Full text : Dudweiler Zeitung

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232 * *
Der letzte Bersu L
Es gibt cin Lustspier dieses Namens, wenn ich mich
nicht irre, und coenial!s klingt's nach eitem Theauerstück.
Und so etwas wie cin heatersiück war es, was sich im
Reschs: age ab picte: Aniteten — manche glauben letztes
Auftruouten — des Ribstcanzers Fürsten v.Balow. Tem
Inhalt und der Borunnz nach kein Lunsiel, burchaus
nicht, sondern der leßzte Versuch, aus einer seit Monaten
schwer verfaurenen Situaiout doch noch die Steuerresorm
mit einer alngemeinen, gerecht werkenden Besibsteuer, für
die aich die Linte sünnten ennte, zu retten; ein Versuch
nicht mit untauglichem Wittel, aber vielleicht oder höchst⸗
wahrscheintich einige Monate zu saät angewandt. Es ist
em ernster Angenbeick, in dem Fürst Bülow sich zum letz—
tenmal vpersönlich für die Steuerretorm, die er vhne die
bürgerliche Linke nicht machen lassen will, und für den
Grundgedanten seiner Blocpolitit einsete. Man kann
nich: sagen. daß der äußerliche Vorgang sich etwa in sehr
feierlicher Wuirde und in der pattzeüschen Stimmung ab
gespielt habe, die sich sonst bei manchen einste!it, penn der
letende Staatsmann bei uns in nicht mi zzuverstehenden
Saätzen seinen Rücktrit“ in Russficht siellt. Der Reichsag
— —— Ramz;
lsler nun etwa fagen werde, aber er war auch zu leichter,
zuweilen unmotivierter Heiterkeit geneigt. Die sachliché
Bedeucuung des Tages wurde geringer geschätet as deér
Reiz des äußeren Vorgangs vieiciche, weil die meisien
doch überzeugt sind. daß an der Sache niczt mehr vici
zu ändeen sci

Rolitijchhe Ruudschan.
Deutsches Reich.
*Der Vorstand des deutichen Städtebundes hat an
Reichstag und Bundesrat eine Eingase gerichtet, in der er
ersucht, im Interesse einer gesunden Entwickelung der
Reichs-, staädtischen und Gemeinde-Flnanzen von der Ein
ührung der geplanten Neichs-Umsatz⸗- Und Wertzuwachs—
sieuer für Grundstücke Abstand zu nehmen. Die Einfühzr—
ung der Wertzuwachssteuer als Reichssieuer würde keine
Beseitigung der oorhandenen Finanznot, sondern nur de
den Breischiebung an eine andere Stele — in die Gemein—
den und Kreise — bedeuten.
* Von einer Seite, die sich gewöhnlich als zuverlässig
erwiesen hat, wird dem B. T. versichert, daß die Aus—
ichten jüer das Zustandekommen der Erbanfalljteuer sich
n den letten Tagen wesentlich gebessert hätten. Die
eichspartei habe sich entschieden, fsür die Steuer zu stim—
nen und mir drei Mitglieder seien nach wie vor gegen
ede Erbanfallfteuer. Ebenso hat die wirtschafttiche Ver—
in gung in ihrer Frattionssitzung am Dienstag Abend
zeichlossen, für die Erbanfallsteuer in der neuen Regier⸗
minsfassung einzutreten unter der Voraussetzung, daß ihr
nereits in der Kommission eingebrachter Abänderunasan
rag zur Annahme gelangt.
*Die nächste Sitzung des preußischen Abgeordneten—
zauses ist auf den 23. d. M., vormittags 114 Uhr ange—
etzt. Auf der Tagesordnung stehen Anträge und Pelti—
onshberichte.
*,Echo de Paris“ meldet aus Rom: Es ist sicher, daß
der Zar diesen Sommer eine längere Kreuz'ahrt im Mit—
telmeer und adriatischen Meer unternimmt und während
Finanzreform und gegen das Verhalten der Konervati—
boen lobend anertannt wird. Während die konservativen
IArgane für ein Ritwirken des Zentrums an dem großen
Werke der Reichssinanzreform eintreten, ist man auf libe—
taler Seite der Ansicht, daß eine Mitarbeit des Zentrume
ausgeschlossen sei.
Die Pariser Blätter enthalten sich vorläusig noch
seden Kommentars der Bülow-Rede. Der Berliner Kor—
respondent des „Petit Parisien“ will von einer Persön—
lichteit aus der nächsten Umgebung des Reichstanzlers er—
iahren haben, daß Bülow heute mehr als je entschtossen
ei, dem Kaiser seine Demission zu unterbreiten, falls es
hm nicht gelingen sollte. vom Reichstag die Zustimmung
zur Erbanfallsteuer, wie er sie sesigelegt hat, zu erlangen.
In Vondoner politischer Kreisen betrachtet man
die Rede Bülows im Reichstage als unbefriedigend. Es
vird vielfach angenommen, die Rede sei ein Schwanen—
esanag. Die Lage werde durch die Rede nicht geklärt.
Fraukreich.
* Außer den drei Juterpe lationen, die über die allge—
neine Politik der Regierung in der Kammer be—
eits eingebracht wurden, interpelliert der Abg. Bruisson in
iner vierten die Regierung über die Haltung gegenüber
»em Beamten-Syndikat.
Wtaruffo.
* Meldungen aus Casablanca zufolge yaben die Ber—
berstäumme Muley Kebir zum Sultan prokla—
niert. Die Berber- sowie verschiedene udere Stämme
ollen beabsichtigen, die Truppen Muley Hafids anzu—
rreifen

