Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

ungen, daß die Türkei ihre Hoheitsrechte über Kreta nich
verlieren wolle, versichern jetzt fast alle Blätter, daß kein
Zrund vorliege, sich durch derartiges beunruhigen zu lajs—
en. In Kreta ist die Stimmung im allgemeinen die
gleiche wie in Griechenland. Namentlich erkennt man dorl
an, daß nach der Räumung der Insel von den Besatz—
ingstruppen die Initiative zur Verwirklichung der Eiu—
»erleibung weiterhin Kreta obliegt. An zahlreichen An—
zriffen gegen König Georg und die Regierung Theotokis
ehlt es bei den Vertretern der Minderheit selbstverständ—
ich nicht, die mit dem bisherigen Verlaufe der Annexions—
rage unzufrieden ist. Sie behaupten, daß Griechenlands
Politik schwächtich sei und seiner staatlichen Würde und
iationalen Mission nicht entspreche, und daß König Georg
ür die Rechte des Griechentums niemals das erforderliche
Interesse und Verständnis gezeigt habe. Daß das dyna—
tische Kapital Königs Georg im ganzen Lande ken all—
zu großes ist, ist bekannt. Für den unwahrscheinlichen
Fall, daß ein Ausweg zwischen den türkischen und grie—
hischen Erwariungen und Nechten wegen Kreta von den
Mächten nicht gesunden werden sollte, würde die Lage
der Krone gewiß schwierig werden. Daß der Thron als—
»ann ins Wanken geraten würde, ist indessen eine Ueber—
reibung, für deren Richtigkeit bis jetzt keine ernsten An—
zeichen vorliegen. Das Ministerium Theotokis würde al—
lerdings bei Scheitern der günstigen Lösung der kretischen
Frage sofort fallen. Und keine Lösung gilt in Athen
As günstig, als die völlige, materielle und iormelle Ein—
verleibune

Die Reichsfinanzreform.
Berlin, 12. Juni. In der heute im Zirklus Schu—
mann stattfindenden Abwehrversammlung der Vertreler
des Großhandels, der Großindustrie, des Mittel- und des
dleingewerbes, sowie des Handwerks wird zur Wahrung
der Interessen von Handel, Industrie und Gewerbe gegen
Schädigung und Vergewaltigung eine Hansa für Gie—
verbe, Handel und Industrie gegründet wer—
den, deren Zweck es sein wird, im gemeinfamen Interesse
der genann!ten Stände alle gegen diese gerichteten Angriffe
und Schädigungen aAbzuwehren und positive zu
tem Schutz dienende Vorschläge zu machen. Der Verein
hat auch die Aufgabe bei der Vorbereitung von Wahlen
„um Reichsstag und zum Landtag für die Wahl solcher
Kandidaten einzutreten, welche der Schädigung und ein—
seisigen Belastung von Handel, Industrie und Gewerbe
entgegenzutreten entschlossen sind. J
Berlin, 12. Juni. Der Sonderausschuß für Hy—
vothelenbankwesen des Zentralverbandes des deutschen
Bank- und Banktergewerbes hat in seiner ge—
trigen Sitzung eine Resolution gefaßt, die sich ae—
gen den Antrag Richthofen wendet.
Bexlin, 12. Juni. Der Finanzauschuß des
Reichstages trät heute vormittag uͤm 10 Uhr zu—
ammen, um die Berichte festzustellen. Abgeordneter von
Richthofen präsidierte. Er sprach den Dank aus für
diejenigen Herren, die die Ferienzeit dazu benutzt haben,
die Berichte auszuarbeiten. Darauf trat die Kommi sion
in die Vorlesung des Berichtes ein.
—»R—re ——— 8—
Aus aller Welt.
* Junifrost. In den letzten Nächten verursachte star—
ter Frost in Mecklenburg, Holstein und im Lübeckischen
großen Schaden.
* Selbstmordversuch. Der aus Hamburg gebürirge
Obermaschinistenumaat Graupmann von der „Württem—
berg“, der sich eines dienstlichen Vergehens schuldig ge—
mach! hatte, versuchte sich mit seiner Braut zu vergiften.
Das Gift hatte aber nicht den gewünschten Ersolg. Beide
»efinden sich außer Lebensgefahr.
* Blutiger Kampf. 30 Wasserbauarbeiter lieferten sich
in Kössen bei München in der Kantine eine förmliche
Schlacht, wobei sie sich als Wassen der Messer, Stöcke und
Pflastersteine bedienten. Es gab mehrere schwere Verletz—
uingen. Einem Arbeiter wurde der Schädel gespalten. Er
bersuchte zu entfliehen. Die Angreifer setzten ihm nach
and trieben ihn in einen vorühberiließenden Bach. in dem
er ertrank.
* Erdbeben in Südfrankreich. Freitag abend 9.15
Uhr wurde in Marseille und in der Umgebung der Tiadt
zin heftiges Erdoeben, das vier Sekunden dauerte, wahr—
zgenommen. Die Bewohner, deren sich eine große Auf—
regung bemächtigt hatte, begaben sich nach den freien
Plätzen. Viele Uhren blieben siehen. Ein zweiter hefii—
ger Stoß erfolgte 9) Uhr 46 Min. Mehrere Häuser wur—
den beschädigt. In Avignon, Perpignan, Cette, Nizza,
Toulon, Cannes, Montpeslier und Beziers wurden um
dieselbe Zeit gleichfalls Erdstöße wahrgenommen. Meld—
ungen über Verluste an Menschenleben sind nicht einge—
gangen. Nach weiteren Meldungen aus Avignon, Cette
und Tonlon, sowie aus Nizza gerieten die dortigen Ein—
wohner infolge des Erdbebens in heftige Bestürzung, ver—
ließen ihre Häuser und begaben sich auf die Straßen und
auf die öffentlichen Plätze. Die Möbel in den Häusern
vurden von der Stelle gerückt. Die in Toulon liegenden
Zriegsschifie fingen an ꝛu treiben und 2orrten «ↄn doer Mor

