Cokales.
Revision der Bierdruckvorrichtungen. Seitens
z Herrn Regierungspräsidenten sind jür den Regierungsirt
Tritr folgende Vorschriften erlassen worden:
Polizeiverordnung, betreffend den Verkehr mit ver⸗
flüssigten und verdichteten Gasen,
Gebührenordnunng, zu dieser Polizeiverordnung,
Polizeiverordnung, betreffend die Einrichtung und den
Betrieb von Bierdruckoorrichtungen,
Beschreibung zur Aufstellung von Bierdruckoorichtungen,
Revisionsbuch für eine Bierdruckvorrichtung
Bebührenordnung zur Polizeiverordnung, betriffend
die Einrichtung und den Betrieb von Bierdruck
vorrichtungen,
lusführungsanweisung zu der Polizeiverordnung, betr.
die Einrichtung und den Betrieb von Bierdtuck—
vorrichtungen.
Sämiliche Bestimmungen sind in den Revisionsbüchern
Winrte abgedruckt.
Jeder Wirt muß sich ein solches Revisionsbuch
anschaffen!
diese Revisionsbücher müssen jedesmal den revidierenden
eamten vorgelegt werden, welche ihre Eintragunzen über;
⸗erfolgte Revision in dieses Buch machen.
Wir haben diese Revssio sbücher bestellt und sind solche
em 23. Juli ab das Stück zu 1 Mark 20 Pigi,
in der Geschäftsstelle der Dudweiler Zeitung zu beziehen
da demnächst eine Revision stattfiudet, dürfte die recht⸗
je Anschaffung im Interesse der Wirte liegen!
die staatlichen Saargruben haben im Monat Mai
.Tagen gefördert 897 813 Tonnen. Von Privaten
neim fiskalischen Felde 978 Tonnen gewonnen. Die
tförde rung hat also betragen 898 781 Tonnen. Ab⸗
rst wurden mit der Eisenbahn 620468 Tonnen, mit
chutt 35 482 Tonnen, mit Fuhre 26 430 Tonnen, mit Seil⸗
quen 118239 Tonnen. Es lamen also zum Verkauf
818 Tonnen. Hiervon wurden den in dem Bezirk ge⸗
enen Kokereien zugeführt 222 808 Tonnen.
zIm volkswirtischafilichen Interesse ist es zu be⸗
ußen, daß allmälich in weiteren Kreisen der Bevöskerung
Wert der Kaninchenzucht Würdigung findet. Sie ist
n Kinderzpielzeug mehr und die Vorurteile gegen das
an uchenfleisch schwinden mehr und mehr; trotzdem siehen
Deutschland noch weit hinter Fiankreich zurück, wo
eisch von Kaninchen eine beliebte Speise bei Reich und
. Kaninchen von 14517 Pfund sind z. B. heute
Seltenheit mehr und es ist wohl einleuchtend, daß
ru diesen Zweig der Kleintierzucht viel Geld dem Volke
halten werden kann. Neben der Fleischproduktion sind es
uch die Felle, die hüpsche Summen ausmachen, denn
eytschland bezog in einem Jahre 3585 ODoppelzentner
asen⸗ und Kaninchenfelle im Werte von etwa 548 000 Mk
em Ausland, Dabei ist die Zucht des Kaninchens äußerfi
infach und die Lebensunterhaltung billig. Wo der Haus—
iit eine kleine Ecke im Hofe zur Ve nfügung stellt, läßt sich
ne Kiste aufstellen, die als Stall zur Unterbringung einiger
iere dient. Neben den Abfällen aus der Küche und etwas
rünfutter im Sowmmer erfordert das Gedeihen der Kaniu—
en Reinhaltung des Raumes, indem es untergebracht ist.
