Full text : Dudweiler Zeitung

Fokales.
Voraussichtliche Wilterung. Norden, Bayern und
Pfalz wechselnd bewölkt, Suden zunächst noch trüb, Nieder⸗
schläge, dann wieder Besserung, kühl.
Bierpreis. Wie aus einem Emigesandt zu ersehen, ha—
ben die Wirte beschlossen, den Bierpieis nicht zu erhöhen
daftr jedoch die Gläser zu verkleinern. Bis jetzt gab es für
15 Pifg. 4 Zehntel Liter, jetzt soll es nur 7 Zwanzigstel ge⸗
dven. Dies bedeutet eine Maßverkleinerung von 18wanzigstel.
Der Verkaulspreis stellt sich gegen früher pro Liter 371/, jetzt
ein geringes mehr wie 43 Pfennig?. Der Aufschlag beträgt
somit für das Liter gewöhnlich s Bier eiwa Seinhalb Pfg.
Eingesandt. Die vereinigten Witte von Dudweiter,
Herrensohr und Fischbach haben in der gestrigen Versammlung
einftimmig beschlossen, von jetzt ab nur noch das Bier in
Siebe zwanzigstel Liser das große Glas und Zwetizehntel
das kleine Glas zum Ausschank zu bringen. Der Bierpreis
ist den Wirten durch die neue Steuer von Seiten der Biaue—
reien um Zeinhalb bis 4 Pfo. pro Liter erhöht woiden.
Außerdem ist der Wirtestand durch das neue Steuergesetz
mit soviel neuen Steuern: Feuerzeug und Zigarren, Zigareuten,
Kaffee⸗, Thee⸗, Glühkörper⸗, Auromaten-⸗,, Branntwein⸗ und
Stempelneuer belastet worden, daß der kleine Aufschlag von
Seiten der Wute vollständig berechtigt, sogar unbedingt nötig
ift, um teinigermaßen auf ihre Rechnung zu kommen und ihr
nöliges Auskommen zu finden.
Theater. Gestein Abend lam im Nassauer Hof durch
cas Siaditheater⸗ Ensemble die ppannende Deitktiv Komödie
Sherlock Holmes zur Aufführung. Das zahlreich erschlenene
Publikum folgie den Handlungen auf der Bühne mit größter
Spannung, und war ganz begeisteit, als der Detettis Holms
die gefähruchen Verbrecher über istete. Herr Vöiker als Hoimse
und Herr Ferty als Dr. Moos waren ausgezeich et. Fuüt
den humoristischen Teil sorgten die Herrn Reuß und Kraueé
aufs Beste als die beiden Polizerkomissäte. Die Lady, von
Fräulein Ferty vertreten, war eint retzende Erscheinung und
brtllant im Spitel. Fräulein Winner, Berg, Jörgen verdienen
ebenfalls Lob, ebenso alle Ubrigen Dairsteller. Dannerstag
den 5. August, kommt die Fortsetzung von Sherlock Holmes
zur Rufführ ung, betilelt der Hund von Baskerville. Wurde
vergangenen Winser im Thalta-Theater nmit großem Erfolg
gegeben, dürfte also deshalb auch hier seine Anziehungskraft
nicht versehlen, da es noch interessanter als Holms sein
soll, aiso auf zum Hund von Bastkerville.
* Die Kaffeepreise werden sich, nach Einsühruug der
zollerhöhung, in folgender Weise trhöhen:
Der biuigste Koffee wird, da er sich im Engrosverkauf
auf 95 bis 98 Mt. stellen wird, 1l,.10 Mk. kosten. Kaffee,
ner bisher
1,00 Mk. pro Pfund kostete, wird 1,10 kosten
1.1101, 1258,
120, 7 u368
130, 1,450,„
1150 1703
1,80 r æ e u 2,*0 *
Das Pfund Kaffee wird sich durchschnitilich 16 bis 20 Pfg.
böher im Preise stellen. Um eine Ware für eine Mk. pro
Pfund liefern zu können, wird man Au—lesekaffee, das ist
Kaffee, zu dem die schlechteren Bohnen verwendet werden,
aoch mehr alas schon jetzt in den Handel bringen müssen.
Beim Tee wird, da der Zoll für einen Doppelzentner um
75 Mark höher ist als der dieher ge Zoll, eine Erhöhung
oon 40 Pig. pro 1 Pfand eintreten. Die billigste brauchbarste
