Cokales.
(Eingesandt.) Bei Herin Inspektor Lwowsky ist eine
griestaube im Garten gefangen resp. verletzt gefunden wor—
ven, die folgende Zeichen an sich trägt: rechter Flüzel ge—
tempelt AG EN. 165. K. O. darumer Sie Quallee H
uGGURT. DOUDAnN. 223 A D. rechter Fuß—
ing von Aluminium 99. 404 F B. linker Fußring von
ßummi BAL8EE. AGGGUnT. Allem
Anschiin nach ist die Taube wanischen Ursprungs und konntie
oraussichtlich in 8 bis 10 Tagen so heraestellt sein, um
ve Reise fortsetzen zu könnes.
In der beutigen Nunmer beainnt ein neuer Roman
elt: „Gesühnt.“
d-Mark⸗Stücke mit Fehlgepräge. Aus der Kzl.
inze sind soeben eine größere Auzahl von 2 Mork⸗Stücken
tommen, die bald zine große Selteunheit und ein begehrtes
bjekt für Munzenfammler bilden werder. Es sind dies
ünzen mit eigenartigem Fehlgepräge. Die Gel stücke zeigen
i der Vorderseite zwischen Umschrift und Rand einen zlat—
Siteisen, det von der Bezeichnung „Wilhelm Deuischer
arier und Körig von Preußen“ das Wort Katser und Köntg
it ganz verdeckt, so daß nur noch Wilzelm 2. von Preußen
iteht. Die selienen Münzen zeizen das Münzzeichen A
id sonderbarerweise die Jahreszahl 1905. Sie haben also
an vier Jahre gelegen, bdenor sie zur Ausackhe gelingl
tückgang der Tuberkulose. Nach den Ausstellungen
Kaiseclichtn Gesundheiisamtes ist die Zahl der an Lun—
nchwindiucht Gestorbenen in den letzten Jahcen ständig
arückzezanzen und hat jetzt ein Mindestmaß erreicht. wie es
igends erreicht worden ist. Das ist eine erfceuliche Bot—
chast. An dem Rückzgang der Taberkulose, des schlimmsten
feindes der Volksgesundheit, hat aber der seit langem plannäßig
gesührt:e Kampf der Gesundheitsbehörden degen sie
notragenden Anteil.
die ftaatlichen Gruben haben im Monat Juni in
cagen gefördert 870 5322 Tonnen. Von Privaen wur—
en iu fiskalischen Felde 773 Tonnen gewonnen. Die Ge—
amt'örderung hat also bettagen 871 295 Tonnen. Abgesetzt
ourden mit der Eisenbahn 601 870 Tonnen, mit Schiff
9423 Tonnen, mit Fuhre 21232 Tonnen, mit Seilbahnen
14 903 Tonnen. Es kamen alio zum Verkuf 767 338
'onnen: Hiervon wurden gen im Beiitk gelegenen Kole—
rien zugeführt 224 123 Tonnen.
Schöne Ausfichten! Uagewöhnlich hohe Fleischpreise
indigt die Berliner „Allgemeine Fleischerzeitung“ mit Rück
icht auf den Verlauf der letzten Berliner Viehmätkte, insbe⸗
ondere des am Mittwoch. Das Schweinefleisch ist bis
u 74 Mark für den Zentner bezahlt worden, während vor—
hes Jahr der Preis dafür 38 Mark betrug. Aller Voraus—
icht nach sind, wie das genannte Fachorgan bem'erkt, Fleisch⸗
* zu erwarten, welche höher sein werden, als sie sett
ahren gewesen sind. Der gewöhnliche Latenverstand weiß
lletdings nicht, wie er diese Meldung mit den die ganze
etzte Zeit einlaufenden Nachrichten über Futtermangel und
adurch bedisgte niedere Viehpreise in Einksang btingen soll
Kus Nah und Fern.
