Uummer 18
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— 258, 200 unb 1201. Freitas, den 22. J⸗« Zanuar 1909. — —————
25. Jahrgansg ·˖
13 8
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Allgemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereibezirl
Dudweiler.
eis neigen
gebracht; bei der Poß kosten zo Pfgs. die 2; bei mehrmaligen Inserationen
vierteljahrlich. dxr Rabatt.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗ Redaktion, Druck unt Verlag von J. Aterkeller
und Feiertage. in Dudweiler.
* klei 594 würde geradezu tihre Eristenz aufs Spiel setzen, wenn
an — w redd diehdern — sie auch hier wieder dem Freisinn ein Opfer des Intel—
ind andere Gebaͤuge die von dem Veben heimdefucht leklts bringen würde Viele, in einigen Provinzen wohl
wirden Mehral⸗ 0b 800 Nenschen sind dabei ums⸗ die Meyrheit unserer Wähler aus dem Mittelstande dro—
Leben gekonnen Das Winseln Klagen Aechen eun hen schon heute mit einer Sezefsion, wenn bei der Nach—
/ * laßsteuer unsere Parteigrundfätze gouwernementalen oder
sen. Heulen und Weinen der jammervollen Men'chen, die hibpolitishen Ruͤccbn ehbfert re
och am Leben und auf den Feldern in großer Angit zu Warnen ene —56 wurden was VBulow
en waren, konnte mit teiner FJeder beschrieben werden. zuer eWe in 75 8 ——
—— b usße de den dinne belkämpft diese hofft, daß eer auj
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Me sina 53 D ——— Vhehn n ene diese Steuer verzichten werde und kündigt ihm an, daß
Meng eilte nach der Meeresküste und vermeinte, da sicher ex, sonst auf die gewünschte Grabschriet: Dieser ist ein ag⸗
3 — d6 J d rarischer Reichskanzler gewesen! werde verzichten müssen.
* ar Iun Inge — d eaune pe ude Im Provinzialverein der Konservativen Wesipreu
Jetzt flohen die Menschen anf den VBera Ket Aber bens sagte der Reichsstagsabgeordnete von Olden—
8 dieser fing auf das — den 3— 8 buer g-Januschau, die Dienstagrede des Fürsten Bü—
chreglicsemgd 38 low werde zur Folge haben eine wesentliche Aenderung
aine Flammen uinter ezhrectidemn Ddrnern an groaches der Stellungnahme der Konservativen zum Reichskanz—
immelhoch. wobei an drei verschiedenen Ztellen Spalten 83 eue sei für die e ene eee
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bgrund über 6000 Wienschen. Es schien, als wenn alle lahde —2 e aln machwu vWele I
ẽlemente gegen die geängstigten Menschen sich erhoben —2 — an 6 gan
ätten In der Sladt Cata zühlle man am 1. Jannar Reichsfinanzreform zu Grimde gehen.
ee noch 16 000 Einwohner; davon waren abends — —
ioch kaum 3000 übrig. alle anderen waren versunken, ge⸗ 24
ötet und unter Ruinen begraben. Ein weiteres Unglück Politische ARundschau
7 d i —855* von allen 3— Deutiches Reich
ind jedem Unterhalt entblößt waren, und auf dem offe- * Das englische Königspaar wird voraussichtlich i
ien Felde vor Hunger, Durst. Kälte und sonstigem Un⸗ ——— ige d —8* id e X uf
emach fast veramaen. Die Maltheser, die alsobald drei zinen Besuch machen. Es ist ihm zu Ehren, wie der
Ichiffe mit Lebensmitteln und anderem zu Hilfe schickten, Tag“ meldet, ein fiwe o'clocktea in Aussicht genommen,
onnten während mehrerer Tage infolge der bewegten See weil der König hierbei leichter als bei einer großen
ncht landen. Auf der Insel Malta machte fich das Be. Feßttasel Gelegenhenn haben werde, seinem Wunschege—
en auch bemerkhbar, richtete iedoch bei Weitem nicht sol mäß fich mit den Personen der städtischen Verwaltung
hen Schaden an wie auf Sizilien über die kommunalen Einrichtungen zu unterhalten.