legung wonnte der Präsident der franzosischen Marmne—
liga bei.
Daß Rußland auf eigenen Wersten solche große Bau—
en ausführen können, war bisher bezweiselt worden. Das
russische Veispiel muß uns ein Ansporn fsein, in der Ver—
nstitändiagung unserer Flotte ohne Zagen fortzufahren.

32* F ⸗6 —M
Die Zweikaiserbegegnung.
Stockholm, 17. Juni. Swenstka Te.egraphenby,
ran wird aus Helsingfors telegraphiert: Tie „Hohenzol—⸗
ern“ mit dem deutschen Kaiser an Bord und den übrigen
Zegleitschiffen traf heute Vormittag um 9 Uhr 45 Min.
»ei dem Ankerplatz des russischen Geschwaders ein. Die
nit Flaggen geschmückten Kriegsschisse feuerrten Salnut.
der russische Kaiser begab sich soiort an Bord der Ho—
senzoliern“.
VLondon, 17. Juni. „Daily Graphie“ schreibt: Die
Zusammentunft in den finnischen Gewässern beweise, daß
rotz der Balkantrisis sich in den Beziehungen zwischen
Deutschland und Rußland nichts geändert habe, und daß
nfolge davon sich schwerlich etwas in der allgemeinen
Lage Europas ändern werde. Die Entrevue sei nur ein
veiteres Unterpfand für den Frieden und die Auäfrechter
saltung des Status quo.

⸗ J —M
Die kretische Frage.
Man glaubt in Paris, daß während des bevorste—
jennden Londoner Aufenthaltes der türtischen Sonderge—
andtschaft ein wichtiger Schritt zur Beilegung der Krela—
3chwierigkeiten erfolgen könne. Mehrere Vorschläge wer—
en erwogen, welche insgesamt darauf abz'eten, an der
egenwärtigen Verwaltung der Insel so wenig wie mög—
ich zu ändern. Die Türkei soll in der Suda Bei ständig
uurch ein Stationsschisf mit seiner türtischen Flagge ver—
reten scin. Drei Kriegsschisse europäischer Staaten hätten
ich mit dem rürtischen in den Ueberwachungsdienst zu tei—
en und zwar in einem Turnus, der diese Verpflichtung
ür bhestimmte Dauer jeder Großmacht auferlegen foll.
Die Verhandlungen unter den Schutzmächten Kretas
saben, wie von gut unterrichteter Seite versichert wierd,
u dem Ergebnis geführt, daß sich die Mächte entschlossen
sjaben. ihre Truppen bis auf weiteres auf Kreta zu be—
assen. Die Pforte ist davon bereits verständigt worden
ind ist damit einverstanden. Die Mächte glauben, auf
diese Art den Gesahren, die sich aus der Kreiafrage er—
geben könnten, am bestsen vorzubeugen. Es kann ails sest
ind sicher gelten daß es zunächst bei der Erhaltung
des Status quo bleiben werde, und es vorläufig
ucht zur Angliederung der Insel an Griechenland kommu
lilerdings dürfie dies de Stellung der Dynastie in Grie—
henlaud ernstlich gesährden.
Rach Rounstantenopeler Nachrichten wächst die
rriegsstimmung in der türkischen Acrmee. Ein tür—
isches Geschwader wird angeblich noch vor der Zurück⸗
iehung der internationalen Besabzung, falls diese über—
aupt erfolgen sollte, die türktiche Flagge vor Kreta zei—
jen. Wenn der »Sultan und die Regierung den Krieg
eschließen sollte, erklärte Mehmud Schewket, werde das
anze Volk freudig zu den Wassen greifen. Der Esfolg
ei nicht zwei ehaft, denn das türtische Heer sei dem
erh

