ufte Aleronsfähigtet der ürnzchen zytotie uno bedeutenos
ungtürlische Organe rujen den Griechen zu, man möge
s doch versuchen, mit dieser „faulen“ Flotte anzubinden.
llgemein wird wieder hervorgehoben, daß die Erhaltung
er Jusel Kreta für die Türkei ein unerläßlicher Faktor
t. Die Jun ztürken gehen dabei von der Ansicht aus,
aß ihr Prestige eine derartige Erschütterung erleiden
iirde, wenn diese Angelegenheit ein für die Türkei nach—
iliges Ende nahme, daß sich unabsehbare Folgen ein—
ellen müßten. Nan will in Komiteekreisen von Kom—
ensafionen nichts wissen und erlärt offen, daß die Tür
i leinen Zoll breit Boden mehr zu „verkausen“ habe.
o werden denn auch die militärischen Vorbereitungen an
er griechischen Grenze, viel mehr noch aber in denjenigen
jarnisonen betrieben, die ausersehen sind, im Bedarsfs—
aAlle sosort ihre Truppen gegen Thessalien vorzuschieben.
Lie im griechisch-türtischen Kriege von 1897 wird Gras—
»na zunächst der Haupikonzentrierungspunkt sein. Daß
ian auch mit der griechischen Flotte rechnet, geht aus
em Umstande hervor, daß das Fort am großen Kap Ka—
1 Burnu, welches die Einfahrt in den Golf von Salo—
ik beherrscht, endlich entsprechend ausgerüstet und ar—
tiert wird. Gelänge es im Falle eines Krieges den
zriechen hier durchzubrechen, so wäre es für sie dann ein
eichtes, auch die Eisenbahnverbindung Salonik-Monastir
u unterbrechen, deren sich die Türken für ihren Aufmarsch
edienen müssen. Vorläufig denkt man aber selbst in Ko—
niteekreisen nicht daran, daß es die Griechen weiter als
u einer militärischen Demonstration der Türkei kommen
assen werde.
Eine russische Zirkulardepesche.
Ze russische Rezierung hat an die europäischen Mächte
ine Zirkulardepesche gesandt, in der sie die Motive fin
ine russische Jntervention in Persien
larzulegen sucht. Gegen den Inhalt der Darstellung über
en bisherigen Gang der Greignisse in Persien läßt sick
ichts einwenden. Die Vorgänge in Persien während der
etzten Wochen, wie sie von der russischen Zirkulardepesche
eschildert werden, entsprechen der Wirklichkeit. Die tie
eren Gründe für das Fortschreiten der Revolution in
bersien, die Berechtigung der persischen Nationalisten, zu
en Wassen zu greisen, werden in der russischen Regier—
eingsertlärung allerdings weder erwähnt noch anerkannt.
denn in einem solchen Falle müßte ja auch die ruffische
degierung ihre eigene Anklägerin werden, weil sie es
elbst gewesen, die durch ihr doppeltes Spiel in Teheran
zurch ihre widersprechende offizielle und geheime Politil
im Hose des Schahs die Unruhen im Lande genähtt, bis
etzt das Feuer der Revolution Persien in Flammen zu
etzen droht. Ist es dazu bis heute noch nicht endgültig
lekommen, so können schon die nächsten Tage und Wocher
en blutigen Beweis dafür erbringen. Denn trotz der
üngsten Liederlage der Nationalisten bei Schachadad (eir
Irt, der auf der Karte fehlt, jedoch auf der Strecke zwi—
chen KHum und Teheran liegen muß) stehen schon andere
deerhaufen bereit, den Vormarsch gegen die Residenz des
Schahs fortzusetzen. So wird wohl die russische Regier
ing in die Lage kommen, ihre angekündigte Truppenent
endung nach Teheran zum Schutze der Europäer zur Ta
verden zu lassen. Es sei hervorgehoben, daß die russische
zirkulardepesche zum Schluß ausdrücklich ertlärt, daß die
cussischen Soldaten nur so lange auf persischenn Boden
leiben werden, als bis das Leben und Vermögen der
zuropäer wieder gesichert erjcheint. In dem weiteren Ver—
auf der persischen Wirren wird diese Erklärung Rußlands
nei der Beurteilung seiner Politik eine wichtig Rolle
pielen.
