haben. Bei den Unterredungen der Staat— zer, die
die Maestäten begletteten, sind selbitverstanden. die ver—
schiedenen schwebenden politischen Frasen erörtenn wor—
den. Dabei wurde jestgöostellt, daß zwischen Rußland und
Deutschland keinerlei gegensätzliche Auifassungen in diesen
Fragen besteben, und daß beiderieits au richtig die Fort—
setzung und Befestigung der guten Beziehungen zwischen
beiden Ländern gewünscht wird. Zugtleich wurde aner—
kannt, daß die internationalen Abmachungen, an denen
Rufland und Dentschland beteiligt sind, diesen guten Be—
ziehungen keineswegs entgegenstehen, und daß beide Sei—
ten sich in dem Bestreben begegnen, zur fricd ichen Lösung
jeder etwa austauchenden politischen Frage beizutragen.
Zu denTo asten der beiden Kaiser bemerkt man
in Wiener offtziellen Kreisen, daß sie von allen Freunden
einer friedlichen Entwickelung mit Genugtuung begrüßt
werden können. Sie entsprächen durchaus den Erwarun—
gen, die man an die Entrevue knüpfte und seien ein kla—
res Symptom dafür, daß man in den maßgebenden Pe—
tersburger Kreisen auf aute deutich-rusfiiche Beziehungen
Wert legt.
Die gesamte Wiener Presse . ihre volle
Genugtuung über den warmen und herzlichen Ton der
Trinksprüche in den finnischen Schären aus. Alle
Blätter sind darin einig, daß zwar die englische Diplo—
atatie etwas enttäuscht sein werde, aber im Großen und
Ganzen könne die Entrevue mit ihren Trinksprüchen ale
ein Ereignis bezceichnet werden, welches gecigner sei, du
Friedensgarantien zu verstärken.
Koloniales.
Die „Köln. Voilkszig.“ veröffent icht eine Zuschrist
aus Südwestasrika über die Herero, der wir fogendes
entnehmen: Jetzt ist der Herero arm. Einige Stück
Großvieh besitzen mit Erlaubnis des Gouverneurs nur
wenige. Auch das Kleinvieh ist nur gering. Und
dennoch wäre es von der größten Bedeutung, wenn den
Herero das letztere wenigstens in größerem Maße gegeben
würde, etwa, daß sie es als Lohn für geleistete Arbeiten
erhalten würden. Allenthalben im Lande klagt man über
das Weglaufen der Herero. Ja, ist es denn denkbar, daß
der reiche Herdenbesitzer von ehedem sich im Handumdre—
hen zu einem perfekten Arbeiter machen läßt, der mit
Lust und Liebe ost nur für seine eigene kärgliche Nahr—
ung den Weißen dienen wird? Wer soll dann seine Fa—
milie unterhasten? DTie sogenannte Feldkost ernährt ja
vielerorts die Fleißigen. Aber der Herero ist daran meist
nicht gewöhnt. Will man den Herero zum fleißigen, an—
sässigen Arbeiter heranbilden, der seinem weißen Herrn
anhängt, dann ist es nützlich, ich möchte sagen notwen—
dig, daß er einiges Vieh sein eigen nennt, das ihm und
den Seinigen etwas Nahrung bringt, das ihn, weil er
daran hängen wird, die fremde Scholle, auf der er blei—
ben soll, liebgewinnen läßt. Dem Farmer täte dies kei—
nen Eintrag, brächte ihm aber die Errenntlichkeit und das
Vertrauen seiner Leute.
Für den Farmer ist es außerdem wichtig, die begreif—
liche Sehnsucht des Herero nach seinen Stammesgenöossen,
die ihn zum Weglaufen verführt, nicht zu stärken durch
eine heftige, vielleicht ungerechte Behandlung. Der He—
rero will nach getaner Arbeit sich seinen Angehörigen un—
bedingt widmen. Die Gerechtigkeitsliebe ist bei dem He—
rero sehr ausgebildet. Er nimmt eine verdiente Strafe
durchweg gerne hin, eine ungerechte vergißt er nie. Der
Herero ist im Vergleich zu den Kaffern und Hottentotten
meist ein williger und geschickter Arbeiter. Es ist von der
allergrößten Wichtigkeit, diesen kräftigen Menschenschlag der
Kolonie zu erhalten und zu stärken. Wohl oder übel müs—
sen wir jetzt schon daran denken, in Südwest Eingebore—
nenreservate zu gründen. Sie allein werden auf die beste
Weise die Zahl der friedlich nach ihren Sitten beieinan—
der Wohnenden steigern lassen, und in ihnen wird dann
leicher wieder die Liebe zur alten Heimat entfacht, und
das Vertrauen zur Regierung wird nicht darunter leiden.