Und der Mann des Tages selbst, der Reichskanzser?
Jugendlich lebhaft trat er in den Saal, schuttelte rechts
und Links einijge Hände, drohte Herrn Sydow lachend
mit dem Finger: ein heilerer Mann, oder doch einer, der
so erscheinen will. Bernhard von Biülow hat wirbach
keinen Sinn fur Feierlichteit und ist kein Freund des
schweren VKathos, und wer ihn sah und hörte in immer—
hin nicht leichter Sunde, der muhte und der sollte wos
auch don Eindruck gewinnen, daß es diesem Manne nicht
schiver werden wird, von dem Plazze zu scheiden, den er
neun Jahre eingenommen hat. Er sprach im Plauderton,
mit einer erstaunlichen Geäugkeit guch in den verwirken:
sten Satzgefügen, viel zu schnerl sür eine berechnete theto—
rische Wirlung. Die Rede wird sich anders leien, als sie
sich anhörte. Als er zum Schluß in überlegt formullerten
Sütten von dem sprach, worauf man am meisten gespann.
war, von den perienichen Konsequenzen, die er aus dem
Scheitern der Finanzresorm oder aus ihrem Zustansekom
men gegen oie Linte zieyen würde, da sagte er auch das
nicht im Tone der Drohung, auch durchaus nicht sentimen
tal, sondern stott leichtblin: Seit Wochen regen sich die
Zeitungen aut, ob ich bleibe oder gehe. Tas Haus lachte
wieder einmal, und dann kam es: Ich bleibe, solange
der KRaiser glaubt, daß meine Mitwirkung in der in—
neren und äußeren Polit: nütziich ist far das Reich und
solange ich selbst nach meiner eigenen politischen Ueber—
zeugung und nach meiner Beurteilung der Sachlage glau—
be, nützlich wirken zu können. Ich kenne leine wichtigere
Aufgabe als die Finanzre orm, ihr ordne ich selostver—
jständiich meine Person vorlkommen unter. Wenn ich
mich überzeugen sorlte. daß meine Person der Sache en—
gegensteht, daß ein anderer leichter zum Ziele gelangt
oder wenn sich die Verhännssse in einer Richtung entwit—
keln sollten, die ich nicht mitmachen kann und will und
nicht mi:machen werde, so wird es mir auch möglich sein,
den Träger der Krone von der Opportunität meines Rüdtritstes
 zu überzeusen, und dann wird mein Wunsch daß
mein Nachsolger Erfolge erzielt, ebenso ehrlich sein, wie
es meine Arbeit im Dienste des Laudes war.
Der Sinn der Worte ist kar: Bülow steut und fäll!
mit dem Block, bezw. mit den Regierungsvorlangen. Von
den Beschlünen der Konservativen und des Zenrtims wer:
er nichts wissen, und so werden die nächsten Tage dar—
über entscheiden, ob der Kanzler für seinen Standpunkt im
Reichsstage eine Mehrheit hat, ob er bleibt oder geht. Die
go“‘dene Brücke zum Rückzug ist seit des Kanzlers neueste
Programmrede eingestürzt, es bleibt höchstenis noch als
letzter Rettungsanker die Au lösung des Reichsstages, oder
aber er geht und macht einem anderen Plaßz. Das Er—
gebnis der nächsten Tage ist mit Spannung zu erwarten

