Full text : Dudweiler Zeitung

23. Jahrg

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Erscheint
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Nedaktion,. Druck und Verlag von J. Unterkeller, Dudweiler.

J
Mußlands neuester „Sieg“
wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht
zu sorgen: das müssen auch die Russen wieder erleben, die
nit noch so feierlichen amtlichen Erklärungen schwerlich den
Eindruck werden beseitigen können, daß in den finnischen
Schären das harmlose englische Holzschiff durch übertrie—
bene Aengstlichkeit und fast krankhafte Nervosität von rus—
sischer Seite in Gefahr gebracht worden ist. Jetzt quittiert
daͤrüber die Wiener „Zeit“ mit boshaften Ansführungen.
in denen es heißt:
Merkwürdig ist, wie die Meinungen auseinanderge—
—
ische Flotie sehr gesährlich ist, wenn sie zu schießen be—
zinnt, und audere. die von dem geraden Gegenteil über—
eugt sind.
In Japan zum Beispiel hat man nicht den gering—
sten Respekt vor den russischen Kriegsschiffen; dort hat
man die Erfahrung gemacht, daß sie zu hoch oder zu tief,
zu kurz oder zu weit, oder daß sie gar nicht schießen. An—
ders war es zu Roschdesiwenskys unvoergeßlichen Zeiten
in Hull, wo die russischen Kriegsschisse die Fischerboote,
auf die sie anlegten, weil sie sie für Jjapanische Torpedo—
boote hielten, großartig trafen, und jetzt in den Finni—
chen Schären, wo sie ein englisches Holzschiff, das sie,
n der Anast um das Leben des Zaren, aufs Blatt
chossen, wenn man das bei einem Schiff sagen darf.
Da eine Flotte, die besser schießt, den Sieg davon—
crägt, so mußten die Fischer- und Holzschiffe der russischen
Armada den Platz räumen und sich schmählich auf die
Flucht begeben. Der Ausgang dieser Kanonaden hätte ja
zweifelhaft sein können, wenn die beschossenen Engländer
zuch so vorsichtig gewesen wären, Kanonen oder minde—
tens Blasrohre mitzunehmen. So aber siegte die russi—
che Eskader, wie sie wollte, da der Gegner keinerlei Wi—
zerstand leistete. Mit dem bloßen Schimpfen lann man
eben eine Seeschlacht auch gegen eine russische Flotte
icht gewinnen.
Man könnte jetzt vielleicht annehmen, daß sich die rus—
iche Flotte irrte, als sie die Fischerboote bei Hull und
etzt das Holzschiff beschoß, aber viele Gründe sprechen
dagegen. Wenn sich die Russen jemals irrten, so war es
damals, al's sie sich mit den japanischen Schiffen in einen
Kampf einließen. Diesen Irrtum mußten sie denn auch
chwer büßen; ihre schönsten Schiffe, die noch eine ganze
Fischerflotte hätten vertilgen und die Holzschifse ganz Eu—
topas hätten in Schach halten können, wurden ihnen selbst
zerschossen oder gar weggenommen. War das nötig? Ge—
wiß nicht, und weder vorher noch nachher ist deshalb die
russische Flotte wieder in den grundlegenden Irrtum ver—
sallen, auf Schiffe zu schießen, die durch Panzer, Kano—
nen und andere Hilfsmittel in der Lage sind, einen durch—
chlagenden Erso!lg der russischen Marine in Frage zu stel—
len. Wenn man einen Seesieg will, ist man doch auch
gewissermaßen verpflichtet, die Bedingungen für einen sol—
hen Sieg zu schafsen. Man muß nach den ältesten Leh—
ren der Taktik zu Wasser und zu Lande den Gegner mit
Uebermacht angreifen und zerschmettern. Und das ist der
russischen Flotte zweifellos bei Hull und ießtt in den fin
nischen Schaͤren gelungen.
Wenn die Japaner nicht felbst geschossen hätten, wäre
»s ihnen ebenso ergangen. Ganz gewiß!
— — —
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
* Dem Reichskanzler ist aus Kranz jolzendes Tele—
gramm ubermittelt worden: Die Vertreter von mehr als
3500 Hausbefsitzern Ost- und Westpreußens
hitien Ew. Durchlaucht dringend, mit atller Entscheedenheit
an den wohlübertiegten Plänen der Reichssteuern festzuhal—
ten und versprechen für den Fall der Auslösung des Reichs—
tages mit allen Kräften dafür zu sorzen, daß der neue
Roͤschsstag sich auf den Boden der von Euer Durchlauch—
vertretenen Gerechtigkeit stellt. Aus der Antwort des
Reichs anzlers geht Jervor, daß Fürst Bülow von dieser
zustimmenden Kundgebung zu den Steuervorschlägen der
oerbunderen Regierungen mit Jueresse und Genuatuuno
Kennecnis genommen hat

