Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Revisionsbücher für Wirte. Es wird noch ein'ge
Tage dauern, bis diese eintreffen. Sobald diese Bücher ein
getroffen, werden wir dies den Herren Wirten durch Inserat
delannt geben.
Die Herbstmanöver des 8. Am ekorps beginnen in
diesem Jahre am 4. Sept. und dauern einschließlich bis 18.
Sepf. Am 20. Sept. kommen die Fußtruppen nach zwei—
jahriger Dienstzeit zur Entlassung. Die Brigademanöver
werden vom 4. bis 9 Sept., die Divisiensmanöver vom 10
bis 14. Sept. abgehalten. Die eizentlichen Korpsmansöver
an denen sämtliche Truppen des 8. Armeekorps teilnehmen,
finden am 16., 17. und 18. Sept. statt; an den beiden erst
genannten Tagen manövrieren die 15 und 16 Dioision ge
gegeneinander, während am 18. Sepi., dem letzten Manöoei—
tage, das Manöver des ganzen Korps gezen einen markierten
Feind flatifindet. Die Manöver werden im Regierungsbezir!
Foblenz abgehalten; südlich der Mosel übt die 16. Divssion.
Trier, 24. Juni. Zwei Mädchen (Schwestern) aus
Serrig, die noch an Hexerei glauben, sind wenen ihrer
Wahnideen in große Ungelegenheiten gekommen. Nach ihren
Angaden iß das Vieh im Stalle verhext worden, das seirhe:
fast zum Gerippe abgemagert sei und gar keinen Nutzen
mehr gebe. Die Kühe, die früher lammfromm waren,
schlügen jetzt bein Melken wie besessen. Die Milch soll
zanz unbrauchbar sein. Die Mädchen bildeten sich ein, ein
Handelsmann aus Beurig (Saarburg) habe gelegentlich eines
uhhandels das Vieh verhext. Um die Teufel aus dem
Stalle herauszubelommen und dem vermeintlichen Hexen
meister einen Denkzettel zu geben, verfielen die Mädchen au'
folgende Idee: Sie lockten am Fastnachtsmontag den Hun
delsmann in ihren Stal und fielen ihn dann, mit einen
Heu⸗ und Mistzabel dewaffnet, an, wobei sie ihm erbeblich
Verlchungen an den Armen beibrachten. Der Haundelsmann
konnte sich der Wütenden nur dadurch erwehren, daß er zum
Revolver griff. Das Schöffengericht Saarburg orrurteilte
die Mädchen wegen Mißdandlung zu 14 Tagen Gefänznis
und wegen Beleidigung zu je 10 Mark Geldstrafe. Gegeu
dteses Urteil legte der Amtsanwalt Berufung ein, weil ihm
das Strafmaß nicht hoch genug erschien. Die Sirafkammer
Trier hat in der heutigen Sitzung die Berufung verworfen
mit der Begründung, die Strafe sei hoch genug bemessen
Strafmildernd komme hier der Umstand in Vetracht, die
Mädchen hätten heute noch die Wihnidee, der betreffende
Handelsmann habe das Vieh verhert.
Reinigung gelber Stiefel. Jetzt zur heißen Som—
merszeit, wo man gern die leichten gelben Stiefel trägt, habe
ich schon oft die Klage gehört: „Ja, das Tragen der gelben
Stiefel ist sehr schön, wenn sie nur nicht so leicht schmutzig
würden! Dann fsehen sie gar nicht mehr schön aus!“ —
Diese Klage ist gerechtfertigt; nun bin ich in den Besitz
eines leichten und vorzüglichen Reinigungsmittels gekommen,
das ich gerne mitteilen will. Nachdem die Stiefel von allem
Schmutz und Staub defreit sind, nimmt man 2 Loöffel Milck
und Leinhalb Löffel Terpentinöl, mengt beides untereinander
und wäscht damit mitiels eines weichen Läppchens die Schuhe
ganz ab, läßt sie dann richtig trecknen und fettet sie mit
guter Creme ein. — Der Echsfolg wird iedem, der das Mittel
probiert, Freude machen.
