Full text : Dudweiler Zeitung

oitnzen ausdehnen. Selbstverstandiich war von soich sicho⸗
nen Dingen in Björkö mit keinem Wort die Rede, und
überhaupt ist der ganze Gedanke einer deutsch-österreichischbulgärischen
 Entente zur Beraubung der Türkei in Maze—
donien oder anderwärts unsinnig. Sollte der „Gaulois“
mit einer breiten Ausmalung dieses Schreckgespenstes auf
die nach Paris gekommenen türkischen Parlamentarier ha—
ben einwirken wollen, dann müßte er von der Urteils—
kraft der Jungtürken eine sehr geringe Meinung haben.
Nachdrückliche Zurückweisung verdienen die ebenfalls in
der Berliner Meldung der „Independance Belge“ enthal—
tenen Vorwürse, der jungtürkische Führer hätte von deut—
scher Seite kriegerische Ratschläge erhalten. Deutschland
erteilt überhaupt keinen unerbetenen Rat. Sollte es aber
besonderen Anlaß haben, in den Orientfragen mitzuspre—
chen, so macht sich seine St mme amtlich wie vertraulich
nicht anders als für die Erhaltung des Friedens geltend.
Das weiß man in Konstantinopel, und französische Blät—
ter werden mit Ohrenbläsereien der oben erwähnten Art
kein Glück haben.

Hof und Gesellschaft.
** Königiun Margherira von Italien ist
oon einer langwierigen schmerzyaften Krantheit, die sie
vor sieben Monaten infolge einer Erkältung erfuhr, end⸗
lich soweit hergestellt, daß sie sich zur Erholung in eine
Heilanstalt nach dem Auslande begeben kann. Der Ort
ist noch nicht festgesetzt man sagt aber, es sei eine deut—
sche Anstalt, in der sich die Königin bis Mitte September
aufhalten will.
** Prinz Heinrich von Preußen begab sich am
Mittwoch in das Rathaus zu San Sebastian, wo
herzliche Trinfsprüche ausgetauscht wurden. Das Diner
nahm der Prinz im Schlosse Miramar ein.
** König Alfons und der Infant Ferdinand
sind nach San Sebastian abgereist.
— — —
Koloniales.
Die für die wirtschaftiiche Zukunft der südwestafrika—
nischen Kolonie so außerordentlich bedeutsamen Aufgaben
der Landwirtschaft, insbesondere der Viehzucht, haben zu
der Notwendigkeit geführt, dem Gouvernement auch einen
landwirtschaftlichen Sachverständigen a!s Referenten bei—
zugeben. Der neu ernannte Sachverständige ist am 18. d.
M. bereits abgereist. Er wird unter anderem auch die
Oberleitung über die vom Gouvernement angelegten
Stammzuchten, wie die der Karukelschafe, übernehmen. Die
Zunahme der Wollschafe im Bezirke Gibeon und Malta—
höhe ist eine besonders erfreuliche Erscheinung der weite
ren Entwicklung der Viehzucht; nach den letzten Aufnah
men stehen in diesem Gebiet über 5000 Stück Wollschafe
Und wenn auch die Ausfuhr an Wolle noch nicht
bedeutend war, so übertrifft das im letzten Jahr ausge—
führte Quantum von 4100 Kg. doch das vorjährige fasi
um den vierfachen Betrag. Zur weiteren Hebung der
Schafzucht werden aus Europa Karakulschafe und
aus der englischen Nachbarkolonie Wollschafe und afrika—
nische Fettschwanzschafe eingeführt

Zur Ministerkrise in Frankreich.
Ueber den Stand der Ministerkrise verlautet, daß sehr
aroße Chancen für eine Rekonstruktion des demissionie—
renden sRabineits mit einem der entlassenen Minister als
Kabinettschef bestehen. Man spricht von dem bisherigen
Justizminister Brinand, der die Mission zur Rekonstruk
Non erhalten hat. Bis zur Stunde hat noch leine poli—
usche Perfönlichkeit vom Präsidenten Fallieres den Auf
trag zur Bildung eines neuen Kabinetts erhalten. Der
Präsident der Republik wartet die Rücktehr des früheren
Ministerpräsidenten Bourgeois aus Stockholm ab. Der
Präsident soll ihn zu Rate ziehen und ihm zunächst die
Bildung des neuen Kabinetts anbieten. Da aber eine
Ablehnung wahrscheinlich ist, so dürfte Herr Briand zur
Bildung des neuen Kabinetts bewogen werden.