* Zzurzeit sfinden auf ministerielle Anordnung statistische
Erhesungen über Beurlaubungen von Schulkin—
dern für ländliche Zwecke bei den ländlichen
Bolrsichulen in Preußen statt. In den Nachweisungen isi
an;ugeben die Zahl der beuriaubten Kinder, welcher
Stafe diese Kinder angehörten, die Dauer der Beurlaub—
ung, zu welchen landwirtschaftlichen Arbeiten die Kinder
dectvendet wurden, von Wem und bei wem die Beur
aubung beantragt wurde und wer die Beurlaubung ge
nchmigt hat. Tie Erhebung, die einem so oft geäußer—
ten Wunsch der Lehrervereine entgegenkommt, wird sicher—
lich fur einzelne Teile der Rionarchie, namentlich für den
Osten, recht interessante Resultate ergeben.
* Die sozialdemottatische „Fränksche Tagespost“ veröf
fertlicht ein Rundschreiben des Berbandes bay
cischer Metallindustrieller, wonach der Ver
vand für scine Ortsgruppen Augsburg, München und
Nürnderg die Errichtang eines besonderen AUrbeitsnach—
wetses beschlossen hat, der noch vor dem Herbst ins Le
ben treten soll. Zur Durchführung wird die Aufstellung
einer Liste sämtlicher männlichen Arbeiter, die in den zuw
Verband gehörigen Betrieben beschäfägt sind, für notwen
dig erklärt, und die Mitglieder werden aufgesordert, derer
Personalien batdigst einzureichen. Das genannte Blatt be—
zerchnet diese Arbeitsnachweise als Makregelunasbureaus
tegen die Metallarbeiter
Oesterreich Ungarn.
* Die desinitive Entscheidung, ob sich König Ednuard?
iach Marienbad begibt, wird erst in den ersten Ta
zgen des Jusi erfolgen, bis die Aerzte ihr Gutachten ad
gegeben haben; doch gilt es als währscheinlich, daß det
Rönig seinen gewöhnlichen Aufenthatt in Marienbad neb—
men wird.
*Die Regierung brachte im Herrenhause ein Gesetz be
treffend Anerkennung der Anhänger des JIs
lam nach hanefitischem Ritus als Religionsgenossenschaf
ein. Die Lehren des Islam, seine Einrichtungen und Ge
orauche genießen gesetzlichen Schutz, insoweit sie nicht mi
den Staatsgesetzen im Widerspruch stehen. Dieser Vorbe
zalt bezieht sich selbitverständlich auch auf die Poryganue
Holland.
* Die nunmehr getätigten Stichwahlen für die Kam—
mer, die im ganzen Lande mit großer Spannung erwar—
tet wurden, haben den Ausfall der Liberalen und So—
zialdemokraten wieder einigermaßen wett gemacht. Das
Verhältnis ist nun folgendes: Antirevolutionäre 23 (frü—
her 16), Katholiken 25 (jfrüher 25), historische Christen 12
früher 8), Liberale 25 (früher 33), Demokraten 8 (frü—
her 11), Sozialisten 7 (früher 7). Die Sozialisten, die
fich in letzter Stunde wieder vereint, haben ihre Haupt
nmänner, mit Ausnahme van Kols, wieder in der Kam—
mer. Trotz aller Anstrengung konnte die frühere liberale
Mehrheit sich nicht behaupten und mußte den vereinigten
chriftlichen Parteien Platz machen; die Verluste der Libe—
ralen bei der Urwahl waren zu groß
Frankreich.
*Seefische für die Ernährung der Truppen ge—
denkt der auf das Wohl der Soldaten stets eifrig bedachte
Unterstaatssekretär Cheron einzuführen. Er ist deshalb
nit Hochseefischern ohne jeden Zwischenhändler direkt in
Verbindung getreten, um hinreichende und schnelle Lie—
serungen von ihnen für die Garnisonen zu erzielen. Es
sollen die Seesischvorräte in einzelnen Orten konzentriert
und dann mit den modernen Konservierungsmitteln auf
die Garn'sonen verteilt werden. Auf diese Weise hojft
man, sowohl die Nahrung der Truppen zu verbessern und
abzuwechseln, als auch den Seefischern mit Umgehung von
Zwischenhändlern einen ständigen und lohnenden Absatz
zu richern