Keine Rhabarberblätter essen! Nach dem Genusse
von einem aus Rhabarberblättern bereiteten Gemüse erkrank⸗
ten kürzlich in Trier die Eheftau und mehrere Kinder einen
Familie. Dei allen trat heftiges anhaltendes Esbrechen ein
die Frau und ein Kind müssen das Bett hüten. Rhabarber⸗
stengel. als Kompott zubereitet, genoß die Frau öfter; aus
Anraten der Nachbarin bereitete die Frau einmal aus den
Blättern Gemüse, dessen Genuß die üblen Folgen zeitigte
Die Rhabarberblätter sind gistig, weil sie, was nicht allzemein
bekannt ist, Dxralsäure enthalten, deren Genuß unter Um—
ständun sehr nachteilige Folgen haben kann. Jedoch nur die
Blätter sind giftig, während die Stengel sehr bekömmlich
svn und zu Kompoit sowie Kuchen sehr viel Verwendung
nden.

Aus Nah und Fern.
ESaarbrücken, 23. Juni. Unter großem Zudrang des
Publikums fanden heute vor dem Schwurgericht die Ver—
handlungen gegen den 1889 zu Malstatt⸗Burbach geborenen
Tagelöhner Karl Puhl statt. Derselbe tötete seinen Stief—
bater, den Arbeiter und Händler Joh. Mark, in der elter—
lichen Wohnung zu Saarbrücken, Metzerstraßze 6, am 15
April ds. Is. durch mehrere Revolbverschüsse. Es war eir
zJäßliches Bild, das die Verhandlungen entrollten. Zant
Streit und Bedrohungen zwischen den beiden Männern waren
an der Tagesordnung, und am obengenunnten Tage kam es
als Mark sich tätlich an Puhl vergriff, zur Katastrophe. Puhi
feuerte mehrere Revolverschüñe auf feinen Widersacher, während
die Multer dom Bette aus die schreckliche Szene mit an'ehen
mußte, ohne sie verhindern zu können. Die Schüsse müssen
aus unmiitelbarer Nähe das Opfer getroffen haben, es wur
den schwere Verletzungen einer Hand und des Kopfes fesi⸗
gestellt. Mark wird allgemein als friedensliebender, ruhiger
und besonnener Mann geschildert. Ueber den Angeklagten
äuhern sich die meißen Zengen dahin, daß er häuͤfig vom
Jaähzorn sich hinreißen ließ. Seitens des sachverständigen
Arztes, Herrn Kreisarzt Dr. Schwabe, wird als Todesursache
der Schuß ins Gehirn angegeben. Von den Herren G—
ichworenen wird niben der Schuldfrage auf vorsätzliche
Toötung auch die mildernde Frage im Sinne des 8218
Sir.G. B. bejaht. Der Staatsanwalt beantragte 4 Jahre
Gefänanis. Das Urteil lautet auf 4 Jahre Gefängnis.
Saarbr. Volksz.
g Von der Saar. Zum Maurerstreik in Saarbrücken
wird mitgeteilt, daß eine Versammlung des Arbeitgeberver⸗
bandes im Baugewerbe einftimmig beschlossen habe, die For⸗
derungen der ausstandigen Arbeiter entschieden abzulehnen;
auf ein festes Zusammenhallen der Arbeitgeber sei auch in
Zukunft mit aller Sicherheit zu rechnen.

ie Düsseldorf, 20. Irn. UWeberfahren.) Von ei—
sem Etee henbeahnwagen it dier ein Rabfahrer uberjah⸗
den worden. Er ist an den dabei erlittenen schweren
Verletzungen gestorben. r
8* Schlebusch, 24. Juni. Gine heitle Situa—⸗
tion.) Auf der hiesigen A.G. Carbonitsfabrik entstand
aus bisher unbelannter Ursache in einem Schuppen Feuer.
