Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Cokales und Vermischtes
Dudweiler, 18. Januar.
Tötlich veranglückt ist auf Grube Böhningen in Lothr.
er Bergmann Nik. Glaser aus Altenwald. Er wurde von
inem zu fruh losgegangenen Schuß getöter.
8 Anläßlich des Krönungs⸗ und Ordensfestes wurde dem
zandtagsabgeo dneten Herrn Dr. Röchling der Rote Adler⸗
rden 4. Klasse verliehen.
F Der neue Justizetat 1809) sieht für Saarbrücken zwei
geue Stellen für Landgerichtsdirektoren, sowie eine neue
randcichterstelle vor.
8 Der Eisenbahnetat enthält u. a. folgende Anforderün⸗
en? Ecweiterung des Haltepunktes Wellesweiler, letzte Rabe
2000 Mark; Erweiterung des Lokomotivschuppens auf dem
rzischbachbahnflüügel des Bahnhoss Neunkirchen, letzte Rate
2000 Mk; Verstärckung des Winninger Viaduktes an
Amtr. 8,6 der Moselbahn, letzte Rate, 22 000 Mti; Her—⸗
dellung eines Ueberholungsgeleises auf dem Haltepunkte
Lamborn der Nahe-Bahn, fernere Rate 20 000 Mark; Et—
auung einer Hauptwerkflätte bei Burbach, fernere Rate,
Milliou Mark; Erweiterung des Vingerbrücker Flügels
ud Bahhof Neunkirchen, fernere Rate,'10000 Mark; Aus-»au
 der Strecke Dudweiler⸗-Friedrichssthal, fernere Rate,
300 000 Mk.; Eiweiterung det Anlage auf Bahnhof Saar—⸗
rücken, fernere Rate 90 000 Mk.; Etwetiecung des Bahn⸗
zafes Kirn, fernere Rate, 300 000 M!.; Erweiterung der
rokomotivschuppenanlage des Bahnhoses Ehrang, fernere Rate
20 000 Mk.; Erweiterung der Bahnböfe Reden und Itzen⸗
olitz, fernere Rate, 400 000 Mk.; Erweiterung des Bahnhofes
Saarlouis, feirnere Rate, 150 000 Mk.; Ecweiterungen des
Zahnhofes Birzenfeld Neubrücke, fernere Rate, 60 000 Mk.;
xkyrme terung des Bahnhoss Gerolstetn, fernere Rate, 250 000
Mk.: Erweiterung des Bahnhofes Völklingen, fernere Rate,
250 000 Mk.; Herstellung eines schienenfreien Zuganges zu
em Z wischenbahnsteige zu dem Bahnhofe Sulzbach an der
Zaar, fernere Rate, 100000 Mk.: Herstellung eines Loko—
notivschuppens auf Bahnhof Simmern, sernere Rate, 120 000
Mark; Beseitigung des Wegüberganges an Klmtr. 79,7 der
Ztrecke Saarbrücken⸗-Trier, fernere Rate 30 000 Mk; Ver—
inderung eines Dienstgebäudes für die Eisenbahninspektion
ind eines Dienstwohngebäudes zu St Wendel, fernere Rate,
30 000 Mk.; Umbau des Bahnhofes Neunkirchen, 1. Rale,
300 000 Mk.; Herstellung eines schienenfreien Zuganges zu
jem Zwischenbahnsteig auf Vahnhof Friedrichsthal 1. Rate,
100 000 Mark; Hersteluung eines Ueberholungsgeleises bei
dronweiler, J. Rate, 100000 Mk.; Herstellung eines Loko—⸗
notivschuppens anf Bahnhof Schleifmühle, 1. Rate, 100 000
Mk. — Der Etat der preußischen Domänenverwaltung setzt
ür die Weinbergsanlagen im Avelertal 157000 Meö,, bei
Zerrig 113 6500, bei Ockfen 30 000 und an der Nahe
0 100 Mk. fest. J7
8 Der Bergarbeiter-Kongreß, an dem bekannilich die christ⸗
ichen Ocganisationen nicht teilnehmen, wird in der Neuen
Zailharmonie zu Berlin am 1. Februar, vormittags 9 Uhr
röffnet werden. Die drei Hauptreferate sind so verteilt,
»aß Franz Pokorny (soziald. Verband) über die Einführung
»on Gruben⸗Kontrolleuten die vom Staate bezahlt werden,“
y5. Schmidt (Hirsch-Duncker) über die Einführung eines Berg⸗
zesetzes und A. Soscinski (Pole) über das Verbot und die
zZestrafung der schwarzen Listensysteme und der dauernden
Sperren referieren soll. Eiwa 30 Versammlungen fanden
etzten Sonntag in allen Bergrevieren statt, und das ganze
heer der Redner war aufgeboten, um für den Konareß Stim⸗
nung zu machen.
