine von der
Narlkircher Industrie-Gesellschatt eingebrachte Vetition miß
eilen wird. Dem Handels Komitee ist ebenfalls ein Be—
icht über die Eisenbahn Salos-St. St.Diee zugegangen,
ewie ein Bericht über das Proiekt einer Zweigbahn Mül—
sausen-Wosserling. Das Komitee hat einen Spezialaus—
chuß eingesetzt für die Prüfung von Eisenbahn-Projekten
ind ersucht alle Personen, wesche sich für diese Frage in
eressieren sich als Mitalieder der Vereinigung einschrei
jen 2uäu lassen.
zu Fall und wurden mit Füßen getreten. Ein junger
Mann wurde ohnmächtig aus der Menge getragen. Die
Räumung wurde bis in die Seitenstraßen fortgesetzt Als
die Menge dann vor der Insanterie-Kaserne auf dem
Jofefsplatz vorbeiging, brach sie unter Hüteschwenken er—
neut in Rufe: „Hoch Serbien!“ aus. In diesem Mo—
ment kamen 300 Gendarmen aus der Kaserne und ver—
trieben die Erzedenten. Am Abend fanden neue Ver—
sammlungen statt, welche jedoch ruhig verliefen. Im Laufe
des Tages wurden 35 Verhaftungen vorgenommen. Ber
der infolge des Sturmes der Gendarmen sich entwickeln—
den Panik wurden von der zurückweichenden Menge schwä—
chere Personen niedergeworfen und getreten. Einem Lehr—
lina wurde die Brust eingedrückt. In vielen Fällen sind
die Verhafteten der Polizei von der Menge entrissen
worden.
V — —⏑—⏑
Die Krise auf dem Balkan
Das diplomatische Korps in Belgrad wird dem am
Nittwoch stattfindenden Studentenball sernbleiben, da der
isterreichische Gesandte keine Einladung erhalten hat.
Von bulgarischer Regierungsseite werden die Ge—
üchte von einer angeordneten Mobilmachung zwar demen—
iert, jedoch wird zugestanden, daß militärische Maßnah—
nen getroffen wurden, um der Absicht der Türkei, zwei
vwichtige strategische Punkte zu besetzen, eventuell mit Waf
engewalt entgegenzutreten.
Der Wiener Korrespondent des „Matin“ hatte eine
Anterredung mit dem bulgarijchen Minisser des Innern
dakew. Der Minister dementierte entschieden das Ge—
ücht daß im Auftrage ieiner Regierung er wegen einer
Anleihe in Oesterreich oder Frankreich sondieren solle.
Sr bestreitet auch, mit irgend eee ssion betrautt zu
ein. Im Laufe der Unterredun »te der Minister,
zulgarien wolle den Frieden un vereit, die Ver—
zandlungen mit der Türkei wieder aufzunehmen, sobald
etzteres sich bereit erkläre. sich mit 83 Mitlionen Frank
zntichädigung zu begnügen
Die zweite Division der bulgarischen Armee ist mobi—
isiert worden. Die Truppen, welche nach den Grenz—
»läken gesandt werden. ersalten Verstärkfungen.
VO
Neue Ausschreitungen in Prag.
Der Studenten-Bummel auf dem Graben ist bedeu—
end stürmischer verlausen als an den beiden vorangegan—
tenen Sonntagen. Wache und Gendarmerie wurden mit
ztemnen beworsen und es wurden Hochrufe auf Serbien
aut. Es kam mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Gen—
armerie und Tschechen. Die Sadenten wurden mit Ge—
valt ins deutsche Kasino gedrangt, wobei die Tschechen
detzlieder sangen, auf die die Deutschen mit der Wacht
iun Rhein antworteten. Die Mienge wollte einen Angriff
zege:: das Kasino unternehmen, wurde jedoch von der
Bendarmerie davon abgehalten. Die Gendarmerie ging
nir gefälltem Bajbrnnet unter Hornsignasen vor, was
unter der Menge eine unbeschreibliche Panik zur Folge
hatte Alles jagte in wilder Flucht davon. Viele kamen
.αXααασXααααSO
Preußischer Landtag
Berlin, 25. Januar.
Auf der Tagesordnung siehen die
Wahlrechtsauträge
der Freisinnigen und Polen. Da man wie im vorigen
Jahre Straßendemonstrationen der Sozialdemotraten er—
warter hatte, waren von morgens 9 Uhr ab die Straßen
zugänge zum Abzeordnetenhause von Polizeilordons ab—
gesperrt.
Am Ministertisch sitzt der Minster de28 Innern von
Moltke.
Präsident von Kröcher eröffnet die Sitzung mtt
einigen Worten, während denen die Abgeordneten nach
vorne strömen. Er kommt auf die Bewegung auf der
äußersten Linken während der Rede des Abg. Fischbeck
am letzten Mittwoch zurück. Rach dem stenograph schen
Berich‘ sind die Zwischenruse sehr beleidigender Natur,
Zie sind aber nicht nur sehr beleidigend, sondern direäekt
gegen den Abg. Fischbeck gerichtet. Ich nehme davon Ab—
tano, nachträglich Ordnungsrufe zu erteilen, weil ich nich—
veiß und nicht wissen will, wer von den Herren die
Rufe ausgesprochen hat. Ich muß aber doch den ernite—
ten Appell an die Herren richten. Meine Herren! Wir
ind hier anständige Leute. (Lebhafte Zustimmung. Herr
doffmann ruft: Keine Wegelagerer und Strolche! Unruhe
cech'“ Zurufe rechts: Wegelagerer raus!) Der Präsident
fährt mit erhobener Stimme fort: Ich bitte, den Präsi—
denten nicht zu unterbrechen, wir sind anständige Leute
und wir können verlangen, daß jeder, der die Ehre hat,
dem preußischen Abgeordneienhause anzugehören, wie es
die Sttte des Hauses erfordert, sich verhält. Als Präsi
dent des Hauses verbiete ich deshalb im Namen des
dauses den Herren Urhebern der unvarlamentar'schen
3wischenruse, künftig in sorhen Ausdrücken hier zu spre
hen. (Lebbafter Beifall.)
Nach Erledigung einiger kleinerer Vorsagen kommen
die Wahlrechtsanträge zur Verhandlung. Noch bevor eine
begründung der Anträge erfolgt ist, ergreift das Wor der
Minister des Innern v. Moltke zu der Erklär
ung. daß im Ministerium des Innern mit Nachdruck ar
den Vorarbeiten für eine Ausgestaltung der Mablrefo
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Frankreich.
In Betreff der Rückkebder des Divisionsgenerals
Ddemade nach Frankreich heben m ere Blätier hervor,
ie Erseßung des Generals Damade durch den Brigade—
zeneral Moinier sei nur die logische olge der bereits
urchcteführten und noch fortzusetzenden Beanengerung der
Ikkupationstruppen in Marofko. Die Verleihung der als
jöchste militärische Auszeichnung geltenden Militärmedaitle
in General Damade wird von den miisten Blättern mit
ßennatuung aufgenommen.
* Die für Dienstag angekündigte in Par's abzuhaltende
Zitung des deutsch-französijschen Haudels-Romitees ist
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