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Zum Ranzlerwechsel
rmmt die Inlandsprefse meist eine abwar—
sendeeStellung ein. Man begrüßt den neuen
danzler wohlwo ! lend und — im übrigen legt man sich
einen gewissen Zwang auf. Das ist durchaus angebracht;
denn was der neue Kanzler der Gesamtheit des deut—
en Volkes und den einzelnen Parteien bringen wird,
kann niemand vorhersagen. Die „Kreuzzeiung“ rühmt
ine umfassenden Kenntnifse in der inneren Politik uͤnd
hofft. daß man sich auch schnell in die Aufgaben der Auslandspolitik
einarbeiten werde. Den Schwerpunkt der in
— wüäh⸗
rend die linksliberalen Blätter die Wahl des neuen
anzlers mit der preußischen Wahfrechtsreform in Zu⸗
ammenhang bringen. Das „‚erliner Tageblatt findet
n dem Kanzlerwechsel sogar eine Verschlimmerung der
volitischen Situation. Der Liberalismus habe keine Ver—
mlafsung, „dem neuen Kanzler enthusiastisch entgegenzu—
ommen, iym das Spie. vVPelten Weyhrheiten zu er—⸗
eichtern oder sich als Lückendüper gebrauchen zu lassen.“
— Auch das Ausland zeigt ein gewisses Interesse am
sanzlerwechsel. Die österreichische Presse widmer durch—
weg dem scheidenden Kanzler die wärmsten Nachrufe, und
benso warm begrüßt sie seinen Nachsfolger. So schreibt
das „Wiener Fremdenblatt“: „Herr von Bethmann-Holl—
weg besitzt alle jene Eigenschaften, die dem Leiter der in—
neren Politik des Deutschen Reiches notwendig sind. Auch
m alle jene Ressorts, die ihm ferner liegen, wird er sich
bald finden, um so leichter, als ihm zur Seite ein so
misgezeichneter Kenner der äußeren Politik steht, wie der
Ztaatssekretär von Schoen. Unter diesen Umständen läßt
ich mit Bestimmtheit voraussagen, daß der Kurs des
deutschen Reiches der gleiche bleiben und das herzliche
Lerhäitnis zwischen Deutschland und Oesterreich fortve—
tehen bleibt!“ — Italien ist, es liegt bisber allerdings
rsi eine Stimme vor, und zwar die des „Popolo Ro—
nano“ — ziemlich kühl. Das Blatt faßt seine Betracht—
mgen dahin zusammen, daß „es ausgeschlossen sei, daß
ich in der deutschen auswärtigen Politik etwas ändern
verde. — Auch in Frankreich, dessen Presse den Kanzler—
wechsel sehr aussührlich kommentiert, ist man des Lobes
aoll, mit Ausnahme des deutschfeindlichen „Echo de Pa—
is“, das vom Nachfolger Bülows mehr Offenheit und
zlarheit in der deutsch-französischen Politik verlangt. In
kEngland widmet man dem Fürsten Bülow warme Ab—
ichiedsworte und knüpft an den Kanzlerwechsel neue Hoff—
ungen. „Seine Ernennung fsei ein Beweis des neuen
BGeistes, der über Deutschland gekommen sei.“ Hoffentlich
wird sich diese Stimmung nicht gar zu hald ändern
Der Kampf in Teheran.
Nach den letzten Meldungen aus Teheran hat der
Schah in einen Waffenstillstamd eingewilligt.
die Schahtruppen haben Teheran verlassen. Von den Eu—
copäern ist bisher keiner zu Schaden gelommen. Der Schah
verfügt über zwei Baätterien Artillerie und 6 Maschinen—
gewehre. In Teheran ist ietzt alles ruhig, die Bazare
ind geöffnet.
Die heutige Nacht verlief ru hig. Der erwartete
Angriff auf die Kosakenkaserne ist nicht erfolgt. Zwischen
dem Sipahdar und Liachow schweben Verhand—
Angen. Der Sipahdar hofft auf Einstellung der Feind—
—
glaubt, man will nur Zeit gewinnen, bis die Bachtiaren
angelangt sind. Liachow sieht die Lage als sehr ernst
an und wird bis zum äußersten Widerstand leisten. Er
gibt setne Verluste auf bisher 27 Mann an.
