Lokales.
Boraussichiliche Witterung: Vielfach trüb, Negen⸗
e, etwas waͤrmer, wist iche Winde.
Personalnachr ichten. Vom 1. August d. J. an sind
seßt worden: Der Bergweikedirektiontsektretär Nenno zu
zarbrücken an die Bergwerksdirektion Rechlnighausen, der
hichtmeistrt Jobann Göbel des Bergwerks Göttelborn vnter
förderung zum Bergwerksdireltionssekretätr an die Berg
ilsdirektiion Saarbrücken, und der Schichtmeister Friedrich
schum vom Bergwerk Sulzbach nach dem Bergwerk Gött l⸗
in. Ferner ist vom gleichen Tage an dem Schichtmeister
amann Marquardt unter Beilegung des Tuels „Ober⸗
chtmeister“ die Rendantenstelle beim Bergweck Heinitz
Atragen worden.
Knappsfchafiliches. Von Seiten des Saatrbrücker
appschafisvereins wurden im Morat Mai 1909 an
anken geld verausgabt: an die Steinkohlenbergwerke:
kronprinz 389456 Mk.,
ßerhard 12921,60 Mk,
bon der Heydt 3969,65 Mk,
dudweiler 1105.556 Mk.,
zulzbach 1255,78 Mt.,
steden 7385,73 Mk.,
)einitz 226417 Mk.
dönig 10 156,66 Mk.,
friedrichsthal 0074,71 Mt.,
hottelborn 6665,61 Mt.,
amphausen 6 245 36 Mk.,
zürftenhausen 1601,21 Mt,
faktorei und Hafenamt 67623 Mk.,
usammen 11120083 Mt.
Saar⸗MilitärVerband. Auf das am Sonntog
ens des Saarmilitärverbandes an den Prinzregenten von
cyern gesandte Haldigungstelegramm ist gestern folgende
uwort eingelaufen:
An den Saarmilirärverband, z. H. des ersten Vorsitzenden
herrn Kollmannsperger.
Seine Königliche Hoheit der Prinzregeat entbieten dem
aAband sür die aus festlichem Anlaß bekundete treu erge⸗
ae Gesinnung freundlichen Dank
Im Allerhöchsten Auftrag:
v. Daudl, Kal. Ministerialrat.
Maureraussperrung in Saarbrücken. Vom Ar⸗
aeber-Verband erhalten wit folgende Notiz:
In Sachen der Maureraussperrnng tagte gestern
eine zahlreich besuchte Versammlung des Arbeitgeberoer⸗
jandes für das Baugewerbe; nach länzerer Ausfprache
ourde folgende Resolution einfiimmig angenommen:
„Die heutige Versommlung besch ießt, die Sperre über
Maurer und Bauhilfearbeiter aufzuheben, da eine An—⸗
ahl Arbeitswilliger sich bereit erllätt hat, die Arbeit
vieder aufnehmen zu wollen. Die Versammlung kon⸗
tatiert hierbei ausdrücklich, daß die Unternehmerschast
iniger wie je zusammensieht und auf keinen Fall von
hren bisherigen Beschlüssen, wonach höhere Löhne
ucht gezahlt werden können, abgeht“,
ver Zenteal-Verband christlicher Bauarbeiter etc. sindet
olgende Notiz:
Die Aussperrung in Saarbrücken dauert fort.
Dem Arbeitgeberverband hält es schwer, Arbeiswillige
u erhalten. Man sieht daher nur auf einigen
Baustellen Policre, Lehrlinge und Hilfsarbeitet arbeisen.
In einer am 26. Juli statigefundenen Vecsammlung des
Arbeitgeberverbandes wurde deshalt beschlossen, die
Sperte aufzuheben, um auf diefe Weise Arbeite willige
u erhalter. Ob abec hierdurch ein Erfolg erzielt wird
st fraglich, da unter den ausgesperiten Aibeitern keine
steigung besteht, die Arbeit bedingurgslos wieder aus—
uehmen. Außerdem kommt noch in Betracht, daß die
Lrbetigeber eine Herabsetzung der Löhne schon vor
Beginn der Aussperrung angekündiat hatien. Das—
zusammenhalten der Arbeiter läßt sich deshalb ver—
tehen. Der obige Beschluß beweist, daß der Arbeit⸗
jeberverband die Weitersührung des Kampfes selbst
als aussichts os betrachtet.
