Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

ðIOVSꝗa, der auf Antrag bdes Abg. Erzber gecrc
zeschlossen ist, liegen verschiedene Abänderungsanträge vor.
Schatzsekretär Sey d o w äußert nochmals seine Be—
»entken gegen diese Steuer, da sie chemische Produkte treffe.
Abg. Dietrich (kons.) erklärt unter Heiterkeit des
dauses, daß nicht nur seine Partei, sondern auch die
teichspartei und die Wirtschafttiche Vereinigung nuumehr
egen diese Steuer stimmen werden.
Abg. Erzberger (SZtr.) sagt, der Grundgedanke
iieser Sieuer sei jedenfalls gut, seine Freunde hätten aber
ben festen Willen, die Finanzreform ande zu bringen,
und seien daher mit der Ablehnung der Steuer einder:
tanden.
Abg. Weber atl.) zieht hierauf seinen Antrag
ruf namentliche Abstimmung zurück.
Vie Sitzung dauert fort.

Lokales.
Jollpflichtige Drucksachen. Vielfach herrscht die
rrige Voraussetzung, Kataloge und andere Reklamedruck,
jachen seien in allen Ländern zollfrei. Diese Annahme
trifft für zahlreiche Länder nicht zu, für andere ist sie
nur unter gewissen Einschräntungen richtig. Die Nicht⸗
beachtung der bestehenden Zoll- und postalischen Vorschrif⸗
ren kann beim Versand von Reklamedrucksachen zu den
inliebsamsten Weiterungen führen. Das Verkehrsbureaut
»er Berliner Handelstammer hat deshalb die auf die
Verzollung von Katalogen, Preislisten und anderen Re—
lamemitteln bezüglichen Vorschriften gesammelt und in
rinem zunächst zum Dienstgebrauch bestimmten Heftchen
aãbersichtlich dargestellt. Da die Uebersicht geeignet sein
dürfte, denjsenigen Firmen, die Kataloge usw. nach dem
Auslande versenden wollen, einige nützliche Winke zu ge⸗
ben, wird sie den Interessenten unentgeltlich zur Verfüg—
ung gestellt. Das Heft kann gegen Einsendung von füns
Pfennig Porto vom Verkehrsbureau der Handelskanme;
zu Berlin bezogen werden
Streichhölzer. Das Aufkaufen von Streichhölzern ist
uuch anderen an Orten ebenso erfolgt, wie in Dudweiler. Von
oielen Otten, auch größeren, wie Sulzbach, Forbach ufw.
wird der Ausverkauf in den meisten Geschäften gemeldet.
Es ist ganz unerklärlich, wie dies gelommen iss. Auf Spe—
rulation ist die Sache nicht gut zurückzulühren — man muß
her annehmen, daß cin Spaßvogel seine Hand dabei im
Spiele gehobt hat.
Eine ministerielle Verordnung gegen Schnaps—
vonbons. Die Schnapsbonbons stammen unseres Wissens
aus den Vereinieten Staaten von Nordamerika. Alkohol—⸗
lüsternen Dämchen der sogenannten guten Gesellschaft, die
ich schämten, offen zum Likörglase zu greifen, wo te man
es dort ermöglichen, ihren Appeitt in einer gesellschaftssähigen
Weise zu befriedigen. So erfand man das Schnapsbonbop.