Diese Reservate werden ganz leicht im Laufe der Zeit,
sofern sie gleich den Militär- und Polize'istationen überali
verteilt sind, den nächstliegenden Ansiedlern eine genü—
gende Zahl Arbeitskräfte liefern können.
Deutsecher dieicstag.
Berlin, 19. Juni.
Vormittag 11 Uhr.
265. Sitzung.
Mit der Beratung der
neuen Steuergefetze
wird fortgefahren.
Frhr. v. Rpeinbaben: Der Abg. Mommsen hat
zur Erbschaftssteuer erklärt, die eidesstattliche Versicherung
begrüßen wir, nur haben wir den Wunsch, daß sie nicht
nur angewandt wird gegen die Freisinnigen, sondern auch
gegen die Großgrundbesitzer. Vor dem Ge'etz sind alle
gleich. Es wäre besser gewesen, wenn der Abg. Momm—
sen diese Frage hier nicht ange'chnitten hätte. Wir sollten
doch abe bemüht sein, nicht noch Oel ins Feuer zu gie—
ßen und die Gegensätze nicht noch weiter zu steigern da—
durch, daß solche Ausführungen gemacht werden, wie es
Herr Mommien hier getan hat
„Es tut nichts zur Sache, was man darüber denkt.
In diesem Falle muß man nur mit Tatsachen rechnen.
Ich habe nach Mr. Kirby geschidt, um ihm diese Tatsa—
chen darzulegen. Aber vorläufig ist das wichtigste die
Krankheit des Kindes. Dr. Warner sagte mir, daß die
Krankheit bei ihr sehr heftig eingesetzt hat, und daß ernst⸗
liche Gefahr für Ansteckung vorhanden ist —“
Sie hielt inne, betroffen über die Blässe, die plötz—
lich Camillas Antlitz überzog, und über den entserten Bt
iährer Augen. Unwillkürlich griff Camilla mit ihrer Hand
nach der Kehle.
AIch vergaß!“ rief sie aus. „Ueber all dem unsinnigen
Zeug, das Du mir eben sagtest, vergaß ich, daß das Rind
Diphtheritis hat, und ein heftiger Anfall, sagtest Du?
Mein Gott, wenn ich das betämel Und Du willst Lilh
doch hier behalten?“
„Ich muß,“ sagte Irma ernst; „aber ich kam, um Dich
zu warnen. Ich will nicht, daß Du Dich durch Dein Blei—
ben der Gefahr der Anstedung ausjfetzt —“
„Aber woher weißt Du, daß mir Gefahr droht?“
fragte Camilla beinahe hysterisch. „Sie ist seit gestern hier;
ich war mit ihr beim Lunch — und Tu —“ sie sprang
auf und, ihre Kleider zusammenraffend, rannte sie auf die
andere Seite des Zimmers — „Du bist bei ihr gewesen
— vielleicht kommst Du gerade jetzt von ihr! Oh, Irma,
ich würde Dir nie vergeben, wenn ich Diphtheritis betäm—
und meine Stimme verlöre!“
„Ich hoffe nicht, daß ihr etwas Schredliches passieren
wird,“ sagte Irma. „Du mußt bedenlen, daß die Krank—
heit erst heute morgen zum Ausbruch kam. Sobald der
Doktor es mir sagte, dachte ich an Dich —“
„Ich will sofort reisen!“ schrie Camilla. „Willst Du
den Wagen bestellen? Ich kann auf nichts mehr warten,
Celeste muß die Koffer packen und nachkommen. Gott, wenn
ich Diphtheritis bekäme und meine Stimme verlöre! Ich
wollte lieber sterben! Das Leben wäre mir nichts mehr
og, Bruyn (untis.) erklart seine Zustimmung zu
er Regierungsvorlage über die Erbanfallfteuer. Seine
rreunde würden aber ihre Vergangenheit verleugnen, wenn
ie nicht auch die Kotierungssteuer annehmen wollten. Mi
»en 10 Mil ionen Effektenstempelsteuer komme die Börse
„u glimpflich weg. Redner verbreitet sich dann unter zu—
nehmender Unruhe des Hauses über die Stempelsteuern
Würitembergischer Finanzminister v. Geßler: Dar
über herrscht volkommene Einig!eit unter den verbünde
