Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Die Londe Aen dem Kanzler
vech sel, was die a gePolitik betrifft
meist mit Zweifeln —— Gefübt
daß bei der Unerfahrenbeit des enen Kanzlers in inte
aationalen Dingen die Direktive in den auswärtigen Be—
ziehungen wieder mehr dem Kaiser anheimfallen koönne.

Die neuen WMänner im Bilde.
In nachsftehendem bringen wir unseren Lesern die
Bilder der am 14. Juli infolge des Rücktrittes des Für—
ten Bülow neuernannten bezw. versetzten Minister.
Herr v. Bethmann-Hollweng, der fünfte Reichs—
lanzler und Nachsolger des Fürsten Buͤlow, wurde am
29. November 1856 auf Hohenfinow geboren. Er stu—
dierte die Rechte und legte 1884 die Staatsprüfung für
den höheren Verwaltungsdienst ab. Nac kurzer Beschäf—
igung als Assessor bei der Regierung in Potsdam wurde
ex 1885 Verwalter des Landratsamtes ür Oberbarnim
und im folgenden Jahre Landrat dieses Kreises. Im

Fahre 1896 wurde er Oberpräsidialrat in Potssdam, kin
Jahre 1899 als Nachfolger des Herrn von Tiedemaun
Regierungspräsident in Bromberg und noch im selben
Jahre Oberpräsident von Brandenburg. Am 28. März
1905 erfolgte seine Ernennung zum preußischen Mimister
des Innern, nachdem er zwei Jahre zuvor ein gleiches
Angebot abgelehnt hatte. Am 25. Juni 1907 wurde er
als Nachfolger Posadowsky Staatssekretär des Innern

rultusminister von Trott zu Solz und Schatz⸗
sekretär Wermuth. Der Nachfolger des aus Gesund⸗
heitsrücksichten aus dem Amte scheidenden Kultusminifster
Dr. Holle, ist Herr August Trott 3u Sol;z, bisher
Oberpräsident zu Brandenburg. Er ist 1855 geboren. Er
var Landrat in Höchst und Marburg, kam dann als vor—
ragender Rat ins Ministerium des Innern, wurde aber
1898 Regierungs-Präsident in Koblenz, 1899 Regier⸗
ingspräsident in Kassel und kam 1905 auf seinen bis he⸗
tigen Posten nach Potsdam. — Der neue Reichsschatzse—

kultussministe
/on Tott zuSorz

ermuth

retär, Unterstaatssekretar Adolf Wermuth ist 1855 in
vdannover geboren und kam bereits 1883 als Hilfsarbeiter
ins Reichssamt des Innern. 1889 wurde er dort vortra—
gender Rat. 1888 bis 1899 war er als Reichskomm'ssar
für die Weltausstellung in Melbourne tätig, 1890 als kai—
jerlicher Kommissar für Helgoland, 1893 für die Weltaus.
tellung von Chicago. 1900 wurde er Direktor im Reichs—
amt des Innern, 1904 Untersaatssekretär im selben Amie,
wo er Leiter der handelspolitischen Abteilung war.