Es ist nichts anders als ein Kognak, Rum, Arrak oder
onstiger Likör in dünner Schokoladen- oder Zuckerhülle. Die
Sachen werden als Pralines oder sonst in ansprechenden
Formen hergestellt, und bekanntlich kann man sich an dieser
hjeimtückischen Ware genau so gut einen Rausch holen, wie
aus der Flasche. Zahlreiche Beiipiele liegen dasür vor. Auch
in Deutschland werden seit Jahren solche Bonbong hergeftellt
und das Zeug ist so billig, daß einige Pfennige Taschengeld
hinreichen, um den Alkohol in dieser verführerischen Form
jedem Kinde zugaͤnglich zu machen. Wiederholl ist in etzter
Zeit nachdrücklich auf diesen verkappten Alkoholverschleiß
zingewiesen. Man hat die Gefahren der Schnapsbonbons
namentlich für die kindliche Gesandheit betont und an die
zahlreichen Gutachten der Aerzte erinnert, die alle ernstlich
varnen, Kindern Alkohol in irgend einer Form oder Menge
zu geben. Diese Bestrebungen hatten den Erfolg, daß vor
inigen Monaten der preußische Kultusminister eine Verord—
aung gegen die Schnapsbonbons erließ. In ihr werden die
Reglerungspräsidenten auf die Gefährlichkeit dieser sogenann—
en Näschereien hingewiesen. Als »eispiel führt die Verord⸗
aung an, daß 15 Siück Konfelt, die 100 Gramm wogen
und 28 Pig. kofteten. einen vollen Eßlöffel voll Tunkbrant⸗
wein enthielten. Der Minister bezeichnet gleichfalls diese
Bonbons ans eine große Gefahr für die Kinder. Er weist
die Regierungspräsidenten an, in geeigneter We se aufklätend
auf die Bevölkerung zu wirken und Maßregeln gegen die
Lerbreitung des Uebels zu ergreifen. Vielleicht wirkt das
Beispiel Preußens auch in anderen Bandesstaaten.
„Der Verein für bergbanlichen Interessen hat eine
Eingabe an den Bundesrat gerichtei, in der auf die Reichs—
versicherunggordnung Bezug genommen wird. Wir lesen da:
„Der Fürsocge für die Hinterbliebenen soll grundsätz
ich zugestimmt werden. Der Entwurf zu dem Reichsgesetz
ꝛerücksichtigt jedoch nicht zur Genüge, daß der preußische
Bergbau bereits nach Landesgesetz für die Hinterbliebenen
seiner Arbeiter eine viel weiter gehende Fürsorge getroffen
hat, als sie der Entwurf vorsieht. Erwägt man weiiler,
daß der Bergbau im Gegensatz zu allen andern Gewerber
neben der Reichsinvalidität die Bergbauinvalidität mit zu
enlschädigen hat, so muß zur Verhüulung von weiteren Be—
astungen entschieden gefordert werden, daß bei der vom
kntwurf neu eingeföhrten Hinterbliebenenversicherung die
Doppelo rsicherung gesetzlich ausgeschlossen wird.“
Die Eingabe schließt mit den Worten:
„Zurzeit, wo Handel und Gewerbe mit neuen Steurrn
helastet werden, wo überall zur Sparsamkeit auf,esordert
wird, wo der Ruf nach Verminderung der Beamten im—
mer lauter wird, muß erstrebt werden, daß der Industtie,
namenthich dem Bergbau, nur die Lasten auferlegt wer—
den, die die Ausdehnung der Arbeiterversicherung nach
dem Entwurf mit sich bringt. Zu ihrer Durchführung
dürfen nur die Kosten aufgewandi werden. die unbeding
erforderlich sind.“
„Müßiggang ist aller Laster Anfang“ ist ein
vahres Wort, das die Ecfahrung täglich von neuem be—
tätigt, und daß jede Mutter bei der Ecziehung ihrer Kin—⸗
er beherzigen sollte. Eine Mutter schreibt uns darüber
olgendes: Ich habe meine Kinder von klein auf den Wert
der Arbeit gelehrt, und ich bin wahrlich nicht schlecht dadei
jefahren. Das habe ich erst so recht erkannt, als meine
Ielteste sich vor einem Jahr verlobte. Ich kann wohl sagen,
)aß mein Mann fast garnichts für die Wascheausstattung
auszugebeg brauchte, weil meine Tochter sich's zur Ehre
cechnete, alle nötigen Wascheftücke selbst herzustellen. Mi
dilse der im Verlag von John Henry Schweri, Berlin W.
37, erscheinenden „Illustrierten Wäsche⸗Zeitung“ ist ihr dies
uch ganz vorzüglich gecungen, und ich möchte gern alle
Nütter und ihre Töchter zu einer Besichtigung einladen, um
huen zu zerlegen, was ein wenig Fleiß erreichen kann“
onnements für nur 60 Pf. vierteljährlich durcch alle Buch⸗
andlungen und Postanßalten. Gratis Probenummern durch
eren und durch den Verlag John Heury Schwerin, Ber—
n W. 57.
