Full text : Dudweiler Zeitung

Kr. 161 23. Jahrg. — — — — — —
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zäglich mit Ausnahme 133 —2 —39 — — J n
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Mittwoch 14. Juli 09.

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Redaktion. Druch und Nerlag von J. Unterkeller. Dudweiler

* *
Auf der Kanzlersuce.
Der Mann, der jetzt, wenn Fürst Bülow den Staub
yon semen Pantoffeln schetteet und das bittere Brot der
Verbannung zu geniehen sich anschickt, sein Nachfolzer
wird, muß mancherlei Eigenschaften in sich vereinen, wenr
inders er dem Ideal eines Kanzlers auch nur annähernd
zleichen wi.s. Er muß vor allern das Vertrauen des
raisers besizen, er muß aber 2uch im Hause der Vun—
zesstaaten ein willkommener Gast sein, er muß es ver—
tehen, mit den Parteien umzugehen. Er muß eine selbst
tandige, energische Persönlichteit sein und doch zugleick
enes verbindliche Wesen zeigen, das ebenso wie zu Kom
likten auch zu Rompromissen beret ist. Er muß die Us
herzeugung erwecken, daß er die auswärtige Politik mit
fester Hand führen wird, daß er die diplomatische Kuns
und alle ihre Geheimnisse gründlich beherrscht, und daß
er in der Geschichte wenigstens der jüngsten Entwickelum
zen hinreichend bewandert ist, um Torheiten im Stile des
Zerrn von Iswolski zu vermeiden, der seine große At—
on in der bosnischen Frage begann, ohne die früher
geschlossenen Verträge zu lennen. Ter neue Kanzler muß
ber auch den weiten Umktreis der innerpolitischen Fragen
beherrschen, und wenn er auch nicht Fachmann im einzel—
nen ist, jo muß er doch ihre Zusammenhünge, all die
Wirkungen und Gegenwirkungen verstehen. Er muß in
der Behandlung des Parlamentes geübt sein oder doch
einen starken Instinkt für den Umgang mit dieser Körper—
schast besitzen. Er muß auch über eine üderragende soziale
Steliung verfügen, die ihm die hösfischen Beziehungen er—
leichtert und ihm nicht alsbald die Abneigung der in der
—
geschenk in die Wiege seiner jungen Kanzlerschaft legt. Au—
zerdem, und das ist vielleicht auch nicht ganz ohne Be—
ang, muß er ein gescheiter Mann und ein heller Kopf
ein.
Wer aber soll nun des Thrones Hüter werden? Wer
ruch kommt — immer wird die Wahl eine Ueberraschung
ilden. Nur für Herrn von Bethmann-Hollweg würde
zies nicht völlig gelten: In ihm würde man eine Art
ron Geschäitsminister. ein ileischgewordenes Provisorium