g Die Förderung der fiskalischen Saatgruben betrug im
Ddezember an 24 Arbeitstagen (w. i. V.) 908, 360 Tonnen
zegen vorjährige 886,497 Tonnen. Abgesetzt wurden
73 640 Tonnen, dadon 613,442 per Eisenbahn, 111,808
Tonnen per Seilbahn, 13,199 Tonnen per Schiff und
36,191 per Fuhre. Von der abgesetzten Gesamtmenge wur—
»en 200 301 Tonnen (180 173 Tonnen, den im Bezirk ge—
egenen Kolereien zugeführt.
8Brefeld, 18. Jan. Ein tapferer Junge, der 18
ährige Sohn des Maschinenführers Lotzen, rettete gestern
zormittag 8 Uhr drei auf dem hiesigen Weiher eingebroche⸗
ien Jungen von 9—11 Jahren. Weit und breit war kein
Mensch; als der mutige Junge den dritten Verunglückten
nit einer Stange ans Ufer zog, kam zufällig der Valer von
jem Eistgeretteten an der Unglücksstätte vorbei. Dem jungen
stichard Lotzeu gebührt alles Lob. Wäre er im ersten Schreck
opflos davongelaufen, wie Kinder so gerne tun, wären die
drei Eingebrochenen alle unter der Eisdecke geblieben.
) Saarbrücken, 18. Jan. (BZug entgleist.) Amt
ich wird gemeldet: Auf der Strecke Neunkirchen-Bexbach
ind in der Nähe von Wellesweiler infolge Rutschung
es Widerlagers einer Wegeunterführung am Sonntag
ormittag gegen 6 Uhr vom Personenzug 1058 die Ma—
chinen, der Packwagen und zwei Personenwagen ent—⸗
zleist. Personen sind nicht verletzt. Der Materialschaden
st unbedeutend. Der Personenverkehr wird durch Umstei—
zen ausrecht erhalten. Am Montag abend wurde der ein—
leisige Betrieb wieder aufeenommen

Familiendrama. Ein erschütterndes Fammiendrama
at sich in Großlichterfelde bei Berlin abgespielt.
dor: vergiftete der Z30jährige Schuhmacher R. Braun sich
ind seine beiden Kinder mit Leuchtgas. Als die Bewoh—
ier des Hauses, durch den starken Gasgeruch aufmerksani
zemacht, in die Wohnung eindrangen, fand man in ei—
ient Bette Braun mit seinem dreijährigen Söhnchen, und
neinem zweiten Betit das dritte Opfer, einen funflähri—
sjen Knaben htot vor. Alle Wiederbelebungsversuche wa—
en erforglos. Braͤun war vor einiger Zeit von seiner
Frau vortlassen worden und hat aus Gram über sein un—
.ciiches Eheleben sich und seine beiden Kinder aus der
l geschafft.
—Grtrunken. Einen traurigen Abschluß fand ein Aus—
ing nach dem Grunewaldsee bei Berlin. In der Nähe
exBadeanstalt der Garde Schützen wagten sich der Forst—
üssefsor Kraatz aus Charlottenbura, dessen Bruder und
ꝛne Dame auf das Eis zum Schlitischuhlausen. An ei—
ier dünnen Stelle brachen alle drei ein. Der Forstassessor
rtrank, während der Bruder und die Dame lich reiten
nten.
