—AX
Boraussichtliche Witteruug: Nach vochbergehender
zesserung neuerdinzs Trübang und Niederschläge.
Verbandsfeft. In Altenkessel- Neudorf fand om letzten
Zonntag das 2. Verbaudsfest des Saar⸗Militär⸗Verbaudes
tati. Dem Verbande gehöcen 33 Vrreine an. Die Mit⸗
liederzahl ift vecgangenes Jahr um 230 gewachsen. Die
znnahmen beliefen sich seit Gründung des Verbandes auf
1992,85, die Ausgaben auf 1329,79, somit der Ueberschuß
uf 66306 Mark.
An Se. Majeftät den Kaiser wurde folgendes Telegramm
—XR
uc Der Saarmilitärverband spricht aus Anlaß der Feler
seines 2. Stiftungsfestes erneur Ew. Majeftät das Ge—
übde unwandelbarer Treue aus. Er wird jederzeit
zereit sein, für Kaiser und Reich einzufstehen und auf
»en Ruf Ew. Majeflät freudig Blut und Leben für das
Vaterland hinzugeben. J. A.: Kollmannsperger, 1J.
PVorsitzender, Dudweiler.“
in den Wrinzregenten von Beyern wurde folgendes
„legramm gesandt:
„Aus Anlaß der Feier seincs Verbandsfestes erlaubt
ich der Saarmilitärverband, der zahlreiche Vereine
umfaßt, die Untertanen Ew. Kg. Hoheit, die Gefühle
inwandelbarer Ergebenheit und unerschütterlicher Treue
u Reich und Landeshetrn auszusprechen. J. A.: Koll⸗
mannsperger, 1. Vorsitzender, Dudweiler.“
xine nene Kartoffelkrankheit der Kartoffelkrebs, ist
nadeckt worden. Nach einer amtlichen Mitteilung hat man
a vereinzelten Orten im Westen des preußischen Staates
eit 1907 eine Kartoffelkrankheit beobachtet, die äußerlich eine
ewisse Aehnlichkeit mit dem allbekannten Kohlkropf hat.
ztark befallene Pflanzen tragen an Stelle der Knollen voll⸗
aͤndig entartete, rurzelige Gebilde von Walnußgröße, die
n feuchtem Boden alebald der Fäulnis anheimfallen. Schwach
rkrankte Knollen erreichen oft gewöhnliche Größe, bilden aber
erschieden geftaltete warzige Auswuchse und Wucherungen.
die Krankhett ist schon früher in Ungarn, England und
lmeriko beobadtet und näher untersucht worden. Man hat
hr den Namen Kartoffelkeebs beigelegt. Sie wird auch
urch einen Pilz hervorgerufen, den man Chrisophlyctis
adobiotica nenut. Der Pilz dringt zuerst aus dem Boden
die Knolle ein uad verbreitet sich dann schnell. Die
lebertragung der Ktanlheit von einem Jahr auf das andere
ermitteln Dauersporenfrüchte, die sich in den erkrankten Tei⸗
en der Knolle bilden. Wenn diese in Fäulnis übergegan⸗
en ist, so bleiben die Sporenfrüchte im Boden. Auf be⸗
allenen Feldern dürfen 32 47Jahre keine Kartoffeln gebaut
verden, ebenso dürfen Kartoffeln von solchen Feldern nicht
ur Saat verwendet werden. Schalen und Abfälle erkrankler
dartoffeln werden am besten verbrannt. Erktankte Stauden
nussem möglichst frühzeitig mit den Knollen ausgerissen und
jerbrannt werden ehe die Weiterverbreitung möglich gewor⸗
den ist.
