Full text : Dudweiler Zeitung

ABtates.
Vom Juli verangen die alten Wetterregeln, daß er
iß sei und troden. Er muß nach dem bilduchen BRus—
ucke die Jahresernte kochen und braten; alles, was im
ztli nicht vollanf im Wachstum gefördert wird, wird nur
ringe Ernte ergeben. „Im Juli muß die Hitze braten,
s im September soll geraten“ — fagt der alte Reim—
ire mit noch einer ganzen dieihe anderer desselben Sin—
„So golden im Zuli die Sonne swrahit, so golden
er Noöoggen mahlt.“ — „iur in Juliglut wird Obst
Wein dir gut.“ — „Im Sommer will der Bauer
cben, statt müsig hineerm Ofen sißzen.“ — „Was der
inicht kocht, das kann der August nicht braten“ usw.
nien gegentiber sient der „Inli lühl und naß, Scheuer
und Faß“ .. . Weil nun der Bauersmann so gro—
Wert auf die Winerung des Juti legt, ist die An—
der sog. Lostage im Juli eine ganz besonders große:
ä Heinmsuchung 2.) mit Regen, wird 40 Tage sich
Nlegen. — An St. Kilian (8.) sehe Wicken und Rüben
Wie's Wetter am Siebenbrüdertag (10.), es sie—
Vochen bleiben mag. — Regnet's am Maragareten—
13.), keine Muß gedeihen mag — Regnet's am Mag—
enentag (22.) folgt siets noch Regen nach. — Ist hell
auf Jakobustag (25.), bringt uns der Winter große
— Werfsen um St. Anna (26.) die Ameisen auf,
folgt ein trüber Winter drauf. . . An den Juli macht
r nicht allein der Bauersmann große Anspruͤche, son
n auch der Städter will einen möglichst regenlosen Juli
ven, denn in diesen Monat fällt für ihn die große Fe—
aund Reise-, die alljährliche Erholungszeit von den
hen des Berufslehens