Die Feuerwehr wac bald zur Stelle, konnte aber nichts
ausrichten, da die Explosionsgefahr zu groß war. Der
Umwohner bemächtigte sich eine wahre Panik, mit Kind
und Kegel begaben sie sich auf die Flucht, war doch das
letzte Unglück, bei dem eine Reihe Menschen ihr Leben
lassen mußten, noch in aller Erinnerung. Das Feuer kan
jedoch zum Erlöschen, ohne daß eine Explosion erfolgte
* Aachen, 24. Juni. (Kine alte Sünderin.
Eine 74jäͤhzrige gewohnheitsmäßige Taschendiebin von hier,
die schon 20 Jahre ihres Lebens in Gesängnissen und in
zuchthäusern zugeoracht hat, aber trotzdem und trotz ih—
irghen Alters das Stehlen nicht lassen kann. hatt

teuerdings auf dem Wartte in Duren dret verschiedenen
Personen die Geldbörse gestohlen. Die hiesige Strafkam—
ner verurteilte die Unverbesserliche deshalb zu weiteren
»rei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.
* Bonn, 24. Juni. (Ertrunken.) Beim Baden
im Rheine ertrank gestern vormittaa ein verheirateter
Gärtner von hier.
* Koblenz, 24. Juni. (Defraudant?) Der Vor—
ätzende der Hauptbezugs- und Absatzgenossenschaft des Naf⸗
auischen Bauernvereins, die sich in Konkurs befindet,
Zauptmann a. D. von Graberg-Niederlahnstein, ist ver—
haftet worden angeblich wegen Bilanzverschleierung.
* Vom Rhein, 24. Juni. Ein Sauggasschlep—
peraufdem Rhein.) Die Reedereifirma Knipscheer
in Ruhrort hat einen neuen Sauggasschlepper auf dem
Rhein in Dienst gestellt. Er hat bereits zwei Fabrten
bon Ruyrort nach Mannheru: 30600 Bentner im An—
hang befriedigend ausgeführt:. BVasonders groß soll die
Kohlenersparnis bei diesem neuen Thp sein. Man rechnet
mit einer geldlichen Ersparnis von mehr als 50 Prozent
an Kohlenverbrauch gegenüber den jetzt gebräuchlichen
Dampfschleppern. Als Betriebsmaterial wird Braunkohle
verwendet. Man nimmt an, daß die Frage der Beschaff—
ung des Heizpersonals durch die einsache Bedienung der
Motore leichter zu lösen sein werde.
s Hamborn, 24. Juni. Gerunglückter Berg—
mann.) Auf der Zeche vSienmihl wurde ein Hauer
zurch ein herabstürzendes Kappscheit (Grubenholz) er—
ichlagen.
* Kreuznach, 24. Juni. (Raubmord.) Ein Raub—
nord wurde gestern Nacht an einem Erdarbeiter aus
Zarmsheim verübt. Unterhalb des Stadcbahnhofs wurde
»er Mann, der gestern Abend seinen Lohn ausbezahlt be—
ommen hatte, heute Vormittag erdrosselt aufgefunden. Die
Leiche lag in einem Kornacker. Die Umgebung der Fund—
stelle war derart zertreten, daß ein heftiger Kampf vor
der Tat stattgefunden haben muß. Die Lohntasche war
noch vorhanden, aber der Inhalt fsehlte.
* Darmstadt, 24. Juni. (VGiquidation der hes—
zischen Bank.) In der heutigen außerordentlichen
Generalversammlung der Hessischen Bank wurde die Li—
quidation der Attiengesellschaft beschlossen und der mit
der Bank für Handel und Industrie vereinharte Vertraqg
genehmigt.
