Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Schlosse begrüßte Oberburgermeister Vr. Gottermann
den Kaiser und den Großherzog im Namen der Stadt.
Die Abreisedes Kaisers mit Prinz Os
kar erfolgt heute nachmittag nach dem Essen, die des
Broßherzoaspaares und der übrigen Fürjtlichkeiten abends

Wermisajtes.
Im Zeichen der sauren Gurke. NKürzlich fand ir
Koburg eine außerordentliche Stadtverordnelensitzung statt
über deren Schluß das Koburger Tageblatt wie folgt be
richtet: Interpellation. Stadtverordneter Feyler: Bein
letzten Gregoriusfest sei es aufgefaklen, daß die Herrer
Lehrer so verschiedenartig gekleidet, d. h. teils helle, teit⸗
dunkle Anzüge getragen hätten, was sogar als Ruücksichts
losigkeit ausgelegt worden sei. Er möchte die Frage stel
len, ob nicht den betreffenden Herren später ein Wink ge
geben werde. Stadttkümmerer Altenstädter: Was den.,
Stadtv. Feyler aufgefallen sei, sei anch dem Miagistrat
aufgefallen, der ebenfalls sein Misßfallen darüber aus
gesprochen habe. Jedenfalls werde die Angelegenheit im
Magistrat weiter verhandelt und man müsse es dem Ma
gistrat überlassen, ob er weitere Schritte tun wolle. Es
wird Diskussion beantragt. Stadtverordnetenvorsteher Hül—
big hält eine Diskussion für unnötig, nachdem festgestell
sei, daß die Herren aufgefordert worden seien, im dunk
len Anzug zu erscheinen, und daß sie sich trotzdem nich
gefügt hätten. — Wir sind der Meinung, so bemerkt hier
zu die Pädagogische Ztg., daß der Lehrer bei ernster
und wirklichen Schulfeiern in dem obligaten dunksen An
zuge zu erscheinen hat. Denn schon diese Farbe imvolvier;
eine ernste getragene Stimmung Bei dem Gregoriusfef
aber handelt es sich, wenn wir nicht sehr irren, in de
Hauptsache um eine Art Volksfest für die Schulkinder, de
sen Kulminationspunkt ein Bratwurstessen bildet. Ange
sichts dessen dürfte die Forderung, daß der Lehrer einen
schwarzen Anzug zu tragen habe, vielleicht doch über
flüssig sein. Wir gestehen aber ein, daß die Herren Stad—
väter es am ehesten wissen müssen, ob Bratwürste in hel
len oder dunklen Anzügen zu essen sind.
Lügen haben kurze Beine. Höchst ergötzlich hat
sich, wie die Deutsche Ztg. erzähet, in Utrecht ein Mann
für seine Lügen selbst bestraft. Er hatte in seinem Gärt
chen hinter dem Haus eine Kaninchenzucht angelegt. Das
zur Fütterung der Tiere nötige Gras pflegte er seine
Nachbarn zu stehlen. Die Frau dieses Liebhabers billi
gen Kaninchenfutters ist jedoch eine brave Holländerin vor
strengster Rechtlichkeit. Und ihr Mann wagte daher nicht
ihr einzugestehen, wie er das Gras erwerbe. „Ich hab«
eine Wiese gepachtet“, log er daher frech drauf los, und
die Frau zog voller Glück mit ihrem Mann zur Wiese
Alltäglich mußte der Mann von der Wiese erzählen, und
alltäglich erfand er eine neue, sehr interessante Geschicht
von der prachtvollen Wiese. Bis ihm die Erfindungsgabe
ausging, und da log er denn eines Tages mit trefflich
geheuchelter Betrübnis: „Denk' Tir! Man stiehlt Gras
von unserer Wiese!“ Das schlug ein, und der Mann
dachte, nun sei für viele Tage ein neues Thema gefun—
den. Kaum aber war er zur Arbeit gegangen, als die
Entrüstung über die Schlecht gleit der Grasdiebe die Frau
bemeisterte. Sie lief zur Polizei und zeigte an, daß man
Gras von „ihrer“ Wiese stehle, von der prachwollen Wiese,
dicht neben der Wegkreuzung und dem Kanal! Der Feld
wächter strich sich grimmig den Schnurrbart und abends
legte er sich mit seinem Gehilfen auf die Lauer. Am er—