Teesorte, die bisher 1,60 kostete, wird von nun ab 2 Mark
kosten. Die Differenz zwischen dem bisherigen und dem neuen
Preise wicd stetig 40 Pfe. betragen.
— Die Wirkung der neuen Tabakstener in England
Aus London wird betichtet: Die Hoffnung des englüchen
Schatzkanzlens, der von der neuen Erhöhung der englischen
Tabatsteuer sich eine Einnahme von 56 Millionen Mark ver⸗
prach, wird durch die ꝛauhe Witklichkeit bitter enttäuscht.
Di eben veröffentlichten Siatiniken zeigen, daß die Steuer⸗
erhöhung den Tabekkonsum in un wartet großem Maße
verringert hat. Bereits im Mai zeigie der Verbrauch einen
Rückzang von rund einet Million Pfund Tabak. Der Rück—
schlag hat sich im Juni fortgesetzt: im Juni ist der Verbrauch
gegen das Vorjahr um eine halbe Million Pfund gesunken
Da der Juni dieses Jahres einen Arbeitsag mehr hat als
der des Vorjahres, ist der Ruckgang in Wirklichkeit noch
größer, als die Zahlen zeigen und kann auf rund 800 000
Pfund geschätzt werden. Das wünde im Jahr einen Ausfal
von 9 600 000 Pfund bedeuten, womit die Steuereinnahme
um 35 Millionen hinter den Ecwartungen zurückt eiben würde.
Das englische Volk hat infolge der Tabardverteuecung in
diesem Juni tund eine Million Vfeifen weniger geraucht wie
im Vorjahr.
AI
Tätigtkeit, auf dem sie zweifellos Nutzliges zu leisten vermögen,
zu beschreiten. In Zabrze (Gbeischlesien) hat der dortige
Krie gerverein einen regelrechten Unterricht für die angehenden
Soldaten eingerichtet. Flur den Unterricht, der auf dem Hofe
der Volksschule stattfindet, sind drei Abendsiunden in der Woche
bestimmt. Die Lehrer werden ehemalige Uaterofftziere fein,
die ihre Zögliage hauptsächlich in Sch eßübungen unlerwiesen
werden. Naturlich werden diese Uebungen ganz in soldat⸗
ischem Sinne vorgenommen werden, so daß der junge Mann
hdier ein⸗ aute Voeschule für das Militär hat.
Aus Natz und Zern.
* Fischbach, 2. Aug. Mit dem Bau der kalholischen
irche scheint es nun endüch Einst zu werden. Nachdem die
letzten Monate hisdurch in einem nahegelegenen Steinbruche
sig Steine gewonnen wurden, soll bis spätestens Herbft
schlechle ostein gelegt und vor Winser noch die Ausschac.
lungsarbeiten begonnen werden.
Louisenthal, 2. Aug. Die Absatzverhälenisse unsere.
Kohlenproduktion sind augenblicktich so ungünstig, wie dies
in langen Jahren nicht mehr gewesen ist. Am Samstag
hätte wieder Feierschicht gin jelegt werden müssen, wenn die
Forderuug nicht auf dem Hafenamte bätte angeschüttet werden
können. Die Kanalhalde hier ist bereits ganz zugeschllttet
Bendorf, 3. Aug. Das leidige Zigarettenrauchen
hat hiet wieder ein Opfer gefordert; ein junger Mann von
17 Jahren stub an Nilotinvergiftuag.
* Thalexweiler, J. Aug. In vergangener Nacht wollte
duf dec nahen Strunkmühle der Knecht noch spät auf dem
abschussegen Hofe allein einen Wagen rangteren; er verlor
die Gewalt über denselben, wurde an die Wand gedrücckt
und so schlimm verletzt, daß er hald darauf starb.
*Oberstein, 1. Aug. Auf Anordnung der Staatsan⸗
waltschaft fand gestein hier eine Haussuchuag statt. Anonymt
Zuschriften aus einem Nachbarorte an die Behöcden beschul⸗
diaten eine hiesige Familie der Falschmünz rei Die Untersuch
RRRWniarlief aher nassf äde resultant——