Dann herrschte Schweigen.
„Es ist irgend etwas vorgefallen,“ dachte der Priester,
‚und zwar etwas sehr Ernstes.“ Jetzt galt nur eine Frage,
wie sollte man IArma hindern eiwas sehr Voreiliges zu
un

„Gut,“ sagte er dann, „Sie lassen mir keinen anderen
Ausweg, als mich selber als Ratgeber vorzuschlagen. Sie
wissen, daß ich die Sache nicht nur vom gesetzlichen Stand⸗
punkte aus betrachten werde, da ich verpflichtet bin, sie
in moralischem Sinne zu beurteilen. Wollen Sie mich des⸗
halb als Ratgeber annehmen?“
„Ich würde es gern tun,“ sagte sie, „ich fürchte nur,
daß selbst Sie gegen das sein würden, was Sie meine
Ansicht nennen. Es handelt sich nicht nur darum, mir be—
zilflich zu sein, gerecht zu handeln und den Wunsch eines
Sterbenden zu erfüllen, sondern mein eigenes Leben,
neine eigene Seele von der Last zu befreien, die jeden
verdirbt, der damit in Berührung kommt.“
Father Thorne sah ernst auf das plötzlich leidenschaft,
ich erregte Mädchen, und sagte dann:
„Sie irren sich. Wer es aufrichtig mit Ihnen meint,
vird Ihnen gerne helfen das Rechte zu tun. Aber damu
I nicht gemeint, daß Sie einsach den Reichtum, der na
vrlich eine schiwere Verantwortung für Sie ist, bei Sert
werfen sollen, ehe Sie nicht vollkommen Gewißheit habes
Ind diese körnnen enn wöoiero Noveise or—
angen.“
„Aber wo kann ich diese Veweise finden? Sagen Sie
S8euinir nur und h id so viel Geld cusceben als ich
ann, um stenzu erlangen.“*
„Es gu6t son jeinaund anders Geld dazür dus,“ ant—
vortete Father Thetne ,bes v»ir. Airby oder ein an—
derer ist, weiß ich mat. Sie aürden aht heinlich daon
her von der Zate gehöert hacen, denn niet Abr. dRAirby
ed rr d gohrde, Mun ihm zu sagen, daß
in Aßent mai riralien eren ubne, um nan Bemei-—
on sur die eeutz 1 der dee en uden, ededt unter
er B e das Jenen dies so lanze verrereen blei—

