Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales.
VBorau⸗sichtliche Wititerung. Zunächst noch meifi
ter und warm.
Ernennung. Herr Forstaufseher Christmann in Fisch—
„ch ist zum Königl. Förster ernannt worden.
S Ehrung Seitens des Allgemeinen Turn-Vereins wurde
anlääßlich des 71. Geburtstag des Mitgliedes Herrn Philipp
Fuhrtmann demselben ein Ständchen mit turnerischen Vor—
ührungen, dargebracht. Eine weitere Feier fand dierauf im
Zasthause Lehmonn stact, bei welcher der greise Jubilar durch
manch schöne Worte geehrt und gepriesen wurde. Man
nimmt an, daß Hecr Fuhrniana wohl der älteste Turner im
Saar⸗ und Bliesbezirk ist. Hoffentlich bleibt er noch viele
Jahre der Restor in unserm Turnkreise. Auf die Verdienste
die sich Herr Fuhrmann in unserer Turnsache erworben hat,
naͤher einzugehen, ist nicht notwendig, denn fast ein Jeder
weiß, daß, wo es galt unsere edle Turnerei zu heben, man
hn stets in erfier Reihe erblickte. Hoffen wir, daß ihm noch
in recht langer und heiterer Lebensabend beschieden sein
oerde, der Devise lebend: Frisch, Frorrm, Froh, Frei.
Von der Hitze. Nicht nur bei uns ist nach langer
uühler und windiger Kegenzeit, die bisher keine Freude am
zommer aufkommen ließ, aroße Hitze eingekehrt, sondern
mich aus andern Gegenden, ja auch aus Frankreich, England
ad Amerika wird ein Hinaufschnellen der Oueccksilbersäult
Thermometer berichtet. Leider zeitigt die überraschend
zelommene Hitzperiode auch viele schlimme Folgen. Schwere
SZewitter haben bei uns großen Schaden angerichtet, selbft
Nenschenleben zum Opfer gefordert, und Etkrankungen am
Zitzschlag sind allenthaben an der Tagesordnung. In Berlin
ad kürzlich allein 11 Fälle vorgekommen, die aber, wie
chon berichte:, glücklicherweise sämtlich ohne ernsteFolgen blie
zen. Aus Partis wird gemeldet, daß in Frankceich im Laufe
)es Montags fünfzehn Personen dem Hitzschlag erlegen und
nehrere audere infolge von Hitzschlag irrsinnig geworden
inb. — Auch in England hält die glühende Hitze weiter
n. Am Montag ereigneten sich durch die Einwirkung der
Temperatur mehrere rötliche Unfälle. In verschiedenen Orten
Englaͤnds find beim Baden elf Personen ums Leben ge—
dommen, die erhitzt ins Wasser gestiegen waren. — Die
nordöstlicher Staaten der Union sind abermals von einer
Hitzwelle heimgesucht worden. Am nachmittag des Montag
eichte das Thermomete? 38,3 Grad Celsius. Glücklichen⸗
eise war die Luftseuchtigkeit nicht besonders stack. Ob—
leich viele Leute an Hitzichlag erkrankten, sind Todesfälle
icht zu beklagen. In Philadelphia heirrschte auf den
traßen eine Terrperalur von 40 Grad Celsius, in Boston
on 34,5 Grad Celsius. In diesen beiden Städten sind
mehrete Leute infolge Hitzschlag gestorben. Man fürchtet
nach den Mittellungen der Meteorologen, daß die Hitze
laͤngere Zeit andauern wird.