en Regierungen, daß die Erbschaftsstener zu dem —R
tandekommen der Finanztommission nötig ist. (Beifall auf
der Enken Seise.) Wir in Württemberg sind jederzeit für
die Vesteuerung der Kinder und Ehegatten eingetreten, da
vir das als eine politische Notwendigleit betrachtiten
VWenn wir den sonsum so sehr belasten, so muß eine
zleichmäßig ressende Besißsteuer cingeführt werden, und
das ist auf keinem anderen Weg zu erreichen als durch
die Ausdennung der Besteuerung der Ersschaften auf Kin—
der und Ehegateen. Der Abg. Singer hat nun getadelt,
daß de neue Eroschaftssteuervorlage einen so niedrigen
Ertrag bringe und damet nicht die frühere Höhe errcicht
vird. Für das Reich kommen natürsich zunächst die in—
direkten Stesean in Betracht, für die Bundesstaaten die
irekten Steuern. Die Einführung einer Reichsvermögens
teuer scheidet aus, we'l wir prinzipielle Bedenken dage
gen haben müssen. Setzen sich das Reich und die Bun
»esstaaten an denselben Tisch, dann werden für die Bun—
»esstaaten bald nur noch die Krumen abfallen. Es bleibt
ilso nur die Erbschaftssteuer für das Reich übrig. In
Vürttemoerg wird der bäuerliche Besitz kaum erheblich ge—
roffen von der Erbschastssteuer. In Hamburg und El—
aß-⸗Lothringen hat sich die ausgedehnte Erbschaftssteuer
hewährt. Das Empfinden des Volkes ist für die Aus
dehnung der Erbschaftssteuer. Es ist eine Ehrenpflicht und
eine soziale Pflicht, daß auch die besitzenden Klussen gleich
mäßig zur Milderung der Finanznot des Reiches beitra—
gen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß sich jetzt noch
ine Einigung finden lassen wird. (Lebhafter Beifall au—
der linken Seite.)
Abg. Payer (D. Vp.) polemisiert gegen den preu—
zischen Finanzminister. Wenn wir heute unsere Betracht—
ingen abschließen, so wird draußen ein Gefühl großer
Enttäuschung durch das Reich gehen. (Sehr richtig!) Denn
nan lechzt dort nach Klarheit. Und diese Verzand!ungen
aben keine Klarheit gebracht. Es hat nicht an Ermahn
ingen gefehlt, daß wir unsere Schuldigkeit tun solen
Im Mittwoch hat der Reichskanzler damit angefangen, am
donnerstag kam der preußische Finanzminister, am Frei—
ag der sächsische und heute hat uns auch der württem
zergische Finanzminister ins Gewissen geredet. (Heiter—
eit.) Wozu das alles! Es mag draußen einen gewissen
Widerhall finden; aber glaubt einer von uns, daß auch
nur ein einziges Mitglied des Hauses durch solche Er—
mahnungen sich zu einer Korrektur seiner Anschuuungen
wird brinzgen lassen. Es bleibt alles beim Alten und das
versteckte Spiel geht eben wieder weiter. Nachbvem die
Reichsregierung seit Monaten den Eindruck der Unschlüs—
sigkeit und Schwäche macht, hat die Regierung das Recht
jerscherzt, uns zu belehren, was wir als Pflicht zu be—
rachten haben. (Sehr richtig linksl) Konservative und
Zentrum werden die Regierung nicht mit einer Kraftprobe
zerschoöonen und sie wird bei der Abstimmung über das
Erbschaftssteutergesetz zum ersten Mal risliert werden müßp
en. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, das zu pro—
hezeien, wird heute niemand den Mut haben. Ich bin
n meiner Auffassung, nachdem ich drei Tage zugehört
zabe, noch viel verwirrter geworden. GGroße Heiterkeit!)