mterung. Unter der Bepolterung von Wiarseilte herrscht
roße Aufregung. An mehreren Stellen der Stadt sind
ager improvisiert Das Observatorium ist zerstört. Im
Leichbilde von Lambese stürzten Häuser ein, wobei acht
bersonen umgekommen sein sollen. Hilfstruppen sind ab—
segangen, um die Trümmer aufzuräumen.
* Unwetter. Schwere Unwetter haben in ganz Bör—
.Hein an den Kulturen enormen Schaden angerichtet. In
elen Gegenden ist der Saatenstand durch Hagel vernich—
et. Durch Ueberschwemmungen und vorherige Brände ist
iel Vieh zu Grunde gegangen. — Festige Gewitter mit
dagel und Wollensröchen richteten in Bordeaur sehr
zohe Verheerungen an, wodurch die Ernte der uUmgegend
erstört und die telephonischen Verbindungen unterbrochen
nrden.
* Explosion. Die Sprengstoff-Fabrik Grazo in Lissa—
on wurde durch eine Erplosion zerstört. 5 Arbeiter sind
eötet, 17 schwer verlezst worden. Die Explosion ist auf
ie Unvorsichtigkeit eines Arbeiters zurückzuführen, der eine
efüllte Granate in dem Glauben, diese habe keine Lad—
ng, ins Fceuer war'.
* Der verschwundene Millionär. An Bord des von
zenua nach Meapel fahrenden Lloyddampfers „Berlin“
atten der New-Yorker Krösus Holland Benne Bennett
ind seine Gatunn cine Kabine gemietet. Nach dem Ab—
ange des Sampsers war Bennett, während seine Gatin
ich mit anderen Vassasieren unerbielt, vlötzlich ver—
Bunden

Die Rückkehr Enlenburgs.
Wie aus Berlin gemeldet wird, hat Fürst Eulenburg
veder eine Weisung von der Staatsanwaltschaft noch von
»er Kriminalpolizei erhalten, die ihn nach Berlin zurück—
ief. Die Meldung, daß der nach Gastein entsandte Kri—
rinaglkommissar im Austtcage des Oberstaatsauwalts den
esne zur Heimlehr mündlich überbracht haben soll, ist
in Man glaubt vielmehr annehmen zu dürsen, daß
er 4u.te den Fürsten überhaupt nicht gesprochen hat
nd daß der Fürst in Gastein unauffällig beobachtet wer-In
 konnte, bis die Meldung von der Entsendung in den
zorliner Blätte nestand. In der Lebensweise Eulenburgs
nachte sich eine Aenderung bemerkbar; denn er, der bis
ahin auf den Stock gestützt, seine Spaziergänge gemacht
aune, wurde von diesem Tage an stets im Krankenwagen
zesabren. Schließlich scheint dem Fürsten das peinliche
seiner Sitnation zur Erkenntais gekommen zu sein. Er
ieß seine Koffer packen und machte sich auf die Heim—
eise. Nach seiner Ankunst in Berlin hat er Aufentdalt
in setner Berliner Privatwohnung genommen, Den Blät—
ern zufolge wird er sich wahrscheinlich in ein Sanatorxium
uuder Nähe Berlins begeben.
Fürst Eulenburg konferierte mit seinem Verteidi—
ger, Justizrat Wronker, und stellte sich im Einverftändnisse
nit seinem Rechtsbeistande der Staatsanwadltschaft zur
Vorsügung. Er beabsichtigt, noch einige Tage in Berlin
zu verweilen und dann nach Kieboenbera ahau
w——0