krüften. Jetzt ist sie rrank, der Arzr sagt — serdend, med
ch“ hier schluchzte sie herabrechend ich donn ganz
illein sein“
Die großen, seelenvollen Vugen hefteten sich angsier⸗
füllt auf den alten Grafen, aber Elsbeth mochte wohl in
en verzerrten Zügen ihres Großvaters auf wenig Hilfe
u hoffen haben. Als der alte Herr immer noch schwieg.
uhr sie leise und mat zuckenden Lippen fort: Ich kam
im meiner Mutier willen, sie bat mich, diesen schweren
Schritt zu tun. Heute, am Geburtstage, hoffte sie, das
harte Herz des Vaters würde vielleicht sich erweichen las⸗
sen. — Ja, wir sind in Not. Wir verkauften unfere lehre
Habe, um die Reise hierher zu machen. Meine arme Mut—
er kränkelte schon lange; die Reise, die Aufregung waren
u viel für sie, jetzt liegt sie schwer krank darnieder — ihr
Zustand ist hoffnungslos.“
Elsbeth schwieg, ihre Kniee wankten, und sie mußte
ich fester an die Lehne des Sessels halten, um nicht ohn⸗
nächtig umzusinken.
Der alte Graf stand auf und näherte sich dem zit—
ternden Mädchen. Harald von Rohden, der die Absicht
des alten Herrn merkte, eilte schnell herbei und reichte
seinem Pflegevater den Arm, den dieser eilia erfaßte...
Meine Herren“, wandte sich der Graf seinen Gästen zu
ich muß bitten, mich für kurze Zeit zu entschuldiger; 3
nuß mit dieser Dame allein sprehen. oder doch nur in
haralds Gegenwart.“
„Sei unbesorgt um uns, lieber, alter Freund“,
ahm Freiherr von Branneken das Wort, dann eilte er
VJ und klopfte dem alten Grafen freundschaftlich auf
ie Schulter. „Wir alle verstehen deine Gefühle und freuen
ins, daß du mit deiner Enkelin allein sein willst. Mein
dind“, wandte er sich dann dem bleichen, zitternden Mäd⸗
hen zu, „ich liebte Ihre Mutter wie mein eignes Kind,
and ich holle in diesem Augenblic noch von ihr gespro—
hen. Ich muß sie heute noch wiedersehen, liebe Elsbeth;
Sie müssen mir sagen, wo Sie wohnen und — —
. Schnell, schnell“, unterbrach ihn der alte Graf mür—⸗
risch und schob unsanft das junge Mädchen durch die be—
reits geöffnete Tür. „Du mußt mich schon entschuldigen,
Branneden, ich komme bald zurüdck“
D. Der Freiherr blickte kopfschüttelnd dem sonderbaren
Trio nach. Der alte, zitternde Graf mit den harten. ver

? ats serretar des Innern von Berberunc, der Rach
olger Bethmann⸗Holiwegs, war seit dem 14. Oktober
905 preußischer Handelsminister. Er ist 53 Jahre alit
— ⸗

dtaatsssenretar
des laneren
/on helbrück

ẽr war Landrat, später Regierungsrat, wurde 1902
Oberpräsident von Westpreußen und dann Minister.

Handelsminister Sy do w und Oberpräsident von
zrandenburg von Loebell. Der vielfach erwartete
stücktritt des Schatzselretärs Reinhold Sydow erfolgte
inter gleichzeitiger Ernennung zum preußischen Handels
ninister. Als Sydow vor anderthalb Jahren das Reschs-Hhatzamt
 übernahm, stand er dem Reichsfinanzwesen ganz
ern. 1851 geboren hatte er sich nach Absolvierung seine
5tudien zunächst dem Justizdienst und dann dem Post.
sienst gewidmet. Er kam ins Reichspostamt, avancierte

V.osbbell
»ort zum Abteilungsdirektor und im Oktober 1901 zum
Anterstaatssekretär. Im Februar v. J. wurde er zum
zcha zsetretär ernannt. — Der Chef der Reichskanzler, v.
Loebell, ist von diesem Amte zurückgetreten, da ein
ieuer Reichskanzler in der Regel einen neuen Chef der
deichskanzlei im Gefolge hat, und wurde zum Ober—
räsident von Brandenburg ernannt. Er hat die Reichs—
anzlei seit 1904 verwaltet, vorher war er Generaldirek—
or der Landfeuersozietät der Provinz Brandenbutg. Er
st 54 Jahre alt

Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Die Mitglieder des Aufsichtsrates des Kali-Syndika—
tes in Berlin und die Delegierten der Kaliwerke haben
den Bericht über die außersyndikatlichen Verträge ent—
gegen genommen, welche in der Nacht vom 30. Juni zum
1. Juli von Aschersleben-Sollstedt einerseits und von
Westercegeln, Roßleben, Thüringen und Einigkeit gebi—
deten Verkaufsvereinigung andererseits abgeschlossen wor—
den sind. Bestimmte Vorschläge über die Behandlung die—
er Verträge liegen nicht vor, sodaß eine Beschlußfassung
aicht erfolzen konnte.
*Wie aus guter Quelle verlautet, unterbleibt die für
diesen Sommer geplante Reise des deutschen Kronprin—
zen in das Salzkammergut und nach Jschl.
* Die Kaiserin empfing den Fürsten und die Fürstin
Bülow in Audienz und erteilte später dem Reichskanzler
Betymann-Hollweg Audienz. Entgegen anderen Meldun
gen verlautet. daß Fürst Bülow erst Ende der Wocht
Berlin und das Kanzlerpalais verlassen wird.
* Auf Veranlassung des Comitee der Socicte philantro
pique de France waren zahlreiche Mitglieder der Berli—
ner französischen Botschaft versammelt, wobei der Bot
schaftsrat de Berckheim an seine Landsleute eine An—
prache hielt. Er bezeichnete darin die internationale Lage
als relatix gut und insbesondere auch die deutsch-franzö
ichen Beziehungen insolge des Uebereinkommens über Ma—
rotko, durch das bestehende Differenzen beseitigt wurden,
als noch weiter gebessert. Infolgedessen scheine der Bo
den für e'ne glückliche Entwickelung der wirtschaftlichen Be
vitterten Zugen im gramt chsurcten inttiß estue
auf den Arm seines Pflegesohnes, der ein bos—⸗
haftes, zynisches Lächeln nicht verbergen konnte, folgten
dem jungen, unglücklichen Mädchen, das jetzt stolz und
würdevoll sein Haupt hoch empor richtete.
„Ich traue dieser Schlange, dem jungen Heuchler, bei
veitem nicht“, rief der Freiherr aus, sich wieder auf sei—
ien Platz niederlassend. „Es steht für ihn zu viel auf
»em Spiel, und wenn er nicht verlieren will, muß er daa
derz des alten Grafen vergiften, wie er es bisher getan
zat. Ich hätte nicht übel Lust, dem Trio zu folgen.“
„Tun Sie das lieber nicht“, warnte beruhigend der
Tischnachbar, „der Alte ist heute nicht in der besten Laune,
Ihre Einmischung in seine Familienangelegenheiten könnti
biel verderben, so gut diese auch gemeint ist.“
„Mag sein“, mußte der Freiherr zugeben, „ich wil
nur sesfen, daß er gütig und freundlich zu seiner Enke—
in ist.“
„Ja, das wäre ein Glüd“, warf ein anderer Gasi
dazwischen. Tatsache ist, daß seine einzige Tochter im
Sterben liegt — sterbend vor Not und Hunger, sterbend
oor Mangel, Elend und — —“
„O, nicht weiter, hören Sie auf', rief Freiherr von
Branneden; ‚wenn ich daran denke, daß die arme Irm—
zard wirklich — — nein, ich mag das Wort nicht ausspre
hen, es will nicht über meine Lippen. Aber die Not sol
jetzt ein Ende haben. Hoffentlich bleibt der Graf nicht
mnehr so lange fort, denn ich mußß mit dem Kinde wie—
der sprechen; ich muß heute noch zu der kranken Mutter
zeführt werden. Jahrelang habe ich mich bemüht, eine
Zpur zu entdeden, die Irmgard absichtlich verwischt hat,
etzt soll das Kind meine Fuͤhrerin sein.“
„Das ist zu spät, mein höhnte der alte Gral
ZSerloff, der —5 auf den Arm seines Pflegesohnes, um
ꝛemerkt den Speisesaal wieder betteten hatte Fräulein
zteinhardt hat bereits vor geraumer Zeit das Schloß
erlassen. Da * weder für sie, noch für ihre Mutter das
eringste Interesse hatde, habe ich versäumt, mich nach
hrem Aufenthalt zu erkundigen, kann also bie gewünschte
ldresse auch nicht geben. Das Kind hat einen sehr *
dopf, gerade wie ihre geblendete Muͤtter, wagte —
nir allerhand lächerliche Sachen zu eez und mir Vor
vürfe zu machen. Schließlich eilte fie davon, und schwur
dä miemals die Schwelle dieses Hauses wieder zu
efreten A9

zieyungen zwischen Veur hland unozßrankreit;—
portrefflich vorbereitet. Redner schloß mit den
Wunsch, daß die Kolonie aus dieser Gunst der Verhält
nisse nach Möglichkeit Nutzen ziehen werde.