Wermischtes.
Heitere Zeitungsschau. Der „Mühlh. Anz.“ (Nr.
15) enthält folgende Anzeige: „Zum Bepflanzen der Grab—
ügel und Beete empfehle blühende Eseugeranien, Fuch
en, Begonien, Pemnien, Verbenen, Levtojen und Astern⸗
flanzen, Tomaten, alle Gemüsepflanzen, Radieschen, Sa—
it, Gurken, Kränze, Buketts usw.“ Kann man sich einen
höneren Grabschmuck denken als Gurkensalat? — Das
Lhemn. Tagebl.“ (Nr. 253) berichtet: Durch den öffent—
chen Feuermelder wurde am Freitag abend die Feuer—
ehr alarmiert. In der Wohnung eines umhlw umhlw
me.“ Hm, Hml! Rätselhaft, höchst rätselhaitt — Im
Tag“ vom 19. Juli singt Georg Hirschfeld unter der
eberschrift „Dämmerung“:
„Wirst du nun bald verstummen,
Vogel in meiner Brust?
Brachtest aus der Tiefe
Tiefe Klage der Lust.“
ist falscht Der Vogel sitzt beim Menschen nicht in
»ust, sondern im Kopf!
chnell entschlossen. Die Amerikaner sind in allen
en rasch in ihren Entschlüssen. So ärgerte sich Mi—
er Weter Martins, ein reicher New-Yorler Bankier, über
ARe *dius lteri nd beschloß iofort, üich zu verhbeird—
. ν —
Frieb er an einen ihm befreundeten Besitzer, einer Schuh—
ibrik, in welcher, wie er wußte, viele junge Mädchen be—
chäftigt wurden, sfolgenden Brief: „Suchen Sie mir doch
ter Ihrem Personal einige hübsche Brünetten aus, da
ch eine derselben heiraten will. Ich werde morgen kom—
nen und sie mir ansehen.“ Es herrschte eine große Auf—
egung in der Fabrik, als der Besitzer den jungen Mäd—
»en den Brief vorlas. Seinem Wort getreu, erschien
stister Martins, sah sich etwa 5 Minuten die langhaari—
en Fabrikmädchen an, wählte eines, bestieg mit ihm eine
roschke, fuhr zum Siandesamt und jagte die Haushälte—
n davon.
Deutscher Aeichstag.
Schluß des Berichts.)
Nach kurzer Debatte wird die Parfümerie-—
euer unter der Heicerkeit des Hauses abgelehnt«
Berlin, 5. Juli.
85. Sitzung. Mittags 1 Uhr.
Heute wird mit der Beratung der
Steuervorlagen
ortgefahren.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Be—
alung der Geseßes-Noverle wegen Aenderung des Schank—
zefäß-Gesetzes.
Rach kurzer Debatte geht die Vorlage an die Kom—
nission.
Es folgt die zweite Beratung der Vorlage über das
ssrbrecht des Staates. Die Finanzkommission hat diese
Vorlage gan; abgelehnt.
Abg. Junck Gmacd.) stimmt dem Gesetze zu.
Abg. Deve (Esfrs. Vgg.) ist ebenfalls für die Vor—
lage.
Abg. Ulrich Goz.) erklärt, seine Freunde würden,
da sie das Prinzip der Vorlage als gut anerkennen, jetzt
»afür stimmen. Was seine Freunde jedoch in der dritten
Lesung tun würden, behalten sie sich vor.
Nach einer kurzen Bemerkung des Schatzsekretärs S y—
d o we lehnt der Abg. Gröber (Str.) die Vorlage na—
mens seiner Freunde ab.
Abg. Ablaß Ers. Vp.) tritt für das Erbrecht des
Ztaates ein.