sten Abend singen sie niemand. Am zweiten Abend aber
qatten sie den Dieb. Es war der Kaninchenzüchter!
„Dös ham ma glei'!“ Ein schneidiger Schütze ist
der in dem bayrischen Orte F. .. bestallte Gemeindedie—
ner. Vor kurzer Zeit fand nämlich ein patrouillierender
Gendarm auf der Landstraße einen größeren Hofhund,
dessen Runen gelähmt war. Er meldete dies dem Bür—
germeister, der den Gemeindediener verständigte, damit der
Hoshund beiseite geschafft werde. „Dös ham ma glei'
Herr Bürgermeister“, meinte der schneidige Gemeindedie.
ner, holte sofort in seiner Wohnung seinen Zwilling, lud
ihn mit leichtem Schrot und begab sich dann damit zum
Bürgermeister, der nebenbei ein Jünger Hans Sachsens
vom Dreifuß ist, und der mit ihm zu dem Fundort wan
derte. Plötzlich machten Meister Knieriem und der Die—
ner des Gesetzes Halt, „da liegt er scho', sei stad“, sprach
der Schütze, nahm sein Gewehr — piff, paff — „dö zwaa
Schuß g'langa“, meinte er und nun wollten beide das
erlegte Tier beiseite schaffen. Als sie aber näher traten,
erhob sich das Tier plötzlich, um sich im nahen Haberfelt
zu verkriechen. Die Beiden sahen sich erstaunt an und
kopfschüttelnd meinte der schneidige Hans: „Gibt's denn
dös aa, daß oan a Vieh a' so schlenka ko'ꝛ Her muaß
er, geht's wia und da will!“ Nochmals traten sie auf
den Hund zu, der aber, als er die beiden „Wilderer‘ vor
sich sah, einen Sprung tat und nun schleunigst über Stock
und Stein mit solcher Geschwindigkeit flüchtete, daß er
ihren Blicken rasch entschwunden war. Der Vorfall bil—
det namentl'ich in den Ortswirtschaften einen sehr heiteren
Gesprächsstoff und der Herr „Kunstschütze“ muß manchen
Spott von seinen Freunden über sich ergehen lassen.
chen wegzussehten. Wenn Bu nmicht ein so gescheites, selbst—
bewußtes Mädchen wärest, liebe Bell, würde ich Dir die
Heirat mit Langdon untersagen.“
„Bell wird zweifellos längst zur Besinnung gekommen
sein, bevor dieser Langdon seine sogenannte ebenbürdige
Lebensstellung erreicht hat“, bemerkte Charles.
Isabel war entrüstet über diesen Mangel an Edel—
mut, da ihr Vetter ja doch selbit schuld daran war, daß
Langdons so schön begonnene Karriere eine jähe Unter
brechung erfahren hatte. Sie enthielt sich jedoch jeder
Gegenbemerkung, und der Rest des Frühsftücks wurde
ichweigend eingenommen.
Selbst der gute, alte Sherry vermochte es nicht
Charles aus seinen düsteren Betrachtungen zu erwecken.
Nur dem alten Doktor schmeckte es wie immer, obgleich
er eigentlich weder viel aß, noch trank. Auch der vor⸗
zügliche Stiltonkäse fand heute bei Mackenzie nicht be—
sondere Würdigung, wie es Onkel Jamie vorausgesetz!
hatte. Madenz'ie hatte die dazu nötige gute Stimmung
verloren und zog es vor, kurz Abschied zu nehmen, nach—
dem er noch vorher seiner Kousine anempfohlen batte
lüber seine Worte nachzudenken.
„Du hast nichts gesagt, was mich abhalten könnte,
mein Robert gegebenes Wort zu halten“, entgegnete ihm
Isabel in ihrer geraden Weise. „Seine Armut ist für
mich kein Hindernis, und daß er einst der Gatte der
Miß de Bruce war, die ihn wahrlich schlecht genug be—
handelte, wird doch keine Frau abhalten können, ihm in
treuer Liebe ihre Hand zu reichen. Nein, da mußt Du
schon gewichtigere Gegengründe bringen, wenn Du willst,
daß ich dieselben berücsichtigen soll!“
„Liebes Kind, Mackenzie hat in diesen Dingen zwei—
jellos ein besseres Urteil als eine Dame“, warf hier Dr.
Jamie ein, dem Isabels Benehmen nun als offene Re—
vellion gegen den Chef und das Haupt des Stammes
echien

