5manischen Faiserreich und dem Konigreich Griechenlans
zerbeisnhren würden. Es ist nicht oas erste Mal, daß die
zsterre chiich ungarische Monarchie in der Kretasrage inter⸗
»eniert, unr Gefahren, die sich aus derselben für den
Frieden ergeben könnten, vorzubeugen. Bleibt auch die
Regelung dieser Frage den vier Schutzmächten überlassen,
o seyen sich doch die beiden mitteieuropäischen Zeutral—
nächte veranlaßt. einzugreifen, wenn es sich um die Er—
zaltung des Friedens handett. Von diesem Beweggrunde
sat sich nun auch die österreichischungarische Regierung bei
hrer jetzigen Intervention leiten lassen. Dieser Schritt
Desterreichs ist gemäß den dringlichen Umständen frei ven
ven offiziösen Floskeln, die von London ausgingen und
»as Unrecht auf Griechenland ebenso wie auf die Türkei
u verteilen suchten. Es ist dazu von einer Deutlichkeit,
die auch den unverantwortlichen gefährlichen Hintermän—
iern einer ohnmächtigen Reg'erung verständlich sein und
hnen zum Bewußtsein bringen wird, daßs, wenn sie wei—
er auf ihrem bequemen, im dopoelten Sinne unverant⸗
vortlichen Gebaren beharren, ihnen ihre tatsächliche Ver—
mmtwortlichkeit doch recht fühslber gemacht werden könnte
— im Interesse der Unterdrückung einer ständigen Gefahr
für den europäischen Frieden. Hossentlich erwächst aus der
etzigen Spannung die endliche und so dringend notwen—
zige Errichtung einer türkischen Regierung, welche auch
virklich eine Regierung ist. Daß diese Hoffnung erfüllt
werde, dafür gibt wenigstens einigen Anhalt der jetzt im—
mer allgemeiner werdende schlechte Eindruck, den das jung⸗
ürkische Kriegstreiben macht. Turch dieses müssen sich
reilich an erster Stelle die vier Schußmächte Kretas und
Friechenlands gettofsen fühlen, es ist aver bezeichnend, daß
uerst Oesterreich es wiederum ist, das mit allem Nach—
zruck jenem Teeiben entgegentritt.
Die griechische Beantwortung der türkischen Note.
Die Antwort Griechenlands auf die tür—
ische Note wurde dem türkischen Gesandten übermittelt.
In der Note wird Widerspruch erhoben gegen die türki—
chen Beschwerden und erklärt, Griechenland habe sich stets
»on dem Wunsche leiten lassen, her zliche Bezieh—
ungen mit der Türkei zu unterhalten. Die Note
ꝛrinnert an die Begeisterung des griechischen Elements in
zer Türkei für das neue Regime als einen Beweis
dafür, daß Gr'iechenland keine der Absichten hegt, die ihm
mterlegt werden. Griechenland wollte alles wun für die
Beruhigung in der kretischen Frage und habe
Loyalität und auch Freimütigkeit gezeigt. Da übri—
zjens Kreta sich in Händen der Mächte befände, könne
Briechenland nur diesen die Löfung der Frage über—
assen. Griechenland sei in eine annexionistische Beweg—
ung nicht verwickelt und habe stets eine kor—
dekte und loyale Haltung beobachtet. Die Note
pricht schließlich die Hoffnung aus, daß diese Erkiärun—
gen das Mißverständnis beseitigen und dazu
heitragen werden, eine Rera herzlicher Bezieh—
ungen zwischen den beiden Staaten zu ihrem großen
Wohle herbeizuführen.
Der japanisch⸗chinesische Konflikt.
—
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Aun
*7
BHiuna hat auf das Urrumarum der Japa—
rer in Sachen des Ausbaues der Bahnlinie Mukden—
Antung ablehnend geantwortet. Seine Antwort läßt aber
ereits erlennen, daß es sich fügen wird. Japan hat na—
ürlich ein großes Interesse an dem normalspurigen Aus⸗
au der bisherigen Feldeisenbahnlinie, aber im Hinter⸗
jrund dieses durch das allgemeine Verkehrsinteresse be—
zründeten Wunsches schlummert der Gedanke an die nach
»em Ausban erforderlich werdende japanische Besetzung
ꝛer an der Bahnlinie liegenden Ortschaften. China wili
ich natürlich diesen Eingriff in seine Landesoberhodeit
nicht gefallen lassen und avvelliert an Rußlands Bei—
tand. Dieses aber ist durch den letzten Krieg noch zr
ehr mitgenommen, als daß es den Chinesen mit der
kat helfen könnte Somit dürfte China das Schicksal
foreas teilen, wenn es nicht aus der Not eine Tugend
iachen und sich Japan ganz in die Arme werfen wird.