Kaffeehaus⸗Blockhefte sind die neueste Errungenschaft,
ie win der Finanzreform zu danken haben. Bisher herrschen
mden Berliner Kasseehäusern, von den teureren Conzert—
daffees abgesehen, verschiedene Preise. Ein „Berliner“
ostet 30 Pfg.! die Schale „Braun“, „Schwarz“, „Melange“
Haut“ usw. 250 Pig. Von der Erhöhung des Kaffeezolls
vollen auch die Kaffeehaus besitzer ihren Vorteil haden und
ie Verteuerung des Kaffees durch Einführung eines Ein⸗
eitspreises von 30 Pfg. recht „gründlich“ auf das Publikum
owälzen. Von dieser Preiserhöhung sollen jedoch treue
ztammgäste und Massenkonsumenten verschont bleiben. Ein
ielbesuchtes Kaffee in einem westlichen Vororte kundigt schon
tzt die Ausgabe von Kaffee Blockheften sür rund hundett
assen Kaffee zum Preise von 25 Mark an. Dies Beispiel
ürfte bald Nachahmung finden, da es für die Kaffeehaus⸗
esitzer doppelt vorteilhast it, indem es ihnen eine gute
ztammkundschaft sichert und den Ko sum erhöht.
Beheimnisse der Weinfabrikation. Ueber die Wein⸗
urscherei liegen jetzt wieder weinnere 30 Urteile aus wein⸗
utreibenden Gegenden Deuischlands vor. Sie sind ins
rsondere ergangen in Würitemberg, Baden, der Plalz und
a Elsaß. Selbst in Hamburg verstehi man, Wein wachsen
Nlassen. Erne Firma hatte dort aus der Levante 79 Faß
risch eingestampfter Trauben bezogen. Die Trauben kamen
bder so pät an, daß der Abnehmer sie nicht mehr gebrau—⸗
en konnte. Die Trauben wurden in der Gährung ausge⸗
rteßt. Nicht anders macht man es in den weinbau reibenden
zegenden. Hier wurde meist sog. Tresterwein mit Wasser
ufgegossen. In Württemberg verwendet man insbesondere
roch Obstweia zur Herstellung von Wein. Auch Hefe und
zuckerwasser braucht man dazu. Ist die Farbe nicht schön
enu, so nimmt man Couleur, besonders karamelisirten Zucker
In Rotwein kann man ouch Malvenblute zusetzen. Er er⸗
dalt dadurch eine tiefere Farbe und ein angenehmeces Aus
eben. Auch die bei der zweiten Pressung ablaufende Brühe
anu man noch verwenden. Wenn die ausgepteßten Trau⸗
ben 15—18 Stunden gestanden haben, kann man sie immer
aoch einweichen und auspressen. Dem Erzeugnis muß man
ber Zuckerwasser zusetzen. Dann kann es dem guten Wein
veigefugt werden. In anderen Fällen verwendet man auch
bleichzesttig Drusen, Treder, Hefen, Rosinen. geckecwasser,
—XRX Obstwein und Kochsalz. So hat man insbe—⸗
ondere im »heingau Wein hergestellt. Das Zackerwasser ist
iber immer die Hauoisache. Es ist nicht teuer und macht
3 den Trinkern wenigstens möalich, das Eczeugnis über die
zunge zu bringen.
Aus Nah und Fern.
Saarbrücken, 26. Juli. Zwischen hier und St
ugbert enigleiste gestern vormittag eine Maschine, wodurch
r Geeise zwei Siunden gespertt waren. Der Verkehr wurde
urch Umsteigen aufrecht erhalten, ein Militarsonderzug wurde
ber Neunkirchen geleltet.
S*Elberfeld, 26. Juli. Mer Gründer der,‚Kö
aer HännescheTheater“ gestorben.) Ein in.
Kheinland weitbekannter Mann, der Gründer und lang-⸗
ährige Leiter der plattdeutschen Volkstribüne, Wilhelm
Niblowitsch, ist bei Verwandten, bei denen er sich
esuchsweise aufhielt, plötzlich inem Herzschlageser
egen. Millowitsch übernahm vor Jahrzehnten von sei—
nem Schwiegervater das sogenannte „Kölner Hännesche—
Theater“, das damals noch mit tleinen Puppen nach B
er bekannten Kasperle-Theater gespielt wurde. Er ve
ollkommnete das Unternehmen nach einiger Zeu inso—
ern, als er die ursprünglich verwendeten Miniaturpuppen
urch solche von Menschengröße erserte und damit dem
Anternehmen schon in etwas den Anstrich eines Theaters
jab. Bald genügte ihm aber auch dies nicht mehr, und
ruging im Lause der neunziger Jahre dazu über, die
buppen durch Schauspieler zu ersetzen und sein Taeaten
nit modernen Detorationen aussustatten, die teilweiie bin—
ð X. σNα
er denen der Theater größerer Stadte nicht zurucktstanden.
