Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 16 Tel. 69, 268, 200 vä 4. Mittwoch, den 20. Jannar 1909. Zeitungẽelist e 801 253. Jahrgang.
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Mit Reilagen: „Velletristische Wochenschrifte“ und
Tustige Blätter“.

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Allgemeiner Anzeiger für den Rürgermeislereibezirk
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monatlich ?70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der —
besteit M. 2,28 vierteljährlich.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint taglich mit Ausnahme der Sor
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Politische Rundschau

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entsprechender Rabatt.
Redaktion, Dru enJ ˖ Unterkeller

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ters des Innern wär ver Geh. Regierungsrat Dr. Pe—
ers erschienen. Es wurde folgende Refolution ein—
immig gefaßt: In der Erwägung, daß an die Gemein—⸗
ebeamten die gleichen dienstlichen und wirtschaftlichen An—
orderungen gestellt werden, wie an die unmittelbaren
ztaatsbeamten und daß sie unter der fortschreitenden Ver—
euerung der Lebenshaltung schwer leiden, an die Staats—
egierung und an beide Häuser des Landtages die Bitte
urichten, eine Verbesserung der Lage der Gemeindebe—
imten in Anlehnung an die Besoldungsreform für un—
nittelbare Staatsbeamte, Volksschullehrer und Geistlichen
erbeizuführen und eine Beseitizung der vorhandenen ofenbaren
 Mängel in der Besoldung und Stellung der
gemeindebeamten veranlassen zu wollen.
* Im Gewerkschaftshause in Berlin hielten etwa 400
delegierte einen von der Zentralkommission der deutschen
Tabakarbeiter einberusenen KRongreß der Tabak—
urbeiter ab, um gegen die Tabakstener vorzugehen.
Frankreich.
*Aus Oran meldet der „Matin“: 12 Solda—
en des 2 Fremden-Kegiments, alle Deutsche
esertierten mit Waffen, Munition und sonstiger Aus
üstung. Dann flüchteten sie in nordwestlicher Richtung,
olgten dem Sur⸗Tal und gelangten 100 Kilometer bis
um Fuße des Atlasgebirges. Sie durchzogen dasselbe
jebiet, welches im September die Kolonne Alix durch—
treift hatte, und welches sie genau kannten. Sie wurden
edech von Eingeborenen angehalten, welche sofort den
Losten von Budenib benachrichtigten.
* Auf dem Bahnhose von Vich y wurde ein Mann
rzamens Gyhlbertis verhaftet, unter dem Ver—
dacht der Spionage. Er soll einem deutschen Ma—
rine-Offizier über mehrere im Hafen von Toulon im Bau
rzefindliche Kriegsschiffe Mitteilungen gemacht haben.
Rußland.
* Von informierter Seite verlautet, daß der Gehilfe
des Ministers des Innern, Kryschanowski, wegen sehr
Arnster Differenzen seinen Posten verlas⸗—
nen wird. Der Grund des Abschiedes ist in Intri-—
zuen zu suchen, die Kryschanowski zur Last gelegt
berden. Er habe, wie es heißt, darnach gestrebt. Mini—
ter des Innern zu werden.
England.
4Kriegsminister Haldane hielt in Halifax eine be—
eutende Rede, in der er ausführte, Großbritannien habe
ie Ausführung übernommen in dem Bestreben, die Ans⸗
zaben für Rüstungen zu ver mindern. Mit der
zeit würden die Nationen anerkennen, daß die gewalti—
en Ausgaben im Interesse des Friedens und der sozia—
en Reformen wohl herabgesetzt werden könnten. So
ainge aber die Nationen nicht zu dieser Erkenntnis ge—
ommen sind, sei es untunlich, die Vorbereitungen zur
zuteidigung des Landes zu vernachlässigen.
Persien. J——
* In den letzten Tagen telegraphierten die Petersbur⸗
er Korrespondenten der ausländischen Blätter ihren Re—
altionen verschiedene, mehreren russischen Blättern ent⸗
Eumenen Einzelheiten betreffend die gemeinsame Af—

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tion Rußlands und Englands in den persi
chen Angelegenheiten, wobei darauf hingewiesen wurde
daß die Mitteilungen offiziösen Charakter trügen. Die
Perersburger Telegraphenagentur ist dazu ermächtigt, zu
erklären, daß hier weder ofsiziöse noch andere Mitteilum
gen gemacht worden sind.
Amerika.
*Als sich der Abgeordnete Willet in der letzten
Sttzung des Repräsentantenhauses in den heftigzsten
Schimpfworten gegen den Präsidenten Roosevelt erging,
beschloß das Haus mit 126 gegen 78 Stimmen, Wille
das Wort zu entziehen