Sesuch der Ausftellung Wiesraden 1909 durch
Hantwerkenkreise, Wie uns mitgeteilt wird, hat die Hand⸗
it kammer Saarbrücken beschlossen, den Besuch der Aus—
ung Wiesbaden durch die Handwerler ihres Bezirks durch
en Gesellschaft zu orzan sieren und bei der Koniglichen
«bahnd rtkrion Saarbrücken die Stellung eines Sonder⸗
es. von Saarbrücken abgehend uvpd auf den einzelnen
iunen der Strecke Saarbrücken-Dot
verden, sodaß ihnen die Fahrt um den balben Preis driit
dlasse ermoͤglicht wenden würde. Auch hat die Ausstellungs
eitung den Teilnehmern an der Fahrt eine wsentliche Er—
näßigung des Eintrittsgeldes in Aussicht gestelt. Der Son—
erzug wird voraussichtlich am Sonntag, den 29. August d.
. in den Morgenfturden abgelassen werden. Interessenten
vollen der Geschäfigstelle der Kammer umgehend mitteilen,
vie viele Fahrkartrn sie wünschen. Die Bestellungen sind für
rösung der Karten unbedingt verpflichtend.
Theater. Gestern abend gab das hiesige Stadithealer⸗
knsemble im Nassauer Hof das reizende Lastspiel „Ftäulein
sechtganwali“, leider war der Besuch ein mäßiger, aber unste
künftlet ließea es nicht an Esfer fehlen, denn an j dem
aAltichluß mußte durch den reichlichen Applaus wiederholt
der Vorhang boch gehen. Es wurde, mit einem Wort gesagt,
viedert vortreffliches gebolen. Auch diese Vorstellung war
ia großer Erfolg und wir können mit Bestimmiheit bebaup⸗
en, daß das Eniembie alles weilere hier dargebotene über—
rifft, deshalb hoffen wir auch in Zalkunft, daß von Seiten
inserer Bewohner das Ensemble durch zahlreihen Besuch
imnterstlitzt wird. Donnerstag den 29. Juli abends 9 Uhr
elangt das Geheimris der Frauen zur Aufführuag, es ist
ies ein Preislunspiel und ein Lieblingsstück Sr. Wajzestät
es Kaiseis Wilhelm 2. Wer sich mal recht von Herzen
wüsieren will, und seine Lachmuskeln in Täug'elt seten
vill, dem ei der Besuch dieser Vorstellung auss wärmste
mpfohlen, denn es ist riesig amüsant, das große Geheimnis
er Frauen ken en zu lerne W. R.
Aus Aab und Fern.
*Köln, 2. .Bre Ueverführung des
8. 2.“) Das Kolner Gouvernement teilt auf Anfrage
nit, daß bisher keinerlei Mitteilungen hierher darüber ein—
elaufen sind, ob anstatt des Lufischisses „3. 2* der Bal—
on „Z. 1“ nach Köin überführt wird. Auch der Tag
er Ueberführung ist immer noch nicht bestimmt. Bei
fortdauer des gegenwärtigen regnerischen und stürmischen
Vetters wird überhaupt nicht an die Ueberführung ge—
acht werden können.
* Köln, 27. Juli. Gudem Dampferunglück
Rei Rolandseck. Die Angesörigen der ums Le—
en gekommenen Mizzi Scheid haben die bei Wiesdorf
zelandete Leiche als diejenige von Fräulein Scheid er—
annt. Geftern abend wurde bei der Dombrücke die Leiche
iner jungen Dame gernandet, die man für diejenige des
Fräulein Berta Heuser aus Neuwied hält. Die durch die
5xplosion verursachten Schäden an dem Dampsfer „Guten—
erg“, der nach Mülheim a. Rh. überführt worden ist,
aben sich als sehr bedeutend erwiesen, sodaß die Repara—
uren längere Zeit in Anspruch nehmen werden.