* Frankfurt a. M., 24. Juni. (Die neu este Ka—
lamitätinfolgeder großen Hüte.) Wohin
die neue Mode der Ziiesenhüte führt, das zeigt ein Fall,
der sich dieser Tage hier ereignete. Die Polizei hielt es
für gut, eine holde Schöne zu verhaften, deren Kerbholz
wohl nicht ganz in det Ordnung zu sein scheint, die aber
inen hochmodernen Riesenhut trug. Im Gesfangenenwa—
jen sollte sie nach dem Präsidium gebracht werden, aber
der schöne Hut ging nicht durch die enge Pforte. Den
Hut abzunehmen weigerte sich die Dame mit einer Stand—
haftigkeit, die sie sonst wohl nicht auszeichnete. Schließlich
blieb der Polizei nichts übrig, als eine Droschke zu neh—
men. Wenn die Mtiode der großen Damenhüte bleibt, so
wird man auch die Eingangspforte zum Gefangenenwagen
nach der Mode ändern müssen

— — —
Anus aller Welt.
*æ Der Geist Lynars. In einem Berliner Kavallerie—
Regiment haben sich in letzter Zeit Dinge zugetrragen, die
stark an die Vorgänge a la Graf Lynar in Potsdam er—
nern. Der Regimentskommandeur erhielt Nachricht von
den Vorfällen und will, wie verlautet, die strengsten Maß—
egeln ergreisen, um den Ausschreitungen Einhalt zu tun,
oie so arg waren, daß harmlose Vassanten davon belä—
stigt wurden.
* Wassereinbruch. Bei dem Bau des Elbtunnels, der
son der St. Paulier Landungsbrücke in Hamourg nach
Steinwerder führt, ereignete sich ein Zusammenbruch in
dem losen Sandboden. Eine mächtige Wasserwelle stürzte
in den Tunnel hinein, in dem 60— 70 Arbeiter beschäf⸗
tigt waren. Es gelang iedoch den Leuten, sich sämtlich zu
retten.
* Zum Tunneleinsturz. Da im Bruggwald-Tunnel
hei St. Gallen immer noch Nachstürze erfogen, konnten
ioch nicht alle Leichen ausgegraben werden. Der 1733
MNeter lange Tunnel wurde erst kürzlich durchschlagen. Un—
er den Verunglückten befinden sich mehrere Familienvä—
er. Mittwoch Nachmittag wurde im Tunnel ein weiterer
Arbeiter durch einen heraostürzenden Steim erschlagen. Sehr
vahrscheinlich tritt eine Verzogerung in der Bauvoltend—
uing der ganzen Linie ein.
* Meuternde Sträflinge. Im Marine-Gefäüngnis zu
cTherbourg brach unter den Häftlingen eine Meuterei aus;
erft durch ein siarkes Gendarmerieaufgebot konnte die Ruhe
wieder hergestellt werden.
* Tanzbein soll streiken. Pattaud, der Sekretär des
Verbandes der Elektriker, der den Ausstand der Stall—
—XEDV—
etzt auch, die Tänzerinnen der großen Oper in Paris zu
inem Streik zu bewegen. Er erklärte Journalisten ge⸗
jenüber, nach seiner Ueberzeugung würde es sicher gelin—
sen, die Damen des Ballett-Korps, deren größte Anzahl
Forderungen geltend zu machen gewillt ist, zu syndizieren.
* Ein waghalsiger Rumäne schlich sich in Bukarest
in den Orienterpreßzug, kletterte unbeachtet unter einen
Wagen und verblieb ohne Essen und Trinken in unbe—
suemster Lage 48 Stunden bis Paris. Das Gericht ver—
irteilte ihn wegen Uebertretung bahnpolizeilicher Vor—⸗
chriften zu 25 Franks.
* Kaiserpreissingen. Aus New-York wird unter dem
24. Juni berichtet: Bei dem Kaiserpreissingen,
in dem zahlreiche deutschamerikanische Gesangvereine teil⸗
ahmen, errangen das „Kreuzerquartett“ und der „Jung-—
nännerchor“ den Kaiserpreis, da beide die gleiche Punkt—
ahl erhielten. Als Preislied war Matthien Neumanns
zestchor „Warnung vor dem Rhein“ gewählt worden. In
jem aus fünf Mitgliedern bestehenden Preisrichterkolle—
zium fungieren auch zwei Preisrichter aus Deusschland,
ßrofessor M. Meyer⸗-Olbersleben-Würzburg und Gustarv
Wohlgemut-Lelpzig, die zu diesem Zwecke nach New-York
derusjen worden waren.

