Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Ar. 181 23. Jahrg. 7 8 ðα — Dienstag 10. Aug. O9
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wozu wuroen dangs der Burgerschaft von vondon die 130 der soziau otratischen Agitation vet der Vandoe
Kriegsfahrzeuge auf der Themse und dem Zaren die „wohl völkerung im Osten der Monarchie.
mächtiggsfte Flotte, die je versammelt gewesen ist“, vorge— *In Hamburg wurden vier russische Anar
surt D Mafe 2 3 König wie Volk jenseits chisten verhastet. Man sand bei ihnen Dynamitpatro
des Kanals auch anderen iiffen neben den Dread— nen vor.
noughts die gebührende Bedeutung beimessen. Und was * Die bekannte große Zigarrenfirma Schiec
will neben diesen britischen Machtmitteln die dentiche in Frankenberg entläßt am 15. August all.
Kriegsflotte besagen? Die britische Ueberlegenheit ist fe SHeimarbeiter, etwa 100. Die Firma gibt als Grun
sueheren in hüben versteht, wie man drü das neue Tabakiteuergesetz aun
en irgendwelche Unruhe verspüren konnte. Sei⸗ —
Leder das Wachst deutschen Mari ch di ODesterreich⸗nugarn
8 einer — — — ————— *Im Vezirt Aaneru anden sich Sonntad
Bettern gerechten Anlaß zu Besorgnissen bieten. Went eh Aessiuge huin e Auseg Iechen en
aber die paue Regierung und Volksvertretung eine An Deumee ein persn at ae Peren
zahl Dreadnoughts extra bauen will, so kann man hier en wur ep nd Reonga cp e oene Rach 8
zulande nur damit zufrieden sein und hoffsen, daß da aee es F Dhd aui Peren de —88 b
durch die Nervosität im Inselreich nicht nur vorübergehen Polizeikordon durchbrechen un. ie schechen rrese
fondern auf veraume Ngeit hinaus gemilderi wvitd Malik peranstaltete einen Umzug. Die Deutschen verhin
Zasselbe gilt von den Bewilligungen fur Versuche in de derten den Straßenbahnverkehr, gingen auf die Polize
inhitfaetDie deutshe ha mild echte, los, die Ordnung schaffen wollte, bewarfen sie mit aller
Sudade hicht ut Neige anb aßgunst folgen Möguae band Gegenständen und verletzten den Polizeimeister. Ap
wohl, daß einstmals die Entwickl ung der Technik aud de— Polizei ne Attade unternahm, IheedNhivec
der ftärksten Armada bedrohlich wird. Die Technik wirt Personen zu Boden und lamen ß die Per e
sich icht Hait gebielen lasen' Aber sie steht iht un Ziebespaar das in einem Straßenbahnwagen eee
achst im Diense des Krieges, sondern der Kultur unn Prach, wurde von deg Deutschen ahe Das Mad
Zivllisat on, und die Hoffnung ist berechügt, daß Erfind Hen wurde qu⸗ denn agen e A
gen und Vervoulkommnungen darum, wel sie auch“ in dgelt. Ir na bsien muiqq pinen be Tschechen wiede
aege verwenen werden tonnen, die Voller noch nich inen Ausflug. Ein Zandtagsabgeor neter wandte sid
irennen, sondern sie in friedlicher Arbeit enger zusammen aeee In dhenum 8 de eer w
führen und ihr Gemeingefühl stärken, nur Glieder eine der Bitte, F A Muig — oe r a
nd derseiben Famlie der Vienschheu' zu sein Jeder neug Pochgradige ene r denjchen Vevdlterung arae
Sieg des Geistes braucht darum nicht Unruhe zu verur ammenstösße befürchten
sachen und düstere Prophezeiungen zu veranlassen: eir
Volk, das offene Augen hat und das Herz au' dem rech
ten Fleck, wird seine Stellung zu behaupten wissen.
Volitische Nundschau.
Deutsches Reich.
* In den politisch stillen Sommermonaten tauchen wie
der alte Nachrichten und Erörterungen über eine Teil—
ung des Kultusministeriums und des Reichs
imts des Innern oder über Abzweigung einzelnen
Teile von diesen Ressorts auf. Wir glauben nicht, daf
ie zur Zeit begründeter sind als bisher. Mit der einer
Version, daß die handelspolitische Abteilung des Reichs
imts des Innern von diesem abgezweigt und dem Reichs
schatzamt angegliedert werden solle, räumt die „Nordd.
Allg. Ztg.“ auf. Ein derartiger Plan, so sagt sie, würde
an maßgebender Stelle nicht erwogen. Danach darf man
also annehmen, daß der jetzige Reichskanzler auf Grund
der Erfahrungen, die er als Staatssekretär des Innern
gesammelt hat, eine Teilung oder Verminderung dieses
zroßen Ressorts, durch das es in der Hauptsache zu ei—
nem Reichsamt für Sozialpolitik würde, micht für
zweckmäßing hält.
De Generalkommisfsion der Gewerk—
e»n Deutschlands erläßt einen Aufruf an
*⸗ deutsche Arbeiterschaft zur sofortigen Ein—
ilungen zur Unterstützung der
»Hinweis darauf, daß das
tichsaud speziell aus
Norwärts“