sAacheu, 3. August. (Schwerer Unglücks
a 11.) Bei Sprengarbeiten auf dem Terrain des neuer
zahnhofes in Süsterseld wurden neun Arbeiter verletz
arunter einige schwer.
* Essen, 8. August. (GGesto hlene Telegra
»hendrähte) Am 21. Juli gegen 6 Uhr Abende
ind aus der an der Straße von Buer nach Westerhol
„erlaufenden Retchsstelegraäphenlinie ca. 135 Meter starker
ronzedraht im Gewichte von 4,05 Kg. herausgeschnitten.
ind gestohlen worden. Die Täter sind unbekannt; sehr
vahrschenlich sind es aber die elben, von denen in der
etzten Zeit kurz hintereinander die Drahtdiebstähle be
stecklinghausen verubt worden sind. Für die Ermittelung
»er Täter werd von der Kaiserlichen Ober-Postdirektion in
Münster eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt.
* Dortmuud, 3. August. (Werbrechen.) Im Land
reise Dortmund sind in vorvergangener Nacht zwei sehn
chwere Gewalttätigtesten gegen andere vollführt worden
Als ein Bahnafsistent von Lünen nach Horstmar zurück—
ehrte, wurde er von Strolchen überfallen und durch Dolch
iche lebensgefaͤhrlich verletzt. In früher Morgenstunde is
n der Nähe von Lünen, an der Böschung der Gronau
3nscheder Bahn, die Leiche eines Bergmannes gefunden
vorden. Es handelt sich offenbar um ein Verbrechen. Der
opf der Leiche war durch Messerstiche entsetzlich zugerich
et. Es ist anzunehmen, daß der Unglückliche sterbend au
das Geleise der Bahn gebracht wurde, wo ihm von ei—
iem Zuge der rechte Fuß halb abgefahren wurde. Vor.
»em Täter fehlt in diesem Falle jede Spur. im ersteren
dalle ist der Täter verhaftet.
* Kreuznach, 3. August. (ArbeiterEntlas—
ungen. — Bierpreiserhöhung.) In der
ßräfschen Zigarrenfabrik erhielten eine große Anzahl Ar—
»eiter ihre Küundigung, da zum 15. August mit einer Be—
riebseinschränkung gerechnet wird. Seit Wochen ist ge—
irbeitet worden, um ein großes Lager zu schaffen. — Die
Wirte haben ab heute einen Bieraufschlag von 2 Pfg
ro Glas und Flasche eingeführt. Einige Weinwirte ha—
ben den Schoppenpreis von 40 auf 35 Pfg. ermäßigt.
* Offenbach, 3. August. (Ein Wolkenbruch.)
dier ging ein wolkenbruchartiger Regen nieder, der die
Ztraßen unter Wasser setzte, in die Keller eindrang und
iamentlich der Geschäftswelt großen Schaden zufügte. Die
MNanufalturwaren schwammen im Wasser umher. Ein«
ehr große Anzahl Betten und Divans sind vernichtet, sehr
biele Drogen und Oele verdorben worden. Hauptsäch ich
wurden die Geschäfte in der Frankfurterstraße. der Lud
wigstrahße, am Mart und der Ziegelftraße heimgesucht
Der entstandene Schaden beträat über 30 000 Mark.