* Turm-Einsturz. An der Schöneberger Gasanstal
am Bahnhof Schöneberg und Pagestraße brach der ei
serne Turm in sich zusammen und stürzte auf einen vor
heisahrenden Südringzug, von dem ein Wagen zertrüm
nert wurde. Mehrere Personen wurden verletzt. Mar
pricht auch von verschiedenen Totken. Wie es heißt, ha
oder herrschhende heftige Sturmwind den Einsturz des Ge
rüstes verursacht. Bis jetzt sind unter den Trümmern
des Eisenbahnwagens 6 anicheinend Schwerverleßste ber—
horgezogen worden.
* Verhaftete Bankräuber. Die Urheber des Raub
attentates in der Friedrichstraße in Berlin im Wechselge
schäft des Herrn Silbermann befinden sich in polizeilicher
Haft. Die Tat stellt sich als ein schwerer Raubmordver
such dar, da die Verhafteten gestanden, die Absicht gehab
zu haben, sich unter allen Umständen, eventuell auch nac
Verübung eines Mordes in den Besitz von Geld zu setzen
* Orville Wright. Der bekannte amerikanische Avia
iker OrvilleWright ist in Begleitung seiner Schwe—
ster Katharina in Berlin angekommen. Er erkundigte sick
bei dem Empfang auf dem Bahnhof sofort noch dem
Befinden des Grafen Zeppelin, von dessen angeblichem
Tod er in England gehört habe. Er gab seiner Freude
Ausdruck, daß Zeppelin wieder genesen sei. Die eristen
Aufstiege von Wright auf dem Tempelhofer Feld werde!
nicht vor zehn Tagen stattfinden, da er zunächst seine hier
her gestellte Flugmaschine ausprobieren will.
* Vom Blitz erschlagen. In Baerfelde (Neumark
wurden zwei Kinder des Maurers Hildebrand beim Vieh
hüten durch Blitzschlag getötet.
* Ertrunken. Bei einer Segelpartie auf der Ostse
ertrank ein zur Kur in Heiligenhafen weilendes Fräuleir
Koch aus Leipzig. Vier andere Kurgäfte wurden von Fi
schern mit schwerer Mühe gerettet.
* Unwetter. Schwere Gewitter sind über Brescia nie
dergegangen, die große Verheerungen anrichteten. Au
dem für die aviatische Woche bestimmten Platz wurde di
Tribüne zerstört, ferner ein Flugapparat. Von der breto
aischen Küste werden mehrere Schiffsunfälle gemeldet.
* Geschützerplosion. Während der Schießuübung bezt
Calais explodierte ein Geschützrohtr, wobei ein Kanonier
schwere Verketzungen am Unterleib erlitt.
* Drahtlose Telephonie. Interessante Versuche mi
drahtloser Telephonie haben zwischen Calais und Por
Vendres auf eine Entfernung von über 250 Kilometerr
tattigefunden Die Versuche verliefen befriedigend. Mar
onnte mehrere Stunden eine ganz klare Unterhaltung füh
ten. Der AMApvarat ist die Grfindung zweier Marineoif
iziere.
*Bwei Dampfer aufgefahren. Zwei Dampier sind
nahe der Küste aufgelausen. Ein Rettungsboot landet«
bei sehr unruhiger See zwei Leichen, die in einem Rett
ungsgürtel schwimmend aufgefunden wurden. Der Rett
ungsgürtel trug den Namen „Premier Maquinista.“
* Durch Elektrizität verunglückt. Aus Lecco (Ita
lien; wird berichtet: Im benachbarten Olginate siel ei—
abel mit hoher eleltrischer Spannung auf die Leitungs
zrähte der elektrischen Stadtbeseuchtung, infolgedessen ent
tand in den mit elektrischer Beleuchtung versehenen Häu
ser Feuer. Bei dem Versuche, dieses zu löschen, kame;
viele Personen mit den Drähten in Berührung; 10 Per
onen wurden wie vom Blitz erschlagen, 20 erhielten men
»er minder schwere Brandwunden. Die Bevölkerung vo—
Olginate ist in größter Aufregung. Von Lecco sind so
fort Feuerwehrleute mit allen Hilißmitteln dorthin abae
JAInndon