Tabak und Branntwein oder Brot und Kohle.
rer dieser Ueberschrift schreibt ein in London lebender
uutscher:
„Gestatten Sie einem gegenwärtig im Ausland lebenden
chtparteipolitiker in der beruhmten Frage decr Finauzreform
mmal das Wort. Ich habe mich nie um die technischen
inzelh eiten der Finanzreform so aufregen können, wie
udere Leute, und es ist mir im Grunde ziemlich egal, ob
e Spannung des Kontingents 5 Mark oder 20 Mark be—
zägl, Auch davon hängt mein Lebensheil nicht ab, ob wir
nen Rohgewichtszoll oder einey Fakturenwert⸗ oder eine
janderolensteuer beim Tabak haben. Im bin daher mi!
jemlichem Gleichmut der Sache bisher gefolgt und war
numer überzeugt, sie würde schon zustandelommen und wenn
zerst heiß wird. würde sich der Norddeuische Reiche bote
hen an die See und der süddentsiche in die Alpen sehnen
her jetzt wird mir die Sache zu bunt.
Die Finanzkommission des Reichstages hat bei dem Brant⸗
„ein 20 bet dem Tabak 30 Millionen Mark gestrichen und
aflir eine Mühlenumsatzsteuer und einen Kohlenausfuhrzoll
ngeführt. Was helßt denn das ? Kein Mensch, der jemals
dem Kohlensyndikat eiwas zu tun gehabt hat, wird doch
auben, daß die Herren Grubenbesitzer ihrerseits die Steuer
an. Sie werden sich ihre Dividenden nicht schmaͤlern
ssen, und niemand anders würde die Steuer tragen als
er deutsche Verbraucher. Ob man das Ding nun Kohlen⸗
ussuhrzod oder Kohlensteuer nennt, ist genau dasselbe.
Mit dem Mühlenumfatzsteuer steht es nicht viel anders.
s ist ja kein Gedanke daran, daß die großen Mülllereien
iwa die Umsatzsteuer aus ihren eigenen Taschen deckten. Ste
—* sie einfach auf den Mehlpreis schlagen, und was ist
is Ende? Das Vrot wird teurer, und dies bei den gegen⸗
—38 hohen Getreidepreisen! — Jetzt höre und lese ich
it einem Jahre davon, daß das neue Steuerprogramm auf
zialen Grundsätzen und solchen der Steuergerechtigkeit auf—
ebaut werden müßte. Und was erlebt man zum Schluß
jieset vielgepriesenen Finanzrefotm ? Tabak und Braunjein
sollen nur wenig besteuert werden und zum Ausgleich
su uud Kohle! Ich bin gern bereit, dem Reiche seine 500
ilionen zu bewilligen, und werde mich Ibei jedem Glase
ier, jeder Zigarre und jeden Nordhäuser darübec freuen,
iß endlich diese Finanznufere beseitigt in. Aber solche Ge⸗
hichten. Vrot and Kohle zu besteuern, während man beil
tanntwein und Tabat die Steuer herabsetze, darauf lasse
hauich nicht ein, und ich hoffe, es gibt anständige Leute
uq in Deutschland, die ebenso denken.“
Aus Vah und Fern.
Lerrensohr, 14. Juni. Der hiesige Kriegerverein
deht am nächsten Sonntag, den 20. Juni, das Fest seinet
ahnenweihe. Der Verein wird sich ale Mühe geben, das
est recht schön zu gestalten, um den Kameraben“den uf—
aan angenehm zu machen. Der Fefplatz ist schön im
gelegen, auch ist für sonßige Unterhaltung reichlich
drat. Viele Vereine haben ihe Erscheinen zugesagt, so
vin unfer m sonst so stullen Orte ein großes Fest zu er⸗
arten ist.
zSaarbrücken, 15. Juni. Herr Snperintendent Lichnock
idet mit dem 1J. Jull aus seinem Amte. Als sein Rachder
wurde in der Synodallonferenz in Neunkirchen Heir
arrer Holthöfer in Wellesweiler zum Superinlendenten
Synode St. Johann gewöhlt.
Saaralben, 14. Juni. Gestern morgen wurde. wie
othringer meldet, der Jagdhüter Keller auf dem Wege
138
zwischen Salzbrunn und dem Forsthaus Lothrigen tot auf⸗
zefunden; er hatte mehrere Stiche in das Herz erhalten, die
dfort den Tod zur Folge batten. Kehler hinterläßt 7 un⸗
nundige Kinder.
