Full text : Dudweiler Zeitung

Inales. —
Der Verband der technischen Grubenbeamten
der preuß. Staatswerke hielt am 16. und 17. ds. Mis
seinen 2. Veibandetag in Dortmund ab. Zu dem Vexbandsljage
 waren Vertteter aus allen Beigbaurevteren Preußzens
erschienen mit Ausnahme des schlesischen Reviers; dem Ver—
treter dieses Revi-is warde von setiner vorgesetzten Sböcde
der Urlaub nach Dortmund verweigeri. Dem Verbands:age
lag der Eniwurf imes reuin Statutes vor, des das
Verhältnis der Otis ruppen und Bezirksvereine und deren
Vorftände zu dem Vertand⸗ regeli. Die Sterbegeldversich⸗
eung, nach der jedem Mugliede ein nach dem Eirtritts alter
verschieden hohes Steibegeld gewaort ward, wurde guige—
htißen und der Verirag mit der Vebersvdersicherungs-Akrien—
gesellschaft „Deuischland“ abgeschlossen. Nach dem neen
Statut wird bei Streitfragen von prinzipieller Sedeu ung
Rechtoschutz gewährt, außerdem können an bedürftiße Hinter—
bliebene vernorbener Verbandsmiiglieder Unterstitzungen
gezahlt werden. Dem Veberdsnage lag ein Alttag vor auf
Abänderung des Namens des Verbardes. Es wunde be—
schlossen, daß der Veabaud sotan den Namen „Viband
sechnischer Berg-⸗, Hürten- und Salinenbeamten der pteuß
Staaiswerle“ ühren soll. Der Sitz des Verbandes wurde
nach Soarkrücken verlezt. Als Verdandsorgan dient in Zu
kunft die Zeitschrift „Der tecnische Wecksbeamte“, die dreima!
monatlich erscheiifs. Ter Antreg auf Gillndung einer
srankenkaßse wurde abgeletnt. Ferner wurde der Antraç
angenocemen, wonach angistrebt werden soll, daß in Zakanf
bei der Anstellung von Sieigecn die einzelnen Bejirke nich
jur sich rangieren, sondern daß die Anstelung wie bet an—
dern Beamtenklassen derait ersolgt, daß die sämtlichen Be—
zirke als ein ganzs zelten. Ter nächste Verbandstag sol
VPtitte Juli in Saarbrücken statifinden. Dem Virbanddtag
—DD
Zeche „Minister Stein“ an.
Die Beaussichtigung von Schülerausflügen. Di
kKönigliche Regierung in Breslau beztichnet es als austeichend
wenn außer dem Leiter der Anstalt noch der Klassenlehrer
Echterin) usd, falls die Zatl der Schüler einer Klasse 40
uberscheeitet, noch ein zweiter Lehhrer (Lehrerin) zur Beau'
sichtigung m'tfährt. Nur bet Ausfluügen von Pensionaten
deren Zöglinge einer besonders sorgfältigen Beaufsich igung
bedürsen, sei schon, wenn die Zehl der Schulerinnen emer
Klusse die Zahl 20 übersteigt, de Mitfahrt einer zweiten
Lehrerin stetthaft.
Ein Aufsichtsdienst soll bei allen größeren Truppenübungen
 engerichtet werden, zu dessen Ausubung besondere
Abtetlungen gebiidet werden. welche unter Führung eines
berittenen Landzendarmen stehen und außerdem je einen
Unteroffizier und einem Gefreiten der an den Trupper üb
ungen teilnehmenden Kavallerieregimenter zugewiesen erhalten.
Der Zweck dieses Aufsichtedienstes ist vornelmlich die Ver
jütung von Flurbeschädigungen durch Zuschauer und haben
zu dem Ende die Au'sichts-Abteilungen die nicht zu den
Truppen gehörizen Zuschauet von dem Betreten bestellter
Fr.uren zurückzuhalten bezw. denfelben geeignete Aufftellunge⸗
punkte anzuweiser. Als besonderes Dienstabzeichen lege bie
Mannschaften zum Waffenrock usw. wie zum Manter einen
Ringkragen von weißem Blech anr, auf welchem sich zwei
Woppenadler in Gilh hefinden

Aus Nah und Fern.