— 53—

Fernsprech⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259 269 u. 1261

Dechnit und VKrtegfuhrung.
Die Erfolge des Grafen Zeppelin haoben eine Zeitlang
n England lebhafte Unruthe hervorgerufen. Man sah be—
ceits die britische Flotte in die Kriegshäfen eingesperrt
und durch Lufttorpedos vernichtet, die Küsten wehrlos ei—
nem deuischen Angriff preisgegeben, London und die In—
dustriegebiete verwüstet und die Weltmacht des Inselrei—
ches vernichtet. Die Phantasie, durch blutrünstige Ro—
mane und sensationelle Arbeiten aller Art wohl vorberei—
tet, überstieg siegreich alle Schranken der Wirklichkeit und
Wahrscheinlichteit, erhob sich tühn über Ort und Zeit und
sah nicht nur nächt icherweile den fliegenden Holländer,
sondern am hellen Tage schreckhafte Gespenster. Es ist
inzwischen gekommen, wie es immer kommt, wenn man
Gespenstern herzhaft zu Leibe geht; sie verschwinden. Im
Unterhause hat die Regierung die Schwierigkelten geschil—
dert, die eine Landung auch nur von 70 000 Mann ma—
chen würde, und man hat John Bull das stolze Vergnü—
gen bereitet, 150 formidable Kriegsschiffe zusammenzuzie—
hen, und der Kriegsminister Haldane hat 78 000 Pfund
für Versuche mit Luftfahrzeugen erhalten und versichert,
England stehe in dieser Frage hinter keinem Staate zu
ruck, und die nervöse Spannung scheint sich zu lösen und
die kühle Besonnenheit wieder die Herrschaft über die Ge—
müter zu gewinnen.
Freilich, als jüngst Bleriot glücklich über den Aer—
melkanal flog, gab es die übliche Bestürzung. Der Obersi
Baden-Powell zog die Augenbrauen hoch und versicherte,
nicht unzutreffend, wenn eine Flugmaschine den Kanal
ireuzen kann, könnten es auch zehntausend. Und Lord Ro—
berts, der berünmte Feldmarschall, war banger Ahnungen
voll und verlangte eine durchgreifende Verstärkung des
Landheeres und die Tagesblätter wiesen darauf hin, daß
der Aeroplan die Schneltigteit der Torpedojäger übertreffe
und immer neue Flugmaschinen mit immer größerer Ei
gengeschwindigkeit gebaut werden. Bleriot, Latham, Graf
Lambert, Shackleton, Sommer, Wright und wie viele
noch suchen sich den Rang abzulaufen. Einer kündigt schon
einen Apparat mit 130 bis 145 Kilonieter Geschwindig—
keit in der Stuunde an. Zwar vermögen sie sich noch nicht
sonderlich lange in der Luft zu halten. Der Rekord soll
ja jetzt wohl 83 Vinuten für den Zweidecker sein. Aber
die Technik schreitet unaufhaltam fort. Ueber Jahr und
Tag wird man viel weiter sein. Und weiter als mit den
Flugmaschinen ist man heute schon mit den Luftschiffen.
Der eine Zeppelin ist nach Metz gebracht worden; der an—
dere ist, mit stattlicher Bemannung, programmäßig vom
Bodensee nach Frankfurt gefahren und zur angesagten
Stunde auf dem angesagten Platz gelandet, trotz starken
AVV0
relative Ungefährlichkeit der Luftschifsahrt konnte der
großen Masse der Laien kaum drastischer vor Augen ge—
ührt werden als durch die jüngsten Fahrten und Unfälle
»n. Kann sein, daß Lord Roberts recht
580 Nuftschifsahrt, sei es
waichine, zu gro⸗
— 2

Schweiz.
* Der Schweizer Heimarbeitskongreß stellt das
Verlangen, daß die Berufssverbände und die Stadt geger
soziale Mißstände in der Heimarbeit einschreiten. Vom
Bund wird der Erlaß eines Gesetzes über die Heimarbei—
verlangt, ferner das Verbot der Nachtarbeit der Frauer
und die Verwendung von Kindern unter 12 Jahren, de—s
weiteren das Verbot der Sonntagsarbeit und Ausdehnungç
der sozialen Versicherung. Der Bund soll ferner die Ini—
tiative zum Abschluß internationaler Verträage über di
Heimarheit ergreifen

China.
* Die chinesische Regierung hat die formelle Ant—
wort auf das japanische Ultimatum in Bezug au
den Ausbau der Antung-Mukden-Bahn erteilt. China ver
wahrt sich in dem diplomatischen Dokument entschieden da
gegen, daß ihm für die entstandenen Schwierigkeiten ir
gendwelche Verantwortung zufällt. In Veking ist *
ASftfimmung vollfommen ruhig.

—e -,
Vreußen und die füddeutschen Eisenbahnen.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ wendet sick
in einem Arikel gegen die in süddeutschen Blättern erho
benen Angriffe gegen die preußische Eisenbahnverwaltung
die dahin gingen, daß sie ihre Uebermacht dazu benutze
den kleineren Verwaltungen den Verkehr abzunehmen. Sie
sagt: „Die Leidenschaftlichkeit der grundlosen Angriffe läß:
sich nur aus Unkenntnis der tatsächlichen Vorgänge erklä—
ren. Denn gerade Preußen hat mit den Staatseisenbahn—
verwaltungen von Bayern, Sachsen, Württemberg und Ba—
den in den Jahren 1904 und 1905 Vereinbaringen au—
—ind folgender Leitsätze getroffen:
52 wird anerkannt, daß grundsätzlich der wirt—
KRütoerverkehr zu wäblen iit. does

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