Zum Peter Ganterschen eklameschwindel hat
»er Chef⸗Chemiker Kynast der Firma Eduar Beyer in
Gemnitz eine interessante Untersuchung angestellt. Es
andelt sich, wie das „Archiv für Gerichtliche Schriftunter—
uchungen“ (Verlag von J. M. Barth, Leipzig) mitteilt,
im die Feststellung, ob die Riesenaufiage der anonymen
Briefe (400 000 Stück), in denen der Adressat auf den
runmehr erschienenen Tendenzroman „Doppelte Moral“
ufmerksam gemacht wurde, wirklich mit der Hand ge—
chrieven oder vielleicht nur geschiett lithograpyhtert und die
damen der Adressaten später han hriftlich mit einer der
enutzten Lithographiefarbe sehr aynlichen Tinte einge—
ragen wurden. Beim RKopieren erhielt Kynast von der
inleserlichen Unterschrift einen gleichmäßigen, wenn auch
ehr matten Abzug.⸗Beim Betupfen mit verdünnter Salz—
äure lösten sich die Schriftzeichen auf und begannen zu
erschwinden, ohne sich dabei in der Farbe wesentlich zu
eräündern. Blauholztinte war also ausgeschlossen. Beim
zetupfen mit Blutlaugensalz blieb die blaue Eisenreaktion
us. Eine Eisengallustinte kam demnach auch nicht in
zrage. Nur der benutzte Karton selbst gab, wie faft alle
zapiere, eine ganz schwache Eisenreaktion. Die mit Salz⸗
iure vorbehandelte Schrist nahm beim Betupfen mit Am—
ioniak die ursprüngliche Farbe nicht wieder an. Aus den
intersuchungsergebnissen ist also zu schließen, daß die
zriese vollständig mit der Hand geschrieben waren und
war mit einer Tinte aus Teerfarbstoffen, die gar nicht
siel in den Handel kommt und vielleicht aus Tintenpui—
er hergestellt wurde. Nachträglich erhielt Kynast von ei—
em Belannten noch einen der anonymen Briefe; er fand
ei der Untersuchung, daß dieser mit einer wasserfesten
zlauholztinte geschrieben war. Es ist also anzunehmen,
»aß die Briefe mit allen möglichen Tinten hergestellt wur—
zen; sicher ist, daß sie sämtsich mit der Hand geschrieben
vorden sind — bei der Höhe der Auflaage eine aanz re—
pektable Leistung.
Langjährige Treue. Vor kurzem vermählte sich ein
hweizerisches Brautpaar nach einer Verlobungszeit von
*DJahren Dioe hoiden bhatten sich als ganz junge Leut⸗

Lersprechen ab, Sie nicht zu belästigen, und deshalb
onnte ich Ihnen nicht sagen, wer das Kind war, für
»as ich Ihre Güte in Anspruch nahm. Ich kann es mir
rnie vergeben, wenn dies die Ursache war —
„Nein,“ unterbrach ihn Irma. „Weder Ihre Bitte noch
neine Einladung nach Argyle für das Kind haben das
Seringste mit dem zu tun, was ich so plötzlich, so unek
bartet erfuhr —“ Sie brach ab, sah einen Augenblick fort
ind fuhr dann fort: „Aber waltet nicht ein eigenartiger
zufall über allem?“ fragte sie. „War es nur zufällig, daß
ie gerade an diesem Tage nach Argyle kommen mußte?
Ist es nicht, als ob sie kam, um Besitz von ihrer recht—
näßigen Erbschaft zu nehmen? Mir kam der Gedanke, als
ch heraufging und ich sie schlafend in meinem Zimmer
ah. Ich konnte mir nicht vorstellen daß der Qufall
rierher gebracht habe.“
„Es war Ihre Liebenswürdigkeit,“ sagte Father Thor—
ne. —,Das übrige war nur ein Zusammentreffen. Quälen
Sie sich nicht, indem Sie zufälligen Dingen solche Wich—
igkeit beilegen. Lassen Sie senimentale Gedanken beiseite
uind betrachten Sie alles vom prattischen Standpunkte aus.
Sie haben eine Stellung von großer Verantwortung. Und
Sie wissen, wie ich weiß, daß Sie nur Ihre Pflichten er—
üllen möchten, die Pflichten gegen Lebende und Toie, Um
as zu erreichen, müssen Sie rasches, impulsives Handeln
dermeiden, und“ — er sprach sehr ernst — „Sie mussen
»edenten, daß man dem Kinde nichts Schlimmeres antun
öonnte, als wenn man ihm etwas vorredete, was später
nielleicht sich als unzutrefsend erweist. Bringen Sie die
Tleitie deshalbe nach Soerin nirct und lasen sie
„Tas kann ich nicht kun,“ sagte Irma; „denn als ich
Zie vorhin wockte, um fie mitzunehmen, sand ich sie viel
ränker, als heute Morgen. Tie Aufregung dieses Tages
tezudiel für ste gewesen; sie siebert und ist ganz erschöpft.
Zie muß vorläufig in Argyle bleiben. Aber ich verspreche
Innen dan se ne hören soll, was ugendwie Hofinem⸗
sen in ihr erwecken lönnze. Jett musß ich sofort nach
re fabhren uerrn ane issiers 21 0on —