Saarbrücken, 13. Inli. Die Stadtverordneten haben
um technischen JBeigeordneten den Stadtbaurat Hobohm—⸗
Altona gewählt. Die Stelle ist mit 12,60) Mark dotiert.
*Ensdorf, 12. Juli. Am Sonnrag nachmittag 4 Uhr
arb der jugendliche Bergarbeitet Joh. Köhl von bier im
Alier oon 18 Jahren an den Folgen einer tigenartigen Ver⸗
ziftung. Als K. am Donnerstag nach Hause kam, verspitrte
reinige Schmeczen an der Wange. Ex hielt sie aber nicht
iür schlimm und ging am Freitag wieder arbeiter. Als er
im Samstag morgen nach Hause kam, war die Waage stark
mgeschwollen. In der Samsiag nacht war die Kkrankheit
chon so weit vorgeschritten, daß K. nach einem Geistlichen
ertangte, von dem er die hl. Sterbesaktramente empfing.
Sonntag morgen stellte der Knappschaftsatzt Dr. Neugebauer
est, daß K. in der Grube von einer giftigen Mücke gestochen
vorden ist. Der Verstorbere war ein ganz solider Menfsch
ind der einzige Sohn seiner Eltern. (Saarbr. Volksz.)
*Saargemünd, 14. Juli. Selbstmord verübte heute
acht der Sanitätssergeant Schröder vom Forbacher Trainataillon.
. Oberhomburg, 18. Juli. Die Fatternot bat in
berhomburg den Preis des Viehs so heruntergedrlickt, daß
Fleisfcher mit 10 Pfa. auf das Pfund ihrer Ware hinab-Vn0
—
drier, 14. Juli. (Ein „schwerer Junge.“9
SAchreinergeselle August Langenberg aus Holzhausen
rminzlich von der Strafkammer zu Essen wegen ver
niedener Verhrechen zu einer hohen Zuchthausstrafe ver
tteilt worden ist, stand vor der hiesigen Strafkammer,
m sich wegen eines Einbruchsdiebstahles in der Villag
leverchan zu Filzen zu verantworten. Der Angeklagte
zugnete und wurde hauptsächlich durch das Zeumis eines
zahnbeamten überführt. Bei Verkündung des Urteils
us auf zwei Jahre Zuchthaus lautet, wurde der Ange
lagte von einem Wutanfall betroffen, der ihn zu sinn
dsem Handeln trieb. Dem Bahnbeamten schleuderte ern
ine Mütze ins Gesicht, indem er schrie: „Dir verdank—
h die Strafe, das wirst du büßen!“ Dann griff er ei
en Stahl, der neben der Anklagebank stand und schleu—
erte ihn nach dem Richtertisch. Die am Verteidigertisch
ehenden Stühle zerbrach der Wüterich und warf“ die
tücke nach den Zeugen. Ein im Saale anwesender Gen
arm sprang in den Anklageraum und drückte den wie
n wirdes Tier brüllenden Wüterich zu Boden. Danr
elang es. den Angeklagten aus dem Saale z2u transvar—
ere.
*Mainz, 14. Juli. (Selbstmordversuch.) Der
ährige Ärbeiter Jakob Bongartz von hier versuchte sat
»egen Arbeitslosigkeit zu töten. Er brachte sich mit ei
em Küchenmesser erhebliche Verletzungen am Halse und
sen Armen bei. Er kam ins Rochus hospital.