rür unsere Hausstauen. Um unseren Hausfrauen
gute Gelegenheit zu verschaffen, fich zu billigem
je in den Besitz eines guten Kochbuches zu
n, haben wir mit einer großen Verlagsbuchhandlung
n Vertrag abgeschlossen. Wir können das Kochbuch, das
s der besien fur die bürgerliche Küche i, unseren Haus—
en zu dem billigen Preise von 1 Mark 25 Piz. liefern
zerer Einband Mark 1,50). Alles weitere siehe Anzelge.
polizeiverordunng betr. Fleischwaren. Plakate
die Poltzetverorndnung betriffs Fei halten von Fleisch
eu sind jetzt auch bei der Gesckäftsstelle der Dudweiler
angd zum Preise von 20 Pfsg. vorrätig.
Eine neue Lichtart? Aus London wird berichtet:
qh einen Zufall ist jetzt eine wichtige Entdeckung gelun—
man hai eine neue Art elektrischen Lichtes gefunden;
die Fähigkeit besitzt, den dichtesten Nebel zu durchdringen
Eifinde. hatte zum Ziele gesetzt, eine Mattglanzlampe
Automobile zu doustruieren. Er war hiermit auch er—⸗
eich, aber zu seinem Etstannen fand er, daß er zu
her Zen ein bisher unbekanntes nebeldurchdringendes
t erzeugt hatie. Die Zeleuchtungstechnik und die Forschung
innen hiermit das lang gesuchce Licht, das „ultravioletie
ablen ausschaltet.“ Die neue Lampe ist Silverlight ge—
at worden; es bringt ein klares grünliches, durchdringen—
Licht hervor, das an Mondschein erinnert. Die Leuͤcht⸗
mist sehr groß, chne daß Hitze erzeugt wird; man nimmt
daß dies Licht gleich den X-Strahlen der Chirurgie
volle Dienste leisten wird. Eine Kommission von Aerzten
dereits mit Versuchen in dieser Richtung begonnen.“
Schutz der Pferde gegen Insekten im Freien.
meisten der empfohlenen Minel, mit denen die Haut
richen werden sull, haben den Nachteil, daß sie sich bei
itzenden Pferden bald herunterwaschen, oder daß sie ver—
ztigen, oder daß sie unangenehm riechen uad den Tieren
erwärtig sind. Bei den allermeisten muß außerdem streng
auf geachtet werden, daß die Flüsstkeiten nicht ins Auße
gen. All dem beugt man vor, wenn man Fliegengarne
egendecken) sich a ischafft. Es gibt solche aus Leinengarn
auch solche aus Lederstreifen. Ein Pferd mit Fliehen⸗
eist gegen die Insektenplage beinahe geschützt, und der
erwurf gibt dem Tiere sogar ein besseres Aussehen.
mt man dazu noch Ohrenkapper, so ist das Eint ringen
Inselten in die Ohren geschutzt. Selbstoerständlich soll
erawieder betont sein, daß die vortrefflichste naturliche
itzwafse der Plerde ein langer, schöner, unkupierter
veif iß. Die Menschen, welche den Pferden diese Schutz⸗
als Modenarrheit abschlagen, wissen gar nicht, welches
ück sie dadurch Uber das aime Vieh zeitlebens bringen.
Selbsttätige Zugsicherung. Wie Eisenbahn⸗Fach⸗
igen berichten, sand vor kurzem vor einer Kommission
Dffizteren des Großen Geneiatstales und der Verkehrs
»en eine interessante Vorführung eines an Lokomotiben
vauten selbsttätigen Zuficherungsapparates statt. Die
ltate, die die Vorführungen ergaben, waren so bemerkens
daß eine allgemeine Einflihrung der Zugsicherung wohl
stehen durfte. So wurde ein Zug, dert mit mehr als
ilometer Geschwindiglieit in der Slunde fuhr, selbsttätig
Halten gebracht. Die Vorrichtung wirkle eiwa wie
Rotbremse und funktionierte ausgezeichnet. Ferner wur⸗
Lersuche mit einem Güterzug gemacht, der durch die
portablen Deckungspedale ein Warnungslignal erhielt.
Ueberfahren der Pedale auf der Lokomoͤtive erscholl
utlich vernehmbares Notsignal, das von den Bremsern
richtig erfaßt wurde, sodaß sie den Zug durch Aus—
der Bremsen zum Stehen brachten. Ein besonderer
ag dieses Verfahrens besteht übrigens auch darin, daß
rolomolivführer die Notbcemsung oder das Notsignal
dann abstellen kann, wenn die Zugführung hinzugezo gen
Es handelt sich bei diesen Verfuchen vor alem um
bftiätig? Zugsicherung für Militärzüge, die zum großen
100 Achsen stark sind und noch mit Handdremsen de⸗
werden müffen, weil die Lusibremse bef derartig lan—
zügen unmirkiom bleikt

Nus RNah und Fern.
Kreuzwald, 4. Juli. Vom Schwurgericht in Metz
⸗ gestern der verheiratete Bergmann M. Schuh von
vegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an seinet 17jähn
t, zu einem Jahre Zuchthaus verurteil.
St. Gallen, 5. Juͤli. Der aus dem Bruggwald ·˖
lebend ausgegrabene Tunnelarbeiter Pedersolt kann
sltig als gereitet betrachtet werden. Ec lettn zwar an
zitis, weil er mit Fuüßen und Un eileib zehn Tage
m Wasser gelegen hat, im Ubrigen ist sein Befinen
Mi der Bergung der noch im Tunnel liegenden si ben
wird begonney. Die Regierung in St. Gallen liber—
er Retlern 300 Frarken als Belohnung
eeslau, 5. Juli. Nach einer Meldung der „Schles.
»el Oppeln ertrank dort geftern beim Baden in der
ader Reg.-Sekreiär Macicjewsli mit seinem Sohne.
ille a. d. S. 7. Juli. Wie aus Aunaburg hierher
et wird, wurde der Amtsgerichtsrat B. aus Gräfen—
en durqh einen unglücklichen Zusall von seinem Fteunde,
Annaburger Rechtsanwalt, auf der Jagd eischoßen.