Es bestätigt sich, daß Präsident Fallieres beabsichti—
ge, Leon Bourgeois mit der Kabineitsbildung zu be—
rauen. Bourgeois befindet sich zur Zeit aber auf Reisen
und niemand, selgst seine Freunde wissen seine genaue
Adresse nicht. Die letzte Nachricht von ihm war aus Ham—
vurg. Man erwartet, daß Bourgeois mit Rücksicht auf
ejne Gesundheit entschieden die Kabinettsbildung ableh—
Aen wird. Briand dürfte im Falle seiner Nomination au—
er vem Vorsitz auch das Ministerium des Innern über
mehmen. Von den bisherigen Ministern werden der Post-,
Kriegs-, Kolonial- und Finanzminister dem neuen Kabi—
nett nicht angehören. General Picquart hat die Absicht
kundgkgeben⸗dem Beispiele Clemenceaus zu folgen. Der
Finanzminiften⸗Caillaut wünscht zwar sein Portefeuille zu
behalten, dürjten aber trotzzem durch den Abg. Renault
ersethzt werden⸗ Briand würde das Unterstaatssekretariat
des Innern abschaffen und durch ein Generalsekretariat er⸗
fetzen/ wien zur HZeit. Waldech⸗Rousseaus.
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nolgz Friis So2 Zull!“ In Narbonne, wo vor
iMie in blutiger Weise me—
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vyeuve ernes eyonen wegitages mir goldenem Sonnen⸗
— nospenden Wäldern, blü⸗
enhen Bäumen, und xieselnden Bächlein vorzieht. .
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⸗es zählte, nicht an ders earbet lalso Alledanderen Mädchen
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origeibpesen wurden, rief derStfurz lemencenas
zroße Freudenkundgebungen hervor. Das Stadthaus ist
beflaggt worden und der Bürgermeister Ferreul ordnete
noch in der Nacht ein Böllerschießen an. In Argeliers,
das der Hauptherd der Winzerbewegung war, findet am
Sonntag zur Feier des Sturzes Clemenceaus ein großes
Voltsbankett statt.
Paris, 22. Juli. Die meisten Morgenblätter drük—
ken die Ueberzeugung aus, daß Briand die Bildung
des Kabinetts übernehmen, und daß dasselbe von einigen
wenigen Personen abgesehen, dieselbe Zusammensetzung
wie das Kabinett Clemenceau haben werde.
London, 22. Juli. In den Kommentaren der im—
perialistischen englischen Presse zur Krisse in Frank—
we isch kommt deutlich die Verstimmung zum Ausdrucke,
welche die von Clemencean in den letzten Monaten
seiner Regierung vollzogene leise Annäherung an
Deutschland erweckt hat

** —
Die Stimmung in Berlin.
Der Sturz Clemenceaus und die mögsiche
Zusammensetzung des neuen Kabinetts wird in
Berliner politischen Kreisen sehr ruhig und objektiv be—
prochen. Die deutschefranzösischen Beziehungen haben sich
während Clemenceaus Mimnisterschaft besser gestaltet, als
man es anfangs im Hinblick auf die ausgesprochene Nei—
gung dieses Ministerpräsidenten zu England vielfach er—
wartet hat; diese Beziehungen haben durch den Ausgleich
in der Maroktofrage und in der langen Zeit der Balkan—
wirren und der Umwälzung in der Türkei bis zu der ser—
bischösterreichischen Spannung im letzten Winter zu man—
hem stillen Zusammenwirken und im allgemeinen zu Re—
sultaten geführt, mit denen die öffentliche Meinung in
Frankreich sich befreundet hat. Die Politik der Isolier—
ung und Einkreisung Deutschlands, für deren Vater Del—
rassee gilt, ist durch den Gang der Dinge in den drei letz—
len Jahren tatsächlich überholt und man kann sie als der
Vergangenheit angehörig ansehen, sodaß, selbst wenn Del—
rassee im neuen Kabinett eine einflußreiche Stelle erhal—
ten sollte, die Wiederaufnahme dieser Einkreisungspolitik,
die in kritischer Stunde die Franzosen selbst verurteilt ha—
hen, im höchsten Grade unwahrscheinlich ist. Die fran—
zösische Kammer hat Clemenceau zwar auf einen Angriff
eines alten Gegners Delcassee hin gestürzt, aber dieses
VPotum bedeutet im ganzen Zusammenhang keine Kund
zebung für den früheren Minister des Aeußern Delcassee,
oder eine Rücklehr zu dessen Politik. Man wird daher
in Berlin auch die Uebernahme eines Portefeuilles durch
Delcassee ohne Mißtrauen oder Beklemmung ansehen. Daß
er das Ressort des Aeußeren wieder bekäme, gilt in dip—
omatischen Kreisen als wenig wahrscheinlich.