*Zur Erpresser⸗Affäre. Am Sonntag ist der Re—
ukteur Dah'sel in Berlin, der in Gemeinschaft mit sei—
ier Rechercheurin Frau Schwardt der Erpressung an dem
berschlesischen Magnaten Grafen Konrad Frankenberg be—
chuldigt wird, wieder verhaftet. Der Unlersuchungsrich⸗
er hatte Dahsel wieder auf freien Fuß gesetzt, wogegen
ich der Staatsanwalt beschwerte. Dahsel bestreitet nach
vie vor jede Absicht auf Erpressung. Er will gar nicht
daran gedacht haben, Frau Schuwardt in dieser Absich
u dem Grafen gesandt zu haben.
*Verunglückte Geistliche. Zwei jüngere katholische
dandgeifiliche, Pfarrer Erkmüller aus Oberhausen bei
Reu-Ulm und Piarrer Riedi aus Oberlautenbach, unter⸗
iahmmen am letzien Mittwoch einen Ausflug in den Wen—
elitein. Seil dieser Zeit werden sie bernßt gin

esssten Tagen vawtnen niedergingen, vermutet man, daß
zie beiden Geistlichen verungluͤckt sind. Infolgedessen ift
ine Rettungserpedition aus Bayerisch-Zeil und benach—
zarten Orten ausgezogen, die bis jetzt jedoch noch keine
zrur der beiden Geisilichen entdeckt hat.
*Mord und Selbstmord In der Leutzscherstraße Nr.
29 in Leipzig schoß der 50 Jahre alte Arbeiier Kockritz
uus Gronau seinen erwachsenen Sohn nieder und tötete
ich dann selbst durch Revolverichüsse. Ueber die Ursache
der Tat ist zur Zeit noch nichts bekannt.
*Feuer im Pjierdestall der 3. Eskadron des 53. Kü—
raffier-Kegiments in Deutsch-Eylau hat große Pa—
nik hervorgerufen. Nur mit Mühe konnten selbige ins
Freie gebracht werden. Sie rasten in Trupps von 30
zis 40 Stück durch die Straßen der Stadt. Viele stürz⸗
en und erlitten Verletzungen, 6 sind dot. Bei den Lösch—
arbeiten sind mehrere Kürassiere und ein Feuerwehrmann
perletzt worden. Viele Futtervorräte und Sattelzeug sind
rein Raub der Flammen geworden.
* Untergegangen. Nach einer Nachricht aus Kur—
haven ist der Dampfer „Fidra“ mit 16 Mann an
Bord untergegangen.
*/ 69 Cholera⸗Erkrankungen. In Petersburg sind
am Sonntag 60 Personen an der Cholera erkrantt.31
Bersonen sind gestorben.
* gessel-Erplofion. In einer Fabrik in Saragossa sind
durch Explosion eines Dampfkessels zwei Arbeiter und ein
Werkmeister getötet und vier Arbeiter verletzt worden.
Großfeuer. Das riesige Boston-Kolosseum in New—
Horl, in dem sich augenblicklich eine große Automobil—
Ausstellung befindet. geriet aus unaufgeklärter Ursache in
Brand. Bei den Löscharbeiten wurden 35 Feuerwehrleute
chwer verletzt. Drei Chauffeure sind in den Flammen
umgekommen, Materialien im Werte von 4 Millionen
ind vernichtet worden.
