»Dem Unterha«us wurde vom Minister des Aus
värtigen der Schiedsgerichtsvertrag zwischen Rorwe
gen, Brasilien, NRicaragua. Argentinsen ung VPortugal
orgelent.
Norwegen.
* Dem Kriegsminister Lo w'z o w wurde der Abschied
bewilligt unter gleichzeitiger Ernennung zum General der
Kavallerie. Sein Nachfolger im Minifteramt ist Oberst
Spoerek. Auch der Justizminister Casfiber g dürfte
sehr bald abgehen, da eine agrariozialistische Gesinnung
in der Regierungspartei teilweise inle—
Japan.
* Von den Vertretern Chinas und Japans
wurde in Mukden ein Memorandum unterzeichnet
wodurch die Streitigkeiten wegen der Antung-Mut
den-Bahn praktisch als beendet betrachtet werden kön
nen. Den Bestimmungen gemäß sagt China der japani
schen Regierung jeden Beiftand bei dem Ausbau der Ei
senbahn zu und zieht alle Einwände zurück. Die amtliche
Mitteilung an die Mächte, in welcher über das Fortschrei—
ten der Unterhandlungen ausführlich berichtet wird. foll
ergehen
Marokko.
* Wie dem „Matin“ aus Madrid gemeldet wird
hat die spanische Regierung den General Mar mna benach
richtigt, daß sie alle seine Forderungen auf Tru ppen
verstärkungen ersüllen würde. Daraufhin forderte
der General die Entsendung einer Marsch-Diwistion in de—
Stärke von 8000 Mann, wodurch die Streilräfte am Ri
auf 40 000 Mann gebracht werden. — Nach Meldunger
aus Melilla beschossen die Spanier die Berge vor
Grurugu. Der Militär-Ballon stieg auf und erkundete die
Umgebung von Nador, wo seit mehreren Tagen eine seh
lebhafte Bewegung unter den Mauren beobachtet wird
Bei einem unsedeutenden Scharmußel wurden zwei spa—
nische Soldaten verwundet.
*Die Riffleute griffen an mehreren Stellen in
der Nähe von Melilla den täglichen Provianttransport
an. Die Spanier hauen dabei zwei Tote und 3wöli
Verwundete, darunter ein Offizier. Es verlautet,
die Führer der Kabylen unterhandelten in Algier über
den Anlauf von zwei Kanonen. wofür fie 70 000 Fran
ken oder Minenbesitz böten
Wie „gespart“ wird.
Ueber eine außerordentliche Geldver schwend—
ung beim Besuch des Karserpaagres auf der
Hohensyburg berichtet der „Iserl. Kreisanz.“:
Konnte nicht die gleiche Würde mit all den erheben⸗
den Momenten vollauf gewahrt werden, wenn für den
einstündigen Besuch des Kaiserpaares käine 700000
Mark verausgabt worden wären? Mich dünkt
die Summe an der Aufenthaltszeit gemessen enorm hoch;
die hohen Besucher scheiden natürlich bei der Ventilierung
der Frage ganz aus, denn die Huldigung der Märker wäre
auch mit weniger Hunderttausenden genau so überwälti—
gend und für das Kaiserpaar- genau so ergreifend gewe—
sen. — Mit Verlaub also, meine Herren, hier hätte man
ruhig einen Hauch der modernen Zeitkrankheit. genanni
Sparsystem“, fühlen sollen.
Ein derartiges Hinauswerfen des Geldes paßt frei—
lich schlecht in eine so ungünstige Zeit wie die jetzige, wo
allenthalben Geldnot erricht. Weniger als je “ist die
Zeit zu übermäßigem Prunk geeianei.
Die Kretafrage.
Da auf der Halbinsel Chalkidike bei Grie—
hein zahlreiche Waffen gefunden wurden, gingen
Truppen dahin ab, zwects Entwaftnung dber arie⸗
bischen Bevölkerung.
Wie das „Reutersche Bureau“ erfährt, enthält die
Rote der Schutzmächte an die Turkei we⸗
der dem Inhalte, noch dem Wortlaute nach etwas pe—
remptorisches. Die Note bedauert, daß die Türkel die Bei
kegung der Krisis in Kreta nicht den Händen der Schutz⸗
mächte überließ, die jedwede Bereitwilligkeit zur Wahr⸗
ung der türkischen Interessen auf der Insel gezeigt hätten.