Russische Flottenrüstung.
Nachdem wir vor einigen Tagen gemeldet haben, daß
zrantteich ein um angreiches Flotienprogramm fertig ge—
rell. habe, hört man auch aus Petersburg, daß Rußland
viec große Schifse vom Wagehals-Typ in Bau hat. Diese
vier Schi'se werden einen Tonnengehalt von je 23000
aben, und so sehen wir denn, daß uns im Bau der
zroden Scheachtschiffe sogar Rußland voran ist, denn wir
teen immer noch bei den 18000 Tonnen-Schiffen.
Eine Meldung aus Petersburg besagt darüber: Auf
der baltischen Werft und der neuen Admirasitätswerft fand
dee Kiellegung von vier gepanzerten Linien schiffen statt,
ꝛie die Namen „Petropawowst“, „Sewastopol“, „Hango—
ud“ und „Poltawa“ führen werden. Jedes der SöSchiffe
wird 23 00140 Tonnen Grhalt baben, 180 Meter lang und
27 Mceolter breit sein bei 5 Meter Tiefgang. Der Kiel—

Deutscher Reichstag.
Berlin, 17. Jumt.
Mittag 1 Uhr

263 Sitzung.
Weit der Berateing der
neuen Steuergesetze

wvird fortgefahren.
Graf von Westarp (cns.): Der Herr Reichskanz—
er hat gestern gesagt, er könne sich nicht bewegen lasen,
die Geschäfle so zu führen, daß die Liberalen von der
Pitwerkung ausgeschlossen werden. Es liegt durchaus in
der Richtung unserer Wunsche, daß alle bürgerlichen Par—
eien bei der Finanzresorm zusammenwirien müsscu. Wir
önnen die Hossnung nicht aüfgeben, daß die Hercen von
der Linken aus ürer metertiefen Haltung heranusfroten qde

Irma

ieß. Ich weiß, daß Mis. Treherne dies Testament ver⸗
harg, und ich weiß auch, daß sie es Dir heute für einen
Preis anbot, mit dem Du Dich einverstanden erklärtest.“
Es entstand eine Pause — ein furchtbare Pause —
in der sich beide schweigend ansahen. Das erste Mal in
einem Leben wußte Hastings kein Wort der Erwiderung.
Was sollte er fragen? Wie konnte er ihr die schreckliche
Lage erklären, in die er durch Verrat gekommen war?
denn es war ein Verrat, daß Mrs. Treherne selbst ihr
Interesse für die Süßigkeit der Rache geopfert hatte, da—
an zweifelte er keinen Augenblick. Welch ein Narr war er
ewesen, so in die Falle zu gehen! Das war sein haupt—
ächlicher Gedanke, als er regungslos dastand und Irma
instarrte. Dann richtete er sich energisch auf.
„Ich begreife,“ sagte er, „daß Du tatsächlich alles er—
'ahren hast; und zwar auf die denkbar boshafteste Weise.
ßut, wenn Du mir vertrauen, wenn Du mir glauben
villst, kann ich Dir selbst das erklären.“
„Erklären!“ rief das Mädchen, und leidenschaftliher
Z„chmerz drüctte sich in ihren Worten aus. „Mehr kaunst
du nicht tun? Erklären — das heißt, entschuldigen, be—
chönigen, schwarz in weiß verwandeln Und kein einziges
Wort der Verneinung — kein einziges! Nur erklären; —
»as heißt eingestehen!“
Er beugte sich zu ihr.
„Irma“, sagte er, sich gewaltsam einer ihrer Hände
emächtigend, „wenmn ich einwilligte, das Schweigen jener
zrau zu erkaufen, so war es um Deinetwillen — um Dich
u schonen —
Sie unterbrach ihn mit einem Lachen, das ihn er—
chreckte, so ungleich war es ihrer sonstigen Stimme und
»ine Welt von Verachtung, Geringschätzung und Verzweif—
ung lag darin.
„Um meinetwillen — um mich zu schonenl“ wieder—
holte sie. „Ja, ich verstehe: um mein Vermögen zu retten,
dieses Gold, das vom ersten Moment an wie ein Fluch
iuf mir gelastet hat! Es kostete mich erst meinen Vater,
ind nun kostet es mich — Aber nein! Man leann nicht