Neues aus dem Reiche der Lüfte
Ballonn-— Funkentelegraphie. Der Militärballor
„Groß 2“ setzte seine Vzrsuche mit der Funkentelegraphi
ort. Der Ballon stieg um 104 Uhr vom Tegeler Schieß
olatz aunf und fuhr gegen den mit einer Stärke von ach
bis neun Metern Geschwindigkeit wehenden Wind dire
nach Berlin, kreuzte über den Linden und dem Tierga'
ten und kehrte um 12 Uhr 20 Min. über Moabit zurüc
Die auf dem Hof der Kaserne des Luftschifferbataillon
zrrichtete Funkenstation war während der ganzen Fahr—
in fortgesetzter Tärigkeit. Die Führung des Luiftschiffe
zatte Major Sperling inne, die technische Leitun—
lag in den Händen des Oberingenieurs Basenach, di
funkentelegraphischen Arbeiten wurden von einem Off
zier der Funkenabteilung übernommen, die schri'tlich.
Arbeiten im Ballon führte Hauptmann von Jena an
Vor der Abfahrt wurde das Luftschiff mit seinen App
raten von Stoatssofretär Dernhurag eingehend besichtiat.

Arbeiterbewegung.
— Der Hamburger Streit. Die Berliner Einigungs
derhandlungen in Suchen der Bauarbeiter-Aussperrung ir
Hamburg haben einen günstigen Verlauf genommen, de
die Arbeitgeber Zugeständnisse machten. Es ist Aussich—
auf Beilcaung in don nächsten Tagen vorhanden

Charles aber schien augenblicklich nicht gene'gt, einen
weiteren Druck auf Isabel auszuüben.
Mit den bedeutsamen Worten: „Sie wird's schon
bald selbst einsehen, hoffe ich“, empfahl er sich.
Tief in Gedanken versunken, schlua et lanasam der
Weg nach Greenbille-Street ein.
Durch ein Billett hatte ihn Miß Flitterdash um eine
Unterredung von fünf Minuten ersucht, daß sie ihm das
Resultat ihrer Forderungen mitteilen wolle. Er schloß
daraus, daß sie nicht viel en deckt haben konnte, denn üi
fünf Minuten ließ sich doch eine so wichtige Sache nich
abmachen. Uebrigens beschäftigten sich seine Gedanken we
niger mit Miß Flitterdash als mit der neuen beilloser
Affäre: Isabel und Langdon.
„Verwünschter Bursche!“ entrang es sich in zornigen
Lauten wieder und wieder seinen fest zusammengepreßter
Lippen. „Sind diese Weiber nicht alle wie toll hinten
ihm her! Wie kommt es nur, daß zwei Mädchen wie
diese, Lissie, die schönste Mädchenblüte, und Isabel, die
ses tüchtigste, gescheiteste, selbsitbewußte Weib, sich in die
sen Langdon verlieben mußten! Was ist nur an ihm,
das diese Zauberkraft ausübt? Nicht einmal Erfolge im
Leben hat der Mensch, und doch lieben die Weiber ge—
rade den Erfola üher alleßs AMAlsein nie darf ich zu0eben