Der Vreivund set gesestigter denn je. Freundschaften und
Bündnisse würden auch von den übrigen Dreibundmächten
als Friedenselemente hochgeschätzt. Die Rede Tittonis
wurde von der Kammer mit aroßem Beifall aufgenom—
nmen

England.
* Der Staatssekretär des Auswärtigen, Sir Edward
Gereny, hielt bei einem im internationalen Klub ihm zu
Ehren veranstalteten Tiner eine längere Rede, in der er
edoch die internationale Politik kaum streifte. Er er—
vüähnte nur, daß zwischen der deutschen und der engli—
cheit Regierung nichts liege, was zu Mißhelligketten An—
aß geben tönnte. Den Hauptanteil seiner Rede widmete
Brey der inneren Politik, namentlich der Wider—
cagung der Opposition, die der Regierung aus liberalen
Reihen erwachsen ist. Diese besteht aus Lord Rosebery und
den zur Maslorität gehörigen Gegnern der Grundweribe—
seuerung im Budget. Sir Edward Grey verteidigte die
Landsteuern und das Budget mit großer Wärme
Vom Balkan.
* Die türkische Regierung ist entschlossen, unmittelbar
nach der Zurückziehung der Truppen der Schutzmächte
die türkische Flotte vor Kreta vor Anter gehen
zu lassen, und selbst den Schutz der Mohammedaner und
die Aufrechterhaltung der Ordnung in die Hand zu nehmen.
* Das offizielle Griechenland verhielt sich bisher der
Kretafrage gegenüber ne utral und wird auch wei—
terhin neutral bleiben.

Marokko.
* Petit Parisien“ meldet, daß der Sultan Muley Ha—
sfid abgesetzt werden wird, wie vor zwei Jahren sein
LBorgänger Abdul Aziz. Augenblicklich sei es wahrschein—
sich, daß Spanien zögern werde, eine Erpedition nach
dem Rifsgebiet zu entsenden. Zwischen den Kabinetten von
Varis und Madrid besteht volles Ginvernehmen.

Zur Kaiserrede.
Die jüngste Rede Kaiser Wilhelms an Bord des
Dampfers „Deutschland“ ist auch im Auslande nicht ohne
Widerhall geblieben. Wir aeben nachstehend einige der
orliegenden

Prezß st im men
der ausländischen Presse wieder:
Wien, 24. Juni. In ihrer Besprechung der Rede
des deutschen Kaisers in Cuxhaven schreibt die „Neue
reie Presse“: Die starke Betonung friedlicher Absichten ist
jewiß nicht unbeabsichtigt. Daß das stark gewappnete
deutsche Reich eine Friedensmacht ist, weiß die Welt, und
o osft in den letzten Jahren eine Beunruhigung
iach Europa hineingetragen wurde, geschah es nicht von
deutschland aus, sondern aus der Mitte jener Mächte, die
deutschland durch einen Kreis von Bündnissen, Freund—
schaften und Ententen diplomatisch isolieren wollten und
nit diesen Bemühungen Gegensätze und Spannungen er—
eugten, welche die auswärtige Politik in starke Beweg—
ing versetzten. Auch Rußland ist in diesen Kreis hin—
eingezogen worden, und der Abschluß einer Entente mit
england war das letzte Glied einer vom Mittelländischen
Neer um die westeuropäischen Küsten herum bis zur Ost—
ee reichenden Kette von Ententen gedacht. Wenn jetzt
daiser Wilhelm erklärt, sowohl er wie der Zar wären
ibereingekommen, daß ihre Begegnung als eine energische
Bekräftigung des Friedens aufzufassen sei, so beweist dies,
daß Rußland an keiner Politik teilnehmen wird, die ge—
zen Deutschland gerichtet ist. Das von Rußland geschlos—
sene Einvernehmen mit England bestehe fort, aber die
ussische Politik nimmt soviel Bewegungsfreiheit für sich
n Anspruch, daß sie auch weiterhin Freundichaft mit
deutschland pflegen wird.
Rom, 24. Juni. Nur die „Vita“ hat einen Kom—
mentar zur Kaiserrede und glaubt, sie sielle eine
Lerteidigung des Blockes dar. Der Kaiser haben sich
ostentativ aquf die Seite Bülows gestellt. Die Ablehnung
der Erbanfallsteuer werde keine Ministerkrise, wohl aber
ine parlamentarische zur Folge haben. Das Blatt preisti
dann die Rede als eine hochbedeutsame Friedenskundgeb—
uing und einen Beweis, daß die Basis der internationa—
en Nolitik wieder inmal geändert worden sei

