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Phongnement —sweis
aunutlich 70. 4 frei in's
Haus gebracht,
dei der Post bestellt A 2,26
vierteljährl.
Amtliozces Publikationsorgan
für die Bürgermeisterei Dudweir
Mit zwei Veilagen:
Sonntagsblatt und Fumoristiscze Vlätter.
Reklaumen
25 4 pro Spoltiq
Potitaoile.
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VSei Jahres Aonng vie
boachster Rabatt.
s dauernd vermteden hat, es sei denn, dant eaannn b
dem Auftreten des württembergischen Finannunstere
Sachen der Weinstener absieht, der Welt daa Tarnine—
der hadernden Bundesstauten zu geben. Jeth den
dlötzlich, als bräche in dem allgemeinen Wörraud au.
diese Tradition zusammen: Wir erfulwen aus iteut ad«
weniger inspirierten Blättern, daß sich inneryulb des Ranr
desrates kletne Konventilel bildeten, in denen utan ub
die „Fuchtel“ des Reichstanzlers schmähte, der trot icin
teten „Politesse“ doch „urch die kategorische und veren
orische Art, wie er für seine Wünsche nach der sorn
tischen und äußerlichen Seite oft ĩast übertbe as
ichtung begehrte, geradezu verletzend gewirtt dbet w
hörten, daß er in seinem Vertehr mit den einzelnen B—
»ollmächtigten auch der größeren Einzelstaauten es ve—
äumt habe, „dem berechiigten Ehrgeiz, wo er gricaen
ich auch in Konkurtenz mit dem seinigen aunat, seart
donzejstonen zu machen, als ug und nützech dweie
väre“. Und neben einer Fülle von Einzelhetten wärt
rzählt, daß zwischen den einzelnen Bevollmachtinten a
eit Jahren nicht mehr ein levendiger Meinnucsutani
über äußere und innere Reichspolitit, sonvern in VDe
sahren in Popier und Briefen und mitsels u eerene
Personen stattfand“.
Mit diesen secharf zugespitzten Indiskretibnen, de
Ursprung man doch wohl noch einmal nachtehen soli
zumal sie sich in einem angesehenen konserbve nven o
und in der so oft vom gieichstanzleramt betuete o
ntjchen Zeitung“ fanden, sollte in den bitteren Tiunuk, de
wir jetzt ohnchin auslösseln müssen, noch ein staites Sr
Zyankali genischt werden, um die öffentliche iriun
zu vergiften. Als vor vierzehn Tagen Fürst Biilnwwnn
Reichstage die volle Uebercinstimmung und Eiumurigle
des Bundesrats verkündete, da hat man sich gefreut, de
der stärkste Pfeiler des Teutschen Reiches keine ine zcio,
Amsomehr mußte es verwundern, als vor eimgen Tat
die Uneinigleitsgerüchte verbreitet wurden. Durch de
lürungen des Bundesrates und des Vertreters des dieirh,
anzlers ist der Gisttrank noch rechtzeitig ausgeschuttet wo
den, ehe er noch seine unbeitvolle Wirkung aubsuben foma
Der klare Ton und das flotte Eingreisen der enenu
tungsmaschine coram publiko war am Plahe. hbat in
mer hat man so prompt gearbeitet. Es ist osr gent
geschehen, daß man den üblen Gerüchten Zeit lesße
einzufressen, die Stimmung zu vergiften und setitekit
auch die Wirkung zu üben, die so oft der Verteunon:
anhaitet: daß ein peinlicher Rest auch dann üdh übe
bloeibt, wenn der Verleumder entlarvt ist.
Wie das Gerücht enistehen konnte? Es ist nozen
geklärt. Warum es Glauben gefunden hat? Tas
der verworrenen inneren politischen Lage eber an
stehen, denn in solchen kritischen Zeiten finden
unglaublichsen Geruchte willtige Ohren. Und
dazu noch halbamtliche Saatter sind, die sie —
was Wunder, daß sie allgemein geglaubt wr
halb sie verbreitet wurden? Es wäre Zeitwe
mit dieser Frage lange zu beschüttigen: e
lich noch mehr verwirren.