tennen gelernt, aver der junge Mann hatte erklärt, «
werde nicht eher heiraten, als bis er eine Viertelmillion
Franken sein eigen nenne. Während er in Amerika die—
sem Ziel zustrebte, harrte die treue Braut geduldig in
der Schweiz, und während dieser Zeit wurden rund drei—
ausend Briese zwischen den Liebenden gewechselt.
Vom Arndtmuseum in Godesberg erfährt man,
»aß dasselbe seit der Eröffnung vor einigen Wochen ganz
»ebeutende und wertvpolle Beirräge zur Ausgestaltung er—
anren hat. Die meisten der noch lebenden Familienange—
hrigen Arndts haben sich entschlossen, dem Museum idre
Andenken an Arndt zu überlassen. So stiftete der Enktel,
Rechnungsrat Adolf Arndt, 19 Briese des Freiherrn Karl
bom Stein, die nmieistentei!s geschichtüichen Wert haben;
darunter ein Brief bezw. Zeugnis von Stein über Ernst
Moritz Arndt, in dem er Arnot als cinen gottesfürchti—
zen, das Vaterland liebenden, seine Befreiung von frem—
em Joch ehrig wänschenden und dazu durch Wort und
Zchrift nach Kräften beitragenden Mann schi dert. Diese
Zriese datteren meistens aus den iriüschen Jahren 1812
dis 1815. Derselbe Serr süstte auch 8 Briefe des Ge—
ter Luartiermachers der VBüchtrschen Armee, Graf Neid-)ard
 und Gneisenau; einige Bricfe davon sind dat'ert von
Sars und auf Papier Rapoleons 1. geschrieben; sämtliche
ürieze sind ebensalls aus dieser Zeit. Ferner enthzält
»iese Sanrmliung 16 Briese des protestantischen Theslo—
zeu Schleiermacher, 12 Briese Arndis an Projfessor Schil—
ener, Briese Arndts an Decbrück, Welcler, Mühlensels,
Sriefe von Alexander von Humboldt an Arndt, Briese
rndts an Geheimen Staatsrat Niebuhr; den Entwurf
iner Verfassung sar Schleswig-Holstein, 2 Briefe Arndts
in König Friedcich Wilhelm 4. ꝛ2c. ꝛc. Fräulein von Pe—
endorff, eine Sonkelin Arndts, stiftete Arndts Reisekof—
er, den Arndt be onders auf seinen wichtigen Reisen stets
nit sich fährte und worin er alle seine wichtigsten Papiere
ind Dokumente, sowie seine Gedichte aufbewahrte, die er
tets mit sich führte. Dieser Koffer ist doppelt interessant;
r wurde auf einer Fahrt von Petersburg nach Königs—
erg durch eine Starmwelle vom Deck des Schiffes ge—
chwemmt und später wieder aufgefischt. Es umerliegt
einem Zweifel, daß das Arndtmusenm in Deutschland die
rinnerung an den großen Fretheitstämpier wieder srisech
ruflellen lassen wird

