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der Sonn⸗ — D — —38B88 16 — Petitzele.
— und Feiertage. — — we xe oden⸗ — na — * — *7) auswãrtige 154
Amtliches Publikationsorgan c Mit zwei Veilagen: Reklamen
für die Bürgermeisterei Dudweiler. sonntagsblatt und Humoristische Blätter. —
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„Unsere deutschen Vettern“.
Im Ver.age der Londoner „Daily Mail“ ist ein Buck
anter dem Titel „Our German Cousins“ erschienen, das
ich in einer für Deutschland im ganzen sehr gerechten und
ympathischen Weise mit dem Charalter, den Eigenheiten
ind Gewohnheiten der Deutschen, mit den großen wirt
chaftlichen und politischen Errungenschaften Deutschlands,
owie mit gewissen Schäattenseiten des deutschen Lebens
hefaßt. Der nichtgenannte Verfasser verbreitet sich u. a.
ber die Ursachen der wirtschaftlichen Fort chritte des Deut⸗
chen Reichs in folgenden Ausführungen: „Der deutsche
jeschüftsmann hat die hohe Stellung, die er sich in der
lchtung der Welt errungen hat, auf legitime Weise er—
vorben. Er ist gebildet, fleißig, unternehmend.
er widniet sich mit eiserner Willenskraft und militärischem
zlan seiner erfolgreichen Tätigkeit auf dem Gebiete, wel—
hes ihn zu seinem großen Ziele führen soll; der Be—
jerrschung des Weltmarktes. Es hat keinen Zweck, diese
Tatsache durch fortwährende Hinweise auf seine Habsucht
ind durch Verwünschungen seiner Erfolge zu verschleiern;
r selbst läßt sich dadurch nicht im geringsten abschrecken.
der einzige Weg, die kommerzielle Konkurrenz Deutsch—
ands aufzuhalten und in ihrer Wirkung abzuschwächen, ist
»er Gebrauch derselben Waffen, welche sich in den Hän—
»en der Deutschen so wirkunzsvoll gezeigt haben. Mit
Tarifen allein ist es nicht getan. Zölle können höchstens
ils Ergänzung dienen bei dem System, auf welchem die
adustrielle Tüchtigkeit Deutschlands sich aufbaut: in erster
rinie Erziehung, technischer Unterricht, Militärdienst, Pa—
riorismus, Ehrgeiz und Ausdauer. Das ist die deut che
dombination, eine Kombination, welche unbedingt ge—
oinnen muß.“
Der Verfasser verhehlt andererseits nicht die Tat—
ache, daß mit dem Fortschreiten des nationalen Wohl—
tandes sich auch eine wachsende Neigung zum Luxus und
u Aeußerlichkeiten in Deutschland herausgebisdet hat.
diese Tendenz ist, wie der Verfasser hervorhebt, aller—
ings nur in vereinzelten Gesellschaftsklassen anzutresfen.
Die moderne deutsche Gesellschaft ist eben jung und hat
ille Fehler junger Gesellschaften. Dazu gehört der scharfe
tlassenunterschied, welcher einen charaktteristischen Zug im
Vesen der deutschen Gesellschaft bildet, die blinde Ver—
hrung der Uniform und des Titels. Der Verfasser trifft
as richtige mit seiner Bemerkung, daß sich in Deutsch—
and der Triumph des Kollektivismus zeige im Gegensatz
um britischen Individualismus. Jeder deutsche Staats—
ürger nimmt die ihm vom Staate vorgeschriebene Stell—
ing ein. In Deutschland ist der Bürger lediglich eine
finheit in der großen Allgemeinheit, in welcher ihm seine
Pflichten, seine Veranwortlichkett gegenüber dem Staate,
eine Familie und sich selbst genau vorgezeichnet sind.