* Bonn, 27. Juli. Bedenklicher Ueber—
riff.) In der Meinung, Wilderer vor sich zu haben,
ab der Förster des Peilschen Jagdreviers in Oelingho—
en bei Stieldorf auf die Arbeiter Wilhelm Röschen und
N. Krämer zwei Schüsse ab. Der erstere wurde auf der
Ztelle getötet, der andere leicht verletzt. Der Getötete wird
ils ein ordentlicher und fleißiger Mann geschildert. Er
jinterläßt eine Frau mit vier Kindern. In der Gegend
jerrscht große Aufregung. (Mit vollem Recht, denn es ist
ine höchst bedentliche Bedrohung des Publikums, wenn
in Förster sich, wie es hier der Fall zu sein scheint, ohne
ede eigene Gefährdung zum Totschießen mutmaßlicher
Vilderer berechtigt glaubt. Die Todesstrafe auf Wilderer
st denn doch längst abgeschafft, und es steht den Förstern
licht zu, sie auf eigene Faust wieder einzuführen. D. R.)
* Emmerich, 27. Juli. Hartnäckiger Selbst⸗
nörder.) Hier machte ein in den 40er Jahren stehen—
er Mann einen zweimaligenSelbstmordver—
usch. Zunächst hängte er sich in seiner Wohnung auf,
vurde sedoch von einer Nachbarsfrau losgeschnitten; dann
rant er Essigessenz und zog sich dabei schwere innere Ver—
eßzungen zu. Der Arzt ordnete die Ueberführung des
ßerleßten ins Kranlenhaus an. Famitlienzwistigkeiten sol—
en die Veranlassung zu der Tat gewesen sein.
* Haum (Westf.), 27. Juli. (Sümpfung eines
Zch achte 8.) Auf der Zeche „Masximilian“ hat man seit
urzem bei dem zweiten Schacht wieder die Sümpfungs⸗—
irbeiten in Angriff genommen. Dieser Schacht mußte, als
or eiwa fünf Jahren bei dem ersten Schacht eine starke
zolque le angetrossen wurde, still gelegt werden. Zu den
Zümpfungsarbeiten hatte die Zeche „Maximilian“ zwei
ßumpen, die jese das Gewicht von 750 Zentner haben,
on einet Firma in Ludwigshafen leihweise bezogen und
ieselben derartig im Schacht eingebaut, daß beim Sin—
en des Wasserspiegels die Pumpen ent prechend tiefer ge—
issen werden können. Der Ballen, an dem eine Pumpe
ing, brach, die Pumpe stürzte in den Schacht, der 450
deter tief abgebaut ist, hinunter und wurde derart be—
hädigt, daß sie unbrauchbar wurde. Die Sümpfungsar—
—um oinide Leit ruhen d «rit wieder eine
en war, einige Wochen ersorderte. Gegenwaärtuig sind die
Zümpfungsarbeiten soweit gediehen, daß der zweite Schacht
zis auf 360 Meter Tiese wasserfrei ist.
*Dortmund, 27. Juli. (Ueberfahren.) Der
Fusrunternehmer Heinrich Baser wurde im Heiligenweg
son einem Lastwagen überfahren und erlitt einen Bruch
der Wirbelsäaule, an dessen Folgen er starb.
*Gelsenkirchen, 27. Juli. (SStatistit der Krank—
heiten im Ruhrrevier.) In der Zeit vom 6.
Juni bis 3. Juli kamen nach einer Zusammenstellung des
Vereins zur Bekämpfung der Volkskrantheiten im Ruhr—
ohlengebiet in den Regierungsbezirken Arnsberg, Düssel⸗
dorf und Münster an ansieckenden Krankheiten zur Anmel—
zung: Unterleibsstyphus 40, Ruhr 8, Scharlach 705,
diphtherie 342, 8indbettsieber 22, Todesfälle au Lun—
jentuberlulose 244 und Genickstarre 23 Fätle.