Von der Saar. Aus Nache überfiel am Samstag
zuf dem Rastpsuhl bei Saarbrücken ein Ziegelarbeiter einen
Aufseher, den er durch Messersiche übel zurichtete. Die Ur⸗
'ache des Ueberfalles soll gewesen sein, daß der Aufseher das
SZchichtzeichen einige Minuten zu spät gegeben haben soll.
* Dillingen, 14. Juni. Das Hüttenwerk Dillingen
hat eine Vergrößerung seiner Thamaswerle vorgenommen,
nußerdem einen neuen Marktinofen errichten lassen. Hierdurch
vird die Mehreinftellung von ca. 600 Arbeitern nötig.
* Oberstein, 15. Juni. Herr Stadtburgermeister
Teubner hat folgende Bekanntmachung erlassen: „Der Auf⸗
nthalt von Schulkindern auf der Straße beim Eintritt der
dunkelheit erscheint unschicklich und der Gefundheit der Kinder
uwider. Die Elterr und Erzteher werden hierdurch im In⸗
eresse ihrer Kinder dringend ersucht, dieselben bei Eintritt
)»er Dunkelheit in den Wohnungen zu halten.“
St. Ingbert, 14. Juni. Vor kurzem irieb bier ein
dochstabler, der sich den Namen eines Grafen von Ornsdorf
ind zu Rheydt-Waldenbung beigelegt hatte, sein Unwesen.
Wie aus Obersiein mitgeteilt wird, wurde er von der dortigen
Polizei festgerommen und entpuppte sich der Herr Graf als
)er aus Friedrichsthal stammende Ingenieur H. F. Knauber.
*Eiberfe!d, 15. Inni. (Eiun Stückchen Wurst
ils Todesurfsache.) In einer hiesigen Wir schaft
geriet einem jungen Mädchen, welches mit einem Herrn
das Lokal auigesucht hatie, beim Essen ein Stückchen Wursr
in die VLu'trohre, woran es erstickte,
* Zülpich, 15. Juni. (Sungenkranke Papa—
geien?) Zu der ansteckenden Lungenkrankheit, die hier
msgebrochen ist, erlaäßt der Landrat des Kreises Euskir—
hen eine Bekaunntmachung, worin es heißt, daß „es sich
»ei den Erkrankungen um eine wahrscheinlich durch kranke
Lapageien verursachte übertragbare Lungenentzündung,
iicht aber um Typhus, handelt. Die von den Behörden
zetrofsenen Maßnahmen werden voraussichtlich genügen, um
ine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern. Es
ind deshalb für die Besucher und Einwohner der Stadt
Zülpich keinerlei Gefahren zu befürchten.“
* Essen, 15. Juni. ODer neueste Schwindel.)
Fin unbekannter Mann, in dessen Begleitung sich 2 Mäd—
hen im Alter von ungefähr 18—520 Jahren befanden, ver—
uchte ein Sparbuch des Rabatt- und Sparvereins für Es—
en und Umgegend in einem Geschäst einzulösen. Als der
veschäftsinhaber die Echtheit des Buches bezweifelte, ver—
chwand der Mann mit den beiden Mädchen. Bei nähe—,
er Prüfung stellte sich heraus daß das Buch mit ge—
älschten Rabattsparmarken vollgellebt war. Wie festge—
tellt worden ist, sind bereits 13 Geschäftsleute auf diese
Weise um je 10 M. geschädigt worden.
* Werden, 15. Juni. (Tödlicher Abstur z.) Ein
4 Jahre alter Maerlehrling aus Kalk bei Köln, der bei
en Restaurationsarbeiten in der hiesigen Pfarrkirche be—
chäftigt war, stürzte in einer Höhe von 45 Meter vom
sßerüst. Er erlitt so schwere Verletzun sen. daß der Tod
aAsbald einirat.