Sowett der Bericht. Aus demselben geht hervor, daß * Die „Nordd. Allg. Zig.“ schreibt Die Betriebsein—
dags Erdbeben von 1692 viele Uebereinstimmung in Ari trahmen der preußischchessischen Staatsei—⸗
und Wirkung mit dem setzigen bat. Die Ursache wird im enbahnen haben un Vezember vorigen Jahres im
eiden Fällen zweifellos die aleiche gewesen sein Bersonenverkehr rund 0,4 Millionen Mark mehr, im Gü—
5.N. erverkehr 46 Millionen Mart (447 Prozent weniger,
nsgesamt einschließlich der sonstigen Einnahmen 8,5 Mil—
ibnen Mark (3,71 Prozent weniger als im gleichen
Zeilraum des Vorjahres erbracht. Zu berücksichtigen ift
zierbei, daß der Dezember 1908 einen Sonntag Wweniger
und einen Werktag mehr als im Vorjahr hatte.
* Nachdem einige wegen der Wahltreiseinteilung ent⸗
tandene Schwierigkeiten glatt geregelt worden wacen, hat
die Erfie sächsische Kammer ohne Besprechung einstimmig
die Wahlrechts⸗-Vorlage angenommen. Berichter—
tatte. war der Leipziger Staatsrechtslehrer Geheimrat
Vach. Er wies auf die gewitterschwangere Stimmung im
Land und auf die Verschaͤrfung der Gegensätze unter den
taats erhaltenden Parteien hin. Ein poli ischer Maras—
nus müsse eintreten, wenn nicht noch in letzter Stunde
ie Lösung des Wahlrechtsproblems gelinge. Graf von
dohenthal sprach nur wenige Worte. Er wünschte, wie
ie Regierung Opfer gebracht habe, so möge auch die Be—⸗
öllerung unter Verzicht auf manche nicht erfüllien Wün—⸗
sche mit dem Erreichten zufrieden sein. Er schloß mit
dem Wunsche, das neue Wahlrecht möäge enplich den Frie—
den im Volke wieder herstellen.
»Die Dresdener Polizei veröffentlicht im
amtlichen „Journal“ eine Darstellung über den Verlauj
der Wahlrechtstumulte. Sie erklärt, es sei erst müi
»lanker Waffe eingegriffen worden, als die Demonstram
en mit Stöcken aui die Gendarmen einschlugen, um die
Berhaftung eines Demonstranten zu verhindern. Vor dem
Strafrichter werde Gelegenheit sein, den Hergang festzu—
tollen.
Das sizilianische Erdbeben
im Jahre 1692.
Sin eigenaruges Zusammentreffen des jetzigen Erd—
jebens in Sizilien mit dem im Jahre 1692, die in ih—
en Folgen beide gleich schrecklich sind, ist, daß beide sich
ynde Dezember ereigneten. Das jetzige fand am 28. De—
zember und folgende Tage, das im Jahre 1692 am 29.
dezember und folgende Tage statt. Die „Chronica der
nerkwürdigsten Geschichte des Jahres 1692“, gedruckt in
Zzamburg bei Thomas Wiering, im gülden A. B. Cbe—
richtet darüber u. a..
Den 29. Dezember und die solgenden 10 bis 12
Tage suchte der erzürnte Gott die schöne und berühmte
Insel Sizilien mit einem so grausamen und erschrecklichen
Erdboben heim, dergreichen wohl niemals mag gesehen
ioch gehört sein. Die Vorboten ließen sich allerorls sehr
npfindlich vernehmen, und sah man zuerst aus den
Laveonen und Ritzen der Erde einen schwarzen, schwefli—
jen Dampf aufsteigen, woraus man nicht anderes, denn
in trauriges Prognosticon eines schrecklichen Unterganges
iehen konnte. Um 7 Uhr abends brach ein derartiges
Inwetter, begleitet von Wind und Regen, Blitz und
donner hervor, daß die Menschen fast vor Angst vergin—
sen, wetl sie nicht wußten, wohin fliehen in der Nacht.
Im 2. Januar ging alles zu Grund und Boden und es
chien kein Aufhören mehr zu sein. Jedermann stand er—
tarrt. und man meinte nicht anders, als der letzte Tag
des unglücklichen Sizilien sei gekommen. Die berühmten
Ztädte, Länder und Herrschaften wurden dermaßen jãm⸗
nerlich zugerichtet, daß selbst ein Stein dadurch zum Miteiden
häcte bewogen werden können. Die Wirkung des
eltsamen Anblicks war so unterschieden und auch wunder—
eltsam, daß sich Niemand darin finden konnte. Einzelne
däufer, Flecken, Dörser und Siädte wurden zu einem
Steinhaufen und lebendigen Grabe ihrer betrübten Ein—
vohner; andere zu einem wüsten und wilden See, indem
ie in den Boden, der sich auftat, versanken und der See
in ihre Stelle trat. Noch andere wurden zu einer tiefen
ind erschreckeichen Grube, woraus schwarzer Dampf und
Nebel heraufstieg. Wieder andere Tiefen und Abgründe
singegen kamen wieder in die Höhe und wurden zu · Ber⸗
zen und Hügeln, während andererseits Berge und Hü⸗
jel zu ebenem, flachen Selde wurden. So wunderlich zeigte
ich der Effekt dieses grausamen Erdbebens. Die Stadt
LUugusta verging ganz und wurde zu einem offenen See.