Der Schah hat sich in die russische Gesandtschaft g e—
flüchtet. Eine Deputation der englischen und der
russischen Gesandtschaft ist auf dem Wege nach der Stadt,
am den Führern der Nationalisten hiervon Mitteilung zu
machen.
Von der Frankfurter „Ila“
Am Sonnabend hat in Frankfurt a. M. die feierliche
Ersssuung der „Internationalen Luftschisfahrts-⸗Ausstellung
jtattgesunden, die unter dem Namen „Jla“ schon jetzt in
Deut'chland große Popularität genießt. Die Ausftellung
hot den Zweck, der Welt, und vor allem Deutschland zu
zden, was auf dem Gehiete der Eistschiffalrt bisher
——
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rreicht wurde, ganz gleich, ob es sich um Ballons, Luft⸗
chisfe oder Fiugmaschinen handell. Den Clon der Austellung
wird zweifellos der Besuch des Grafen Zeppelin
dilden, der mit seinem Zeppelin 2 die Ausstellung gegen
Ende dieses Monats aufsuchen wird. Unser Bild stellt
»as Hauptaussitellungsgebaͤude dar.
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Aus aller Welt.
* Eine geheimnisvolle Schießaffäre hat sich in den
ersten Morgenstunden in der Wohnung des Fahnenjunkers
»on Zenner vom 10. Husaren-Regiment in Stendal ab—
zespiett. Der Fahnenjunker war spät nachts aus dem Ka—
ino nach Hause gekommen. Kurz nach seiner Ankunfi
rachte ein Schuß, als Leute herbeieilten, fanden sie den
Fahnenjun'er entkleidet tot im Bette liegend vor. Auf
dem Vorraum traf man den Einiährig-Freiwilligen Baum—
Jart, ebenfalls ent leidet, der im Begrifse war, seine auj
der anderen Seite des Korridors gelegene Wohnung zu
betreten. Dem Fahnen, unker war die Kagel in den lin—
len Hinterkopf gedrungen und oben wieder herausgesah—
ren. Es ist ausgeschlossen, daß er sich selbst erschossen
bat. Der Einjährig-Freiwillige wurde verhaftet. Er hätte
nit einem Kameraden auf seinem Zimmer bis in die
Racht gezecht, und es kann mit ziemlicher Sicherhett be—
auptet werden, daß Baumgart den Fahnenjunker in der
Trunkenheit erschossen hat.
* Lustmord. Der 15jährige Schreiber Sempf, der Sohn
eines Schneiders in Görlitz (Schlesien) war jeit dem 14.
Mai von einem Ausfluge nicht mehr zurückgekehrt. Jetzi
wurde seine Leiche im Forst bei Kötschen im Böhmerwald
augefunden. Der Befund der Leiche ergab. daß ein Lust⸗
mord vorliegt.
*Verunglückte Bergleute. Im Haus Heinrich-Schacht
in Waldenburg verunglückten zwei Bergleute durch einen
orzeitig losgegangenen Sprenaschuß. Einer wurde ge—
ötet, der andere lebensgefährlich verletzt.
* Feuersbrunst. Das bedeutende Holzsägewert von
xzleig in Schonachbach wurde Freitag früh 4 Uhr ein
staub der Flammen. Alle werwollen Maschinen sind ver⸗
richtet Der Schaden ist sehr groß. Gasthaus und Frem—
enpension zum „Hirschen“, in Touristenkrei en unter dem
stamen „Bachjörg“ weit bekannt, war äußerst gefährdet,
zlieb aber dank raschem Eingreifen der Triberger und
Zzchonacher Wehren vom Feuer verschont.
* Autounfall. Aus Graz wird gemeldet: Ein die steile
Bergstraße bei Waltendorf herabfahrendes Automobil, in
welchem sich 5 Personen befanden, rannte infolge Bruches
der Bremse an eine Telegraphenstange. Das Automobil
vurde zertrümmert, die füns Insassen mehr oder minde;
chwer verletzt.