Aus Baden. In Feudenheim erschoß sich der 15 Jahre
'e Metzgerlehrling Fritz Erdel aus Mannheim mit der 36.

zutmaske. Er deglte diese so au, daß der Schuß direkt in
as Genick erfolzte und den alsdaldigen Tod zue Folge
atte. Furcht vor Strafe infolge Veruntreuung von Geldern
all die Ursache sein.
Für unsere Haussrauen. Um unseren Hausfrauen
ine qute Gelegenheit zu verschaffen, fich zu billigem
zreise in den Besitz eines guten Kodbuches g zu
etzen, haben wir mit einer großen Verlagsbuchhanblung
inen Vertrag abgeschlossen. Wir können das Kochbuch, das
ines der besten für die bürgerliche Küche ist, unseren Haus⸗
rauen zu dem billigen Preise von 1 Mark WPfg. liefern
»esserer Einband Mark 1,50). Alles weitere siehe Anzeige.
Nus Nab und Zern.

* Köln, 3. Juli. Gerbrechen?) Gestern Nach—
nittag wurde obverhalb der Marienburg in der Nähe von
döln die Leiche eines Schneiders aus Köln im Rhein ge⸗
unden. Nach dem Aussehen der Leiche vermutet man ein
berbrechen.
* Geldern, 3. Zuli. (Kinbruchs diebsta 694.)
zn der Nacht zum Donnerstag wurde in der Wohnung
es Landesrats von Nell ein Einbruch verübt. Den
dieben fiel dadei eine eiserne Kassette in die Hünde, ent⸗
altend eine Anzahl anater Taschenuhren aus Gold bez.
Alber, teilweise mit Perleneinfassung, getriebenen und
maillierten Gehäusen, serner Wappenringe, Wappensteine,
zemmen und andere Petriosen. Ein Kriminalkommissar
us Duisburg nahm mit Hülfe eines Polizeihundes die
dachforschungen auf, die auch zu einem teilweisen Ergeb⸗
iis führten. In einer angrenzenden Baumschule wurda
te Kassette erbrochen aufgefunden, samt einigen Gegen⸗
känden, die den Dieben entweder als wertlos oder als
u schwer absetzbar erschienen waren. Auf die Ergreifung
»er Täter ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesehit.
* Duis burg, 3. Zuli. (Drei Personen er—
t ickt.) Als der Metzgermeister Kremer die Senkgrube
eines Hauses reinigen wollte, wurde er von giftigen
vasen betäubt und stürzte in die Grube, ebenfo seine Frau
ind ein Verwandter, die ihn retten wollten. Alle vrei
rstickten. Zwei an der Rettung beteiligte Maurer wur—
en in das Krankenhaus übergeführt, wo einer hoffnungsos
 darniederliegt.
*Dortmund, 3. Juli. (Moch gut abgel aufen.)
In der Nachbarstadt Hörde wurde das Gasrohr des Hoch⸗
»fens des Hörderwerks in der Nähe der „Seekante“ in⸗
olge Geringerwerdens des regqulierenden Wasserdrucks un⸗
»icht. Der Schwaden verbreitete sich auf die Straße und
n die, Hänser der „Seekante“. Zahlreiche Personen wur⸗
en ohnmächtig; etwa 30 wurden ins Krankenhaus ge⸗
racht, erholien sich jedoch nach kurzer Zeit.
* Gelsen kirchen. 3 . (Grubenuntee.) Aujf
er Zeche „Alma“ errit een Vierdetreiber so schwore Ver—
etzungen, daß der Tod cuf der Stelle einteat. — Auf der
Feche „Pluto“ fiel ein Schachthaner 70 Meter tief in den
Z„chacht. Der Nnappe konnte nur als Leiche zutage ge—
ördert werden.
