Full text : Dudweiler Zeitung

„as Land, in dem der Wein auf Flaschen gefullt in,
enntlich gemacht werden, bei Schaumweinen, deren
dohlensäuregehalt ganz oder teilweise auf einem Zusatz
ertiger Kohlensäure beruht, ist die Bezeichnung „mit Zu—
atz von Kohlensäure“ hinzuzufügen — ebenso ist Kog—
wak nach dem Lande, in dem er fertig gestellt ist, als
deutscher, französischer usp. Kognak zu bezeichnen. Ein—
gehende Bestimmungen sind auch über die Führung
von Kellerbüchern erlassen, wobei alle zur Buch—
führung verpflichteten Personen und Genossenschaften oder
Besellschaften im einzelnen aufgeführt sind. Die beim
Inkrafttreten des Gesetzes vorhandenen Bestände sind spä—
estens bis zum 1. Oktober d. J. in den Büchern vor—⸗
utragen.

das Schicksal der Abgeordneten der zweiten Duma.
Die im Petersburger Etappengefängnis eingeschlosse—
ien Abgeordneten der zweiten Duma wurden auf das
tegime der zur Zwangsarbeit Verurteilten übergeführt.
Dadurch wird ihre Lage wesentlich verschlimmert. Bis—
ser konnten sie Briefe erpedieren und Begegnungen mit
Zerwandten einmal wöchentlich haben. Lebteres ist ihnen
etzt nur einmal monatlich gestattet. Außerdem dürfen sie
ich nur für drei Rubel monaätlich Lebensmitt anschaffen.
Im Etappengefängnis befinden sich augenblicklich 183 Ab—
zeordnete der sozialdemokratischen Fraktion der zweiten
duma. Von ihnen haben 10 schon die „Frist der Ketten“
ginter sich. Nur Surabow, Saltylow und Shedelew, die
einem besonderen Prozeß unterworfen wurden, tragen noch
Ketten. Alle Abgeordneten werden in einer Zelle zusam—
men eingeschlossen gehalten, was ihnen schwere psychische
Leiden verursacht. Mit Mühe ist es ihnen gelungen, sich
einen Kerker für Einzelhaft zu beschaffen, in den sie sich
der Reihe nach einschließen lassen, um das jedem denken—
den Menschen notwendige Alleinsein zu genießen, sich von
der immer gleichen Gesellschaft der Schicksalsgenossen zu
erholen. Sie werden um sechs Uhr geweckt und legen sich
im acht Uhr zur Ruhe. Die Gefängniskost nehmen sie
gemeinsam ein. Im Dezember werden 10 Abgeordnete
aach Sibirien transportiert werden. Die früher genann—
en drei sollen in das Wologodsker Gefängnis abgeführt
verden. Die Abgeordneten des Kaukasus, die aus ge—
undheitlichen Gründen in kaukasische Gefängnisse überge—
ührt werden mußten, werden gleichfalls im Dezember
iach Sibirien deportiert werden.
RfAAæÆAMWWFWDEèüüä
Kasimir Badeni
Oer frühere österreichische Ministerpräsident Graf Ka—
imir Badeni ist auf der Reise von Lemberg nach Brüsk
in der Tarnopoler Bahn auf der kleinen Station Krasno
jon einem Schlaganfall betroffen worden und gestorben.
Sein Tod erweckt in Deutschland weniger als in Oester—
teich-Ungarn schmerzliche Erinnerungen, sind doch die be—
rüchtigsten Sprachverordnungen des Jahres 1897, in wel—
hen den Tschechen die tschechische Amtssprache in Böhmen
zugestanden wurde, sein Werk gewesen. Wider Willen

Sfaristaus Gtaf Bader
zwar hat er damals die Einigung aller Deutschen
zu Stande gebracht, die sich in wütender Obstruktion ge—
gen Badeni ergingen, und selbst der reformierten Ge—
schäftsordnung des Parlamentes, wie der Polizei Wider—
tand leisteten. Auch das bekannte Duell Badenis mit dem
Reichssratsabgeordneten Wolf war eine Folge der Sturm⸗
zenen. Als die Enmüstung der Deutschen auch zu Stra—
zenkrawallen fübrte, mußte Graf Badeni abtreten.

— E222
Deutscher Reichstag.
Schluß der Sitzung vom Samstag.)
Im weiteren Verlauf der Debatte präzisieren die ein⸗
zelnen Fraktionsredner die Stellung ihrer Partei, wor⸗
auf über den Rest der Vorlagen iuñͤ dritter Lesung aboe⸗
ttimmt wird.