* Trier, 20. Aug. Die Stadtverordnetenvers mmlung
zu Bernkastels Cues faßte einsiimmig den Beschluß, dahin vor—
stellig zu werden, daß die Mosel von der Einmündunz der
Ruwer bis Koblenz in zwei Weinkaugebiele eingeteilt werden
wmöchte und zwar zusammenfallend mit den Grenzen der Re
gierungsbdezirkte Triet und Coblenz.
* Köln, 21. Nug. (E 77 unlupuur. vwei
der Station Horrem ist ein Güterzug in einen Personenzug
 gefahren Zwei Bahnbeamte wurden getöteit.
* Straelen, 21. Aug. (UUeberfahren.) Von ei—
nem Zuge der Geldernschen Kreisbahn wurde kurz vor
Station Auwel das zweisährige Söhnchen eines Straßenwärters
 uberahren und getötet.
* Breyell, 21. Aug. Eitgenartiger Tod.) Eine
zejahrte Frau wurde von einem Fischer im sog. Breyeller
See mit dem Kopfe im Schlamm steckend tot aufgefunden.
Die Frau scheint in der Dunkelbeit vom Wege abaekom—
men zu sein.
* Aachen, 21. Aug (Elbtern, achtet auf die
Kleinen. In Euendorf wurde das 4jährige Söhn—
hen eines Gastwirts übersahren und getötet. Das Kind
hatte mit anderen Kindern auf der Straße gespielt, sich
dann plötzlich von seinen Gespielen getrennt und war di—
rekt vor den Kleinvahnwagen gelaufen.
* Arnsberg, 21. Aug. (Im Beruf getötet.)
Der Sohn Hermann der Witwe Geue aus dem nahen
Niedereimer geriet auf dem Anschlußgleise der Hüstener
Hochöfen zwischen die Vuñffer zweier Eisenhahnmagen G
war sofort tot
* Caternberg, 21. Aug. (Berunglückte Ar—
beiter.) Auf Zeche „Zollverein“ stürzte ein 353 Jahre
alter Bergmann so unglücklich vom Ueberbau auf Schacht
1 und 2, daß er sofort tot war. Ein Maschinist wurde
auf denselben Schächten durch die Koksausdruckmaichine
zu Tode gedrückt.
* Aus der Vorderpfalz, 21. Aug. (Der Mäuse—
kriege) Gegen die Mäuseplage wird jetzt in vielen Ge—
markungen unter Benützung von Mäusetypusbazillen er—
folgreich angelämpft. In den letzten Tagen wurden Zehn—
tausende von Mäusen und Hunderte von Hamstern getö—
tet. In Westheim bei Germersheim wurden in vergan
gener Woche über 70000 Mäuse abgelieiert. wofür die
Gemeinde 1400 M. zu zahlen hatte.
*Frankfurt, 21. Aug. Bom Auto getötet.)
Der ftädtische Straßenreiniger Heinrich Fuhr, Gneisenau—
straße 3 wohnhaft, wurde in der Hanauer Landstraße von
einem Automobil überfahren und so schwer verletzt, daß
er noch nachts im Kranlenhaus starb. Der Besitzer des
Automobils soll ein hoher Herr aus Berlin sein.
* Offenbach, 21. Aug. (Zu dem Offenbacher
Unglück. Sämtliche sieben Opfser (sechs Kinder und
der edle Retier) des Unglücksfalles an der Gerbermühle
sind nunmehr geborgen. Die Leichen wurden nach den
Sachsenhäuser Friedhof gebracht. Die Eltern der ertrun
kenen Kinder sind zumeist unbemittelte Leute. Das jüngst«
Kind ist zehn Jahre alt, die meisten zwölf Jahre, das
aͤlteste dreizehn. Die Offenbacher Kommunalverwaltung
veabsichtigt, wenn die Eltern zustimmen, alle Ertrunkenen
— die sechs Kinder und den Arbeiter —, in einem Mas—
sengrab auf Kosten der Kommune zu beerdigen. Sie wil
auch die Eltern des bei der Rettung erkrunkenen Arbei—
ters Göding unterstützen. Ueber die Schuldfragen finden
noch eingehende Ermittelungen der Kriminolpolizei statt.