* Dortmuud, 15. Juni. (Zwei weitere Bahn—
zeleisey) Die Eisenvsahnverwaltung hat nunmehr die
Lorarbeiten für die Anlage eines 3. und 4. Gleises auf
er Strecke Schwerte-Westhofen-Hagen auisgenommen. Die,
regung dieser zweiten Gleise ist auch insolge des Baues
er Linie Dortmund-Schwerte notwendig, da enn Teil des
derkehrs von der Strecke Dortmund-Witten-Hagen über
zchwerte geleitet wird. Das wäre nicht möglich, wenn
„ie Strecke Schwerte-Hagen nur zweigleisig bliebe. Jetzt
»erkehren schon 150 Züze täglich auf dieser Strecke.
* Bochum, 15. Inn. (Verhafteter Geldfäl—
scher) Die Kriminalpolizei verhaftete drei Personen,
sie bei der Verausgabung von falichen 59 MarkScheinen
etroffen wurden.
* Hagen i. W., 15. Juni. (Reine Arbeitslo—
enversicherung.) Das diesige Stadtverordneten—
olegium lehnte einen Antrag des Kartells der freien
vewerkschasten auf Einführung einer kommunalen Ar—
eitstosen-Versicherung ab. Oberbürgermeister Cuno führt
uus, daß die in anderen Städten damit gemachten Er
ahrungen nicht gerade ermunternd wirken könnten. Vor—
missetzung einer derartigen Versicherung sei zudem ein gut
unktionserender Zentralarbeitsnachweis und an einem sol—
hen fehle es in Hagen.
* Trier, 183. Juni. (MMordprozeß Breuer.)
der Mordprozeß gegen den Rennfahrer Breuer wird am
Juli vom hiesigen Schwurgericht neu verhandelt. 72
Zzeugen sind geladen.
* Mainz, 15. Juni. (Werurteilter Totschlä—
her.) Der 58jährige Schneider Anton Kratz aus Gabs—
seim (Rheinhessen) hatte dort am 1. April seine Haus—
virtin, die 611ährige Witwe Fischer, aus deren Haus er
n diesen Tagen ausziehen sollte, erschlagen, die Leiche
erstückelt und teilweise verbrannt. Das Schwurgericht ver—
irteilte ihn wegen Totschlag zu 10 Jahren Zuchthaus.
* Hanau, 15. Juni. (Hinrichtung.) Der Schirm—
nacher, Zigeuner Ebender, der wegen Mordes, begangen
in dem Gendarmeriewachtmeister Schenk aus Flieden,
om Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war, is
seute durch den Scharfrichter Gröpner aus Maadeburg hin—
lerichtet worden.
* Offenbach, 15. Juni. (Schenkung für Wohl—
ätigkeitszwecke.) Die Erben des verftorbenen
derrn Gey. Kommerzienrats Eduard Oehler haben zum
Andenken an den Verstorbenen eine Reihe von Wohlä⸗
igkeitsinstituten der Stadt Ofsenbach mit Schenkungen im
vesamtbetrag von 100 000 Mark bedacht.
* Baden-Baden, 15. Juni. GBesuch des „Z3. 30.
Zraf Zeppelin hat dem Oberbürgermeister Wieser von hier
»ei seinem Besuch in Friedrichshafen den Besuch des 3
ze in Baden-Baden mit einer Landung in Aussicht ge
tellt. Der Besuch dürste von Frankfurt a. M. aus sehyn
vahrscheinlich im September erfolgen.
* Friedrichshafen, 15. Juni. „Zeppelin 1.9
Mitte Juni wird „Zeppelin 1“ nach Metz überführt. Hent
rifft hier eine Abteilung des Luijtschiffer-Bataillons ein,
ind zwar ein Ossfizier, drei Unterofiziere und 25 Mann
im die Füllungsarbeiten in der Felthalle vorzunehmen
„Z. 2* erhält zur Beschleunigung der Reparatur die Bal⸗
onspitze des Ausstellungsschiffes „Z. 3*
Gerichtszeitung.
Der Mordversuch bei Gravenbruch.