Gerichtszeitung.
Ein bemerkenswertes Urteil des Reichsgerichts
vird in der „Nationalztg.“ veröffentlicht: Bei einem
Lohnkampf hatten sich sämtlhiche Meister ei—
ier Innung durch Wort und Unterschrift verpflichtet,
zer ungerechtfertigten Lohnmehrforderung der Gehilfen
ruicht nachzugeben, zumal der Lohnkampf nur durch so—
ziialdemokratische Agitation herausbeschworen wurde. Die
Sehilsen eröffneten darum den Streik. Von den Meistern
hdielt einer nicht sein Wort, sondern er bewilligte den Ge⸗—
ellen die erhöhten Löhne, da er große Aufträge von Be—
örden hatte. Daraufhin wandten sich die anderen Mei—
ler an die betreffenden Behörden und legten ihnen den
Zachverhalt dar. Dabei nannten sie den Meister einen
VBerräter ihrer Sache und nicht würdig, behördliche Ar—
eiten zu bekommen. Der Betreffende klagte nun gegen
»ie Meister auf Schadenersatz und Beleidigung. Nachdem
der Prozeß durch mehrere Instanzen gelaufen war, be—
stätigte das Reichsgericht, daß dem Kläger Schadenersatzanspruch
nicht zustehe, da die Beklagten die Sachlage rich—
ig dargestellt hätten. Die Behörden haben dem Kläger
ruch die Aufträge deshalb entzogen, weil es offenbar er—⸗
chien, daß der Kläger mit der Soziaͤldemokratie gemein
ame Sache gemacht habe. Die Maßnahmen der Angeklag—
en seien im vorliegenden Falle durchaus verständlich und
ägen in den Grenzen des Sittlich Erlaubten.
— ———
Vermischtes.
DSDer verschanzte Bankräuber. Zu einer förmlichen
zchlacht mit einem Bankräuber ist es in White Bear, ei—
em sehr beliebten Sommerorte bei Mineaporis, gekom—
tien. Dieser Bandit war in vie „‚Erste Staatsbant“ in
White Bear gedrungen, hatte einen Revoloer auf den
rassieren gerichtet, und diesen Beamten hierdurch gezunn⸗
zen, ihm die sämtlichen Barvorrate seiner Kasse, die aus
ingefähr 3000 Mark bestinden, einzuhändigen. Dann fseh
»er Räuber von dannen, während der Banbk-Kasfüerer so—
ort Alarm schlug. Vald war eine große Menge von
zürgern auf der Jagd nach dem Verbrecher, der schließ—
ich auf einem Holzplatze Zuflucht suchte; der Räuber
»erbarg sich hinter einem großen Holzstoß und eröjfnete
um ein Feuer auf seine Verfolger. Der erste Schuß streckte
zen Polizei-Kapitän Edward Larkin zu Boden, während
zurch die zweite Kugel ein Fischer namens Butler wdlich
zerwundet wurde, ungefähr hundert Personen erwiderten
as Feuer des Verbrechers, der noch zwei weiteren Ver—
olgern toödliche Verletzungen beibrachte. Die Angreifer
ahen sich nun nach Deckungen um und feuerten dann un⸗
interbrochen eine halbe Stunde lang in der Richtung auf
»en Räuber. Als dann schließlich auf ihre Schüsse keine
r5widerung mehr erfolgte, krochen einige Personen vor—
ichtig über die Holzstöße hinweg auf den Zufluchtsort des
Revolverhelden vor, und dort fanden sie den entseelten
Körper des Verbrechers, der mit seiner rechten Hand non
rampfhaft die Schußwaffe umfaßt hielt.