Durch die Oeffnung der Schleuse war das Wasser an der
Floßrinne von etwa 15 Zentimeter auf zir?a 3 Meter ge—
tiegen. — Die Lehrerin, Fräulein Steitz, welche aus
Mainz fammt und 39 FSahbre alt ist, ift aanz verzwei

selt. Ste wollte Selpyrmord vegehen, und es gelang nu.
nit vieler Mühe, die Unglückliche von ihrem Vorhaben
urückzuhalten. — Eine weitere später eingegangene Mel—
zung besagt: Es sind jetzt mehrere Schulknaben ermittel
worden, die den elfjährigen Schüler Schnell voué
Bornheim als denjenigen bezeichnen, der das Hebelwer
»er Floßrinne in Bewegung gesetzt hat. Schnell dageger
ucht die Schuld auf einen unbekannten älteren jungen
Menschen abzuwälzen, den aber einwandsfreie Zeuger
nicht gesehen haben wollen. Die Leichen der Kinder wur
den am Samstag Nachmittag, nachdem ihre Freigabe
durch die Staatsanwaitschaft erfolgte, nach dem Offen
bacher Friedhof übergeführt. wo sie in einem Massengrab
auf Kosten der Stadt Ofsenbach beerdigt werden. Die
Leiche des bei dem Unglück ertrunkenen Arbeiters Göbig
wird in seine Heimat Heinrichtal im Spessart gebracht.
* Karlsruhe, 21. Aug (Karlsruhe und Zep
pelin.) Auf die Einladung des Stadtrates an der
Grafen Zeppelin zu einem Besuch in Karlscuhe hat Di
rektor Colsmann geantwortet, daß die Luitschiffbaugesell
schaft die Schaffung eines Ankerplatzes in Karlsruhe be
Zzrüßt und glaubt. daß sie bei den im Herbst von Frank
zurt aus mit dem Luftschiff „Z. 3“ zu unternehmender
Fahrten gerne diesen Platz benutzen werde. Der Stadt
rat hat daraufhin alsbald die erforderlichen Kredite zurn
Anlage einer Luftichiffankerstelle nebst den nötigen Hilfs
gegenständen auf dem Karlsruher Erxerzierplatz bewilligt
* Siegburg, 21. Aug. EEr folg des Bierbohy—
kotts.) Die Verkleinerung der Biergläser, bezw. die
Bierpreiserhöhung hatte hier eine solche allgemeine Ent—
haltsamkeit der Biertrinker zur Folge, daß de Wirte be—
schlossen, wieder zu den alten Maßen und Preisen zu—
rückzukebren

Aus aller Welt.
* Unterschlagung. In der preußischen Lotteriekollekt
von W. Koppel in der Kronenstraße Gerlin) sind bedeu
toende Unterschlagungen vorgekommen. Durch falsche Buch
ungen gelang es dem Kassierer Günther, Beträge, die auf
10 000 Mark geschätzt werden, zu veruntreuen. Nachden
die Behörde von den Verfehlungen Kennmis erhalten
wurde Günther verhatet
* Ein Defrandant. Das Landgericht Eisenach verur—
teilte den Direktor der Thüringer Tonwerke, Schiller, we
gen Unterschlagung von 51 000 M. zu zwei Jahren Ge—
fängnis.
* Geständnis eines Mörders nach zehn Jahren.
Am 10. August 1899 wurde im Grafenberger Walde bei
Düsseldor; die Arbeiterfrau Keukens, die ihrem Manne
das Mittagessen bringen wollte, ermordet ausgefunden
ohne daß eine Spur des Mörders entdeckt werden konnte
Jetzt hat, wie der „B. L.A.“ meldet, der Fleischergeselle
Lentz, der gegenwärtig eine sechsjährige Zuchthausstrafé
derbüßt, eingestanden, als 15iähriger Bursche die Frau
erstochen und das benußte Mordmesser bei einem Flei—
schermeister in Köln gestohlen zu haben. Die Staatsan—
waltschaft leitete auf Grund der detaillierten Anaaben des
Mörders eine neue Untersuchung ein.