Aus aller Welt.
*Unwetter. Wolkenbruchartige Regengüsse und Ge—
witter sind über den südlichen Teilen der Provinz Han—
noßer niedergegangen und haben an Gärten und Feldern
sfurchtbare Verwüstungen angerichtet. Die Flüsse sind über
die Ufser getrezeen. Auch aus dem Werra⸗- und Fulda⸗-Ta'
werden große Ueberschwemmungen gemeldet.
*Großfeuer. Aus Halle a. d. S. wird berichtet
Das Kesselhaus, die Schmiede und Schlosserei von Holl
tröms Maschinenfabrik in Niemburg brannte nieder. Der
Schaden, der mehrere hunderttausend Moprk betränt. is
durch Versicherung gedeckt.
*Anfgehobenes Falschspielernest. Die Haniburgen
Polizei entdeckte in der Schwenckstraße eine Falschmünzer
bande und beschlagnahmte eine große Anzahl falscher 20
Markstücke. Das Haupt der Bande, der frühere Male
GBramberg, verübte im Augenblick, wo er verhaitet wer
den sollte, Selbstmord, indem er Cyankali zu sich nahn
und starb nach 10 Minuten. Seine Frau wurde verhas—
tet und hat ein umsassendes Geständnis abaeleat. Weiter
Versafrungen stehen bevor.
* Feuersbrunst. Eine große Feuersbrunst zerstört
einen Teil des Bergwerls „Glückauf“ in Lichtenau (O.L
Der Schaden wird auf 200 bis 300 000 Mark geschätzt.
w* Ein scheußliches Verbrechen ist in der Nähe eines
einsamen Dorfes bei Alencon entdeckt worden. Man fand
n einem verlassenen Brunnen die in einen Sack genäht«
Leiche einer Frau Monier, die seit mehreren Tagen spur
os verschwunden war. Das Opfer war furchtbar verstüm
nelt und trug Spuren widerwärtigster Gewalttätigkeiten
Der Mörder wurde in der Person eines Köhlers Lam
vert ermittett, in dessen Hütte noch zah lose Blutspurer
von dem scheußlichen Kampfe Zeugnis ablegten und de
auch nach lurzem Lenonen das schändliche Verhrechen ein
geftand.
* Zertrümmerter Flieger. Im Aerodom Penentou
bei Lorient unternahm der Artillerieleutnant Grou in Ge
genwart der aviatischen Kommission einen Aufstiegsversuch
mit einem von ihm erfundenen Aeroplan. Der Apparal
wurde aber bei einer Wendung von einem Windstoß zu
Boden geschleudert und aina in Trümmer. Grou erlitt
eine Kopfwunde.
* Diamautenfunde. Nach einem weiteren Telegramm
iber die aus dem Bergwerksgebiete der South Asficar
Territories gemeldeten Diamantfunde glaubt der Gouver
neur auf Grund der in der Zwischenzeit angestellten wei—
teren Erm'tte'ungen, daß die Angaben der Prospektoren
iüber die Funde mit der arößten Norsicht qufzunebmen
3185

Gegen Wiuckenstiche. Ein neues und sehr einsaches
Nittel, dessen sich jedermann und ohne weiteres bedienen
ann, empfieblt Dr. Löle im Medico. Es besteht darin,
aß man das brennende Ende einer Zigarre so nahe an
ie Sti hstelle heranbringt, daß man den Hitzeschmerz eben
toch vertragen kann. Ergägt man diesen etwa 30 bis 40
Sekunden, so ist der Schmerz dauernd verschwunden. Der
zitzeschmerz ist bei dieser Prozedur keineswegs etwa stär—
er als der, durch den Mückenstich hervorgerufene. Im
brigen ist die angegebene Methode nicht nur beim fri—
chen, sondern auch bei älteren Stichen wirksam. Natürlich
st es nicht etwa die Zigarre als solche, sondern die durch
ie Hitze bedingte Blutüberfüllung, die den Schmerz be—
eitigit. Ein brennendes Streichholz, dicht angenähert, tut
ie gleichen Dienste, und im Notfalle kann man auch, so—
erne sie erreichbar sind, ein Brennglas oder eine glühende
kohle venüten. Die schmerzstillende Wirkung der Blut—
berfüllung, d. h. der künstlich hervorgerusenen örtlichen
zntzündung, ist übrigens in der jüngsten Zeit durch die
rundlegenden Versuche des Bonner Chirurgen Prosessor
Zijer alienthalben bekannt und gewürdiat worden