* Der Flug über den Aermelkanal. Der Luftschif
er Lathan hat Donnerstag morgen 2 Uhr mit seinem
Aeroplan den Schuppen verlassen, um den Flug über der
danal anzutreten. Um 3 Uhr begab sich der Ingenieur
Levassour an Bord des Torpedobootszerstörers Harpon,
vährend die den Flug beobachtenden Journalisten einen
dampfer befstiegen.
* Russische Wirren. Auf der Nikolaibahn überfielen
zanz in der Nähe von Petersburg Räuber einen Güter—
zug während voller Fahrt und warfen die Güter aul
den Bahndamm. Als der Zugführer den Zug zum Stehen
brachte, entflohen die Räuber und konnten bisber nich
zrgriffen werden.
* Von Panthern schrecklich zugerichtet worden ist
eine junge Tierbändigerin, die in Portobello, einem Ba—
orte in der Nähe von Edinburgh, Vorstellungen gab.
Frl. Alice — dies ist der Name der Tierbändigerin —
vollte ihre beiden „Roosevelt-Panther“ gerade von den
Zäfigen aus in die Arena, in der die Vorstellung statt⸗
inden sollte, bringen, als die beiden Tiere plötzlich auf
hre Herrin sprangen und diese zu Boden warfen. Das
Publikum geriet in höchste Aufregung, als es die Schreie
»er Bändigerin hörte. Der Geschäftsführer des Unterneh—
nens eilte — mit einem Revolver bewaffnet — sofort zur
dilfe herbei, und er gab, um die Tiere abzuschrecken, meh
rere blinde Schüsse ab, während einige andere Personen
tach etnem gefährlichen rampfe schneguch die Ppantyer
on ihrer Herrin, die inzwischen das Bewußtsein verloren
zatte, abbringen konnten. Die Tierbändigerin hatte sehr
chwere Verletzungen an der Brust, den Hüften und am
dopfe davongetragen, und man hegt daher für ihr Lebor
etzt Besorganis.
* Erdbeben. Freisag Morgen 2 Uhr ist in Griechen
and ein heftiges Erdbeben verspürt worden. In Ama—
ias sind zahlreiche Wohnhäuser zerstört worden. Zehr
bersonen wurden verletzt. Die Ortschast Chavari wurde
rößtenteils vernichtet. Bis jetzt sind 20 Tote und hun
ert Verletzte geborgen. Die Trümmer werden nack
veiteren Opfern durchsucht. Die Ortschaften sind eben
alls ganz oder teilweise zerftört. Die Gesamtzahl der
Ipfer ist vorläufig noch nicht bekannt. Die Bevölkeruncç
jaat ihre Wohnungen verlassen und ist ins freie Feld ge—
lüchtet.
Pie spaktionen. In Athen wurden Hilisaktionen für
zdie Opfer der Erdbebenkatastrophe eingeleitet. Die Zah
der Opfer, die unter den Trümmern hervorgezogen wur—
den, hat huindert weit überschritten.
Gerichtszeitung.
8 Fahrlässige Tötung. Das Kriegsgericht in Berlin
erurteilte den Vizefeldwebll Schmidtgen wegen
ahrlässiger Tötung des Schülers Schösfich zu 6 Monaten
Bhefängnis. Schmidtgen hatte seine Hühner durch einen
Schreckschuß in den Stall treiben wollen, traf jedockt
tnglücklicherweise den Knaben, der sofort tot war
Arbeiterbewegung.
— Streik im Baugewerbe. Im oberschlesischen In—
dustriebezirk sind rund 5000 im Baugewerbe beschäftigte
Arbeiter ausständig beziehungsweise ausesperrt. Der
Arbeitgeber-Verband hat nach fünfwöchiger Dauer des
Streils das städtische Gewerbegericht zu Kattowitz als
Finigungsamt angerufen.
— —
Vermisrehtes.
„Ein Mißverständnis.“ Die französischen Blätter
yeschäftigen sich auch mit unserer Reichsfinanzrefsorm. Sie
peröffentlichen z. B. die Statistik der Parteien, die bei
den leßten Reichstagswahlen abgegebenen Stimmenzah—
en. Im „Gil Blas“ nun liest man in der Reihe der
veutschen Parteien eine mir Namen: „Union Hoteliere“.