* Von Räubern überfallen. Aus Beuthen wird
berichtet In der Nacht wurde der Händler Schweitzer
aus Milowice von drei Räubern überfallen. Er er—
hielt, als er sich zur Wehr setzte, cinen Schuß durch den
Hals und einen durch den Arm. Seiner herbeieilenden
Tochter schossen de Ränuber in den Rücken. Sie entkamen
trotz der sich in der Nähe aufh iltenden Grenzsoldaten nach
Preußen. Der eine der Räuber soll Lytko und der an—
dere Soßniera heißen. Beide sind ru sische Untertanen
und durch wiederholte Diehstöhle autch don vreuzßischen
Behörden bekannt
* Du sollst nicht mogeln. Wie verlautet, haben die
Kaffee-Nachzoll-Dellarationen verschiedener Großhändler zu
Beanstandungen der Zollbehörde geführt und es haben
infolgedessen vorläufige Beschlagnahmungen stattgefunden
In einem Falle soll es sich um 250 Ballen handeln.
* Pfeilereinsturz. In der Ofener Hofburg (Ungarn)
stürzte ein großer Steinpfeiler in dem Augenblick' ein, als
eine große Anzahl Privatpersonen die Hoiburg besichtig
ten. Vier Personen wurden schwer verletzt.
* Auto und Eisenbahnzug. In Paris wurde ein
Automobil an einem Bahnübergang der Linie Paris—
Arpason von einem Zuge erfaßt und zertrümmert. Die
beiden Insassen. zwei Ingenieure, wurden auf der Stelle
Jetötet.
*æ Beschlagnahmt. Wie die Pariser „Humanite“ mel
det, ist das Blatt an der spanischen Grenze beschlagnahmt
worden wegen seiner Haltung gegenüber den Eroianissen ir
Barcelona
* Zur Ballonlandung in Rußicnd. Die Hülle des
aus Rufland nach Berlin zurückgekehrten Militärballoné
‚Tschudi“, der bekanntlich kürzlich von russschen Grenzsol
gaten beschossen und beschlagnahmt wurde, ist in der Bal—
onhalle in Schmargendorj einer eingehenden Besichtigunç
uinterzogen worden. Es ergab sich, daß der Ballon von
einem Geschoß durchbohrt war. Diese Festitellung geschah
in Gegenwart militäriicher Sachverständiger. Die Angele—
genheit wird durch Mifteiluna an 28 Nusmärtiage Am—
weiter verfolat
Zwei wichtige Gedenktage.
Am 24. Augrist dss. Is. jahrt sich zum 150. Mal«
der Tag, an dem Ewald Christian von Kleist der
Wunden, die er bei Kunersdorf davongetragen, erlag.
Er war ein Dichter von warmen Gefühls und tiefer
Natursinns, ausgezeichnet in seinen Liedern und Elegien
zerühmt als Sänger des Frühlings und zugleich als ei
zier der tapfersten Helden Friedrichs des Großen, dessen
riegerische Verdienste leider nicht die volle Würdigung
sjanden. Nachdem er in Königsberg die Rechte studier
zatte und zu Kopenhagen in dänische Dienste getreten war,
wurde er 1740, 35 Jahre alt, von Friedrich dem Großen
cxuricfasfnardert und erhielt JTann am 12 Auaust 17539

B⸗
eneral von Avenslenen.
tια ον ανιιινα— ] — — —

cwald fristian von Reisr.
—E —

— —
Humoristische Ecke.
*Wenn England so fortfährt, Kriegsschiffe
u bauen, wird es bald zu wenig Leute zur Bedienung
Jaben und muß dann zu guter Letzt gar — deutsch
Mannschaften einstellen.