*Mainsz, 14. Juli (Roch gTimpfiich abge
aufen. Gestern abend 6 Uhr blieb eine Nachenpar—
wei Herren und eine Dame kurz vor dem Winterha
neingang am Drahtseil eines Schiffes hängen und schiu—
n. Die Männer retteten sich durch Schwimmen,di—
dame hielt sich an einer Ankerkette fest, bis sie geholl
urde Der Nachen trieb bis zur Schntiichen Bdann.
t534
*Köln, 14. Juli. Fortfallder Zugfährer—
asschen!) Nach einem Minisierialerlafse soll' im Stadt
d Vorortverkehr, bei Triebwagenfahrten und über.
aupt bei allen Personenzugen, die nur mit einem Zug
egleitbeamten befetzt find, die bisher vom Zugführer mi
eführte rote Tasche und das zum Tragen denseben die—
ende roie Ersennungeband in Forigalt ommen die ebe
asche wird vollständig verschwinden, das Erkennungs—
and dagegen bei den“ Fernzugen beibehalien werden, es
U aber so abgeändert werden, daß es dem Zugführer
nhalichst wenia hindersich i7f Irannoriumo m den
nenen Erdennungsbande werden zunächst im Bezirk des
Körner Kagl. Eisenbahndireftion stattfinden.
* Röln, 14. Juli. (ßZug entgleist.) Der Eilzug
147, der 8,57 Uhr heute Morgen von Köln nach Norder—
ney ging, entgleiste um 914 Uhr vor der Station Worr'n—
gen beim Passieren einer Weiche. Die Maschine und vier
Waßgen schlugen um, während vier andere Wagen stehen
blieben. Ein Heizer erlitt einen Beinbruch. Die Reisen—
den konnten mit dem nächsten Schneilzug weiterbeförder?
worden.
* Köln, 14. Juli. Kongreß derschristblicher
Gewerkschaften.) Ueber das Verhältn's der christ
lichen Gewertichaften zur christlichena onalen Alrbeiterbe—
wegung werden auf dem vom 18. bis 21. Juli im Gür—
zenich zu Röln stattfindenden siebenten Kongreßder christ—
lichen Gewertschaften Deutschlands die Abgg. Behrens und
Biesverts sprechen. Vekanntlich haben sich christliche Ge—
verkichaften und bonsessionelle Arbeitervereine auf den all
gemeinen christlichznalibonalen Arbeitertongressen in Frank
furt 1903 und Berlin 1997 zum weck der Förderung
der gesetlichen Sozialresorm zusammengefunden. Das
Verhältnis der beiderseicigen Organisationen zueinander
zu besprechen und die gegenseitigen Aufgaben abzugrenzen
und zu umschreiben, erweist sich, nach Ausfassung der Le—
tung der christlichen Gewerkschaften, um Unklarheiten vor
ubeugen, vor der breiteren Oeffentlichkeit als notwendig
Der siebente Kongreß der christlichen Gewerkschasten wird
so zahtlreich wie keiner seiner Vorgänger beschickt werden
*NMachen, 14. Juli. (Rug-Zusammensto 5.) An,
der Strecke Aachen — Altenberg, am „Bildchen“, stießen
zwei Kleinbahnzüge in einer Kurve zusammen. Die vier
Wagen bohrten sich ineinander und wurden zertrümmert
Von den Fahrgästen — nur der von Altenberg kommend
Zug hatte solche — wurden sechs bis acht verle stzt, die
übrigen kamen mit dem Schrecken davon; vom Fahrper
sonal erlitten zwei Verletzungen, dem einen wurde das
Kinn gespalten. Einem Fahrgaste wurde eine Hand zer
queticht, die übrigen Verlezungen sind meist Kopfverletz
Angen. Um Mittag konnte die Strecke freigemacht werden
Die Schuld an dem Unglück trifft den Führer des von
Aachen kommenden Wagens, der eine Weiche durchfahrer
hatte, ohne auf die Kreuzung zu warten. An der Un
fallstelle ist die Strecke nur auf kurze Entfernung zu über—
sehen. — Auf dem Hüttenwerk Rote Erde wurde ein Ar
beiter aus Brand von einem Güterwagen überfahren
und getötet.
* Duisburg, 14. Juli. (Ertrunken.) In Süd—
hafen stürzte ein Matrose der Firma Nieten von einem
Schiff über Bord und ertrank. Seine Leiche konnte his—
her nicht geborgen werden.