die Stadt Syracus war dermaßen zerftört und übel zu⸗
jerichtet, daß selbst die Bewohner sie nicht mehr erken—
ien konnten. Und damit der Fall und Untergang umso
»o iständiger wurde, zündete zur selben Zeit ein Bli tz⸗
chag im Pulvermagazin, wodurch der noch stehende Teil
»es Kgl. Schlosses vollends in die Luft gespreng, und
er Platz zu einer Wüste und Einöde gemacht wurde. Ein
Zzchiff im Hafen wurde zerschmettert, und die darauf Be—
indlichen getötet. Die große und reiche Stadt Catanea
empfing eine Warnung von ihrem unausbleiblichen Un—
ergange, indem man die gewöhnlichen Feuer- und Dampf—
wolken des Aetna nicht nmehr aufsteigen sah, worüber je—
dern ann erstaunt und sein Leben zu retten suchte. An
die'em traurigen und enisetzlchen Tage erhob sich auch
das Meer mit grosem Ungestüme aus seinen Grenzen und
ergoß sich auf etliche Meilen in das Land. dDie erschrok⸗
enen Menschen wußten vor Angft nicht, wohin und viele
ꝛilten in den Dom. Bald aber erfolgte ein so gewalti—
zer Stoß, der nicht allein die Kirche, sondern auch die
Janze Stadt auf einmal umkehrte und zu Boden warf.
Allein in der Kirche kamen 6000 Menschen ums Leben
ind sonst in der Stadt wurden viele getötet und leben—
dig begraben. In Cataneg allein sollen über 21000
Nenschen umgekommen sein. Eine Khronik des Erdbe—
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Die Befreiung der õeknechlelen.
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Schweinefleisch, einige Früchte und einen halben uralten
ind steinharten Schiffszwieback hervorzog und freundlich
»em Gefangenen anbot. Dieser griff zunächst nach dem
Wasserkrug, und nachdem er seinen brennenden Durst ge⸗
öscht, verspeiste er die spärlichen Lebensmittel mit dem
zuten Appetit, den ein tüchtiger Hunger dem Menschen ver⸗
ieiht.
„Ich wäre gerne früher gekommen,“ sagte der krumm⸗
heinige weiße Sklave, „doch ich durfte nicht wagen, in die
zuckermühle zu schleichen, bevor der Aufseher Macpher⸗
on seine letzte Inspektionsrunde gemacht. Die Herren sind
o mißtrauisch gegen uns. Nun freilich, sie haben auch
Brund genug dazu!“
„Ich bin Euch Dank schuldig, mein Alter.“ versetzte
Bierre. „Wer seid Ihr denn eigentlich?“
„Ich bin das, was Ihr jetzt seid: ein unglüdlicher,
weißer Sklave,“ entgegnete der Alte. „Mein Name ist Tom,
weiter weiß ich nichts von meinem Hertommen. Als Kind
hin ich von England nach Barbadoes geschleppt worden.
Dort hat man mich verkauft, von einer Hand ging ich in
die andere. Zuletzt, als ich alt und schwächer wurde, und
rachdem ich drei Finger zwischen den Walzen einer Zucker⸗
mühle verloren hatte, da kaufte mich Jesaias Rogers und
hrachte mich nach Jamaika. Während der ganzen Zeit mei—⸗
ner Sklaverei bei den früheren Herren habe ich nicht soviel
Ungemach ausgestanden, wie bei meinem jetzigen Master.
