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Frantreich hat sich meinem Gedachtnigsse eingeprägt. RNe
ben den herzlichen Sympathien, die ich persönlich fün
Frankreich empfinde, bleibe ich, wie Sie Herr Prasident
sfest überzeugt, daß das zwischen unseren Ländern beste
hende Bündnis eine kostbare Garantie für den Frieder
bildet und daß die enge Freundschast zwischen der
französischen Regierung und Rußland in Zukunft fort
dauern wird wie in der Vergangenheit, und daß sich ihr
glücktiche Wirkung fühlbar machen wird. Es ist mir ver
gönnt gewesen, im Lager von Bethuny die franzosisch
Armee bewundern zu dürfen und ich empfinde heute ein
aufrichtige eude, die herrliche französische Flotte lobe—
zu dürfen, die ich heute in Augenschein genommen habe
Durchdrungen von dem Gefühl der Herzlichteit und unse
rer uͤnvergänglichen Beharrlichkeit, die von ganz Ruß
land bekundet wird, erhebe ich mein Glas auf das Woh
des Herrn Präsidenten und auf die Größe des verbünde
ten und befreundeten Frankreich. Ich trinke auf das
Wohl der tapferen französischen Marine. Hierauf into
nierte die Musik die Marseillaise.
Die Worte des Zaren in seinem Trinkspru
che an Bord der „Verite“ haben in den französischer
Regierungskreisen den besten Eindruck gemacht, da man ir
ihnen mehr als bisher den Ausdruck der Gefühle der
Treue an dem französisch-russischen Bündnis erblickt. Mar
ist einsimmig der Ansicht, daß der Trinkspruch des Za
ren der weitgehendste ist, der bisher von einem Monar
hen Frankreich gegenüber ausgebracht wurde.
Außer verschiedenen Geschenten, die der Bar an Per
sonen der Umgebung des Präsidenten Fallieres verteiler
ließ, verlieh er dem Minister des Aeußern, Pichon,
das Großkreuz des Alexander-Mewski-Ordens mit Bril
lanten, desgleichen dem Kriegs⸗ und Marineminister. Die
Unterftaatssekretäre Cherron und Ramadon erhielten das
Großkreuz des St. Andreas-Ordens. Der Minister des
Auswärtigen, Pichon, wird im Elysee eine politische Un—
terredung mit Iswolslki haben.
Der „Matin“ veröffentlicht ein drei Spalten langes
Interview mit dem russischen Minister des Aeußern, JIS
wolski. Dieser erklärte, die Zusammestkunft der
Staatsoberhäupter von Frankreich und Rußland sei nicht
als geschichtliches, sondern als periodisches Ereignis an
zusehen, das den Zweck hat, die französisch-russische Al—
lianz zu kräftigen. Die Erklärung Pichons sei der
wahre Ausdruck der politischen Lage. Wir unterhalten mi—
Deutschland herzliche Beziehungen, sagte Iswolski, und
müssen solche unterhalten. Unser Bündnis mit Frankreich
und unsfer Einverständnis mit England bilden die Grund
lage unserer auswärtigen Politik, welche das Ziel hat
den Frieden aufrecht zu erhalten. Gerade deshalb abern
verträgt sich unser Bündnis mit Frankreich und unse—
Einvernehmen mit England durchaus mit den Beziehun
gen, welche wir zu Deutschland unterhalten. Speziell von
England sprechend, sagte der Minister: Die englisch—ussi—
sche Entente habe in England lange Zeit Gegner gehabt,
welche nicht an die Beständiakeit des Ginvernehmens gde—
Dienstag, 3. August O8
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich. J
*Wie die „Neue pol. Korresp.“ mitteilt, wird der
saiser nach seiner Rückkehr von der Nordlandreise, die am
3. August in Swinemünde beendigt wird, wie alljährlich,
dem Seeschießen des in Swinemünde garnisonie—
tenden 1. Bataillons Fußartillerie-Regqiments Nr. 2 beiwohnen.
v**æ Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz wegen
nenderung des Schankgefäßgesetzes vom 24. Juli 1909.
der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht die Ausführungsbestim—
mungen des Bundesrats zu Tarifnummer 11 der Grund—
tücksübertragungen und den Paragraphen 78 bis 90 des
seichsstempelgesetzes vom 15. Juli 1909 mit
zemeinsamer Verfügung des Finanzministers und Justiz⸗
ninisters vom 27. Juli, in der diese Bestimmungen zur
senntnis der preußischen Gerichte und Notare qaebrach
verden.
* Die deutsche Güterwagengemeinschaft hat sich nad
oen Ergebnissen einer Konferenz der bayerischen Eisenbahn
oirektionsvorstände für Bayern als nicht sehr günstig er—
wiesen, was zum Teil auf die Neuheit der Einrichtung
zum Teil auf die Fehler der Wagenverteilungsstelle zu
rückzuführen ist. Es wird eine strengere Ausführung der
Verfügungen und eotl. Aenderungen der Lage der Güter
züge notwendiq sein
Amerika.
* Das „Journal of Commerce“ sagt: Das schamlose
Treiben der Hochzollinteressenten bei der Tarifberatung
habe dem Lande gezeigt, welche Gefahren von dieser Seiie
drohen. Diese Tarifbill sei dem Volke unannehmbar, wes
wegen die Agitation weitergehen müsse, so daß bei der
nächsten Kongreßwahl die Revision nach unten die Haupt—
frage sei
a