— In Bezug auf Mazedonien wird der Pforte
stahegelegt, im Interesse des Friedens sei der beste Weg
in Appell an die Berliner Signartärmächte, denen jede
Beschwerde, die die Türkei etwa zu führen babe, vorge
egt werden könne.
Nach einer Konstantinopeler Meldung des Matin“ ist
sie Boytkottbewegung gegen die griechischen Wa—
xn in Konstantinopel eingestelll worden. Die Berichte
mis der Provinz lauten ebenfalls günstig.
Der Mimister des Aeußern, Riffat Pascha, aͤͤu—
zerte sich gegenüber einem Diplomaten, die Kollettiv,
rote der Schhutzmächte hätte die Vforte sehr 63
— AE———⏑—⏑— ——⏑— o⏑———⏑— —⏑—⏑ —⏑⏑—⏑⏑2⏑2 —33————————————B “800c—
len einsach und ruyig im Gegensatz zur Vinie der ehr⸗
geizigen und aufrührerischen Arabella. Nun aber kommt,
wenigstens für mich, das interessanteste Moment des Gan—
zen. Der zweitletzte Langdon verarmte, und von Schul⸗
den überwältigt, begab er sich seines Titels und verkaufte
jeine Besttzung, um seine Verpflichtungen zu decen. Trotz⸗
dem forschte ich auch nach seinen Nachkommen. Sein Sohn
heiratete eine Sizilianerin, und das Kind aus dieser Ehe,
ebenfalls ein Sohn, scheint ganz unzweifelhaft der junge
Maler zu sein, von dem Sie vielleicht schon gehört
haben werden — ein Bild von ihm war in der New
Ballery ausgestellt und viel besprochen worden, auch lie⸗
ferte er mehrfach Illustrati onen für bekannte Zeitschriften.
Sein Werk wurde sehr verschieden beurteilt, beifällig von
dem einen Kritiker, absprechend von dem anderen, jusi
fing man an, von ihm zu reden, da verschwand er, ohne
eine Spur zu hinterlassen. Das war zum mindesten un⸗
klug von einem Anfänger, der doch offenbar eine Karriere
dvor sich hatte. Indessen scheint er wieder aufgetaucht zu
fein; denn gestern sah ihn einer unserer Berichterstatter
am Strande spazieren gehen. Sein Atelier war früher in
Parkers Mietpalast und ist wahrscheinlich auch noch da⸗
selbst. Sollten Sie, Me. Mackenzie, nach dieser Wendunq
der Dinge noch immer legitimistisch gesinnt sein, so wer—
den Sie fürderhin nicht mehr Lord de Bruce, fsondern
denem jungen Maler Robert Langdon in Parkers Hause
als Lehensmann huldigen müssen!“
„Aber das ist doch alles noch nicht bewiesen“, rief
Charles erregt.
„Hied liegen die Beweise vor Ihnen“, sagte Miß
Amy würdevoll.
Mit diesen Worten erhob sich Amy majestätisch im
Bewußtsein ihrer Stellung als Chef so und so vie—
ler Gehilfen, Schreiber und Reporter dort im Hinterhause
am Sttand der Themse. Charles dagegen war so nie—
dergeschmettert, daßz ihm wenig daran gelegen war, 06
vartet. In den Kreifen des zungturkischen zromitece e
zeichnet man die Antwori Griechenl'ands al—
uwwerschämt, da angeblich neue Beweise vorliegen, dafß
verlleidete griechische Offljiere abermals neue mazedonische
Banden —— —. Wie in Pfortekreisen verlautet, soh
die ariechische Note nicht beantwortet werden
Zur Berliner Fahrt des „Z3. 3“
Der Vorschlag des Generaltommandos in Berlin, dem
Grafen Zeppehn zu bvitten, über der Reichshauptstadt vor
seiner Landung eine Schleifenfahrt, welche alle Berliner
Staduteile berühren wird, ermöglicht allen Bewohnern der
Reichshauptstadt. das Luftschiti des Grafen. welches nicht
L
leu Wels
—
aorienoort⸗
*
AlIchterfelde —
— 9 J
allzu hoch über den Häusern dahin schweben wird, ge—
aam in Augeunschein zu nehmen. Vor allem soll dadurchk
das fonst zu erwartende lebensgefährliche Gedränge am
Landungsplatz und seinen Zufahrtssiraßen vermieden wer.
