de (Soz): Nach s8 3 des Gesetzes in
chlagenen Fassung sei die Besteuerung von
nternehmen, deren Betriebsstaͤtten sich über
esstaaten erstreckten, dahin geregelt, daß die
zu den direkten Staatsstenern in den je⸗
esstaaten erfolgt, wo die Betriebsstätte sich
ȟrd sich empfehlen, einfach zu sagen, eine
n dern einen Staat unterbleibt, wenn der
Betrenenbe nachweist, daß er bereits in dem anderen
Stag. besteuert ist.
Abg Emde (F. Vp.) wendet sich gegen den von
Brockhausen eingenommenen Standpunkt.
Abg. Da num (W. Vgg.) erblickt in der Vorlage
die Erfuͤllung einer großen, gerechten Forderung.
Abg Neumann-⸗Hofer (F. Vgg.) erklärt, auch
venn diese Vorlage Gesetz würde, so bleibe immer noch
ührig das große Unrecht der kommunalen Doppelbesteue⸗
umn Auch diesen Uebelstand zu beseitigen, müsse der
Reichsstag als seine Aufgabe ansehen.
Abg. Strombed (3.) Meine Freunde begrüßer
ie Vtlage, doch halten wir Kommissionsberatung fin
gezetat.
Aba. Gamp Meichsp.) hält kommissarische Berat⸗
ing für umötig.
Abg. Sehnte (Z3.) erklärt im Gegensatz zu dem
Abg Strombeck, seine Freunde hielten eine kommissari⸗
che Beratung für nicht erforderlich.
Die Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission
wird hierauf abgelehnt. Die zweuͤe Beratung wird von
der Tagesordnung abgesetzt.
Hierauf wird in der Besprechung der Interpellation
von Albrecht und Gen., betr.
Vereinsgesetiz.
wortgefahren.
Abg. Fürst Radziwill GPole) führte aus, der
Staalsselretar habe den Beweis fur die großpolnische Be⸗
vegung der polnischen Berulsvereinigungen nicht erbracht.
Er könne doch die Partei nicht verantwortlich machen für
die beiden Artitel des „Wianrs Polski“, die auch seine
Freunde verurteilten. Zentrum uͤnd Polen hätten er—
auni, wie notwendig es sei, ihre gemeinsamen Interes⸗
ien gegen gemeinsame Gegner zu wahren. Seme Parten
pegrüße dies. Sie wüßte dieses Bündnis zwischen Zen—
rum und Polen zu schätzen. In der ganzen Welt hät—
en die Maßnahmen gegen die Polen höchies berechtig⸗
tes Auffehen erregt.
Staatssekretär v. Beth mann-Hollwe g erklärt,
»T habe sich keineswegs nur auf die beiden Zeitungsar⸗
ikeln berufen, sondern auf zwei Zeitungen, die ojffizielle
Organe der polnischen Berufsvereine seien. (Erregte Pro⸗
estrufe bei den Polen.) Es habe gezeigt, daß der Zu—
ammenschluß der polnischen Arbeiter in den polnischen
Zewerkschaften in der unmittelbaren Führung des Hasses
zjegen das Deutschtum seinen Ausdruck suͤche. Dieser Haß
zegen das Deutschtum äußert sich darin, daß man allen
Polen hindert, deutschen Vereinen anzugehören, daß man
ie bestimmt, keinesfalls bei Deutschen zu kaufen. Die
Bestrebungen des Fürsten Radziwill, den Haß gegen das
Deutschtum zu beseitigen, finden bei den polnischen Be—
ufsvereinigungen keinen Anklang. Jch wünsche auch, daß
dies erreicht würde, wenn dies erreicht ist, sind diese Kio—
gen berechtigt.