daß er Isabel heiratet, das Hindernis ist unübersteiglich.
Die Geschichte verwickelt sich immer mehr, ich sehe keinen
Ausweg, und an allaem ist dieser verwünschte Bursche
schuld. Wäre er nur diesen Winter gestorben! Nun aber
lebt er und ist genesen und hat keine Ahnung davon,
daß seine Frau ebenfalls am Leben ist. Und diese Isa—
bel ist ganz vernarrt in ihn! Noch aber ist es Zeit,
und ein Madenzie hat es noch immer verstanden, aller
Schwierigkeiten Hert zu werden!“
Unter diesen Betrachtungen war Mackenzie in seir
Bureau gelangt, wo er Amy Flitterdash erwarten wollte
Vielleicht hatte ste doch irgend ein wichtiges Detail aus
sdin gomacht àä .

Die neue Zigarre.
Die drohende Umwertung allen Werte im Zigarren
laden hat einem Mitarbeiter der Lustigen Blätter sof
gende verzweiselte Geschichte abgenötigt:
„Guten Tag! Haben Sie eine aute Zehnpfen
nig-Zigarre?“
„Jawoh., bicte, hier diese Sumatra-Einlage mi
Habanadecdblatt. Kostet zwölj Pfennige“
„Ader ich habe Ihnen daoch gesaat: eine Zehnpfennig
3garre.“
„Gewiß. Das ist ja auch eine Zehnpfennig-Zigarre
Zehnpenniga-Zigarren kosten nach Inkrafttreten der neuen
Steuergesere zwoli Pfennig.“
„Ich möchte aber nicht mehr anlegen als zehn Pkfen—
nig pro Stiick.“
„Zehn Niennig? Ja, wenn Sie nur zehn Pfenng
ausgeden mohen, da müssen Sie eben eine Achtpfen—
nide Zigarre verlangen. Ach pfennsa-Ziaarren tkosten zehn
senniga.“
„Aiso schön, dann geben Sie mir eine Achtpiennio
Sigarre“
„Eine Ach pfennig-Zigarrer Aber Sie können doch
unmöglich jetzt mit einemma: Sechspfenniga-Zigarren rau—
chen, wenn Sie bis jetzt eine Zwölfpfiennia-Kirarre ae—
wohnt waren?“
„Himmel, verstehen Sie mich denn nicht? Ich habe
noch nie im Leben eine Zigarre zu zwölf gekauft und
will heute durchaus keine Sechspiennig-Rigarre von Ih—
nen haben. Ich habe bis jetzt immer zehn Pfenna aus—
gegeden, und dabei will ich auch bleiben.“
„Dabei? Jetzt reden Sie wieder genau so ungenau
wie zuvor. mein Herr. Sie müssen unterscheiden: erstens
gibt es Zehnplennig-HZigarren, die kosten aber nicht zehn
Pfennig, sondern zwölf Pfennig; zweitens gibt es Zehn—
pfennig-Zigarren, die haben aber bis jsetzt nicht zehn
Pfennig gekostet, sondern acht Pfennig: drittens merken
Sie sich: Zehnpfennig-Zigarren, die zehn Pfennig gekostet
haben und zehn Pifennig kosten, gibt es überhaupt nicht.
Und viertens gehen Sie jetzt nach Hause und überlegen
Sie sich, was Sie eigentlich haben wollen, und wenn Sie
siich darüger klar geworden sind, kommen Sie wieder!
— —
Kenit und Wiffenschaft.
(1) Die Kopfygroße ves Neugeborenen. Die interes—
jante Frage, ob eine Abdängigkeit der Kopigröße deẽ
Neugeborenen von der des Vaters oder der Mutter be
teht, ist von Karl Stern undersucht worden. Er hat au—
Veranlassung von Prof. König in Freiburg i. Br. das
Material der dortigen Frauenklinik zu seinen Untersuchun—
gen benutzt und ist zu dem Schluß gekommen, daß so—
wohl hinsichtlich der Kopfgröße als auch der Korpfform
teine gesetzmäßigen Bez'iehungen zwischen Vater und Neu—
geborenem bestehen, wohl aber zwischen letzterem und der
Putter. Eine Abhängigkeit der Kopfaröße und Form zwi
chen Vater und Neugeborenem kann vorhanden sein; je
doch ist sie im Gegensatz zur Mutter nicht gesetzmäßig
nachzuweisen. Die Abhängigkeit der Kopfaröße und Kopf
orm der Neugeborenen von derjsensgen der Mutter gill
sowohl im allgemeinen, als auch besonders für die erst
gebärenden Mütter. Sie ist aber hinsichtlich der Kopf
größe stärker ausgeprägt als bezüglich der Kopfform. Fer—
ner ist eine gewisse Abhängigkeit der Kopfgröße der Kin
der von Vater und Mutter zusammen, bezw. der aus bei
den resultierenden Mittelform nachweisbar, jedoch ist auch
dies nur dem überwiegenden möütterlichen Einfluß zuau
schreiben