eZuckerverbrennung im Krankenzimmer. In
elnigen Ländern Europas besteht unter dem Volke der Brauch,
in einem Krankenzimmer Zucker zu verbrennen. Die Aeiz
haben den Abecglauben, au dem nach ihre: Meinung diese
Sitte beruht, osi lächelnd die Achseln gezuckt, aber nichts
dagegen unternommen, weil sie ihnen als eine unschädlicht
Selbsttäuschung erschien, die weder Nutzen noch Schaden
stiften konnte. Jetzt zeigt es sich daß in diesem Fall das
einfache ungelihrte Volk das Rechte gerroffen hat, allerdings
ohne Zweisel unbewußt. Professor Trilbert vom Iyst tut
Pastenr in Paris hak nämlich jetzt nachgewiesen, daß bef
der Verbtennung ven Zucker eine Verbindung von Acetylen⸗
wasserstoff und Ameisensäure entsteht, die eines der kräftigsten
leẽmtõ lenden Gase bildet. Der Forscher verbrannte 5 Gramm
zucker unter einer Glasglocke, die enen Rauminhalt von
Leinh. Litern bot. Nachdem die enistandenen Dämpfe sich
abgekühlt hatten, wurden Bazillen des Typhus, der Tuber—
kulose, der Cholera, der Pocken usw. in offenen Glaszoͤhren
unter die Glocke gebracht, und binnen einer halben Stunde
waren sie sämtlich abgetötet. Man kann die Wirkung der
bei der Verbrennung von Zucker enistehenden Gase auch
noch durch einen anderen hübschen Versuch erkennen. Wenn
ein Siück Zucker in einem geschlossenen Gefäß verbrannt
wird, das hestig riechendes verfaultes Fleisch oder den für
die Nase vielleicht noch entsetzlicheren Inhalt verfaulter Eier
birgt, so verschwinde! der unerträgliche Geruch sofort. Viel⸗
leicht beruht auf einer zufälligen Erkenntnis einer derartiager
Tatsache jener Vollsglaube.
Die BSerlesung der Vorstrafen des Augeklagten in
der Haupiverhandlung kann neuerdinge dann unterbleiben,
wenn der Angeklate dies vorher schriftlich oder münd lich de—
antragt und gleichzeitig annehmbare Gründe für die Berech—
tigung seines Anttages in geeigneter Weise glaubhaft macht.
Dies Verfahreu wird jetzt bei sast allen preußischen Gerichten
in der Pcoxis gehandhabt, wobei aber natürlich immer Vor⸗
nugsetzung ist. daß die Aburteilung der betreffenden strasbaren
Handlung aus rechtlichen Gesichtspunkten nicht unbedingt die
Lulefung der Vorstrafen des Anaeklaaten erfordert.
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Aus Rah und Fern.
Trier, 12. Aug. Der Steinhauer Lohder wurde von
seinen Sohne im Verlauf eines Streites durch einen Tritt
auf den Unterleib geiötet. Der Sohn wurde verhaftet.
Musunchen, 11. Aug. Vom Watzmann ist ein Tourist
abgeaurzt, dessen Name noch unbekannt ist. Ec erlitt einen
Armbruch und eine Kopfverletzung. — Vom „Kleinen Wilden“
im Allzäu stürzte der Kemptener Bankoeamte Heimpel ab.
Ereit schwer, aber nicht lebensgefährlich verleßt. — Der
Sohn des Mürzburger Privatiers Lohr, ein 18jähriger Gym⸗
nasiast. machte angeblich eine Tour in die Dolomiten Sei
30. Juli ist er abgängig.
2Rodin, 12. Aug Tobdlicher Unfall,) Gestern
aachmittag glitt in der Nähe der Mülheimer Schiffbrücke
ein junger Mann am Ufer aus, fiel in den Rhein und
ertrank. — Zn einem Hotelrestaurant zog sich ein Dienfi
mädchen mit kochendem Fett so schwere Brandwunden zu,
daß es infolge der Verleßungen starb.
Erkelens 12. Aug. (3. 1 und 3. 2.) Wie der für
das in Metz tationierte Lustschiff 3. 1 tätige Oberingewmeur
 Müuer, der zur Zeit hier beĩ Verwandten zu Be—
uch weltc, mitteilt, wird im Laufe des Monats Sttoder
nch .3. 1* mit „Z. 2* in Köln den Standort wech
eln. weil „3. 2* besser konstruiert sei. Bei dieser Gele—
jendeit werde „3. 1* auch einen Nhitocher in die hiefige
degend machen.