Fast sämtliche Stücke, durch die die Ereignisse der Zei
wdrastischer und geschickter Weise perfifliert wurden, ver—
aßte er selbst. Das Unternehmen erlangte am Rhein,
ber auch in anderen Teilen Deutschlands große Beliebt
seit. Vor etwa zehn Jahren mußte Millowitsch infolge
ines Augenleidens das Theater in andere Hände geben.
* Efsen, 26. Juli. EEin nettes Früchtchen.)
In Steele tötete ein neunjähriger Knabe seinen fünfjähri—
jen Stiefbruder im Streit durch einen Stich in den Kopf.
* Metz, 26. Juli. (3. 2 für Mesrtzr) Nach einer
Pteldung der „Metzer Zeitung“ aus Berlin bemüht sict
»ie Metzer Militärbehörde an zuständiger Stelle, daß der
n Friedrichshafen zur Abnahme bereitstehende „8. 2
licht nach Köln, sondern sofort nach Metz überführt wird.
die Nähe der Grenze und die Unvollkommenheiten des
3.1“, die in erster Linie in den schwachen Motoren zu
uchen sei, ließe es wünschenswert erscheinen, das voll
ommenste Lustschiff in Metz stationiert zu sehen. „3. 1*
oll dafür die Reise nach Köln antreten. Eine Entsche
ing hierüber sei jedoch noch nicht getroffen worden. Es
st alio nicht ausgeschlossen, daß in letzter Stunde eine
zerschiebung des Ueberführungsprogramms des „83. 2“
intritt. Aus diesem Grunde dürfte wohl auch vorläu
son einer Gasentleerung des „Z. 1“ Abstand genommen
vorden sein, der für die eventuelle Fahrt nach Köln bereit
zehalten wird.
* Hanau, 26. Juli. (Wechselfälscher.) Gegen
z»en Kaufmann Konrad Hestermann, Inhaber der Kolo—
uial-und Farbwaren-Großhandlung Koch u. Hestermann
»ahier, wurde ein Verfahren wegen Wechselsälschungen
ingeleitet. Hestermann stellte sich selbst der Staatsanwalt—
chaft und besindet sich in Haft. Ueber sein Vermögen
vurde das Konkursverfahren eröffnet.
* Fraukfurt, 26. Juli. (Won der „Jlha“.) Aus
em Fluggelände der Luftschiffahrt-Ausstellung wollte Ober—
eutnant a. D. Trützschler von Falkenstein vor einer gro—
zen Zuschauermenge Flugversuche mit einem Gleitflieger
internehmen. Im Moment, wo Trützschler mit dem Ap—⸗
zarat anlief, wurde die Maschine von dem starken Winde
rfaßt, hochgehoben und umgefstürzt, sodaß sie mit Wucht
ur Erde flog. Trützschler erlitt hierbei einige leichtere
zerletzungen. Der Flugapparat wurde stark beschädigt. —
Dder am Freitag nachmittag 8 Uhr von der Ausstellung
us aufgestiegene Ballon „Hessen“, Führer Referendar
deyne, ist nach einer 19stündigen sehr bemerkenswerten
Fzahrt am Samstag Nachmittag 3 Uhr in Goldap in Ost⸗
reußen gelandet.
* Frankfurt, 26. Juli. (Der Besuch Zeppe—
ienns.) Die Ankunft des Zeppelinschen Luftschiffes, das
ei der Fahrt nach Köln auf dem Flugplatz der „JIla“
anden wird, ist Sonntag, den 1. August vormittags zu
rwarten.