Abg. Ledebour Goz.) wendet sich zunächst ge—
gen den Abg. Junck, und wird dabei vom Vizepräsiden—
en Kämpf zur Ordnung gerufen. Darauf bespricht Red—
ier die Handhabung des Vereinsgesetzes in Sachsen und
Preußen. Er nimmt die polnischen Berussvereine in
Schus und bleibt dabei, daß der Sprachenparagraph auf
ie keine Anwendung finden dürse. Der Staaussettein
habe mit seinen Aussührungen den Fürsten Radziwill
zicht widerlegt. (Präsident Graf Stolberg ruft den Res—
acr zur Ordnung.)
Söchß. Bundesbevollmächtigter Geheimrat Fischer:
Herr Ledebour hat von sachsischen Verhältnissen keine Ah—
ming Er hat sich einen mächtigen Bären aufbinden las—
en und ist falsch insormiert.
Abg. Schirmer (3.): Man sollte die besonderen
Sigentümlichkeiten der Polen schonen und sie nicht drang⸗
alteren. Wir haben inbezug auf Mißgrifse in der 5
habung des Reichsvereinsgefetzes ja die kraffesten Fälle
chen im Westen, wie mag es dann erst im Osten aus
ehen.
Ministerialdireltor Jusst h teilt mit, in Preußen dei
ine Anordnung ergangen, wonach nicht nur amtliche
Zeitungen, sondern alle Zeitungen als Publikations Or
Jan zulässig seien.
Abg. Müller-Meiningen Ers. Vp.): Tie Sozial—⸗
demokratie mag nur ruhig fein. Wir werden nie eiiem
lusnahmegesetz zustimmen. Redner polemisiert dann ge—
ren Ledebour.
Abg. Stychel GPole) Der Staatssertretär hat, in
dem er mit feinem Material den Beifall der Mehrheit des
Hauses fand, bewiesen, wie man selbst ein msolschen
dause etwas weikmachen kann. SRie Molen nd richt vie
— —
Die beiden Müller.
Erzaählung von Hedda Lengauer—
Nachdruck verboten.
— Das alles war am Dienstag geschehen und heute —
im Mittwoch — war Herr Zankerl mit verbundenem Fuße,
m einem Stocke gehend, im Vorgärtchen herumgehumpelt und
var anscheinend in übelster Laune.
„ Was würde heute wieder passieren?
Das Regiment der schwarzen Teufelskatze dauerte ja noch
»ie ganze Woche, man mußte also immer gewärtig sein, noch
twas Unliebsanies zu erleben.
Der Aberglauben hatte sich in Herrn Zankerls Gehirn
so fest eingenistet, daß er förmlich auf der Lauer lag und
aach Unheil ausspähte.
Das Gärtchen lag friedlich im Morgensonnenglanze da
and nur die Hähne stritten sich gackernd um einen fetten
stäfer, der ahnungslos über den Weg krabbelte...
Dann kam das Annerl, rosig und frisch, wie eine eben
erschlossene Apfelblüte.
Dem Meister lachte das Herz in der Brust, als er sein
herziges Kind sah.
Singend schritt sie über den Rasen, einen schwer bepack—
ten Korb voll nasser Wäsche tragend.
Damn spannte sie ein Seil zwischen den Stämmen der
Apfelbaume und hängte die einzelnen Wäschestücke sorgifäl—
iig auf.
Wie zierlich sie alles anfing und wie hübsch die runden,
sonnengebräunten Arme aus den hochaufgestülpten Aermeln
hervorschauten.
Ja, sein Annerl, das war ein Prachtmädel; fleißig,
jrav, lustig, arbeitsam und gesund.
Und dabei hatte sie vom lieben Herrgott ein Gesicht mit⸗
delommen, in das ein jeder gerne hineinsieht. Meister
Jantect schnumzelte wohlgefällig, nun würde bald die Zeit
da sein, da Freier ins Haus lommen.
Aber so bald würde er sich seinen Schatz nicht entreißen
A betsleihe niicbet
uingreiser, sondern die Angegriffenen Nicht gegen des
deutschtum richten fich die Maßnahmen der polnischen
dational⸗Vereine, sondern gegen die Regicrunz, und al—
rdinas auch gegen einen Teil der Deutichen, aber nich
zegen alle.
