Full text : Dudweiler Zeitung

F

In dem in Belagtad abgeyaitenen Wähnisterrare
wurde der Text der Nott san die Geoßmächte revidiert,
worir das Minimum der ierbischen Forderungen ange—
geben ist. Die Vartei ührer erklarrien sich für den Krieg,
für den Fall. daß diese Forderungen nicht erfüllt wer—
den sollen. Mehrere Geldinititute höhen dem Natonal-—
ausschuß für Vandesverseidiauirzg arößere Beträge zune—
viesen und erklärten sich bereit., dem Kriegasministerium
veitere Beiräge zum Ankauf von Maschinengewehren,
Handwaffen und Hanphomiben zu liefern

Oefterreich⸗ Ungarn.
* Der deutschtichechinche Sprachenstreit bei
der Postverwaltung in Böhmen hat seinen Kerupunkt dar—
in. daß die deutschen Abgeordneten darauf bestehen, daß
bei dem Postamt Prag die innere deutsche Dienstsprache in
vollem Umfange zur Anwendung kommt. Mit Bezug
quf die anarchistischen Zustände. die sich in der Prager
Postverwaltung in der letzten JZeit entwickelt haben, hat
der deutsch-nationale Abgeordnete Stransky eine Interpel—
ation im Reichstage eingebracht, worin darauf hingewie—
en wird, daß die österreichische Beamtenschaft, früher ein
Meister treuer Pflichterfüllung, durch die tschechische Par—
ei-Organisation zu Anarchie und Meuterei verleitet wor—
den sei, und daß sich dadurch bei der Prager Post-Direk—
tion Zustände herausgebildet haben, die in keinem an—
deren Staate Europas. möglich wären. Der Abgeordnete
Kindermann erklärte, daß unter diesen Umständen kein
deutscher Abgeordneter an der deutschaAschechiichen Aus—
gleichs-Enquete teilnehmen könne. Auch ihre Teilnayme
an der Sprachen-Enquete müßten alle deutsche Parteigrup—
pen ablehnen.
*Von Regierungsseite wird die Meldung der „Neuen
Freien Presse“ vom Besitehen einer Ministerkrise in Un—
garn energisch dementiert und erllärt, daß alle Kabinetts⸗
Mitglieder vollständig einig seien.
Nußlant. I
* Der ReichsSanitats-Inspektor in Pe—
ersburg, Schmidit, sprach dem versammelten Stadtrat
unstesten Tadel wegen der nachlässigen Bekämpfung der
Fholera. Es sei sestgestellt, daß das zur Desinfektion
zerwendete Karbol verdorben, die Apparate und die Ge—
nüsegärten wahre Pflanzstätten der Bazillen seien. Wenn
uch nur 88 Fälle vorlagen, so droht doch für das
Frühjahr eine große Ausbreitung der Epidemie. Da Un—
erichleife in der Saniats-Kommission vorzuliegen schei—
ten, ist eine Anklage des Stadtrats durch den Reichs—
Staatsanwalt wahrscheinlich.
Italien.
*Die „Tribuna“ kritisiert den von der österreichischen
Regierung dem Reichsrat vorgelegten Gesetzentwurf, be—
resffend die Errichung einer sitalienischen Rechts—
Fatultät an der Universität Wien in überaus scharfen
Worten. Das Blatt sieht in der Vorlage eine Beleidi—
zung und Schmälerung des italienischen Bevölkerungsele—
nents in Oesterreich. Die Italiener könnten einzig und
iliein eine Universität in Triest atzeptieren. Die Errich—
ung einer italienischen Falultät in Wien aber müsse neue
irgerliche Konflikte heraufbeschwören
Schweiz. — J
*„Echo de Paris“ meldet aus Bern: Der schweizerische
Bundesrat hat den Wortlaut der Auntwortnote auf die
etzte deutsche Note fertig gestellt. Der Bundesrat
viderlegt darin die deutsche Auschuldigungen. Was die
Schiedsfrage betrifft, sei der Bundesrat der Ansicht, daß
dor allem die Frage erledigt werden müsse, ob die Vor—
eilz;, welche Deutschland den deutschen Mühlenbesitzern zu—
»ꝛrkannt hat, eine Exportprämie darstelle oder nicht
Serbien.
* Das Ergebnis der langen Beratung unter den Par—
eiführern über die Bildung des neuen Kabinetts ist, daß
das bisherige Kabinett Welimirowitsch die Regierung
veiter führt. Die Difserenzen zwischen den beiden radi—
alen Varteien sind so groß, daß trotz der ernsten Lage
des Landes eine Einigung nicht zu erzielen war.
* Dem Blatt „Zworn“ zufolge wurden in der Staats—
kasse in der letzten Zeit mehrevre Mill. Dinars
interschlagen und zwar seien die bei Avancements erho—
denen Gebühren in die Staatskasse nicht abgeführt wor—
den. sondern von einigen Beamten eingesteckt
Türkei.
*Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß man dort
ein weit verzweigtes Komplott entdeckt habe, dessen gan—
zer Zweck es war, die Veriassung aufzuheben und
das ganze neue Regime zu stürzen. 20000 Perso—
nen in allen Teilen des ottomanischen Reiches seien an
dieser VBerschwörung beteiliat gewesen. Es sei ge—
plant gewesen, im richtigen Augenblick sich des Grio ß—
vesiers und des Kammerpräsidenten zu bemächtigen
und sie als Geißeln gesangen zu nehmen. 70 Personen
seien wegen Beteiliaung an dem Komplott verbaf—
et worden