Beim Finanzgesetz werden die Bestimmungen uber
zie Matrikularbeiträge debattelos genehmigt, die Wert
uwachssteuer wird einstimmig abgelehnt. Bei
em Kaffeezoll wird der Zoll für gebrannten, ge—
östeten und gemahlenen Kaffee von 80 auf 85 Mk. pro
Dz. erhöht. Der Teezoll wird von 25 auf 100 Mt.
rhöht. Zur Besteuerung der Beleuchtungsmit—
del wird ein Antrag Dr. Rösicke (kons.) angenommen,
der eine Differenzierung der Beleuchtungsmittel nach Lam—
»en mit Kohlenfäden und Metallfäden vornimmt. Die
Steuersätze für die letzteten und für Nernstlampen wer—
en auf das Doppelte erhöht. Die so veränderte Besteue—
ung der Beleuchtungsmittel wird angenommen. Die
zündholz ste uer wird angenommen. Die Heraus—
chiebung der Ermäßigung der Zuckersteuer bis zum
1. April 1914 wird beschlossen. Die Fahrkarten-—
te uer wird angenommen. Der erhöhte Kaffee- und
Teezoll tritt am 1. August 1909 in Kraft, die übrigen
Zteuern am 1. Oktober 1909. In der Gesamtabstimm-—
ing wird das Finanzgesetz mit 226 gegen 127
Stimmen angenommen. Die Erhöhung der Schaum-—
vei uste uer wird auf Antrag Dr. Rösicke (kons.) wie
olgt angenommen: Für eine Flasche bis 4 Mark auf 1
htark. bis 5 Mark auf 2, über 5 Mark auf 3 erhöht.
der Eingangszoll wird auf 180 Mark pro Dz. erhöht.
die so veränderte Schaumweinsteuererhöhung wird mit
232 gegen 120 Stimmen angenommen. Die Erhöhung
ritt am 1. August 1909 in Kraft. Die Schecksteuer
vird unverändert genehmigt. Zu dem Stempel für die
zrundstüchssäbertragungen, liegt ein Antrag
Zraf Wesiarp (kons.) vor, der Ersatz für die abgelehnte
Vertzuwachssteuer schaffen soll. Der Antrag sieht eine
rovisorische Reichswertzuwachssteuer bis zum 1. Apri.
1912 vor, die jährlich 20 Mill. M. bringen soll. In ei—
sem 2. Antrag Graf Westarp wird die Steuerfreideit für
leinere Grundftücke festgestellt. Die Anträge werden an—
enommen. Ein Antrag Graf von Carmer-Ziesewitz (Is.)
vill gleichfalls als Ersatz für die Wertzuwachssteuer von
en Familienfideikommissen, Lohn⸗ und Stammgütern alle
0 Jahre pränumerando eine Abgabe von ein Drittel
ßrozent des Wertes erheben. Der Antrag wird einstim⸗
nig angenommen. Das Reich sstempelgesentz wird
mgenommen. Die Erhöhungen der Wechselstempel treten
ereits mit dem 1. August 1909 in Kraft. Ferner wird
ie Besteuerung insofern erhöht, als der Stempel bereits
ür Wechsel mit dreimonatiger Umlaufszeit künftig dop—
jelt hoch besteuert werden sollen.
Damit ist die Finanzreform in drit—
rer Lesungerledigt.

Z
Berlin, 12. Juli.

281. Sitzung.
Auf der heutigen Tagesordnung stehen kleinere
Borlagen, Wahlprüfungen und die 2. Lesung
»es Beamtenbesoldungsgesetzes.
Es wird in die Beratung der zweiten Lesung der
Beamtenbesoldungsreform