den. Unsere Karte veranschaulicht die projektierte Route
des Grafen Zeppelin nach seiner Ankunft vor Borsim
* Friedrichshafen, 221. Aug. Gom „Z. 3.) Aus
Friedrichshasen wird mitgeteilt, die Freunde des Grafen
Zeppelin in Friedrichshafen wären ziemlich befremdet über
die Einzelheiten des Verliner Programms, namentlick
iiber die Bestimmungen der Schleifenfaährt und die Daue
des Ausenthaltes. Ob eine so genau festgelegte Schleifen
ahrt über der unbekannten Millionenstadt sich durch üh
len lähßt, hängt vom Wetter ab. Der Ballon wird waht
cheinlich die Berliner Reise ohne Probefahrten unter—
iebrnen. Man kann also immerhin mit Zwischenfällen be
einer solchen Fahrt rechnen. Ob Graf Zeppelin überhaup
in der Fahrt teilnehmen wird, hängt allein vom Ver
auf seiner Krankheit ab. An einen 8- bis 10tägigen Au
enthalt in Berlin denkt niemand. Erstens ist ohne Bal—
onhalle ein solches Experiment recht wagehalsig und zwei—
ens muß „Z. 3“ bereits am 2. September wieder am
Bodensee sein, da er am 3. und 4. September den Min
gliedern des Bundesrates und des Reichstages vorge⸗
führt werden soll. Das Berliner Progranim wird aufn
noch Aenderungen erfahren müssen.
*Berlin, 21. Aug. Der Kaiser und die kaiser—
liche Familie werden sich am Tage der Landung
des Grafen Zeppelin auf dem Tempelhofer Felde
in das Kasino des Königin Augusta-Garde-Grenadier⸗Re—
gziments NAr. 4 begeben. Hiesigen Blaͤttern zufolge wird
Braf Zeppelin während seines Beriiner Nufenthaltea im
aiserlichen Schlosse wohnen.
* Halle, 21. Aug. („8. 3ꝰ in Bitterfeld.) „3.
z“ landet in Bitterfeld am 27. August Nachmittags vor
der Ballonhalle, wohin Militär kommandiert ift. Graj
Zeppelin trifft dort am 28. August ein; offizieller Em—
pfang ist verbeten. Der Aufstieg erfolgt um 12 Uhr Mit⸗
tags am selben Tag, die Ankunft in Berlin gegen 8 Uhr
Nachmittaas
T ——— ———— —— ——
er Zeiß Amy verietzt yade oder nicht. In feinem Herzen
wußte er nur zu gut, daß sie recht hatte, daß sie mif
ihrem scharfen, klugen Geift bis auf den Grund des
Quells, der die unbollkommene Wahrheit barg, gedrungen
war, wahrend der seinige kdaum die Oberfläche gestreift
hatte. Und doch konnte Charles das Ungeheuerliche nicht
ganz auf einmal fassen. Sollte er denn wirklich nur des
halb so lange gestrebt und gekämpft und so manchen
»erborgenen Umstand aus dem Duntel der Vergangenheit
defreit und ans Tageslicht gefördert haben, um die hoh
Abkunst jenes Mannes zu beweisen, den er vor allen an
eren Männern haßte und gerade wegen seiner Armut und
Niedrigkeit verachtet hatte? Daß von allen Männern ge⸗
ade Robert Langdon derkenige sein sollte, der die Fruch!
einer Mühen genießen und sich der hohen Ehre erfreuen
ollte, die er der Familie de Bruce zu erobern erstrebt
Jatte? Das war zu viel für Charles. Dann erinnerte ei
ich der vornehmen Ruhe und Selbstbeherrschung, die den
ungen Mann auszeichneten, und ein furchtbarer Grimn
vühlte in seinem Innern. Amys kühle Ruhe und das
urze Auflachen, mit welchem Lord de Bruce die über
aschende Kunde aufgenommen hafte verdoppelten nur
einen Unmut.