*Dnisburg, 12. Aug. Der Lehrherrals Er—
refser) ver Frilenr Heinrich Thiessen zu Mülheim⸗
Spedors verlangte von den Eltern seines Lehrlings, nach
dieser einen goldenen Ring hatte verschwinden las—
ein „Lehrgeld“ von 200 Mark, und drobte, als die
exie Rate von 100 Mark nicht fofort ausbezahlt wurde
mit Anzeige bei der Polizei. Die Mutler des Lehrünge
versetzte in ihrer Angsi mehrere Gegenstände, um Thiefsfe—
e befriedigen. Dieser erstattete hinterher dennoch Anzeig
n o Xuo—— Doe X—o ur R 22

mterschlagung zu erner Geldstrafe verurteilt. Nun redhr—
ten die Eltern des Lehrlings den Spieß um und ersjtat
eten gegen Thiessen Anzeige wegen Erpessung. Thiesser
erhielt von der Strafkammer vier Monate Gefängnis.
* Essen, 12. Aug. (Messerstechere i.) Bei eine!
Schlägerei in Stoppenberg wurde ein Bergmann ersto
chen. Der Täter wurde verhaftet.
* Schwerte, 12. Aug. GBeim Ausreißen ver—
unglückt.) Der frühere hier ansässige Bäcker Herbst
joff, der vor einigen Tagen wegen verschiedener Fahr
raddiebstähle in Beckum verhaftet wurde, ist dort bei ei—
rem Fluchtversuch vom Dachfenster seiner Zelle aus ab
gestürzt und wurde mit zerschmettertem Schädel auf
gefunden.
* Boppard, 12. Aug. ( Wom BlittzZzzerschlagen.)
Am Dienstag Abend wurde im benachbarten Dörth eir
24jähriger Arbeiter vom Blitze erschlagen. Der Tod tra
sofort ein. — In demselben Orte schlug der Blitz in
einen Viehstall ein. Ein Ochse wurde erschlagen. Das
übrige Vieh konnte gerettet werden.
* Kreuznach, 12. Aug. (Qualvoller Tod.
Im nahen Bosenheim fingen die Kleider einer siebzigjäh
zigen Frau beim Feueranmachen mit Petroleum Feuer
Die Frau erlitt so schwere Brandwunden, daß sie als
zald starb.
* Trier, 12. Aug. (Water mörder.) Der Stein
zhauer Lohder wurde von seinem Sohn im Verlauf eines
Streites durch einen Tritt auf den Unterleib getötet. Der
Sod n wurde verhaftet.
* Frankfurt 12. Aug. (FJnfremder Erde be—
graben.) Die Leiche des Chinesen, der am Freitag ir
Frankfurt seine Geliebte und dann sich selbst erschossen hat
vurde der Anatomie Marburg zu Studienzwecken überwie
en. Der Chinese hat beltanntlich keinen höheren Wunsch,
ils in chinesischer Erde zu ruhen. Tien Yon hat nack
hi iesischen Begriffen durch seine Jjaͤhe Tat nicht nur seir
Leben eingebüßt, sondern auch, was weit schlimmer ist,
den Zusammenhang mit seiner Familie und den Geiisern
der Ahnen verloren.
* Frankfurt, 12. Aug. (FJu Ehren Parsevals.
Zu Ehren des Majors Parseval fand im Weinrestauran!
der „Ila“ ein Festmahl statt, dem außer den Leitern der
„Ila“ auch der Regierungspräsident von Meister, der kom
nandierende General von Eichhorn, der Polizeipräsiden
Scherenberg, der Oberbürgermeister Dr. Adickes und zaähl—
reiche Damen und Herren beiwohnten. Der Präsident de“
‚JIla“, Geh. Kommerzienrat Dr. Gans gab der Freude
Ausdruck, daß die Ausstellung wenige Tage nach den
Hiersein Zeppelins auch dem zweiten Mann begrüßen dür—
se, der unter den deutschen Luftschiffbauern einen hoden
Rang einnehme. Man solle nicht fragen, ob das starre
oder das unstarre System das bessere sei, sondern sich des
Goetheschen Wortes erfreuen, daß Deutschland zwei sol
cher Kerle besitze. Major von Parseval dankte fuͤr die Ea
rung und gedachte der Motorlufischiffahrtsstudiengesellschaft
seinen Gönnern und Mitarbeitern, die seine Erfolge ers
ermöglicht hätten, und schloß mit einem Hoch auf Frank—
furt und die „Ila“. Verschiedene weitere Trinksprüche, un—
ter anderen auch auf die wackere Begleiterin des Majors
auf den Fahrten in die Lüfte, seine Gemablin, schlomsen
sich an.