Gerichtszeitung.
Der Fall Gauter.
Die Erregung des Angeklagten Ganter ist im Ver—
laufe der Verhandlungen derartig gestiegen, daß er er—
klärt, den Verhandl'ungen nicht mehr folgen zu können. —
Banter ersucht den Vorsitzenden um ein Antipyrinpulver,
da er hestige Kopfschmerzen habe und der Verhandlung
nicht mehr folgen könne. Dem Wunsch des Angeklagten
wird entsprochen.“ — Es folgen hierauf prozessuale Erörte—
rungen zwischen Verteidigung und Staatsanwalt, in de—
ten Verlauf der Angellagte Ganter sehr erregt wird und
den Wunsch äußert, daß der Prozeß möglichst rasch zu
xünde komme. „IIch halte es hier nicht länger mehr aus.“
Schließlich erfolgt eine Einigung, um den Prozeß zu be—
schleunigen. Die Zeugenvernehmungen haben im großen
ganzen ein für Ganter günstiges Resultat ergeben.
* Soldat als Raubmörder. Das Oberkriegsgericht
in Nürnberg verurteilte den Soldaten Schoberth wegen
eines im Eisenbahnwagen versuchten Raubmordes zu 10
Jahren Ehrverlust.

— ——— —
Wermischtes.
Eine Schreckensnacht im Löwenkäfig. Eine furcht—
zare Nacht durchlebte jüngst der einarmige Löwenbändi—
zjer Jack Bonarita, der am Morgen nach stundenlangem
Lauern in einem Kampf mit einem wütenden afrikanischen
zöwen in Bostrikts Zirkus zu New-York lebensgefährlich
zerletzt wurde. Er wäre unzweiselhasft zerrissen worden,
venn nicht mehrere andere Leute, die sich gerade in der
stähe befanden, zu Hilse geellt wären. Bonarito, der nur
einen Arm hat, ging morgens gegen 2 Uhr in den Käfig,
im die gewöhnlichen Uebungen mit den Tieren vorzuneh—
nen. Einer der Löwen, welcher den Namen Roosevelilt
ührt, war erst vor vier Monaten aus den Wildnissen Af—
ikas in die Gefangenschast gebracht worden, und hatte
einen Bändigern schon wiederholt viel Mühe gemacht. Es
st eine Regel, kein Tier zu füttern, ehe es die Uebungen
gemacht hat. Einer der Aufwärter muß aber diese Regel
oerletzt haben und den Löwen doch gefüttert haben. Als
Bonariia in den Käfig trat, sah er mit Grausen, daß hier
ein schrecklicher Fehler gemacht worden war. Der Löwe
vor grimmig, er brüllte und machte Miene, sich auf de—
chöneren. Zene mopernen jungen Stutzer sind Ja auch
neistens sehr unvorteilhaft gekleidet, während der junge
Nann mit dem schönen Kopfe eine Sammetjacke zu einem
dawn⸗tennis⸗Kostüm trug, eine Kleidung, die sein blasses
Bestcht und die klassisch⸗schöne Figur aufs glücklichste
hervortreten ließ⸗
Mit fröhlichem Lachen erklomm Lissie das letzte Hin
hernis, eine kleine Schlucht, die mit Wurzelwerk und am
boden dahinkletterndem Efeu bestanden war.
Jetzt hat auch er sie erblickt, springt auf und eill
hr mit ausgestreckten Händen entgegen.
Einige Minuten blicen sie sich selig lächelnd in die
Augen. In den blauen des Mädchens strahlt ihre ganze
SZeele, ihr leuchtendes Antlitz sagt mehr als alle Worte
ẽr hält noch immer ihre Hände fest und betrachtet ent
‚ückt das schöne Gesicht, die jugendliche Gestalt Lisste's.
Weder er selbst noch sonst ein Maler hätten ein schöneres
Bemälde schaffen können, als das Bild dieser beiden,
jsedes in seiner Art vollkommen schönen Wenschenkinder.