Abg. v. Liebert (Reichsp.) hält eine Aenderung
des Vereinsgesetzes inbezug aufes 12 für gefährlich. Der
Ztaatssekretär habe bewiefen, wie nötig diefer Paragraph
zegenüber den Polen sei.
Nunmehr wird ein Vertagungsantrag angenommen,
— noch zaqlreiche persönliche Auseinandersetzungen
olgen
Montag: Beratung des Gesetzes gegen den unlaute
ren Wettbewerb. — Schluß gegen 5 Uhr
— ———————— —
Einigung in der Marokkofrage?
Vor einugen Tagen kamen aus Madrid und Paris
ugleich Berichte, die von deutschefranzösischen Vereinbar.
ingen über die Marottosrage sprachen In Berlin war
iber die zirkulerenden Geruͤchte noch nichts zu erinahren.
Nach einer Meldung aus Paris soll es sich bei der Ue—
creinkunft lediglich darum handeln, alles zu iun, um die
zjffentliche Meinung zu beruhigen und insbesondere bei
»er Presse dahin zu wirken, daß sie sich gehaͤssigen Po—
emiten über die Marottofrage enthalten soll. In den
Pariser Meldungen wird auch behauptet, das Verliner
luswärtige Amt habe die deutsche Presse im Interesse
esserer Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich
ür den Plan gewonnen. Wir sind der Meinung, daß
ziese Behauptung auf unrichtigen Informationen beruht,
um mindesten aber zu weit geht, denn von einem Einver—
tändnis der dentschen Presse zu der französischen Aben—
cuerpolitik in Marokko, kann wonl schlechthin keine Rede
ein.
Die Bestrebungen, zu einem deutsch⸗französischen Aus—
ileich in der Wiarotkofrage zu kommen, sind allerdings
chon lange im Gange, daß sie aber schon soweit gedie—
en sein sollten, ist kaum anzunehmen, es fei denn, daß
rrankreich seine seitherige Marokkopolitik einer Revision
nterzogen haben würde, was jedoch nach den jüngsten
Narokko-Debatten im frauzösischen Senat sehr zu be—
weifeln ist. Die ganze Taktik Frankreichs lief doch bis—
er darauf hinaus, Marokto vollständig dem französischen
kinfsus zu unterwerfen und jede andere Wacht auszu⸗
chalten. Und die jetzt erfolate Entsendung des franzö⸗
ischen Gesandten Regnauls nach Fez zu Muley Hafid
vird kaum anderen Zwecken dienen. Nachdem Deutsch⸗
ond die Marolkofrage zum Gegenstand einer eigenen
nternationalen Konserenz gemacht hat, wird es jetzt wohl
aum all das, worum es bisher gekämpft hat, ohne ent
prechende Gegenleistungen preisgeben können. Deutsch
and soll nach der Madrider Meldung auf jede aktive Po—
itik zugunsten Frankreichs in Marokto verzichten und sich
nit wirtschaftlichen Zugeständnissen begnügen. Worin diese
wirtschastlichen Zugestaͤndnisse“ bestehoͤn, wird aber nicht
zesagt Auch wird nicht mitseteill. welche Garantien
Frantreich dafür geben will, daß die gemachten Zuge—
tändnisse auch wirtlich ausgenutzt werden können; denn
nan muß immer im Auge behalten, daß derjenige, der
n einer Kolonie oder einem abhänzigen Staate die po⸗
itisch Macht in der Hand hat, auch wirischaftlich ein
olches Uebergewicht befjitzt, daß andere schwer gegen ihn
ufkommen können. Deshalb rkann die Marokko Angele—
enheit für Deutschland nicht mit ein parr papierenen
zugeständnissen aus der Welt geschafft werden. Wir müj⸗
en nach wie vor auf der Einhaltung der Algecirasakte
ind der Polititk der ofenen Tür für Marokko bestehen
luch muß Frankreich Garautien dafür leisten, daß es
iicht unter der Hand seitne jetzige Politik fortfetzt und
u Schleichwegen das zu erreichen sucht. was anf geraden
Vegen nicht möglich war. Was nützt es uns beispiels—
veise, wenn Frankreich den deutschen Handelshänsern in
ven Hafenstädten Handelsfreiheit gewährt, dann aber den
janzen Handel mit dem marokkanischen Binnenland durch
»en Ausban der algerischen Bahnen in das Innere Ma
rokko hinein nach Algier ableitet?