A
e lieren, was man nie besessen hat. Du hast das Darro
ote⸗Vermögen geliebt — nicht mich, sonst hättest Du nit
o unehrenhafte Mittel angewandt, um es zu behalten
Nein Gott!“ — sie riß ihre Hände aus den seinen und
porang empor — „daß ein Mann seine Ehre und sein
vewissen für ein so erbärmliches Ding, Geld genannt
ingeben kann!
„Irmal“ sagte er wieder, als er ebenfalls aufsprin—
end ihr mit großer Selbstbeherrschung ins Auge blickte.
Ist es möglich, daß Du mich nicht anhören willst? Willsi
du mich verurteilen, ohne anzuhören, was ich zu meinen
berteidigung zu sagen habe?“
„Du hast Dich selbst verurteilt,“ antwortete sie. ,‚Wenn
du zugibst, daß Du bereit warst, Mrs. Treherne den ver
angten Preis für das Papier zu zahlen, so bleibt Dir
lichts anderes zu sagen übrig. Kann ein Mann, der Ehr
esitzt, so etwas tun?“
„Ja,“ entgegnete er rauh, „wenn sein Beweggrund
päre, wie der meine, nämlich die Macht zu gewinnen, um
ßerechtigkeit ausüben zu können.“
„Wenn das Dein Beweggrund war, weshalb haͤttest
du denn nötig, mit dieser Frau um ein Dokument zu
jandeln, das diese Gerechtigkeit selbst verschafft?“
„Weil ich nicht glaubte, daß es Gerectigkleit verschof—
'en würde,“ entgegnete er. „An sich, mußt Du bedenken,
st dieses Dokument formwidrig und hat keinen gejetzlichen
Wert, ausgenommen als Beweis, daß Mr. Darracote des
dindes Anrechte in seiner Sterbestunde anerkannte. Aber
Nr. Darracote war ein Sterbender, und als solcher um
ihig, die Richtigkeit dieses anscheinenden Beweises zu be—
rteilen. Ich bin fest überzeugt, daß, wenn Mr. Darracote
ier wäre, er zuerst Vorsicht und Aufschub anraten würde,
he man nicht einen schlagenden Beweis von des Kindes
derkunft in den Händen hätte.“
„Aber zugestanden, Du hättest das Recht, so zu han⸗
eln, warum wünschest Du denn, ein Papier bei Seite zu
ringen, das, wie Du sagst, keinen gesetzlichen Wert hatẽ
veshalb ließest Du Mrs. Treherne es nicht zu mir brin⸗

Du tladeln mich, daß ich nicht direlt zu Dir kam
und Dir dies mitteilte,“ fuhr er fort, „aber denke einer
Moment nach. Was wäre dadurch gewonnen worden, aus—
genommen, daß Du beunruhigt worden wärst? Wir spra—
chen darüber, Mr. ou. und ich, und ich stimmte mit
hm überein, daß es unsere Pflicht sei, Dich vor allem
was Dich beunruhigen Unne, zu hewahren. Denn Tu muß
zedenken, daß Mr. Darracote sich bis zu seinem Tode ge—
veigert hatte, das Kind anzuerkennen, und daß kein Be⸗
veis für die Richtigkeit von Peter Wilkins Versicherung,
ex hätte es auf feinem Sterbebette getan, vorhanden war.
Auf meinen Vorschlag und auf meine Kosten wurde ein
Agent nach Aust alien geschickt, der nach Beweisen für des
Kindes Herkommen suchen sollte. Und unterdessen mußte
Peter Wilkins versprechen, nie nach Argyle zu kommen und
dich zu belästigen. Wir hatten vor, sobald wir den Be—
veis hatten, ob so oder so, Dir alles mitzuteilen“ und
Dir zu raten, wie am besten zu handeln sei. Kannst Du
uns deshalb tadeln, weil wir Dich so lange als möglich
vor Unannehmlichkeiten bewahren wollten?
„Ja,“ antwortete sie, „ich tadle Dich selbst dafür; weil
Du, obgleich Du es gut meintest, kein Recht hattest, mich
wie ein Kind zu behandeln, dem man nicht vertrauen
kann. Aber das könnte ich leicht vergeben — wenn das
alles wäre.“
Er sah sie ungewiß an.
„Ich verstehe nicht,“ begann er, als sie ihn unter⸗
orach.
Nein,“ sagte sie, Ou verstehst vieles nicht. Und be—
sonders verstehst Du nicht, daß ich alles weiß — absolut
alles — was man überhaupt wissen kann. Ich weiß, daß
Peter Wilkins die Wahrheit sprach, als er sagte, Mr. Dar⸗
tacote habe das Kind auf seinem Sterbebette anerkannt. Ich
veiß dies und ebenfalls, daß er mit sterbender Hand ein
Testament schrieb. in dem er ihm sein Vermögen hinter—
            
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