* Offenbach, 12. Aug. Verhaftete Mädchen
händler.) Hier wurde eine 72jährige Russin namens
Trianowsky verhaftet, die ihr sechsjähriges
Enkelchen bei sich führte. Die Frau wurde von Stuttgart
aus verfolgt, weil sie beabsichtigte, das sechsiährige Mäd
hen an einen Mädchenhändler in London zu verkaufen.
Der Mädchenhändler in London wurde auf Veranlassuno
der Stuttaarter Polizeidirektion in London ebemalls ver
haftet.
* Mannheim, 12. Anug. GBeim Baden ertrun—
kein.) Von hier werden zwei Todesfälle durch Ertrinken
beim Baden gemeldet. Im Neckar ergank der 22 Jahre
alte Kaufmann Peter Alexander Lohnert aus Edingen, im
Rhein der 30 Jahre alte Kaufmann Philipp Edel aus
Lambsheim in der Pfalz.
* Kaiserslautern, 12. Aug. (Katzentollwut.)
Infolge fortgesetzter Verletzungen von Menschen durch toll—⸗
vütige Katzen hat nunmehr die Behörde verfügt, daß
sämtliche Katzen in der Nahe der Wohnungen der verwun—
deten Personen eingefangen und getötet werden 51
* Bamberg, 12. Aug. (Bater und Stieftoch
meir.) Heute Vormittag 46 Uhr versuchte der 42 Jahre
ilte Fabrikarbeiter Peter Jäger, von Gaustadt feine 15—
ährige Stieftochter Margarete Mathes zu töten. Er war“
das Mädchen von der etwa sechs Meter hohen Markus
brücke aus in die Regnitz und sprang dann selbst nach
Fischersleuten gelang es, die beiden bereits mit dem Tod«
Ringenden noch rechtzeitig zu retten, doch ist ihr Zustand
zedenklich. Vater und Tochter wurden nach dem Kranken
hzause verbracht. Der Vater gab zu, daß er seine Tochten
jabe umbringen wollen, weil sie ihn verlassen habe: dan,
cabe er sich selba umbriugen wollen.
* Verschollener Dampfer. Aus Kapstadt wird gemel
det: Die beiden englischen Kreuzer, welche Nachforschungel
nach dem verschollenen transatlantischen Dampfier „Wa
ranta“ anstellten, sind unverrichteter Sache zurückge ehrt
Man glaubt nunmehr, daß der Dampfer, der 3o0Baifo
riere an Bord hattie. Un ergegagnaen isi.

Landwirtschaftliches.
Winterrettich. Für den Winter kann man jetzt eine
Aussaat machen. Rettsche und Radieschen verlangen zwar
einen nahrhasten Boden, sie gedeisen aber nicht auf frisck
gedüngtem Land. Der Boden soll sehr mild, locker und
mürbe sein und muß außerdem feucht gehalten werden
Rettiche dürfen, ebenso wie Radieschen, nicht zu dicht
gesäet werden, wenn sie sich gut entwickeln sollen. Di
Winterrettiche sind eine gute Zuspeise und können aufbe
wahr: werden wie Rüben, am besten im Keller in Sand
eingeschlagen. Säet man zu früh, so wächst der Rettich
sich zu groß und hart aus. Er ist überhaupt fester und
härter als der Sommerrettich, wenn er ihm auch in an—
derer Beziehung gleicht. Gewöhnlich bat er eine härter—
Zchale und wird größer,

Ttlegramme.