g —* —— —

LWievtel Sprachen gibt es? Vie meisten Menschen
wissen, daß eine Unzahl von Sprachen auf unserer buck—
ligen Welt gesprochen werden, aber die wenigsten kennen
die genaue Anzahl der verschiedenen Idiome. Der Geo—
graph Balbi hat nun ausgerechnet, daß auf unserer Erde
360 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Hiervon
entfallen auf unser altes Europa nur 53. In Afrika da—⸗
gegen werden 114 Sprachen gesprochen, 123 in Asien,
117 in Amerika und 117 in Ozeanien. Nun gibt es au—
zer diesen 860 Sprachen auch noch eine Unzahl von Dia—
ekten. Ein anderer Sprachforscher beziffert die gesamten
Sprachen und Dialelte der Erde auf 3064, während Balbi
qar 5000 Dialekte herausrechnet.

Tesegramme.
Berlin, 24. Juni, In einem Berliner Kapallerie⸗Re⸗
iment haben sich in der letzten Zeit Dinge zugettasen, die
tark on die Vorgänge zu Graf Lynars Zeiten in Potsdam
rinnern. Der Regiments-Kommandeur erhielt Nachricht von
den Vorfällen, und gegen die Betreffenden sollen die sireng⸗
ten Maßregseln ergriffen werden, um den Ausschreitungen Ein⸗
jalt zu tun, die bereits so arg waren, daß es hbarmlosen
Passanten auffiel. Es wurden Verhaftungen und Suependir⸗
ingen vorgenommen, die ein aroßes gerichtliches Nachspiel
jaben werden.
Verlin, 25. Juni. Die' Führer der Nationalliberalen
Frakcion hielten gestern abend im Reichstagsgebäude eine ver⸗
rauliche Besprechung über die durch die Ablehnung der Erb⸗
anfallsteuer geschoffene poiitische Lage ab. Die Auffassung,
die in den lettenden Kreisen der Nationalliberalen über die
Fragen des Tages herrscht, kennzeichnet nachstehende Aeußerung,
die der nationalliberale Abgeordnete Fuhrmann gegenüber
einem Mitarbeiter des Berliner Tageblattes gemacht hat.
Der Aby. Fuhrmann fagte: „Die durch die heutige Abstim—
mung geschaffene Situation liegt garz klar. Flüürst Bülow
muß die Konsequenzen ziehen; da die Auflssung des »eichs⸗
ages nicht sofort erfolgen wird, wird der Reichskanzler seine
Demission einreichen müssen. Wird das Dimissionsgesuch ab⸗
gelehnt, so muß der Reichstag aufgelöst werden.
Berlin, 25. Juni. Infsolge der gefstrigen Abstimmung
sm Reichslage äußern sich die Berliner Blätter im allgemeinen
dahin, daß Furst Bülow die Session jtzt schließen und im
Herbst den Reichstag auflösen werde.
Friedrichshafen, 25. Junt, Das Reichsluftschiff 8. 1
befindet sich zur Auffahrt bereit in der Halle. Die Ueber⸗
führung war für gestern votgesehen. In den oberen Luft⸗
schichten herrschte ein starter Sturm. Die Auffebrt kann
zicht vor heute Abend erfolgen
* München, 25. Juni. Der Papst hate duf vas
Schreiben des vor kurzem in Freising versammelt ge⸗
wesenen bayerischen Episkopats mit einem längeren Ant—
wortschreiben erwidert, worin er den bayerischen Bischö—
jsen seine besondere Anerkennung über die Art und Weise
ausfpricht, in der sie die „Rechte der Kirche in der Schul—
frage“ gewahrt hätten. Für die gedeihliche Kindererzieh—
und sei es notwendig, daß die Vollsschule der Inspektion
und der Wachsamkeit der Pfarrer unterstellt bleibe. Die
Gegner der geistlichen Schulaufsicht wollen diese nur ent⸗
ernt wissen, um desto freier die zarten Gemüter mit eei—
Erziehung zu erfüllen. die des christlichen Geistes ent—
ehre.