* Hamborn (Rhein), 14. Juli. (Werbrüht.) Auf
dem Thomaswerk der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“ fiel
ein Arbeiter in ein großes, mit kochendem Wasser gefüll—
tes Bassin. Als seine Kollegen zur Hülfe kamen und ihn
mit einem Haken herauszogen, war er bereits am ganzer
Körper verbrüht. Der Tod trat sofort ein.
* Steele, 14. Juli. Gelandete Leiche) Die
Leiche des am Sonntag bei einer Kahnpartie ertrunkenen
Bergmanns Karl Krautschuh aus Kray wurde an der
Brücke aus der Ruhr gelandet.
* Recklinghausen, 14. Juli. (Selbstmord.) Im
benachbarten Hi lerheide wurde der 48 Jahre alte Arbei—
er August Mirbach erhängt aulgefunden.
*Fürst Zeppelin? Eine Berliner Korrespondenz win
wissen, dem Grafen werde gelegenttich seiner beabschng
ten Fernfahrt mit dem „Zeppelin 3“ nach Berlin var
Fürstenrang verliehen werden.
* Parseval 3. Die Fahrt des „Parseval 3* nach
Frankfurt a. M. ist abermals verschoben worden. Die
Fahrt soll, wenn das Wetter günsüg ist, Mittwoch abent
dattfinden, und würde das Luitschiff in diesem Fele
Donnerstag Vormittag in Frankjurt zu erwarten sein.
* Dollarprinzefsin und BVizefeldwebel. „Auch einé
Dollarprinzessin“ gab dieser Tage in Bromserg eine selt
same Gastrolle. Die Dame, eine geborene Brombergerin
war mehrere Jahre in Rußland und hat sich dann 15
Jahre in Amerika aufgehallen, wo ihr eine Erbschast i
Höhe von 250 000 Maärkt zusiel. In einem Aunfalt vor
Blucistaumel kehrte sie nach Bromberg zurüct und lern.
dort in einem Lokal in der Bahnhoistraße einen Vizefeld
webel vom 148. Jnfanterie-Regiment kennen, der ihr fel
gefiel. In fröhlicher Laune, die sich nach reichlichem Wein
genuß einiteilte, versprach sie dem Vizefeldwebel für jeder
Kuß 20 Mark. Diese seltene Gelegenhent zu leichtem Geld
erwerb nutzte der Feldwebel tüchtig aus, so daß sein
Taschen bald mit Gold gefüllt waren. In dieser gehobe
nen Stimmung vergaß er ganz seinen Dienst; einem Vor
gesetzten, der ihn zur Kalerne zurückholen wolite, wider
ebte er sich und leisteie dieser Aufforderung keine Folge
so daß diese Sache für ihn ein sehr unangenehmes Nach
spill haben dürfte. Die „Dollarprinzessin“ ist nach dieien
Liebesaffäre schleunisst aus Bromber abgereist.
*Moderne HSochzeitsreise. In Posen trat am Mitt
woch der Fabritkbesizer Gumnior mit Fran die Hosch
zeitsreise im Freiballon „Posen“ in Gegenwart vie
ler Zuschauer an. Die Neuvermählten flogen nach Nordost
*Gine Mordtat, die noch der Austlaͤrung bedarf, is.
in Lockstedt bei Hamburg enideckt worden. Im Hauie
Rüterberg 19 wurde der Schlächtermeister Jungtheim er
mordet aufgefunden. Die rechte Gesichtshäifte wies ein
klaffende Wunde auf. Der Mörder hat dann den Schwer
verleßten, um einen Selbstmord vorzutäuschen, mit einen
Leibriemen aufgehängt. Geld und Schlüssel wurden be
dem Toten norgeiunden. Es scheint ein Rocheaktt vorzu
liegen.