Zon der Kindheit bis zum Grabe steht der Deutsche un—
er dem Zwange einer eisernen Disziplin. Deutschland
ietet heute das vollendetste Bild der Unterordnung sei—
ter einzelnen Teile unter das Ganze dar.
bestimmtes politisches Programm festzutegen oder gar als
politischer Agisator aufzutreten. Der Kronprinz sucht nur
sich über alle Vorgänge genau zu unterrichten und liest zu
zdiesem Zwecke mehrere politische Tageszeitungen. Darin
hesteht aber seine ganze poliische Tätigkeit. Ueberflüssie
u erwähnen ist es wohl, daß der Kronprinz niemals das
Wort gesprochen hat, daß er neugierig sei, „wie lange sich
»er Seiltänzer (womit Fürst Bülow gemeint sein sollte)
ioch halten würde.“
* Ueber die Abfertigung der Reisenden auf
Zwischenstationen hat der Minister der öffentlichen Ar—
eiten, nach Blättermeldungen, folgendes verfügt: Ich be—
nerke, daß die Abfertigung der Reisenden auf Zwischen⸗
tationen bei kurzem Aufenthalt der Züge (besonders
»er Schnellzüge) dadurch wesentlich erleichtett und be—
chleunigt werden kann, wenn dem wartenden Publikum
chon vor dem Einlaufen des Zuges ungefähr die Stelle
aingegeben wird, wo die Wagen der einzelnen Klassen oder
»ie Durchgangswagen bestimmter Kurse halten werden.
dies würde durch eine angemessene kurze Unterweisung
durch einen der auf dem Bahnsteig anwesenden Bedienste—
ien in einfachster Weise geschehen können. Ebenso wird
ruf den Uebergangsstationen im Schnellzugverkehr, beson—
ders bei kurzen Uebergangszeiten und namentlich, wenn
»er Bahnsteig gewechselt werden muß, das Publikum, sei
s durch eine ähnliche mündliche Zurechtweisung oder durch
inen zweckentsprechenden, in die Augen fallenden Weg—
veiser auf den Standort des Anschlußzuges und den Weg
orthin besonders hinzuweisen sein. Im Interesse der
latten Abwicklung des Reiseverkehrs und einer pünktlichen
Zeförderung der Züge ist es geboten, daß die Königlichen
fisenbahnd rektionen diesen Maßnahmen ihre volle Aufß—
nerksamkeit zubenden.
*Mitgli —rversammlungen sozial
emokratischer Wahlvereine sind keine öf
entlichen Versammlungen, die der polizeilichen Ueber
vachung unterliegen. So hat, wie der „Vorwärts“ be
ichtet. das Oberverwaltunasgericht entschieden, indem e
n einem WVerwaltungsstreitversahren, das ver Worsitzende
es sozialdemokratischen Vereins zu Magdeburg gegen
en Oberpräsidenten der Provinz Sachsen anbestrengt hat—
e, zu ungunsten des Beklagten erkannt. Der „Vorwärts“
eröffentlicht die ausführliche Begründung dieses Urteils
eind weist auf die grundsätzliche Bedeutung der Entscheid—
ing für die Varteiorganisationen hin.
Oesterreich⸗Ungarn.
*8Zur Frage des Besuches König Ednards in
zschl wird erklärt, es ist keineswegs bestimmt, daß der
könig nach Ischl kommt. Jedenfalls steht es fest, daß
rönig Eduard den Besuch noch nicht angesagt hat. In
unglischen Kreisen wird als Grund hierfür angegeben,
aß sich der König der Marienbader Kur zu widmen
edenkt und daß er andererseits die Ruhe Kaiser Franz
josefs während dessen ohnehin sehr verkürzten Sommer—
ufenthalts nicht durch unumgängliche Repräsentations—
flichten stören will—
Polizei ist treine Reder Gorki yat sein Wort gegepen, nich
ruhig zu verhalten. Er tut dies auch durchaus und lebt
nur seiner Gesundheit.
England.
v*In London fand die erste Sitzung der anglo⸗-deutschen
Freundschasts-Vereinigung der Frauen statt. Lloyd Ge—
exge erklärte in einer Rede, es sei ersorderlich, daß die
Bewegung parteilos sei. Alle Differenzen zwischen Eng—
ang und Deutschland seien durch Mißverständnisse veran—
saßt. Nach früheren häusigen Konflikten mit Frankreich
zestehe jetzt Freundschaft mit diesem Lande. Ebenso gut
önne England mit Deutschland Freund—
schaft halten. Die materiellen Interessen Eng—
lands ständen mit denen Deutschlands nicht in Widerspruch
und es sei ganz sicher, daß das deutsche Voll keinen
Streit mit England wünsiche. Er sei in der letzten Jah—
en mehrfach in Deutschland gewesen und habe dort stets
reundschaftliche Gesinnung für England gefunden. Der
deutsche Botschafter Graf Wolfs⸗MMetternich hatte
der Versammlung nicht beiwohnen können und in einem
Schreiben den Bestrebungen der neuen Vereinigung besten
Frfolg gewünscht.