)ie Befreiung der 6eknechtelen.

Erzählung von J. Hauser.
Nachdruck verboten.
„Es kann wohl sein, Alter, daß Ihr mich überleben
erdet,“ versetzte Pierre mit düsterem Lächeln. „Ich bin
eineswegs gewillt, mich in das Sklavenjoch zu schmiegen,
Uein ich werde mich rächen, und sollte ich dabei meinen
kod finden. Ich liege hier in Ketten und Banden, doch
ommt der Kapitän Rogers und sein schurkischer Bruder je—
nals wieder in meine Nähe, so werde ich versuchen, sie
zit meinen Fesseln zu erschlagen ...“
Tom zappelte mit Vergnügen mit Armen und Beinen,
As er diese drohende Aeußerung hörte.
„Ihr seid der Mann nach meinem Herzen, auf den ich
ange gewartet habe“, flüsterte er aufgeregt. „Die vier
chwarzen, welche mit dem Master am Strande waren und
nsahen, wie Ihr die tüchtigen Hiebe austeiltet, haben mir
en Hergang erzählt. Die sämtlichen Nigger der Pflanzung
ewundern Euch als den ausgezeichnetsten Helden der
zchöpfung und wenn einer jetzt etwas mit ihnen anfangen
ann, so seid Ihr das. Die übrigen vier weißen Sklaven,
delche hier sind, besitzen nicht den erforderlichen Mut. Es
nuß einer sich zum Anführer aufwerfen, der stark, kräftig
ind zum Aeußersten entschlossen ist. Ich kann das nicht,
enn ich bin zu schwach.“
„Stellt mich an die Spitze einer Verschwörung gegen
jese Schufte!“ rief der Franzose mit fllammenden Augen.
Ihr sollt sehen, wozu ich fähig bin!“
„Ich muß Euch sagen,“ fuhr Tom flüsternd fort, „daß
le Zeit für den Ausbruch einer Rebellion jetzt ungemein
nstig ist . ..“
„Wenn eine solche mit meiner Hilfe stattfinden soll,
wmuß sie auch möalichst rasch erfolgen. damit der elende

Maraoff—
Aus Casablanca wiro gemeldet, daß Generaf
Damadbe sich veranlaäßt sah. Truppenauf zubie
en, weil die Zusammenstöße der sich befeyden
hen Stämme in jünagster Zeit bedenkliche Dimensionen an—
zgenommen hätten. Die Zahl der Toten und Verwunde—
sen beim letzten dieser Gefechte soll besonders hoch gewe—
sen sein.
*] Aus Tanger meldet der „Watin“, daß die Mission
Regnault nach Fez abgegangen sei. Sie wurde von
einem großen Geĩolae, bestehend aus den Notablen der
Ztadt, ein Stück Weges begleitet. Unter den zur Ver—
ibschiedung Erschienenen betand sich auch der denmssche Ge—
chäftsträger, sowie Oberst Mässfer. Die Misfion he—
ürchtet, unterweas insolge der Ueberschwemmungen auf—
zehalten zu werden