Die Einigkeit im Bundesrat sollte man
lich als etwas Selostverständliches anchen,
hie und da Meinungsverschiebdengeiten zwisn
zelnen Bundesstaaten unvermeidlich sind, die
verständeich in aller Ruhe und unter Auei
sentlichkeit etledigt werden. Aber das Selen
ist nicht immer Gemeingut der Erkenntnis.
ist es gut, daßz die Herren von Bethmann—
Graf Lerchensend schon im ersten gegebenen
Fuß erboben und der Ratter den Foniee
noch iterhen koöonn—
Ferninrech⸗-Anschluß Soarkrücken Nr. 69, 259, 269 u. 19
NRedaktion, Druch und Verlag von J. Unterheler, Dedweiser
⸗ ⸗
Sweites
F Sacht herauswagen. VBas englische BWolt in, uve.
* aJ itt die Freundschaft mit Ruhland wegen der dort herrschenden
* Zuftaͤnde und namentlich mit Rüctsicht auf die Beschich
— — lJhig eines enzlischen Dampsers in der Rähe der Stan
dardreede sehr wenig erbaut, und wenn es dem Zarer
etwa eingefallen wäre, London zu besuchen, so wärer
Zwischenfalie vielleicht nicht ausgeschlossen gewesen. Po
utiche Bedeutung ist der Rundreise wohl kaum in hohem
Maße beizumessen, es handelt sich um eine einfach
Staatsvisite, um cinen Akt der Höflichkeit. Die politische:
Fragen werden bei den Unterredungen wohl geitreift wer
den, aber irgend eine Versebung dor internatinna.e
Lage ist nicht zu erwarten.
In Oesterreich-⸗Angarn herricht bei der parlaments
losen Zeit Ruhe. Nur in Ungarn will die Krise nod
immer kein Ende nehmen. Das Kabinett Beeckerle gel,
und die Mission Lukacs ist gescheitert. Damit ist die En—
wirrungsatrion vorlaäusig vertagt. Kossuth soll zwar zum
Faiser berusen werden, ob aber ein Kabinett unter sei—
ner Führung Lebenskraft in sich birgt, das wird von vie
len Polititern bezweifelt. Durch eine vorläufige Vertag
ung der Bankfrage wird keine Lösung herbeigeführt und
bei nächster Gelegenheit tritt sie mit größter Schärfe her
or. Die Entscheidung Kaiser Franz Josesfs ist noch nicht
gefallen; vielleicht wird die aganze Angelegenheit bis zum
Herbst vertagt werden.
Im Lande der Sonne, in Persien, hat die verflos—
sene Woche dem Schah in Schah manche schlaflose Nacht
bercitet. Die rächende Nemesis breitet ihre Arme aus, um
die zahllosen Greueltaten des persischen Herrschers zu sith—
nen. Ein allgemeiner Volisaufstand ist organisiert. Un—
zählige Massen ziehen gegen Teheran, um die Absetzung
des Schahs zu fordern. Die russischen Kosalen werden ihr
ja vorläufig noch zu schützen wissen, aber das Voltsele
ment ist wutentfacht und wird auch diesen Damm zu be
wältigen wissen. Wehe dann dem Mörder auf dem Throne—
der Kadscharen! Das Voll wird mit ihm furchtbar zu
Gericht sihen. Vielleicht gelingt es den russischen Kosa—
ken, sein Leben zu retten, aber Schah wird er iedenialls
nicht bleiben.
In Mtarokko ist man dabei, auf französischen Ein
luß hin das Prestige des Sultans Muley Hafid in der
Welt herabzusetzen, um Frankreich den Weg für einern
ienen Schachzug durch Marokko zu ebnen. Mögen dit
Franzosen mit den Leuten machen was sie wollen, die
ertsche Regierung wird sich wohl in dieser Frage kein⸗
5zrtravagganzen mehr erlquhe
MNochen⸗Mundschau.
Aer „Siebenschläfer“ hatte uns Regen beschert und da
nand es im Vorsmunde sest, daß wir nun sieben Wocher
ittreenander von oben geliegnet werden würden. An
ine wle es ja auch so scheinen, aber am Mittwod
Rhoend utde der duntle Himmel lichter und der Reger
neun ein Eude. NRun ist es ja nicht ausgeschlossen, da
wir in ben nächsten Tagen von oben noch manche nasi
Tusche betommen, aber fienen Sochen wird es wohl nich
Nucrue
islae der Vertagung des Reichscages auf einige
dagse zuncte sich für den geplagten Zeitungsmann di
„Zaurreguctenzeit“ so recht bemertbar. Hinter den KRulisse:
ourde doan den VTarteiführern noch einmal der letzte Ver
sich gentaißzt, zwischen den Blockparteien in punkto Reichs
sincuzreon irgend eine Einigung zu erzieten, aber al—
es vergetens, vergebene Liebesmah'. DTer Block gehör:
der cneanenheit an und es wird nicht allzulange wäh
ren — 114,t nur 14 Tage —, dann tritt seir
Seart Uund Moöister ebenfarls von der politischen Bühne ab
Vietlettiet wird er Herzog von Flein-—Fbottbed
und verhrtagt setne lezten Tage in stitter Resignation in
der inunn gerörigen Villa Malta. Fürst Bülow hat neun
Jcahre fang den verantworrungsvollen Kauzlerposten aus—
geftit. Eine lange Zeit, neun Jahre. Wit WBilhelm 2.