* Vom Rhein, 3. Juli. (AbrufeApparate.)
die probeweise eingeführten neuen „Abruse-Apparate“ in
en Wartesälen mehrerer Bahndöfe haben sich so gut be—
vährt, daß sie in größerem Umfange beschafft werden sol—
en. Sie ersetzen den „Mann mit der Glocke“, der etwa
bis 10 Minuten vor Abfahrt eines Zuges nach reich—
ichem Schellen das Publikum auffordert, einzusteigen. Das
ästige Schellen und die lange Littmei, die oft auf großen
Bahnhöfen kein Ende nimmt, und dazu entweder garnicht
»der nur halb verstanden wird, hört anscheinend nächstens
iuf. Der Abrufe-Apparat, der vom Stationsgebäude aus
zeftellt wird, macht das alles geräuschlos. Das Publikum
nuß sich allerdings auch erst daran gewöhnen. Auf den
erschiedenen Flächen des elektrischen Abrufers erscheinen
ie Stationsnamen, z. B. Köln-Düsseldorf, Rüdesheim—
Viesbaden-Frankfurt a. M., Mainz-Bingerbrück usw.
* Frankfurt, 3.Juli. (Selbstmord.) Die acht
ehnjährige Maria Polers aus Gotha in Sachsen-Alten—
urg, welche hier bei Verwandten in der Eschersheimer
zandstraße zu Besuch weilte, brachte sich einen Schuß in
ie rechte Schläfe bei. Sie wurde nach dem Heiliggeistospital
 gebracht, wo sie ihren schweren Verletzungen er—
egen ist.
* Fraukfurt, 3. Juli. Automobil-Unfall.)
Am oberen Oederweg, an der Ecke der Fichardstraße, er—
ignete sich ein schwerer Automobilunfall. Ein Automo—
»il, das von der Stadt den Oederweg entlang fuhr, ka—
ambolierte mit einem Radfahrer, der in vollem Tempo
uus der Fichardstraße kam. Der Radfahrer, ein junger
MNann, wurde zur Seite geschleudert. Er blieb bewußt
os liegen und wurde im Automobil ins Bürgerhospital
ebracht. Außer einem Armbruch und sonstigen schweren
Berletzungen hat er eine Gehirnerschütterung erlitien.
* Frankfurt a. M., 3. Zuli. (Berhaftete Ta
schendiebe. Im Franktfurt-Münchener D-Zuge, der
Kachmittags 4 Uhr 30 Min. hier eintrifft, beobachtete man
rei Zugdiebe. Als sie ausgestiegen waren, entwendeten
ie im Gedränge einem Fahrgast die Brieftasche, worauj
ie verhastet wurden. Es sind drei elegant gekleidete Rus⸗
en, die alle drei geläufig deutsch sprechen. Man fand bei
huen ziemlich viel Geld und bei jedem ein großes schwar—
zes Buch, das sie vermutlich zur Ausübung ihres Gewer—
»es benutzt haben.
Honoratioren. Zuweilen begegnet man noch diesem
eltsamen Fremdwort, das „die Geehrteren — lateinisch:
onoratus, honoratior —, die Angeseheneren“ bedeuret;
ber meist ist es dann falsch geschrieben; selbst in Roma—
en — denn unsere Setzer machen gar zu gerne Honora⸗
ionen (Beehrungen) daraus, und das ist ein Fremowori.
»as wohl kaum in unserer lieben Sprache vorkommt. Aber
ind es wirklich allein die Setzer? Hört man es nicht
ziel öfter, als man es liest? Und hört man es dans
uicht auch so oft mit einem n statt einemer? „Die Stan—
espersonen, die Vornehmen“ würden uns nicht zu sol—⸗
hem Fehler versühren; geben wir also den Hongoratioren
ndlich den Laufpaß
Moderne Operettenfabrikanten. „Na
nein Lieber, so eine Operette ist keine einfache Sache!
Dda gehören tüchtige Leute dazu: zwei, die den Jext ei⸗
aem dritten stehlen, und ein vierter. der die Meledie dem
nften stiehlt“

Tosegramme.