Italien.
* In der italienischen Kammer sprach der Minister des
Auswärtigen, Tittoni, über die auswärtige Politik,
vobei er die Monarchenbegegnungen zwischen König Vik—
or Emanuel und Kaiser Wilhelm in Brindisi, die darauj
olgende Entrevue in Wien und den hierbei ersolgten
serzlichen Telegrammwechsel zwischen den Dreibundherr—
chern, sowie die jüngste Begegnung in den finmischen
zchären zwischen dem russischen Ziren und dem deutschen
raiser al Syymptome des Friedens dinite“

Irma

„Wenn es ihr rechtmäßlg zukam, als sie lebte, so würde
es selbstverständlich jetzt nach ihrem Tode ihren Erben zu⸗
allen, das ist natürlich klar,“ antwortete Mr. Kirby trok—
en. Aber hier liegt die Sache ganz anders. Das Darra⸗
rote⸗Vermöaen kam Lily Vidal keine Stunde rechtmäßig
zu.“
„Nicht vor dem Gesetze, das weiß ich — aber vor dem
Bewissen — ja,“ sagte Irma.
„Weder auf die eine noch auf die andere Weise; denn
der Agent, den wir nach Australien schickten, ist zurückgekehrt
 und hat den klaren Beweis gebracht, daß Lily
Vidal nicht M. Darracotes Enkelkind ist.“
Irma sah ihn erschreckt an.
„Sie haben den Beweis, daß Lily nicht Mr. Darra—
rotes Enkelkind ist!“ sagte sie. „Wie ist das möglich? Mr.
Wilkins sagte mir, er hätte genügende Beweise ihrer Ge—
hurt.“

„Selostverständlich ist es Ihr Eigentum, und lein an—
derer kann Anrechte darauf geltend machen.“
„Und — verzeihen Sie, daß ich so viel frage — aber
sich möchte gerne Gewißheit darüber haben — wenn ich
terben sollte, an wen würde es dann fallen?“
„An Ihre Verwandten, meine liebe Miß Darracote,
natürlich; aber wir wollen hoffen, daß so etwas sich nicht
ereignen wird.“
„Aber ich habe keine Verwandten von meines Vaters
Seite, soviel ich weiß,“ entgegnete sie; „und es scheint mir
ruch, daß Mr. Darracote durchaus nicht gewünscht hat,
»aß sein Vermögen auf die Verwandten meiner Mutter
bergeht. Deshalb,“ fuhr sie ernst fort, „möchte ich diese
zache nicht dem Zufall überlassen, sondern ich will ein
estament machen — und zwar sogleich.“
„Das ist sehr vernünftig,“ stimmte Mr. Kirby zu.
Jeder Mensch, der irgend etwas zu hinterlassen hat, sollte
benso handeln. Wir können die Sache sofort abmachen.“
Er schritt bei diesen Worten zum Tische und nahm
eine Feder, aber Irma sprach nicht. Als er sich nach ei—
nigen Augenblicken nach iht umwandte, bemerkte er zu sei⸗
ner Ueberraschung einen Ausdruck von Zögern und Unbe—
itimmtheit in ihren Zügen.
„Ich versuche mir vorzustellen, wie Mr. Darracote es
gewünscht hätte,“ sagte sie einfach, als sie seinem Blick
egegnete. „Ich glaube, daß der einzige Mensch, den Mr.
darracote zum Erben gewünscht hätte, Mr. Hastings war.
Ich habe gehört, daß ein Brief in Ihren Händen ist, in
em er meinem Vater seine Wünsche ausdrückte.“
„Ja,“ sagte Mr. Kirby etwas erstaunt. „Ich müßte
nir vielleicht Vorwürfe machen, daß ich Ihnen den Brief
nie gegeben habe; aber es war eine sehr delikate Sache
— eine vertrauliche Mitteilung für Ihren Vater —, die
richt für Ihr Auge bestimmt war. Deshalb war ich froh,
zaß der Wunsch meines alten Freundes sich auch ohne die—
sen Brief erfüllt hat.“
„Wir wollen das beiseite lassen,“ erwiderte Irma ru—⸗
sig, aber kalt. „Ich habe also Recht. Der Erbe, den Mr.
darracote ausgemälhlt hoben wöürdo don n indiroft