WEnen, 0. Juli. Werbrechen?) Gestern Morgen
durde die Leiche der Frau des Arbeiters Kopp vollstaͤn
ig verkohlt auf sreiem Felde zwischen Altenessen und
zelsenkirchen, 10 Minuten von ihrer Wohnung entfernt
iu gesunden. Ein Selbstmord oder Unglüucksfall scheint
us geschlossen. Der Ehemann will von nichts wissen.
* Heidenheim, 5. Zuli. (Seine Frau er st o—
hien.) Ris die Frau eines Bauern in Dettingen ihrem
Naöanne wegen eines Wirtshaus besuches Vorwürfe machte,
criet der Bauer in Wut und stach seine Frau in die Brust.
die Schwerverletzte starb nach einigen Stunden.
*MPainz, 58. Juli. GGegen due Weinsteuerl!l)
die Wainzer Handeskammer hat heute wegen des An—
rages Kanitz, der cine Weinsteuer vorschlägt, Protesttele⸗
ramme nach Berlin gesandt, da die Weinsteuer in jeder
Form geeignet sei, den Weinbau und den Weinhandel auf
as schwerste zu schaͤdigen.
* Frantkfurt a. M., 5. Juli. (Ertrunten. Bei
em gestrigen Wettschwimmen quer durch den Main ist
ie Leiche des Malers Rlichard Woitke aus Berlin gelan⸗
et. Diese hatte etwa 16 Tage im Wasser gelegen. —
der Hausbursche Franz Gessner aus Bamberg, der hier
n der Schuferstraße in Stellung war, ertrank gestern nach—
nitag 2 Uhr im Floßhafen beim Vaden im Main. Die
reiche konn e noch nicht gelandet werden.
* Darmstadt, 5. Juͤli. (Stiftung.) Die Kommer—
ienrate Karl und Wilhelm Opel⸗Rüsselsheim haben 20 000
MNark zur Verfügung gestellt, die zur Verschönerung der
Zztadt im Sinne der Bestrebungen des Großherzogs die—
en fsollen.
* Friedrichshafen, 5. Juli. (Dentmals—GBrun—
nen.) Unsere Stadt erhält gegenwärtig wohl das erste
massive und monumentale Dentmal aus Stein, das die
vraf Beppelinsche Erfindung versinnbildlicht. Dieser ganz
us Stein gearbeitete Denkmal⸗-Brunnen, der eiwas Re
er hoch ist, wird in etwa zehn Tagen vollendet sein.
Friedrichshafen erhält hierzu von einem nicht genanni
ein wollenden Süster einen hübschen Schmuck.
* Mannheim, 5. Juli. (M'o r d.) In Neckerau tötet
der 19hrige Taglöhner Wilhelm Ludwig den 51 Jahr
lten Schiffskoch Johann Kögel, einem geborenen Elssaͤsser.