Abg. v. Oertzzen (Rchsp.) erklärt, daß seine Par—
tei gegen die Vorlage stimmen werde.
Die Abog. Raab (W. Vgg.) und Richthofsen
(kons.) stimmten für das Gesetz.
Damit schließt die Distussion. In namenticher Ab—
timmung wird Artitel 1 mit 191 gegen 136 Stimmen bei
iner Stimm-Enthaltung abgelehnt, ebenso der Rest des
zesetzes. Damit ist das Gesetz desinitiv gefallen.
Es folgt die 4wette Lesung des Weinsteue rGee—
de Bze⸗
Die Kommission beantragt Ablehnung des Gesetzes,
owie eine Erhöhung der Schaumweinsteuer. Ein Antrag
Sraf Kanmitz (tons.) und Schulz Gichsp.) verlangt
»ine Steuer für Wein⸗- und Traubenmost im Werte von
O0 Mark pro Hektoliter. Die Steuer soll 76 Pig. pro
ziter betragen. Für Flaschenwein soll ein nach dem Wert
zestaffelter Zuschlag von 10 Pf. bis 8 M. erhoben wer—
»en. Die Erhebung foll durch Banderole erfolgen.
Nachdem Graf Kanitz die Vorlage empfohlen, er—
lärt Schatzsekretär Sy do w, er müsse namens der Re—
ierung die allgemeine Weinsteuer ablehnen.
Abg. Kanitz (kons.) beantragt nunmehr, für den
zall, daß sein Hauptantrag abgelehnt werde, die Wiede.
erstellung der Regierungsvorlage, sowie Flaschenwein—
uind Schaumweinsteuer.
Abg. Weber (natl.) erklärt sich gegen den Antrag
danitz.
Abg. Gröber (Zir.) freut sich, daß der Schatzsekre—
är ausdrücklich erklärt habe, daß die früheren Zusicher—
ingen gegenüber den Weinbaustaaten eingehalten werden
ollen. Auch die durch den Eventualantrag Graf Kanitz
orgeschlagene Flaschenweinsteuer könne er nicht empfeh—
en, da dadurch die edleren Sorten geschädigt werden.
Nach weiterer Debatte wird der Antrag Kanitz betr.
llgemeine Weinsteuer, sowie die von der Regierung vor—
eschlagene Flaschenweinsteuer abgelehnt. Dafur stimmen
ur die Konservativen. Die Weinsteuer ist damit
änzlich gefallen.
Dann geht man über zur Beratung der Scha u m—
peinsteuer. Nach kurzer Debatte wird dieselbe mit
00 gegen 125 Stimmen angenommen.
Darauf erfolgt Vertagung.
Morgen Fortsetzung der Beratung der Steuervorlagen.
Schluß 7 Uhr.
Der Köpenicker in Paris. —VW
Es gab Zeiten, wo Deutschland seine Sensationen aus
baris bezog; die Zeiten haben sich geändert. Paris fäüngl
m. Abhnehmer für deutsche Sensationsladenhüter zu wer
en. Neben der verflossenen Berliner „Schönheits⸗Tänze⸗
in“ Olaa Desmond ist auch der Berliner Schuster Voidt
in Paris ctngezogen ünd ssndet däs, wäs er in Teu sch—
land, Gott sei Dank, verloren hat: das öffentliche Inter—
sse. Sogar der „Figaro“ widmet ihm ein Begrüßungs—
chreiben, das also lautet: „An den Schuster Voigt! Die
achricht Juͤrer Ankunft in Paris, mein Herr, war uns
eine angenehme Ueberxaschung. Sie sind für uns kein
Unbetannter; es gibt lelnei zzungen in unzeren Schulten,
der nicht von dem wunderbaren Abenteuer dieses deut—
schen Schusters gehört hätte, der allein durch die Macht
2ce83 guten Witzes und sotne Dreistigkeit „Hauptmann vor
‚Föpenick“ wurde. Ja wirklich! Sie haben an jenem Tage
hiel Sicherheit bewiesen. Sie haben gefühlt, daß in kei
er Stadt der Welt Fare Berson ympatcher vegruß;
verden würde, als iet. Tchon in Nancy hat man Ih—
ien zu zeiubelt. Man hat sich zum Anblick Ihrer Uni—
orm gedrängt, hat Ihre Ansichspostkarten gesaust. Die
Lariser werden nicht weniger begeistert sein; denn Varis
lebt das Rosenhafe und sein größtes Vergnügen ist es,
»ie Autorität zu verspotten. Frühzeitig schon lehrt man
ies die Pariser; kaum sind sie der Schule entwachsen, so
verden sie zum Hanswurst geführt, und dort lernen sie
ch freuen, wenn Polichinell den Potizisten ärgert. Sie
aben sich gesatzt, daß der Streich eines Schuhfückers, der
ch in der Maske eines Offsiziers militärische Ehren in
iner preußischen Kaserne erweisen ließ, geeignet war, uns
ußerordentlich zu ariüsieren, und Sie hagen Ihren Weg
tach Paris genommen. — Seien Sie uns wilikommen!