Griechenland.
x Die Ernennung des Kabinetts Rhallis wird nach
den bisher aus Alhen eingetroffenen Nachrichten insofern
nicht als eine Verschärfung der Kretafra—
ge aufgefaßt, als zwischen dem Koͤnig und Rhallis eine
Verständigung über die Neuwahlen ersolgte. Rhal—
is wird zunächst die Kammer nicht einberufen, da das
Budget bereits bewilligt ist. Die Auflösung der jetzigen
dammer wird erst im Spätherbst geschehen, und die Neu—
wahlen sollen dann im Dezember oder Januar stattfin—
den. Damit glaubt man über die Hauvischwierigkeiten der
dage hinwegzukommen
Spanien.
* Das katholische Blatt „Univers“ veröffentlicht den In—
halt des vom Jahre 1897 aus Venedig datierten Testa—
ments des verstorbenen spanischen Thronprätendenden Don
Carlos. Interessant ist das sogenannte politische Ver—
mächtnis des Prinzen an seine Partei, die Carlisten. Er
pricht für Spanien folgende Wünsche aus: 1) Gibraltar
soll wieder spanisch werden, 2) Union Spaniens mit Por—
ugal, 3) Conföderation mit den ehemaligen Kolonien und
Wiederherftellung der territorialen Integrität Spaniens
Japan.
* Durch die Ueberfüllung des Hafens Dalny, die mit
hder kolossalen Betriebsentwicklung auf der südmandschuri—
chen Bahn zusammenhängt, sahen sich die Japaner ge—
wungen Port Arthur, das sie bisher ängstlich abge—
schlossen, fir den fFrem den Handel freizuge—
ben. Nur Dschunken werden zugelassen, weil tieferge—
hende Schiffe auf die Minen geraten würden, die das
dafengebiet schützen. An der Entfernung dieser Minen
vird gearbeitet, und es scheint, als ob Port Arthur als
driegshafen überhaupt fallen gelassen würde.
Humoristigcyes.
Verze⸗ryrtcher FJrrtum. Gusichen: „ch sage
Dir, Hermine, das ift großartig, wenn mein Hermann so
mgesprengt kommt.“ — Er ist wohl Kavalleriste“ — Noe
Zprengwagenkutscher.“
Bossshaster Vergleich. Was für ein
Anterschied ist zwischen einer Mücke und einem nächtlichen
lavierspieler?“ — Die Mücke schwarme am Licht und
erbrennt die Flügel; der Klavierspieler schwärme am
Flügel und verbrennt die Lichter,“
Eigener Standpunkt. „Ste haven den
ZStoffelbauer gröblich beleidigt. Was können Sie zu ih—
der Entlastung anführen?“ — ZJ' bit“, Herr Gerichtsof,
wenn ma' net amol giebr Ochs oder Esel zu an
eewen sagen darf — hört doch überhaupt jeder Verkehr
ruf!“
Boshalt. Alte, reiche Kokette Eie vor kurzem
heiratete, zur Freundin): „Das muß ich sagen, ich hatie
mit meinem Manne noch nicht den geringsten Verdruß
Freundin: O, der weiß schon warum; er fürchtet den
Versöhnungskuß.“
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
*Von verschiedenen Seiten ist neuerdings die Person
des Kronprinzen in die politische Debatte ge—
zogen worden, indem der Thronfolger baid als Gegner
der Konservativen, bald als Gegner des Zentrums oder
ils Feind des Fürsten Bülow hingestellt wird. Die Inf.
erführt dazu „aus der Umgebung des Kronprinzen“. Alle
diese Meldungen sind durchaus gegenstandslos und charak—
erisieren sich schon durch den inneren Widerspruch, der in
»em Umstande liegt, daß er als Gegner sowohl des Für—
ten Bülow als auch des Zentrums und der Konservati—
en hingestenlt wird. Daß der Kronprinz sich nicht, wie be—
zauptet wurde, gegen die Konservativen ausgesprochen hat,
vurde schon vor einigen Tagen festgestellt. Aber auch
eine Stellungnahme gegen das Zentrum, die ihm in der
Presse nachgesagt wird, ist durchaus nicht vorhanden, da
»er Kronprinz es überhaupt ablehnt, sich irgendwie für
»der gegen eine bestimmte Partei auszusprechen. Wenn
ruch der Kronprinz an dem politischen Leben der Nation
»en größten Anteil nimmt und sehr oft aus diesem Grunde
»en Verhandlungen im Parlament beiwohnt. so hatte er
S Duncu nisber stets vermieden. sich irgendwie qauf ein
Rußland.