Nein Gott, was ist das? Sind im Lande des Bieres
sie Gastwirte so mächtig, daß sie eine eigene Partei —
04627 Stimmen!) grunden konnten??“ Der französische
ztatistisus besitzt offenbar ein schlechtes Lezilon. Denn
vas ist die Union Hoteliere in Wirklichkfeice? — — Die
Wirtsichaft'ico Verciniauna)““ — Wirt chaft — Hotel,
Wie der Großherzog auf sich selbst wartete.
Aus Kopenhagen wird den Hamburger Nachrichten ge—
chrieben: Das Großherzogspaar von Mecklenburg-Schwe—
rin hält sich augenblicklich in dem jütischen Seebade Ska—
zen auf. Auf der Reise des Großherzogspaares nach Ska—
zen ereignete sich in Frederikshavn ein drolliger Vorfall,
der in dänischen Provinzblättern wie folgt erzählt wird:
Der Großherzog ging ein wenig auf dem Bahnsteig auf
und ab, während das Gepäck von dem Schnellzuge nach
dem für die Strecke Frederikshavn —Skagen bestellten Son—
derzuge befördert wurde, und nahm dann im Zuge
Platz. Bald darauf wurde von einem Hoiel telephonisch
ruf dem Bahnhof angefragt, ob der Zug nicht warten
önnte, da der Großherzog noch nicht mit dem Frühstüdc
ertig wäre. Auf dem Bahnhof wunderte man sich dar—
iber, daß der Großherzog nicht mitgeteilt hatte, daß er
n Frederikshavn Aufenthalt nehmen wollte. Hätte man
»ies gewußt, dann hätte man den fahrplanmäßigen Zug
»or dem Sonderzug abgehen lassen. Jetzt war aber nichts
inderes zu machen, als den Zug warten zu lassen. Eine
Viertelstunde verging, aber es zeigte sich noch immer kein
ßroßherzog. Schließlich rief einer von den Zuschauern:
Aber er sitzt ja drinnen im Wagen!“ Der Zugführer
var nicht wenig erftaunt, als er dies hörte, er begab sich
ofort in den Wagen und fragte den Großherzog, ob alle
ngekommen wären, und ob der Zug abfahren könnte. Die
Intwort lautete, davauf hätte man schon lange gewartet.
Ilgemeine Bestürzung. Die Zuschauer amüsierten sich sehn
östlich. Man eilte nun ans Telephon, um festzustellen,
ver der Großherzog wäre, der wünschte, daß der Zug hal—
en sollte. Es zeigte sich, daß der Bahnbeamte, der den
Telephonbescheid entgegengenommen hatte, seinen Kopf voll
»on dem Großberzog und dem großherzoglichen Sonder—
uge gehabt hatte, und daher Furst (dänisch: Fyrste) mit
Förfter (dänisch ebenfalls: Förster) verwechselt hatte. In
enem Hotel saß nämlich eine Gesellschaft deutscher Ober—
örster, die auch nach Skagen wollte, sich aber noch nicht
bon dem Frühstückstisch trennen konnte. So geschah es,
daß der Großherzog eine Viertelstunde auf sich felbst
varten mußte.
DBHochwasser.
Maiunz, 16. Juli. Der Wassernano des Rheins
bei Maingz zeigte heute früh 11 hr leine⸗ wesentliche Ver⸗
inderung seit 24 Stunden. Gestern abend 327, heuie
Vorgen 11 Uhr 328
Mannheim, 16. Juli. Der Rhein ist von
estern auf heute wieder gestiegen. Der Neckar ist um
ine Kleinigkeit gefallen. Vom Oberlauf wird Fal—
en gemeldet.