Venn diese Mehrheit nicht in der Lage ist, so, wie sie
zlaubt, geschlossen über die Stimmen dieser Anhänger zu
erfügen, dann hat der Reichsstag eben Bankerott gemacht
ind dann wird nach der zweiten Lefung ein Schrei der
srleichterung durch das Land gehen, wenn die Regierung
diesem Reichstage ein Ende machen muß. Findet sich für
zie Erbschaftssteuer eine Mehrheit, so sind allerdings noch
»iele Schwierigkeiten nicht gelsst. Es ist ausgeschlossen
daß alle die, die die Erbschattssteuer anneynen werden,
»am't auch die Verpflichtung übernehmen wollen, für alle
Projekte der verbündeten Regierungen mit allem Nach—
zruck einzutreten (Hört, hört!') Im Gegenteil. (Heiterkeit.
Auch hier wird das Resultat das sein, daß nichts ande—
tes übrig bleibt, als zur Auflösung zu schreiten. (Große
deiterkeit. Möglich, daß 500 Wii tionen an Steuern zu—
ammengebracht werden, aber eine Reichssinanzreform wird
das Reich heute so wenig haben wie früher. Uns fehlt
in großzügiges System von Steuern, das nicht nur die
rassen füllt. sondern auch die Lasten gerecht verteilt, das
Irdnungin die Finanzen zwischen dem Reich und den
zZundesftaat bringt, eine Klarheit in unseren politischen
Berhältnissen herbeiführt, eine Garant'e gewährt, daß nun
tuch die Axt an die Wurzel des Uebels gelegt wird, daß
Zparsamkeit in Heer und Marine geübt wird und damit
der Wiederkehr solcher Zustände entgegengearbeitet wird,
ind das Handel und Industrie nach der vierfährigen Hetz—
jagd das Maß von Ruhe gewährt, das diesem nötiger ist
als das tägliche Brot. Die Regierungen haoen überhaupit
n der ganzen Aktion eine recht unglückliche Hand gehabt.
der Reichs'anzler hat uns vorgeworfen, daß wir so sehr
im Programm kleben. Den Regierungen wird diesen
Norwurf allerdinas iemand machen tανα D:
„Ich bin überzeugt, es ist gar kein Grund vorhanden
zu solcher Aufregung,“ sagte Irma ängstlich. „Du bist mit
dem Kinde ja nicht persönlich in Berührung gekommen;
es ist jetzt vollständig isoliert, sodaß Du in Ruhe Deine
Vorbereitungen treffen kannst — wenn Du gehen mußt.
Und,“ fügte sie gedankenvoll hinzu, „es ist zweifellos am
hesten, wenn Du abreist.“
„Natürlich werde ich abreisen,“ sagte Camilla. Sie
chritt aufgeregt im Zimmer auf und ab, die Hand immer
ioch an der Kehle. „Nichts könnte imich bewegen, eine
Ztunde länger zu bleiben,“ fuhr sie erregt fort. Wenn Du
uur etwas an mich dächtest, an die schreckliche Gefahr, die
neiner Stimme droht, so würdest Du das Kind nicht hier
hehalten, sondern es sofort in irgend ein Krankenhaus
»ringen lassen. Aber da Du nicht an mich denkst, so muß
ich es eben selber tun. Meine Stimme ist das einzige, was
ich besitze, der bloße Gedanke, daß ich sie verlieren könn—
le, macht mich rasend. Ich war verrüdtt, daß ich überhaupt
hierher gekommen bin. Iche hätte wissen können, daß Tu
dich mit Deinem abgeschmacdten Heldenmut, Deinen Stkru—
peln, Idealen — weiß der Himmel mit was noch — selbst
zu Grunde richten und mich in einer Weise beschimpfen
vürdest, die niemand voraussehen konnte.“
„Ich glaube nicht,“ sagte Irma mit stockender Stim—
me, „daß ich solche Vorwürfe verdiene — und daß ich
Dich beschimpft habe —“
Camilla hielt inne und sah sie dramatisch an, vom
anderen Ende des Zimmers aus.