Zehn Gebote für Brautpaare zur Beherzigung
beim Anschaffen von Möbelstücken usw. für die Wohnung
oeröffentlicht Georg Muschner in der von Alexander Koch
tdrausgegebenen Zeitschrift „Innen-Dekoration“. Wir
reifen von den beherzigenswerten Aphorismen folgende
eraus: „Denket daran, daß euer künftiges Leben, daß
»lück, Behaglichkeit, Gemüt und Charakter ein gut Teil
bhängig sind von der ständigen Umgebung, in der ihr
ahraus jahrein, tagsaus tagein leben werdet. Euer Ge—
chmack schafft eter Milieu; euere Umgebung bildet oder
derbildet aber euren Geschmack. Ihr seid auch euern
Keindern verantwortlich für das Milienu, das ihr ihnen
zittet; ihr Werden hängt von eurer Wohnungskultur mehr
ab, als ihr ermessen könnt. Streitet nicht, ob ihr euch
‚mcdern“ oder „alt“ einrichten wollt. Es lassen sich sehr
rTohl zu alten, ererbten Stücken neue Ergänzungen schaf—
en. Kauft aber nicht alten Kram dazu. Das Problem
er Zeit lautet: sich nicht in alte, fremde Stücke setzen,
ondern die Motive der alten, erprobten Kultur neu ge—
tulten! — Wenn ihr die Summe für den Ankauf oder die
Zestellung der Möbel festsetzet, vergesset nicht, daß damit
ure Ausstattung nicht gemacht ist. Bestimmt für jedes
zimmer einen wenn auch kleinen Betrag für Tapeten,
dorhänge und jene Dinge, die den Raum und die Mö—
Alftücke in Farben und Formen erst zusammenstimmen
ind das Ganze zu einer künstlerischen und wohnlichen,
»dlen Einheit machen. — Das Schlafzimmer sei groß und
ustig und hell. Wohn- und Eßzimmer seien nicht über—
ell von Möbeln, Zierat, Nippes. Wenige qaute Stücke
m ruhigen Einklang der Farben und Formen. Keine
innlos gesammelten, fremden, nicht zugehörigen Ecken—
iher! Kinderzimmer, Küche, Bad und Mädchenzimmer
erlangen nicht mindere Sorgfalt als die Haupträume;
rnachläfsigt sie nicht, weil sie selten jemand sieht. —
zin Tisch ist ein heiliges Gerät; er trägt Eltern und
dindern und ost Generationen die tägliche Speise. Das
nett ist die Wiege eurer Gesundheit. Ein Schrank ist ein
dunftwerk der Kultur. Bedenket danach, daß alle Möbel
hre gehaltvolle Form haben müssen, auf daß sie euch
ind den eurigen lange etwas bedeuten.“
Der zu gehorsame Rekrnt. Die Dummheit fran—
ößscher Bauernsöhne ist im Lande sprichwörtlich. Den
Goͤgel in dieser Beziehung aber hat ein junger Rekrut
uus Felines abgeschossen. Er wurde vor kurzer Zeit ei—
iem Infanterie-Regiment zugeteilt, das in Lyon steht,
onnte sich aber nur schwer an die Gewohnheiten des mi—
nãrischen Lebens gewöhnen. Eines Morgens sprach er
infach seinen Major und Bataillonskommandeur auf dem
dasernenhofe an und bellagte sich treuherzig über die
S—chwierigkeiten und persönlichen Unannehmlichkeiten, die
zzw der militärische Drill veruriache. Der Major, über
ese ungewohnte „Frechheit“, die allerdings nur auf die
RMnmheit des Mannes zurückzuführen war, erbost, schrie
den Rekruten an: „Scheren Sie sich zum Teufel und kom—
nen Sie mir nicht mehr unter die Augen!“ Nun ver—
iend aber der junge Bauernsohn den Sinn dieser Worte
alsch und fuhr noch am selben Tage nach Hause, um dem
Kalor nicht mehr unter die Augen zu kommen. Fünf Tage
xäter wurde der zum Deserteur gewordene Rekrut von
zendarmen verhaftet und beim Regiment eingeliefert. Der
dekrut wird natürlich vor ein Kriegsgericht gestellt und
ird vorläufig in einer Arrestzelle in Unterfuchungshaft
ehalten. Leider will der brave Bauerssohn den Grund
pieser Maßnahmen nicht einsehen, hat er doch nur den
hefehl seines Majors ausgeführt

Arbeiterbewegung
Generalausstand. Das Streikkomitee der Genossen—
chaft der französischen Ziegelarbeller richteie an
ie letzteren die Aufforderung. von Montag an den Ge—
amtausstand zu protlamieren, weil ihre Forderung, daß
nicht die Taglöhner aus den Ziegelfabriken entlassen wer
en sollen. nicht angenommen worden war
Gerichtszetung
zVom Moltke-Harden⸗-Prozeßz.Obersiaatsanwalt
Preuß hat das Studium der uümfangreichen Alten des
Roltle-Harden-Prozesses dieser Tage beendet. Die neue
Verhandlung dürfte voraussichtlich Ende Februar stattfin—
»en. Da der Prozeß gegen Harden nicht ohne die Ver—
sehmung des Fürsten Eulenburg geführt werden kann,
o wird vor dem Termin eine aͤrztliche Untersuchung des
zürsten Eulenburg auf Schloß Liebenberg vorgenommen
verden. Diesem soll es jetzt ziemlich guli gehen. Wenn
er Fürst die Anstrengungen einer Reise nach Berlin nicht
ertragen kann, soll er kommissarisch aui Schlok Lieben—
zera vernommen werden.