*Nürnberg, 26. Juli. Der Feuerwehrtagin
dürnberg.) Bei schönent Wetter und starkem Zuftrom
ron Fremden begann vor dem kurz zuvor eingetroffenen
zrinzen Ludwig der Festzug der deutschen Feuerwehren.
Dack Straßen waren von einer großen Volksmenge be—
etzt. Prinz Ludwig gab nach einem 10 stündigen Besuch
»er Feuerwehraussteilung im „Grand-Hotel“ eine Hostafel
ind brachte hierbei einen Trinkspruch auf Alldeutschlands
Feuerwehren aus. — Als Ort der nächsten, 1914 stattfin—
enden Tagung, wurde Danzig gewählt.
* Friedrichshafen, 26. Juli. (Der Zeppelin—
ßrunnen.) Am Samstag abend 5 Uhr wurde hier
n Gegenwart des Grafen Zeppelin und der bürgerlichen
dollegien auf dem Marktplatze der neue Zeppelinbrunnen
ingeweiht. Der Brunnen, der der Stadt von einem hie—
gen Bürger zum Geschenk gemacht wurde, ist von dem
zildhauer Diamant-München aus französischem Kallstein
iodelliert und trägt auf der Mittelsäule eine Weltkugel,
us. der ein vom Genius gesandter Knabe, der das Luftchiff
in Händen hält, schreitet. Der ausgeführte Gedante
st höchst originell. Graf Zeppelin war außerordentlich ge—
ührt über diese neue Ehrung der Stadt und äußerte sich
nseiner Ansprache wie folgt: „Dieser Brunnen, der dem
päteren Geschlecht von meinem Schaffen Kunde gibt, er
t der erste sichtbare Ausdrucd der Anerkennung dafür.
zie der Bau meiner Vuiftschisse eine Quelle reichen wirt—
haftlichen Segens für unsere Stadt und unser Land ge—
vorden ist. In einsichtsvoller Beurteilung der Zukunft ha—
en Sie zur Fassung dieser Segensquelle mit großen Ep—
ern beigetragen. Möge diese Quelle, die meine Wün—
helrute in unserer Stadt entdeckte, nie versiegen, wie die—
er Brunnen immer fließen möge, den Sie zum Gedächtlis
meiner Arbeit errichtet haben.“
* Heidelberg, 26. Juli. GomAutomobilüber—
ahren.) Auf der Landstraße Heidelberg-Neckargemünd
uhr ein Automobil aus Weinheim in eine aus entgegen—
‚esetzter Richtung kommende, etwa 8 Räder starke Radfah—
ergruppe hinein. Während es allen übrigen Radfahrern
jelang, aus der Fahrbahn des Automobils zu kommen,
tieß der Schneidermeister Franz Firsching aus Heidelberg
nit dem Kraftfahrzeug zusammen, wurde überfahren und
nuj der Stelle getötet. Das Anglück geschah vor den Au—
jsen seiner Frau, die sich bei den Radfahrern befand.
* Stuttgart, 26. Juli. (Ei nneuer Stenogra—
»hen-Rekord.) Beim Weittschreiben anläßlich des
Ztenographentages Stolze-Schrey sieigerte Landtagssteno—
raph Dröse-Karlsruhe den deutschen Rekord auf 400 Sil—
en in der Minute.
— ü⸗-—
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Eelegramme.
Trier, 26. Juli. Zahlreiche Ortschaften im lothringischen
Irnetal wurden durch ein furchtbares Hagelwetter heimgesucht
Der an den Weinbergen, den Feldfrüchten und Obßbäumen
ingtrichtete Schaden ist sehr groß.
St. Ingberi, 26. Juli. Bei der Heimkehr vom Berg⸗
est gerieten gesternd abend die Gebrüder Aller in Streitig—
eiten, wodei der verheiratete Jakob Aller 6 Stiche erhielt,
o daß er bedenklich daratederltegt. — Auf Grube Heinitz
purde der von hier gebürtige Bergmann Jakeb Sander so
chwer verletzt, daß an seinem Austommen gezweifelt wird.