Das Bild in der Zeitung. Aus der Dolor
ttadt Belluno wird dem Berner Bund geschrieben:
ganz eigenartiger Vorfall ercignete sich in der Ne
Belluno. Der 60jährigen Bauersfrau Maria Gel—
nitgeteilt worden, daß ihr Sohn, der bei einem
zau in der Schweiz vbeschäftigt ist, gelegentlich »
turzkatastrophe nebst vielen anderen Genosser
»erloren habe. Bald darauf erfuhr die Fre
zahlreiche Abbildungen von der Unglücksstẽ““
ustrierten Zeitung erschienen. Gleich lie
reffende Nummer fomra 7
Bilder; un“«c —
erzaylen. Frurzlich, wayreno eine ziemlich frischen Pt
iode, die zu Ausflügen ins Gebirge wenig geeignet war
irgerte man sich über die Wetterberichte der ZDürichen
Vetterwarte. In der Tat meldete genannte Wetterstatior
vährend einer iangen Reihe von Tagen für den nächster
dag Sinken des Barometers, Regen und Schnee. Unt
eden Tag bewahrheitete sich diese Prophezciung. Eines
Tages verlor ein gewisser „Müller“ beim Lesen des Wet
erberichtes die Geduld, eilte zum Telegraphenbureau und
andte an die Züricher Wetterwarte jsolgende Depesche:
‚Wenn Sie mit der Ankündigung des schlechten Weiters
ortfahren, werden wir d'ie Verlegung der Wetterwart
nach Bern beantragen. Müller“ „Und was war die Fol
ge? Am nächsten Morgen meldete die Züricher Wetter
warte gutes Wetter und — das gute Wetter stellte sick
ein! Herr Müller sollte auf ähnliche Weise auch
Deutschland besseres Wetter machen.
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„Zeppelin 3.“
Oem ‚Z. 3“, der jetzt nach der Ueberfsuhrung des Ge—
ꝛippes in die schwimmende Halie schnell seiner Vollend
ing entzegengeht, wendet sich nunmehr intensiver das
Interesse der Fachleute und des großen Publkums zu
Ddie Erwartungen scheinen vielfach geteilt zu sein. Die
finen meinen, in ihm ein neues, erheblich verbessertes
Yodell sehen zu sollen, andere verkünden, es werde ein
zchwesterschiff des „3. 2“ sein. Die Wahrheit liegt in
der Vitte. Die Dimensionen und die Bauausführung sind
jenau die gleichen wie beim ‚„3. 2“, dessen Konstruklion
ich ja vortrefflich bewährt hat. In der alten Bauhalle
assen sich größere Schiffe nicht ausführen. Erst in de
ieuen Halle wird man in keiner Weise mehr behinder
ein. Neu sind nur einige Verstärkunzen, welche die er—
jeblich stärkeren MRotorkraste des „3. 3“ erfordern. In
iesen stärkeren Motorkräften liegt der einzige, freilich seh
nedeutungsvolle Fortschritt. Siatt der beiden 110 PS
hotoren kommen zwei 150 PS-Motoren zur Verwend
ung, die eine größere Geschwindigkeit garantieren. Wenn
der „Z. 2* mindestens 13 Metiersekunden Eigengeschwin
digkeit entwickelte, so muß der „3. 3“, da bei gleichen
Zchisfs⸗Dimensionen die Geschwindigkecten sich wie die
zritten Wurzeln der verfügbaren Motorträfte verhalten
mindestens 14,5 Sekundenmeter erhalten. Das von ganz
hedeutendem Wert, nament' ich in Bezug auf die dynami—
chen Potenzen und damit auf das Dauerflug-Vermögen
des neuen Fahrzeuges, ganz abgesehen von seiner Fähig
eit, auch bei etwas frischen Winden noch vorwärts zr
ommen als der „Z3. 2“. So würde ein „Z3. 3“ ganz ohn
zweisel die Fahrt am Montag vor acht Tagen von Frank
urt nach zorn ganz vequem und glatt durchgefuyrt ha—
»en. Den Wtiehrbedarf an Betriebsmaterial gleicht ein
olches Fahrzeug schon dadurch aus, daß es mit noch we—
niger Ballast aus die Reise zu gehen wagen darf als
angsamere Schiffe. Allerlei geplante Verbesserungen in
bezug auf Größe und Form, Propeller und Kraftüber—
ragung und dergleichen werden erst bei künftigen Model
en zur Ausführung kommen. Der Termin der Erst
wu fst ie ge kann naturgemäß noch nicht völlig festfte
hen. Bekannt ist, daß mit dem „83. 3“ für den 28. Au
zust eine Reise nach Berlin, dann schon am 1. Septem
der wieder eine Paradefahrt vor dem Kaiser Franz Jo—
ef auf dem Bodensee und am 4. September ein Probe—
lug mit Reichst igsabgeordneten geplant ist. Ob da—
Ales programmäßig so abgewickelt werden —
ürlich vor allen Dingen von der
oie gerade am Ende des M—
nehmen des Hochsomm
ein kann. Beke
Frankfurt
unft —*