DOesterreich⸗ Ungarn.
* Nachdem der Ministerpräsident wegen des Atten
ats gegen eine ungarische Fahne in Rumänien schon
Zchritte unternommen hat, wird die geplante Einberuf
unzg des Hauses unterbleiben. Es wird auch konstatiert
daß der Thronfolger nicht den den ungarischen Gerichten
verfolgten Aurel Popovicium, sondern einen gewissen Di
mitri Popoviciu empfangen hat.
Italien.
* In Turin wurde eine neue Partei der italienischer
Nationalistien begründet. Ihre Tendenz richtet ne
gegen den Dreibund und das Deutschtum. — Au
der Konsulta werden alle Gerüchte von einer angeblicher
Ministerkrise auf das kategorischste bestritten
Marokko.
Der öffentlichen Meinung in Spanien wird es all
nählich bei dem Weiter gang der Rüstungen etwa⸗
inheimlich. Der „Liberal“ und der „Heraldo“ fragen di—
stegierung, wieviel Truppen eigentlich noch nach Marokke
eschickt werden sollten, welches das Endziel der dortgel
üktion sei und wer die Kosten aufbringe. Die Beunruhig
ing der Allgemeinheit wachse mit der Dauer dieser Un
larheiten.

Koloniales.
*zIm französischen Kongo sind Eingebo
enenunruhen ausgebrochen, die zu Kämpfen mi
»en Kolonialtruppen führten. Bei einem kürzlich stattge
undenen Zusammenstoß wurden 280 Eingeborene getölet

Der Kampf in Teheran.
der Entscheidungskampf.
Aus Teheran wird berichtet: Um 12 Uhr mir
tags scheint der Kampf seinen Höhepunkt erreicht zu ha—
»en. Es dröhnt und donnert um und über uns. Geschosse
allen in unseren Garten. Die Natonalisten haben den
danonenplatz von drei Seiten umgeben Plündernde
Soldaten ziehen die Ala Dauleh-Straße entlang und
hrechen in die Häuser ein. Auch bei uns versucht man
zweimal das Tor zu erbrechen, nur das energische Auf
reten eines deutschen Herrn rettet unser Hotel vor de
blünderung und wahrscheinlich unser Leben. Andere Häu
er werden vor unseren Augen vollständig ausgeraubt
Man macht mit europäischen Häusern keine Ausnahme
Wir verbarrikadieren unsere Tore. Die Nationalisten kom—
nen die Ala Dauleh herauf und treiben mit Schüssen die
Plünderer zurück. Das Schießen hört dann ganz auf, um
zegen 14 Uhr mit erneuter Heftigkeit in unmittelbarer
Nähe des Hotels wieder anzufange
Die Straßenkämpfe dauern fort.
Nach den letzten Meldungen aus Teheran dauern die
Ztraßenkämpfe fort. Die Konstitutionalisten beherrschen
die ganze Stadt mit Ausnahme eines kleinen Teiles rund
um den Palast des Schahs. Es gelang den Konstitutio—
ialisten den Garten Ljachow zu vesetzen, wo sie nun von
einer Kosaken-Abteilung beschossen werden.
Im Laufe des Abends ist in dem Kampfekein
Stillstand eingetreten. Die persischen Kosaken setzten
das Geschützfeuer fort. Einige ihrer Geschosse trafen die
Zäuser von Europäern in der Straße nahe der britischen
sgesandtschaft, vermutlich, weil die Häuser dieser Straße
on nationgistischen Schützen besetzt wurden, die von den
Ddächern feuerten. Die Truppen des Schahs bombardier
len von ihrer Stellung außerhalb der Stadt das Parka—
mentsgebäude. Der englische und der russische. Gesandte
uchten den Schah zu drängen, sich mit den Nationalisten
zu verständigen. Der Schah weigerte sich jedoch.
Keine Gefahrfurdie Europäer?
In Wien einzetroffene Meldungen besagen, daß fü—
reben und Eigentum der Europäer keine Gefahr besteht
dennoch erwartet man, daß russische Truppen demnächst in
keheran einrücken werden. Aus durchaus zuverlässiger
Quelle verlautet, daß sich England und Rußland über
die Absetzung des Schahs geeinigt hätten. England be—
ürwortet die Erhebung Zill-Ed-Sultans zum Schah oden
venigstens zum Regenten für den minderzährigen Sohn
»es Schahs. Zill-Ed-Sultan weilt augenblicklich in Wien
ind beabsichtigt, nach Persien abzureisen, wartet aber au⸗
Londoner Ratschläge die weitere Entwickelung der Dinge
erst ab.
Entgegen den beruhigenden offiziösen Meldungen er—
ahren die „Nowoje Wremjg“ aus Teheran: Soldaten
und Pöbel beginnen die Plünderung der Haupt⸗
tadt. Viele Europaer sind ausgeplundert, die russische
Bank, sowie das Europäerviertel. werden fortwährend von
sationalisten beschossen
der Schah hat sich zurückhgezogen.
Der Schah hat sich mit dem Prinzen Naibes Sulta—
niah nach Saltanatabad zurückgezogen. Es wird versichert,
oie russische Regierung habe ihrem Vertreter in Teheran
Befehl erteilt, dem Schah evennell Zuflucht zu gewühren
and ihm eine starke Truppenabiteilung als Geleit vis zur
Brenze zur Verfügung zu stellen.