ingetreten.
Nachdem der Abg. Dröscher (ons.) über die
Beschlusse der Kommission Bericht erstauet hatte, erhält
»as Wort
Schatzsekretär Sy do w: Die Kommission hat das
zroße und schwierige Werk der Besoldungsresorm dem
Ziele ein großes Stück näher gebracht. Bei dem Wohn
ingsgeldzufchuß ist der Grundgedanke anerkannt worden,
vonach der Durchschnittspreis der Zimmer zu Grunde ge—
legt worden ist. Das erfüllt mich mit Befriedigung. Die
dommission hat einzelne Orte heraufgesetzt und nur zwei
serabgesetzt. Die verbündeten Regierungen sind mit der
Irtsklafseneinteilung, wie sie jetzt ist, einverstanden. Zu
»edauern ist, daß zetzt in der Ortsklasseneinteilung zwi
chen dem Reiche und Preußen eine Verschiedenheit besteht
durch die Beschlüsse der Kommission werden 17 Millio—
len mehr ersorderlich sein. Es ist nicht richtig, daß die
interen Beamten nicht ebenso aufgebessert wur
en wie die mittleren und höheren Beamten. Die oberen
zeamten erhalten eine Aufbesserung von 8,2 Proz., die
nittleren Beamten 13,8 Prozen: und die unteren Beam—
en 16,06 Prozent, also die unteren Beamten erhalten am
neisten. Wir alle wünschen, daß unsere Beamten zufrie—
engestellt werden. In der Kommission wurde zunächs
eschlossen, über diese 17 Millionen hinauszugehen. Esé
saben die verbündeten Regierungen widersprochen, well
eine Deckungsmittel dafür vorhanden waren. Die Zu—
immung der verbündeten Regierungen zu den Kommiß
onsbeschlüssen ist das äußerste Maß des Nachgebens. Ein
lenderung der Kommissionsbeschlüsse könnte nur die Vor
age gefährden, aber niemals die verbündeten Regierun
en zu weiterem Nachgeben bestimmen.
Abg. Kopsch (Frs. Vp.): Wir haben schwere Be—
enken im einzelnen gegen die Vorlage. Wir erkennen
nn, daß sie einen Fortschritt bringt, schon deshalb wer,
en wir ihr im ganzen zustimmen. Redner polemisier
ann lebhaft gegen die Rechte und das Zentrum und

hließt: Vas Umsallen der Herren vom schwarzen Bloo
at es dazu gebracht, daß die berechtigten Wünsche der
nteren und mittleren Beamten nicht erfüllt werden, und
aß aus dem groß angelegten Werke der Besoldungsre
»rm leider ein Stückwerk geworden ist. (Lebhafte Zu
immung links.)
Abg. Spahn (.) weist die Vorwurfe, die von den
zorredner gegen das Zentrum gemacht worden sind, zu—
ück, und ersucht den Bundesrat, er möchte bei erwaiger
Ubänderungsvorschlägen des Hauses sorgfältige Erwäg
ingen anstellen und ihnen Wohlwollen entgegenbringen.
Abg. Beck-Heidelberg (natl.) bedauert, daß nicht
nehr erreicht werden konnte, und betont, daß seine Freun—
e mit gutem Gewissen der Voriage zustimmen können.
Inzwischen sind einige Abänderungsanträge eingegan
en, worauf Finanzminiter v Rheinbaben erklärt,
aß die Vorlage scheitern wird, wenn Abänderungen be—
chlossen würden.
Abg. Dröscher (lkons.) wünscht möglichst sofortige
Verabschiedung der Vorlage.
Abg. Lattmann (W. Vgg.) tritt für die Kom
nissionsbeschlüsse ein.
Schatzsekretär Sydow erklärt, in einer heute abge—
zaltenen Sitzung des Bundesrates, habe dieser einstimmig
eschlossen, daß jedes Hinausgehen über die Kommissions—
eschlüsse ein Scheitern der Vorlage zur Folge haben
verde.
Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen, und ein
veiterer Antrag, über die ganze Besoldungs-Ordnung 1
ind 2 abzustimmen.
Hierauf erfolgt namentliche Abstimmung über
iinen Antrag BeckHeidelberg (natl) und Ablaß GErs.
3p.), bei den ersten vier Unterbeamtenklassen die höheren
Zzätze der Kommissionsbeschlüsse erster Lesung wieder her—
ustellen. Der Antrag wird mit 172 gegen 162 Stimmen
mgenommen. Gewegung.)
(Die Sitzung dauert fort.)