Deutsches Reich.
»Der Seniorenkonvent des preußischen Ab—
jeordnetenhauses hat beschlossen, die Wahlrechts anträge
im nächsten Montag auf die Tagesordnung zu setzen.
* Der Provinziallandtag der Provinz Hannover
t zum 10. März d. J. nach der Stadt Hannover und
er Kommunallandtag der Hohenzollernschen Lande zum
I. März d. J. nach der Stadt Siamaringen be—
usen worden.
* Zu den Aufgaben, die die „Deutsche Zentrale für
zugendsürsorge“ zu erfüllen bestrebt ist, gehören die Ver—
nittiung zwischen Vereinen oder Prwatpersonen und den
behörden, welche bet der Anwendung der gesetzlichen Be—
ummungen zum Schutze der Jugend in Tätigkeit tre—
sen sowie Darbietung ihrer Erfahrungen, Uebernahme
on Ermittelungen und sonstige Unterstützuug der Be—
jörden, insbesondere der Vormundschastsgerichte. Um die—
en Zwecken besser nachtommen zu können, hat die Zent—
ale die Zeitschrift „FJugen dwohlfahrt“ (Verlag
B. G. Teubner) begründet, von der das erste Heft mit
teichem Inhalt soeben erschienen ist. Die monatlich aus—
ugebende Zeitschrift will einen Vereinigungspunkt bil—
hen für alle den Jugendwohl dienenden Bestrebungen,
sbesondere auf dem Gebiete der Fürsorgeerziehung in
Kecht und Praxis, der Ausgestaltung des Jugendstrafrech—
es, der Jugendfürsorge im engeren Sinne, der besonde—
ten Fürsorge im schulpflichtigen Alter und für die ge—
verblich tätige Jugend. oer Geiundheitspflege und Kör—
verkultur u. dgl. m.
* Der am Sonntag in Dresden aus Anlaß der
Wahlrechts-Demonstrationen erfolgte Zusammenstoß der
bienge mit der Polizei scheint doch ernsterer Natur ge—
vesen zu sein, als die ersten Nachrichten annehmen lie—
zen. Nach der Darstellung der sozialdemokratischen Dres—
dener „Voltszeirung“ sollen 4 oder 5 Personen schwer
jerletzt worden sein. Kleine Verletzungen sollen zahlreiche
demonstranten erlitten haben. Das Blatt berichtet wei—
er, einem Mann sei ein Stück Kopfhaut abgeschlagen wor—
»zen, ein 10jähriger Junge habe einen Säbelhieb erhal—
en und sei blüutend weggebracht worden, ein Samariter
sei durch einen Säbelhieb an der rechten Hand schwer ver—
ietzt worden, als er einem Verwundeten habe beispringen
wollen, ein anderer Mann hat einen Stich in den Rücken
zrholten.
*Vei der Familie des in Bremen verstorbe—
nein früheren Reichstags-Abgeordneten Frese, der auch
Po sitzender der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff⸗
Rrüchiger gewesen war, sind in herzlichen Worten gehal—
tene BeileidsTelegramme des Kaisers und
des Prinzen Heinrich eingetroffen.
* Die Gemeindebeamten Preußens hielten in Berlin
m Lehrervereinshause einen außerordentlich stark besuch—
en preuß schen Gemeindebeamtentag ab, um sich mit
sen Besoldungsverhältnissen der Ge—
neindebeamten zu beschäftigen. Als Vertreter des Mini—

Hof und Gesellschaft
** Wie amtlich erklärt wird, beabsichtigen der König
and die Königin von England am 8. Februar
von Leondon abzureisen und am 9. Febrnuar in Berlin
einzutreffen. Die Rückreise soll am 12. Februar ange—
treien werden, damit sie zu der am folgenden Tage statt—
tindenden seierlichen Eröffnung des Parlaments wieder
in London sind.
** Eine Automobildroschke, in der Erbprinz zu
Zalm-Salm saß, stieß in Berhin an der Ecke der
Fasanen⸗- und Hartenbergstraße mit einem Rollwagen zu—
ammen. Die Scheihen des Automobils gingen in Trüm—
ner. Erbprinz zu Salm-Salm, der als Oberleutnant im
Hegiment der Garde-du-Corps in Votsdam steht, erlit
gnittwunden an den Fingern.

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Die Krise auf dem Balkan
Aus Cettinfe wird berichtet, daß Fürst Nitoläus
n der Neujahrsnacht seine Söhne, die Minister und ho—
zn Offiziere und souftige Würdenträger um sich ver⸗
ammelt habe, und eine Ansprache an sie hielt, in der
r der schweren Zeiten gedachte, die für den serbischen
olksstainm gekommen seien. Der Fürst habe alle An—
vefenden aufgefordert, sich für den Tag bereit
zu halten, an dem Montenegro sseine Rechte
nitdem Schwerte verteidigen müsse.
Aus Konstantinopel wird berichtet: Der im
etzten Ministerrat fesigesetzte Wortlaut des Proto—
olls über das Ue bereinkommen zwischen Oester⸗
eich-⸗Ungarn und der Türkei wurde auf der Pforte ins
Französische übersetzt und unterzeichnet, und das Ver—
ragsInstrument sodann dem Markgrafen Pallaviin
 i zugestellt, der es bereits nach Wien gesandt hat.
das Prolokoll umfaßt acht Punkte, und dürfte bereits
nder nächssen Woche der Kammer zur Beschlußsassung
orgelegt werden. An seiner Annahme durch das Parla⸗
nent ist kaum zu zweifeln.
In Belgrad hat unter dem Vorsit des Kriegs—
ninissers und im Beisein des Kronprinzen ein Kruegs—
dat stattgefunden, an welchem alle telegraphisch berufe—
ien Divifions-Kommandanten teilnahmen. Es zirkulieren
llerhand Gerüchte, wonach die Kriegsparte,i die
Sberhand gewonnen haben soll, und vom Krieasra
iebr eruste Beschlüsse gefaßt wurden.

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Joseph Leo9 Gwe., Dudweller Markt.
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