Ein leises Gemurmer der Entrüstung lief durch die
Festgenossen, und es waren gewiß reine freundlichen Blide
die jetzt den alten Herrn traäfen.
„Mensch! bist du denn toll geworden?!“ rief der alte,
treue Freiherr entrüstet, „das ist ja eine unerhoͤrte große
Schande! Dein einziges Kind, deine arme Enkelin, die
ich für die sterbende Mutter aufopfert, sind dem Hunger⸗
ode nahe, und du willst keinen Finger rühren, uͤmin
dieser Not zu helfen? Das kann doch dein Ernst nicht
sein, Gerloff!“
Ein hämisches Lächeln verzerrte das alte, runzelige
desicht des Grafen. ‚Was gehen mich diese Menschen an,
e sind mir nichts“, versetzte er, ‚meine Tochter ist süt
nich seit mehr als zwanzig Jahren tot. Harald allein isi
nein Erbe und hat Anrecht auf alle meine Güter. Laß
ins nun von diesem Thema schweigen, es ist mir wider
—XB
In den Augen des alten Freiherrn blitzte es zornig
vuf, das arge Lächeln des jungen Harald reizte ihn noch
nehr. ‚Wohin ist das arme Kind gegangen?“ fragte er
in strengem Tone und schritt eilig der Tür zu.
Das weiß ich nicht und will es auch nicht wissen,
tieß Gerloff fast rauh hervor; „bitte, Branneden, vergiß
diese Menschen und laß uns voñn anderen Dingen wieder
rechen.“
We will ich nicht', ram es mit ungewöhnlicher
Ztrenge von den Lippen des alten, treuen Freundes.
Die arme, hungernde Irmgard will nicht aus meinen
vedanken; es ist mein fester Entschluß, sie aufzusuchen und
hr zu helfen.“ Dann näherte er sich seinem Freunde, sah
hm lange und ernst in die Augen, legte seine Hand fest
iuf feine Schulter und sagte felerlich: „Lieber, alter und
uter Freund, bedenke doch, was du heute getan hast! Du
ist siebenzig Jahre als — das ist schon ein Menschenalter,
veißt du denn, wie viele Jahre zu leben dir noch ver—
zönnt sind? Wie darfst du in diesem Alter noch so un⸗
ersöhnlich sein! Dein Kind ist Witwe, deine Enlkelin
ine Waise und du verweigerst ihnen die Hilfe, die si⸗
;h3,—zing von dir begehren t5nenꝰ*
            
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