*Bleriot und Zeppelin. Bleriot: „Wie viel—
nal breiter müßte der Kanal sein, damit Sie nicht im
Ztande märoen, denielben zu üherfsiegen?“

*—König Alfons will avsolut nach Afrika gehen
und sich an die Spitze seines Heeres stellen. — Mein Gott
man kann es ihm auch nicht verdenlen. wenn er sich —
in Sicherheit bringen will.
*zZum Andenten an den französischen Luftschif
ter Bleriot und seinen Flug vom 24. Juli 1909 will die
englische Regierung — vier neue Dreadnoughts bauen.
*zUnverbürgdtes. Der jugendliche Schah von
Persien hat über die angeblich noch immer ernste Lage in
Teheran herzlich gelacht und erklärt, daß ihm alle dies
—V—
*Au weh! In Marokko bekommen die Spanier
Schläge, daß es ihnen nicht bloß gelb und grün, sondern
bereits ganz — me — lilia vor den Augen wird.
*zZeitgemäße Vermutung. „Droben am
Dach poltert's, geh zua, Schorschl, und schaug, ob net a
Luftschiffer oben 'rein g'fallen is!“
*Seltsam. Doribürgermeister (bei einem Gewitter
am Fenster): „Zum Kuckuck, jetzt hat's erst einmal ein—
g'schlag'n, und an drei Plätz brennt's schon!“
*cModern. Opernsänger (zum Inhaber eine Rekla—
mebureaus): „Lieber Freund, was könnte man denn so
unternehmen, daß wieder einmal überall von mir ge—
sprochen würde?“ — Inhaber: „Das Modernste ist halt
— Stimme verlieren!“
*zDringend notwendig. Der Aermelkanagh
wird nunnmehr, wie uns von sehr unverläßlicher Seite be
richtet wird, geheizt werden, damit die verschiedenen Luft
schiffer, die ihn jetzt unsicher machen, sich keinen Schnup—
fen zuziehen, wenn sie hineinplumpien

Teleuramnme.
Biberach, 21. Aus. Zwei Kinder eines Steinhauers,
ein Knrabe und ein Mädchen, sind nach dem Genuß von
Vogelbeeren unter Vergiftungserschtinungen gestorben.
Hagenau, 20. Auo. Heute morgen legte sich die Frau
des Fabrikardeiters Mayounet in St. Ludwig i. Ell. in der
Näh von Lörrach auf die Schienen, wurde vom Zug über⸗
fahren und soforz geiöter. Eheliche Zwistigkeiten sollen z die
Fiau in den Tod getrieben haben.
München, 23. Aus. Im Schwarzwald-Tale, einem
Seitentale des Zillertales, ist der bekannte Jansbrücker Zahn—
arzt Dr. Joh. Egger beim Edeiweispflücken abgestürzt. Sein
Begleuer fand ihn als Leiche auf.
Posen, 24. Aug. Em nach Friankfurt an der Oder
fahrender Zug stieß mit einem Sonderzuze zusammen, der
von Kunersdorf abgelassen war. Der Zug war in Folge
der Feier des 150. Gedenktages der Schlacht bei Kuneisdorj
stark besetzt. Bei dem Bahnu fall wurde eine größere An⸗
zahl Personen verletzt. Ihre genaue Zahl ist noch nicht festge—
setzt, auch weiß man noch nichts über die Ursache oes Unglücks
Liegnitz. 23. Aug. Der Gutsbesitzer Flöter in Con⸗—
radewal sau befand sich auf einem Sirnbdaum, um einigt
Früchte zu ecnten, als sein Nachbar, der Gutsbesitzer Hanke,
voruberging, um auf die Hühnerjagd zu gehen. Im Scherze
legte Hanke auf Flöter an, der Schuß ging los und der
Getroffene fiel tot aus den Zweigen des Baumes zur Erde
niet e.
Rom, 20. Aug. Das italienische Militäluftschiff, das
drei glückliche Fahrten gemacht hat, versagte heuse morgen und
fien in den Braccianosee. Näheres fehlt noch. Vielleicht
liegt ein Motordefekt vor; auch bieß ee, die Gonder sei
doppelt so stark besetzt gewesen als früher.