zerstand er sich besser wie seine Vorgünger Caprivi und
Hogßentose. Und Raiser Wilhelm hat ihm auch tüüchtig
ie Siange gehalten, aber jetzt schien er es nicht mehr zu
dnncu, wein der Vundesrat ungst vor cinent roten
teitrttan bat. Eine Auftösung ist ein recht zweischneidi—
Jes DAAAnvert, und weil es sich um die heitle Steuerfrage
uidelte, wird sich der Bundesrat wohl gedacht haben,
eer einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem
Ddache. Sedel warde wohl mit einer stattlichen Gefolg
chatt in deu neuen Reichstag Einzug hatten und davor
raut dem Bundesrat. Es wiro also wohl beim alten
dleiecte, die neue iehrheit behält das Heot in der Hand
and put ihr so. l die Reform unter Ausschaliung einiger
Steueru ducchzeführt werden. Nach vollendecter Arbei
delnt Fürit bew und ein anderer kommt. Ver es scir
mitd, weanz man nicht. Fiser Wilhelni bat cunnal ge—
nct. daz er für derartige Fälle inimer cinige ecignete
jutea vorrüing babe. Oo das auch dieles Bial der
Fal. t, p. iß man nicht, eine csümmite Sersfon ist unse
roes ens noch nicht ian Aussicht genommen. VBeres
sein ey., derüber schreiven findege Lete on ange
cine ee amen wird gentenn, und icticnich ist es
auca cinee davon, weit der reis der in rract foti
mesen Ferren zur ein sehr tleiner ist. BRcrürtich sint
anh Uederithungen nicht ausgeschlossen, aber porutit
daei ian oaucc:t, daz der raifer mir dem Fürster
Blicxo, uner den wenigen, die überhaupt in Betrack
omnen. die Auswaßl des geeigneten beraten wird.
Tas in den leblen Tagen herrschende Unweorter hat
auch dem zieichsluftichiff „Z3. 1“, das von Friedrichshafer
nard Betz überführt werden sonde, einen Streich gespiet
Ss bet vei Biberach einen unfreiwilligen Aufenthalt vor
einißzen Tanen nehmen müssen, und war währernd diesen
Zeit den Uneiiden des Sturmes und des triesenden die—
dens außgezeßt. Für die Besatzung wird der Ausenthali
ruf freten Feide wenig angenehm, aber doch höchst lehr
eich dewejen sein. Das eine siebt nun seit. das Zeype
in⸗Snnent hat eine Zuktunft.
Dor Hercjcher aller Reußen, der Zar von Rußland
hat ĩeine arbße Reise mit einem Besuch in Stockholm be—
onnen Ei wird in den nächten Tagen seine Visiten
karte bei einer Reihe europäischer Höse und Staatsober
härptern angeben. In Frankfreich, Italien und England
chicktt man sich an, Protestversammlungen gegen den Em
pfiang des autokratischen Herrschers zu veranstalten. De
uijiicbe Fatser, dem man bekanntlich schon lange nac
m Leben itrebt. wird iich wohl kaum aus seiner sichere
42 7—. — —
Die angebliche Uneinigkeit
ut Bunudesrat.
Die vom Staatssekretär von Bethmann-Hollweg und
dem Bayrischen Bevollnmöchtigten von Lerchenfeld in der
Donnersstag-Sizung des Reichsstages abgegebenen Erklär
ingen, durch welche die in den letzten Tagen in führen
»en Blättern enthallenen Gerüchte über eine Verstimmungç
nnerhalb des Bunbesrats in das Reich der Fabel ver
viesen werden, waren von großer Wichtigkeit. Es hatt
sich verlohnt, didses Thema auf die nächste Tagesordnun
zu setzen, aber bei der allgemeinen Spannung, die inner
halb der Parteien wegen der Reichsflnanzreform herrscht
hegt man nur den einen Wunsch, vorwäres zu kommen
iuf dem schnelisten Wege nach irgend einer Seite eins
enscheidung herbeizufihren, damit die verworrene Situa
ion endlich einmal getlärt wird. Trotzdem kann man
iber den bederiungsvollen Erlärungen nicht einfach zu
Tagesordnung übergehen, und so ist es Sache der Vref
ich eingehend mit ihnen zu beschästigen.