Sier Ninder vergiftet. Am Ufer des Plötzensee be
Berlen wurden vier Knaben unler jschweren Vergiflungs
inzeichen aufgefunden und nach dem Virchowschen Kraͤn
enhause geuracht. Auf dem Wege dorthin starben zwe
er Knaben, ein dritter schwebt in Lebensgesahr, wäh
end der vierte sich etwas besser besindet. Es handelt sich
im Vergifiung durch Schierling, von dem die Junger
zegessen hatten.
*BProzeß Hamaun. Die Verhandlungen im Prozef
danmzann vor dem Berliner Schwurgericht haben ihren
lufang genommen und die Oeffentlichkeit ist ausgeschlofsen.
* Ervblosisn. Im Wiesenhof-TJunnel bei Graz fand
ine Dynamit Erplosion fiatt, wobei ein Arbeiter gelsbret,
wei lebens gefährlich und mehrere andere leichter verletz
vurden.
*Abstürze in den Bergen. An der Benediktenwand
Nordseite) üt der Versicherungsbeamte Josef Spihler 2000
Neter tief abgestürzt. Seine Leiche wurde gänzlich ver—
ümmelt aufzesunden. — Nach einer Meldung aus Kemp⸗
en ist in dem Madelergabelgebiet ein Tourist namens
ell aus Aalen von einer über 300 Meler hohen Wand
pgestürzt. Er war sosort tot. ESine Bergungsexrpedinon
tabgegangen.
sDer Stallinugenstreitkt. Eine große Anzahl aus—
iändiger Staltjüngen versuchte am Sonntag die Auslad—
ing der Rennpferde in Maison Laffitte zu verhindern.
da die Gendarmerie zu schwach war, um den Ausständi—
en Widerstand leisten zu können, fuhr der Zug bis in
inen nahe gelegenen Wald zurück, wo er vervblieb, bis
enügende Verstärkung herangekommen war. Sodann ging
ie Ausladung der Pferde und die Rennen ohne weiteren
wischenfall vor sich 330 Stalljungen haben sich dem
lusstande angeschlossen. Der Ausstand wird allgemein
verden, wenn die Trainer nicht baldigst den Forderungen
er Streitenden entsprechen.
* Der Flug über den Aermelkanal. Der Flug des
lviatikers Latzjarn über den Aermelkangl wird wegen des
hlechten Wetters in den nächsten Tagen noch nicht statt
uden können. Am Montag wurde der Flugapparat noch
ials einer gründlichen Untersuchung unterzogen.
* Zur Steinheil-Affäre. Entgegen dem erfolgten
dementi behauptet der Pariser „Figaro“, daß Tardivel
ttsächlich in einem Briese an seinen Advokauen den Malen
journier als Urheber des Doppelmordes in dear Villa
Zteinheil bezeichnet hat, und daß dieser zwer Mitschuldige
esitze.
* Grubenunfall. In einem Kohlenschachte bei Char⸗
eroi (Belgien) wurden vier Bergleule durch einen Ge—
eins⸗Zusammenbruch verschüttet. Zwei waren sosort lot
e andern beiden tödlich verletzt.
* Zug entgleist. Mit erwa 120 Kilometer Geschwin
igkeit passierte Sonntag Abend der von Paris nach Brüs
el abgelassene Eilzug die Kurve bei Chantilly. Das Ende
es Zuges der Gepaͤckwagen entgleiste und riß den Post
—R Briefsendungen 2c
ourden auf eine Strecke von 200 Metern auf dem Bahn
örper verstreut. Ein Bremser wurde lebensgefährlich ver⸗
ꝛzt. Von den Passagieren verunglückte niemaud.
* Die Deserteure. Aus Casablanca wird gemeldet
aß sie sieben vom Kriegsgericht verurteilten Deserteure
er Fremdenlegion an Bord des Transportschiffes „Vinh
ong“ nach Oran geschickt wurden.
* Erdstößßze. Sonntag Morgen und Nachmittags sind
n Sizilien vier neue Erdbeben verspürt worden.
* Schiffs-Zusammenstosßz. Der Passagierdampfer der
denseeland-Linie Whakatane wurde bei einer Kollisjion bei
ichtem Nebel unweit Dover schwer beschädigt.

Fürit Eulenburg.
Oie „B. 3. am Mittag“ meldet aus Berlin: Seit
Zonntag ist in dem Befinden des Fürsten Eulenburg eim
emerlenswerte Verschlimmerung eingetreten Di
verichtsärzte sollen sich dahin ausgesprochen bhaben, daf
»er gegenwärige Zustand des Fürfien demselben gestatten
vürde, einer kurzfristigen Verhandiung bei zuwohnen, dafß
der Fürst aber den Anstrengungen eines längeren Prozes.
es kdaum gewachsen sein dürfte. Falls keine Besserunng
intritt, dürfie der Fürst zu der heute (Dienstag) begin⸗
teuden Gerichtsverhaändiung kaum erischelnen können