Zie sind besser als ein Possenreißer, Herr Hauptmann —
Zie sind ein Pychologe!!“ Mehr konnte sich der Schuster
jon Köpenick in seinem schönsten Altoholdusel nicht träu—
nen lassen, als diese feierliche Begrüßung an der Seine.
Vir gönnen den Parisern diese „Sensation“ aus vollem
derzen und wünschen nur, daß wir alle ähnlichen „Glauz—
uummern“ ebenso leicht los werden, wie den „Hauptmann
zon Köpenick“, dem übrigens mit dem Erlasse seiner
Ztrafe eine völlig unverdiente Gnade erwiesen worden ist
Spracherke.
Geratewohl, nicht Geradewohl! Selbst bei Ge—
ideten kommt die Schreibweise „aufs Geradewohl“ so
»st vor, daß es wohl verlohnt nachzuweisen, daß und
»arum sie falich ist. Die Wendung muß geschrieven wer—
zen: aufs Geratewohl, denn es gibt weder ein gerades
woch ein krummes Wohl, sondern hier liegt eine jener
etsche⸗Imperativ⸗) Bi!dungen vor, die uns namentlich in
er älteren Sprache häufig begegnen. „Gerate wohl!“ so
ief man zu Beginn eines Werles aus, dessen Erfolg nicht
icher war, wenn z. B. der Kriegsmann den Speer wari
»der der Spieler die Würfel im Becher schüttelte. Das
Gerate wohl!“ war sozusagen ein Segensspruch, den man
zesährlichen Unternehmungen mit auf den Weg gabe Die
Uteste Form ist „gerat wol.“ Meistenteils heißt es das Gerat—
wohl, doch sindet sich auch die männliche, vereinzelt so—
Jar die weibliche Form; ja Paracelsus, jener merkwür—
dige Arzt des 16. Jahrhunderts, gebraucht den Ausdruck
als Eigenschaftswort: „Sonst bist nur ein erperimentaror,
das ist, ein gerathewohler und ein verzweiselter Hojsfer.“
Gegenwärtig verwenden wir das Wort nur in Verbind—
ung mit auf und aufs. — Derartige Hauptwörter, die
auf wirkliche oder scheinbare Heischefsormen zurückgehen,
inden wir in unserer Sprache nicht selten. Man denke
tzur an das Vergißmeinnicht, an Stelldichein, Campes
lJüdliche Verdeutschung für rendez-vous, an den Blamen—
amen, Gedentemein, an Lebewohl, Tunichtgut, Wagehals,
Schlaglejstot ꝛc. Besonders häufig begeznen wir diesen
Biidungen in Eigennamen wie Fürchtegott, Leiden rost,
Bleibtreu, Hassenpflug (hasse den Pflug), Zuckschwert (zücke
das Schwert), Schmeckebier, Thudichum. Schlagintweit
(Plattdeussch, heißt richtig: schag ins Weite), Hauschilo
ind in vielen anderen
* *25 ⸗ ** * *
Qunst und Wissenschaft.