Telegramme.
Friedrichshafen, 2. Aug. Unmittielbar nach der
Rückkehr der Ingenteure von der Frankfurt-⸗Kölner Fahrt
wird in Manzell die Ueberflührung des Gerippes des „8. 3“
von der Land⸗ in die schwimmende Reichshalle beweirknellig
werden. Alsdann beginnt mit größter Beschleunigung die
Montate der Gondeln und Motorer, sowie der Piopeller
und Steuervorrichtunger. Bis gegen den 20. August wird
auch dieses Lufischiff, das bekanntlich zunächst auf der Frauk—
furter Ila stationiert werden soll, flugbereit seir.
Königsberg, 3. Aug. Der schwarze Kapelmeister Se⸗
hacel Cher im Kronprinz⸗Grenadier-Regiment scheidet krank—
eitshalber aus dem Tienst. Er war ider einzige ichwarie
—EX

Frankfurt, 4. Auxg. Gestern Abend sind die jur die
Propeller⸗Reparatur am 83 2 von Friedrichshafen erbeige—
rufene Monteure eingertroffen. Der neue Propeller wird heute
mit der Behn erwartet. Die Arbeit selbst nimmt nur einige
Stunden in arspruch, sodaß man mit Weiterahrt nach
Köln svätestens am Donnerstag frtih zu rechnen hat. J
München, 4. Aus. Auf dem hiesigen Bahnbof sind
umfangreiche Diebstähle endeckt morden und mehrere Verhaft—
ungen erfolat. Einzelbheiten fehler, !weil die Behösde sich
weiger, irgendwelche vähere Auskunft zu geben.
Muünchen, 3. Aug. Ein Di. Moagattes aus Ravensburq
ist gestern auf der vorarlbecgischen Alb binter der Rapponloch⸗
Schlucht angestürzt und war sofort tot In der Vondoner
Hütte bei Meron ist der Tapezier ·r Wenzel Prosche beim
Edeiweißpflücken abgefrürzt und was sofort tot.
* Breslau, 4. August. Der hiefige sozialistische Ver—
ein beschloß beim bevorstehenden deutschen Parteitage in
Leipzig zwecks Verkürzunz des Ertrages der Branntwein⸗
steuer und der Liebesgabe zu beantragen, eine planmäßige
Propaganda für Herabminderung des Brann?t wein—
konsums durchzuführen. In Breslau wird diese⸗
Branntwweinboyloct alsbald beginnen.
* Breslau, 4. August. Waͤhrend des hier vom 29.
Auguft bis 2. September statifindenden Deutschen
Katholikentages wird hier, wie auch im vorigen
Jahre in Düsseldors, eine so züalisti scheG egen⸗
demonstration geplant.
* Petersburg, 4. August. Auf Veranlassung einer Re—
vision der Intendantur wurden die Geschäftsbücher der
Firma Alafusow-Petersburg beschlagnahmt.“ Die Firma
ist mit vielen Millionen Umsatz Hauptlieferant der In—
tendantur. Aus ihren Büchern geht hervor, daß samtli—⸗
chen Intendanturbeamten regelmäßig Bestechungsgelder
gezahlt wurden. Fast alle Intendantiurbeaniten der grö⸗
ßeren Stationen werden durch diese genau geführten Bü—
cher kompromittiert.
* Sofia, 4. August. Das politische Einverneh—
men, das sich zwischen Bulgarien und der Tüp
ke vorbereitet, kommt auch darin zum Ausdruck, daß
anläßlich des Besuches der bulgarischen Offiziere in Kon⸗
stantinopel zwischen den beiderseitigen Armeechefs Kund⸗
gebungen politischen Inhalts gewechselt worden sind. Der
Kriegsminister telegraphierte an den türkischen Kriegsmi
nister Sa linh Pascha und an Schefret pascha,cr
hoffe, der Besuch werde den Ausgangspunkt herzlicher
Freundschaft zwaschen den beiden Armeen bilden. Sche fs⸗
et Pascha geht in seiner Antwort noch weiter und spricht
on unerschütterlieer Freundschaft. Im ganzen scheint sich
wischen beiden Ländern eine entente cordiale vorzube
vi tora
* Salonik, 4. Auaust. In den hiesigen jungtürkt'cher
Kreisen ist die Erregung wegen Kretas im Wachjsen. Sollt
die Rezierung im Verlaufse einer Woche nicht in der
Lage sein, die Hoheitsrechte der Türkei wieder herzustellen
o soll eine unabhängige nationale Armee gebildet um
der Einmarsch in Thessalien in gleicher Weise wie en
ua nach Konstantinopel vorgenommen werden.
Newyort 2. Aug. Eine Depesche des Konluls der Ver—
einigten Staaten von SRcepulco vom 1. Augsust stellt sest,
daß die beftigen Erderschütterungen am Samstag die Stadi
völlia zerftörten. Tausende von Menschen sind obdachlot
und wohnen auf den Stratzen. Den Erdstößen folgte eine
Flutwelle, welche die niedergelegenen Teile der Stadt untes
Wasser setzte. Es feblt an Lebensmitteln