* Wie von Petersburg gemeldet wurde, reist der
ussische Minister des Auswärtigen, von Iswolski, dem—
ächst nach Deutschland. Wie die „Deutsche Ta—
esztg.“ wissen will, dürfte der Besuch aber nur seiner
n Tegernsee ansässigen Mutter gelten, jedes polit ichen
Charakters aber um so mehr entbeh—⸗
en, da der Leiter der auswärtigen Politik Rußlands
rit kürzlich bei Gelegenheit der Monarchenbegegnung in
en Schären mit dem Staatssekretär von Schön Be—
vrechungen gehabt bat
Italien.
* Gorki persönlich hat alle falichen Gerüchte, nach de—
ien er gegen den Zarenbesuch Stimmung gemacht
aben und deshalb aus Neapel ausgewiesen
vorden sein sollte, von Capri aus kategorisch de men—
iert. Er habe niemals in irgendeiner Form gegen die
zarenreise nach Itasien agitiert, und zu einer Maßregel—
ing durch die italienische Polizei habe mithin gar kein
grund vorgelegen. Wie es jetze heißt, sind die Gerüchte
adurch entstanden, daß Gorki kürzlich an Bord des Lloyd⸗
ampfers „Berlin“ nach Genua fuhr. Mittlerweile ist er
rach Capri zurückgaekehrt. Von Schikanen der italienischen
————— —VXX
Her skisfer der blauen Kose.
Anan frei nach dem Englischen don W. Conrabhy,
Nachdrud perboten.
„Lassen Sie das! Oder wollen auch Sie mich mit
5tammbaum-Geschichten plagen? Ich wünschte, Sie müß⸗
en nur eine Woche mit Mama zusammenleben und ihre
Abhandlungen über die fire Idee, das törichte, abgeleierte
Thema von unserer „Stellung in der Gesellschaft“ mit an—
zören. Dann würden Sie mich besser verstehen.“
So schloß sie, und ihre blauen Augen blickten halb
velmisch, halb klagend zu ihm nieder.
Seit ungefähr vier Monaten waren sie und Robert in
rnander verliebt. Sie sahen sich in Winslow-Gardens
ur in den Salons der Lady de Bruce unter ihren eige⸗
en gestrengen Augen, gleichsam im Schatten ihrer Adler—⸗
ase. Zur Weihnachtszeit wurde da eine Gesellschaft ge⸗—
eben, zu der nicht viele, aber auserlesene Gäste geladen
daren. In den Salons der Lady mußte — so wollte
e es — auch Wissenschaft und Kunst, Talent und Genie
ertreten sein, vorausgesetzt, daß deren Vertreter auch
ilonfähig waren, das heißt, über entsprechende Toilette
ind feine Manieren verfügten. So hatte Lady de Bruce
ufällig erfahren, daß ein gewisser Mr. Langdon einige
zemälde ausgestellt und verkauft hatte, und sie sandte
hm darauf eine Karte, eine etwas hochmütig und göm⸗—
ierhaft abgefaßte Einladung, galt sie doch nur einem erst
mnufstrebenden, jungen Künstler! Wie hätte auch Lady de
zruce die Folgen dieser so gleichgültig stolz entworfenen
zinladung ahnen können!
Als Langdon in der Gesellschast erschien, konnte es
elbst ihren kritischen Blicken unmöglich entgehen, daß der
ufällig eingeladene junge Mann von außergewöhnlicher
zchönheit war und dazu noch eine gewisse ruhige Vor⸗
ehmheit des Benehmens an sich trug, die einen Jeden
elbst aus ihrem Kreise Ehre gemacht hätte. Allein auf
men Mann von Mr. Langdon's Lebensstellung sah Lady
Bruce doch nur von oben, und awar ledialich so her⸗
b, wie etwa auf ein edles Rassepserd oder aus einen
»lten schönen Jagdhund. Er war für sie ein schöner,
ielleicht irgendwie brauchbarer Mensch, ein Schmuck ihres
länzenden Kreises, im übrigen tief unter ihr stehend in
er Rangordnung der Natur. Seine schöne Gestalt, die
usdrucksvolben braunen Augen, seine feine Manieren
onnten Alicia nie gefährlich werden. So hätte der Lady
irteil gelautet, wenn sie den beiden überhaupt weitere
zgeachtung geschenkt hätte.