*Explosion. Im Laboratorium der Rapidin-Aktien
gesellschaft in Birkenwerder ereignete sich ein schweres Ex
plosionsunglück, bei dem Fabritkdirektor Steinhardt lebens
gefährliche Verletzungen erlitt, während seine bei ihm
zu Besuch weilende Braut, Fräulein Wilzer aus Ham
burg, sowie ein dreijähriges Vind schwere Rrandwunten
erlitten.
* Mauereinsturz. Bei den Abräumungsarbeiten einer
abgebrannten Villa in Johannisbad bei Trautenau stürzte
eine Mauer ein, wodurch ein Arbeiter getötet, zwei schwer
und mehrere leicht verletzt wurden.
* Unterfchleife. Beim Postamt in Tarnopol wurden
Unterschlagungen in Höhe von 7000 Kronen aufgedeckt.
Der Postkassierer, welcher die Unterschlagungen mit einem
anderen Beamten zusammen begangen bat. hat sich er
schossen.
* Der Luftschiffer Bleriot hat in Orleans in 43
Minuten eine Strecke von 40 Kilometer mit seinem Aerv—
plan zurückgelegt und hierdurch den Prix de Voyage von
14 000 Franks errungen.
* Zur Harting-Affäre. Der Polizeispitzel Harting⸗
dandesen, der sich seit einigen Tagen in Berlin aufhiel
and mit der Geheimpolizei konferierte, ist nach London
bgereist. Er erhielt eine Pension von 5000 Rubel zuge⸗
achert und wird sich von Kondon nach Südamerita“ he—
ageben
— — ir
*Ein feines Geschäft. Kunde (empört): „V
—
Zie mir sehr anpriesen, jetzt sind bereits beide Absavze
zlatt durchgerissen.“ — Chef des Schuhwaren⸗Geschäftes
Ich fagte Ihnen ia im voraus meine Ware dne
zenden Ahsqaqu
Tiesegramme.
Oberstein, 13. Juli. Nach 14 Monate langer Paus—
lonnten in hiesigen unb Idarer Schleifereien wieder die durd
den schlechten Gefchäfisgang nötig gewordene Betriebeeir:
schränkang als beseitigt erklären. Die Werke haben reilt
wieder vollständigen, teils erweiterten Arbeitsbetrieb einge
führt.
— 13. Juli. Diese Nacht stüͤrzte der Kriegs
invalide Gräff die Treppe hinab und blied tot unten lirgen
Erst morgens fand man den Mann.
Metz, 15. Juli. 83. 1 machte gestern in Gegerwart
des Generalsinspek.ors der Verkehrstruppen eine Probefahrt
Der Ballon schwebte zunächn über den Exerzierplatz und so
dann über der Stadt. Das Manböver dauerte 45 Minuten
woreuf die Lendung erfolgte. Für heute vormittag ift eint
grzößere Fahrt geplant. Darüber, wo dieselbe hingeht, herisch
Stilischweiger. Hauptmann George leitet das Schiff.
Hamburg 14. Juli. Der Gesamtausschuß des deutschen
Schützenbundes hat einsttmmig beschlossen, das nächfte deusche
Schützensest im Jahre 1912 in Frankfurt a. M. abzuhalten
Berlin, 14. Juti. Der Reichsanzeizer veröffentiicht an
der Spetze seiner heutigen Abendauszabe zwei kalserliche
Handschreiben an den Fürsten Bulow und an den bisherigen
Kultusmlnister Dr. Holle. In dem Handschreiben an den
Fürsten Büulow heißt es: In Würdigung der gewichtigen
Gründe Idres Entschlusses habe ich geglaubt, Ihrem dringen—
den Wunsche mich nicht länger verschließen zu dürfen. Id
habe daher Ihrem Antrage entsprochen und Ißnen die er—
betene Eatlassung gewähtt. Es ist mir aber ein Bedürfnis
des Heczens, Ihnen bei dieser Gelegenheit sür die Hingebung
und Au'op'erung, mit denen sie den verschiedensten Aemtern
und Stellungen Ihrer ehrenvollen und segenereichen Dienst
laufbahn meinen Vorfohren, mir und dem Vaterlande so
hervor:agende Dienste geleiste haben, meinen wärmsten Danl
ouszusprechen. Gott der Herr schenle Ihnen nach einem seo
tatenreichen Leben noch riele Jahre ungetrübteu Glückes. —
In dem Handschreiten an Dr. Holle dankt der Kaiser
dem scheidenden Minister herzlich für die dem Vaterlande
geleistete Dienste und verbindet damit herzliche Wünsche für
weitere Kräftigung seiner durch die Bürde des verantworrungs
vollen Amtes angegriffene Gesundheit.