* Iserlohn, 27. Juli. Feuersbrunst.) Seit ge—
tern nachmittag brennt das Messingwerk der Firma Basse
u. Selve in dem benachbarten Hemer, ein Zweiggeschäft
der Firma Basse u. Selve in Attena. Die Hemersche
Feuerwehr war bald zur Stelle, vermochte jedoch wegen
hes herrschenden Sturmwindes den Flammen keinen Ein—
zalt zu tun. Das Feuer wurde auf die angrenzenden
Vohnhäuser übercagen, und es dauerte nicht lange, so
tanden auch diese in Flammen. Darauf wurde auch die
Iserlohner Feuerwehr alarmiert, und es gelang schließ⸗
ich, die Nachdarsgebäude vor größerem Schaden zu be—
wahren. Arg betrofsen ist haupyächlich das Messingwalz—
verk und die Rohrzieherei. Der Schaden ist erheblich, je—
doch durch Versicherung gedeckt. Von den über 300 Ar⸗
Feitern soll ein großer Teil nach Altena, woselbst sich das
Zztammhaus der Firma befindet, übernommen werden,
vährend die übrigen mit den Aufräumungsarbeiten be—
chäftiat werden sollen
ienluurilix. —
Berlin, 27. Juli. Wie die B. 8 von unterrichreter
Seite erfährt, wird die Vertellung der deutschen Lufikreuzer
ruf die verschiedenen Ballonhäfen in der Weise vorgenommen
vperden, daß Metz 8. 3, Parsevol 2 und Großel erhält.
zu Köln soll Z3. W, Parseval 3 und Groß 3 ftationiert
verden, während Berlin den kleinen Groß 2 und den 8. 1
ails Schulschiff erhalten soll. 83. 1 wird demnach nicht, wie
arsprünglich geplant war, nach Köln kommen. Die Ueber⸗
ührung des Z. 2 nach Köln wird jedenfalls nicht vor An—⸗
anz September geschehen, da noch nich; alle Teile der Ballon⸗
valle fertiggestellt sind.
Innsbruck, 27. Juli. Bei einer Kavallerie⸗Uebung in der
Zähe der Sitadt stürzten 5 Mann mit ihren Pferden. Drei
vurden lebensgefährlick, zwei leichter verletzt.
Tokio, 26. Jul‘. Beim Ge'chlutz-xerzieren explodierte
nuf dem Linienschiff „Asahi“ ein zwölfpfündiges Geschltz.
Vier Mann wurden getötet und sünf verletzt.
Newyort, 28. Juli. Der Vufßtschiffer Wright unter—
nahm gesfiern im Beisein des Kriegsministers einen Flug⸗
bersuch, konnte jedoch nur einige Meter weit fahren. In—⸗
'olge des stakken Windes mußte er von weit ren Versfuchen
Abstand nehmen. Der Wind haite eine Geschwindigkeit von
22 Kilomeier in der Stunde.
* Posen, 28. Jull. Die Polizei verhaftete in Warschau
und in der Umgegend von Kasatin mehrere Mädchen—
jändler, die 1450 bis 16jährige Mädchen angeblich in Fe—
rienkolonien reicher Wohltäter bringen wollten. Einem
Mädchenjändler wurden allein 30 Mädchen abgenommen.
* Paris, 28. Juli. In Le Mans wurde von der
Staatsanwaltschaft gegen 19 Personen Anklage erho—
en, weil sie an der Jeanne d Arc-Feier eine p äp stl i⸗
he Fahne herausgesteckt hatten. Der Friedensrichter
prach die Angeklagten frei mit der Begründung, daß der
bapst trotz des Trennungsgesetzes und des Abbruches der
diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und dem
äpftlichen Stuhl den Charakter eines Souveräns habe
ind deshalb die päpstliche Fahne nach wie vor zu denen
zjehöre, deren Bemttzung erlaubt sei.
* Teheran, 28. Juli. Die Regierung geht gegen die⸗
Führer sder Reaktion scharf vor. Soweit sie ihrer
abhaft geworden ist, lommen sie vor das ——————
ie sollen sämtlich erschossen werden. Zwischen der neuen
stegierung und der Kosakenbrigade ist ein ——
ausgebrochen. Die russische Gesandtschaft soll das mo⸗
derne Geschützmaterial der Brigade mit Be—
chlag belegt haben und verweigert seine Auslieferung an
»as persische Ministerium, da Rußland die Zahlung für
e Material garantiert bat. Man befürchtet neue Un—
uhen.
*New⸗York, 28. Juli. Wie aus Mexiko berichtet
vird, gerieten in der Stadt Guadalajara die Anbange
es Prasidenten Diaz und seine Gegner, die den Gercral
deyes zum Präsidentenamt vorschlagen, in einen ⸗2itra⸗
enkampf. Es muse Militär aufgebot —
zwei Personen, davon cin Am⸗—
iele verletzt, zweib
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