Allein Lady de Bruce hatte sich dabei getäuscht! Lise
je's unberührtes, aber etwas phantastisch und romantisch
eranlagtes Herz gehörte Robert Langdon schon am ersten
Ubend ihres Beisammenseins. So etwas kommt ja wohl
ioch hie und da vor. Es gibt Menschen, die bestimmt
cheinen, sich zu lieben und zu heiraten. Das offene
zatürlich fühlende Herz ergibt sich dann fast gedanken—
ind widerstandslos in sein glückliches Geschich. Berech—
enden Frauennaturen begegnet dies wohl nicht. Solche
ein materiell und weltlich denkende Frauen verkaufen sich
in einen Freier, wenn sie können, und erst wenn sie un—
egehrt, ungekauft bleiben, denken sie vielleicht einmal mit
deue an eine frühe, erste Liebe zurück, welche sie unter—
rückt hatten. Lisste dagegen, Naturkind durch und durch,
etlor sofort ihr Herz wie Julia, und Robert war nur
u glücklich, ihr Romeo sein zu dürfen.
Sie war das Ideal seiner Künstlerseele; im Traume
atte ihm wohl eine solche Mädchengestalt vorgeschwebt,
hön wie eine kostbate, seltene Perle und dennoch strah⸗
id in der sorglosen Frische unberührter Mädcheuhaftig—
it. Die mächtigen Gefühle, die Lissie's erster Anblid
hon in ihm hervorrief, brachten ihn völlig aus den
zleichgewicht seines sonst ruhigen, männlichen Wesens
zr sah und verstand die Sprache ihrer schönen Augen,
nd seine eigenen antworteten nur zu deutlich, Wohl
ußte er, daß er ein armer, wenn auch strebsamer Künst—
r war, und sie dagegen eine vornehme Lady; allein sie
aren beide blind und beide spotteten aller Hindernisse.
3 war eben eine erste Liebe mit all' der Innigkeit und
keinhoit einer solchen/ Vor Gott dom Herrn wore piee
eine Liebe gewiß wohlgefällig gewesen. In Winslow⸗
Zardens, Kensington und Mahfaid jeboch, die überhaupt
n London, herrschen andere Gesetze. — !
In Vadh de Bruce's Augen war Liebe — E—
elaubte oder unerlaubte, ein ganz unpafsendes, verwerk⸗
iches Ding. Darum unterließ es auch Lisste, von der
rften, beglückenden Erfahrung ihres jungen Lebens ihre
gestrenge Mutter in Kenntnis zu setzen. Trotzdem sohen
ich von nun an die Liebenden häufig, und Lody
e Bruece selbst war wiederum die unfreiwillige Ursache
X
nes Wesen zogen ihm noch manche Einladung in andere
Salons zu, wo er natürlich auch Miß Lissie antreffem
nußtte. Redete er auch nicht mehr mit ihr als schickich
var, um nicht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, so
prachen doch ihre Augen umso beredter, und ab und zu
os sich ja auch eine gefällige Nische oder ein verstecktes
Mätzchen in den gefüllten Salons oder in den Glashäu⸗
ꝛrn der Wintergärten, wo ein stummer Händedruck auß⸗
etauscht werden konnte. Und je öfter sie sich trafen, um—
»blinder wurden sie für alles, was nicht ihrer Liebe
alt, und umso gleichgültiger gegen alle Ansprüche und
nforderungen von anderer Seite.
Dann kam der Mai und Robert erhielt von einem
ꝛdeutenden Journal den ehrenvollen Auftrag einige
kizzen von Landschaften aus Blankshire aufzunehmen.
ghifford aber lag in Blankshire! Und obgleich Lady
2Bruce Überhaupt selten und niemals im Mat dort
ufenthalt nahm, war es Lissie doch gelungen, Mama zu
berzeugen, daß zwei Wochen Landluft unbedingt zuv
rhaltung ihrer Gesundheit und zur Förderung der gros
en Pläne ihrer Mutter notwendig seien.
Und nun saß sie hier auf dem lauschigen Plätzchen
es Tales mit dessen üpp'ger Baumwildnis, und Robert
mg zu ihren Füßen.
Sie hatten sich zum erstenmale auf dem Lande ge⸗
roffen, und wie hberrlich paßte Mai und Sonnenschein,