Aus aller Welt.
*,Parseval 3.“ beabsichtigt spätestens Dienstag früh
zu seiner Fernsahrt nach Frankfurt v. M. aufzzusteigen,
alls das Wetter sich nicht verschlechtett. Die Ankunft in
Franksurt a. M. ist PMittwoch fruh zwischen 8 und 9 Uhr
u erwarten.
* Gatten mord. Der Kaufmann Caroli in Weißensels
chlug bei einem Wortwechsel mit einem Taschenmesser, das
er zufällig in der Hand hatte, nach seiner Frau, und traf
sie so unglücklich, daß ihr die Halsschlagader durchschnitten
vurde, sodaß sie verblutete. Caroli wurde verhaftet.
* Erdstöße. In den vor genau einem Monat vom
ẽẽrdbeben heimgesuchten Ortschaten in der Umgebung von
ix wurden Sonntag abend neuerlich mehrere Erdstöße
»on der Dauer einiger Sekunden wahrgenommen. Die
Kichtung war von Ost nach West. Die Bevölkerung ver—
zrachte die Nacht im Freien. Infolge des Erdbebens ist
n Toulon große Aufregung. Zahlreiche Bewohner ver—
assen die Häuser und flüchten in die Umgebung.
* Verschüttet. In Wudlau bei Liegnitz wurde bei der
lusmauerung eines Brunnens der Brunnenbauer Mischte
mit einem Gehilfen von den einstürzenden Brunnenmauer
und den nachfolgenden Erdmassen verschüttet. Militär ist
zur Ausschachung des Brunnens requiriert worden.
* Wieder verschoben.. Der Flug, den der englische
Aviatiker Latham über den Aermelkanal unternehmen
vollte, mußte wegen ungaünstiger Witterung verschoben
verden.
* Zur Affäre Hartiug. Die Pariser russische Bot—
chaft erklärte, Harting habe schon vor Monaten auige—
ört, Polizeileiter zu sein und entbehrt jeden amtlichen
Auftrages. Harting wird jetzt noch als Urheber des viel
besprochenen Attentates gegen Fallieres während seines
Aufenthaltes in Nizza bezeichnet.
* Selbstmord zweier Mädchen. Zwei Töchter eines
erst vor einigen Tagen verstorbenen russischen Offiziers,
die bei einer Malerin in Dresden wohnten, haben sich
durch Leuchtgas vergiftet.
* Zusammenstoß. Zwischen einem Automobil, in wel⸗
hem der Herzog von Cumberland saß, und einer Equi—
bage des Don Alfonso von Bourbon erfolgte ein Zusam—
nenstoß infolge Scheuens der Pferde. Der Herzog von
Tumberland, wie auch Don Alsonso, blieben unverletzt,
dagegen erlitt der Kutscher der Equivpage schwere Ver—
letzungen.
*Tat eines Geisteskranken. Ein blutiges Familien⸗
drama hat sich in Salzburg in der Reichenhaller Straße
Abgespielt. In einem Anfall von Geistesstörung hat der
z0jährige Privatier Franz Hofer mit seinem —X—
seine 58 Jahre alte Frau und seine drei Kinder im Al—
er von 13218 Jahren erschossen und sich dann am Fen—
terktreuz aufgehängt