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Hof und Gejsellschaft
*Graf Hompesch, der 83 Jahre alte Vorsitzende
der Zentrumsfraktion, der kürzlich einen Sklagan'all er—
litt, ist am Tonnerstag Vormistag gestorben.
(Graf Hompesch war am 16. September 1826 zu
Schloß Voordt in Belgien geboren, ist also 82 Jabre oit
zeworden. Er war einer der wenigen Ueberlebenden aus
dem konstituierenden und dem norddeutschen Reichstage
nom Jahre 1867; dem deutschen Reichstage gebörte er
eit 1874 ununerbrochen an. Außerdem warer lebens—
ñngliches Mitglied des preußischen Herrentzauses für den
Srafenverband der Rheinprovinz. Im Reichstage stand
er, namentlich in den letzten Jahren, obwohl er Vor.
itzender der Zentrumsfraktion war, nicht inmn Vorder
zrunde, und er sprach nur selten; stcine persönlichen Ei—
genschaften sicherten ihm allgemeines Anseben Ter Wahl—⸗
reis Düren-Jüsich, der durch seinen Tod frei wird, ist
icherer Zentrumsbeijtze

— —
Heer und Flotte
—* Lustschiff⸗-Wufstieg. Das Wiilitärluftschiff „Groß 1“
st Donnersiag vormitiag 1143 Uhr zu einer Fahrt auf—
estiegen, die eine Schnelligkeitstayrt des Lustschiffs be—
weut An Bord beslinden sich ein Generalaus dem
kriegsministerinm, RMajor Groß und Major Sperling,
»em die Führung oblieat. Das Luflichiff schlug die Ric
ung nach Spandau ein.

Die Krise aus dem Ballan
In einer Nonferenz des serbischen Ministers des Aeu—
zern, Rilowanowiisch, mir den Partelführern erklärte der
Ninister, daß die serbische Regierung sich infolge der zwi—
hen der Türkei und Oesterreich-Ungarn erfolgten Ver—
tändigung genörigt sehe, ihren bisher in der bosni—
chen Frage eingenommenen Standpunlit zu ändern.
„Echo de Paris“ meldet aus Londouͤ: Ter hiesige
ulgarische Geschäststräger ist in einer Spezialmission nach
ßetersburg abgereist. Das englische Kabinett ist be—
nüht, die Verhandlungen vorzubereiten, welche zwischen
Petersburz und Wien über die serlbische Frage gepflogen
vnerden vollen

*32
Deutscher Reichstag
Berlin, 21. Jan.
(190 Sitzung) Mittag 1 Uhr.
Auf der Tagesordnung steht die Interpeblla—
tion Albrecht u. Gen, betreffend **
Vereinsgesetz.
Präsident Graf Stolberg widmet dem heute verstor⸗
henen Alterspräsidenten Grafen Hompesch eine besonders
varmen Nachruf.
Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg er—
lärt sich bereit. die Interpellativnen sofort zu beantwor—
en.
Abg. Frey Goz.) begründet die Interpellation sei
ier Partei. Er kenne eine ganze Reihe von Fällen, die
ingesetzlich gehandhabt worden seien. Redner führt dann
nerschiedene solcher Fälle an. So beispielsweise denjeni—
sen in Schleswig. Besonders zu beanstanden sei der von
den Polizeibehörden praktisch bestätigte Standpunkt, Ver—⸗
zände mit angegebener Mitgliedichait nicht als Vereine
zu behandeln.
Abg. Breyski Wole): Noch kein Gesetz hat sich
chon nach so kurzer Zeit seiner Einführung als unbrauch⸗
»ar erwiesen, als das Reichsvereinsgesetz. Die Schuld
zaran, ist, das es dem Volke aufgezwungen worden ist.
Sogar unsere Wahlversammlung bei der Glogauer Ersatz—
vahl hat man überwacht. Redner macht dann über Fälle
zon zahlreichen Beeinträchtigungen des Versammlungs—
rechts Mitteilung und wendet sich zum Schluß ausführ—⸗
ich gegen die Anwendung des Sprachenparagraphen auf
zie polnischen Gewerkschaften. Es sei unzutreffend, dafß
diese zu national volniichen ZBwecken gearündet worden

Kapitän Rogers mit nicht entgeht!“
„Seine Brigg soll morgen mit Tagesanbruch die An—⸗
ker lichten und nach Kingston steuern. nicht wahr?“
„Ja.“
„Gut!“
„Ihr meint also, daß schon morgen . ..*