Wir erleben überall das Schauspiel, daß sich die
inderen Mächte bemühen, den guten deutschen Michel auf
zie Seite zu schieben. Nun sind wir gewiß die Letzten
e nicht wünschten, daß alle Gegensfätze auf friedlichem
Wege beigelegt werden aber aus Rücksicht auf unsere Exi⸗
lenzmöglichkeit müssen wir uns entschieden dagegen weh—
en, daß wir außer Konkurrenz gesetzt werden das miß
Fronkreich berücksichtigen, wenn es wirklich den Wunsch
egt, daß die „dentsch-französische Animosität endgültig
eigelegt“ würde. Sollen wir wirklich in Marofkko den
Franzosen Platz machen, dann müssen wir darauf be
tehen, daß uns anderweil sichere Gegenleistungen dafür
sewährt werden. Um das Linsenmus papierener Zusiche⸗
rungen aber können wir Marokko den Franzosen nicht
nuf Gnade und Unanade ausliefern.
— —— ———— — —
Da würde er ja mit Frau Zankerl allein hausen müssen
— — brro — — davor (e aute ihm.
Meister Zankerl schüttelte sich ein wenig, dann schrak er
usammen, denn jetzt kam die Frau Meisterin ebenfalls mit
lappernden Holzschuhen den Weg heran.
Sie trug auch einen Korb voll Wäsche, aber sie
achte nicht und sang nicht, sondern sie scheuchte mit lauter
ztimme die Hühner weg, schimpfte über die heiß stechende
zonne und gab dem Annerl, das nicht schnell genug zur
zülfe herbeieilte, einige derbe Schimpfworte... Das
Annerl aber lachte mit seinem ganzen, lieben Grübchenge—
ichte.
„Mußt nicht schelten Mutter — ich komme gleich und
self' Dir aufhängen“.
Meister Zanterl aber zog sich tiefer in das Gärtlein zu—
ück und setzte sich auf eine schattige Bank, allwo er Betrach—
ungen anstellte über die Vergänglichkeit und Veränderlich—
eit alles irdischen Wesens.
Seine Amalie war auch einmal ein schmuckes Mädchen
zewesen, fast so schmuck wie das Annerl. Auch sie hatte ge—
acht, und freundlich getan und damals hätte ich nicht ver—
nutet, daß sich bei ihr die fromme Denkumasart dereinst
n gährend Drachengift verwandeln könnte.
Diesen Passus hatte Herr Zankerl einmal irgendwo ge—
sesen und seither liebte er es, ihn auf seine bessere Hälfte
mzuwenden. Natürlich nur im Gedanken — denn Aug' in
Lug' mit Frau Amalie getraute es sich Herr Zankerl nie—
nals, eine eigene Meinung zu haben. Herr Zankerl aber
var ein friedliebender Mann, sagte „ja und Amen“ zu al—
en ihren Vorschlägen und im übriagen vermied er es, ibren
Veg zu kreuzen.
Umsomehy erschrak aber der alte Mann, wenn es, wie
ben jetzt, geschah, daß Frau Amalie ihn aufsuchte.
Er sah sie von weitem kommen und es schien ihm,
ils wären ihre runzlichen Backen gerötet vor Aufregung.