Das Schwurgericht in Darmstads der Provinz
Ztarkenburg, das unter dem Vorsitz des Landgerichtsraté
zebrecht zusammentrat, verhandelte in seiner ersten Sitzing
gegen den Gärtmer Friedrich Kohler aus Riedlingen
n Württemberg wegen Raubmordversuchs. der
25jährige Angeklagte, der zuletzt als Gärtner in Frankfurt
zeschäftigt war, hatte am 7. März dieses Jahres, einem
Zonntag, seinen Freund Friedrich Reichel aus Frankfurt
eranlaßt, mit ihm einen Spaziergang nach dem Forsi⸗
saus Gravenbruch zu machen. Er hatte die Absicht, den
Freund unterwegs zu erschießen, um sich in den Vesitz ei—
nes Brillantrings im Werte von 110 Mark au seten. Auf
der Wiese Turz vor Gravenbruch yatte Kohler den zwer
Schritte vor ihm gehenden Reichel, als dieser sich buͤckte,
nit einem Revolver, den er bei sich trug, hinters Ohr ge—
chossen und auf den Fliehenden noch zwei oder drei
Schüsse abgegeben. Reichel hat zunächst nicht daran ge—
»acht, daß sein Begleiter auf ihn geschossen habe, sondern
zeglaubt, sie seien von anderer Seite angegriffen worden.
Der Angeklagte hat den aus mehreren Wunden blutenden
Reichel abhalten wotlen, in das Forsthaus Gravenbruch
zu gehen, um sich abzuwaschen, hat ihn vielmehr noch—
mals in den Wald locken wollen, um seine Absicht der
Beraubung auszuführen. Den Revolver hat er später weg—
zeworfen, als ein Förster ihn sitellte und sich den Tatbe—
stand erzählen ließ. Die Beweisaufnahme ist ziemlich
einfach, da der Angeklagte, ein Sohn achtbarer Eltern, in
atllem geständig war und mit großer Kaltblütigkeit zu—
zab, daß er die Absicht hatte, den Freund zu berauben
Er sei sechs Wochen stel'lenlos gewesen und habe sich in
Not befsunden. Der wiederhergestellte Reichel erzählt, daß
er den Angeklagten auf dem Wege gefragt habe, ob er
einen Revolver bei sich habe, den er auf früheren Spa—
iergängen vorgezeigt hatte. Der Angeklagte habe es
zerneint. Nach dem Gutachten eines mediznischen Sach—
erständigen ist der Augeklagte durchaus zurechnungsfähig.
Staatsanwalt Hoos weist auf die beispiellose Gefühls—
obeit hin, mit der die Tat vollbracht worden sei. Plan—
näßig und mit Hinterlist habe der Angeklagte seinen
Freund, mit dem er wenige Tage vorher Bruderschaft ge—
runken habe, niedergeschossen. Der Verteidiger Rechtsaͤn—
valt Dr. Osann begntragt die Hilfsfrage auf Totschlags—
»ersuch zu stellen. Die Geschworenen sprechen den Ange—
klagten des versuchten Raubmordes für schuldig und das
Bericht verurteiite den Angeklagten zu 12 Jahren Zucht—
haus und 10 Jahren Ehrverlust
Tesegramme.
Bacharach, 15. Juni. Heute nochmittag çab es auf
em ialwätis fahrenden Dampfer „Stolzenfels“ große Auf—
egung; bei Lorchhausen sprang plötzlich ein Passagier, soweit
is jetzt ermittelt werden koante, ein Oberlahnsteiner, über
Bord. Sofort stoppte der Dampfer, bas Rettungsboot war
litzschnell klör, auch von einem Niederländer Dampfer und
inem Schleppdampfer der Firma Franz Haniel eilten rasch
dähne herbei, um den einige Zeit über Wasser treibenden
MNann den Fluten zu entreißen; wenige Sekunden jedoch vor⸗
em der erste Rettungskahn ihn erretchen konnte, ging der
Treibende untes und verschwand in den Fluten.