Mainz, 25. Inli. Ein interessanter Schießversuch hat
vorgestern auf dem Uebungsplatz bei Griesheim stattgesunden.
Eẽs wurde nach einem in der Höhe von 1200 Meiein schwe⸗
zenden Fess lballon mit Maschinengewehr: und Haubitzen⸗
euer geschossen. Während die beiden eist⸗n Waffen fast
hne Wirkung blieben, sei bereits ducch den zweiten Schuß
zus einer Hausitze der Ballon vollstandig dadurch zerstört
vorden, daß die Granate unmittelbar über dem Ballon
rep erte.
Metz, 27. Juli. In einem biesigen Hotel wurde von
der Kriminalpolizei ein französischer Leutnant namens
Abbeville verhaftet, als er sich an einem Hausburschen in
ittlicher Weise vergriff.
Magdeburg, 26. Juli. Bei Hohenerxleben wurde der
Feldbeamie Rohmer von Wilddieben erschossen. Den Feld⸗
„üter Schmedt hatte dieser Tage ern bei Fermeisleben das
zleiche Schickial ereili.
Wien, 26. Juli. Heute früh ereignete sich auf der
Kinstraße ein Automobil⸗Unfall. Das Automobil eines
deirreichen Gutebesitzers, m welchem uch diei Balleteusen
rines hiesigen Vergnügungs ⸗Etabl ssements befanden, fließ
nfolge Platzens der Pneumatik so stait an einen Baum,
zaß das Automobil zertrümmert wurde. Zwei Boallet eusen
purden schwer, die dritte leichter verlezt. Der Chauff eur,
em an dem Usrglück die Schuld zugeschrieben wird, blieb
mverletzt, wurde aber verhaftet.
vreustadt a. H., 27. Juli. Tie Vertrauensmänner⸗
ersammlung der Zentrumspartei des Wahlkrei—
es NeustadtLandau beschloß bei der Abstimmung in der
Stichwahl zwischen Oehlert (l.) und Hub er (Soz.)
ich der Stimmen zu enthalten.
* Koburg, 27. Juli. Der König von Bulga—
rien und der Kronprinz Boris sind anläßlich des To—
estages des Prinzen August von Koburg zu mehrtägi—
gem Aufenthalt hier eingetroffen.
* Breslau, 27. Juli. Die Breslauer Brauerei⸗—
urbeiterbeschlossen in einehnbewegung ein—
„utreten. Sie fordern eine sofortige Lohnerhoͤhunge von
)rei Mark wöchentlich wegen der Verteuerung des Lebens—
interhaltes durch die neuen Steuergesetze. Ferner ver—
angen sie die Einführung einer höchstens neunstündigen
Urbeitszeit wegen der drohenden Arbeiterentlassungen in—
olge wahrscheinlicher hervorgerufener Abnahme des Bier—
onsums durch die neue Steuer.
* London, 27. Juli. „Daily Chronicle“ meldet aus
Fanea: Gleichzeitig mit den Flaggen der Schutzmächte ist
ruch die kretische Autonomisten-Flagge herabgeholt worden.
* Lissabon, 27. Juli. Ein englisches Geschwader, be—
ehend aus vier Schlachtschiffen und drei Kreuzern, ist zu
ängerem Aufenthalt hier eingetroffen. Es wird ausdrück
ich betont, daß der Besuch weder mit den Gerüchten über
»ie Heirat des Königs noch mit einem volitischen Zweck
usammenhänge.
* Madrid, 29. Juli. Die Stimmung in ganz
Spanien ist kriegerisch. Man ist jetzt entschlos⸗
sen, energisch vorzugehen, um die Riffleute zu unterwer—
sen. Die nationale Ehre ersordere die größten Opfer. Die
Gerlustziffern der letzten Kämpfe sind noch immer unbe—
timmt. Man geht jedoch nicht sehl, wenn mann 400 Ver—
vundete und 100 Tote annimmt. Die Absendung von
berstärkungen wird fieberhaft betrieben. Ein Minister er—
lärte. am 1. Auaust verfüge Maring über 50 000 Mann.