In der Tat zitterten auch die Flügelbänder der großen,
veisen Mullhaube, die Frau Zankerl immer zu tragen
flegte, um ein starkes Manko an Haarfülle zu verbergen,
erräteräsch cui dem alten, runden Könilein
Verkehrsnachrichten
—
wann das neue 25⸗9esg. Stück in den Verlehr gelange,
wird, erfährt man, daß vor Sommer dieses Jahres ein
Ausgabe der neuen Münzen nicht zu erwarten ift. Nas
der Entscheidung, welcher Entwurf zur Ausführung kon
nen soll, wird zunächft im Reichsschatzamt ein Eutwu
ausgearbeitet, der sich auf die Beschaffendeit der Wünz
und ihre künstlerische Ausgestaluung bezieht. Diese Vo—
sage geht dann an den Bundesrat, der sich vielteichte
Februar oder März mit ihr besassen und eine entspri
hende Entscheidung treffen wird. Da nun nach der B
chlußfassung des Bundesrats noch eine geraume 4
ergehen wird, bevor die Herstellung der Stempel un
vollendet ist, so wird man nicht vor Sommer mit d
Inturssetzung der 25-PfiaStücke rechnen können.
— —
Hunst unß enschaft
(1) Der erste weibliche Tortor. Binnen kurzem —
zeht Viß Elijabetz Blafswernn das diamaniene Jubllän
als Dolktrit medictnae. Sie war die erste Fraus d
offiziell an einer Universität zum Sudinm der wiedizi.
zugelassen wurde. In Bristol 1820 geboren, kam sie scho—
als tleines Kind mit ihrer auswandernden Famitie na—
Amerika. Sie wurde Lehrerin, und obwohl sie die J
sen unterstützen mußte, brachte sie es doch fertig, sich ne
»enbei privatim medizinischen Studien zu widmen. Jahre
ang bat sie an den Toren der verschiedensten amerikani
chen Universitäten, immer vergebens. Die medizinische
Fakultäten wollten keine weiblichen Sindenten. Schlier
ich trugen die Professoren der Universität Gluloa in
Staate New-HYork ihren Schülern das Anliegen vor, un
diese hielten wirkfsame Fürsprache für sie. 1849 erwar
Miß Blackwell, die jetzt noch in Hartings lebt, den Do
orrarad
— ——— — —
Landwirtschaftliches
(x Pferde-Schlaͤwlerei und -Handel. Were—
altes Pferd dem Schlächter übergibtt will in der Reg
dem Tier, das ihm lange und treu gedient, einen schnel
en, schmerzlosen Tod bereiter wissen, errcicht aber ga
ost diesen Zwedck nicht, weil es Roßschlächer gibt, welch
olche Tiere keineswegs töten, sondern weiter verkauf⸗
»der vermieten, deren Los dann darin besteht, daß ro⸗
Fuhrknechte sie zur Arbeitsleistung antreiben, bis sie 21
ammenbrechen. Man sollte daher ein zum Schlachten be
timmtes Pferd nur gegen einen schriftlichen Vertrag aus
liesern, in welchem die sofortige Tötung festgelegt if
Füe jeden Tag, um den die zur Tötung vestimmte Fri
überschritten wird, sollte man eine Uebereintommensstra,
estsetzen und sich einen Huf des getsleten Tieres ausbe
dingen, um sicher zu sein, daß die Tötung des ausap—
lieferten Pferdes in der Tat auch erfolgt ist.
Spie! und Sport
(y) Berliner Aeroplau⸗-Versuche. Den Bemühunge
des Hauptmanns a. D. Hildebrandt im Verein mit de—
Berlmer Lokalanzeiger ist es gelungen, die Pariser Kor
truktionsanstalt der Gebrüder Voisin zu veranlassen, «
nen ihrer Apparate zu Temonstrationszwecken nach Berli
zu schicken. Als Steuermann wurde der Wiauiter Zipfr
hestinemt, einer der Wäitkonstrukteure der Voisinschen Zwe
flächen Apparate, der auch bereits einige Vorübungen
der Fliegetunst angestellt hat.