Metz 4. Juli. Nachdem bei klarem Himmel gestern abend
zach 11 Uhr das Lufrfchiff bei Biberach aufgestiegen war,
dlug es sofort die Kichtung nach Ulm ein und fuhr die
zahnlinie entlang. Es berührte Um um 1.250 Uhr und
uhr in einer Höohe von 200 —300 Meter. Eine vieltausend
öpfige Menge begrußte das Erscheinen des Luftschiffes. Die
lutos, welche bis dahin das Luftschiff begleiteten, gaben die
jahrt auf, da das Lauftschiff von hier ab mit einer Ge—
hwindigkeit von 60 Kilomete. die Stunde fuhr. Pforzheim
zurbe erreicht um 245 Uhr und Karlsruhe um 8 Uhr,
Aitsch um 4.50 Uhr Saargemünd 5.30 Uhr. Kurz nach
inhalbs Uhr wurde das Lufifcheff in Metz gerchtet und um
Ubr lag das Schiff bereits in der Hall⸗

Metz, 5. Juli. Ueber die Ankunft des „Z. 1“ an seiner
randungsstelle bei Frescaty wird noch gemeldet: In Fach—
reisen zollt man der ganzen Fahrt und der erreichten Ge—
chwindigkeit hohe Anerkennung. Auch die vor der Auf—
sdhme in die Halle ausgeführtenManöder haben wegen ihrer
hurchsührung geradezu überrascht. Das Luitschiff fuhr zu—
rächst in einem weiten Bogen um den Hallenplatz, kreuzte
iber die Stadt hinweg und verfolgte sodann einen Kreis,
der etwa die Forts einschließt. Major Sperling und Haupt⸗
nann George nahmen sofort, nachdem die Riesenhalle den
„8. 1“ aufgenommen, eine genaue Inspicirung des Ballons
jor. Außer einigen leicht verbogenen Rippen l'eßen sich keine
Zeschädigaungen nachweisen. Die beiden Motore waren völlig
utalt. Die Besatzung bestand außer dem bereles genannten
Major Sperling uad Haupimann Grorge voch aus dem
Ingenieur Müller, dem auf besonderen Wunsch des Prinzen
Zeinrich an der Fahrt teilnehmenden Signalwart Metze, den
Monteuren Halten und Weik und dem Hilfgmonteur der
ruftschiffer⸗Abteilung Lahe.
Berlin, 5. Juli. Gestern sind die Verhandlungen
wischen den Parieten der neuen Mehrheit und der Regier—
ing sortgesetzt worden. Es ist aber unrichtig, daß das
dompromiß schon so gut wie abgeschlossen ift. Man ist viel⸗
nehr zu keinem positiven Ergebnis gekommen. Es soll in
Iussicht stehen, demnächst eine Konferenz mit den Finauz—
aunistern der Einzelstaalen zusammen zu rufen.
Berlin, 5. Juli. Im Reichstage verlautet heute, daß
are jungkonservative Partei in der Bildung begriffen ist,
yeren Enlsteheung auf den Gigensatz in der Erbschaftssteuer⸗
rage und anderen schwebenden Fragen zwischen der konser—
»ativen Parteilcitung und einigen “onservativen Vereinen
urückzuführen ist.
Berlin, 5. Juli. Auf dem Felde bei Plötzensee wurden
estern fünf Knaben bewußtlos aufgefunden, bei denen
ich schwere Vergiftungserscheinungen zeigten. Man brachte
die Kinder, so schnell es ging, ins Krankenhaus, doch starben
anterwegs drei, die beiden andern liegen schwer eckrankt dar⸗
nieder. Die Kinder hatten Schirling gegessen.
Frantfurt a. M. 83. Juli. Die 18jährige Maria
Polers aus Gotha in Sachsen⸗Altenburg, welche hier bei
Verwandien in der Eschersheimer Landstraße zu Besuch
veilte, brachte sich einen Schuß in die rechte Schläfe bei. Sie
vurde nach dem Heiliggeist⸗Hospital gebracht, wo sie gestern
abend ihren schweren Verletzungen erlegen ist.
Frankfurt a. M. 4. Jult. Im Frankfurt-Münchener
D.eZuge, der nachmittaas 4 Uhr 30 Min. hier einlrifft, be—
obachtete man drei D.-Zugdiebe. Als sie ausgestiegen waren,
mewendeten sie im Gedcänge einem Fahrgast die Brief—
rasche, woꝛauf sie sofort verhaftet wurden. Es sind drei
legant gikleidete Russen, die alle drei geläufig deutsch spre—
hen. Man fand bei ihnen ziemlich viel Geld und vei jedem
ꝛin großes schwatzes durchsichtiges Buch, das sie vermutlich
zur Ausübung ihres Gewerbes benutzt haben.