Farbige Bonmentaufanhnmen. Bisber hat man
sarbige Ryotographien nur herstellen können, wenin der
rufzunehmende Gegenstand während einer Epositionsdauer
pon einigen Setunden unbeweglich blieb. So waren na—
ürlich Afnahmen von schnellen Bewegungen unmöglich.
Rach einem Bericht der „Rature“ ist es jetzt drei Franzo—
en, den Herren Pavie, Osmont und Montpillard gerun—
zen, farbige Momentaufnahmen herzustellen. Sie brauchen
dabei Lumiersche Autochromplatten, auf denen die NAuf⸗—
iahmen mit Hilse von besonderen Lichtfiltern erzeugt wer—
den. Das Tageslicht jedoch genügt nicht; sie verwenden
zaher ein Blitzlicht, das durch Verbrennung eines Mag—
iessum⸗Phosphorpräparates entsteht. Hierbei ist dafür ge—
sorgt, daß die Verbrennungsdauer während der Aufnah—
me eine zwölftel Sekunde nicht übersteigt, andernfalls wür—
den Menschen, von denen sarbige Augenblicksaufnahmen
sergestellt werden sollen, infolge des starten Blitzlichtes
die Augen schließen. Bisher soll es gelungen sein, Bil—
der herzustellen, die in ihren treuen Naturfarben z. B.
einen Herrn darstellen, der eine Zigarette raucht und da—
dei gerade eine Tabakswolke ausstößt, ferner Augenblicks—
rufnahmen einer Tänzerin in schneller Bewegunga.
EX —EE—
0 6319 34 9— der noch eine groze Zukunft hat, kann sich mit jeder „Wie Sie doch immer den NRagel auf den Kopf
48 uge att. heron messen, ist die junge Dame noch unverheiratet?“ treffen, Herr Gouverneur. Vollkommen ausgeplünderi
—V — au rx »Wer, das Rammerkätzchen oder die Marquise?“ hin ich und wenn Sie vielleicht wissen, was das zu be—
Niqinal Roman von G6ustav Lange. ragte scheinbar harmlos der Sekrekär. deuten hat, so werden Sie meinen Wunsch nach einem
o „20, nennst Du das Aufmerksamkeit? Wie ich ges— „Dummkopf, was geht mich die Dienerin an; die Vorschuß begreifen.“
ern durch die Rue Clary gehe, da komme ich auch an Narquise nafürlia«w meine ich,“ entgegnete Claude „Unkerlasse Deine anzüglichen Reden. Deine Taschen
einem reizend in einem Garken gelegenen Haus vorüber Nouriez aufgebracht. sind ewig leer und wenn ich Dir jetzt Geld gebe, so ist
ind was sehe ich da überall an den Fenstern! Lilien. Roucher zuckte mik den Achseln und sein falsches es, als wenn ich Wasser in ein Faß mit einem Loche
veiße Lilien und Du hast das noch nicht bemerkt!“ Zeicht nahm einen pfiffigen Ausdruck an. gzösse. Aber ich will Dir noch einmal Vorschuß geben.“
„Gewiß, Herr Gouverneur, aber ich hielt es nicht „Wird wohl kaum verheiraket sein, denn sie ist doch Claude Mouriez griff in seine Tasche und hieit dem
er Mühe werk, sonderlich darauf zu achten. Wegen aoch so jung und eine Männesperf on wohnk nicht mi Zekretär mehrere Goldstücke hin, dessen Augen beim An—
ver weißen Blumen, die einige harmlose Frauen da in dem Hause.“ blick des Geldes wie die eines Raubtieres funkelnden.