„Ich kann Sie nur meines aufrichtigen Dankes ver⸗
sichern“, wandte sich Edgar jetzt an die junge Schriftstel⸗
lerin, „wenn Sie meine Freunde davon überzeugen kön
nen, daß ich daraus keine königlichen Ansprüche zu ma—
hen habe. Die sogenannten Ansprüche sind stets die Plage
und der Unstern meines bisherigen Lebens gewesen, und
ich weiß, daß meine arme kleine Schwester sich auch
nichts daraus gemacht hat. Ich kann jetzt noch keinemn
klaren Gedanken fassen. Ich komme soeben von Afrika
zurüch, und so wird es Ihnen begreiflich scheinen, daß
nichts mich interessiert nach dem unerwartelen Verlust,
von dem ich erst hören mußte, als schon Monate dar—⸗
über verflossen waren “ —
u2 iu— —A
Frankfurt, 20. Aug. (Bon per a“.
letzte Aufstieg des Barous de Caters dauerte nur
Minuten und einige Sekunden, weil plötzlich die Flüger
schraube den Dienft versagte. Dann unternahm noch Her
Euller einen Aufstieg und flog in schönem Vogen, feit
weise in einer Höhe bis zu acht Melern über den Flug
platz. Er mußte aber nach 30 Sekunden zur Erde gehen
weil ihm seine Mütze vom Kopfe flog und zwischen di
Schraubenflügel geriet Den Flugverfuchen wohnten de
Herzog und die Herzogin von Sachsen⸗-⸗Altenburg bei.
* Rom, 21. Aug (cEin Unfall desifalieni.
sichen Militärluftischiffes) das italienisch.
Militärluftschiff, das drei glückliche Fahrten gemacht hat
versagte gestern Morgen und siel in den Braccianosee
Vielleicht liegt ein Motordefekt vor; auch heißt es, di—
Gondel sei dovpelt so stark heseßt gewesen als früber.
Schütte und Rettig.
Ein interessanter Patent-Prozeß auf dem Gebiet der
Motorluftschiff-Technik bereitet sich nach Mitteilungen der
„Motorlustschiff⸗Korrespondenz“ vor. Professor S chütte⸗
Danzig, der betannilich im Verein mit der Firma Hein
rich Lanz-Mannheim ein Meotorlufischiff mit 19 000 Ku—
bikmeter Rauminhalt baut, hat in letzter Minute gegen
die von Oderbaurat Rertig angemeldeten Patente für
sein Luftschiffgerippe aus Holz; Einspruch erhoben.
Auch Schütte hat für die Konstruktion seines Luftschiffkör—
pers Holz verwandt, und wenn die Patente in dem
Sinne durchgehen, wie sie Rettig beantragt hat, dann
würde Schütte nicht berechtigt sein, sein Luftschiff in dem
Sinn, wie er es plant, zur Ausführung zu bringen. —
Oberbaurat Rettig seinerseits steht auf dem Standpunkte,
daß er als erster den Gedanken gehabt hat, Holz für die
Konstrukton eines Lufischiffkörpers zu verwenden, daß
Professor Schütte erst durch ihn mit der Idee bekannt ge⸗
macht wurde, Holz anstelle von Metall zu verwenden,
daß er daher auch das Anrecht datauf hat, daß ihm die—
ser Gedanke geschützt wird. Da keine der beiden Parteien
geneigt ist, ihren Standpunkt aufzugeben, wird das Re
sultat jedenfalls ein langwieriger Patentprozeß sein. Dit
Konstruktion des Oberbaurats R ettig ist gegen
wärtig in der Frankfurter „Iha“ zu sehen: din 2c
Meter langes und 214 Meter hohes Modella'eines
Luftschiffaerippes aus ganz dünnen Holzleiften Das Mo
dell war auf dem Transport von Berlin nach Frankfurt
infolge mangelhafter Verpackung zertrümmeri worden
mußte in Frankfurt erst wieder repariert werden und isi
dun im Mittelschiff der Ausstellungshalle aufgehängt. Das
Zchüttesche Luftschiff soll noch in diefem Jahr fertig wer
den. In Fachkreisen ist man sehr gespannt darauf, wie
Professor Schütte die Frage gelöst hat, seine außerge⸗
wöhnlich starken Motoren — er hat vier Motoren zu j⸗
125 5VP. — 2u montieren
—
Zur Bierpreisbewegung.
Eine Erfindung fur Biertrinker. Der Kampf ge—
gen das schlechte Sinschenten ist schon immer von einem
großen Teile der Biertrinker mehr oder weniger energisch
——
gere Formen annehmen, da infolge der Biersteuer die
Biergläser immer kleiner, die Bierpreise aber immer höher
werden. Wenn der Biertrinker jetzt ein Arzneigläschen
mit 0,2 Liter Raumgehalt vorgesetzt erhält, dann muß
er schon auf richtiges Maß halten. Der Biertrinker, der
aus Gläsern trinkt, hat es leicht, zu kontrollieren, ob ihm
das jetzt tatsächlich „kostbare“ Naß nicht in gar zu gerin—
gen Quanten zugeteilt wird. Schlimmer sind diejenigen
daran, die sich gewöhnt haben, ihr Bier aus einem Krug
oder andern undurchsichtigen Schankgefäßen zu trinken.