Cesegramme.
St. Ingbert, 3. Juli. Unter der Arbeiterschaft der
Uktien-Glashlütte haben in letzter Zeit Zänkereitu stattgefun⸗
en, die sogar bis zur Schläzßerei zwischen organisierten und
ichrorganisierten Arbeitern der Rktien-Glashuüͤtte und deren
ranen ausgeartet sine. Die Betriebsleitung sah sich ge—
otigt. sol,endes Plakat an den betreffenden Wohnungen
nzuheften: Um die Rub. und den Hausfrieden zu wahren,
onnen die vewohner dieser Wohnung einer Organisation
icht angehören. St. Ingbert, den 1. Juti 18069. Die
)austigentümerin Altien⸗Glashütle St. Ingbert erklärt sein
ollständiges Einvernehmen mit dieser Maßnahme und be
iertt aleichzeitig, daß wenn nicht sofort von Seiten der or—

janineeren Arbeitet auf ein vesseres Einvernehmen zwischen
sen beiden Parteien hingewirkt wird, der Betrieb der Glas—⸗
zütte innerhaub 8 Tagen auf die Hälfte beschählt wird.
Metz, 5. Juli. Die von verschiedenen Blättern gebrachte
Nachricht von einer bevotstehenden Fahrt 8. 1. nach Saar⸗
»rücken und Diedenhofen ist unrichtig. Wie wir hören, wer—⸗
)en zunächst an dem Luftschiff einige Reparaturen vorge—
iochmen, und zu diesem Zwecke wird das Lufischiff von Gas
mileert. Die Reise urd den Aufenthalt in Biberach hat
das Lustscheff glänzend überstarden. Es sind uur einige
Querrippen leicht verbogen und die außere Ballonhülle zeigt
perschiedene unbedeutende Risse. Maijor Sperling wird heute
nach Berlin abreisen
Solingen, 5. Juli. Die Katiler-Wilhelm-Brücke zu
Müngften scheint jetzt auch zu sporilichen i oder
waghalsigen Kunsinücken herbalten zu sollen. 8Zwei Herren
saden sich dieser Tage zu einem Stuͤckchen vetanlaßt, an das
hisher kein Mensch gedacht hat. Schon vor einigen Wochen
'amen diese Herren an einem Abend mit dem Zuge 7,54
Ahr aus der Richtung Düsseldorf an, belastet wit einem
chweren Paket. Niemand dachte an das Schauspiel, das
zegen halb 10 Uhr statefinden würde, denn sonst hätten die
Her en viele Zuschauer gehabt. So war es rur einigen jungen
Leuten vergönnt, das gewagte Stück mit anzuseher. Einer
von den Herren sprang nämlich mit einem Fallschirm oben
von der Brücke in die Tiefe und kam unveisehrt im Tale
an.
Berlin, 5. Zuli. Zur Kanzlerktise schreibt der Täg—
lichen Rundschau eine Persönlichkeit, die oft in der Umgebuung
des Kaisers weilt: Die bedingte Genehmigung des Eat—
assungsgesuches des Kanzlers in Kiel ist in der huldvollsten
Weise erfolgt und der Kaiser hat in Verlauf der Unter—
edung wiederholt der erfolgreichen und Jemeinsamen Zu—
ammenarbeit mit dem Fürsten Bülow in freundlichster Weise
zedacht und auf die Foitdauer der persöntichen Beziehungen
den größten Wert gelegt. Auch ist Fücst Bülow beauftragt
vorden, einen Nach solger vorzuschlagean. Die Person dieses
Nachfolgers soll nunmehr bestimmt sein. Seine Ernennung
düifte eine Ueberroschung bringen. Die Wahl sei auf eine
Perfönlichkeit gefallen, die fast bei allen Partelen sich großer
geliebtheit erfreue.
Berlin, 6. Juli. Gegenüber den Meldunger, daß
Zülows Nachsolger bereins destlimmt set, erklärt beute früh
das „Berliner Tageblatt“ qus unterrichteten Kreiten ver
ichern zu können, daß der Nachfolger des Reichskanzlers
zom Kaiser am Samstag noch nicht auser'ehen gewesen fel.
Die größten Chancen habe zwetfellos von Bethmann-Holweg,
für den auch im Bundesrat Stimmung vorhanden iß, wägd—
end man in der Wahl des Ministers von Rheinbaben den
»ollen Triumph des altpreußischen Junkernams cerblick e.
Der Siatthalter des Reichslandeßs Graf Wedel hat seine
Werge rung- den Kanzlerposten zu übernehmen, erneuert und
sie mit seinem hohen Altez motivirt.
Neapel, 6. Juli. Am Capo die Posilippo ging gestern
tin Manen di der beide Ansassen eitrunden siud

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