„Ich meine,“ versetzte der alte Sklave, „daß sich schon
norgen, also nach wenigen Stunden, eine günstige Gele⸗
zenheit bieten kann, die wir benützen müssen. Hört mich
iun aufmerksam an. Ich habe genaue Nachricht, daß eine
Nenge Maronneger am Fuße der blauen Berge streifen.
dönnen wir uns mit ihnen rechtzeitig, ohne eingeholt azu
verden, vereinigen, so sind wir frei.“
„Wie weit ist die Entfernung?“
„Zwölf englische Meilen. Und der Weg, den ich mit
ibrigens zu finden getraue, geht durch Sumpf und Wild—⸗
uis.“
„Glaubt Ihr, daß alle Sktlaven der Pflanzung mir
'olgen werden, wenn ich das Signal zur Rebellion dadurch
gebe, daß ich den einen oder den anderen oder beide Ro—
gers unschädlich mache?“
„Ja, ich bin dessen sicher. Ihr habt Euch schon die
Hochachtung der Schwarzen erworben, welche, wie ich be⸗
timmt weiß, große Hoffnungen auf Eure Tapferkeit setzen.
Zie sehnen sich, wie Ihr denken könnt, nach dem freien
Leben der Maronen, und ich bin überzeugt, daß ihre
Vut die weißen Sklaven mit sich fortreißen wird, sobald
der Zeitpunkt des Losschlagens da ist.“
„Euer Master und seine Aufseher sind stets in Eurer
Begenwart bewaffnet, nicht wahr?“
„Ja; mit Pistolen, Messern und dem unausweichlichen
—XV
„Ich habe nur zwei Aufseher gesehen. Es werden
—öRVD —

seten. Er vittet den Staatsserretar dayin zu wirken, vaf
ihnliche Vorfälle gegen die polnischen Gewertechaten im
Interesse der Gewerischaftsbewegung vermieden werden.
Staatsselretär v. Bethmann-Hollweg er
lärt, er habe doch zugesagt, daß Vorstöße gegen das
Besetz geahndet werden sollen. Das sei auch geschehen
Die Reichsregierung habe keine Veranlassung gehabt, we
gen Handhabung des Gesetzes weiter vorzugehen. Die
Zentralbehörden der Bundesstaaten hätten in allen Fäl—
len ihre Entscheidung getroffen. Die polnischen Berufs
vereinigungen seien in ihren öffentlichen Versammlungen
im Gebrauch der polnischen Sprache gehindert worden
weil die preußische Regierung der Ansicht sei, daß diese
Bernfsvereiniaungen nicht allein gewerkschafitliche Ziele
zersoigen, sondern daß sie polnische Bestrebungen auf de
rundlage großpolnischer Agitation bezweclen. Bei de
Vahl zwischen sorialdemokratischen und polnischen Gewerf
chafsen gingen die nornischen immer zu den lessteren über
58 stellten sich aroßposnische Vestrebungen ein. Um die
»olnischen Arbeiter fester zu binden, sei man dazu über
gegangen, ihre gewerkschafttichen Interesisen zu vertreten
Innerhalb des Volenbundes sei eine gewersichaf che Ab,
cisunag gearündet worden. Die Bernisveresnigung streif un
ausgesetzt das polniiche Gebiet. Der Staatssetrciar ver
iest eine Reihe von Szenen zu Vorträgen, in denen siet—
die nationalpolnische Grundlage eine Rolle w'iett
Das Hans beschließ, morgen in die Bejsprechung de
Interpellation einzutresen
Schlub 6u4 Uhr

— —— —

Arbeiterbewequnq
Aroheuder Sezerstreik. In den meisten franzöðsi⸗
chen Zeitungen herrscht große Aufregung angesichts des
drohenden Ausstandes der Setzmaichinenarbeiter. In ver—⸗
chiedenen Blättern sind alle Arbeiter verabschiedet wor—
den, welche sich für einen Streik erklärt haben Sie wur⸗
den durch nichtorganisierte oder durch Schreibmaschinen⸗
Fräuleins ersetzt. Die Mehrzahl der Blätter erscheint mi
sehr großen Verspätungen.
— Ausstaud. Die Schriftsetzer in Madrid sind in den
Ausstand getreten, auch das Personal des Regierungs
Organs.

—— F I
Gerichtsze tung
s Kindesraub. Wegen der Kindesentführung, die im
Hitober v. J. in Hamburg großes Aussehen erregt, hatte
sich der Handlungsgegilse Otto Weigelt vor der Straf—
kanmer in Hamburg zu verantworten. Er hatte im
Artomobil das 24 Jahre alte Söhnchen des Kommer—
zienrats Hirschmann entführt und als Lösegeld 6000 M.
gesäerdert. Er wurde unter Zubilligung mildernder Um—
ände zu 15 Monate Gefängnis verurteilt, sowie zu 2
Fohren Ehrverlust. Der Chauffeur Oehmert wurde we—
Jen Beihilfe zu 2 Monnten Gesfänanis verurteilt.