Refßolution.

Die heute am 3. August 1909 im Stadtgarten zu
Saarbrücken versammelten Vertreter u. Bevollmächtigte der
Verbandsvereine des Saar-Blies Naheial-Gastwirteverbandes
haben mit recht gemischten Gefühlen davon Kenntnis ge—
nommen, daß die letzte Sitzung der vereinigten Brauereien
keinerlei ernste Notiz von den Wünschen der Wirte, die
man jenen rechtzeitig unterbreitete, genommen, und sie nicht
einmal einer Antwort würdigte. So wie man uns nach
früherer Praxis behandelt, so haben auch diesmal die
Brauerer so lange mit den Wirten Fühlung zu nehmen
sich bequemt, bis ihre Einigungsverhandlungen erreicht, und
vor allen Dingen die vollkommene Ausnützung der durch
das Gesetz gegebenen günstigen und vollkommenen Gelegen—
heit zu ihrem Vorteil aber auch in Cusaiediasten, un
ermöglicht war.
Dem zum Schlusse erweckten Anschein, als wolle man
entgegenkonmmende Verhandlungen anbahnen (die wir aber
der end giltigen Keschlüsse wegen nicht verstehen können),
legen wir keine Bedeutung bei, da dies auch in keinem
Zusammenhange und zu irgend welchen Beziehungen zu
unseren Wünschen ausgelegt werden kann.
Der Anspruch des gewöhnlichen und schriftlichen Ver—
kehrs, wenigstens eine Antwort zu erhalten, bleibt bestehen
Nach den seitens der Brauereien diktierten Preisen ab
1. August 09 müssen die Wirte schlechterdings Mittel und
Wege finden, ihr Hauptaugenmerk auf den Verkauf solcher
Getränke zu richten, die die Awanasiacke an trogen ⸗r
feichtern hesfo—

Lasset die Kindlein
2u mir kommen.

Todea⸗Anzeige

Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem
unerforschlichen Ratschlusse gefallen, am Montag den
2. Anaust morgens 4.15 Uhr unser liebes Söhnchen
Dalentin Karl
im zarten Alter von 2 Jahren zu sich in die Scho
seiner Engel aufzunehmen.
Um stille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen
Eduard Wilhelm und Frau,
Katharine, geb. Pitz.
Herrensohr, den 4. Auaust 1909

Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittaas
4 Uhr von der Wilhelmstraße NRe 4 aus statt
            
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