Hat Werner Sie gelehen? Wirklich,
ich glauve Sie haben den Doktor ietzt nötiger als den
hechtsanwalt!“
„Der Doktor mag später kommen,“ antwortete sie, „ich
brauche jetzt den Rechtsanwalt, und ich versichere Sie, daß
ich mich kräftig genug zu unterhandeln fühle. Ich möchte
Sie nach verschiedenen Dingen fragen und verschiedene An—
gelegenheiten ordnen.“ Sie zögerte einen Moment, dann
fuhr sie ruhig fort: „Sie haben ohne Zweifel von Lily
Vidals Tod gehört?“
Mr. Kirby nicktte, verschwieg aber, daß diese Nach—
richt ihn mit großer Befriedigung erfüllt hatte.
„Ich möchte nun wissen“ fuhr Irma fort, „in welcher
Weise dies meine Stellung — ich meine in betreff des
Vermögens, das ich ihr, falls sie lebte, abgetreten haben
würde, beeinflußt.“
„Es beeinflußt Ihre Stellung nicht im geringsten,“
erwiderte Mr. Kirby bestimmt. „Wie sollle es auch? Das
Vermögen war ja glücklicherweise vor ihrem Tode noch nicht
n ihren Besitz übergegangen.“
„Aber wenn das der Fall »ewesen wäre? Wenn ich
as Papier, das ich Sieizusetzen, unterzeichnet
ãtte. wer würde dann* orden sein?“
Das ist eine Frage,“ sagte er, „aus die ich jetzt glüg⸗
acherweise keine Antwori geben brauche, da ich selbst nichts
von den Familienverhältnissen des verstorbenen Kindes
weiß. Ich dente, wir können uns mit der Tatsache zufrie—
den geben, daß Sie selbst die nächste Verwandte und recht⸗
maßige Erbin von Mr. Darracote sind.“ —
Ich gebe mich aber nicht damit zufrieden, sagte Ir⸗
ma.“, Jin Gegentell, ich fühle, daß ich in einer sehr shwie⸗
igen Lage bin. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen die Sache
erklären kann, wie ich sie empfinde. Jedenfalls will
h esaber versuchen. Also, ich bin überzeugt, daß ich
etzt, da Lily tot ist, ebensowenig Anrecht auf das Ver⸗
noͤgen habe, als wie zu ihren Lebzeiten. In anderen
Den wenn es ihr rochtmäßig gehörte. als sie lebte s0

„Ihrer Geburt, nein. Wohl von der Geburt eines Kin⸗
»es von Mr. Darracotes Tochter. Aber jenes Kind starb.
der Agent, von dem ich sprach, hat den Beweis seines
Todes und sein Grab gefunden. Lily Vidal war vielleicht
das Kind des Schauspielers, der sie zuerst vorstellte —
ider vielleicht auch nicht. Wir wissen es nicht, und es tut
zuch nichts zur Sache. Gewiß ist nur, daß sie nicht Mr.
Darracotes Enkelkind war.“
„Und deshalb? —“
Deshalb kein Anrecht auf sein Vermögen hatte, weder
ebend noch tot.“
Einige Augenblide herrschte Schweigen, während Ir—
na vor sich hinstarrte, als ob sie kaum begreifen könnte,
yas sie soeben gehört hatte.
„Sie haben einen bestimmten Beweis hierfür?“
Mr. Kirby nickte augenscheinlich mit großer Be—
riedigung.
„Beweise, die bei jedem Gericht voll und ganz genü—
gen würden,“ antwortete er.
Die dunklen Augen wandten sich ihm wieder zu, dies—
nal mit ängstlichem, fragendem Ausdruck.
„Dann gehört das große Vermögen mir, und kein aa—
oro —— clurebht auf 8—
            
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