Belgrad, 27. Juli. Ern französisches Bankhaus hat
urch einen hiesigen Rechtsanwalt bei dem Gericht den An⸗
rag stellen lassen, auf das Vermögen des Prinzen Georg
geschlag legen zu dürfen wegen einer der Bank schuldigen
Zzumme in Höhe von 750 000 Francs. Man erwartel, daß
er König Veter die Schuld bezahlt.
London, 26. Juli. Baron de Forest, der bekannte
zufischiff Theoretiker, schreibt einen Preis von 2000 Pfund
ür den ersten Engländer aus, der auf einem in Eagland
»xbauten Aeroplan den Kanal übeifliegt.
hder Regierungsprässdent. Sassel, den 15. Jani 1900
Die „Deutsche Krankenunterstützungskaße“ in Cassel, die unter
dem 4. Februar 1909 als „eingeschriebene Hilfskasse“ zugelassen
ourde und deren Tätigkeit sich über das Deutsche Reich erstreckt,
»ezweckt nach ihrem Statut die gegenseitige Unterstützung ihrer
Nitglieder und deren Angehsörigen für Krankheits- und Todesfäalle.
Nach den Rechnungsabschlüssen, die die Kasse dem hiesigen Königl.
Polizei-⸗Präsidenten als der zuständigen Aufsichtsbehörde eingereicht
jat, hat sie im Jahre 1907 bei einer reinen Jahreseinnahme von
33868 Mk. an Verwaltungskosten 25636 Mk. 16 Pfg. und im
jJahre 1908 bei einer reinen Jahreseinnahme von 182679 Mk. 82 Pf.
ain Verwaltungskosten 112865,76 Mk. aufgewendet. Die Ver—
valtungskosten stellen sich demnach im Jahre 1809 auf rund 76 pct.
und im Jahre 1908 auf rund 62pt. der reinen Jahreseinnahme.
hie bestehen vorwiegend in Ausgaben für die Bezüge der Vor—
tandsmitglieder, der Leiter der örtlichen Verwaltungsstellen und der
ibrigen Kassenvertreter. Mithin finden die Beiträge der Mitglieder
iur zum kleineren Teile zur Erfüllung des Kassenzwecks Verwendung.
die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen bieten keine Handhabe,
jegen die Kasse wegen der unverhältnismäßig hohen Verwaltungs—
zosten einzuschreiten.
Es erscheint aber geboten, das Publikum auf die angeführten
Tatsachen hinzuweisen und vor dem Beitritt zu einer Versicherungs⸗
zasse, die Beiträge ihrer Mitglieder zu 315 zu den Verwaltungs-⸗
osten verwendet, öffentlich zu warnen.
J. V.: (Unterschrift).
Vorstehende Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten in
fassel bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Dudweiler. den 23. Juli 1909.
Der Bürgermeister Jost.
7—
Haugeschäft Jakob Weber.
(System Stolze-Schrey).
Am Mittwoch, den 4. August, abends 8Seinhalb Uhr
»eginnt im Gasthause Riedschy (Vereinszimmer des
ztenographen-Klubs Stolze-Sehrev) ein
0
Anfanger⸗Rursus.
gesucht.
iründliche Erlernung nach den besten Lehrmethoden
Preis des Kursus incl. Lehrmateérial 7 Mark.
inmeldungen werden im Gasthause Riedschy, sowie
ei den Mitgliedern des Stenographen-Klubs entgegengenommen.
kine neue Errungenschaft auf dem bGebiete des
Buchdrucks!
zDrucksachen
in Gold-und silberdruck
— — — nicht bronziert — — —
die —— Drucksachen in
Copier · Druck
ibernimmt in sauberster Ausführung
Buchdruckerei Dudweiler
1J. Unterkeller).