— —
Preußischer Landtag
Berlin, 18. Januar.
Im Abgeordnetenhause begann heute die erste Lei—
n Be5

Etats.
Abg. v. Pappenheim (lcons.) sprach sich dabei
ehr lebhast gegen die im Reiche geplante Nachläßsteuer
as und verlangte des weiteren eine Entlastung des Kul—
usministeriums dadurch. dakß die Medizinalabieilung ab—
AWAtrennt werde.

geue ste Nacyhrietzten und Telegramme.
Depeschen Bureau Herold.
*Berlin, 18. Jan. Am Samstag empfing (wie bereits
eurz mitgeteili) das Kronprinzenpaar die aus drei Mitglie—
dern bestehende Arbeiterdeputation der Zeche Radbod, um
deten Vorschläge über die Verteilung der Gelder zu erfahren
Die Arbeiter telten dem Kronprinzenpaar mit, daß insgesamt
250 Witwen und 300 Waisenkinder in Betracht kämen
Von den Mk 300 000 sollen Mk 200 000 auf die Witwen
und Waisen der umgekommenen Bergleute gleichmäßig ver—⸗
teilt werden, sodaß auf den Kopf nicht ganz Mk 200 fallen.
Die Gelder werden in Spar assenbücher cingetragen. Die
Beträge sür die Kinder werden gesperrt bis zum Mündig-—
eitsalter. Die übtigen Mt 100 000 sollen in erfier Linie
die durch die Katastrophe verletzten und noch am Leben be—
ändlichen Bergleute erhalten. Ferner sollen die durch das
Unglück geschädigten (arbeitslosen usp.) Ausländer sowie
deren Wirwen, die nach dem Knappschaftsstatut keinen An⸗
spruch auf die Rente haben und solche Frauen, die mit den
oexrungl ckten Bergleuten in wilder Ehe gelebt haben, berück—
ichtige werden. Etwaige Resibeträge sollen den Vollwaisen
zuklommen Die Vorichläge wurden von dem anwesenden
Kammerherrn v Stülpnagel schriftlich niedergelegt Das
Kronprinzenpaar erklärte sich mit den Voischlägen der Ab—
ordnung einverstanden und unterh elt sich sonann mit den
Bergleuten. Zum Schluß überreichte der Kronprinz jedem
eine goldene Busennadel. Hierauf erhielten die Arbeiter eia
Abendessen. Die Gelder werden durch die Retchsbank über⸗
wiesen.
* Berlin, 19. Jan. Eine Versuchsabteilung des Luft⸗
schifferbataillons Reinickendorf, die aus einem Feldwebel und
7 Mann besteht, ist nach Friedrichshafen aquereist, um sich
mit der Führung des Zeppelinschen Ballons vertraut zu
machtn In einigen Tagen wird Hauptmann von JImna mit
3 Unteroffizieren und 5 Mann von Reinickendorf nach Fried⸗
richsnafen abgehen.
* Stuttgart, 18. Jan. Wie der „Schwmäb. Merkur“ be—
richtet, wurde dem Zeichner und Modellcur Haeußer von
Böcklingen der erste Preis von 2000 Mark für seinen Ent—
vurf um das neue 26 Pfg.-Stück zuerkannt. Haeußer ist
uur Zeit als Zeichner und Modelleur an der Kunstschule in
Berlin taͤttg.
) Köln, 19. Jan. (BGom Rhein.) Der Rhein zeigt
weiter ftarkes Wasser. Die Kölner Pegelhöhe ist in den
etten Tagen von 24 Meter auf 3,70 Meter gestiegen.