0 b/ 3 B ings ergebenen republikanischen Soldaten, die sich auchl In einem Wagen wurden der Graf von Pressy und
R Utige att. 5 anschickten, diesem b RF sore R pi * Bededgug dq in de e
Riingl⸗ och einmal entspann sich ein kurzes, hefliges Rin- lag na aris gebracht und um die Milternachtsstunde
J )riginal·Roman von Gustav Lange. sen; befonders Graf' Pressy wehrte sich wie ein Ver- das von ihnen bewohnte Häuschen wieder ruhig und fried-28
 Einige Minuken bangen unheimlichen Schweigens weifelter dagegen, sich wie ein gemeiner Verbrecher lich da, so wie der treue Gärtner Denis, der infolge
pergingen wieder; regungslos harrten die Royaüsten Fesseln anlegen zu lassen. Vergebens erklärke er auf der schweren Verwundung sein Leben schon ausgehaucht
der kommmenden Dinge — da ein Krachen und Splitkern khrenwort, zu fölgen und sich hierüber zu verankworken halte.
von gewalligen Schlägen, die gegen die Türe geführt vessen man ihn beschuldige. Doch nur ein höhnisches — — — — — — — — — — — —
wurden — das nicht zu starke Holz hiell nicht lange Lachen des Gouverneurs schallle ihm entgegen — bald Die Marquisen von Callet harrten in banger Er—
Stand, die Türe ging in Trümmern. Durch diese ge- var er entwaffnet und gefessell. vartung des Gärtners Denis, der sie abholen sollte.
waltsam entstandene Offnung drangen sofork eine ganze Es hatte sich hier in dem kleinen Häuschen an der Bei jedem Geräusch eilte Angelika nach der Türe in
Anzahl bewaffnele Männer, die mehrere Laternen hoch ztraße nach Ssatory in Versailles wieder einer jener der Annahme der Erwarkete komme endlich — doch er
hielten und dadurch die Hausflur erleuchtekep. Eine lutigen Akke brutaier Willkür, gemeiner Rachsucht und 'am nicht. Stunde um Stunde verran, Mitternacht war
weitere Anzahl Bewaffneter fand im ersten Augenblick elbstsüchtiger Hinterlist abgespielt, denen damals in ängst vorüber und im Osten färbte sich der Himmel
nicht gleich Eingang und, mußle vorläufig draußen frankreich kausende von Menschen zum Opfer fielen. rot, einen neuen Morgen verkündend und noch immer
bleiben. Die Slimme des Gouverneurs feuerke die Ein- der Gouverneur halle seine Drohung, die der Graf aßen Mutker und Tochter und Angelika reiseferlig da.
gedrungenen an, keinen Menschen durchschlüpfen und anicht so ernst genommen hakke, gar schnell wahr ge⸗ 5chon eine geraume Zeit war zwischen ihnen kein Wort
entwischen zu lassen. macht. Claude Mouriez selbst war es gewesen, nachdem nehr gewechselt worden, weil die Angst ihnen die Kehle
Der Gärtner Denis, welcher dem Eingang zunächst er sich so lange verborgen gehalten haite, der den drei u schnuͤrke.
stand. fand gerade noch Zeit, seine Pistole abzufeuern Männer wie ein Schakken gefolgt war, um ihren Auf—- Als der Morgen vollends angebrochen war, da
und einer der Eindringlinge sank mit einem AÄufschrej enthalt aufzuspüren; er hatte sich vorgenommen., den onnte es Angelika nicht mehr mit ansehen. Es for⸗
gelroffen zu Boden. Von mehren Flinkenkolbenschlägen Brafen ins Verderben zu bringen, damit er ihm nie erte sie zwar Niemand dazu auf, aber sie war über—
durde der treue Mann lödlich verletzt. Die Enge des vieder in den Weg kommen konnte. ‚eugt, daß die Damen ihren schritt billigten. Sie hüllte
kKaumes, der in wenigen Minuten vollständig mik Men-, In aller Eile beorderke er eine Abteilung der unker ich in ein Tuch und verließ durch die Hinkerlüre das
schen angefüllt war, machte es dem Grafen und seinen, einem Befehl stehenden Soldaken, denen er erklärte, daß haus. Es war ihr bekannt. wo der Graf von Preffy
Freunden unmöglich, ihre Waffen zu gebrauchen, sie ꝛs sich um die Gefangennahme dreier gefährlicher Staats- einstweilen Wohnung geno mmen halte, wenn sie sich be—
vdaren vollfländig eingekeilt. Noch viel weniger war es gerbrecher handele. Ahnungslos warteten die unglück. eilte, konnke sie bald zurück sein und der bange Zweifel
shnen möglich, durchzubrechen — ihr Schicksar war be- iichen Männer die Mitternachtsstunde ab, um nun erst var dann vielleicht wenigstens behoben.
siegelt. recht in das Verderben zu geraten und von der Über⸗ Als Angelika in die I des von dem Grafen und
Jetzt drängle sich auch Claude Mouriez, dessen Ge⸗- macht erdrückt zu werden. einen Freunden bewohnten Häuschen kam, die zerkrüm⸗
sicht einen wahrhaft leuflischen Ausdruck annahm, als Der Gouverneur durchsuchte das ganze Haus, ohne merke Türe sah, da fuhr ihr der Schrecken durch alle
er beim flackernden Scheine der Laternen die drei schö- rgendwelche Beweise für eine Schuld der Männer zu Glieder und ihr Fuß stockte. Als sie dann allen ihren
nen, jungen stolzen Männer in ihrer vollständig hilflosen nuden, aber dies konnie sie vor seiner Rache nicht schͤ. Nut zusammennahm und in das Haus eintrat und dort
dage erblickie, die durchkreuzten seinen schändiichen jen. Ein Bericht von ihm an das Revolusionsktribunat alles wie ausgestorben fand, auch die Leiche des Gärt—
Plan nicht mehr. enügte zu ihrer Verurkeilung. Ihre heimliche Anwesen ners lag noch unberührt da, eilte sie wie von Furien
A Fesselt sier“ befahl der Gouverneur den ihm blind. eit in Versailles war verdächtig genug. verfolgt wieder davon. —
            
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