Ich bin alt, verkrüppelt und kann nicht soviel arbeiten als
man von mir verlangt. Also seufze ich jeden Tag unter
dem Kantschu.“
„Unglücklicher!“ rief Pierre, bei der Erzählung des
mdern seine eigene betrübte Lage fast vergessend, .wie
lange schmachtet Ihr in der Sklaperei?“
„Aß Jahre.“
„Und habt Ihr niemals daran gedacht, Euch diesen
Jammerdasein zu entziehen durch Entweichung?“
Oft! Ich habe Fluchtversuche genug angestellt. alleit
man hat mich stets erwigcht. Vein ganzecr Seorper rrag
die Spuren und Narben der schrecklichen Züchtigungen, die
ich deswegen erlitt. Aber ich verzage deshalb doch noch
nicht, denn ich gebe die Hoffnung niemals aufl!“
Der Alte kicherte bei diesen Worten still vor sich hin
und rieb sich vergnügt die Hände.
„Wie, Ihr gebt die Hoffnung noch nicht auf, nach sa
vtelen Jahren des Elends?“ fragte der junge Franzose er⸗
staunt. „Was wollt Ihr damit sagen? Es scheint, Ihr
habt mir etwas anzuvertrauen?“
„Ich nehme an.“ sprach Tom nach einer bedachtsamen
Pause, „daß es Euch keineswegs besonderes Vergnügen
bereiten wird, hier als weißer Sklave gedrangsalt zu wer⸗
den. Sagen will ich es Euch ganz aufrichtig, daß —X
Rogers unter allen Jamaikapflanzern der niederträchtigste
Schurke ist, und daß die Aufseher gewöhnlich nach dem
derrn arten, das werdet Ihr wohl begreiflich finden. Was
ie Arbeit anlangt, so giebt's in der ganzen Welt keine
chrecklichere. Das Rohrschneiden in der feuchten Flußnie—
»erung, wo das Fiebergift in dicken Dünsten aus dem
Boden steigt, das gefährliche Arbeiten in der Preßmühle,
wo nur zu häufig einige Finger, eine Hand oder ein Arm
mit unter die Walzen geraten, so daß immer eine scharfe
Art dabei liegt, um rechtzeitig abhacken zu können, was
doch nicht mehr zu retten ist, endlich die Beschäftigung in
der Gluthitze des Siedehauses: das alles rafft die Arbeiter
weg, um welche sich ohnehin die Moskitos und das gelbe
Fieber streiten. Alle meine früheren Bekannten unter den
Arbeitern habe ich überlebt, sie starben wie Fliegen weg
und ich werde auch wahrscheinlich Euch überleben, junge⸗
Mann, wenn Ihr nur einen Manat hier bleibt.“
Fortsetzung folat
Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Unterdessen war Pierre Legrand, oder Jack Robinson,
vie man ihn fortwährend hartnäckig nannte, von den Auf⸗
ehern in einen festen Verschlag innerhalb der Zuckerrohr⸗
pülhle gesperrt worden. Der Pflanzer hatte Befehl erteitt,
him keine Speise und keinen erfrischenden Trunk zu reichen,
ebor er freiwillig erkläre, daß er sich seinem Schicksal un⸗
erwerfe. In dem dumpfen, engen, heißen Raum schmach⸗
ete der Unglückliche in Ketten und Banden und baderie
nit dem Gefchic
So vergingen viele Stunden, die ihm so lang, so lang
eschienen, und die er ruhelos, gequält von Hunger, Durfi
md Schmerzen, verbrachte. Es mochte gegen 1 uͤhr nachts
ein, da vernahm er leises Geräusch zu seinen Häupten.
Iretter wurden dort oben zurückgeschoben und eine Stimme
lüsterte durch die Oeffnung, durch welche auch zugleich
rische kühle Luft eindrang, in englischer Sprache: „Pfti
ʒeid ohne Furcht, ich bringe Speise und Trank!“
Gleich darauf ließ sich eine Menschengestalt in den
derschlag hinab, die, sobald fie unten angekommen war,
Feuer schlug und ein aus dem Wachs wilder Bienen plump
zeformtes Sicht anzündete. Pierre gewahrte nun, daß
»er Besucher ein aller Mann sei von kleinem Wuchs mit
rummen Beinen, dem an der rechten Hand drei Finger
ehlten, und dessen Antliß, wenn auch etwas gemein, so
och vertrauenerweckend aussah. Er trug die gewöhnliche
dleidung der Stlaven von Jamaika: Jacke, Hemd und
beinkleid von grober ungebleichter irischer Leinwand. Da—
ei war er barhäuptig und barfuß.
Er hatte ein Körbchen mitgebracht, aus welchem er
nen Krua Wasser, einsge Einachen hartes. gesalzenes