—WMunchen, 5. Juli. Die städtischen Kollegien haben
beschlossen, dem de utschen Kaiser für die Uever—
assung der Schackgalerie die große goldene Bürgermedaille
zu verleihen. Die Medaille soll durch eine eigene Depu
ation dem Kaiser, wenn er aus Anlaß der neuen Schaͤc
Ilenie Ende September nach München kommt, überreich
werden.
* Budapest, 5. Juli. Die politische Krise wird ein
vorläusiges überraschendes und nach den Vorkommnissen
der letzten Tage kaum erwartetes Ende finden. Wekerle
vird vom Monarchen mit der propisorischen Wetterführ⸗
ing der Geschäfte bis Herbst in Gemeinschaft mit den
bisherigen Ministern betraut werden. Die neuen Ver
zandlungen zur Entwirrung der Lage werden erst wie—
der im Herbst bezinnen. Wer mit denselben betraut wird,
st noch nicht bestimmt. Dadurch entfallen vorläufig all⸗
weiteren Kombinationen.
* Budapest, 5. Juli. Der Fürst⸗Primas von Ungarn,
dardinal Vaszary, ist nicht unbedenklich ertrantt!
* Paris, 5. Juli. Die Rennstallbesitzer legten sich hei
»en Trainers ins Mittel, um eine Beendigung des Stall
ungenstreiks zu ermöglichen.
* Konstantinopel. 5. Juli. Das Regierungsblatt „Ta—
uin“ gibt nach englischen Inspirationen den mesentlichen
Inhalt der für Ende dieser Woche erwarteten More ver
retischen Schutzmaächte wieder Bemerkenswert
ist, daß die türkische Presse seit zwei Tagen einen ruhiac⸗
ten Ton anschlägt. In Regierungskreisen wird vorsichert.
»aß die Türkei das gewiß bexrechtigte Verlangen stellen
volle, den vier nach Kreto bestimmten Stauonßren dar
Mächte auch ein türkisches Kriegsschiff anglicder. zu dürfen.
*s Teheran, 5. Juli. Der engische Und ruffiche Ver
reter hatten eine Mudrenz beim Schah. Sie «
lärten, der Schah habe auf eine Unterstützung der Mächte
ticht zu rechnen. Fer Schab will nicht nachgeben er hoff
u siegen.
* Washington, 5. JInii. Tas Agrikulturdepartement
eilt mit, die Denunztatton enes entlassenen Kontrollbe—
imten gegen die janitären Zustände und die angeblich un⸗
senügende Auisicht in ben Schlachthäuser'n in St.
ones sei durch ne genaus Untersuchung als vollkom—
nen unbegrimdet erwiesen worten. Ein Detailbericht der
Antersuche askonm nission wird nickt veröffentlicht.
Samaden, 2. Jali. In den Felsen oberhalb von
Schanss im Aberengadin stuürzte gestern nachmittag auf einem
Schuleransfsug der 18zährige Zögling des Instituts , Engadine“
Fritz Sothold aus Frankfurt a. M. und war sofort tor.
Brüssel, 5 Jali. In einer Kohlengrube bei Charleroi
wurden durch herabstürzende Steinmassen gistern nachmittag
tBergleute verschüttet. Drei blieben tot, der vierte ist schwer
erlezt.
Le Mans, 5. Juli. Zwei Soldaten, die auf einer
Radtour begriffen waren, wurden auf dem Bahnübergange
»on enem Zuge überfahren. Einer wurde auf der Stelle
zetötet, der andere tötlich verletzt.
London, 5. Juli. Von den 50 Arbeitern, die durch
den Dammbruch beim Bau des neuen Docks in Newyork
Wales) verschüttet worden sind, sind 24 umgekommen.
Winnipeg, 3. Juli. Ein Zyllon, von Hagel begloitet,
ötete gestern in Gainsboro. Provinz Saskaichewan, drei
ind verwundete 30 Menschen schwer.

under, hervoeregend bewanele
meßa Jahrung.
Die kinder gedeihen
* vorzuglies dabei
— u. leiden nient an
Kosf. Verdavunqssförung.
            
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