Frankfurt, 13. Aug. Kurz nach 7 Uhr ist heute abend
der Parsevai-zBallon auf seiner Fahrt Aber die Stadt in der
Mainzer Landstraße an einem Schornstein hängen geblieben
und die Hülle geplatzt. Der Uafall wird von Fachleuten
auf die überlastete Gondel zurückgeführt, in der sich 12 Per—
fonen, zumeist Damen, besanden. Die glückliche Bergung
aller Insassen durch die Feuerwehr wurde zugleich mit der
Kunde des Unfalles in der Stadt bekannt und ertegte Be—
friedigung. Auf dem Gelände der Ila erschien gegenn9
Uhr schon die Hülle des verunglückten Ballons, die sich viel
leichter transportieren ließ ais die Gondel, die noch bei an
brechender Nacht in der Frarken⸗Allte laa. Major Parseval
war sichtlich niedergeschlagen, als er von den Unfall Kunde
erhielt. Einige Teilnehmer an der Unglucksfahrt behaupten
daß plötzlich die Höhensteuerung versagt habe als man in die
ähe der Ftenkenallee gekommen war. Die Reparztur de—
Hassana wird mebhrere Wochen in Ansyruch nebmen

Breslau, 12. Aug. Sroßes Aufsehen erregte in Bar—
tenstein in Ostpr. die Verhaftlung des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers
 und Hauptmann der Reserde, Jufizral
von Schimmelpfennig, der unter dem Verdachte steht, bedeu
tende Summen unterlchlagen zu habeu. Die Verhaftung er—
folgte auf dem Postamte, als vonSchimmelpfennig seine Post⸗
sachen abholen wollte.
ODresden, 12. Aug. Die Typhus⸗Erkrankungen vor
Kriegefahrts⸗Teilnehmer haben bereits 8 Opfer gesordert.
Von 200 sächfischen Kriegern, die an der Fahrt nach den
nhhedem vvn Metz teilgenommen hatter, sind 40 er—
rankt.
Troppau, 12. Aug. Bei einer Manöver⸗Uebung, welche
das erfste Infanterie⸗Regiment abhielt, stürzte der Hauptmann
Platz infolge eines Hitzschlazes tot vom Pferde.
s Berlin, 13. Aug. Mit der Fuhrung des durch die
Ernennung des Generals von Heeringen zum Kriegsmini—
ster freigewordenen 2. Armeekorps wurde Generalleutnani
von Linfingen, bisber Divisionslommandeur in
Ulm, beauftragt.
*Wilhelmshöhe, 13. Aug. Der Kaiser hörte den Vor⸗
trag des Reichßkanzlers und nachher den Vor—
trag des Staatssekretärs des Reichsmarineamts.
* Koblenz, 13. Aug. Für die Ersaßwahlen zu dem
Reichstage und Landtage im Wahlkreis Koblenz-St. Goar
stellt das Zentrum den bisherigen Abgeordneten, Senats
präsidenten Wellste inHamm, auf.
* Dresden, 13. Aug. Das sächsische Kriegsministerium
stellt einen LRan dungsplatz für Luftschiffe auf dem
Exerzierplatz Heller, eine halbe Stunde von Dresden, zur
Verfügung. Der Stadtrat übernahm die Kosten der An—
kervorrichtung. Zeppelin wird nach einer Mitteilung an
den Oberbürgermeisier wahrscheinlich Mitte September in
neden mit dem „3. 3“ von Frankiurt a. M. aus ein—
treffen.
* EChristiania, 13. Aug. Der Generalstreis
dauert in unverminderter Schaͤrse fort. Für die nächfter
Tage wurde von der Streikleitung ein großer Demonstra⸗
tionszug angekündigt. Ein Gewerkschafsleiter erklärte, der
Kampf müsse rastlos ausgefochten werden, da es sich fin
die Fachvereine um Sein oder Richtsein handelt.