—D — 8
Reipräche mit den Wiarsbewohnern.
Wie aus New-York geschrieben wird, erregen die
ieuen Pläne des Prof. Dabvid B. Todd und des Whysi⸗
ers Leo Stessens, mit den Marsbewohnern eine Verbin—
zung auf drahtlosem Wege herzustellen, das allergrößte
r jehen. Die Ausführung der Pläne soll auf einem
zroßartig und phantasisch anmutenden Wege ersolgen.
Leo Steffens ist nämlich auch seit Jahren schon als Luft—
chifer tätig und soll als dieser seiner Eigenschaft dem
ßelehrten behilslich seen. Sie wollen beide zusammen in
»en ersten Tagen des Monats September zehn Meilen hoch
n die Lüfle cusstcigen, wo Prof. Todd versuchen will,
rahtlose Depeschen nach dem Mars in der Voraussetzung
u senden, daß die Bewohner des Planeten bereits in der
dultur so weit fortgeschritten sind, daß ihnen die draht—
ose Telegraphie vertraut ist. Prof. Todd geht sogar von
der Ansicht aus, daß die Marsbewohner sicherlich schon
eit längerer Zeit versuchen, mit den Bewohnern der Erde
auf ihre Weise in Verbindung zu treten, ohne daß wir
hr System zu verstehen imstande sind. Er will darum
den Marsbewohnern mit seinem Apparat Zeichen, die ih—
ten voraussichtlich verstäöndtich sein werden oeben NRa⸗

P-F Pavid PTOG

ürlich stehen diesem kühnen ageronautisch-astronomischen Plä—
ien ungeheure Schwierigkeiten im Wege, die besonders in
der Höhe des Aufstieges zu suchen sind. Darum will Pro—
essor Todd schon jetzt mit den Probeaufstiegen beginnen,
n denen er sich für seinen Forschungsaufstieg an die
nötigen Höhen gewöhnen will. Sobald dies geschehen
st, will er den Tag abwarten, an dem der Mars unse—
er Erde am nächsten steht, was Ansang Septemder der
Fall ist. Eine zweite Schwierigkeit besteht auch darin,
»5, selbst vorausgesetzt. daß dio Marshemohner wirklich
ich sie in Arghle behalten habe.“
Sie wandte sich zum Gehen. Plötzlich aber wandte sie
sich noch einmal um und sah den Priester ernst an.
„Father,“ sagte sie flehend, „beten Sie für mich! —
Beten Sie, daß dies wahr sein möge, damit die Last von
dieinen Schultern genommen wird — und ich frei fort—
zehen kann, weit fort, um alles zu vergessen —2
Der Priefter sirecie seine Hannd aus und keste de wie
legnend auf die ihre.
„Mein Kind.“ sagte er seserlich „Ich witl r Sie von
ganzem Herzen beten, aber nicht in der Weise, wie Sie
vollen. Es gibt nur eins in der Welt, um das wir vom
herzen beten sollen, und das ist. daß der Wisse dea⸗ Hertn
zeschehen mödge!“
Mis. Treherne war nach ihrer Unterredung mit Pa—
tings nicht gleich nach Arghle zurüchgekehrt. Obgleich sie
riumphierend und siolz zurüdkehrte, so hatte seine Unter—
edung sie doch so erregt, daß sie es für besser hielt, ihre
Nerven etwas zu beruhigen, ehe sie Irma gegenüber trat.
Sie fuhr deshalb in die Stadt, trank bei einer Bekann—
en Tee, machte dann verschiedene Eintäuse und kehrte
nicht cher nach Argyle zurüc, bis Irma das Haus ver—
assen hatte, um Father Thorne zu besuchen. Als sie hörte,
Miß Darracole wäre auegegangen, stellte ste weiter teine
Fragen, sondern ging direlt herauf in ihr Bimmier, ließ
ich von dem Modchen eine Tasse Tee bringen und leta
ich hin, um bis zum Essen zu ruhen.
Sie mochte gerade eingeschlafen sein, als ein Klopfen
in der Tür sie wieder aufrweckte. Sie öfenoete langsanmdie
Augen, Wer lonnte sie jest stören? „Herein!“ sagte sie ge—
reizt und ohne sich aufzurichten. Aber im näg sten Lice
nent sprang sie rash von ihrem lururiesen Siutedert ein—
»or. denn Irma trat in das Zimme
Dies war an und für sich schon sehr übderrfend;
»enn sie beide, obgleich sie unter einem Tacqh lecren, wa—
ren nie im Gerintgten inmtim gewesen. Reer noch über—
raschender war die Brt und Weise des jungen adehens,
das jetzt durch das Zimmer schritt, und ain HKamin ne⸗
end bleitteud, stieng auf RNes Trebeine vite diein
id 4 —

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