— e —
Humoristische Ecke.
Alblerhand Zettgemäßes.
Fallieres konnte seine Marine ruhig den Russen ze
gen, diese haben auch keine bessere.
*
Wenn Monarchen Schisse besteigen, ist in den Zeit
ungen das Geschwader zu bemerken.
5*
Je mehr Verbündete eine Macht hat, desto mebhr if
sie im Auftreten geschwächt.
v
England hat erklärt, alles was Rußland nicht steble
bhilde seine Interessensphör⸗—

* *
Zeppelin.
Der alte forsche Graf
Wird weiter sich als Held erweisen.—
Ist auch sein Reich nur — Luift.
Er selbst ist doch von Eisen

Ae…'——rrrrrrr“—«—
Plötzlich, ohne daß jemand geklopft hatte, sprang die
Bureautüre mit einem Krach auf, so daß Charles ent⸗
setzt aus seinen Träumen auffuhr.
War Miß Flitterdash auch eine Art weiblicher Junggeselle,
 eine jener modernen Frauen, die allzu männlich
aufzutteten belieben, so brauchte sie sich doch nicht auf
so burschikose Manier einzuführen, dachte Madenzie.
In der offenen Türe erblickte er abed nicht Miß
Amy in ihrem modernen Gewande, ihrem Strohhütchen
mit ihrem krausen dunklen Haar und selbstbewußten hüb—
schen Gesichtchen, sondern eine stattliche Männergestalt in
ktnappem Jagdanzug und schottischen Gamaschen, mit
einene von der Sonne tief gebräunten Gesicht, funkelnden
blauen Augen und einem stattlichen, blonden Schnurrbart.
 — — 8
Mackenzie wat aufgesprungen; er hatte seinen uner—⸗
warteten Besucher sofort erkannt. Es war Edgar Athe—
ling Baron de Bruce. ασt
Dies war ir der Tat eine Ueberraschung, die Char—
les nichts weniger als willkommen zu sein schien. Trot
aller Ergebenheit und Verehrung für die Jamilie de
Bruce und deren Haupt, wäre es Macäenzie jetzt lieber
gewesen, wenn derselbe noch eine zeitlang in Afrikas
Jagdgründen verblieben wäre. Augenblicklich kam ihm
dessen Anwesenheit höchst unbequem in den Weg. Als
tktreuen Ritter der ‚blauen Rose“ blieb ihm indessen nichts
anderes übrig, als Lord Edgar de Bruce die schuldige
Ehrerbietung zu erweisen. —
„Nun, wie geht es, Macenzie?“ rief Edgar de Bruce.
Ich bin eben zurückgekommen und möchte von Ihnen
hören, was denn hier eigentlich vorgefallen ist? Alles
liegt für mich noch im Dunkeln — ein schrecklliches Ge—
rücht — meine Schwester soll tot sein! Wissen Sie etwas
davon? Woran starb sie denn um CGotteswillen?“
Der junge Lord befand sich offenbar in höchster
Aufregung. In seinem bronzefarbenen Antlitz war eir
Ausdruck, der an Lady de Bruces gebieterische Züge er—
nnerte, obgleich es um Augen und Mund verräterisch
zucte wie von verhaltenem Weinen. Vieclleicht schlug
eꝛr nur, um diese Rührung zu verbergen, Macenzie gegen⸗
üher diesen rauhen, fast schroffen Ton an
            
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