„Glaubst Du, es wäre keine Beschimpfung, wenn Du
mir solch' alberne unglaubliche Geschichten vorredest?“ fragte
sie. „Ich bin Deine nächste Verwandte. Ich kann Anjpruch
nachen, in dieser Sache berücssichtigt zu werden. Ich wäre
ja jetzt in einer reizenden Lage, wenn ich mich gleich auf
Dich verlassen, Deine großartigen Anerbietungen angenom—
nen und mein Engagement gelöst hätte. Aber ich kannte
Dich zu gut. Ich wußte, daß auf Dich kein Verlaß war.
du hast Dich immer bemüht, erhabener und selbstloser zu
rscheinen. als die übrigen Menschen: es scheint. daß ijeß
degterungen suud in uret Palrung gergoe der schrimnimni
Zeweis dafür, wohin man lommt, wenn man wie sie
»hne den Kompaß fester Grundsätze sein Schifiltin durdh
ie Brandung treibt. Mögen die Würfel so oder so sal
en, es äht sich sagen: die kunstreiche pol tische Rontbing
ion, die in den lebtten Jahren unser innerpotni schhes Le
yen beberrscht hat, ist zu Ende. Der Reichstanzler ha
zwar versucht, am Grabe seines Lieblinzstindes die Hoß
aung anuf ein fröhliches Wiederiehen autzuplanzen, ase—
ich glrube, der Block gehört bereits der Geichichte on und
er wird nicht mehr auferstelen. Die Konfervanren wer.
den weiter obne ücsicht auf den Lideralismus nicht ir
Deu schland regieren können. Der Vlock hat auch di
Liberaten im weiteren Sinne einander nher gebracset 51
es in alem kann man sagen: Der Block wird uns ein—
ehrreiche und hachst inseressante Erinnerung sein Stür
nische Heitetteit) Es wird behauptet, der Rampf —
n Wirktichteit um das preußieche Wahltecht Schate war
s,. Wenn nicht auch das Wanlrecht in diesem Zusanumen
ange eine Riotte spielen wärde. Tieses Wahlrecht ver
dient es, in den Vordergrund auch im denutichen Reites
tag gestellt zu werden, wenn man das auch eine Ein
mischung in die preußischen Angelegenheiten nenzen maq
Das Zentrum zahlt durch seine Zustimmung zu der
Zteuern, von denen sich seine Führer sagen solllen, das
ie undurchführbar und ungemein üchädlich sind, einen hbo
jen Preis und es werd versuchen, wieder auf die Kriegs
fosten zu kommen und dann wird die Lage für deie kon
ervative Partei immerhin etwas kritisch werden. (Leb
zafter Beisall bei den Liberaten.)
Der Schluß der Debatte wird angenommen. Die Vor
age geht an die Kommission
Auf der Tagesordnung steht sodann die zweite Berat
ing der Steuervorlagen, sowie die Kommissionsbeschruüsse
Die Beschlüsse der Kommission liegen in einer längere
Reihe von Einzel-Berichten vor.
Zur Geschäftsordnung beantragt Ubg. Basser—
nmann (natlh.) diesenigen sieben Steuervorschläge, die di—
Kommission auf Grund von Initiativ-Anträgen ange
iymmen hat, die asso eine erste Lesung im Plenum noch
uicht durchgemacht haben, heute erst in erster Lesung zu
eraten, anstatt bereits in zweiter Lesfung.
Ein Antrag Singer GSoz.) verlangt, daß die
ieben Steuervorschläge heute überhaupt von der Tages
»ronung gestrichen werden.
Abg. Bassermann cnatl.) begründet seinen An—
rag. Die Kommission habe die Anträge beschlosien und
ie dem Plenum überwiesen. Im Plenum übder derartige
Vorschläge in zweiter Lesung zu beraten, ist nur dann
tatthaft. als ein Widerspruch nicht erhoben wird. Im ge—
senwärcigen Falle liege doch ein Widerspruch seitens der
iberalen Mitglieder der Kommission vor.
Abg. Singer GSoz.) stimmt dem Antrage Basser—
nanns zu, zieht aber die Konsequenz, daß die betreffen—
zen sieben Entwürfe, deren erste Lesung nicht auf der
Tagesordnung stehe, sondern gleich die zweite, von der
dagesordnung gesetzt werden müssen.
Abg. Richthofen (kconsj.) widerspricht dem Bas—
ermannschen Standpunkte.
Abg. Gamp (xchsp.) erklärt sich für den Antrag
zassermanns.
Abg. Spahn (Str.) verteidigt das Vorgehen der
dommission
Abg. Geyer GSoz.) bezeichnet das Vorgehen de—
dommission als einen Rechtsbruch.
Abg. Erzberger (Ztr.) führt zahlreiche Fälle an,
yo in der Kommission ähnlich verfahren worden sei.