(y) Tie Autostraße. Bekanntlich haben sich dem Prea
jekt der Automobit-Vertehrs- und Uebungestraße im Ta
tus große Schwierigkeiten entgegengestielltt, die in d—
hauptfache finanzieller Natur waren Die mit den VB—
arbeiten betraute Kommission hatte deshalb das u
prüngliche Projelt fallen gelassen und sich mit den Pl
ien für eine lleinere Bahn beschäf igt. Diese soll be
Berlin errichtet werden, da die Millionenstadt zweifello
ständig ein großes Publikum für die Rennveraustaltung
aufbringen kann, was im Taunus doch immerhin fragt;
gewesen wäre. Die Kommission hatte angenommen, do
ie namhaften Zeichnungen der Industrie und andere
Interessenten, die für die Taunusautostraße vorlagen, nu
auch ohne Weiteres für das Berliner Unlernehmen au
recht erhalten würden. Auf Anfragen. die kürzlich «—
zingen, wurden indessen der Kommisfion fast durchw⸗
ablehnende Antworten zuteil. Nicht nur die gri
ßen süddeutischen Automobilfabriken haben die finanziel!
Beteiligung abgelehnt, sondern auch die meisten mittiere
und kleineren Firmen. Außerdem wurde der Kommissio
angedeutet, daß die süddeutschen Firmen nicht geneig
seien, Autorennen bei Berlin zu beichicken, da die dadur
entstehenden Unkosten in keinem rechten Verhältnis 3
dem zu erwartenden Gewinn stehen. Die Kommission mu
sich also aui die Suche nach einent neuen Plaß begeben
———— —
—— —
— — —
Meister Zankerl wurde es schwül, als seine besser⸗
Hälfte so eilig und sichtlich erregt angesegelt kam.
„Vaterl“, sagte sie aufschnaufend.
Herr Zankerl stutzte; wenn sie so zärtlich anfing, danr
galt es ihren Willen durchzusetzen, das wußte er genau
„Was gibt es“ fragte er daher ganz trocken, seine Aengstlich
eit hinter einer erkünstelten Ruhe verbergend.
Frau Zankerl setzte sich an seine Seite und nahm seine
dand. „Vaterl“, sagte sie wieder, „gelt, Vaterl, du hast doch
nichts dagegen, daß ich soeben deine beiden oberen Stube—
nermietet habe. Platz ist genug im Hause für uns ...
ch meine wir könnten das Mietgeld brauchen und, ob di
Zimmer leer stehen oder bewohnt sind. das ist doch für di
»inerlei“ ...
Herr Zankerl knickte wie vernichtet zusammen.
Ach, seine lieben, schönen Stuben, die er nach seinen
eigenen Geschmack eingerichtet hatte, deren Möbel er all
selbst angefertigt hatte, deren sorglich gehütete Räume er
selber nuw selten betrat, um sie recht zu schonen. sollten m—
an Fremde abgegeben werden!
Herr Zankerl war ein Feind vom Vermieten; er haßt—
die Scherereien, die man gewöhnlich mit Logisleuten hat
und wollte sein kleines, hübsches Haus allein bewohnen.
Allerdings mußte er sich sagen, daß das Geschäft it
den letzten Jahren nicht mehr so gut gegangen war uins
ein Zuschuß zur Haushaltungskasse der Frau Zankerl ur
ingenehm sein konnte. Dessen ungeachtet aber hatte de
Meister immer heftig wideritreht, wenn vom Nermieton de
ZStuben die Rede war.
Nun war Frau Amalie so klug gewesen, ihn mi ⸗
ner vollendeten Tatsache zu überraschen.
Da war natürlich nichts mehr zu machen.
Herr Zankerl stöhnte auf.
„Vermietet.. und an wen? ...
Frau Zankerl rückte näher heran.
„Weißt ... das ist so gegangen. Droben am Berge
nitten im Walde, wird jetzt ein großes Krankenhaus ü
Nungenleidende erbaut. Ein Sanatorium heißs man *—
Fortsetzung folat