Was nützt der Eichstrich, was der breite Abstand des
Füllstrichs vom oberen Rande des Trinkgefäßes, wenn
man nicht kontrollieren kann, ob der Gerstensaft auch wirk—
lich bis an den Eichstrich heranreicht. Diese Erwãgungen
beschäftigen besonders lebhaft die Münchener Biertrinker,
bei denen der Maßkrug in hohem Ansehen steht, und so
ist denn auch ein Münchner gewesen, der sich eine Vor—
richtung hat patentieren lassen, die es möglich macht, bei
jedem Trinkgefäß fofort zu erkennen, wie weit es gefüllt
st. Da auch außerhalb Bayerns der tönerne Bierkrug viel
Freunde hat, dürfte die neue Erfindung allgemeinem In⸗
teresse begegnen. Die Vorrichtung kann in jedem Maß—
trug oder sonstigem Mergefaß angebracht werden und vde—
steht aus einem in das Bier eintauchenden kleinen Hohl—
körper, dem sogenannten „Schwimmer“. Dieser ist oben
mit einem Stabe versehen, der durch ein in der Mitie
des Deckels angebrachtes Loch nach oben durchgeht. Ue⸗
ber ihn ist eine kleine Hülse gestülpt, auf der eine Einteil—
ung angebracht ist. Je weniger Bier im Gefäß enthalten
ist, desio tiefer sinst der Schwimmer ein und an der Teil—
ung oben läßt sich ohne weiteres die Menge der vorhan⸗
denen Flüssigkeit ablesen. Man kann aber anderseits auch
mittelst dieser Teilung die regelmäßige Höhe, bis zu der
eingeschenkt werden muß, genau einstellen Ist richtia
eingeschenkt, so gibt es die Marte kund.
»„Auch uns brachte dieser Verlust eine große Trauer“,
erwiderte gütig und teilnahmsvoll Miß Flitterdash „Nie
mand konnte Miß de Bruce sehen, ohne sie zu bewun—
dern. Es ist uns allen unverständlich geblieben, was sür
eine Ursache der plötzliche Tod haben konnte, der sie in
der Blüte und im Vollbesitz der Gesundheit hinweg a'fte.“
„Was mir am unerträglichsten ist“, versetzte Edzar
„ist eben der Umstand, daß auch ich gar nichts näheres
darüber weiß.“ Seine Blice ruhten dabei prüfend auf
Miß Amys Antlitz, und es kam ihm vor, als sagte das—
selbe mehr, als ihre Worte andcuteten. Es war ihm
indessen unmöglich, eine Sache, die seinem Herzen so nahe
ging und ihm so heilig war, mit e'ner Fremden, und sei
sie auch noch so reizend und liebenswürdig, zu erörern
Und Miß Amy Flitterdash war in Edgars Augen eine
reizende Dame und noch eine geistreiche, gescheite dazu.
So sagte er denn nichts weiter als· Si⸗e kannten mein—
Schwester?“
„Ich sah Miß de Bruce zwei⸗ oder dreimal in Abend
gesellschaften, zu denen ich eingeladen worden war. In
der Zeitung, die ich herausgebe — Mathildens Journal⸗
— Miß Amhy sagte dies mit einem Stolz, als sei es
mindestens die „Times“, von der sie spreche — „erwähnt—
ich sie als eine der lieblichsten jungen Damen Londons
obgleich Lady de Bruces Ansichten ihr nicht gestateten.
den gebührenden Platz in der Londoner Geseilschaft einzu
nehmen. Merkwürdigerweise entsinne ich mich, daß ich
den jungen Langdon in Ihrem Hause gesehen habe —
eben diesen Langdon, der nun als letzter Rachkomme der
Gräfin Stuart in der älteren Linie anzusehen ist. Ja
ja, wir Journalisten stoßen im Leben auf mehr wirklichere
Romane, als man in den SLeihbibiliotheken finden mag“
Während dieser Unterhaltung saß Charles Mackenzie
da, als sei er in einer anderen Welt. Die Stimmen der
Sprechenden schlugen nur dumpf wie aus weiter Fern
an sein Ohr. Man sprach von Lissie, wie von einer, die
längst gestorben war. Und mitten unter den Ruinen
seiner 2WVsommenoefüretfen