* gmFeben Sie, da bin ich doch gekommen“, sagte Lissie
n 53 1
ZJan Sie haben die Welte dewonment“ war seint
Antwort. Es ist Ihnen also wirklich gelurigen, Lady
de Bruct hut eberfledlunig hierher dufs gande 36 ve⸗
vegen. ohne dah sie den eigenttichen Gtund weiße⸗
Ich glauhe nichtdaß he guch nur eine ang
hn det⸗. ie ifte avg weng Mamg es wßtt
I8 at aitetz an sie In wogttcht schnenen Abreie hon
choͤnen Winslowe Goͤrbens gin besummen; aber als sch ihl
erst die Aussicht auf das Dienstag⸗Vergnügen bei der Per⸗
jammlung der Blauen Rofennvorspiegelten da hatie e
ort gewonnenes? Spfekt, Um ein Wiedersehenmit? Hertu
Robert Langdon herbeizufühtent?
a MrimLangbon Jachtee Er fuhrn noch rusch ein Pacu
nal mit dem Pinsel über die Leinwand, dann wurde er
hon Liffie unterbrochend n rdart nis eu
. An mas vdachtewe Ste sveben?frugt ße ebieterisch⸗
An die Köniain meiner Gedanken“, erwiderteer
— TCö tiry —2 —B

V.
——— —*

Bandiger zu surzen. Er ducte sich abver noch vor ven
tarren Blick des Bändigers, der wußte, daß ihn nur Un—
erschrockenheit und Geistesgegenwart retten konnte. Nun
egann ein entsetzliches ssummes Ringen von Auge zu
luge. Keiner rührte sich. Der Löwe blieb geduckt zun
Zprunge bereit. . . . Der Bändiger stand starren Auges.
die Peitsche in der Hand. Dies dauerte fünf Stunden
Die Kräfte des Bändigers schienen zu versagen. Aber min
übermenschlicher Anstrengung hielt er sich aufrecht. St
gegen Morgen war aber die Kraft des Mannes zu Ende.
der Löwe schien es zu fühlen und stürzte sich au—
hn zu, und nur durch einen geschickten Sprung gelang es
hm, unverletzt zu entkommen. Gleich darauf aber hatte
der Löwe einen zweiten Sprung gemacht und diesmal
wurde dem Manne die Schulter aufgerissen. Inzwischen
waren seine Gezdilfen herbeigeeilt und machten eine Tür
des Käfigs auf. Das Tier lief nun durch dieselbe und
wollte sich wutschnaubend auf andere Wärter stürzen, als
es mit mehreren Schüssen begrüßt wurde, die Leute hat—
ten ihre Revolver mit blinden Patronen geladen, um den
Löwen einzuschüchtern. Dies gelang dann auch und der
Löwe wurde durch eine Falltür in einen dunklen Käfig
gebracht, wo er einige Stunden verblieb, um ihn wieder
zur Raison zu bringen. Bonarita wurde, nachdem seine
Wunden durch einen Arzt des Conney Island-Hospitals
verbunden worden waren, in einer Privatambuslanz nach
seiner Wohnung in Jersey Cim gebracht.
Modetorheit als Ehescheidungsgrund. Die Klage
eines Juristen auf Ehescheidung wurde kürzlich in einer
kleinen Stadt Oberschlesiens von den Richtern genehmigt,
obgleich der Grund zur Klage in einem nicht alltäglichen
Grund zu sehen war. Der klagende Jurist führte aus,
daß er sich von seiner Frau scheiden zu lassen wünsche,
weil sie zu mager sei. Richtiger müßte es heißen, weil
sie zu mager geworden war. Die Frau des Ameäsrichters
war als junges Mädchen eine üppige und kraftstrotzende
Erscheinung gewesen, und auch als junge Frau zeigte sie
toch eine gesunde Fülle. Die Mode gebot aber eine über—
natürliche Schlankheit, und die Frau Amtsrichter, die hin—
ter den anderen Modedamen des Städtchens nicht nach—
tehen wollte, begann eine außerordentlich angreifende
ur, die ihr nach Verlauf von drei Monaten 25 Pfund
in Gewicht abnahm. Die unge Frau ritt des Morgens
drei Stunden, alsdann spielte sie zwei Stunden Tennis;
ie machte Spaziergänge, die mindestens je eine Stunde
dauerten, und aß so wenig, wie nur möglich war. Ihre
zlühende Gesichtsfarbe schwand und machte einer krankhaft
zleichen Farbe Platz. Die junge Frau, die bei einer
Bröße von 1,70 Metern nur 106 Pfund wog, sah krank
und verfallen aus. Eines aber hatte sie erreicht: ihre
Freundinnen beneideten sie um ihre Schlankheit und die
Schneiderinnen mußten nun fortan für eine ganz schlanke
Bestalt arbeiten. Der Amisrichter erklärte vor Gericht,
daß er von seiner Frau betrogen worden sei, da er sie
als gesunde und blühende Person geheiratet habe. Es sei
etwas ganz anderes, ob die Frau durch eine Krankheit
von Kräften komme, dann wäre es seine Pflicht gewe—
sen, sie zu pflegen und zu hegen, da sie aber nur um
den Launen einer törichten Mode zu folgen, krank und
gebrechlich geworden, so sei er nicht gewillt, länger ver—
heiratet zu sein. Die Richter sprachen die Scheidung aus
und erklärten die Frau im Sinne des Gesetzes für
schuldia.