Ddbiel und Sport
y) Kine gersnantische Ausstellung in Berlin. Der
sa serliche Automebitentiub hat nach längeren Verhand—
ungen mit den matzebenden Inleressentenkreisen be—
chlossen, eine internatcnole Motorboon und aeronautische
Mis stellung, Sie in der Zeit vom 1. März bis 4. April
1910 in der Aussietlungshalle am Zorlegischen Garten
abgehalten werden soll. gemeinsam mit dem Verein Deut—
cher Motorfahrzeug-Industttelter zu veranstalten. Diese
Ausstellung, für die die Vorarbeit:en zur Organisation
ercits begonuen haben soll ein übersichtliches Bild der
Fortschritte auf dem Getliete des Molbrbootbanes, des
Motorluf schistmesens und der Flugtechut vor Angen füh
ren; wahrend der Taner der Nucnellung sollen auch
aeronautesche Vorsuhrungen Versuche mit Flugapparaten
im Betriebe und dergleichen ftatifinven.
—— — — — —O —— ——— —

α
Ueber das Ghrenwort im geschäftlichen
Leben hat das dieichssgericht eine bedeungame Entschei—
dung geirosen. ESin mit Mark 2400 angestellter Beam—
ler einer Fahril harte sich »hrenwörilich verpflichtet, in
der Zeit jeines Wirans in der Fabrik und noch drei
Jahre nach dent Anschesden dieser bei Wart 100 000
Beytragsstrafe keine Reniurttenz zu machen. Diese Be—
tinimung zhurde ün iechéegericht als unvervindlich er—
hänt. Die Hohe der Sitrase übersteige alle Grenzen und
lause auf eine Sunme hinanus, die der Angestellte bei
regelmäßtgem Gang der Zinge überhauprnnscht aufbrin—
gen könne ꝛc. Der Gelannte Satz: „Ein Mann ein Wort!“
könnie schließlich aile Vorschristen des Bürgerlichen Ge—
setzuuches iber wichtige Rechtsiraßen nugültig machen.

„Im Ganzen sechs, von denen zwei die Aufsicht über
die Mühlenmaschinerie haben!“
„Wir werden also acht Menschen kampfunfähig machen
müssen.“
„Ja; das müssen wir, wenn unser Fluchtversuch er—
folgreich sein soll. Wir müssen einen großen Vorsprung
haben, bevor man in den benachbarten Pflanzungen, von
denen die nächste nur drei englische Meilen entfernt liegt,
das hier Vorgefallene entdeckt. Eben weil so gründlich
aufgeräumt werden muß, ließ sich die Veranstaltung bis⸗
her nicht gut treffen. weil uns ein entschsossener Anführer
fehlte“

„So sind es also nur noch diese eisernen Fesseln, die
das glorreiche Werk hindern!“ rief Pierre Legrand, seine
Ketten energisch schüttelnd. „Ich bin mit allem, was Ihr
vorgebracht habt, einverstanden, Tom, und zu jedem Wage—⸗
stück bereit, wenn ich auch mein junges Leben daransetzen
soll. Aber so heckt denn nun auch ein Mittel aus, um
mich von diesen Eisen zu befreien!“
„Die Aufseher werden jedenfalls in der Frühe kom—⸗
men, um zu sehen, ob Hunger, Durst und der Aufenthalt
in diesem Hundeloch Euch mürbe gemacht haben,“ antwor«
tete der Alte. „Natürlich müßt Ihr Euch listig den An—⸗
schein geben, als wäre dem so, und demütig um Speise
und Trank bitten. Man wird an Eure Unterwerfung glau⸗
den, denn Ihr seid nicht der erste, dessen Willenskraft der
Aual erlag, Euch von den Eisen befreien und in das
Siedehaus führen, wo jetzt die Zuckerauskochung stattfin⸗
det. Sechs Neger wachen dort und unterhalten das Feuer,
die übrigen Sklaven kommen morgen zur Hilfeleistung da⸗
zu. Wenn dann, wie wahrscheinlich, der Master und sein
Bruder, sowie sämtliche Aufseher sich dort einstellen, so
lönnte etwas Ernstliches geschehen, sofern ein mutigen
Nann den Anfang macht“

Fortsetzung folat.
            
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