) Düfseldorf, 18. Jan. (GGlüchs spiel.) Anläßlich
er Pferdewettrennen in Neuß am 3. Auaustv. J. war
ruf dem dortigen Rennplatze der Kaufmann Adolf Hey
mann abgesaßt worden, als er Wetten vermittelte, ohne
lich des Totalisators zu bedienen. Wegen gewerbsmäßi
gen Glücksspiels wurde er von der hiesigen Straffamme;
zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt.
*In8bruck, 19. Zvn. Der Tiroler Landtag wurde
regen der Obstruktion der Italiener wegen der Lehrer—⸗
gehaltsfrage vertagt.
* Petersburg, 19. Jan. Wie der Petersburger Tele—
Zraphenagentur über Dfchulfa gemeldet wird, ist Täbris
—IAX grr
anger, 19. Jan. Muley Hasid hat dem Do e
dir lomatischen Korps auf die 8 — seiner ede
ung geantwortet und bei dieser Gelegenheit der Hoffnung
Aus druck gegeben, daß die guten Beziehungen zu den
Mächten im Interesse des Friedens und de⸗ Fortschrittes
Narolkos exhalten bleiben möchten. vgehe
* Rom, 19- Jan. In dem Stadttheater von Coreggio
wurde gestern eine kinematogrophische Vorstellung zu Gunsten
der durch das Erbeben heimgesuchten Gegenden gegeben
Das ganze Theater war bis auf den letzten Platz gefüllt
als kurz nach Eröffnung der Vorstellung durch Kurzschluß
Feuer entstand, das eine Panik unter den Besuchern hervor—
rief. Alles stürzte in wilder Hast den Ausgän gen zu. In
dem dadurch entstehenden Gedränge wurden zwei Personen
tot gedrückt, viele erutten schwere Quetschwunden.
* Pest, 15. Jan. Das Grubenugngluck in Ajka enlstand
durch eine Panil der Bergleute. Die Gummileitung der
Lentilation fing Feuer. Darauf erschreckte ein Arbeiter seine
Zameraden durch Angstrufe; sie eilten zam Aufzuze. Ein
erbitterter Kampf entstand dort. Drei Berglente wurden
zus dem Aufzug geworfen und blieben zwischen diesem und
der Wand stecken, sodaß der Auszug nicht sunktionierte.
* London, 18. Jan, Die englische Admiralität hat sich
entschloßen, einen neuen Kriegshafen am Firth of Forih zu
»auen. An der Küste der Bucht wird ein Marine⸗Arsenal
errichtet werden Drahtlose Telegraphie Stationen nach ver—⸗
schiedenen Systemen werden bereins an der Külte errichtet.
Alles deutet darauf hin, daß an dieser Stelle eine strategische
Flottenbasis ersten Ranges geschaffen werden wird.
* London, 19. Jan. Der Schoner „Swallow“ aus St.
John ist in der Nahe bei Bluc Point untergegangen. Aus
sewyork wird dazu gemeldet, daß es unmöglich war, die
12 Mann Besatzung des Schiffes zu retten.
Bekanntmachung.
Der Haushalispian der Bürgermeifsteret Dudweiler liegt
zemäß 888 der Rheinischen Landgemeindeordnung vom 23
Juli 1845 bezw. 16. Mat 1856 vom 19. ds. Mtis. ab bis
ainschließ ich J. Februar ds. Is. im Rathaus Zimmer Nr.
3 zur Einsicht der Gemeindemitalieder 1nd der Forensen
IFfon

Der Bürgermeister Jo sit.
si TSDer Gesamtauflage unserer heutigen Nummer
liegt ein Prospekt der Weidhaasschen Kurmethode bei, auf
welchen wir noch besonders aufmerksam machen. Selbige
hasiert im Grunde nur auf einen Faktor, der leider im Le—
zen zu wenig zu Worte kommt, der Vernunft. Alle die e—
angebt, sollen nicht versäumen, sich mit dem Kurinstitut
Spiro Spero (Paul Weidhaas) in Niederläknits
bei Dresden in Verbindnung zu setzen.
orrs
bestes Rohmaterial und sorgsaltige
fabrikation bedingen die wertvollen
kigenschaften von Knorr's Haferlocken
 als leicht verdauliche, nahrhafte
 und bekömmliche Speise.
Für Kindernahrung empfehlen
viele Aerzte Knorr's Hafermehl.

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