jor die Fenster setzen, wird wohl die Republik wicht »Nun, tritt einen Schrikk näher, Roucher, ich wil „Bürger Mouriez, ich verstehe schon,“ entgegneke
leich gefährdet sein.“ Dir die Nablässigkeit verzeihen, Du sollst das Versäumte Roucher und dieses Mal hatte der Gouberneur nichts
„Mensch, hast Du den Verstand verloren? Weißtnachholeu. Suche Dich also heute über die Verhältnisse jegen die Anrede mit Bärger einzuwenden. Die beiden
Du nicht, daß das Tragen, Hegen und Pflegen von der Damen eingehender zu orientieren, besonders ob die Nänuer sind einig, ohne daß die Dektails bis ins Ein—
veißen Lilien jetzt streng verboten ist? Weißt Du nicht, unge Masquise noch frei ist. Du liebst die Dienerin elne erörkert zu werden brauchten.
paß wir es in solchen Fällen mit verkappken Royalisten das krifft sich gut, vielleicht hast Du Glück bei derselben.“ „Habt Ihr sonst noch einen Auftrag für mich,“ fragke
zu ktun haben. Wer sind denn die Frauen?“ „Und welches Hochzeitsgeschenk erhalte ich?“ ginç Koucher nochmals, als er schon die Zinke der Türe in
Roucher wußte nur zu gut, was diese Enkrüstungs- der Sekretär direkt auf sein Ziel los. der Hand hielt.
komödie zu bedeuken halkke, die der Gouverneur auffäührte. „Roucher, Du hast mich mißverstanden, wenn Du, „FRein, vorläufig nicht. Bis gegen Abend erwarke
Die beiden Ehrenmännern verstanden einander zu gut. innimmst, die Frauen interessierlen mich persönlich. Ich ch genauen Bescheid über die Frauen,— ich werde dann
„Es sind drei Frauen, die eine jung und sehr hübsch, jabe nur die Sicherheit der Repablik im Auge. persönlich zu ihnen gehen und ihnen den Kopf gehörig
ist die Tochter, die Altere ist die Mutter und dann noch „Darüber hege ich gar keinen Zweifel.“ Aber ich vaschen. weil sie sich so leicht über das Verbot hinwegine
Dritle auch jung und hübsch, das ist die Dienerin.“ vill noch heute hingehen und die Frauen wegen der eetzen.“
„Du scheinst sehr gut unterrichtet zu sein.“ zerbotenen Lilien zur Rechenschaft ehen.“* Der Sekretär entfernte sich wobei er die Türe mil
„Da könnt Ihr sehen, wie ich auf dem Posten bin, Claude Mouriez stampfte zornig mit dem Fuß auf eꝛinem unsanften Ruck aufffieß, worauf draußen ein
xber ich hallte die Frauen für harmlos und die kleine' den Boden und kraäk ganz dicht an seinen verschnitzt lär zumpfer Anprall und ein unterdrückter Auffchrei hörbat
dübsche Zofe gefällt mir.“ helnden Sekretär heran. vurde.
„Ah. sieh, also verliebl. Nun, komm kritt näher, Wenn ich nicht, bestimmt wüßte, daß Dir Deiné „O, verzeihen Sie, Madame,“ wandte sich Roucher
das krifft sich ganz gukt. Also wie heißen die Frauen?“ ochlauheit längst gesagk hat, welchen Weg Du einzu- an eine Frauengestali, die anscheinend hinter der Tin
„Es ist die Marquise von Callet mit ihrer Tochter.“ hlagen hast, um mir die erwünschke Aukunft zu ver jestanden hatte und nun bei dem plötzlichen Aufstoßen
„Callet, Callet, halt ich habe es!“ rief Claude Mou- haffen, so würde ich Dich im Augenblick vor die Ture HJart getroffen worden war. Wie tonnte ich ahnen.
riez. „Ist eine alte royalistische Familie, aber das macht derfen. Aber wahrscheinlich sitzt Du wieder auf dem aß Ihr hinter der Türe steht.“
nichts, die Zeiten haben sich geändert, der Adel gilt Trockenen und versuchst nun don hinten herum erst
nichts mehr und ich. der Gouverneur von Versailles vieder eine Zwasngsanleihe.“