RNach weiterer Geschäftsordnungs-Debatte erfolgt die
Ubsstim mung. Der Antraa Singer wird gegen
Sozialdemoktraten und Freisinnigen abgelehnt; für
»en Antrag Bassermann wird Hammelsprung nö—
ig. Derselbe ergibt Ablehnung des Antrages mit
186 gegen 116 Stimmen. Die Polen stimmen mit der
Rehrheit.
Das Haus tritt in die Einzelberatung der Kotierungs—
teuer der Kommission ein.
Abg. Westarp (kons.) als Referent der Kommis—
ion empfiehlt den Entwurf unter Hinweis auf den aus
ihrlichen schriftlichen Bericht zur Annahme.
Abg. Weber (ntl.) spricht sich gegen diese Steuer aus
Darauf erfolgt Vertagung. Weiterberatung: Montaq
Uhr. — Schluß 4 Uhr.
lαC—
Verkehrsnachrichten.
* Der Eisenbahnminister hat neuerdings das Personal
»er Eisenbahnverwaltung streng angewiesen, allen Versu—
hen der Reisenden, zu viel und zu umfangreiches Reise—
zepäck in den Wagenabteilen unterzubringen, ent—
segenzutreten und mit Entschiedenheit dafür zu sorgen, daß
eine Ueberfüllung der Abteile mit Handgepäck nicht statt—
finden kann. Die Beamten sollen, wie weiter eingeschärft
vird, in jedem Einzelfalle dafür Sorge tragen, daß das
dandgepäck, sobald es die zulässige Grenze überschreiter
und einen größeren Raum ausfüllt, wie er über den
Platz des Reisenden vorgesehen ist, ordnungsgemäß als
Zeväck aufgegeben wird
——— —⏑—
le Welegenyeit da ist, wo Vu nach Herzensiugt die Heldin
spielen kannst. Hoffentlich wird Dich das amüsieren und
befriedigen und außerdem —“ ihr Ton wurde im höchsten
Brade sarkastisch — „‚hoffe ich, Du wirst jetzt einsehen, daß
ich Mr. Hastings besser kannte, als Du selbst.“
Ein kurzes Schweigen folate. Dann sagte Irma mit
Anĩtrengung:
„Es tut mir leid, daß Du so etwas von mir denlst
Ich habe nie erhabener und selbstloser erscheinen wollen
ils die anderen Menschen, sondern mich nur bemüht, nach
den Grundfätzen zu handeln, in denen ich erzogen 1*
und die mich einer lehrte, den ich liebte und verehrte. Und
was das Aufgeben meines Vermögens anbelangt, so habe
ich darüber nicht zu entscheiden. Mr. Darracote konnte
ein Vermögen hinterlassen, wem er wollte, und er tat nur
das, was Recht war, als er sterbend sein Enkelkind als
Erbin einsetzte. Wenn das Papier gleich vorgewiesen wor⸗
»en wäre, so wäre ich nie hierher gekommen. Meine Erb—
chaft ist von Anfang an ein Irrtum gewesen. Wenn in
dir deshalb Erwartungen gewedt wurden, in denen Tu
dich jetzt getäuscht siehst, so tut mir das sehr leid, aber
ich lann nichts dafür. Ich bin ebenso unschuldig an dem
janzen Irrtum, wie an der Entdeckung der Wahrheit. Daß
cch Lily Bidal hierhin brachte, ist wahr; aber es war ein
einer Zufall; und sie jetzt aus dem Hause zu weisen, das
iach Gesetz und Recht ihr Eigentum ist, würde ich für
chweres Unrecht halten.“
Irmas Verteidigung verhallte ungehört an Camillas
Ohren. Sie war zu wiütend, um edlere Enipfindungen auf—
ronimen zu lassen. Mit einer heftigen Bewegung streckte
iie ihre Hände aus.
„O, ich bin krank von all' dem Heldenmut!“ schrie sie.
Das tun sie zusletzt alle, bilden sich irgend eine Schwach—
heit ein, glauben die lächerlichsten erdichteten Geschichten,
uinieren ihr eigenes Leben und denken mit keinem Ge—
»anken an meine Stimme!“ Camilla wußte nicht mehr,
vas sie sprach; nach ihrer Ansscht war ein Nichtbea er
a intrra a rι n y —