* Mit Mann und Maus unrergegangent! Auf der
Höhe von Outer Rattle Bank in der Nähe von Dünkir—
chen sind zwei Schiffsmasten gesunden worden. Man nimmt
an, daß sie zu einem Schiffe gehören, das während des
letzten Sturmes untergegangen ist und fürchtet, daß sämt⸗
liche Passagiere und die ganze Besatzung des Schiffes er—
trunken ist.
* Rusfisches. Neue und ungewöhnliche Unterschleife
sind im Ressort der Petersburger Gefängnisverwaltung auf—
gedeckt worden. Senator Garin erhielt Berichte, denen
zufolge Rußland mindestens um 14 Million Rubel jähr—
lich bestohlen wurde. Die Unterfchlei'e wurde in der Weise
verübt, daß die Beamten die Lebensmittel für eigene
Rechnung verkausten und den Erlös in die Tasche steckten.
Senator Garin wird Stolypin hierüber Bericht erstatten.
Zahlreiche hohe Beamte sind lompromittiert.
* Russisches Luftschiff. Das in Frankreich bestellte
große lenkbare Luftschiff „Rossija“ traf in Petersburg ein
und in den nächsten Tagen werden die Flugversuche be—
ginnen. Die Regierung stellte dem Aeroklub bedeutende
Summen zur Beschaffung von Aeroplanen und Luftichinfen
in Aussicht.
*æ Orkan. Die Stadt Galvestone in Texas wurde von
einem furchtbaren Orkane heimgesucht. Im westilichen
Teile der Stadt wurden viele Wohnhäuser und zwei Kur—
Anstalten zerstört. Ein Fisch-Schooner, den der Sturm
erfaßt hatte, wurde an einer Brücke zerschellt. Die Be—
wohner Galvestones sind vollständig isoliert. Die telegra—
phiische Verbindung ist unterbrochen und die Eisenbahn
mußte den Betrieb einstellen.
* Vom Haifische verfolgt. Am Ligurischen Bade—
trande unweit von Setti Monente tauchte plötzlich ein gro—
zer Haisisch auf und verfolgte zwei badende Kinder, die
mit knapper Not ans Ufer flüchten konnten. Einigen Fi—
schern gelang es, das Tier zu erlegen
leicht scherzend. Oder richtiger noch, ich dachte an ein
Wort, welches Brabantino zu Othello sagt.“
„Othello! Wie können Sie, Unartiger, es wagen, in
meiner Gegenwart auch nur den Namen dieses Menschen
zu erwähnen? Sofort sagen Sie mir, was Brabantine
zu ihm sagte!“
Ein leises Lachen war Mr. Langddon's einzige Antk
wort. Endlich fagte er aber doch, Lissie möge doch ein⸗
mal selbst bei Shakespeare diese Stelle nachschlagen.
„Shakespeare? O, ich hasse ihn!“ rief die zunge
dame. „Schrteb er doch Geichichte!“
„Wirklich?“ fragte Rurr.. —
„Nun, wenigstens bringt er historische Persönlichkeiten
uf die Bühne, und wer wie ich mit Mama zusammen⸗
ebt, muß wahrhaft wünschen, daß es überhaupt keine
zeschichte und historische Persönlichkeiten geben möge. Und
IRthello ist gar noch eine so außerordentlich häßliche Per⸗
znlichkeit! Ich erinnere mich noch ganz genau, wie man
nich als Kind einmal an einem schrecklich heißen Sams—⸗
ag⸗Nachmittag ins Theater geführt hat. Das Haus war
olb und sie gaben „Othello“. Ich erinnere mich nur
loch, wie er in seiner schwarzen Perücke herumtobte, ganz
asend wurde und schließlich die arme Desdemona um⸗
„rachte. Uebrigens ist wohl das Ganze eine Entfuührungs⸗
gzeschichte, nicht wahr, Herd Langdon?“
Miß de Bruce hatte inzwischen auf dem Feldstuhl des
Nalers unter dem großen weißen Schirm Platz genom«
nen, während er seine Staffelei zur Seite gestellt und
äch zu Lijsie's Füßen ins Gras gestreckt hatte.
Nun wag haben Sie denn gegen Entführungsge«
hihtene wdars er eßt nedend ein. Hoffentlich vergle
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