Mailand, 23. Aug. Ein schwerer Lawinen⸗Unfall trug
ich geftern ia den italienischen Alpen zu. Beim Abstieg von
dem 3000 Meter hohen Pizza Soretta wure auf der
Spluegen ein Mailänder Tourist namens Cerola Adami
von einer Lawine erfaßt und sofort gerötet.
Paris, 21. Auz. Gestern nachmitag e folgte auf der
Eisenbahnlinie Paris-Arpajon, wo vor einigen Tagen bei
einem Unfsall 12 Personen den Tod gefunden hatien, ein
neuer Unfall. Ein Rutomobil wurde an einem Bahn—⸗
Uebergange von einem Zuge erfaßt und zertrümmert. Die
beiden Ansassen. awei Ingenieure, wurden auf der Stelle ge—
töte.
Paris, 23. Auo. 125 Soldaten sind damit beschäftigt
bei Bopulisse eine Halle zu errichten, die das lenkbare Mili
närluftschiff „Kepublique“ aufnehmen soll. Es ist der Plan
gefaßt das Lu tschiff zu den großen Manövern inmittenFran“⸗
reich zu verwenden, welches bisher geheim gehalten wurde.
Petersburg, 21. Aug. Die G.heimpolizei in Jekater—
uoslaw hat ein ganzes Rekruten-Panama aufzedeckt, an dem
mehrere hundeit Personen beteiligt sind, die sich mit ge—
chäfismätziger Besreiung junger Leute vom Militärdienst be⸗
chäftigte. An der Spitze des Unternehmens stand ein ge—
wisser Edentow, bei dem Beweismatertial dafür gefunden
wurde, daß er über vausend Personen in ganz Rußland vom
Miluä.dienst befreit hat. Durch den beschlagnahmten Briefwechsel
 sind Politiker, Aerzte und andere Personen in allen
Teilen Rußlands kompromittitt. Eventow bot nach der Auf—
deckung der ganzen Sache dem Polizeichef 10 000 Ruaubel.
wenn die Angelegenheit unterdrückt würde. Der Polizeichel
mußte aber seinen Gtund haben, sich nicht darauf einzusassen,
denn Eventow ist sofort in das Gefängnis abgeführt woiden.
Die Untersuchung nimmt ihren Fotigang und wird jedenfalls
noch zu einer großen Zahl wiiterer Verhastungen führen.
Newyort, 23. Aug. Auf der neuen Automobil⸗Renn⸗
bahn in Indianapolis eretgnete sich gestern bei dem 300
Mellen Rennen ein schweres Unglück. Der Führer Mer
verlor wahrend der Fahrt die Gewalt über seinen Wagen
und sauste mit seinem Automobil gegen eine Bartiere, hinter
der eine Anzahl Zuschauer Auffiellung genommen hatte. Die
Moschine flog in das Publilum. Drei Perfonen wurden
sofort getötet, eine Frau törlich verlezt. Eme giößere Anu—
zahl erlitt Quetschungen nnd Brandwunden. Auf der Bahr
die erst am Donnerstag tröffnet worden ist, waren bereit
tis Samétag abend sechs Todesfälle zu verzeichnen, z vei
von diesen entfallen allerdings noch auf die Reise zur Bahr,
in deren unmittelbarer Nähe am Samstag zwei Insössen
eints zur Wetifahrt fahrenden Autom bils tötlich verun⸗
glückten.
Newyork, 23. Rug. Die beiden amerikanischen Kriege—
schiffe die im Bau begriffen sind, sollen größer werden als
die letzten die Ergland vom Stapel gelassen hatte. Die bei—
den Schiffe „Arkansas“ und „Wieconsin“ werden 26 000
Tonnen Inhait haben und mit einer Geschmindigkeit vop
32 Knoten sahrer.
Melilla, 23. Aug. Der spanische Torpedozerhnöerer Terro
erlu: Havare in der Nahe des Ties Foicas durch den Zu—
saummenstoß mit einem „roßen Fisch, von welchem die Matro
Fien kebauplteu. dak dieser etwä 8 Meter laug gexwesen sai
            
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