Wenn die innere Arise noch eine Steigerung erfahrer
onnte, so war sie daun gegeben, wenn sich wirklich mi
voller Deutlichkeit das Bild eines Konslittes innerhalb je—
ier Körperschaft widergeipiegelt hätte, die den Gesamt
villen der einzelnen Bundesregierungen repräsentiert. Ets
st bisher die Stärke des Bundesrates und eine sehr felt—
rundlage des Einheitsgedankens gercjen, daß die Dif
erenzen, die vielleicht in sachlichen Frasen in seiner Mim
uitauchten, binter den Rukitien ersediat wurden. dakß marn
3542 — —
Sumorisftiß
*8Zeitbihd. LDame
mädchen): „Gut, ich weli
mir, wer war der 5
tet hat?“ — Zimmete —
wal, der meine Fru
——— ⏑
at ecee:
— —*
Zas blunge Plat
Das — unge latt.
Original-Roman von Gustav Lange.
Eine ziemliche Strecke waren die Vendeer schor
on der Wäldchen entfernt und da sich die Republika—
er noch immer in demselben befanden, so war es der
donaluten klar, daß sie vor Ver solgung sicher waren
Naun ecst war es möglich, sich weiker um den ver—
punteten Grafen zu kümmern, dessen Verwundung an
heinend dach eine schwere war, denn er konnte sich
ar mühsem auf dem Pferde halten und wenn ihr
ucht recht end links einer der Reiter gehalten hätte, wär⸗
ralngs herabgesunken.
Wiederholt val Graf Pressy, ihn seinem Schicksal
u überlasjen und nur an das vor ihnen liegende Zie!
zu denken. aber dagegen protfestierken nicht nur seine
Freunde sondern die ganze Schaar der Vendeer, die den
Secien netehrte, der sich so mutig an ihre Spitze gestell
und der du Kugel so schnell gekroffen hatle. Schließlich
nosete Chenier den Vorschlag, den Grafen in einem
abc!s außer aller Gefahr gelegenen Gehöfte unkerzu—
ngen. dern an eine Rückkehr in das Schloß war we—
Jen der Aamit verbundenen Gefahr jetzt nicht zu denken
Ein Landracinn erbot sich, den Grafen in seinem Haus⸗
nufrnrehrner, welches allerdings eine ziemliche Streckt
nittrot Ga und ihn dort zu verbergen.
Sin acoerer der Edelleute, ebenfalls ein früherc
Sfzier eöniglichen Diensten, übernahm nun das Son
möando iber das Detachement und glücklich erreinei
die Pendeer das Hauptheer bei Vendome. Aller Helden
mufl war aber nicht im Stande, das Königtum wieder
aufzurihten. Die Ronalisten unkerlagen nach ener
verzweifelten Gegeuwehr und die BRepablitanet bueber
dicget.
VBer Graf mit seinen bheiden Frnnden Chenter umn
Viroflary erreichten das sichere Dersteck und schon am] möglich.
anderen Tage machte sich ein junger Bauernbursche aufe statken
»en Weg nach dem Ssschlosse des Grafen von Pressy, um geblichen
die Braut desselben schönend von der Verwundung ihres sangebere
Verlobten zu unkerrichten. Chenier hatte im Auftrage arse uiin n
des Grafen ein paar Zeilen geschrieben J
1 510
3. Kapitel.
Herr von Serin, der sich so fürsorglich von dam
der Vendeer fern gehalten halke, unkernahm seinen e
wohnken Spazierrist. Er stand ungefähr im g er
Alter mit dem Grafen von Pressy. Er war ce c
aristokralische Erscheinung, der Anspruh auf
machen konnte, wenn nicht die verlebten
Gesichtes und der nichtssagende Ausccuck
diesen angenehmen Eindruck as hear abget
Als das benachbarte Schioß des Graie—
vor seinen Blicken auftau hte. derzoq
einem spöttischen Lähein ung liez
ten dunklen Schnurbart dur ri
gleilen. Es fätlk ibm ein d
weiie versprochen bat. mit zu
stoßen. Betanger daerte—
anderen Uberzeugutna gek
er sein Leben einer au—
Spies seuen sell und *
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