erblicken. Wer aber kommt sonst in Frage, bei dem Be—
dentlichkeiten nicht beständen? Da werden Dipitomaten ge
nannt, fraͤhere Botschafter, vor allem Graf Wedel: Sie
alle steßben der inneren Entwickelung des deiches seit vie
en Jahren fern, sie haben höchstens im Parkett gesessen
während auf der Bühne das Schauspiel vorgeführt wurde
Sie stehen auch den jüngsten Ereignissen auf dem heißer
Boden des Reichssparlamentes völlig fremd gegenüber, si
eigen also den Pangel, an dem im letzten Grunde aud
Fürst Bütow verblutet ist. Und der einzige von ihnen
der diesen Mangel nicht ausweist, der selbst dem Parla—
mente angehörte und später häufiger Gast im Reichstage
war, Herr Marschall von Biberstein, hat weder in sei—
nem jetzigen Beruf übermäßige Erfolge erzielt, noch in
den heißen Tagen des Tauschprozesses und seines dürfti—
gen Kampfes mit Bronsat von Schellendorf und Mathias
von Köller staatsmännische Ueberlegenheit bewiesen. Sonst
iber ist das Material, aus dem sich unsere Botschafter
usammensetzen, kaum überwältigend. Man braucht nur
die Namen Wolff-Metternich, Radolin, Tschirschky zu nen—
nen. Radowitz, der letzte aus der Schule Bismarcks, ist
alt geworden, Graf Monts, der Deutschland am Quirinal
dertrat, gehört zu den Männern, die bei Tische amüsant
ind, die auch zweifellos ein starkes politisches Talent be—
itzen, aber er ist schwerlich der Mannigfaltigkeit der Auf—
zaben des Kanzleramtes gewachsen. Enger. immer ender
wird der Kreis.
Bleiben die Grupyen der Minister, der Generale und
der Standesherren. Aber die Minister haben sich doch
gerade in dem Kampfe, der den Fürsten Bülow fällte,
sachlich und persönlich bis zuletzt auf seine Seite gesteltt.
Unberührt von den Wellen, die den Fürsten Bülow nicht
unstigiich wie die Wellen von Rorderney, sondern wild
daherbrausend davontrugen, sind eigentlich nur die mitli—
Arischen Fachminister von Einem und von Tirpitz geblie—
en. Aber beide sind krante PMänner. Wir haben schon
zinen General als Kanzler gehabt und haben uns von
diesem Schrectnis noch immer nicht erholt.
So wird der Gedanke einer Umwandlung des Nanz—
eraintes sich immer stärker aufssrängen, und die Frage,
ab es in seinem ganzen Zuschnitt nicht allzusehr quif a

ßergewöhnliche Weanner und außergewohnliche Zeiten vbe
rechnet war, wird kaum noch aus der Diskussion ver
schwinden

Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Montag vormittag hat der Großherzog von
zaden dem Fürsten Büom einen läugeren Beiuch
bgestattet.
* Der Abgeordnete Bassermann hatte an Mon—
ag Abend die nationalliberale Fraktion des Resisch 8—
ages zum einem kleinen Abschiedsesfsen in
ie Ausstellungshallen am Lehrter Bahnhof eingeladen.
Zugleich waren eine Anzahl der Partei besonders nahe
tehender Vertreter der Presse gebeten worden. Der Ab—
zseordnete Bassermann hob in seiner Begrüßung hervor,
»aß die nationalliberale Fraktion einig in den Kampf
im die Reichsfinanzreform gegangen sei und ihn durch—
zeführt habe, obwohl sie viele Freunde dabei verloren
abe. Mit besonderer Anerkennung gedachte er des Reichs—
anzlers Fürsten Bülow, der den dankenswerten Versuch
zemacht habe, den Liberalen einen Platz an der Sonne
u verschaffen. Prinz Schönaich-Carolath leerte sein Glas
iuf den Führer der nationalliberalen Reichstagsfraktion,
»er in seiner Entschlußkraft und in seinem konzilianten
Wesen die ganze Fraktion hinter sich gehabt habe.
*Dem Berliner Korrespondenten des Pariser „Soir“
vurde von offiziöser Seite in Berlin bedeutet, die Mel—
zung des „Matin“, wonach der deutsche Gesandte in Ma—
rokto, von Rosen, den Auftrag erhalten habe, Frank—
deisch zu einer Intervention in Marokko einzuladen,
entbehrejeder Beqgründung.
* Auf das Huldigungs. ramm der Vereinigung von
Lertretern der Regierung und des Landesausschusses, die
iach Schluß der diesjährigen Tagung einen gemeinsamen
Lusflug nach der HOhkäniashura qgemacht hatten,

———

F

————— — —
Ein kleiner Auszug der Vortesle die ungere Aussnahme-Tage der werten Runden bietet folgt:

2 Meter Kleidersiamosen 95 4, 6 Wischtücher 955 4 Meter Kleiderkattun 95— 1 Meter Tüllstoftf 95
A 4 Handtücher, gesäumt und 12 „Weiss Null, 1 Schürzenlüstre,
ca. 120 em. breit 95, gebändert 95, bestickt 95, ca 120 em 95,
1 Hemdenbiber 95 2 Frottiertücher 95, Waschmousseline 95, weiss Batist 95
313 Croise, Biber, weiss 95, 1 Wickeltuch mit Band 95, „prima Taillentücher 95, Rockfutter, ca. 100 em 95,
5 5 Bett-Kattun 95, 3 kKinderkopfkissen 95, .Blusen- u. Besatz-Seide 95, .prima Stosslüstre 95,
1 Dutzend 3
Batithhahlsa der I5g50 qu br. Cheviot)
utinhe aumumer 23 reine Wolle. viele Farben Mtr. 4
weisses Gretton- Damenhemd 953
1 weisses Biberhemd mit Spitze 95,
lDamenhose, Cretton od. Biber 95,
Anstandsrock, weiss m. Bogen 95,
woisee oder bunte Jacke 95,

Biber-Herrenhemd mit Brust 95 4
Maccohemd, völlig gross 95,
Macco-Hose 95,
Touristenhemd —E
Macco-Jacke 95,

gestrichter Wandschoner 95 4
gestricktes Ueberhandtuch 95,
Reiseplaic 55,
gestricktes Sofakissen 95,
Waschgarnitur 95,
—*
Hlickereirock 9)

120
—9
pflapp
en
9

⸗ **
2 Hausschürzen 95,
Herrenfilzhut —
2 oder 1 Batisthaube 95,
2 oder 1 Mädchen-Strohhut 95,
3, 2 oder 1 Knabenmütze 95,
54. 3.2 oder 1 Strohhut 955
1Atr. Wachstuch 9595
100 — hroit

6 oder 3
Rorsettichoner 95,
3 od. 2 Vorhemd. weiss od. bunt 95,
6 Kragen 95,
3 Paar Manschetten 95,
3 Cravatten 95,
3. 2 oder 1 Geldbeutel 95,
. 2 oder 1 Paar
* v —F
Hoientrager 50
blau Arbeiterhos e 95 4
1 Waschbluse, Wert bis 1,80 95,
Buxkin-Leibhose 95
deste Hosenzeug u Buxkin jed. Rest 95,
9 oder 1 Waschhose 95

6, 3, od. 2 Paar Herrensocken 95 4—
2 Paar Damenstrümpfe 95,
3 oder 2 Paar ger. Kindersstr. 95,
2 Fonsterleder 95,
2 Strang WMolle 95

BSonnenschirm 95
Regenschirm 95,
Schulranzen 95,
Rucksackt 95,
8!tolhassen 95.

m..3, 2 oder 1 Paar
* ⸗
Handschuhe 95,
2 od. 1 Filztischdecke 95 J lgestr. Lederhose, Gr. 76- 834 954
1 Waschtischdecke 95, 1Herren-Sommerjoppe 95,
Paar Brise-Bises Erbstüll 955 1Waschanzug 95,
lBettvorlage 95 oder 1 8Sweater 95,
5 oder 8 Mtr. Gardinenborde 95, 11 Posten Zzwirnhosten Stück 95,

—— j
Gummi Gürtel 95,

Dtzd. bunte Herrentaschent. 85,
1weisses Tischtuch 95
1 Dutzend weisse Servietten 95,
lweisses oder buntes Bettuch 95,
»Ooder UKopfkissen 95

2 od.i Linoleum:UVorlage 5
Palme mit Ständer 95 1.
p A
— —— — ——— — —— — ——— — *
Cææat enmCh⸗M. REMS cBM cν cague ιι ι—ειαι ανιι_ι ιιιν ιNια,
—XXV—DV —0
6 .
3 J 5* —77THEs« DaA⸗-34 431 464.
—3 77 —— — ————— 3 — 55 — 9
J & Se —4 2 — evy —— 4 9 — 9 * — * — —2 3 9 0
— — — —

Spachtel·Rouleaux

8Sohuhe;
Paar Rindlederknopfstiefel qs
Groöße 17221
Paar Damenseageltuchpantoffel os
            
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