* Eisenach, 25. Juni. Unter festlichem Gepränge ist
»as Denkmal für den verstorbenen Großherzog Karl Ale—
ander, der die Wartburg wieder herstellen ließ, enthüllt.
Anwesend waren der Großherzog von SachsenWelmar
die Prinzessin Marie von Reuß nebst Kindern. Die Weihe
rede hielt der Kommandant der Wartburg von Cranach
* Brüssel, 25. Juni. Der „Patriote“ hat den Advo
'aten der Prinzessin Louise, Jaskar, darüber interviewt
»b der König, der jetzt, nachdem seine Kunstschätze zum Ver
auf gestellt sind, auch an den Verkauf seines kostbarer
Silbers und anderer Gerätschaften herantritt, imstande sei
zie Prinzessin Louise völlig zu enterben. Jaskar sagt
»aß der König, der ebenfalls dem bürgerlichen Rechte un
zerstellt sei, nur seinen Töchtern je ein Viertel der ihner
ukommenden Erbschaft vorenthalten könne. Falls der Kö—
nig die enormen Summen, über die er verfügt, zu Leb—
zeiten an gewisse andere Personen übertrage, so werder
odie Anwälte der Prinzessin diese Personen ausfindig ma—
yen und ihnen über den Erwerb des Geldes den Eid zu
chieben. Die großen Güter, die der König im Süder
Frankreichs erworben und zum Teil auf den Namen ei—
ies Strohmannes übertragen hat, werden ebenfails zun
Yegenstand einer Aktion der Anwälte der Prinzessin wer
den. Wollte der König die Einkünfte der Prinzessin vor
den Gläubigern schützen, so sei es leicht, ihr eine unkünd
hare Apanage zu errichten. Jaskar zweifelt nicht daran
daß die Belgier der Prinzessin diese Apanage einst ertei—
en werden, zumal Belgien sehr reiche Schenkungen vor
inigen Jahren empfangen hat, die der König Belgien ha—
zulommen lassen, um seine Töchter zu enterben.
* Teheran, 25. Juni. Auf die Forderung der End
schumen in Täbris sind die persischen Gesandten in Lon
don und Petersburg angewiesen worden, auf Abberuzunç
der russischen Truppen aus Persien zu bestehen.
* Washington, 25. Juni. Der Senat nahm einen
Zusatzantrag zum Zolltarif an, durch den der Kohlen
oll von 67 auf 60 Cents für die Tonne herabge
etzt wird.
Paris, 25. Juli. Seit einer Woche lagert das be⸗
lannte Luftschiff Logotar auf dem Militärfelde von Satory,
wo es verankert inn. Das Luftschiff hat hier vortresslich den
Bitterungen widerstanden. Es ist augenblicklich geplant, das⸗
elbe in allen mö glichen Lagen landen zu lassen.
London, 240 Juni. Zu dem Grubenunglück in Wehrum
in Pennsylvania melden die heutigen Morgenblätter, daß
65 Arbeiter, zumeist Polen und Ungain, in der brennenden
Brube eingeschlossen sind. Es ist wenig Aussicht vorhanden,
ziesen Retlung zu bringen, da die Rettungsabteilungen nur
angsam vordtingen können, weil die ganze Grube zu brennen
cheint. 18 Leichen wurden bisher zu Taze gefördert. Nach
inderen Meldungen sind 30 Arbeiter in fterbendem Zust ande
jeraufgebracht worden. Die Urfache der Explosion, ducch d ie
der Brand entstand, ist noch nicht au'geklärt.
Den Bau
von
M —
eronnshüusern,
66 56
ααũüusern,
VAen usũ

in modernstem Stil übernehme ich. beste
Ausführung zusichernd.
Plàne u. Kostenanschläge stehen zu
Diensten!
Ferner übernehme alle sonstigen in mein
Fach einschlägigen Arbeiten, von den
kleinsten bis grössten, sowie alle Arten
Henparuturen,
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