München, 15. Juni. In der heute Vormlttag hier
röffaeten Hauprversammlung des Vereins deuischer Zeituugs⸗
Lerleger hielt der Ministerialtat Meinel namens der bay—
ischen Staatsregierung eine Ansprache, in der er betonte, wie
ehr die bayrische Regierung von der Bedeutung der Presse
ür unser ganzes Kulturleben durchdrungen ist. Eine moderne
Regierung 'önne ehre Auigaben nicht erfüllen ohne die Mit⸗
virlung der Presse. Die bayerische Regierung fühle deshalb
vas lebhafte Bedürsfnis, in enger Fühlung und guten Be⸗
iehungen mit der Presse zu bleiden. Der Versammlungs⸗
jorsitzende, Reichstags-Abgeotdnete Dr. Jännecke-Hannover,
dankte für diese Ausführungen und gab dem Wunsche Aus⸗
druck, daß diese Aeußerungen der baycischen Steatsregierung
ruch anderswo ein Echo finden möchte.
*Wildpart, 16. Juni. Der Kaisfer begab sich ge⸗—
stern Vormittag mittels Sonderzuges um 9 Uhr 40 Min.
iach Danzig. Zum Abschied waren erschienen die Kaiserin,
das Prinzenpaar August Wilhelm und Prinzessin Viktoria
Zuise. Die Ankunft erfolgte Abendꝛe. Im Laufe des
Mittwochs wird die Kaiserjacht „Pohenzollern“ nach den
innischen Schären in See gehen.
* Bremerhaven, 16. Juni. Mit dem Lloyddampfer
„Bremen“ traf die abgelöste Besatzung des Kreuzers „Bre—
men“ aus New-Yort hier ein.
* Halle (Saale), 16. Juni. Bevollmächtigte der Zep—
helinschen Luftschissbau-Gesellschaft schlossen einen Vertrag
vetr. Anlage eines Luftschiffbauhafens am Mansfelder Sü—
zen See bei Eisleben.
* Budapest, 16. Juni. Die derzeit zwischen den Füh—
rern der 1867er und der 48er Partei stattfindenden Ver—
Jandlungen über die Ermöglichung einer Koalition find
visher erfolglos geblieben.
* Konstantinopel, 16. Junit. Das jungtürkische Ko—
mitee, das beim Votum über die parlamentarischen Un—
terstaatssekretäre nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit
erhielt, hofft bei der heutigen nochmaligen Abstimmung
besser abzuschneiden. Das nochmalige Votum wird nur
»zurch das eigentümliche Verhalten des Präsidenten der
stammer ermöglicht, der die allgemeine Erregung im Sitz⸗
ungssaale benutzte, um die strikte Verifikation hintanzu—
halten. An dem krisenhaften Zustande wird
durch solche Mittiel nichts geändert
Sekanntmachung.
Die zum Umpflastern eines Teiles der Zrovi zialstraße
ierselbst erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen
im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden.
Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Ge—
neinde⸗-Bauamt (Rathaus 1. Stock, Zimmer Nr. 2) wäh—⸗
tend der Dienststunden zur Einsichtnahme aus.
Die Verdingungsunterlagen können gegen porto⸗— und
hestellgeldfreie Einsendung von 0,60 Mk. in bar von
»em Gemeinde Bauamt bezogen werden.
Zeichnungen werden nicht abgegeben.
Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Auf⸗
chrift versehen, bis Freitag, den 25. d. Mis. vorm.
lO Uhr auf dem Büro des unterzeichneten einzureichen,
voselbst die Eröffnung der rechtzeitig eingegangenen Ange—
»ote in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber erfolgt.
Zu chlagsfrist vorbehalten.
Dudweiler, den 14. Juni 1909.
Der Bürgermeister
In Vertretung
Der Beigeordnete: Hübner.
7 Hiertei eine Beilage der Biergroßhandlung Frit
Brenner betr. Sinalco.
2
Wissen dib, vas Innen fehlt?
ẽs ist sonst der Arzt, der so fragt.
diese hFrage ist aber auch in einer
Prospektkarte aufgeworfen, die der
sStadtauflage der — Nummer
beiliegt. Unsere Leser mögen Frage
und Antvort auf der Karte nachlesen.