München, 16. Juli. Durch das Hochwasser der
Fssar wurde der Bahndamm der Linie Landau— Ro⸗—
enheim derartig beschädigt, daß telegraphisch Hilfsarbei—
er beordert werden mußten, um den Bahndamm— wieder
erzustellen
* —
„Das deutsche Ophir“
tein Artikel in der englischen Zeitung „Standard über⸗
hrieben, der sich mit Deutsch⸗Südwest-Afrika“ beschäftigt,
nnd von einem guten Kenner der afrikanischen Verhält—
isse, der sich in Lüderitzbucht aufhält, stammt. Der Ver—
er schildert die „reichen Diamantfelder“, die sich in
iner 600 Meilen längs der Küste und 170 Meilen land—
inwärts sich erstreckenden Wüste finden. Da gebe es we—
er Tier noch Mensch noch Pflanzen, nichts als Flugsand⸗
ügel und felsiges Gestein und eine überaus reiche Nenge
on Diantanten, die einer jahrhundertlangen Tätigkeit von
vindd und Wasser ihre Entstehung verdanken. „Die Dia—
nanten kommen dort in derartigen Mengen vor, daß man
tellenweise nur mit einem Messer die Oberfläche zu ritzen
raucht, um einige Zündholzschächtelchen voll Diamanten
äglich zu geminnen.“ Freilich seien die Diamantfelder
mur dünn, etwa. 4 Zoll im Durchschnitt, doch komme auch
ine Stelle vor, wo die Diamanteuschicht 4 Fuß dick sei.“
Die Diamanten sind von bester Qualität, allerdings
ehr klein, etwa vier Karat das Stück. „Dafür aber seien
sie Diamanten eben in außerordentlich großer Zahl vor—
anden, ein Engländer habe gar an einem Tage über
reitausend Karat gefunden. Letzteres klinge ja allerdings
nglaublich, aber es sei ihm aus zuverlässigster Quelle
ersichert worden. Die Gewinnung der so reichen Schätze
ei gllerdings durch das Klima und die Boden-, sowte
Lasserverhältnisse sehr schwer gemacht. Der Versasser segt
arüber folgendes: Wegen des in jenem Gebiete herrschen—
en abseluten Mangels an Wasser können die meisten Stel—
en rar für wenige Stunden des Tages aufgesucht wer—
en. Es ist auch nicht möglich, eine fur Mensch und Tier
usreichende Quantität Wasser länger als fünf Tage mit—
uschleppen. Jeder Tropsen Wasser muß aus Lüderibbucht
eschafft werden und ist daher überaus kostbar. Die Aus—
üstung ist folgende: zwei gesattelte Pferde, ein schotti dwer
karren, ein Gespann von sechs Maultieren, welche Le—
ensmittel und Wasser für fünf Tage transportierert. Auf
en Karren darf man sich nicht setzen, denn dann würde
reim Flugsande versinken. Solch eine Exrpedition verir—
icht einen Kostenaufwand von 1800 Mark. Es ist arso
licht so einsach, eine solche Erpedition zu übernehmen.“
lber noch ein anderes, größeres Hindernis steht einer
ernünstigen Ausbeutung der reichen Schätze entgegen, das
st die Haltung der Kolonialbehörden, die alles für den
Zigat einheimsen oder behaiten wol en, und daher nie—
nanden zur Ausbeutung der Felder zulassen. Tarüber
ei man auch an Ort und Stelle sehr ungehalten, nicht
um wenigsten die dentschen Ansiedler selber. Das konden—
sierte Seewasser, welches mangels besserem in der Dia—
mantgegend Verwendung finde, schmecke abscheu ich und
verursache Krankheiten aller Art. Doch sei leider ein an—
derer Ersatz für Brunnenwasser nicht vorhanden. Toch sei
»e Foige davon, daß jeder, der es sich eben leisten könne,
natt Wasser, Bier, Spirituosen, Sodawasser usw. trinke,
rotz der hohen Kosten. Eine Flasche Bier koste 1.50 Wi.
ine Flasche Sodawasser 1 M. und ein kleines Gleöschen
zprit ebefalls eine Mark. Daher machten die Wirt—
chaften und Kantinen ein sehr gutes Geschäsft. Neben dem
Vassermangel sei eine andere Gefahr, die vor dem
Zesuche der Diamantfelder zurückschrecke die, daß man
ich leicht in der Wüste verirre. Das komme sehr bänft
dor, und die Folge sei dann immer der Tod der Verirr
ten. Soweit der engliiche Briefsichreiber. Jeden alls if
es sehr ersreulich, auch einmal von anderer Seite als
»on Dernburzg die Ergiebigkeit und Reichbalt gkeit der
deutschen Diamantfelder bestätsat zu finden