Berlin, 14. Juli. Als Nachfolger des Herrn vor
Löbell in der Leitung der Veichskanzlei in Unterstsatssektetär
von Günther aus dem preußischen Staatsministerium
Aus sicht aenammen
* München, 15. Juli. Die Bulle des Papstes beir
die Präkonisation des neuernannten Erzbischofs Dr. Bet
tinger ist aus Rom beim hiesigen Nuntius eingerroffen
Sie wurde sofort an das Staatsministerium des Aeußerr
weiter gegeben und von diesem an Dr. Bettingen
nach Speyer geschickt. Der Eid vor dem Prinz-Regen
ten soll am nächsten Sonntag abgelegt werden.
*Posen, 15. Juli. Der Vorstand des Deutschen
Bauernbundes iagt heute in Berlin. Es trater
bereits zwanzigtausend Mitglieder bei, darunter dreitau
send Ansiedler. Allgemeine Bauerntage zur Ausbreitun
des Bundes werden in den nächsten Wochen in verschie
denen Teilen des Reiches statttinden. am nächsten Soun
tag in Graudenz.
*Wien, 15. Juli. Die Insultierung der un
garischen Flaggen in Rumänien, die in Ungarn böses
Blut machen, lassen auch das Ministerium des Aeußern
nicht kalt, das anfänglich den rumänischen Dementis Glau—
hden geschenkt hatte. Nun werden nur noch authentische
details erwartet und dann sollen dipsomatiiche Schriti—
nternommen werden.
Wien, 14. Juli. In hiesigen politischer Kreisen beurteilt mar
dec Neuen Freien Presse zufolge den neuen deuischen Reichs
kanzler als einen klugen Staafsmann, der sich in den aus
wärtigen Geschäften leicht einfinden und im Inneren den
derschiedenen Parteien eutgegentreten werde. Eine Politik
die seiner Ansicht nicht ertspreche. werde er gewiß nicht füh—
ren. Er habe den Vorzug, ein guter Redner zu sein.
Brüssel, 13. Juli. Ein Alt unglaublicher Roheit trug
sich in Jemapper sur Sambre zu. Ein fechszehn jähriges
Mädchen, Eugenie Scohie, das gegen den Willen seiner Mum
ter zum Tanzvergnügen gegangen und erst am Montag
mortgen zurückgekehrt mar, hatte von dieser deswegen einer
scharfen Tadel erhalter. Aus Wut darüber brächte dat
Mädchen der Mutter enen tiefen Schnitt mit dem Rasier
inesser bei, daß die Fran nach wenigen Minuten an Ver—
blutung starb.
London, 14. Juli. Der Antrag Lord Roberts au
Einsführung der allgemeinen Wehrpflicht in der Territorial—
armee wurde mit 123 gegen 103 Stimmen abgelehnt, wäh
rend tin Abänderungsauttag von Lord Northumber, der die
Notwendigkeit einer starken Territorial-Armee tmäall gemeiner
ancrkenn, angenommen wurde.
Teheran, 15. Juli. Der Schah ist mit dem Prinzer
Nas gestern vor dem siegreichen Vordtingen der Nationalifter
nach Atab geflohen. Die russische Gesandschaft ha- den Be—
fehl erhalten, den Schah zu schötzen
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