* New⸗York, 13. Aug. Generalmajor Wood bestreiteil
die Richtigkeit des nach der „Sun“ zitierten, zuerst von
der Bostoner Preßagentur verbreiteten Interviews. Er
sagt, er habe mit niemandem über Deutschlands
Kriegsbereitschaft gesprochen.
* New-⸗York, 13. Aug. Frankreich dürfte ehestens die
mikrostopische Untersuchung amerikanischen Fleisches ven
langen.
Paris, 12. Aug. Die Morgenbläter melden aus Sau—
mur: Auf einem benachbarten Gut explodierte gestern beim
Dreschen des Getre des die Lokomobile. Von 30 Arbeitern
wurden vier Personen sofort getötet. Das Getreide geriet
in Brand, ebenso mehrere Gebäude, von denen 2 eingeäschert
wurden.
London, 12. Aug. Heute frsth fuhr, wie aus Filshead
in Wiltshird teiegraphier: wird, ein Automobil in eine Ab—
tellung Soldaten, die von einer Uebung im Lager von Rocke—
stone zurückkehrten. Hierbei wurden nach einer Meldung 7
Soldaten getötet und 20 verletzt. Nach einer andern Mel⸗
dung wurden 8 Soldaten schwer veiletzt.
Madrid, 13. Aug. Ein ODifizier der Garnison San
Sebastiag erhielt Befehl, sich zur Einsch'ffung nach dem Riff
bereit zu halter. Es weigerte fich, dorthin zu gehen und
wurde deshalb aus dem Heere ausgestoßen. Bei einem von
ihm veranfialteten Abschiedsmahle erschienen seine fämtlichen
Regimentskameraden. Es sind dies meist Katalonier; sie
sympatisieren mit Bestrebungen ihrer Landsleute. Man ver—
langt die streagste Bestcafung dieser Dffiziere.
Melilla, 13. Aug. Der gestrige Tag war seit dem 27.
Juli für die Riffleute der verlustreichste gewesen. Eine
Batterie Spanier hatte Aufstellung genommen und mit
Haubitzen nach Angaben eines Fesselballons auf eine marok
kanische Befestigung geschossen. Die Wirkung war furchtbar.
Die Marokkaner wollten dem Feuer nicht weichen und wur
den zum großen Teile vernichtet. Als die Riffleute endlich
flohen, instruierte der Kapitaän im Ballon die Batterie genau
über die Richtung, die die Fliehenden innehielten. Hierdurch
war es möglich, denselben einen Verlust beizubringen, der
sich auf hunderte von Toten und Verwundeten bezifferte.

Brieftaften.
Herrn K. hier. Hyninthen gibt es etwa 600 Sorten
in Gartenpflanzen, sog. Gartenhyaztnten. Pflanzzeit in. Sep—
tember und Oktober. Red

*
Zwangsverleigerung
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge
meinde Herrensohr belegenen im Grundbuche von Dadweiler
Blatt 535 zut Zeit der Emtragung des Versteigerungsver⸗
merkes auf den Namen der Eheleute RNikolaus Stuhlsatz
früher Bergwanp, jetzt Snaßenbahnführer, und Maria geb.
Kipper, beide zu Herrensohr, je zur unabgeteilten Hälft«
eingetragenen Grundstücke, ala:
1. Flur 22, Vr. 697165, in der Bärendick,
Acker, groß 5,36 Ar, mit 0,21 Caler
Reinertrag,
22, Ar. 1603165, Jakobstraße I. Geb.
Rolle 1828, Hofraum, groß 437 Ar
a Wohnhaus mit 216 Mark Nutz
ungswert
am 14. Oktober 1909.
nachmittags 3 Uhr
durch das unterzeichnete Gericht zu Herr n'ohr in der Gañ
wirtschaft F anz Kirchberg verfleigert wetden.
Saarbrücken, den 9. August 1909.
Kösnialiches Amtsgericht n

O
Freibank.
Heute nachmintag von 3 Uhr ab wird F
Ründfleissch
das Pfund zu 40 Pfa. verkaufi.
Die Schlachthäalbervbaltunæa
            
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